Eleonore - die Tochter des Highlanders - Lena Detlefsson - E-Book
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Eleonore - die Tochter des Highlanders E-Book

Lena Detlefsson

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Beschreibung

Eleonore, Tochter des Clanchiefs Ian McLaren, genannt "der Berserker", soll um des Friedens Willen mit einem Sohn des mächtigen Gegenspielers und Nachbarn Rupert McGregor verheiratet werden. Das erste Mal in ihrem noch jungen Leben versucht Eleonore sich den Anweisungen des Vaters zu widersetzen. "... ist der Inhalt gut geschrieben und fesselnd. Es hat auch einiges Unvorhersehbares zu bieten." - sani/ Amazon

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Veröffentlichungsjahr: 2022

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Eleonore,die Tochter desHighlanders

Lena Detlefsson

edition oberkassel

Inhaltsverzeichnis

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Dank an die LeserInnen

Lena Detlefsson

Impressum

1

Eleonore saß auf dem Baumstamm und schaute Elroy zu, wie er Steine in den durch den Sonnenschein silbern glitzernden See warf, um sie auf der Oberfläche des Wassers auftitschen und über die Fläche gleiten zu lassen. Dabei zählte sie jedes Mal die Berührungen des Steins mit dem Wasser, bevor er schließlich unterging.

„Sechsmal war das gerade“, rief sie und klatschte dabei in die Hände wie ein flatterndes Vöglein. Ihre Augen glänzten und das Gesicht strahlte ebenso wie der glitzernde See.

„Hier am Ufer gibt es schon gar keine flachen Steine mehr“, erwiderte Elroy und schritt auf Eleonore zu. Stattlich sah der Bursche in seinem Kilt aus, obwohl er noch jung an Jahren war. Er war ein Mann geworden, vorbei waren die Zeiten, in denen er mit Eleonore noch Verstecken spielte, ohne sich dabei etwas zu denken. Denn sie war ihrerseits zu einer jungen Frau erblüht, die ähnlich einer Knospe kurz vor dem Aufspringen stand. Viele Male hatten sie sich schon berührt, ohne dass etwas passiert war. Doch dann hatte vor einem halben Jahr ein Blitz in ihre Freundschaft eingeschlagen und der Funke zwischen ihnen war übergesprungen. Sie wussten, dass sie beide keine Kinder mehr waren und dass sie trotzdem nie mehr voneinander lassen wollten. Sie hatten ihre Herzen dem jeweils anderen verschrieben und wollten bis an ihr Lebensende zusammenbleiben, viele Kinder haben und ein glückliches Leben führen.

„Lass uns bis zum nächsten Mal Lebewohl sagen, Eleonore McLaren“, sagte Elroy Dougal und umarmte das Mädchen mit dem langen, dunklen Haar.

„Ist es schon wieder so weit? Ich möchte dich nicht mehr gehen lassen.“ Sie schürzte dabei die Lippen und machte einen Schmollmund.

„Du weißt doch, dass wir nicht zusammen sein können, solange du deinem Vater nichts von unseren Heiratswünschen erzählst.“

Er zog sie fester an sich und wollte ihr einen Kuss auf den Mund geben, doch sie entwand sich ihm wieder.

„Das gibt es dann auch noch nicht.“

„Aber wie soll ich denn die Tage ohne dich aushalten, ohne den süßen Geschmack deiner Lippen auf meinen zu spüren?“

„Fang mich doch“, rief sie nur noch, als sie sich umdrehte und in den Wald lief.

Elroy lief hinterher und für einen Moment war es so, als wären sie wieder Kinder, die nur Fangen spielten. Als er sie erneut zu fassen bekam, gab sie sich der Umarmung hin und erwiderte seinen innigen Kuss.

Plötzlich vernahmen sie laute Männerstimmen und Pferdegetrappel in der Nähe. Es wurde nach ihr gerufen. Schnell lösten sich beide voneinander.

„Du musst gehen“, flüsterte Eleonore, „bevor sie dich sehen und es meinem Vater petzen.“

„Eleonore, du musst es ihm sagen.“

„Ja, ja. Mach schon.“ Sie schob ihn weiter in den Wald, dorthin, wo ihre beiden Pferde standen. Selbst schritt sie wieder auf das Ufer des Sees zu und als sie es erreichte, meldete sie sich: „Hier bin ich, unten am Wasser.“

Wenig später brachen drei Männer hoch zu Pferde durch das Geäst. Voran Oswald, der Stallmeister ihres Vaters.

