11,99 €
Altersvorsorge ist Selbstfürsorge
Wie weit komme ich mit meinergesetzlichen Rente? Wo finde ich eine rentable und verlässliche Anlage? Wie bleibe ich all die Jahre motiviert und behalte den Überblick? Für viele Frauen ist die Altersvorsorge ein leidiges Thema – unübersichtlich, komplex, in weiter Ferne. Aber tief im Inneren weiß jede, dass sie sich nicht nur auf Partner und Staat verlassen darf. Höchste Zeit, mit Hilfe der Finanzexpertin Franziska Stieber Licht ins Dunkel zu bringen. Ob die Analyse der eigenen finanziellen Situation, die drei Säulen der Altersvorsorge mit ihren Vor- und Nachteilen, oder warum ETFs das beste Mittelgegen Altersarmut sind – das Buch sorgt nicht nur für einen umfassenden Überblick, sondern liefert auchprivate Vorsorgestrategien für jeden Geldbeutel und jede Lebensphase. Am Ende kennt jede Frau nicht nur ihre Rentenlücke, sondern weiß auch, wie sie diese stopfen kann.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 260
Veröffentlichungsjahr: 2025
FINANZIPIER dich!
Wie du jetzt für deine Rentevorsorgst und später sorgenfreilebst
ETFs & Co. für deine private Altersvorsorge mit @finanzenmitfranzi
Alle in diesem Buch veröffentlichten Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung des Verlags gewerblich genutzt werden. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung der Inhalte des Buches ist untersagt und wird zivil- und strafrechtlich verfolgt. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Buch veröffentlichten Aussagen und Ratschläge wurden von der Autorin und vom Verlag sorgfältig erwogen und geprüft. Eine Garantie kann jedoch nicht übernommen werden, ebenso ist die Haftung der Autorin bzw. des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ausgeschlossen.
Bei Fragen zur Produktsicherheit wenden Sie sich an
Edition Michael Fischer GmbH
Kistlerhofstr. 70
81379 München
Für die Inhalte der in dieser Publikation enthaltenen Links auf die Webseiten Dritter übernehmen wir keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.
Bei der Verwendung im Unterricht ist auf dieses Buch hinzuweisen.
Die automatisierte Analyse des Werkes, um daraus Informationen insbesondere über Muster, Trends und Korrelationen gemäß § 44b UrhG („Text und Data Mining“) zu gewinnen, ist untersagt.
EIN BUCH DER EDITION MICHAEL FISCHER
Originalausgabe
© 2025 Edition Michael Fischer GmbH
Covergestaltung: Zoe Mitterhuber, unter Verwendung eines Fotos von @Viktor Decker
Redaktion: Satbeth Ohl
Grafiken: Franziska Stieber
Rentenbescheid Seiten 78 bis 81: DRV Bund mit Ergänzungen von Franziska Stieber
Layout und Satz: Johanna Knauer
Herstellung: Hannah Wagenhäuser
ISBN 978-3-7459-3026-9
www.emf-verlag.de
Über die Autorin
Kapitel 1
Altersvorsorge, das ist doch was für später …?!
Kapitel 2
Warum Frauen finanziell oft schlechter dastehen als Männer und was du dagegen tun kannst
Das zugrunde liegende Problem verstehen
Denkfehler, die dich finanziell kleinhalten – und wie du sie hinter dir lässt
Kapitel 3
Warum jetzt der beste Zeitpunkt ist zu starten
Kapitel 4
Wie du Ängste und Unsicherheiten überwindest
Wie du Blockaden löst und mit kleinen, machbaren Schritten beginnst
Kapitel 5
Realismus statt rosaroter Traumwelt
Die Basis schaffen: Ziele setzen und Finanzen ordnen
Ziele definieren – der erste Schritt zu deiner finanziellen Klarheit
Die SMART-Methode: So setzt du dir Ziele, die du wirklich erreichst
Nettovermögen: So stehst du wirklich da
Budget berechnen: Wie viel kannst du monatlich ausgeben und zurücklegen?
Und was ist mit der 50-30-20-Regel?
Notgroschen – dein finanzieller Airbag für echte Notfälle
Kontenmodelle: Wie du deine Finanzen so strukturierst, dass Sparen und Investieren leicht wird
Kontenmodelle in der Partnerschaft – fair aufteilen, statt mittragen
Altersvorsorge trotz kleiner Beträge? – Ja bitte!
Kapitel 6
Die Basics der Rente
Wie funktioniert das System der gesetzlichen Rente?
Wann kannst du in Rente gehen?
Die gesetzliche Rentenversicherung – Grundlagen
Wie hoch wird deine Rentenlücke sein?
