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Nehmen Sie Ihre Gesundheit selbst in die Hand
Sie wollen in jeder Lebensphase fit und gesund sein? Sie möchten selbst aktiv werden und so behandelt werden, wie es zu Ihnen passt? Leider findet nicht in jeder Arztpraxis der Wunsch nach einer individuellen, auf Ihre weiblichen Bedürfnisse abgestimmte Behandlung Gehör. Prof. Ingrid Gerhard erklärt, welche ganzheitlichen Methoden speziell Frauen helfen, gesund und voller Energie zu bleiben.
- Rundum gesund bleiben: Energetische Übungen, gezielte Entspannung, richtige Ernährung und Vorsorge
- Frauensache: Wie eine ganzheitliche Medizin die Vorzüge von Naturheilkunde und Schulmedizin optimal verbindet und Ihnen bei frauentypischen Erkrankungen und Beschwerden hilft
- Umfassende Unterstützung: Herz-Kreislauf-System, Magen-Darm-Trakt, Bewegungsapparat oder Nervensystem – erfahren Sie, was Sie selbst für Ihre Gesundheit tun können.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 690
Veröffentlichungsjahr: 2020
Ingrid Gerhard, Sabine Räker-Oese, Iris Ottinger
3., überarbeitete Auflage 2021
Frauen haben zwar in den letzten Jahrzehnten bei schulischer und beruflicher Qualifikation weitgehend mit den Männern gleichgezogen, aber von einer Gleichstellung sind wir doch noch ein weites Stück entfernt. Um Familie und Erwerbsarbeit unter einen Hut zu bringen, arbeiten Frauen gut viermal so häufig Teilzeit wie Männer (46 % gegenüber ca. 11 %, Stand 2018). Von den Beschäftigten, die ausschließlich einen Minijob haben, sind 62 Prozent weiblich. Allerdings ist die unbezahlte Arbeit von Frauen mit 45 % der Gesamtarbeitszeit deutlich höher als bei Männern (28 %). Diese Sorgebetreuung leisten sie im Haushalt, in der familiären Kinderbetreuung und der Pflege alternder Familienmitglieder. Daneben kümmern sich überwiegend die Frauen um eine gesunde Ernährung und ausgeglichenen Lebensstil. Damit betreiben sie die so wichtige Krankheitsprävention für die ganze Familie. Sie sind es auch, die als Erste bei auftretenden Beschwerden und Krankheitssymptomen entscheiden, ob nur Zuwendung ausreicht, ein Heilpflanzentee oder ein anderes Hausmittel eingesetzt wird oder doch zum Arzt gegangen werden muss.
Dieses Buch kann kein Medizinstudium ersetzen, auch nicht das Gespräch mit Ihrem vertrauten Haus- oder Frauenarzt. Trotzdem kann und soll es Sie dazu befähigen, Zusammenhänge zu verstehen und eher auf Augenhöhe mit diesen Fachleuten zu diskutieren. Vermessen, finden Sie? Das denke ich nicht. Denn ich habe versucht, Ihnen das Wichtigste zusammenzustellen, sowohl über Therapie- als auch über Untersuchungsmethoden, sowohl über Vorbeugung, Ernährung, Umwelteinflüsse als auch über Operations- und Bestrahlungstechnik sowie über typische Frauenerkrankungen und allgemeine Beschwerden, die genauso gut Ihren Mann, Sohn oder Vater treffen können.
Die prall gefüllten Kapitel sollen Sie in die Lage versetzen, sich selbst ein erstes Bild zu machen, um dann Ihren Ärzten und Therapeuten die richtigen Fragen stellen zu können. Das Ziel ist klar: Sie sollen wissen, was wirklich gut für Sie ist. Sie sollen sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen, sondern Ihre persönliche Entscheidung treffen, unter Umständen nach Einholung von weiteren Expertenmeinungen. Damit können Sie Ihrer Aufgabe als Gesundheitsmanagerin der Familie noch besser nachkommen.