„Lady Eleonore, Euer Vater sorgt sich um Euch und schickte mich aus, Euch zu suchen.“

„Aber du weißt doch, Oswald, ich habe bisher immer alleine nach Hause gefunden. Das wäre heute nicht anders.“

„Das mag vielleicht sein, Mylady, aber ich glaube, Euer Vater möchte Euch heute noch etwas Wichtiges mitteilen.“

„Etwas Wichtiges mitteilen? So wichtig, dass er nicht warten kann, bis ich wieder auf Donnahew Castle bin?“

„Es ist vorhin Besuch auf dem Schloss eingetroffen, Mylady, der vielleicht und vor allem auch Euch gilt.“

Das Gesicht von Eleonore erhellte sich.

„Sind Belltriste und ihr Mann Peter zu Besuch gekommen?“

„Nein, Mylady, Eure Schwester und deren Gemahl sind es nicht, die Euch beehren.“

„Nun mach es doch nicht so spannend, Oswald. Wer ist es dann?“

„Rupert McGregor ist es, mit seinem Sohn und einigen Männern.“

„McGregor? Das kann doch nichts Gutes bedeuten.“

„Kommt Ihr also?“

„Einen Moment, ich gehe nur noch Beauty Camilla holen. Sie steht dort hinten irgendwo.“ Eleonore deutete hinter sich das Ufer entlang in den Wald.

2

Elroy Dougal hatte sich unterdessen auf den langen Heimweg begeben. Nachdem ihn Eleonore fortgeschickt hatte, hatte er sein Pferd zunächst am Halfter viele Schritte durch den Wald geführt, um nicht so viel Lärm zu machen. Beinahe war er mit seinem Fuß im Geäst hängen geblieben, als er sich schließlich mit Schwung in den Sattel gesetzt hatte. Er wollte so schnell wie möglich raus aus dem Wald in die freien Ebenen, denn unter den Bäumen begann es bereits stark zu dunkeln. Das Blätterdach ließ keine Strahlen der ohnehin bereits sehr tief stehenden Sonne mehr hindurchdringen. Elroy mochte dieses Versteckspiel nicht mehr, zu welchem ihn Eleonore drängte. Ihr Vater, Ian McLaren, hatte eines Tages gesagt, er wünsche nicht mehr, dass Eleonore und Elroy weiterhin ihre Zeit miteinander verbrachten. Vielleicht war ihm aufgefallen, dass sich beide nicht mehr mit Kinderaugen ansahen?

Elroy wusste nur zu gut, dass seine Eltern nicht gleichen Standes wie die McLarens waren. Zwar gehörten die Dougals zu deren Clan, aber besonders, seitdem Eleonores Schwester Belltriste einen Stuart geheiratet hatte, war der Abstand zwischen den Dougals und den McLarens noch größer geworden.

Deshalb war es umso wichtiger, dass Eleonore ihrem Vater ihrer beider Liebe gestand und den Weg für einen Hochzeitsantrag von Elroy ebnete. Vor allem musste Eleonore ihre Mutter Bellana auf ihre Seite bekommen. Dann hätte er zwei große Fürsprecher bei Ian McLaren und der würde ihn nicht mit einem einfachen Handstreich beiseite drängen.

Doch der Weg dahin schien noch weit. Mindestens ebenso weit wie nach Pynchon Moor, wo seine Familie lebte und er jetzt noch hin musste.

Außerhalb des Waldes hielt er einen Moment inne und schaute in Richtung Westen, wo sich in der Ferne der Schatten von Donnahew Castle vor der untergehenden Sonne abhob.

3

Obwohl Oswald die Tochter seines Herrn sofort zu ihrem Vater bringen wollte, entzog sie sich ihm mit der Bemerkung: „Ich kann doch so nicht vor die McGregors treten. Das siehst du doch ein, oder?“

„Mylady, beeilt Euch aber.“

„Ich werde es versuchen“, antwortete sie schnippisch, drehte sich abrupt um und enteilte in ihr Gemach.

Oswald stand im Burghof und schaute ihr kopfschüttelnd hinterher. Sie benimmt sich immer noch wie als Kind, als sie fortwährend in den Stall kam, um mit seinen Kindern zu spielen, dachte er. Eleonore hingegen dachte keinen Moment lang daran, ihr Versprechen in die Tat umzusetzen. Sollten die McGregors doch ruhig warten. Sie konnten ihr gestohlen bleiben.

„Ich weiß sowieso nicht, was sich mein Vater dabei gedacht hat, diese Rüpel auf unsern Hof zu lassen“, sagte sie mehr zu sich selbst als zu ihrem Dienstmädchen, das ihr aus den Hosen half, die sie viel lieber trug als die weiten Kleider, wie es der Vater wünschte. Aber besonders, wenn sie zu Pferde unterwegs war, trug sie die ledernen Hosen mit der ledernen Weste und den Stiefeln, die bis hoch zu den Knien reichten. Darin konnte sie sich viel ungezwungener bewegen, sowohl im Wald als auch auf dem Rücken von Beauty Camilla. Vielleicht mied sie wegen dieser Bewegungsfreiheit den Hof, so oft es nur ging? Besonders seit Belltristes Heirat, ihrer älteren Schwester, achtete der Vater darauf, dass viel Wert auf Etikette gelegt wurde.

