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Aus dem Käfig: Als ein Bombenbauer im Wald über einen verwirrten Wandler stolpert, erkennt er, dass der Krieg zwischen Menschen und Paranormalen gerade schlimmer wird. Clayton Zukan ist ein erfahrener Bombenbauer, aber er achtet darauf, seine Geräte nur an Personen mit den richtigen Absichten zu verkaufen, oder zumindest denkt er das. Er erfährt von Wandlern, als ein Attentäter eine seiner Bomben entschärft und ihn aufspürt. Nachdem sich sein Bruder mit einem Wandler verpaart hat, tut Clayton sein Bestes, um seine Eifersucht zu verbergen. Schließlich hätte Clayton liebend gerne einen eigenen Gefährten. Das Wolfswandlerrudel ist so nett, Clayton eine große Werkstatt mit einer Wohnung darüber zu bauen, also stürzt er sich in seine Arbeit. Er lebt ziemlich zurückgezogen, und das mag er, denn so muss er nicht all das schrecklich süße Getue der verbundenen Paare mit ansehen. Bei einer Wanderung begegnet Clayton einem Tier, das nicht in den Bergen von Colorado leben sollte – einem Geparden. Als sich das schöne Tier in einen noch schöneren Mann verwandelt, spürt Clayton die Anziehungskraft zwischen Gefährten und ist überglücklich. Das Schicksal hat ihm seinen eigenen Wandler geschickt. Doch der sexy Mann – Bailey Dyer – behauptet, nicht zu wissen, was ein Wandler ist. Kann Clayton Bailey davon überzeugen, dass Paranormale nicht der Feind sind, insbesondere als er erfährt, dass Bailey sich freiwillig für das Experiment gemeldet hat, bei dem er in einen Wandler verwandelt wurde? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 34.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2022
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Epilog
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Eine unkonventionelle Paarung
Aus dem Käfig: Als ein Bombenbauer im Wald über einen verwirrten Wandler stolpert, erkennt er, dass der Krieg zwischen Menschen und Paranormalen gerade schlimmer wird.
Clayton Zukan ist ein erfahrener Bombenbauer, aber er achtet darauf, seine Geräte nur an Personen mit den richtigen Absichten zu verkaufen, oder zumindest denkt er das. Er erfährt von Wandlern, als ein Attentäter eine seiner Bomben entschärft und ihn aufspürt. Nachdem sich sein Bruder mit einem Wandler verpaart hat, tut Clayton sein Bestes, um seine Eifersucht zu verbergen. Schließlich hätte Clayton liebend gerne einen eigenen Gefährten.
Das Wolfswandlerrudel ist so nett, Clayton eine große Werkstatt mit einer Wohnung darüber zu bauen, also stürzt er sich in seine Arbeit. Er lebt ziemlich zurückgezogen, und das mag er, denn so muss er nicht all das schrecklich süße Getue der verbundenen Paare mit ansehen. Bei einer Wanderung begegnet Clayton einem Tier, das nicht in den Bergen von Colorado leben sollte – einem Geparden.
Als sich das schöne Tier in einen noch schöneren Mann verwandelt, spürt Clayton die Anziehungskraft zwischen Gefährten und ist überglücklich. Das Schicksal hat ihm seinen eigenen Wandler geschickt. Doch der sexy Mann – Bailey Dyer – behauptet, nicht zu wissen, was ein Wandler ist. Kann Clayton Bailey davon überzeugen, dass Paranormale nicht der Feind sind, insbesondere als er erfährt, dass Bailey sich freiwillig für das Experiment gemeldet hat, bei dem er in einen Wandler verwandelt wurde?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 34.000 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Eine unkonventionelle Paarung
Die Wölfe von Stone Ridge 55
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „An Unconventional Mating“:
Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2022
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
Bitte beachten:
Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Widmung
All die Kriegspropaganda, all das Geschrei, die Lügen und der Hass, kommen von den Leuten, die selbst nicht kämpfen.
