FLIEGENDE STÄDTE II - Jens Fitscher - E-Book

FLIEGENDE STÄDTE II E-Book

Jens Fitscher

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Beschreibung

Die Zivilisation hat sich in fliegende Städte zurückgezogen. Aber auch diese Welten am Himmel scheinen einer Bedrohung ausgesetzt zu sein. Menschenfresser und Sklavenjäger sind die einzigen Überbleibsel einer einst blühenden Zivilisation. Für Jayda Halvdan beginnt eine gefährliche Odyssee. Die ‚Sklavin der Sterne‘ wird auf dem Markt der singenden Steine verkauft. Ihr neuer Gebieter bringt sie zurück in die fliegende Stadt. Das zunächst angespannte Verhältnis kehrt sich in das Gegenteil, als sie sich in ihn verliebt.

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Seitenzahl: 80

Veröffentlichungsjahr: 2026

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FLIEGENDE STÄDTE II

Sklavin der Gefühle

Jens Fitscher

Nicht durch unsere Entdeckungen, sondern durch unsere Ahnungslosigkeit bewegen wir uns sicher durch das Leben. (Jean Giraudoux)

Inhalt

Kapitel 1 : Gekauft

Kapitel 2: Das neue Leben

Kapitel 3: Verhängnisvolle Entwicklung

Kapitel 4: MALKANS Begegnung mit Mesalik

Kapitel 5: Versuchte Entführung

Kapitel 6: Malkans Gefühle

Kapitel 7: Flucht zurück

Kapitel 1 : Gekauft

Die Technik war ungewohnt. Malkan Sell musste Jayda erklären, wie die Nasszelle funktionierte. Zum ersten Mal kam sie wirklich mit Technik und automatisierten Prozessen in Kontakt.

Jayda begriff schnell, dass es sich hierbei nicht um irgendwelche Geister oder Dämonen handelte.

Sie blickte Malkan, dem Mann, der sie gekauft hatte, nach, als dieser den Raum verließ.

Das riesige Bassin war der Mittelpunkt der großzügig eingerichteten und ausgestatteten „Körpersuite“, wie Malkan es nannte. Es zog sie magisch an.

Das gewärmte Wasser rauschte aus einem der Hähne und Jayda setzte sich an den Rand der sechs Quadratmeter großen Wanne, um es zu beobachten.

Zunächst fühlte sie noch mit der Hand die Temperatur. Etwas unsicher blickte sie sich im Raum um. Dann stieg sie behutsam in das Becken, als sie bemerkte, dass sie sich noch nicht ganz ausgezogen hatte.

Schnell holte sie es nach und warf die Sachen einfach neben die Wanne. Nachdem sie saß, ging ihr das Wasser bis an den Hals. Ein Sensor stoppte den Zufluss und aus den Seitendüsen kamen duftende Öle, die in das warme Wasser tropften.

So etwas gab es nicht in ihrem Dorf. So etwas gab es auf der ganzen Welt nicht, aus der sie gekommen war.

Und es gefiel ihr. Sie musste wohl eingeschlafen sein, als sie ein Schreien in hohen Tönen aufschreckte.

Sie tauchte sofort mit dem Kopf unter Wasser und schluckte mindestens einen halben Liter, bevor sie es schaffte, auf dem rutschigen Untergrund halt zu finden, um sich wieder nach oben abstoßen zu können.

Sie rieb sich das Wasser aus den Augen und sah ein kleines Mädchen mitten im Raum stehen. Es hielt sich die Ohren zu, während es mit hoher Stimme weiterhin schrie. Ihr Gesicht war schon ganz rot angelaufen, aber sie hörte einfach nicht auf zu schreien.

„Was ist denn. Warum schreist du so laut?“

Jayda war noch ganz verschreckt, als sie aufstand. Als sie jetzt durch das Bassin watete, und im Begriff war auf die Kleine zuzugehen, wurde die Türe aufgerissen und Malkan stürmte herein.

„Meh, was ist denn in dich gefahren?“

Mit weit aufgerissenen Augen blickte Meh zuerst Jayda an und wechselte dann die Blickrichtung zu ihrem Vater. Mit einem weit ausgestreckten Arm zeigte sie auf Jayda, die jetzt immer noch am Rande der riesigen Wanne stand und nicht recht wusste, wie sie sich in diesem Moment verhalten sollte.

Meh hatte aufgehört zu schreien und schaute ihren Vater mit flehenden Blicken an.

Malkan ging zu ihr und nahm sie in den Arm.

„Das ist Jayda. Sie wird jetzt bei uns wohnen. Du brauchst vor ihr keine Angst zu haben, auch wenn es bei uns ein eher seltener Anblick ist, wenn eine nackte Frau im Raum steht.“

Er schaute zu Jayda hinüber.