Die 80-Prozent-Regel: ein guter Startpunkt
Schritt für Schritt zur Berechnung
Kapitel 7
So startest du deinen Vermögensaufbau
Die Grundlagen: ETFs einfach erklärt
Aktien
Mit Aktien Geld verdienen
Das Marktrisiko – das gute Risiko
Depot – dein digitaler Tresor
Die Börse
Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis
Das Einzelwertrisiko – das schlechte Risiko
Fonds: Dein Aktien-Blumenstrauß
Passive Fonds: Dein Investment folgt dem Index
Anleihen – Wenn du Geld verleihst, statt zu investieren
Risiko ist nicht gleich Risiko – zumindest nicht für unser Bauchgefühl
Risiko und Ertrag: Warum Rendite immer mit Schwankungen verbunden ist
Das magische Dreieck der Geldanlage
Der Einfluss des Anlagezeitraums auf das Risiko: die Regression zur Mitte
Buy and hold: Warum langfristiges Halten oft die beste Strategie ist
Kapitel 8
Deine individuelle Altersvorsorge-Strategie (in fünf Schritten in ETFs investieren)
Schritt 1: Analysiere deine aktuelle finanzielle Situation
Schritt 2: Deine Strategie, dein Fahrplan: Wie du investierst, ohne dich zu verlieren
Welche Anlageklassen gibt es und welche davon gehören in deine Strategie?
Sicherheits- und Renditebaustein: Deine persönliche Mischung finden
Schritt 3: Dein Weltportfolio aufbauen – so geht’s
Wie viele ETFs brauchst du wirklich in deinem Portfolio?
ETF-Suchseiten und Factsheets: So behältst du den Überblick
Kriterien für deine ETF-Auswahl
TER – die laufenden Kosten deines ETFs
Fondsvolumen – wie groß ist dein ETF?
Fondsauflegung – wie lange gibt es den ETF schon?
Replikationsmethode – wie bildet der ETF seinen Index ab?
Tracking Difference – wie nah ist der ETF am Index dran?
Der Anbieter – eher nebensächlich
Ausschüttend oder thesaurierend – was passiert mit den Dividenden?
ETF-Währung – USD, EUR, oder doch egal?
Fondsdomizil: Irland, Luxemburg – was heißt das überhaupt?
ETF-Namen richtig lesen: gar nicht so kompliziert
Schritt 5: Depot eröffnen und Sparplan anlegen
Die Sicherheit von Depots
So eröffnest du dein Depot Schritt für Schritt
So legst du deinen Sparplan Schritt für Schritt an
So tätigst du einen Einzelkauf
Einmalanlage vs. Sparplan – wie investierst du eine größere Summe am besten?
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Kaufen?
Nachhaltiges Investieren – was steckt wirklich dahinter?
Fehler, die du beim Investieren vermeiden solltest
Schritt 6: Rebalancing: Warum dein Portfolio Pflege braucht
Steuern beim Investieren – kurz und knapp
Schritt 7: Was tun bei einem Crash?
Kapitel 9
Finanzielle Strategien für jede Lebensphase
Junge Frauen & Berufseinsteigerinnen – warum früh starten so wichtig ist
Einfach anfangen und jetzt die Weichen stellen
Arbeitgeber-Vorteile und Gehaltsverhandlungen nicht vergessen
In Partnerschaften früh offen über Geld sprechen
Vorsorgevollmachten und Testament: kein Alters-Thema, sondern Selbstbestimmung
Familienplanung und Mütter – wie Verdienstausfälle kompensiert werden können
Verdienstausfälle treffen oft nur eine Seite, und das ist immer noch meist die Frau
Altersvorsorge trotz Elternzeit, das geht!
Weitere Vorteile nutzen
Budget für Kinderkosten
ETF-Sparplan zur Geburt: ein Geschenk mit Zinseszinseffekt
Teilzeit – Die versteckte Rentenfalle
Trennung und Scheidung – Finanzielle Absicherung für den Ernstfall
Vor der Trennung: So kannst du dich absichern
Wenn die Trennung naht oder bereits erfolgt ist
Finanzielle Risiken und Herausforderungen
Kurz vor der Rente – was du jetzt noch tun kannst
Überblick verschaffen (und zwar über alles)
Strategien für späte Starterinnen
Rente optimieren: So geht‘s
Und sonst noch?
Rente – und jetzt? Die Entnahmephase
Wie du dein Geld im Alter nutzt
Zuverdienst in der Rente
Was du noch im Blick haben solltest
Fazit
Der richtige Moment ist jetzt
Register
Franziska Stieber, geboren 1996, ist Finanzbloggerin und Finanzmentorin. Nach einem dualen Studium im Steuerrecht und einer Ausbildung zur Steuerfachangestellten arbeitete sie mehrere Jahre in der Steuerberatung. 2020 gründete sie „Finanzen mit Franzi“, eine Plattform, die Frauen dabei unterstützt, ihre Finanzen eigenständig und selbstbewusst zu managen. In ihrer Arbeit vermittelt Franziska Finanzwissen verständlich und praxisnah – und begleitet somit den Weg ihrer Kundinnen an die Börse. Die gebürtige Koblenzerin lebt heute in Lüdenscheid.
Maria ist 25, frisch aus der Ausbildung, endlich im ersten richtigen Job und voller Tatendrang. Sie genießt das Gefühl, ihr eigenes Geld zu verdienen, träumt von Reisen, einer größeren Wohnung und vielleicht demnächst schon von einem eigenen Auto.
„Altersvorsorge? Das ist was für später“, sagt sie mit einem Grinsen, während sie mit ihrer besten Freundin bei einem Latte macchiato über Karriereziele und Urlaubspläne spricht. Die Zukunft fühlt sich noch so weit weg an und erst recht die Rente … Und überhaupt, sie möchte sich beruflich erst mal weiterentwickeln und ein bisschen das Leben genießen.
