Erste Blüte - Anonym - E-Book

Erste Blüte E-Book

Anonym

0,0

  • Herausgeber: Cupitora
  • Kategorie: Erotik
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2014
Beschreibung

Pikante Geschichten nach einem Privatdruck von 1919, versehen mit zehn schamlosen Zeichnungen.

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Seitenzahl: 68

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Exklusiv für unsere Leser

Erste Blüte

Früh übt sich, was ein Meister werden will …

Pikante Geschichtennach einem Privatdruck von 1919, versehen mit zehn schamlosen Zeichnungen.

ISBN 978-3-86789-735-8

© 2014 by Cupitora in der BEBUG mbH, Berlin

Inhalt

Daisy

Der Besuch

Verkauft

Frau Benndorf

Daisy

I. Kapitel

Vor dem Ausgange des Mädchenlyzeums im Westen einer großen Stadt entspann sich, als die Mädchen das Portal verließen, eine große Schneeballschlacht.

Die Jungens hatten den Moment abgepasst, und kaum ging die Tür auf, so flogen unter wildem Geschrei die weißen Bälle auf Kopf, Rücken und in die kurzen Röckchen der jungen Schülerinnen, die sich energisch zur Wehr setzen und so gut es ihren im Werfen ungeübten Arme ermöglichten, den Angriff erwiderten. War das ein Geschrei!

Die Zöpfe flogen um die erhitzten Gesichter; da knallte wieder so ein ganz gepfefferter Ball eines kräftigen Jungen auf den Rücken der Trude M., die mit ihren 15 Jahren wütend in den Schnee griff, um sich zu rächen.

Plötzlich trat Totenstille ein, und die Kinder zerstreuten sich schnell. Die Leiterin der Anstalt war unter dem Portal erschienen.

Schnell ging Trude, die Kleine, mit ihrer etwas älteren, 16-jährigen Freundin Daisy ihres Weges.

»Diese frechen Bengels«, meinte diese zu ihr, »und dein Bruder, der Willy, war auch dabei, ich glaube, der hat mich so geworfen.«

»Ja, mich auch«, antwortete diese, »aber ich werde es ihm schon zeigen, wenn er jetzt nach Hause kommt; ich sage es gleich meiner Mutter, und etwas anderes werde ich ihr auch sagen; ich weiß, was ich vorgestern gesehen habe.«

»Was hast du gesehen?«

»Aber du darfst es niemandem sagen!«

»Ganz sicher nicht, ich verspreche es dir«, versicherte die kleine Daisy.

»Ja, weißt du, vorgestern Abend, da hörte ich nebenan im Zimmer, wo mein Bruder schläft, auf einmal etwas Sonderbares; da sah ich durchs Schlüsselloch, und da habe ich zuerst einen ganzen Schreck bekommen; denke dir, da steht so ein großer Schrank mit einem Spiegel und davor stand mein Bruder Willy ganz nackt …«

»O du, sage, wie hat der ausgesehen?«

»Ja, weißt du, und da stand er ganz nackt vor dem Spiegel und hatte eine Hand immer unten und ging immer ganz schnell damit hin und her, und auf einmal sah ich, was er in der Hand ­hatte.«

»Was denn?«

»So einen weißen Finger, da, wo unsere Mimi ist; und auf einmal, da wurde er mit dem Rücken ganz krumm und hat geseufzt. Ich habe beinahe Angst bekommen, und auf einmal spritzte etwas heraus an den Spiegel; da holte er dann gleich das Taschentuch und wischte es weg.«

»O du, Trude, das ist ja riesig interessant, ja, wann war denn das?«

»Vorgestern Abend um 8 Uhr, als ich ins Bett musste. Weißt du, zuerst wollte ich meine Mutter holen, aber dann habe ich immer nur hin­gesehen, und war ganz neugierig, es hat mir fast gefallen.«

»Weißt du, Trude, das möchte ich auch einmal sehen, das muss schön sein; vielleicht ist er heute Nachmittag auch zu Hause und tut das, was meinst du? Dann käme ich zu dir, und dann sehen wir beide durchs Schlüsselloch, das wäre fein! Aber deiner Mutter darfst du nichts sagen, sonst macht er es vielleicht nicht mehr; das wäre sehr schade.

Also, ich komme zu dir, nicht wahr, dann können wir die Schularbeiten zusammen machen. Also bestimmt?«

»Ja.«

Schnell trennten sie sich, und Daisy lief freudig hüpfend einige Häuser weiter zu ihrer elterlichen Wohnung.

Daisy hatte mit ihren 16 Jahren schon das Äußere eines erwachsenen Mädchens, obwohl sie noch kurze Röckchen trug. Es lag an ihrer Abstammung, ihre Gesichtsfarbe war gelblich, etwas blass, die Augen schwarz, ebenso die Brauen, und ein Näschen von sympathisch geschwungener Form gab ihrem ganzen Gesichte einen Zug ins Orientalische, das durch die schwarzen Haare, die bubikopfartig an den Ohren gerade und waagerecht geschnitten waren, noch unterstrichen wurde. Selbst ihre Beine, die bis über das Knie zu sehen waren, waren voll und kernig und hätten manchen Kenner nachdenklich stimmen können, als sie nach der Mittagspause über die Straße zu der Wohnung ihrer jüngeren Freundin ging.