„Und wenn es für uns auch nur eine Übung ist“, war das stets wiederkehrende Argument des Vaters. Aber schließlich war sein Herz doch am rechten Fleck, als die Mutter ihn überredete zuzustimmen, dass Eleonore ein Lederwams für den Ausritt bekam. Nach dem Tod seines Vaters ging der Beiname „Berserker“ früh auf Ian über und auch jetzt mit seinen vierzig Jahren und der Statur eines Hünen hatte er trotz all der Schlachten, Kämpfe und Ritterspiele nicht viel von seiner Kraft und Milde eingebüßt. Trotz des ersten grauen Schimmers in seinem lang über die Schultern fallenden dunklen Haar galt er immer noch als unbesiegbar und gerecht in den schottischen Ebenen und auf den schottischen Bergen. Wie schon sein Vater wurde er als Clanoberhaupt der im grün-blauen Tartan auftretenden McLarens ohne Wenn und Aber akzeptiert und genoss weitreichendes Ansehen.

Sie waren noch nicht ganz fertig mit dem Umkleiden, als es an der Tür polterte.

„Mylady, Euer Vater möchte nicht mehr warten. Beeilt Euch“, stöhnte Oswald durch die Tür hindurch.

„Ich bin gleich so weit. Einen kleinen Augenblick noch.“

„Ihr bereitet mir Sorgen, Mylady.“

„Nicht böse sein, Oswald. Ich mache alles wieder gut.“

Und zu ihrem Dienstmädchen sagte sie: „Ist nun alles verschnürt? Lass mich gehen, damit ich diese grausigen McGregors endlich begrüßen kann.“

Damit machte sie sich los und öffnete ihre Kammer, um zu Oswald in den Gang zu treten.

„Wozu wartest du noch?“

Oswald schüttelte den Kopf und schritt voran.

Ihre Familie und die McGregors warteten in der Halle des Burgherrn im ersten Geschoss unterhalb des Turms auf der nordöstlichen Ecke von Donnahew Castle, welches auf drei Seiten von steil abfallenden Hängen geschützt wird. Von Norden her ist es durch Erdwälle befestigt. Um den geräumigen, von hohen Mauern umgebenen Innenhof gruppieren sich die Wohn- und Repräsentationsbauten vorrangig auf der nördlichen und westlichen Seite über zwei Etagen. Das dominierende Bauwerk ist der dreißig Meter hohe, vierstöckige Wohnturm mit der Lord’s Hall, durch dessen Erdgeschoss der vierzehn Meter lange gewölbte Torweg führt. Ebenfalls in der ersten Etage schließt sich der große Rittersaal an, während sich um die Ecke herum an der Westseite die Küche befindet. Das Erdgeschoss hingegen beherbergt diverse Kammern für die unterschiedlichsten Zwecke.

„Eleonore, mein Kind, wo hast du nur wieder so lange gesteckt?“, wurde sie von ihrem Vater begrüßt, als sie den Saal hinter Oswald durch einen kleinen Nebeneingang betrat.

„Verzeiht …“

„Schon gut, schon gut“, wurde sie sofort von Ian McLaren unterbrochen. „Ich möchte dir heute unsere Gäste vorstellen.“ Er wies mit der Hand auf den älteren der beiden Männer, die vor einer Reihe sechs weiterer Männer standen. „Das ist Rupert McGregor, unser geschätzter Nachbar, mit seinem Sohn Steven.“

Mit einem angedeuteten Knicks und leichtem Kopfnicken begrüßte Eleonore Vater und Sohn McGregor. Jedoch anstatt ehrfürchtig den Blick zu senken, schaute sie kurz zu ihrer Mutter hinüber und gewahrte, dass diese sie mitleidig ansah. Irgendwas geht hier doch vor, schoss es ihr durch den Kopf. Dann blickte sie Steven McGregor an, der sich, wie es schien, in festliche Kleidung gehüllt hatte. Hoch und aufrecht stand er da, in seinem rot-schwarz karierten Kilt, die mit zwei Fasanenfedern geschmückte Mütze unter die linke Achsel geklemmt. Die Haare gingen ihm über die Ohren bis auf die Schultern und sein Gesicht schmückte ein dunkler Schnurrbart. Nur unter dem linken Auge prangte eine vernarbte Schnittwunde, die das Stolz ausdrückende und makellose Gesicht nicht sonderlich verunstaltete.

---ENDE DER LESEPROBE---