Fünf Jahre später. Maria ist mittlerweile 30, als ihre erste Renteninformation ins Haus flattert. Sie überfliegt die Zahlen und runzelt die Stirn: Wie bitte? Das soll meine Rente sein? Das ist ja kaum mehr als meine aktuelle Miete … Ein kurzer Moment der Verunsicherung. Dann legt sie das Schreiben beiseite. Wird schon irgendwie. Ich hab ja noch Zeit.
15 Jahre später. Maria ist 45, hat einen zehnjährigen Sohn, war zwei Jahre zu Hause und arbeitet seitdem in Teilzeit. Ihre Prioritäten haben sich verändert. Statt Businesspläne dominieren jetzt Hausaufgaben, Kita-Feste und Elternabende ihren Alltag.
Die Renteninformationen? Kommen regelmäßig. Und landen meist ungelesen in einem Schuhkarton für später. Mein Mann verdient ja gut, denkt sie. Und bei meiner Bank habe ich mir doch vor ein paar Jahren so einen Fonds gekauft. Ich bin da bestimmt irgendwie abgesichert, beruhigt sie sich selbst.
Mit 50 dann der Schock: Ihr Mann reicht die Scheidung ein. Maria sitzt da. Mit Fragen, Sorgen und vor allem: ohne Plan. Ihre Rente? Wird weit niedriger ausfallen, als sie je gedacht hat. Der Fonds der Bank? Ein klassisches Bankprodukt mit hohen Gebühren und wenig Rendite. Kein Vermögen in Sicht, eher eine bittere Erkenntnis: Da hätte mehr drin sein müssen.
Übertriebene Geschichte? Leider nein. Maria mag wie ein Einzelfall klingen, aber sie steht für viele Frauen in Deutschland. Frauen, die sich auf Partnerschaften verlassen haben. Auf das „Später“. Auf das „Wird-schon-irgendwie“. Und denen dann die Zeit, das Wissen oder die Nerven gefehlt haben, um rechtzeitig gegenzusteuern.
Aber du hast jetzt die Chance, es anders zu machen. Egal, ob du 25 oder 55 bist. Egal, ob du gerade erst anfängst oder schon
mittendrin steckst. Du kannst heute den ersten Schritt gehen. Hin zu mehr Klarheit, mehr Selbstbestimmung und einer Altersvorsorge, die wirklich zu dir passt.
Denn ja – sich zu verlieben, Kinder zu bekommen, eine Familie zu gründen – all das kann wunderschön sein. Ich bin die Letzte, die das nicht versteht oder feiern würde.
Aber es gibt auch eine andere Seite: Die finanziellen Lücken, die entstehen, wenn man zugunsten der Familie zurücksteckt, weil man nur kurz in Teilzeit gegangen ist. Die Abhängigkeit, die sich leise einschleicht. Und die Unsicherheit, wenn das gemeinsame Leben doch nicht für immer hält.
Diese Realität darf man nicht ignorieren und schon gar nicht ausblenden. Altersvorsorge bedeutet nicht, gegen Beziehungen oder Kinder zu sein. Es bedeutet, gut für sich zu sorgen. Für sich und gerade auch für die Menschen, die einem am meisten bedeuten.
Und genau darum geht es in diesem Buch: Dir das Wissen mitzugeben, damit du selbstbewusst, unabhängig und vorbereitet bist – ganz egal, für welchen Weg du dich entscheidest.
Wenn es um Finanzen und Altersvorsorge geht, stehen Frauen oft schlechter da als Männer. Das ist kein Bauchgefühl, sondern leider knallharte Realität. Weniger Einkommen, mehr Teilzeit, längere Pausen wegen Kinderbetreuung oder Pflege – all das sorgt dafür, dass am Ende weniger auf dem Rentenkonto landet.
Und trotzdem denken viele: Ach, das wird schon irgendwie.
Spoiler: Wird’s nicht, wenn du nicht aktiv etwas dagegen tust.
In diesem Kapitel schauen wir uns gemeinsam an, warum Altersvorsorge für Frauen so wichtig ist, welche Denkfehler dich in die finanzielle Abhängigkeit führen können und wie du dich davon befreist. Du musst weder alles sofort perfekt machen noch zur Börsenexpertin werden. Aber du musst anfangen. Und genau dabei helfe ich dir – Schritt für Schritt. Mit dem klaren Ziel, dass du selbstbewusst sagen kannst: Ich hab das im Griff.
Mehr als jede fünfte Frau in Deutschland über 65 ist armutsgefährdet. Ja, du hast richtig gelesen. Genauer gesagt waren es 21,6 Prozent in 2024, laut Statistischem Bundesamt.1
Das bedeutet: Ihnen stehen weniger als 1.378 Euro im Monat zu Verfügung. Davon müssen sie ihre Miete zahlen, Lebensmittel, Versicherungen, Medikamente, Mobilität und im besten Fall auch noch irgendwie leben. Für viele ist das deutlich zu wenig, um im Alter frei, sicher und würdevoll zu leben.