Mir ist völlig klar, dass der riesige Umfang verschiedener Themen zwangsläufig dazu führt, dass einzelne Bereiche relativ kurz gefasst sind. Wenn Stoffe oder Methoden, wie Bach-Blüten, Schüßler-Salze, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) oder Homöopathie in wenigen Seiten abgehandelt werden, heißt es nicht, dass ich sie für wenig wirksam oder hilfreich halte. Nur ist es sinnvoller, wenn Sie, nachdem Sie sich mit diesem Buch einen Überblick verschafft und die für Sie passenden Therapieformen gewählt haben, Details darüber in speziellen Ratgebern nachlesen. Eine Auswahl solcher monothematischer Bücher, die ich Ihnen ans Herz legen möchte, finden Sie im Anhang. Auf Dauer ist es sinnvoll, sich mit ein oder zwei Methoden intensiv zu beschäftigen, die Sie dann immer sicherer anwenden können.
Sie werden sehen, dass ich bei allen Beschwerden neben den klassischen Medikamenten der Schulmedizin auch immer verschiedene alternative Mittel nenne. Die sollen natürlich nicht alle gleichzeitig genommen werden. Wählen Sie das Mittel aus, mit dem Sie schon umgehen können oder das Ihnen von Fachleuten empfohlen wird. Jeder Körper reagiert anders.
Zum besseren Verständnis habe ich die Therapien entweder als »konventionell« bezeichnet, womit die Formen gemeint sind, die an der Universität gelehrt und von den Ärztegesellschaften mit Leitlinien versehen werden. Denen gegenübergestellt habe ich die »alternativen Therapien«. Dabei handelt es sich um traditionelle westliche oder asiatische Erfahrungsheilkunde, biologische oder naturheilkundliche Methoden, die auf der Selbstregulation des Organismus beruhen. Sie können sowohl alternativ als auch komplementär eingesetzt werden.
Bei der von mir vorgeschlagenen Auswahl an Nahrungsergänzungen und Medikamenten (und Herstellern) besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Ich habe diejenigen ausgewählt, mit denen ich selbst in der Ambulanz für Naturheilkunde gute Erfahrungen gemacht habe, oder die ich im Hinblick auf Anbau, Herstellungsverfahren, Zusammensetzung und Ökologie für empfehlenswert erachte. Berücksichtigen Sie bitte, dass die Beipackzettel aus formalen Gründen oft nicht die Angaben enthalten, die Sie in diesem Buch finden. Lassen Sie sich nicht verunsichern, und nehmen Sie eventuell Kontakt mit dem Hersteller auf. Im Anhang finden Sie alle wichtigen Adressen.
In diesem Buch finden Sie viele Ratschläge:
wie Sie Ihren Lebensstil optimieren können, um gesund an Körper, Geist und Seele den zukünftigen Herausforderungen trotzen zu können,
wie Sie in Risikosituationen Ihr Immunsystem zusätzlich unterstützen können und
wie Sie bei wiederkehrenden Beschwerden auf Spuren- und Ursachensuche gehen können, um Ihren behandelnden Ärzten und Therapeuten vielleicht sogar Hilfestellung zur ganzheitlichen Therapie geben zu können.
Aber Sie finden noch viel mehr Neues, denn in den vergangenen elf Jahren wurde das von mir gegründete Netzwerk Frauengesundheit intensiv von vielen Leserinnen genutzt. In über 12.000 Kommentaren und über 10.000 E-Mails wurden Fragen zu Krankheiten, Beschwerden und zu den unterschiedlichsten Therapiemethoden gestellt, und die meisten, wenn möglich, auch von mir beantwortet. Auch diese Erfahrungen sind in das Buch eingeflossen.
Neben der regelmäßigen Teilnahme an Kongressen, der Durchführung eigener Tagungen, dem Austausch mit Experten und der Verfassung sowie Bearbeitung von Artikeln für Fachzeitschriften und die Webseite, lerne ich auch jeden Tag von Ihnen: welche Beschwerden Sie plagen, wie Sie sich gerne selber helfen würden und wie groß Ihre Bereitschaft ist, sich für Ihre Gesundheit selbstverantwortlich einzusetzen.
Leider muss ich Ihren Fragen immer wieder entnehmen, wie selten sich auch heute noch Frauenärzte auf die Naturheilkunde einlassen Deshalb möchte ich Sie an dieser Stelle motivieren, neben dem Frauenarzt ruhig eine Zweitmeinung bei einem Arzt oder Therapeuten für Naturheilkunde, Homöopathie oder Traditionelle Chinesische Medizin einzuholen, Therapeuten, die den Menschen stärker ganzheitlich betrachten. Vielleicht können Ihnen gerade solche Therapeuten viel besser weiterhelfen. Im Anhang finden Sie Webseiten von entsprechenden Gesellschaften, die meistens bei der Suche nach einem Therapeuten in Wohnortnähe behilflich sind.