~George Orwell
Das leise Piepsen einer Maschine durchbrach den Dunst, der seinen Verstand umgab. Er zuckte mit den Fingern, wollte den Arm schwingen und auf den Wecker schlagen. Sein vernebeltes Hirn bestand darauf, dass er noch ein wenig Schlaf brauchte.
Nur konnte er seinen Arm nicht heben. Er fühlte sich schwer, ach so schwer … und schwach an. Seine Muskeln schrien schon bei der Anstrengung, seine Finger hin und her zu bewegen.
Was zum Teufel ist mit mir passiert?
Dann wurde das Piepen etwas schneller, und ihm wurde klar, dass er in einem Krankenhaus sein musste.
Ein Herzmonitor, aber warum?
Er zwang sich, seine Atmung zu verlangsamen, und hörte, wie das Piepen wieder langsamer wurde.
Okay. Denk nach. Was ist passiert?
Es fiel ihm nichts ein.
Was ist dann das Letzte, an das ich mich erinnere?
Sein Verstand blieb hartnäckig leer.
Scheiße.
Dann kam ihm etwas anderes in den Sinn… oder auch nicht.
Äh, wie heiße ich nochmal?
Und wieder blieb sein Verstand leer.
Der Herzmonitor begann wieder schneller zu piepen.
Er schluckte schwer und konzentrierte sich wieder auf seine Atmung. Leider konnte er nicht verhindern, dass seine Gedanken rasten. Sein Gehirn schrie, dass etwas nicht stimmte — ganz und gar nicht!
„Hey, hey, ganz ruhig.“
Ein sanfter, melodischer Tenor durchbrach seine aufsteigende Panik. Er spürte, wie Hände auf seinen Armen lagen und ihn zurück auf das Bett drückten, obwohl er sich nicht sicher war, wann er begonnen hatte, sich aufzurichten.
„Entspann dich, Bailey“, drängte der Mann und drückte ihn weiter auf das Bett. „Schlaf einfach noch ein bisschen. Dann wird alles Sinn machen.“
Bailey.
Das merkte er sich. Sein Name war Bailey. Bevor er nach weiteren Informationen fragen konnte, zum Beispiel, was zum Teufel los war, wirkte das Beruhigungsmittel, das der Mann ihm gegeben hatte, und er fiel wieder in den Schlaf.
Als Bailey wieder wach wurde, blieb er ganz still und lauschte. Das Piepen ging weiter, aber er hörte keine anderen Geräusche. Seine Atmung klang so laut in seinen Ohren, dass er befürchtete, andere Geräusche zu verpassen.
Bailey hörte leise Schritte auf den Dielen; die Geräusche kamen von unten. Als er merkte, dass jemand im Gebäude war, hoffte er, dass nicht auch jemand im Zimmer war, während er seine Augenlider öffnete. Er musste übermäßig oft blinzeln, aber schließlich gelang es ihm, sich auf seine Umgebung zu fokussieren.
Verwirrung überkam ihn. Er befand sich nicht in einem Krankenhauszimmer. Zwar gab es hier und da offensichtlich medizinische Geräte, aber die mittelbraunen Wände, die Waldbilder darauf und die grüne Bettdecke, die auf ihm lag, schrien nach einem privaten Zuhause.
Eine private medizinische Einrichtung, vielleicht?
Eine Vision von sterilen weißen Wänden tauchte vor seinem inneren Auge auf. Er runzelte die Stirn, als ihn von neuem Unsicherheit erfüllte. Er erinnerte sich an seinen Namen — Bailey — den er demjenigen zu verdanken hatte, der sich um ihn kümmerte.
Warte, was ist, wenn sie sich nicht um mich kümmern? Was ist, wenn sie mich als Geisel halten? Ist das der Grund, warum mich der Typ wieder in den Schlaf versetzt hat?
Eine innere Stimme, die Bailey nicht erkannte, schrie, dass sie fliehen mussten. Sie mussten Schutz und Sicherheit finden, während er seine Erinnerungen ordnete. Sein Bedürfnis zu fliehen, obwohl es ihm fremd war, begann seine Gedanken zu beherrschen.