Diese Zahl ist kein Zufall. Sie ist auch nicht das Ergebnis von „zu wenig getan“ oder „zu wenig gearbeitet“. Sie ist das Ergebnis eines Systems, in dem Frauen finanziell oft schlechter gestellt sind, und zwar aus mehreren Gründen:
Frauen verdienen im Schnitt weniger als Männer (Gender-Pay-Gap).
Sie übernehmen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit (Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen) und arbeiten deshalb häufiger in Teilzeit.
Und: Sie kümmern sich oft zu spät oder gar nicht um ihre Altersvorsorge, weil es lange als „Männersache“ galt oder überfordernd wirkt.
In Summe führt das zur Female-Financial-Gap und die hat handfeste Folgen: Am Ende reicht die Rente nicht.
Und als ob diese Systemschieflage nicht genug wäre, halten sich in unseren Köpfen noch ziemlich gefährliche Mythen, die wir dringend aus der Welt schaffen sollten.
Altersvorsorge? Das ist doch was für später.
Nope. Je später du anfängst, desto schwerer wird es, die Lücke zu schließen. Zeit ist bei der Altersvorsorge eine deiner wichtigsten Verbündeten. Und sie lässt sich leider nicht zurückholen.
Die gesetzliche Rente wird schon reichen.
Spoiler: Wird sie nicht. Und das ist auch gar nicht ihr Anspruch, sogar gesetzlich verankert. Die gesetzliche Rente soll nur eine Grundversorgung sichern, nicht deinen bisherigen Lebensstandard.
Mein Partner verdient gut, das wird schon passen.
Mag sein. Aber was ist, wenn ihr euch trennt? Oder er früher stirbt? Oder beruflich kürzertreten muss? Deine finanzielle Absicherung sollte niemals an einer anderen Person hängen, egal, wie lieb du sie hast.
Ich habe doch einen Fonds bei meiner Bank abgeschlossen, das wird reichen.
Schön und gut. Aber weißt du, was wirklich drinsteckt? Und ob es zu dir passt? Ob es reichen wird? Viele Bankprodukte sind teuer, intransparent oder nicht auf deine Lebenssituation abgestimmt. Sicherheit fühlt sich gut an, aber sie darf nicht trügen.
Diese Denkweisen führen dazu, dass Frauen ihre Finanzen oft zu spät oder gar nicht selbst in die Hand nehmen, und genau das endet statistisch in Altersarmut.
Sich finanzielle Unabhängigkeit zu erarbeiten, ist kein Luxus. Es ist Selbstfürsorge. Denn sie ist die Grundlage für:
Sicherheit: Du weißt, dass du im Alter gut versorgt bist, egal, was das Leben bringt.
Freiheit: Du entscheidest selbst, wie du leben willst, und musst nicht jede Entscheidung vom Kontostand abhängig machen.
Selbstbestimmung: Du bleibst nicht in einem Job, einer Partnerschaft oder einer Lebenssituation, nur weil du es dir nicht leisten kannst, etwas zu verändern.
Altersvorsorge klingt oft nüchtern und technisch. Aber im Kern ist sie etwas sehr Persönliches: Sie ist Fürsorge für dein zukünftiges Ich.
Es geht nicht darum, sofort alles perfekt zu machen. Sondern darum, heute bewusste Entscheidungen zu treffen, die dir später mehr Freiheit, Sicherheit und Gelassenheit bringen.
Viele Frauen haben ähnliche Gedanken, wenn es um Finanzen und Altersvorsorge geht. Manche wirken auf den ersten Blick sogar ganz vernünftig – sind aber in Wirklichkeit kleine Stolpersteine, die sie davon abhalten, wirklich loszugehen. Lass uns ein paar dieser typischen Denkfehler anschauen und gemeinsam aufräumen.
Ich kenne keine*n gute*n Finanzberater*in und ohne geht’s doch gar nicht.
Doch, geht. Sogar ziemlich gut. Natürlich gibt es Berater*innen, die gute Arbeit leisten. Aber viele sind an Provisionen interessiert und verkaufen Produkte, die zu ihrem Portemonnaie passen, nicht zu dir. Und genau das ist das Problem. Denn du brauchst keinen Menschen, der für dich entscheidet. Du brauchst das Wissen, um selbst entscheiden zu können.
Heute hast du alle Möglichkeiten: Du kannst dir Wissen in deinem Tempo aneignen, ganz ohne BWL-Studium oder Vorwissen. Und du musst dafür nicht plötzlich Mathe lieben. Wenn du eine Waschmaschine bedienen kannst, kriegst du auch ein ETF-Depot hin. Versprochen.
Das ist alles viel zu kompliziert. Ich versteh das sowieso nicht.
Diesen Satz habe ich schon so oft gehört und er macht mich jedes Mal traurig. Weil ich weiß, dass er nicht wahr ist. Dieser Gedanke ist häufig das Ergebnis von Finanzsprech, der unnötig kompliziert gemacht wurde: Fachbegriffe, Abkürzungen, Charts, Prozentangaben. Alles so verwirrend wie ein Beipackzettel.