Trude erwartete sie schon. Willy war noch nicht in seinem Zimmer, wie sie sich beide schnell überzeugt hatten. So nahmen sie rasch entschlossen ihre Bücher und versuchten sich die Schwierigkeiten der französischen Sprache einzuverleiben. Trude, die jüngere, blond, mit entzückend molligem, rundlichem Aussehen, schien große Mühe zu haben; mit dem Finger fuhr sie bedächtig jeder Zeile nach, nickte hin und wieder mit dem blonden Lockenköpfchen, wenn wieder so ein ganz schwerer Brocken französischer Weisheit geschluckt war und war mit dem Kopfe ganz bei der Sache, wohingegen die ältere, schon mehr entwickelte Daisy nur mit einem Auge und einem Ohr bei den Büchern, mit den anderen Sinnen jenseits der anschließenden Zimmertüre war.

»Halt, du, Trude – jetzt! – jetzt!« …

Man hörte die Türe, die vom Gange in das anliegende Zimmer führte, sich öffnen und schließen, einen Stuhl rücken, hin- und hergehen, und schon war Daisy mit schleichenden Schritten an der Türe.

»Leise, leise«, flüsterte Trude.

»Ruhig.« Daisy machte eine beschwörende Bewegung mit der Hand, legte das Gesicht an die Türe, und ihr unruhig fiebernd-erwartungsvolles Auge sah durch die kleine Öffnung.

So schnell ging es zwar nicht, aber sehr bald kamen die beiden Neugierigen auf ihre Rechnung. Und zwar voll und ganz. Willy schien große Eile zu haben.

Daisy, die durch den Ausschnitt des Schlüsselloches nahezu drei Viertel des geräumigen, sich etwas in die Länge ziehenden Zimmers überblickte, sah, wie der 16-jährige Willy seinen Kragen ablegte, dann sich etwas scheu umsah; darauf nestelte er schnell die Schuhe auf, schnell glitt die Hose herunter, das Hemd flog auf die Erde, und er stand nackt vor dem Spiegel, die Brust hochhebend und betrachtete sich mit glänzenden Augen im Spiegel. Und da sah Daisy auch schon den Finger, von dem Trude gesprochen. Hoch stand er, so groß wie ein Zeigefinger, und seine Hand nahm ihn, und es fing an.

»Lass mich doch auch«, bat Trude.

»Ja, gleich – o du, wie sieht das aus, da schnell, sieh mal – siehst du? Komm, lass mich wieder, da, jetzt sehe ich wieder, o du, wie er schnell macht, und die weiße Brust, schön, ganz glatt, nicht wie bei uns – was, – was macht er denn nur immer, ganz schnell, … seine Popobacken zucken – aber jetzt, jetzt erst, – da – da – jetzt, immer schneller – Trude, Trude, jetzt … oh …«

Willy hatte gespritzt; er sah sich um, und schnell griff er wieder nach dem Hemde.

»Du, Trude«, meinte Daisy sich aufrichtend, »aber das war – das war – schön.«

»Du hättest mich auch sehen lassen sollen«, meinte diese schmollend, und vorwurfsvoll sah sie Daisy an.

Diese war erregt, ihre Augen leuchteten glimmernd. »Ach, weißt du, Trude, sei nur nicht böse«, und sie schlang ihre Arme in plötzlicher Heftigkeit um sie – »weißt du, jetzt habe ich alles gesehen, du Gute, musst nicht böse sein. Weißt du, ich habe dich ja so gern; aber ich möchte auch so einen Finger haben, das ist schöner noch, glaube ich, als so, wie bei uns – hast du es auch schon versucht?«

»Was?«

»Weißt, ich wollte es dir bis jetzt nicht sagen – ich – ich gehe manchmal auch mit meinem Finger dahin« – und sie zeigte sich auf dem Rocke an die Stelle.

»Was ist da?«, meinte Trude treuherzig fragend.

»Komm, ich will es dir zeigen, aber du darfst niemandem etwas sagen, aber ganz gewiss nicht. Weißt du, mir hat es die Lilly aus der oberen Klasse vor ein paar Wochen gezeigt. Sieh, da musst du so mit dem Finger dahin, da oben an die Mimi« – und die Beine gespreizt, mit der linken Hand den kurzen Rock vorne hochgehoben, den Kopf nach dahin sehend auf die Brust gesenkt, ging ihre rechte Hand durch das weiße Höschen, schob das Hemd etwas hoch, ihr schon ein wenig bewaldetes Vötzchen sehend lassend, und machte sich dort zu schaffen. »Sieh, so musst du es machen, so …«

»Wie? So …?«