Als Bailey die Infusion in seinem linken Arm entdeckte, griff er danach. Er hielt inne, bevor er sie berührte, und zögerte. Er schaute an der Leitung hoch und versuchte, das Etikett zu lesen, aber es war nur eine Aneinanderreihung von Buchstaben, die für ihn keinen Sinn ergaben.
Bailey wollte der seltsamen Flüssigkeit nicht trauen und löste die Infusion aus seinem Arm. Mit einer Grimasse warf er die Nadel auf den Boden und drückte dann eine Ecke des Lakens auf die Stelle. Sein Arm brannte ein paar Sekunden lang, aber der Schmerz ließ schnell nach.
Bailey hob die Decke an und stellte überrascht fest, dass die Wunde bereits geschlossen war und von neuem rosa Fleisch bedeckt wurde. Kopfschüttelnd zog er den Clip von seinem Finger ab. Die Maschine, die seinen Puls überwachte, begann sofort laut zu piepen.
Zischend stieß sich Bailey vom Bett ab. Seine Beine knickten fast ein, und sein Kopf schwamm bei der Bewegung. Nur das Greifen nach dem Nachttisch und der Kommode hielt ihn auf den Beinen. Nach ein paar Sekunden schaffte er es, den Stecker des Geräts aus der Wand zu ziehen.
Die gesegnete Stille, die darauf folgte, beunruhigte Bailey fast ebenso sehr wie der Lärm. Er konzentrierte sich darauf, wieder Schritte unter sich zu hören, während er einen langsamen Atemzug nach dem anderen nahm. Als er das leise Gemurmel von Stimmen hörte, dann das schwache Tappen von Schritten, wusste er, dass er sich beeilen musste.
Bailey stützte sich immer noch auf dem Nachttisch ab und schob sich an der Maschine vorbei zum Fenster dahinter. Er drückte es hoch, in der vollen Erwartung, dass es sich nicht bewegen würde. Als es leicht nach oben glitt, stürzte er fast hinaus.
Bailey hielt sich am Fensterbrett fest und starrte. Direkt unter ihm befand sich eine weitläufige Terrasse. Links davon stand ein riesiger eingebauter Grill auf einer Steinterrasse. Dahinter erstreckte sich ein noch größerer grüner Rasen, hinter dem sich Kiefern befanden, … Kiefern, so weit Baileys Augen sehen konnten.
Ein Verlangen zu rennen, zu klettern und zu springen, überkam ihn. Er runzelte die Stirn, unsicher, woher es kam. Selbst als Kind war er kein Kletterer gewesen.
Warte. Oder war ich das doch?
Seine Erinnerung blieb knapp außerhalb seiner Reichweite.
Frustration vermischte sich mit Angst.
Warum kann ich mich an nichts erinnern?
Das Knarren von Schritten auf der Treppe erreichte Bailey. Er richtete seinen Blick wieder auf die Bäume in der Ferne. Er blickte nach unten und fragte sich, ob er genug Kraft hatte, um das Rohr an der Ecke des Hauses hinunterzuklettern.
Bailey hörte eine Stimme von außerhalb seines Zimmers, die er von früher kannte, sagen: „Das ist seltsam. Das Piepen hat aufgehört.“
Jemand antwortete: „Verdammt. Das kann nicht gut sein.“
Seine Entscheidung war gefallen, und Bailey wusste, dass er es riskieren musste. Er schwang sein Bein über die Fensterbank. Vorsichtig balancierend, während er sich am Fensterrahmen festhielt, schwang Bailey sein Bein hinüber und hakte seine Ferse an der Seite des Fallrohrs ein. Dann griff er nach oben und hielt sich an der Regenrinne fest.
Sobald Bailey ausholte und sein ganzes Gewicht auf das Aluminium legte, riss es vom Gebäude ab und er fiel.
Baileys Schreckensschrei übertönte fast den Schrei eines Mannes: „Warte! Bailey, stopp!“
Zu Baileys Überraschung landete er auf allen Vieren — ein wenig schwindlig, aber unverletzt.
