FLIEGENDE STÄDTE - Jens Fitscher - E-Book

FLIEGENDE STÄDTE E-Book

Jens Fitscher

0,0
3,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Auf der einst hoch technisierten Welt erobert sich die Natur ihren Lebensraum zurück. Menschenfresser und Sklavenjäger sind die einzigen Überbleibsel einer einst blühenden Zivilisation. Inmitten einer außerirdischen Zivilisation in einer unwirtlichen Situation kämpft eine junge Frau um ihr Überleben. Sie wurde unfreiwillig aus ihrer alten, einfachen Welt herausgerissen und muss sich nun einen neuen Platz in einer für sie ungewohnten und zunächst feindlichen Umgebung erkämpfen. Sie wird zur ‚Sklavin der Sterne‘, bevor sie aus dieser unwirtlichen Welt fliehen kann.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 79

Veröffentlichungsjahr: 2026

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



FLIEGENDE STÄDTE

Sklavin der Sterne

Jens Fitscher

Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

(Mahatma Gandhi)

Inhalt

Kapitel 1: Zerrissen

Kapitel 2 : Geister

Kapitel 3: Menschenfresser

Kapitel 4: Gefangen

Kapitel 5: Auf dem Sklavenmarkt

Kapitel 6: Verkauft

Kapitel 1: Zerrissen

Sie wollte eigentlich nur ein paar Stunden für sich haben. Jayda war sich nicht ganz sicher. Morgen sollte ihre Hochzeit sein. Meo, aus dem Nachbardorf, war ihr Bräutigam. Ein lieber, netter Bursche.

Sie hatte ihn bereits als kleines Kind immer angehimmelt. Seine braune Haut und die hellen Haare gaben ihm ein besonderes Aussehen. Sein eher wildes und ungezügeltes Auftreten machte ihn zum Liebling der anderen Jungs und natürlich auch der Mädchen.

Aber Jayda wusste es besser. Er war in Wirklichkeit sehr schüchtern und eher zurückhaltend. Und natürlich sehr liebevoll und zärtlich, wenn man ihm die Gelegenheit dazu gab.

Ihre Eltern hatten es beschlossen und so sollte es sein; sie würden morgen Mann und Frau werden.

Jayda hatte, warum auch immer, auf einmal Angst bekommen. Die ganze Aufregung und die vielen Verwandten um sie herum hatten sie nervös gemacht. Sie wollte nun etwas Ruhe finden und in sich hineinhorchen, um herauszufinden, was wohl ihr Inneres zu der Hochzeit sagen würde.

Seit Kindesalter besaß sie bereits diese Angewohnheit ihren Körper zu befragen, wenn Probleme oder Veränderungen ins Haus standen.

Sie zog sich dann immer zurück und horchte in sich hinein. Manchmal den ganzen Tag und die halbe Nacht.

Es herrschte Hochsommer in Jütland des 5. Jahrhunderts. Südskandinavien erwartete in diesem Jahr einen Jahrhundertsommer mit bis zu 25 Grad Celsius.

Das war sehr viel für diese Breitengrade. Aus diesem Grund hatte sie sich an diesem heißen Tag auch nicht gerade viel angezogen.

Seit nunmehr fünf Stunden lief Jayda durch den Wald. Sie folgte einem Pfad, der immer tiefer in den Wald führte.

Jetzt wurde es wirklich dunkel und sie erschrak mit einem Mal. So tief in den Wald hinein und so weit weg von ihrem Dorf wollte sie eigentlich nicht gehen. Sie blickte kurz zurück.

Der letzte Lichtschein verzog sich gerade hinter den Bäumen. Vor sich sah Jayda im Licht der Dämmerung einen großen Felsbrocken.

Er leuchtete noch ein wenig durch seine helle Farbe.

Erschöpft und ebenfalls etwas hungrig setzte sie sich davor und lehnte ihren Rücken gegen den Felsen, der durch die Sonne aufgeheizt eine angenehme Wärme abgab, die ihren Rücken sichtlich wohl tat.

Die vielen Schnörkel, Zeichen und Runen auf der Oberfläche des Felsens konnte sie im Halbdunkel nicht sehen. Selbst, wenn sie diese wahrgenommen hätte, wäre ihr der tiefere Sinn und Inhalt dahinter verborgen geblieben. Runen waren etwas für die Priester und Weisen. Normale Bauern und Dörfler konnten sie nicht lesen.

Meo war letzte Woche zu ihr gekommen, heimlich natürlich. Er wollte mehr als nur die einfachen Zärtlichkeiten, die sie seit Wochen austauschten.