Mit einem eleganten Schwung war sie bereits wieder ins Wasser getaucht und nur ihr Gesicht von der Nase aufwärts war noch zusehen.

„Siehst du, sie hat sogar mehr Angst vor dir als du vor ihr!“

„Aber ich wollte doch heute baden. Das ist mein Wasser!“

Sie blickte ihren Vater zornig an.

„Du kannst auch ins Wasser. Wir lassen Jayda jetzt kurz alleine, damit sie sich in Ruhe anziehen kann. Danach hast du freie Bahn!“

Mit einem bösen Blick in Richtung Jayda ging sie mit Malkan an der Hand aus dem Raum.

Jayda war wirklich überrascht worden. Nachdem sie in der fliegenden Stadt STAKIL I ziemlich schlecht behandelt worden war, hatte sie sich schon geistig darauf vorbereitet, dass es hier nicht anders zugehen würde.

Und jetzt hatte sie doch tatsächlich dieses kleine Mädchen in Bedrängnis gebracht.

Nicht wegen des Schreiens, sondern sie hatte ihr, mehr oder weniger, ihre vorgefaste Meinung über den Haufen geworfen. In einer Welt, in der solche Typen wie Mesalik das soziale Leben zu bestimmen schienen und Sexorgien mit Sklavinnen an der Tagesordnung waren, passte einfach nicht das Bild von Kindern und ihren liebenden Eltern hinein.

Schnell verließ sie das Becken und die Heißluftmassage trocknete ihren Körper im Nu und ließ sie nicht mehr frieren. Sie fand die Tunika, die Malkan Sell ihr noch dagelassen hatte, und zog sie an.

Der Halsansatz war zwar etwas eng, aber dafür wurde ihr ganzer Körper bedeckt, bis auf die Arme.

Auch zwei Pantoletten aus weißem lederartigem Material hatte er für sie bereitgestellt.

Nun würde sich zeigen, wie ihr weiteres Leben in dieser fliegenden Stadt als Sklavin aussehen wird. Denn sie war immer noch eine Sklavin, gekauft von dem Mann mit dem Namen Malkan Sell.

Wer immer das auch sein mochte und was immer er auch mit ihr vorhatte, sie traute hier in dieser Welt jedem alles zu, nur nichts Gutes.

Als sie aus dem Raum trat, wartete Malkans kleine Tochter Meh bereits ungeduldig.

„Endlich, wird aber auch Zeit.“ Sie watschelte mit einem verächtlichen Blick an Jayda vorbei und verschwand im Nassraum.

Malkan Sell saß in einem hellen Sessel und schaute Jayda entgegen.

Sie stand jetzt etwas verloren inmitten des Wohnraums und blickte zu Boden.

„Nur nicht so schüchtern. Komm zu mir, leiste mir Gesellschaft.“

Er zeigte auf eine Art Liegemöbel, das neben seinem Sessel stand.

„Setz dich hierher. Wir haben, denke ich, noch einiges zu besprechen.“

„Was hatte er jetzt wohl mit ihr vor? Vergewaltigen würde er sie wahrscheinlich nicht. Jedenfalls nicht gleich hier und jetzt, wo doch seine Tochter sich im Raum daneben aufhielt.“

Jaydas Gedanken liefen wie in einem Zwang, rein automatisch, ab.

Als sie endlich saß, kam Malkan direkt zur Sache.

„Du scheinst bereits Erfahrung mit uns „Himmelsmenschen“ gemacht zu haben. Stimmt das?“

Sie schaute ihn nur an und sagte nichts.

„Ist schon in Ordnung, wenn du mit mir nicht darüber sprechen möchtest.“

Er stand auf und kam auf sie zu.

„Jetzt zeigt er sein wahres Gesicht“, dachte Jayda und verkrampfte sich innerlich.

Er setzte sich neben sie auf die Liege.

„Du hast bereits meine kleine Tochter Meh kennengelernt. Sie ist jetzt sechs Jahre alt geworden. Ihre Mutter ist leider zu früh gestorben und so habe ich mich um sie bisher gekümmert. Leider geht das demnächst nicht mehr so einfach. Deshalb hatte ich mich entschlossen, nach jemandem zu suchen, der in meiner Abwesenheit sich um die Kleine kümmert.“

Er schaute Jayda jetzt direkt in die Augen. Sie wollte zuerst erschrocken zurückweichen, hielt dann aber inne. Irgendetwas in seinem Blick sagte ihr, dass er die Wahrheit sprach.

„Ich habe dich zwar als Sklavin gekauft, aber das sollst du hier in meiner Wohneinheit nicht sein. Ich möchte, dass du dich um Meh kümmerst. Die Mutter wirst du nicht ersetzten können, aber vielleicht kannst du ja eine gute Freundin werden.“

Sein Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig. Er schien jetzt wirklich sehr hilflos in seiner Art zu sein.