„Oh, verdammt“, sagte der zweite Mann.
Als Bailey aufblickte, entdeckte er zwei Männer, die auf ihn herabsahen. Der eine war ein schlanker Blondschopf, der andere ein dunkelhäutiger Mann. Sogar vom Boden aus konnte er erkennen, dass beide in die Kategorie „Twinks“ fallen würden.
Ich hätte es locker mit ihnen aufnehmen können.
„Jetzt wissen wir wohl, was für ein Tier er ist“, kommentierte der Dunkelhäutige.
Als der Blonde nickte, rief er nach unten: „Bitte gib uns eine Chance, es zu erklären, Bailey. Geh zumindest nicht weg, bis dein Bruder hier ist.“
Bailey wusste nicht, wovon der Kerl sprach, und er hatte nicht vor, hierzubleiben, um es herauszufinden. Er drehte sich um und stürmte auf die Bäume zu. Sobald er konnte, sprang er auf einen und grub seine Krallen hinein.
Auch wenn Bailey sich fragte, woher sie kamen und wie er sich so bewegen konnte, fühlte es sich so natürlich an wie Atmen. Er sprintete an einem Kiefernast entlang und ließ die Fremden hinter sich. Selbst in der Ferne konnte er noch die Stimme des Blonden hören.
„Oh, verdammt. Declan wird das nicht gefallen.“
Bailey sprang von Ast zu Ast und genoss die Freiheit, nachdem er in diesem kleinen Raum aufgewacht war. Er wurde jedoch schnell müde und fragte sich, wie lange er in diesem Bett gelegen hatte. Er hielt inne, setzte sich auf einen Ast und schaute sich um.
Bailey erkannte nichts. Soweit er sehen konnte, waren nur Kiefernäste. Unter ihm befand sich der Waldboden aus Nadeln, Erde und Steinen. Er war sich auch nicht ganz sicher, aus welcher Richtung er gekommen war.
Bailey zuckte unruhig mit dem Schwanz und überlegte, was er tun und wohin er gehen sollte. Er dachte sich, dass es am besten war, in Katzengestalt zu bleiben, denn so konnte er schneller und weiter laufen und klettern als ein nackter Mensch.
Ist das ein seltsamer Gedanke?
Bailey war sich nicht sicher … schon wieder.
Seufzend streckte Bailey sich auf dem Ast aus und nahm sich ein paar Minuten Zeit, um zu Atem zu kommen. Er nahm sich auch die Zeit, um zu entscheiden, was er tun sollte. Da er die Gegend nicht kannte, wollte er nicht riskieren, in eine Stadt zu laufen. Die Leute dort könnten mit denen unter einer Decke stecken, die ihn festgehalten hatten.
Bailey beschloss, dass es das Beste war, den Berg hinaufzugehen, und setzte sich in Bewegung. Er sprang langsam von Ast zu Ast und nahm sich Zeit, seine Umgebung zu beobachten. Diesmal wollte er sich seinen Weg merken.
Während Bailey weiter ging, spürte er, wie sein Magen knurrte. Er hob seine Nase in die Luft und atmete tief ein. Eine Unzahl von Gerüchen reizte seine Sinne, aber einer fiel ihm besonders auf.
Beute.
Bailey hielt inne, schnupperte erneut und leckte sich erwartungsvoll die Lippen. Er erkannte die Richtung, in der sich das andere Tier befand, und begann sich anzuschleichen. So wie der Wind wehte, wusste er, dass er im Windschatten lag, was es ihm ermöglichte, recht nahe heranzukommen.
Bailey spähte durch die Kiefernäste und entdeckte ein großes Eichhörnchen, das auf einem niedrigen Ast saß. Er ging in die Hocke, bereitete sich vor und sprang dann. Er sprang die drei Meter hinunter und landete mit den Hinterpfoten auf dem Ast und mit den Vorderpfoten auf dem ahnungslosen Tier. Ein schneller Biss brach dem Eichhörnchen das Genick, bevor es überhaupt erschrocken quieken konnte.