Aber sie war noch nicht bereit für ihn. Es gab den ersten Streit und die erste Versöhnung, als er einsah, dass es besser war, bis nach der Hochzeit zu warten. Schließlich war es nicht mehr lange bis dahin.

Er war so lieb gewesen in seiner Einfachheit.

Ihre Gedanken fingen an zu schwimmen und sie rutschte etwas an dem Felsen herunter.

Die Müdigkeit überrannte sie und sie fiel in einen leichten Schlaf. So lag Jayda neben dem Felsen auf geweihten Boden, der bereits vor Jahrhunderten von mystischen Gewalten in Besitz genommen worden war.

Wenige Meter unter ihr erwachte eine Technologie, von deren Existenz man im 5. Jahrhundert nach Christi Geburt nicht einmal im Ansatz ahnen konnte.

Die Menschen dieser Zeit würden sie viel eher als Zauberei oder Hexerei bezeichnen, die als Ausgeburt der Hölle von Dämonen genutzt wurde, um den Menschen zu schaden.

Und wenn man es genau nahm, schienen sie damit nicht ganz Unrecht zu haben. Die Runen auf dem Felsgestein fingen an zu glühen. Sie strahlten ein kaltes, durchdringendes Licht aus.

Die letzten Laute der Tiere, die man bisher noch hören konnte, verloschen.

Es lag eine bedrückende Atmosphäre über dem Waldstück, in dessen Mitte sich der kleine Fels erhob.

Jayda kam mit einem Ruck zu sich. Etwas irritiert schaute sie sich um. Wo war sie? Dann kam die Erinnerung zurück. Sollte sie sich noch in der Dunkelheit auf den Weg zurück ins Dorf machen?

Sie erstarrte vor Schreck, als sie die leuchtenden Runen erblickte.

Wo kam das Licht her? Sie wich von dem Felsen zurück, als der Boden unter ihr anfing, sich zu bewegen. Zuerst begann es leicht zu rumoren, so wie sie es von einem Erdbeben her kannte.

Damals, als der Dorfälteste die Götter erzürnt hatte, weil er einem jungen Mädchen hinterher gestiegen war.

Der Boden rüttelte und schüttelte sich immer stärker. Jayda versuchte verzweifelt von dem Felsen und den Runen zurückzuweichen, kroch auf allen Vieren in die entgegengesetzte Richtung und wollte sich dann erheben.

Genau in diesem Moment erschütterte ein weiteres sehr starkes Beben den Boden und sie stürzte mit einem lauten Aufschrei und dem Gesicht voran gegen den Felsen.

Sie riss noch im letzten Augenblick die Arme hoch, um ihren Kopf zu schützen. Dann sollte eigentlich der Aufprall erfolgen.

Ein zufälliger Beobachter hätte wahrscheinlich nur noch einen gezackten Lichtblitz gesehen, mehr jedoch nicht.

Anstatt auf dem Felsen aufzuschlagen, war sie stattdessen einfach durch diesen hindurchgefallen, beziehungsweise in diesen hineingestürzt.

Sie verschwand in einem grellen Blitz. Das Licht der Runen auf dem Stein erlosch wieder, als wäre es nie da gewesen.

Das Beben war verschwunden und nach mehreren Minuten setzte das Geschrei der Nachttiere wieder ein.

Jayda war kurz ohne Besinnung gewesen und erwachte in einem kahlen, dunklen, aber trockenen Raum. Sie lag auf dem Boden und ihr Herz raste.

Ihre Augenlieder zuckten leicht, als sie sich ängstlich umblickte. Es sah aus wie eine Höhle. Wie war sie hier hergekommen? Waren es die Waldgeister gewesen, die sie geholt hatten? War es ein Zeichen der Götter oder träumte sie dies alles nur?

Ihre Hände strichen über den Boden und unter dem Staub und der wenigen Erde kam Stein hervor.

Es war kein gewachsener Stein, wie Meo sagen würde. Dieser hier schien von Menschen bearbeitet worden zu sein. Jedenfalls war er ganz glatt. So einen glatten und fugenlosen Steinboden hatte sie in ihrem kurzen Leben noch nicht gesehen.

Jayda stand auf und tastete sich vorsichtig zur Wand hin.

Auch diese war glatt und wirkte sehr sauber. Sie fühlte sich kalt wie Eis an.

Sie zog ihre Finger schnell zurück und wärmte sie mit ihrem Atem. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit.

An der gegenüberliegenden Wand zeichnete sich ein leicht heller Umriss ab. Als sie näher heranging, erkannte sie, dass es sich um einen Eingang handelte.

Bevor sie noch weiter herangehen konnte, erklang ein Geräusch, als ob Eiskristalle aneinander reiben würden. Die Helligkeit nahm stark zu, als die Holztür sich langsam öffnete.