Sie hatte den Eindruck, als hätte er ihre Hände ergreifen wollen und hatte es nur deshalb unterlasen, um sie nicht noch mehr einzuschüchtern. Langsam wurde ihre Verschlossenheit löchrig und sie sah sich genötigt etwas zu sagen.

„Du hast mich gekauft und in deiner Welt bin ich dein Eigentum, oder?“

Malkan schien das Thema sichtlich unangenehm zu sein.

„Ja und nein. Ich möchte dich bitten, meine Tochter zu beaufsichtigen. Nicht als Sklavin, sondern als ein weiteres Mitglied meiner Familie. Es wird niemand in der Stadt erfahren, wie du zu mir, zu uns gekommen bist. Das verspreche ich dir!“

Jetzt war sie total überrumpelt worden.

„Und Meh?“

„Sie wird erst recht nichts erfahren! Bist du einverstanden?“

Was sollte Jayda jetzt dazu sagen?

Solch ein Angebot hatte sie am allerwenigstens erwartet. Aber was blieb ihr schon, außer ja zu sagen?

Als jetzt Meh mit wehendem, halb offen stehendem Bademantel aus dem Nassraum herausgerannt kam, sich kurz zu orientieren schien, und dann auf Malkan zustürzte, sagte sie das Wort: „Ja!“

Am nächsten Morgen stand sie zunächst hilflos im Wohnraum. Ein „Tagesablauf“ war für sie etwas vollkommen Neues.

In ihrem Dorf Ringkobing waren zwar auch die täglichen Aufgaben grundsätzlich verteilt, aber es gab nicht wirklich eine Struktur darin. Zunächst hatte Malkan Sell die Nasszelle belegt.

Die Reihenfolge schien sehr wichtig zu sein und war schon fast ein Ritual.

Danach war die kleine Meh an der Reihe, während Malkan bereits Speisen vorbereitete.

Das heißt, er drückte mehre Knöpfe an der Wandautomatik und brachte das ausgeworfene Essen an den Speisetisch, oder wie er formulierte: „Gemeintisch“. „Das wird demnächst deine Aufgabe sein, Jayda. Schau bitte einmal nach Meh. Sie verzettelt sich immer wieder gerne.“

Jayda hatte nicht richtig verstanden, was er meinte.

„Sie vergisst die Zeit und kommt dann zu spät zum Unterricht“, versuchte Malkan zu erklären.

„Was meinst du mit Unterricht?“

„Die wenigen Kinder, die noch geboren werden, haben ebenso wie die meisten Stadtbewohner einen geregelten Tagesablauf. Meh wird die nächsten fünf Stunden ihrer Lernpflichten nachkommen.“

Bevor Jayda noch eine Frage stellen konnte, stürmte Meh aus dem Bad und flitze zu ihrem Platz am Tisch, wo Malkan bereits für sie eingedeckt hatte.

Mit einem schiefen Blick schaute sie Jayda an, sagte aber sonst kein Wort.

„Du kannst dich jetzt frisch machen“, Malkan deutete in Richtung Bad.

„Ich war doch erst gestern Abend im Wasser!“

Meh fing an zu kichern.

„Wir sind hier sehr reinlich. Morgens und abends reinigen wir unsere Körper, um Krankheiten und Verfall vorzubeugen. Du wirst dich schon einleben.“  

Jayda schaute etwas erstaunt auf das vor ihr liegende Frühstück. Sie war sich nicht ganz sicher, ob man es tatsächlich essen konnte.

Auf einem weißen Kunststoffteller lagen mehrere verschiedenfarbige rechteckige, quadratische und runde Teile. Daneben stand ein Becher mit einer hellen Flüssigkeit.

Sie beobachtete, wie Malkan und Meh die gelben Stücke in den Mund steckten und anfingen zu kauen.

Konnte man es wirklich essen? Sie nahm zunächst einen kleinen Schluck von der Flüssigkeit, und als sie dann bemerkte, dass sie wirklich durstig war und es irgendwie nach Milch schmeckte, trank sie den Becher auf einen Zug aus.

Mit den farbigen Stücken auf ihrem Teller konnte sich Jayda nicht wirklich anfreunden. Brot, Käse und Fleisch sahen doch viel appetitlicher aus.

Sie drückte mit einem Finger auf eines der Teile und es gab etwas nach. Es fühlte sich weich und geschmeidig an.

Malkan sah ihr zunächst nur zu. Dann sagte er: „Das kannst du unbedenklich zu dir nehmen. Es enthält alle wichtigen Mineralien und Spurenelemente, die dein Körper für einen Tag benötigt.