Als ich mich vor einem Jahr entschloss, mein Buch zur Frauengesundheit zu aktualisieren, wollte ich nur die ursprünglichen Kapitel auf den neuesten Wissensstand bringen. Aber als ich einmal angefangen hatte, neue Literaturrecherchen durchzuführen, neue Produkte aus der Pharmaindustrie, der Naturheilkunde und der Mind-Body-Medizin zu bewerten, wurde mir noch klarer, wie viel sich in den letzten elf Jahren in der Medizin geändert hat und, dass eigentlich alles umgeschrieben werden muss.
Dieser intensiven Arbeit haben wir zu verdanken, dass ein völlig neuer Abschnitt in unser aller Leben einfließen konnte: das alles verändernde Jahr 2020 mit der Corona-Pandemie, die teilweise zu einer regelrechten Panik ausartete, und zu tiefen Einschnitten in unser Leben und unsere Freiheit führte. Die vor allen Dingen das schreckliche Gefühl in uns auslöste, einem unsichtbaren Feind, dem Coronavirus, hilflos ausgeliefert zu sein. Es gab und gibt kein Frühwarnsystem, keine Medikamente, keine Impfung. Nur Rückzug in die eigenen vier Wände und Abbruch aller nahen Kontakte mit anderen Menschen versprechen eine Reduktion der Ansteckungs- und Erkrankungsrisiken. Eine für alle extrem einschneidende Erfahrung.
Umso wichtiger ist, dass wir uns jetzt klar machen, welche Wege uns für die Zukunft offenstehen und was wir selbst alles dafür tun können. Da liegen Sie mit dem Griff zu diesem Buch zur Frauengesundheit genau richtig. Viren gibt es so lange, wie es Menschen gibt. Sie haben nur dann ein leichtes Spiel, wenn der Wirt, und damit das Immunsystem krank sind. Sie haben ja wahrscheinlich schon selbst in Ihrem Familien- oder Freundeskreis erlebt, dass von einem Erkältungs- oder Grippevirus nie alle erwischt wurden. Wenn das Immunsystem ausgeglichen und aktiv ist, wird es mit solchen Herausforderungen viel besser fertig.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie viele Anregungen für gute und schlechte Tage in diesem Ratgeber finden, die Ihnen dabei helfen, in Ihrer Mitte zu bleiben. Passen Sie gut auf sich und Ihre Lieben auf, und bedenken Sie, dass ein dankbares und fröhliches Gemüt die beste »Gesundheits-Versicherung« ist.
Ihre
Prof. Dr. med. Ingrid Gerhard
Heidelberg, im April 2020
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass aus Gründen der besseren Lesbarkeit bei Personenbezeichnungen die männliche Form verwendet wird. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter.
Titelei
Liebe Leserin,
Das will dieses Buch
Zur Anwendung des Buches
Aktualität im Jahr 2020
TEIL I Frau und Gesundheit
Situation der Frau heute
Was ist heute anders?
Das Frauenbild – rein optisch
Die verschiedenen Lebensphasen
Pubertät und Erwachsenwerden
Zweite Lebenshälfte
Wechseljahre und Alter
Medizin heute
Technik und Kostendruck
Therapie statt Prophylaxe
An der falschen Stelle gespart
Symptomen auf den Grund gehen
Gegenbewegung
»Auch« statt »Entweder oder«
Der kleine Unterschied
Wieso Frauen anders krank sind
Fazit für die Patientin
Selbstinformation und -verantwortung
Die zweite Meinung
Die Dinge im Griff
TEIL II Die 6 Säulen der Gesundheit
Umwelt
Negative Einflüsse
Elektrosmog
Pestizide
Hormonaktive Umweltgifte
Schwermetalle
Industriechemikalien
Pestizide und hormonaktive Umweltgifte vermeiden
Ernährung
Wohnung, Kleidung, Pflanzenschutz
Was Sie noch wissen sollten
Positive Einflüsse
Licht und Sonne
Ein bisschen Feng-Shui
Gesundes Wohnen
Ernährung
Die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
Vorsicht bei Lebensmittelzusätzen
Bio-Produkte
Sport
Kreislauftraining
Muskelaufbautraining
Maßhalten
Gewichtskontrolle
Das passiert im Körper
Kriegen Sie Ihr Fett weg!
