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In einer hektischen Welt, voller Termine und Verpflichtungen lädt dieses neue Buch von Ludwig Burgdörfer dazu ein, innezuhalten und aufmerksam die kleinen, aber bedeutsamen Momente des Alltags wahrzunehmen. Wer mit offenen Augen durch den Alltag geht, erlebt hin und wieder besondere Begegnungen: Bei einem Fahrradausflug, einer Reise mit der Bahn oder schlicht beim Einkaufsbummel kann es passieren, dass Gott im Alltag sichtbar wird. Ludwig Burgdörfer hat das oft genug erlebt. In seinen kurzen Alltagsgeschichten berichtet er von solchen besonderen Begegnungen. Unterhaltsam, fröhlich und mutmachend erinnern seine kurzen Geschichten und Texte daran, dass der ferne Gott gar nicht so fern ist. Er ist überzeugt, dass bei allen möglichen und unmöglichen Erlebnissen und Begegnungen immer auch damit zu rechnen ist, dass Gott "dahintersteckt". Dieses Buch ist eine wertvolle Inspiration für alle, die im Trubel des Lebens nach Sinn und spiritueller Ermutigung suchen. Es bietet nicht nur unterhaltsame und herzerwärmende Geschichten, sondern auch die Möglichkeit, den eigenen Glauben im Alltag neu zu entdecken. Ein ideales Geschenk für Menschen, die sich nach Hoffnung und innerer Ruhe sehnen.
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Seitenzahl: 84
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Ludwig Burgdörfer
Dr. Ludwig Burgdörfer, geboren 1956, ist Pfarrer i. R. Er war Dekan und viele Jahre Leiter des Missionarisch Ökumenischen Dienstes der Evangelischen Kirche der Pfalz. Etwa 30 Jahre lang war er Rundfunkpfarrer beim SWR. Er ist Autor verschiedener Bücher. Im Brunnen Verlag erschienen „Trauern braucht seine Zeit“ (7. Auflage 2023), „Wer loslässt, hat die Hände frei“ (2024).
© 2025 Brunnen Verlag GmbH, Gießen
Gottlieb-Daimler-Str. 22, 35398 Gießen
www.brunnen-verlag.de
Die Nutzung von Bild-, Sprach- und Textdaten für sog. KI-Trainings und ähnliche Zwecke ist nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung erlaubt.
Lektorat: Stefan Loß
Umschlagfotos: Adobe Stock
Umschlaggestaltung: Daniela Sprenger/Brunnen Verlag GmbH
Satz: Brunnen Verlag GmbH
ISBN 978-3-7655-3369-3 (Buch)
ISBN 978-3-7655-7773-4 (E-Book)
Für unsere Enkelkinder
Lotte
Theo
Felix
Alma
Ruth
„Martin, ich bin bei dir gewesen. Hast du mich erkannt?“
Seit ich vor vielen Jahren zu Beginn meines Dienstes als Pfarrer
auf Leo Tolstois Geschichte von Martin, dem Schuster, getroffen bin,
fasziniert mich der Gedanke, dass Gott in jeder Begegnung
mit Menschen „auf Besuch“ ist.
In der alten Geschichte erzählt Tolstoi vom Schuster Martin,
der vom Unglück umzingelt mit Gott hadert und sich fragt,
wo er wohl ist, wenn man ihn braucht.
Er hat Frau und Kinder verloren
und sieht in seinem Leben kaum noch Sinn.
Beim Bibellesen wird ihm Jesus zum Freund
und eines Nachts träumt er,
dass dieser ihn tatsächlich besuchen will.
Während er nun gespannt
den angekündigten Besuch erwartet,
kommen ihm nacheinander verschiedene Menschen dazwischen,
die er in ihrer jeweiligen Not aufnimmt,
unterstützt und verteidigt.
Sie werden ihm sozusagen vor die Haustür gelegt
und er kümmert sich um sie.