Bailey drehte das Eichhörnchen um, biss in den Bauch des Tieres und riss es auf. Er kaute auf dem Fleisch und ignorierte das Fell, während das Blut um seine Zähne herum sickerte. Er schluckte das Fleisch und das Blut herunter und grummelte zufrieden.
Bailey fraß fast alles auf, sogar die meisten Knochen. Als er fertig war, blieben nur ein bisschen Fell und der leere Schädel übrig. Er hatte sogar das Hirn und die Augäpfel herausgelutscht und genoss das schmackhafte, saftige Fleisch.
Bailey leckte sich die Lippen und putzte seine Schnurrhaare. Dann hob er jede Vorderpfote an und reinigte seine Krallen und Zehen. Er leckte sich die Seiten ab und wusch mit einer feuchten Pfote sein Gesicht und seinen Hals.
Als Bailey fertig war, setzte er sich still auf den Ast und lauschte auf seine Umgebung. Nach einigen Minuten setzten die natürlichen Geräusche des Waldes wieder ein — Vögel zwitscherten, Tiere raschelten und Insekten summten. Bailey fühlte sich einigermaßen zufrieden, obwohl er sich schwor, mit wachen Augen und einer scharfen Nase nach etwas Größerem und Sättigendem Ausschau zu halten.
Bailey erhob sich und machte sich wieder auf den Weg. Er lief auf den Ästen entlang und sprang von einem zum anderen. Er genoss die Freiheit, sprang weiter und nahm alles um sich herum in sich auf.
Schließlich kam Bailey an eine Klippenwand. Zerklüftete Felsen ragten über ihm auf. Auf halber Höhe entdeckte er den Rand einer dunklen Öffnung.
Eine Höhle.
Bailey dachte sich, dass dies der perfekte Ort wäre, um sich zu verstecken und nachzudenken, damit er Zeit hatte, sich daran zu erinnern, was ihm passiert war. Obwohl seine Katze nicht zum Klettern an Felswänden geschaffen war, fand er dennoch einen Weg. Vorsichtig sprang er von einem Felsvorsprung zum nächsten, bis er sein Ziel erreichte.
Dort angekommen, sah Bailey einen kleinen Vorsprung vor der Höhlenöffnung, der fast einen Meter breit war. Die Höhlenöffnung selbst war um einiges größer, als er erwartet hatte, vielleicht anderthalb Meter hoch und an der breitesten Stelle ein Meter breit. Es gab sogar einen schmalen Pfad, der an der Felswand entlang nach unten führte.
Noch während Bailey sich fragte, wo dieser endete, richtete er seine Aufmerksamkeit auf die Höhle. Er schlich hinein, seine scharfen Katzenaugen durchdrangen mühelos die Dunkelheit, und er nahm das Innere in Augenschein.
Die Höhle war nicht sehr groß — vielleicht neun Meter in der Diagonalen — aber Bailey brauchte nicht viel. Auf der linken Seite befand sich ein Vorsprung, der etwa eineinhalb Meter über dem Boden lag und bequem zum Ausruhen war. Außerdem konnte er so die Öffnung beobachten, nur für den Fall.
Drinnen war es kühler als draußen, was Bailey einen Schauer durch den Körper jagte. Er wusste jedoch, dass er sich daran gewöhnen würde. Das Fell seiner Katze würde ihn warm halten, sobald er sich an das Klima gewöhnt hatte.
Ich hoffe, das dauert nicht zu lange.
Bailey sprang auf den Vorsprung und drehte sich ein paar Mal im Kreis. Als er dann die gewünschte Position gefunden hatte, legte er sich hin. Er rollte seinen Schwanz um seinen Körper, um sich warm zu halten, und bettete seinen Kopf auf seine Pfoten.
Innerhalb weniger Minuten holte ihn der Tag ein, und der Schlaf riss ihn mit sich.
Ein leises Scharren und das gelegentliche Geräusch von fallenden Steinen rissen Bailey aus dem Schlaf. Er blieb still und spitzte die Ohren. Nach ein paar Sekunden registrierte er ein Summen.