Glückshormone durch Sport
Das passiert im Körper …
… und im Geist
Sport für Frauen
Mit Baby im Bauch
Regelmäßig während der Regel
Stressbewältigung
Stressabbau
Stressstau vermeiden
Verhaltenstherapie
Überprüfen Sie Ihr Selbstwertgefühl
Sagen Sie Nein
Entspannung für Körper und Geist
Bewusstsein verändern
Soziales Umfeld
Sexualität
Hormone und Sexualität
Sexualität heute
Das eigene Körperbild
Gesunde Sexualität leben
Das passiert im Körper
Klitoris und G-Punkt
Masturbation
Störungen der Sexualität
Sexuelle Lustlosigkeit
Erregungsstörungen
Verflixter Orgasmus
Abwehr gegen und Schmerzen beim Sex
Scheidenkrampf
Trauma
Schluss mit sexuellen Störungen
Sexualität im Alter
Schlafen
Das passiert im Körper
Typen und Bedürfnisse
Schlafphasen
Der Einfluss des Alters
Schlafstörungen vermeiden
Therapie von Schlafstörungen
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
TEIL III Methoden zum Gesundwerden
Was Sie mit Ernährung alles erreichen können
Warum wir zunehmen
Was der Stoffwechsel damit zu tun hat
Der glykämische Index
Fazit
Ernährung im Alter
Besondere Ernährungsformen
Dinner Cancelling und Intervallfasten
Functional Food
Designer Food
Ketogene Ernährung
Säure-Basen-Haushalt
Warnsignale
So bleiben Sie in Balance
Darmgesundheit
Der Darm
Dünn- und Dickdarm
Die Darmflora
Darmpflege
Mikrobiologische Therapie
Weitere Darmtherapeutika
Behandlung mit Autovaccinen
Übungen für den Darm
Hilfe bei Magen-Darm-Problemen auf einen Blick
Sodbrennen
Durchfall
Verstopfung
Hämorrhoidalbeschwerden
Leberstoffwechsel
Wenn die Leber leidet
So schützen Sie Ihre Leber
Erkrankungen der Leber und Gallenblase
Fettleber
Leberentzündung
Gallensteine
Besondere Nahrungsmittel
Kanne Bio Brottrunk
Inhalt und Wirkung
Anwendung
Tees
Heilpflanzentee
Schwarztee, Grüntee, Matchatee
Weitere Tees
Superfoods
Granatapfel
Brokkoli
Kurkuma
Nahrungsergänzung und Therapie aus der Natur
Nahrungsergänzungen
Orthomolekulare Therapie
Kolostrum
Nahrungsergänzungen mit Enzym-Hefezellen
Nahrungsergänzungen mit Kaskadenfermentation
Sekundäre Pflanzenstoffe
Systemische Enzymtherapie
Phytotherapie
Von der Pflanze zum Medikament
Kräutermixturen
Mykotherapie
Was sind Vitalpilze, Medizinal- oder Heilpilze?
Apitherapie
Besondere Nahrungsmittel der Apitherapie
Mitochondrientherapie
DMSO-Kombinationstherapie
Besondere Medizinsysteme
Homöopathie
Variationen homöopathischer Mittel
Schüßler-Salze
Einnahme
Bach-Blüten-Therapie
Aromatherapie
Formen der Anwendung
Neuraltherapie
Traditionelle Chinesische Medizin
Diagnose
Behandlung
Ayurveda
Manuelle Therapie
Eigenbluttherapie
Therapien zum Einklang zwischen Körper und Geist
Erste Hilfe mit Naturheilmitteln
Das Immunsystem stärken
Entzündungen bekämpfen
Entgiften
Hilfe im Zusammenhang mit Operationen
Schmerztherapie
Teil IV Besonderheiten in bestimmten Lebensphasen
Fortpflanzung
Kinderwunsch
Erste Schritte
Wenn es nicht klappt …
Ursachen und Therapiemöglichkeiten der Frau
Konventionelle Therapie bei Störungen der Eierstockfunktion
Alternative Therapie bei Störungen der Eierstockfunktion
Therapie bei Myomen, Endometriose, PCO
Ursachen und Therapiemöglichkeiten des Mannes
Dr. Wunschkind
Schwangerschaft
Was Sie während der Schwangerschaft für sich und Ihr Kind tun können
Gesunde Schwangere, gesundes Kind
Risikoschwangerschaften
Wenn es traurig endet
Verhütung
Natürliche Familienplanung
Mechanische Methoden
Hormonelle Methoden
Die Pille danach
Chemische Methoden
Sterilisation
Wechseljahre und die frühe Postmenopause
Probleme in den Wechseljahren
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Alles über Hormone
Die wichtigsten Hormone im Überblick
Der weibliche Zyklusablauf
Warum gibt es ein Gelbkörperhormon?