Ein alter Soldat Stephan, eine junge Mutter mit ihrem Kind
und ein kleiner Junge,
der hungrig einen Apfel aus dem Korb einer Marktfrau gestohlen hat
und nur durch Martins Hilfe seiner Strafe entgeht.
„Alles, was ihr für einen meiner Geringsten getan habt,
das habt ihr mir getan!“
Der Vers aus Matthäus 25 wird auf diese Weise Wirklichkeit.
Gottesbegegnungen passieren in Jesu Namen immer dann,
wenn sich Menschen in liebevoller Achtsamkeit begegnen
und sich zum Leben verhelfen.
Dieses Motiv ist so überwältigend wie überzeugend,
wenn es um die Frage geht,
wie wir Erfahrungen mit dem unfassbaren Gott machen können.
Mitten im Alltagsleben,
völlig integriert in das Drehbuch der freien Wildbahn des Lebens,
kommt er in unsere Verhältnisse und tut uns gut,
indem wir einander zugewandt leben.
Dieses Motiv der unüberbietbaren Nähe Gottes
ist mir Motivation und Antrieb für dieses Buch,
das Gottes Spuren aufsucht auf unseren „Menschenstraßen“.
Ludwig Burgdörfer, Wernersberg, im Frühjahr 2025
VORWORT
GOTT GEHT
BIN IM GARTEN!
AUTOGRAMMSTUNDE GOTTES
IN GOTTES NAMEN
LEID-FRAGE: WARUM?
NEBEL – LEBEN
BLIND DATE MIT GOTT
GOTTES HAUS
GOTT-STREICHELN
AUF LEIHBASIS
HANDLANGER
KLASSENBUCH
GOTT SEI DANK!
MORGENGLANZ
WASSERDICHT
GÖTTLICHE RÜGE
GOTT AUF DER AUTOBAHN
GOTT AM ZUG
HIMMELS – BLECH
GOTT AUF DEM BEIFAHRERSITZ
FORTLAUFENDEN ERFOLG
TAUFPREMIERE
STELLVERTRETUNG
GOTT FÄHRT AUCH STRAßENBAHN
UHRENVERGLEICH
GOTT IM INTERNET
GÖTTLICHE NAVIGATION
GOTT IM RADIO
ÜBER WUNDEN
STURMREIF
GIPFELSTÜRMER
NUR IN KINDERGRÖßE
TRAGENDE ROLLEN
SCHUH – GRÖßE
PANNENKUCHEN
GÄRTNER GOTTES
GOTT MUSS EIN BIKER SEIN
SCHLEICHWERBUNG GOTTES
MÄNGEL – ENGEL
DU SCHON WIEDER
NACHWORT
BIBLISCHE HALTESTELLEN
Seit ewigen Zeiten suchen die Menschen nach Gott.
Wollen wissen, wer er ist. Wo er ist.
Wie er ist.
Immerzu hat es Antworten gegeben.
Aber es sind immer nur Annäherungsversuche gewesen.
Nie lange haltbar.
Alles, was jemals über Gott hat gesagt werden können,
hat nur den jeweiligen Stand der Irrtümer abgebildet.
Nie die Wahrheit.
Immer nur beinahe und vielleicht.
Weil Gott Gott ist, können wir Menschen ihn nicht fassen.
Wir sind fassungslos, wenn es um Gott geht.
Chronisch überfordert.
Das Geschöpf wird den Schöpfer nie begreifen.
Wie auch.
Trotzdem gibt es Anhaltspunkte, Hinweise, Indizien.
Und so haben wir über Gott schon in allen möglichen Kategorien
zu sprechen versucht.
Ihn als groß und mächtig beschrieben, sogar allmächtig genannt.
Haben ihn als Schöpfer von Himmel und Erde bestaunt,
Herr unser Herrscher genannt,
vom Guten Hirten war die Rede,
aber auch vom Richter über alle Welt.
Unendlich ist die Liste der Namen und Bilder und Eigenschaften,
mit denen wir uns in seine Nähe tasten.