Es kam jemand.
Bailey unterdrückte ein Knurren der Frustration. Alles, was er wollte, war, in Ruhe gelassen zu werden. Wie konnte er nur so viel Pech haben, dass er sofort von jemandem entdeckt wurde?
Vielleicht werden sie nicht hierher kommen.
Bailey hielt still und hörte weiter zu. Aus irgendeinem Grund klangen die sanften Töne der Person, die da summte, sehr angenehm in seinen Ohren. Es wärmte ihn von innen heraus, und er wollte seinen Kopf auf die Brust der Person legen und die Vibration in seinem eigenen Körper spüren.
Diese Reaktion verwirrte ihn und machte ihn nervös.
Das ist nur eine weitere Sache, die ich nicht verstehe.
Dann fiel ein Schatten über die Öffnung.
Bailey beobachtete, wie eine schlanke Gestalt erschien. Sie richtete sich auf, nachdem sie sich ein wenig gebückt hatte, um einzutreten. Ihr Körperbau war eindeutig männlich. Sie nahm einen Rucksack ab und ließ ihn an ihrem Ellbogen hängen.
Der Mann zog eine Taschenlampe aus seiner Tasche und schaltete sie ein, bevor er die Tasche auf den Boden legte. Dann schwenkte er den Lichtstrahl in der Höhle umher. Er summte weiter, während er nach rechts ging, weg von Baileys Sitzplatz, und das Licht von draußen zeigte das Gesicht des Mannes.
Der Mann war vielleicht eins siebzig groß, und sein dickes Sweatshirt und seine Jeans taten nichts, um seine schlanke Gestalt zu verbergen. Sein blondes Haar schimmerte im Nachmittagslicht und wurde von einem Tuch zurückgehalten. Bailey verspürte einen seltsamen Drang, das Tuch zu entfernen, um zu sehen, wie lang das Haar des Mannes war.
Würde es sich zwischen meinen Fingern seidig anfühlen?
Eine weitere Sache, die Bailey erreichte, war der Duft des Mannes — erdig, männlich und mit einem Hauch von verbranntem Metall, den er nicht verstand. Dennoch gipfelte er in einem köstlichen Aroma, von dem er mehr riechen wollte. Er fragte sich, ob der Kuss des Mannes genauso gut schmecken würde.
Ein Grummeln der Begierde entkam Bailey.
Das Geräusch erweckte die Aufmerksamkeit des Menschen.
Der Mann drehte sich um, und sein Licht fiel auf Bailey. Keuchend wich er einen Schritt zurück, wodurch er mit dem Rücken an die Wand stieß.
„Oh, wow“, murmelte der Mann. Seine großen blauen Augen blickten Bailey an. „Es tut mir leid, Kätzchen.“ Er tappte in Richtung Ausgang. „Bleib einfach da, hübsche Katze“, murmelte er leise. „Ich werde dich in Ruhe lassen. Als ich das letzte Mal hier war, gab es keine Anzeichen dafür, dass hier etwas lebt.“ Der Mann machte einen weiteren Schritt in Richtung Ausgang und wiederholte: „Ich werde dich einfach in Ruhe lassen.“
Bailey wurde klar, dass der Mensch gehen wollte, und das wollte er nicht — ganz und gar nicht. Er erhob sich und knurrte eine Warnung. Zu seiner Freude erstarrte der Mann.
Aber Bailey hasste den Gestank der Angst, der die Höhle zu durchdringen begann.
„Ich werde sterben“, wimmerte der Mann. „Oh, ihr Götter. Bitte friss mich nicht.“
Bailey wurde klar, dass er den Mann wirklich vernaschen wollte … nur nicht auf die Art und Weise, vor der der Mann Angst hatte. Da er wusste, dass er in der Lage sein musste zu sprechen, begann er sich zu verwandeln.
Ich bin zu jung zum Sterben!
Angst durchdrang jede Zelle von Clayton Zukans Körper.