Die Wechseljahre – Zeit der Weisheit
Hormonersatztherapie
Rezepturarzneimittel mit bioidentischen Hormonen
Die Rolle der Hormonmessungen
Glückshormone
TEIL V Beschwerden und Erkrankungen
Die äußeren Geschlechtsorgane und Blase
Intim-Gesundheit und was sie stört
Bakterielle Vaginose
Scheidenpilze
Scheidentrockenheit
Rezidivierende Scheidenentzündungen
Entzündung des Scheidenvorhofs
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Lichen sclerosus
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Feigwarzen
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Herpes genitalis
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Vulvodynie
Ursachen und gezielte Therapie
Senkung der inneren Beckenorgane
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Ungewollter Harnverlust
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Infekte der Harnwege
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Wiederkehrende Blasenentzündungen
Alternative Therapie
Interstitielle Zystitis
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Gebärmutter und Umgebung
Zysten am Gebärmutterhals
Polypen
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Myome
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Unterleibsentzündung
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Endometriose
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Die Eierstöcke
Zysten am Eierstock
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Perlenschnur-Zysten
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Die Brust
Brustentzündung
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Zysten und gutartige Tumoren
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Hormone aus dem Gleichgewicht
Störungen des Blutungsrhythmus
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Störungen der Blutungsstärke
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Schmerzhafte Blutungen
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Prämenstruelles Syndrom
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Hämopyrrollaktamurie
Diagnostik
Therapie
Essstörungen
Therapie
Schilddrüse
Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto)
Schilddrüsenunterfunktion
Schilddrüsenüberfunktion
Diagnostik von Schilddrüsenstörungen
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Nebenniere und Nebennierenschwäche
Kortisol und seine Aufgaben
Dehydroepiandrosteron und seine Aufgaben
Steuerungshormon ACTH
Adrenalin und Noradrenalin
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Angstdiagnose Krebs
Brustkrebs
Häufigkeit und Auftreten
Verschiedene Formen
Symptome
Diagnose
Vorsorge
Zusatzuntersuchungen
Konventionelle Therapie
Prognose
Schutz vor Brustkrebs
Gebärmutterkrebs
Gebärmutterhalskrebs
Gebärmutterschleimhautkrebs
Eierstockkrebs
Verschiedene Formen
Symptome
Diagnose
Therapie
Regionale Therapien
Prognose
Schutz vor Eierstockkrebs
Krebs ist nicht (nur) Frauensache
Mit Krebs umgehen
Moderne Therapiemethoden
Sanfte Begleittherapie aller Krebsarten
Begleitung der Chemotherapie
Begleitung der Strahlentherapie
Begleitung bei sonstigen Nebenwirkungen
Nach Abschluss der Behandlung zur schnelleren Regeneration
Zivilisationskrankheiten verhüten und lindern
Übergewicht
Warum Übergewicht so gefährlich ist
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Fettstoffwechselstörungen
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Hoher Blutdruck
Ursachen
Symptome
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Niedriger Blutdruck
Ursachen
Sonderfall orthostatische Hypotonie
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Koronare Herzerkrankung
Ursachen und Symptome
Diagnose
Rheuma
Ursachen
Diagnose
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Arthrose
Symptome und Diagnose
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Osteoporose
So schwinden die Knochen
Symptome und Diagnose
Konventionelle Therapie
Alternative Therapie
Zahngesundheit
Alzheimer-Demenz
Präventive Maßnahmen
Naturheilkundliche Unterstützung
Bewusst und achtsam durchs Leben gehen
Danksagung
Service
Hersteller und Bezugsquellen
Therapeuten und Selbsthilfegruppen
Weiterführende Literatur
Stichwortverzeichnis
Autorenvorstellung
Sachverzeichnis
Impressum
Die Frauen haben sich verändert, das Gesundheitssystem hat sich verändert und die Medizin selbst auch.