Aber Gott hat nicht nur Namen und grenzenlose Dimensionen.
Er macht auch noch was nebenbei und außerdem.
Ich glaube, Gott geht.
Gott ist ein leidenschaftlicher Geher.
Er ist in Bewegung, unterwegs, entgegenkommend sogar,
umgänglich womöglich,
draufzugehend allemal,
eingehend damit beschäftigt, sich zu bewegen,
und zwar auf uns zu
und mit uns mit
und bei uns ganz nah.
Viele neigen dazu,
Gott festzulegen auf den Himmel,
möglichst weit weg.
Das würde den Umgang mit ihm etwas kalkulierbarer machen,
weil er uns im Jenseits,
himmelweit entfernt,
quasi unter Hausarrest,
in Ruhe lässt.
Aber ich glaube,
Gott ist ein Umgänger,
ein Nichtsesshafter,
ein Umherstreuner, ein Dauerläufer,
ja er ist ein Fußgänger.
Das ist es.
Gott geht zu Fuß.
Und so kommt er vom Himmel hoch herunter.
Er ist ein Herunter-Gekommener.
Und Jesus steht dafür Modell.
Mit ihm kommt er und fängt ganz klein an.
Mit ganz kleinen Füßen, wie sie ein Baby hat,
das geboren wird.
Gott strampelt sich in die Welt.
Wie wir.
Um etwas auf die Beine zu stellen bei uns,
beginnt er so wie wir alle.
Kommt auf kleinem Fuß hier an
und lernt langsam laufen.
So weiß er genau, wie das ist,
wenn man laufend das Hinfallen und Aufstehen üben muss.
Wie es ist, alles Mögliche und Unmögliche unter die Füße zu kriegen.
Gott ist als Fußgänger unterwegs zu uns,
damit kein Mensch sagen kann,
bei ihm laufe alles von allein.
Mit Jesus läuft sich Gott die Hacken ab,
marschiert vor und zurück und hin und her,
nur um dich und mich ja nicht zu verpassen,
wenn wir unsere Wege suchen.
Gott will so einen Fuß in die Tür zu dieser Welt
und zu unseren Herzen bekommen.
An seiner Gangart,
wie er auf uns zugeht, ist er zu erkennen.
Gott geht an keinem von uns spurlos vorbei.
Seit er mit Jesus seine göttlichen Spuren hinterlassen hat,
laufen wir suchend hinterher –
einsam und gemeinsam,
langsam, manchmal sogar folgsam.
Und damit nicht genug.
Seit Jesus zu seinen Leuten gesagt hat,
dass ihr Umgang mit den Mitmenschen
so ernst zu nehmen ist, wie wenn er, Jesu selbst, es wäre,
kann einem himmelangst werden.
Denn jetzt ist bei jedem Dahergelaufenen damit zu rechnen,
dass Gott selbst gerade dabei ist,
sich bei uns umzuschaun.
Und vor allem bei kleinen Füßen
ist da höchste Vorsicht und Umsicht geboten.
Wie wir mit den kleinsten Füßen umgehen,
so behandeln wir Gott.
So geht das nämlich …
„Bin im Garten!“, sagt Gott,
„und schau,
was sich erschaffen lässt,
himmelweit,
und gebe der Zuflucht ein Zuhause.“
„Bin im Garten!“, sagt Adam,
„und schau,
wie das Leben lebt,
was himmelhoch uns blüht,
paradiesisch,
ohne Scham und Scheu.“
„Bin im Garten!“, sagt Eva,
„und schau,
wie der Apfel fällt,
nicht weit vom Stamm-Baum
und wie Adam die Unschuldsvermutung
in den Schatten stellt.“
„Bin im Garten!“, sagt Jesus,
„und schau
im Garten Gethsemane,
jenseits von Eden,
wie der Himmel bedrohlich sich wölbt
über Angst und Bedrängnis.