Mit offenem Mund sah sie nun in Richtung der offenstehenden Tür, in deren Rahmen ein Krieger aus blankem Eisen stand. Er war fast so hoch wie der Türrahmen und blickte ihr entgegen.

„Komm!“, hörte sie noch die Aufforderung in einem sehr schlechten Sønderjysk, dann fiel sie in Ohnmacht.

„Jayda Halvdan, bist du gewillt Meo…“, Jayda kam wieder vollständig zu sich und schaute zur Tür. Eben hatte sie noch von der Hochzeit geträumt.

Sie schüttelte benommen den Kopf und erblickte den Krieger. Er trug einen eisernen Helm auf dem Kopf, aus dessen Augenschlitzen es hell aufblitzte, so wie etwa die Runen im Felsen gestrahlt hatten.

Jayda hörte ihr eigenes, tiefes Atmen besonders laut, als sie langsam aufstand, wobei sie den Krieger keinen Moment aus den Augen lies. Jetzt fand sie auch ein wenig mehr Mut, um ihn sich etwas genauer anzuschauen.

Neben dem Helm, der den ganzen Kopf umschloss, trug er einen Brustpanzer. Arm- und Beinpanzer sowie das Schuhwerk schienen ebenfalls aus Eisen gefertigt zu sein. Sie konnte es sich zwar nicht vorstellen, wie ein Mensch diese schwere Rüstung überhaupt hätte tragen können, aber er stand ja vor ihr. Also musste es gehen. Jetzt machte der Krieger einen Schritt auf sie zu.

„Komm!“, sagte er und das Wort schallte schaurig durch das Sprechgitter des Helms.

Sie hatte sich etwas gefangen, und als sie den ersten Schritt zu Tür machte, tat der Krieger eine schnelle und geschmeidige Kehrtwende und ging ihr voraus.

Das hätte sie jetzt nicht vermutet, dass er sich so ganz ohne große Anstrengung bewegen konnte. Und man hörte absolut kein Geräusch des Eisenpanzers beim Laufen, weder ein Quietschen noch ein Schaben.

Sie folgte ihm hinaus. Direkt vor der Tür ging bereits eine Treppe nach oben. Auch die Treppe schien aus poliertem Eisen zu bestehen, jedenfalls war sie nicht aus Stein.

Und sie glänzte genauso wie der Panzer des Kriegers.

Der Raum, den sie jetzt erreichten, war noch merkwürdiger anzusehen. Inmitten des Zimmers stand ein hoher Tisch, an dessen Seiten kleine Fenster zu erkennen waren. Dort konnte man hinausschauen und in weiter Ferne sah man, wie sich die Menschen und Tiere bewegten. Sie waren so klein wie Ameisen.

Jayda verstand nicht alles, was sie sah. „Setzen!“, kam die Aufforderung des Eisenkriegers.

Jayda schaute sich kurz um und setzte sich dann auf den einzigen Stuhl, den sie erkennen konnte. Eine merkwürdige Atmosphäre lag über den Dingen in diesem Raum. Trotzdem es hier angenehm warm war, fing sie an zu frieren.

Vor Mesalik leuchtete eine kybernetische Raute in einem strengen Rot. Er stutzte zuerst, dann gab er die Meldung weiter an Traisek, seinen Supervisor.

Sein Desinteresse an allem, was mit Arbeit und Technik zusammenhing, war auf STAKIL I schon Legende, jedenfalls unter all seinen Freunden und Freundinnen als auch der gesamten Clique.

Mesalik beschäftigte sich am liebsten mit Frauen und Orgien. Ausschweifungen in allen Formen, die die fünf menschlichen Sinne überhaupt zuließen, waren sein Lebenselixier.

Hier in der fliegenden Stadt kannten ihn von allen 3000 Einwohnern mehr als die Hälfte.

Natürlich war sein Bekanntheitsgrad erst stark angestiegen, als er angefangen hatte, seine sogenannten Partys über das stadteigene Visophone-System zu veröffentlichen, und das seit Kurzem sogar live.

Einige der anderen fliegenden Städte hatten bereits angefragt, ob es technisch möglich wäre, sich ebenfalls mit seinem System zu vernetzen.

Mesalik grinste vor sich hin.

Er hatte Verhandlungen mit den Städten STALBA II und STALUTA IV aufgenommen.

Wenn sie schon seine Orgien live miterleben wollen, sollten sie zumindest einige weibliche Sklavinnen für das Programm liefern. Die Frauenquote lag hier auf STAKIL I lediglich bei zehn Prozent.

Und von diesen zehn Prozent waren die wenigsten bereit, bei seinen Ausschweifungen mitzuwirken.