Aber die Wahrheit ist: Die Grundlagen der Geldanlage sind logisch und gut verständlich, wenn sie dir jemand ohne Bullshit erklärt. Es geht nicht darum, jeden Fondsprospekt auswendig zu kennen, sondern die Prinzipien zu verstehen, nach denen Vermögensaufbau funktioniert. Und das kannst du lernen. Schritt für Schritt.
Teilzeit ist doch kein Problem. Ich arbeite später wieder mehr.
Stimmt, vielleicht arbeitest du später wieder mehr. Aber die Lücke, die während deiner Teilzeit-Zeit entsteht, ist real. Jedes Jahr mit geringerem Einkommen bedeutet:
Weniger Rentenpunkte.
Weniger Geld zum Investieren.
Eine größere Abhängigkeit vom Partner oder von späteren Gehaltssprüngen.
Deshalb: Wenn du in Teilzeit arbeitest, brauchst du einen Plan. Wie hoch ist deine Rentenlücke? Wie kannst du Rücklagen aufbauen, auch mit kleinerem Einkommen? Was kann dein*e Partner*in finanziell beitragen, um dich auszugleichen? Teilzeit ist nicht falsch, aber sie sollte nicht blind gelebt werden.
Ich leiste so viel Care-Arbeit, das wird sich schon irgendwie ausgleichen.
Care-Arbeit ist unbezahlbar wertvoll. Aber im Rentensystem wird sie kaum berücksichtigt. Du bekommst zwar während der Elternzeit Rentenpunkte, aber sie gleichen längst nicht aus, was dir an Einkommen und Investitionszeit verloren geht. Pflege von Angehörigen? Wird fast gar nicht angerechnet.
Und genau deshalb ist es so wichtig, dass du selbst für dich vorsorgst. Nicht aus Egoismus, sondern aus Fürsorge. Wenn du Verantwortung für andere trägst, dann brauchst du auch finanzielle Sicherheit – für dich selbst.
Ich bin doch noch jung. Das hat noch Zeit.
Das denken viele und zehn Jahre später sagen sie: Hätte ich mal früher angefangen. Denn bei der Altersvorsorge ist Zeit dein größter
Hebel. Je früher du startest, desto weniger musst du monatlich investieren. Und desto größer ist der Zinseszinseffekt.
Ein Beispiel: Wenn du mit 25 anfängst, 100 Euro im Monat zu investieren, hast du mit 65 bei 6 Prozent Rendite fast 200.000 Euro. Wenn du erst mit 35 anfängst, müsstest du schon rund 200 Euro monatlich einzahlen (also das Doppelte!), um dasselbe Ziel zu erreichen. Altersvorsorge ist wie ein Baum: Je früher du pflanzt, desto besser.
Ich hab doch ein Fondsprodukt bei der Bank, das wird schon reichen.
Das kann stimmen. Muss es aber nicht. Viele solcher Produkte sind teuer, intransparent oder bringen zu wenig Rendite. Ein Blick ins Kleingedruckte lohnt sich: Was kostet das Produkt wirklich? Wird es aktiv oder passiv gemanagt? Wie ist die Performance? Was passiert im Alter, wie wird das Geld ausgezahlt?
Finanzielle Sicherheit entsteht nicht durch ein Gefühl, sondern durch Wissen. Und je mehr du verstehst, desto klarer kannst du einschätzen, ob dein aktueller Plan wirklich zu dir passt und der richtige ist.
Ja, Altersvorsorge ist ein komplexes Thema. Aber sie ist machbar. Sie ist erlernbar. Und sie lohnt sich. Denn es geht nicht darum, dass du alles perfekt machst. Es geht darum, dass du nicht länger wartest. Dass du die Verantwortung für deine finanzielle Zukunft nicht aus Unsicherheit, Überforderung oder alten Denkmustern an andere abgibst.
1 Statistisches Bundesamt/EU-SILC (Mikrozensus-Unterstichprobe zu Einkommen und Lebensbedingungen) Armutsgefährdung 65-Jähriger und Älterer (in Deutschland in Prozent)
Später.
Wenn ich mehr verdiene.
Wenn ich mich mal richtig damit beschäftigt habe.
Wenn das Leben nicht mehr so stressig ist.
Das sind Sätze, die wir alle schon mal gedacht oder gesagt haben, besonders beim Thema Altersvorsorge. Es wirkt so weit weg, so unkonkret, so … alt. Und so überfordernd. Aber genau da liegt das Problem: Denn je später du anfängst, desto mehr musst du investieren, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
Und je früher du beginnst – selbst mit kleinen Beträgen –, desto mehr arbeitet die Zeit für dich.
Und da kommen wir zu einem der „heiligen“ Begriffe der Finanzwelt: dem Zinseszinseffekt. Ein Effekt, der, einmal begriffen, zum Verbündeten wird und uns so vieles erleichtern kann.
Das Gemeine am Zinseszinseffekt: Unser Gehirn kann sich exponentielles Wachstum nur sehr schwer vorstellen. Es ist nicht darauf ausgelegt, solche Entwicklungen intuitiv zu erfassen. Deshalb fühlt sich der Effekt oft abstrakt an, bis man ihn mal gesehen hat.
Ein kleines Beispiel: Der magische eine Cent.