Die Entwicklung unserer Umwelt schreitet immerschneller fort. Mit ihr entwickeln auch wir uns.Selbstverwirklichung und Selbstbestimmungsind die Schlagworte bei der emanzipierten Frau.
Das klassische »Kinder, Küche, Kirche« von damals wurde von »Karriere, Kinder, Körperkult« abgelöst. Das bedeutet, dass die Frau von heute sich weitgehend über ihre Karriere definiert. Eigenes Geld zu verdienen, hat einen hohen Stellenwert.
Wer sich heute eigentlich für eine Familie entscheidet, um sich ausschließlich Erziehung und Haushalt zu widmen, gerät in ein zweifelhaftes Licht. Kinder? Ja, aber nicht nur – sondern auch. Das führt zur Doppelbelastung, denn noch immer bleibt der Umgang mit dem Nachwuchs, das Kochen und Putzen und das durch die Berufstätigkeit von Mann und Frau komplizierter gewordene Organisieren des Familienlebens überwiegend Frauensache.
Der dritte Begriff, mit dem wir die moderne Frau beschrieben haben, lautet: Körperkult. Nicht jede Frau läuft ins Fitnessstudio. Aber wenn von einem Bild die Rede ist, können Äußerlichkeiten nicht außer Acht gelassen werden. Schon gar nicht, da unser heutiges Frauenbild stark von Äußerlichkeiten geprägt wird. In den Medien sehen wir sie ständig, die schöne schlanke Frau, die stets modisch gekleidet ist und regelmäßig zum Friseur geht. Sie joggt, Junior in einem coolen Wagen vor sich herschiebend, und macht Wellness. Uns wird der Entwurf eines Superweibes, eins mit der Natur und technisch auf dem neuesten Stand, kreativ und bodenständig, mütterlich und sexy, selbstständig, erfolgreich, voller Energie und anlehnungsbedürftig sanft als Realität verkauft.
Nicht zu schaffen: Scharen von Frauen eifern diesem vermeintlichen Ideal nach und haben natürlich keine Chance, es je zu erreichen. Das führt zu großem Druck, die Selbstbestimmung geht verloren, kaum dass sie greifbar war. Zwar haben sich die Emanzipationskämpferinnen des 20. Jahrhunderts von einigen Zwängen befreien können, doch stecken wir heute in neuen fest, die uns nicht selten in Identitätskrisen oder Burn-out treiben.
Jede Frau macht eine Entwicklung vom Kind zur Erwachsenen durch. Das bringt nicht nur starke seelisch-geistige Veränderungen mit sich, vom verspielten Mädchen über die rebellierende Jugendliche zur selbstständigen verantwortungsvollen Erwachsenen, sondern natürlich auch körperliche, die auch optisch mehr oder weniger deutlich sichtbar sind.
Schon mit acht oder neun Jahren beginnt bei einem gesunden, unter normalen Bedingungen heranwachsenden Mädchen die Vorbereitung auf die Pubertät. Die Eierstöcke produzieren vermehrt Östrogene, die in das Blut gelangen. Durch den Einfluss der weiblichen Hormone erhalten die Geschlechtsorgane gewissermaßen den Startschuss, sich zu entwickeln. Brust, Scheide und Gebärmutter reifen und verändern sich.
Auch männliche Sexualhormone spielen eine Rolle. In den Nebennieren werden nämlich Androgene gebildet, die dafür sorgen, dass sich ganz allmählich Scham- und Achselhaare bilden und wachsen. Während die Jungen mitten in der Pubertät einen Bart bekommen und ihren Stimmbruch haben, zeigen sich beim weiblichen Geschlecht vor allem Rundungen an den Hüften und der Brust. Die sogenannte Menarche, also die erste Menstruation, tritt auf. Es hat zuvor jedoch noch kein Eisprung stattgefunden. Fast immer gehen dem ersten Eisprung und der darauffolgenden ersten echten Menstruation mehrere solcher sogenannter anovulatorischen Zyklen voraus. Die Geschlechtsreife tritt bei einigen Mädchen bereits mit zehn oder elf Jahren ein.