Wachend und betend,
zögernd und zaudernd,
verräterisch gefährdet
und doch voll Vertraun.“
„Bin im Garten!“, sagt Gott,
„und schau
beides genau:
Himmelblau und Himmelgrau,
Grünen und Blühen,
Welken und Weinen,
Wachsen, Vergehen.
So gärtnert seine Werkstatt
durch Zeit und Ewigkeit.“
„Bin im Garten!“, sag ich,
„und schau
nach Adam und Eva,
wie sie Schlange stehen
und warten auf Jesus
und sein
‚Um Himmels willen‘-Gebet
und das Wollen,
wie Gott es will.“
„Bin im Garten!“,
und schau
nach so viel
Himmel-Himmel
mit vielen
und wachse,
will hoch hinaus!
Gott hat den Bogen raus!
Ich habe ihn neulich wieder über unserem Dorf stehen sehen.
Stand auf der Terrasse,
staunend wie in Kindertagen,
wenn uns die Eltern riefen,
um zusammen zum Himmel hinaufzuschauen
und zu staunen.
Das ist ja eine ganz alte Geschichte.
Sie wird erzählt im Alten Testament
und handelt von der großen Flut
wegen der großen Schuld.
Und davon, wie Gott einen gewissen Noah eine Arche bauen lässt,
damit Mensch und Tier nicht untergehen.
Und am Ende macht Gott das ganz große Versprechen
und sagt:
„Solange die Erde steht,
sollen nicht aufhören:
Saat und Ernte,
Frost und Hitze,
Sommer und Winter,
Tag und Nacht!“
Und der Regenbogen ist dann sozusagen die göttliche Unterschrift
unter dem Vertrag.
Jedes Mal, wenn wieder ein Regenbogen am Himmel auftaucht,
schreibt Gott sein Autogramm in die Wolken
und erinnert uns an sein altes Wort,
das noch immer gilt.
Es ist seine Liebeserklärung,
himmelhoch und erdennah,
zu uns heruntergebeugt
über alle Abgründe und Gefahren.
Im Regenbogen verfärbt sich das Licht verwegen
im Kuss von Regen und Sonne.
Nur wenn der Regen fällt,
biegt sich der Bogen.
Ausgerechnet wenn es trüb ist,
wird es selig,
trüb-selig.
Der farbenfrohe Bogen ist wie eine Schleife,
die um diese eine Welt sorgsam gezogen ist.
So verpackt Gott sein Geschenk an uns
immer wieder.
Unantastbar,
nah und fern zugleich.
Auf Biegen und Brechen
will Gott
sein Versprechen
halten.
Einen Namen hat jeder Mensch.
Wir kommen auf die Welt und dann heißt es:
„Das Kind muss doch einen Namen haben!“
Und den hat es dann in der Regel auch ganz schnell.
Oft ist er schon da, ehe jemand auf die Welt kommt.
Wer ich bin und wie ich heiße,
das gehört zusammen.
Bei Gott auch.
Der hat auch einen Namen.
Mehr als einen sogar. Er hat ganz viele,
weil er nicht ein-fach ist, sondern viel-fältig.
Die Menschen nennen ihn „Herr unser Herrscher“–
sie sagen zu ihm „Schöpfer“ und „Richter“,
beten zu ihm „Vater unser!“
Um Gott anzusprechen, reichen hundert Namen nicht aus.
Weil immer noch nicht alles gesagt ist. Niemals. Nicht in Ewigkeit.
Weil Gott eben Gott ist,
ist er immer noch mehr und anders und außerdem …
Einmal, so erzählt die Bibel,
hat sich Gott höchst selbst vorgestellt.
Aber er hat nicht: „Gestatten: Gott!“ gesagt.
Im Gespräch mit seinem großen Helfershelfer Mose,
hat er sich überraschend anders vorgestellt.
Weil Mose sich so schwer getan hat mit seinem göttlichen Auftrag,
die Welt seines Volkes Israel zu retten
und sie aus der Gefangenschaft des ägyptischen Pharao zu befreien,
wollte er unbedingt wissen,