Stell dir vor, du legst heute ein Cent auf dein Sparbuch. Und ab morgen verdoppelt sich dein Kontostand jeden Tag.
An Tag 2 hast du zwei Cent,
an Tag 3 schon vier Cent,
an Tag 4 sind es acht Cent und so weiter.
Was glaubst du, wie viel Geld auf deinem Konto liegt, wenn du das einen Monat lang durchziehst? Ein paar Euro? Hunderte? Tausende?
Falsch geraten.
Nach 31 Tagen liegen über 10,7 Millionen Euro auf deinem Konto und das allein durch die tägliche Verdoppelung, also durch exponentielles Wachstum.
Hier siehst du die einzelnen Tage und Schritte:
Tag
Der magische eine Cent (in Euro)
Betrag (in Euro)
1
0,01
0,01
2
0,01 + 0,01
0,02
3
0,02 + 0,02
0,04
4
0,04 + 0,04
0,08
5
0,08 + 0,08
0,16
6
0,16 + 0,16
0,32
7
0,32 + 0,32
0,64
8
0,64 + 0,64
1,28
9
1,28 + 1,28
2,56
10
2,56 + 2,56
5,12
11
5,12 + 5,12
10,24
12
10,24 + 10,24
20,48
13
20,48 + 20,48
40,96
14
40,96 + 40,96
81,92
15
81,92 + 81,92
163,84
16
163,84 + 163,84
327,68
17
327,68 + 327,68
655,36
18
655,36 + 655,36
1.310,72
19
1.310,72 + 1.310,72
2.621,44
20
2.621,44 + 2.621,44
5.242,88
21
5.242,88 + 5.242,88
10.485,76
22
10.485,76 + 10.485,76
20.971,52
23
20.971,52 + 20.971,52
41.943,04
24
41.943,04 + 41.943,04
83.886,08
25
83.886,08 + 83.886,08
167.772,16
26
167.772,16 + 167.772,16
335.544,32
27
335.544,32 + 335.544,32
671.088,64
28
671.088,64 + 671.088,64
1.342.177,28
29
1.342.177,28 + 1.342.177,28
2.684.354,56
30
2.684.354,56 + 2.684.354,56
5.368.709,12
31
5.368.709,12 + 5.368.709,12
10.737.418,24
Die Verdoppelung wirkt in den ersten Tagen klein, denn wir starten ja nur mit einem Cent. Aber je mehr Tage vergehen, desto größer wird die Summe. Und desto mächtiger wird der Zinseszinseffekt.
Übrigens: Der Zinseszinseffekt wurde und wird oft als das „achte Weltwunder“ bezeichnet, angeblich sogar von Nobelpreisträger Albert Einstein selbst. Ob er das wirklich gesagt hat? Belegbar ist es nicht. Aber eines steht fest: Er hätte es sagen können, so genial ist dieser Effekt nämlich.
Natürlich wirst du im echten Leben keine täglichen Verdoppelungen erleben, das war ein Extrembeispiel, um die Kraft des Effekts zu zeigen.
Nehmen wir an, du möchtest mit ETFs fürs Alter vorsorgen und erzielst im Schnitt 5 Prozent Rendite pro Jahr, was ein eher konservativer Wert ist.
Larissa ist 25 Jahre alt und investiert jeden Monat 60 Euro. Wenn sie mit 67 Jahren in Rente geht, hat sie 30.240 Euro eingezahlt (42 Jahre mal zwölf Monate mal 60 Euro). Ihr Vermögen würde sich dank des Zinseszinseffekts auf rund 99.600 Euro belaufen, der Gewinn durch die ETFs liegt bei ca. 69.400 Euro.
Tanja ist bereits 35 Jahre alt, als sie Larissas Geschichte hört, und denkt sich: Super! Da ich zehn Jahre weniger bis zur Rente habe als Larissa, investiere ich einfach mehr pro Monat, dann läuft das ja auf dasselbe hinaus.
Wenn Tanja bis zur Rente ebenfalls 30.240 Euro einzahlen möchte, müsste sie monatlich bis zur Rente 78,75 Euro investieren, fast 20 Euro mehr als Larissa.
Doch die Überraschung wäre bei diesem Denkfehler groß: Sie würde in ihrer Zeit bis zur Rente zwar ebenfalls die besagten 30.240 Euro investieren, jedoch würde sich ihr Vermögen auf 72.800 Euro belaufen. Trotz gleicher Einzahlung würden ihr über 26.000 Euro an Gewinn fehlen, einfach nur, weil sie später gestartet ist.
Um ebenfalls ein Vermögen von 99.600 Euro zu erreichen, müsste Tanja etwa 108 Euro pro Monat investieren, das sind 41.472 Euro. 11.000 Euro mehr Einzahlungen, nur weil sie zehn Jahre gewartet hat.