Die zweite interessante Phase nach der Pubertät ist die zwischen etwa 20 und 35 Jahren. Jetzt ist das Mädchen Frau und muss sich entscheiden, ob sie Kinder haben will oder nicht. Ihr Körper steht »gefühlt« in der Blüte. Sie ist leistungsfähig und voller Energie.
Etwa um das 40. Lebensjahr beginnt wiederum eine spürbare Veränderung, bei vielen Frauen heutzutage ein regelrechter Wendepunkt. Einerseits gehen einige Fachleute davon aus, dass jetzt bereits das Altern, im Sinne von Nachlassen der Körperfunktionen, einsetzt. Andererseits fühlen sich viele Frauen so gut wie noch nie. Die Kinder stehen auf eigenen Füßen, und im Job ist eine Position erreicht, in der man sich wohlfühlt. Unsicherheiten aus jüngeren Jahren weichen einem Selbstbewusstsein, das verkündet: »Das bin ich, das will ich, das kann ich!« Allerdings geraten auch einige Frauen in diesem Alter in eine Krise, denn die Eierstöcke signalisieren, dass ihre Funktion nachlässt. Und wenn dann erst der Wunsch nach Nachwuchs manifest wird, wird rasch die Reproduktionsmaschine angeworfen, um nichts zu versäumen.
Schon Mitte bis Ende der 30er-Jahre beginnt der Abbau von Knochen- und Muskelmasse. In diesem Alter lauert die Gefahr, den eigenen Körper über den beruflichen Erfolg und die zahlreichen Möglichkeiten von Vergnügungen zu vergessen. Wer viel um die Ohren hat, pflegt aus körperlicher Sicht vielleicht trotzdem einen »passiven« Lebensstil, der neuen Erkenntnissen zufolge dafür verantwortlich ist, dass der Alterungsprozess schneller in Gang kommt und deutlicher spürbar ist. Das Beste, was Sie für sich tun können: Sorgen Sie so früh wie möglich für eine gesunde Lebensweise ohne Zigaretten, mit ausgewogener Ernährung, körperlichem und geistigem Training sowie ausreichend Entspannung. Studien konnten nachweisen, dass Frauen, die das beherzigten und eine stark pflanzenbasierte Ernährung zu sich nahmen, später in die Wechseljahre kamen als die eher ungesund lebenden Gleichaltrigen.
Der Abbau von Knochendichte und Muskelmasse schreitet beschleunigt voran, wenn Sie keine Gegenmaßnahmen ergreifen. Die Arterien verengen sich und weisen vermehrt Kalkablagerungen auf. Ganz besonders gravierend sind die Veränderungen durch die immer mehr zurückgehende Produktion und Ausschüttung der weiblichen Sexualhormone. Die ▶ Wechseljahre mit all ihren möglichen Begleiterscheinungen setzen ein. Zudem sinkt die Zahl der Immunzellen und der Sinneszellen, die etwa für das Hören zuständig sind. Das bedeutet zum einen, dass die Infektanfälligkeit wächst, zum anderen, dass die Wahrnehmung von akustischen und auch optischen Eindrücken sinkt.
Aber keine Angst: Wenn Sie sich bemühen, körperlich und geistig fit zu bleiben, werden Sie mit 60 Jahren ein biologisches Alter wie unsere Vorfahren mit 40 Jahren haben, das stellten namhafte Wissenschaftler kürzlich fest. Und noch etwas Positives hat diese Lebensphase: Sie werden erfahrener, weiser, müssen weniger Verantwortung für andere übernehmen, sondern können es sich wirklich gönnen, mehr für sich selbst und ihre persönliche Entwicklung zu tun.
Der Landarzt, der seine Patienten mitsamt ihrer Lebensgeschichte kennt, existiert nur noch im Fernsehen. Medizinischer Fortschritt ist gut, doch sollte die Technik nicht über allem stehen.
Der moderne Medizinbetrieb hat kaum Platz für Mitgefühl oder Menschlichkeit. Dafür fehlt schlicht die Zeit.
Moderne Maschinen und Instrumente müssen regelmäßig gewartet und vor allem genutzt werden, damit sie sich rechnen. Das erfordert in Krankenhäusern eine straffe Organisation, die Arbeitsschritte minutiös in Tagespläne einteilt. Kliniken und Praxen spezialisieren sich. So geht der Blick auf das Individuum in seiner Gesamtheit verloren. Und: Hightech-Geräte müssen sich bezahlt machen. Das kann dazu führen, dass aus wirtschaftlicher Überlegung statt ausschließlich aus medizinischer Notwendigkeit Untersuchungen und Therapien bis hin zu Eingriffen durchgeführt werden.