Hier eine kleine Übersicht, wie viel du monatlich investieren müsstest, um mit durchschnittlich 5 Prozent Rendite auf 100.000 Euro Vermögen zu kommen, je nachdem, wie lange du noch Zeit hast:
Anlagezeitraum
(Zeit bis zur Rente)
Monatliche Investitionsrate
45 Jahre
51 Euro
40 Jahre
68 Euro
35 Jahre
90 Euro
30 Jahre
123 Euro
25 Jahre
171 Euro
20 Jahre
246 Euro
15 Jahre
378 Euro
10 Jahre
648 Euro
5 Jahre
1.474 Euro
Wie du siehst, macht es einen enormen Unterschied, ob du noch ein paar Jahre wartest oder heute anfängst. Oft wird zum Zinseszinseffekt auch gesagt: Wer ihn versteht, verdient ihn – wer ihn nicht versteht, bezahlt ihn.
Dieser Satz könnte treffender nicht sein. Je länger du investieren kannst, desto weniger musst du für dein bestimmtes Ziel monatlich sparen.
Jetzt haben wir mit deinem Glaubenssatz Damit habe ich ja noch Zeit aufgeräumt und du nutzt hoffentlich die Zeit gut und machst sie zu deinem Verbündeten.
Es gibt Untersuchungen, die zeigen: Eltern sprechen mit ihren Söhnen nicht nur häufiger, sondern auch anders über Finanzen als mit ihren Töchtern. Während Mädchen oft beigebracht bekommen, wie sie ihr Geld sparsam verwalten, lernen Jungen, wie man sein Geld vermehrt. Mädchen erhalten ein Sparbuch. Jungen haben das erste Gespräch über Aktien. Klingt nach Klischee, ist aber leider vielfach untersucht und bestätigt worden.
Ich saß letztens mit meiner Mutter und meiner Schwester bei mir am Esstisch. Meine Schwester, gerade frisch 20 geworden, beginnt nun ihr Studium. Damit sie bestmöglich mit ihrem Geld auskommt, zeige ich ihr, wie ich mein eigenes Geld organisiere, sodass ich jeden Monat in meinem Rahmen bleibe und trotzdem für später vorsorgen kann.
Diese Vorgehensweise habe ich mir über viele Jahre aufgebaut. Ohne Hilfe. Ohne Anleitung. Ich bin oft auf die Nase gefallen. Habe gescheiterte Sparpläne frustriert verworfen und mich mehr als einmal über das Thema Finanzen geärgert.
Meine Mutter beobachtet uns und sagt einen Satz, der mich im Nachhinein wütend gemacht hat, auch wenn er freundlich gemeint war: „Das hast du von deinem Vater. Der hat sein Geld auch immer so organisiert.“
WIE BITTE?! Und das erfahre ich jetzt erst? Warum hat er mir das nie beigebracht?
Auch meiner Kundin Lena ist etwas ganz Ähnliches passiert. In einem Podcastinterview hat sie mir erzählt, dass ihre Eltern ihrem Bruder alles rund um Finanzen erklärt und beigebracht haben – während sie mit der Botschaft aufwuchs: Finanzen? Das ist doch Männersache.
Diese Prägungen bleiben. Sie wirken oft noch Jahre oder Jahrzente nach, in Gedanken wie:
Ich verstehe das eh nicht, das ist viel zu kompliziert.
Ich habe kein Geld zum Sparen.
Geld macht doch sowieso nicht glücklich.
Ich höre solche Sätze oft von meinen Kundinnen, vor unserer Zusammenarbeit. Das Gute ist: Diese Glaubenssätze sind nicht in Stein gemeißelt. Du kannst sie erkennen, hinterfragen und loslassen.
Finanzen an sich sind nicht das Problem. Dieses Thema ist nicht unlösbar und wahrscheinlich viel einfacher, als du es dir gerade vorstellst. Und meistens ist es kein Wissensproblem, das uns abhält, uns mit diesem Thema zu beschäftigen, sondern ein Glaubenssatzproblem.
Negative Überzeugungen können wie eine innere Stopptaste wirken. Aber du kannst sie auflösen, und zwar mit vier kleinen Schritten:
Glaubenssatz erkennen
Was genau denkst du über dich und Finanzen? Über Geld? Über Menschen mit Geld? Schreib es auf, ganz offen und ehrlich. Der erste Schritt ist, dem Ding einen Namen zu geben. Hilfreich können auch Gespräche mit Freundinnen oder der Familie über Geld sein. Oft fallen hier von allein Sätze, die sich als Glaubenssätze entpuppen.
Glaubenssatz hinterfragen
Woher kommt dieser Gedanke? Wer hat dir das (vielleicht unbewusst) mitgegeben? Ist das wirklich deine eigene Überzeugung oder übernommene Unsicherheit? Und spiegelt dieser Gedanke auch tatsächlich die Realität wider?
Gegenbeweise finden
Gab es Situationen, in denen du sehr wohl gut mit Geld umgegangen bist? Hast du vielleicht schon mal erfolgreich gespart? Und bist dabei ein guter Mensch geblieben? Das sind deine persönlichen Beweise, dass du es kannst.
Glaubenssatz positiv umformulieren
Mach aus Ich bin nicht gut mit Geld ein Ich darf lernen, gut mit Geld umzugehen, Schritt für Schritt. Oder aus Ich verstehe das eh nie ein Ich habe noch nicht alles verstanden, aber ich wachse mit jedem neuen Schritt.
Du musst nicht perfekt starten, du musst überhaupt erst mal starten. Und du wirst merken: Jeder kleine Schritt gibt dir mehr Selbstvertrauen.
Ein kleines Beispiel, wie du mit dieser Übung arbeiten kannst. Nehmen wir mal den Glaubenssatz Geld ist Männersache.
Erkennen:
Der Satz taucht vielleicht in deinem Kopf auf, wenn du dich mit Finanzen beschäftigen willst, und plötzlich denkst du: Das soll lieber mein Partner regeln, der kennt sich damit besser aus. Oder du hast ihn als Kind oft gehört, bewusst oder unbewusst: Papa hat sich ums Geld gekümmert, Mama ums Haushaltsbuch.
Hinterfragen:
Stimmt das wirklich? Ist Geld wirklich „Männersache“? Oder hat sich das nur über Generationen so eingebrannt, weil Rollenbilder früher anders verteilt waren?
Gegenbeweise sammeln:
Kennst du Frauen, die ihre Finanzen selbst in die Hand genommen haben? Vielleicht bist du sogar schon auf dem Weg und kümmerst dich. Allein, dass du dieses Buch liest, ist ein starker Gegenbeweis. Verdienst du Geld? Brauchst du Geld im Alltag? Wirst du auch Geld im Alter brauchen?
Umformulieren:
Aus Geld ist Männersache wird zum Beispiel: Ich darf lernen, meine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Oder vielleicht auch: Finanzen sind Menschensache und ich bin bereit, Verantwortung für mich zu übernehmen. Diese neue Überzeugung fühlt sich nicht nur besser an, sie bringt dich auch weiter.
Finanzielle Kompetenz ist nichts, womit man geboren wird. Du musst nicht gut in Mathe sein. Du brauchst keine Vorbildung, kein BWL-Studium und keinen Finanzberater mit Aktenkoffer.
Was du brauchst, ist die Bereitschaft, anzufangen und dranzubleiben. Denn Geldkompetenz ist eine Fähigkeit, genau wie Autofahren, Kochen oder Fahrradfahren. Am Anfang wackelt’s vielleicht. Aber mit Übung, Verständnis und der richtigen Unterstützung wirst du sicherer.
Und wenn du diese Fähigkeit einmal beherrschst, kann sie dir auch keiner mehr wegnehmen. Dann bist du nicht mehr abhängig von jemand anderem und kannst deine Zukunft selbstbestimmt gestalten.
Das Einzige, das dir gerade im Zweifel noch im Weg steht, sind deine Glaubenssätze, wieso du es angeblich doch nicht schaffen kannst. Räum diese Steine aus dem Weg, erbaue aus ihnen ein Fundament und errichte darauf dein Haus.
Lass es mich einmal klar und deutlich aussprechen: Die Rente der deutschen Rentenversicherung wird für dich im Alter NICHT reichen. Die gesetzliche Rente ist in Deutschland nicht dafür gemacht, deinen bisherigen Lebensstandard zu sichern – sie soll gerade mal das Nötigste abdecken und stellt somit eine Grundversorgung dar. Das kannst du zum Beispiel auch auf der Seite der deutschen Rentenversicherung nachlesen: „[…] Sie bildet nach wie vor ein staatlich garantiertes Fundament in Sachen Altersvorsorge.“1 Ein Fundament ist toll, aber es reicht einfach nicht aus. Statistisch gesehen deckt sie nur etwa ein Drittel deiner benötigten Rente ab. Um den Rest musst du dich selbst kümmern.2
Sich auf seine*n Partner*in zu verlassen oder sogar auf das Glück, ist genauso verkehrt. Ich glaube, dass ich diesen Punkt nicht tiefgehend erläutern muss. Wir alle wissen, dass Partnerschaften oft genug auseinandergehen. So lag die Scheidungsquote allein 2023 bei 35,74 Prozent. Viele dieser Paare waren fünf bis sieben Jahre verheiratet. Doch die meisten Scheidungen wurden nach mehr als 26 Jahren Ehe vollzogen.3 Wer sich 26 Jahre auf seine*n Partner*in verlässt, kann am Ende des Tages eine böse Überraschung erleben.
Genau diese Konstellationen habe ich leider gerade in den vergangenen Jahren viel zu oft mitbekommen: Ehepaare lassen sich scheiden und die Frau kann es sich nicht mal mehr leisten, die neue Wohnung anständig einzurichten. Und auch der Wohnungsmarkt wird plötzlich zur Herkulesaufgabe: Wie finde ich eine Wohnung, in der ich mir meinen Rentenalltag vorstellen kann, die dennoch bezahlbar ist? Plötzlich muss jeder Cent umgedreht werden.
Deshalb jetzt ein starker Appell an alle: Verlasst euch bitte nicht blind auf andere. Kümmert euch um eure eigene Altersvorsorge und bleibt finanziell unabhängig.
Und für deine finanzielle Unabhängigkeit werden wir nun den Grundstein legen.
Bevor du richtig loslegen kannst mit Altersvorsorge, Investments und dem Zinseszinseffekt, brauchst du eines: einen Überblick. Denn ohne zu wissen, wo du stehst und wohin du willst, ist jeder noch so gute Finanzplan nur ein schöner Gedanke.