Grundsätzlich muss man sagen, dass Mediziner in den westlichen Industrieländern erst auf den Plan treten, wenn jemand krank ist. Während in ländlichen Regionen Chinas Ärzte heute noch dann einen guten Ruf genießen, wenn ihre Patienten keinerlei Beschwerden bekommen, geht es in Europa ausschließlich darum, bereits vorhandene Gebrechen zu bekämpfen. Ein einfaches Beispiel: Obwohl eine Schreibtischarbeiterin mit Krankengymnastik und Massagen den Zustand ihrer Halswirbelsäule erheblich verbessern könnte, bewilligt die Krankenkasse nur sechs Anwendungen. Zahlt sie keine weiteren Behandlungen aus eigener Tasche, muss sie mit chronischen Schäden durch die permanente Fehl- und Überbelastung rechnen.
Immer wieder ist im Zusammenhang mit dem Gesundheitswesen von einer Kostenexplosion die Rede. Die Gesundheitsausgaben in Deutschland beliefen sich 2017 auf rund 375,6 Milliarden Euro, 12 % des Bruttoinlandprodukts (Statistisches Bundesamt 2017). Damit überschritten sie erstmals die Marke von einer Milliarde Euro pro Tag. An erster Stelle standen mit 15 % die Herz-Kreislauf-Erkrankungen, an zweiter mit 13 % die psychischen. Dagegen belief sich der Anteil der Ausgaben für medizinische Reha und Vorsorge auf rund 2,6 % der gesamten Gesundheitsausgaben. Fast die Hälfte der Gesamtkosten wird gebraucht, um die immer älter werdenden Menschen medizinisch zu versorgen. Wiederum davon muss mehr als die Hälfte aufgewendet werden, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Beschwerden des Bewegungsapparates, psychische Störungen und Erkrankungen des Verdauungstraktes zu behandeln. Die Kosten in all diesen vier Gruppen könnten durch günstigere vorbeugende Maßnahmen erheblich gesenkt werden.
IGeL-Leistungen
Leistungen, die Ihre Krankenkasse nicht vorsieht, nennt man IGeL-Leistungen (individuelle Gesundheitsleistungen). Das sind medizinische Vorsorge- oder Wunschleistungen, die Ihnen nach der Gebührenordnung für Ärzte berechnet werden. Manche können durchaus wichtig für Sie sein. Lassen Sie sich daher von Ihrem Arzt gründlich und schriftlich über die Kosten und die Konsequenzen der Untersuchungen aufklären.
Bestimmt kennen Sie das selbst. Sie haben Kopfschmerzen und nehmen dagegen eine Tablette. Das hilft. Jedenfalls für den Moment. Wenn Sie sich nicht damit befassen, woher das Symptom kommt, wird es Sie immer wieder behelligen. In diesem Fall könnten Verspannungen dahinterstecken. Werden die gelöst, tritt der Schmerz erst gar nicht auf, und die Tabletten könnten eingespart und dem Organismus erspart werden.
Wird nur ein Symptom behandelt, ist die Unzufriedenheit nicht weit. Immer mehr Patientinnen wünschen sich einen Arzt, der die Zusammenhänge erkennt, der weiß, wenn ein Problem zuerst in Angriff genommen wird, löst sich ein anderes unter Umständen von ganz allein. Verschiedene Heilmethoden aus der alten Volksmedizin mit jahrtausendealter Tradition oder auch neueren Datums, setzen hier an und schreiben Ganzheitlichkeit groß. Dazu gehören zum Beispiel Homöopathie, Anthroposophie oder auch die Traditionelle Chinesische Medizin. Einerseits etablieren sich diese Methoden heutzutage zunehmend, andererseits sind viele Frauen nicht zufrieden, wenn sie ausschließlich »alternativ« therapiert werden. Sowohl mit apparativen und Labormethoden als auch mit ganzheitlicher Anamnese soll der Arzt die Ursache ihrer Beschwerden finden. Wie so oft im Leben gilt auch im Gesundheitswesen: Der Mix macht’s.
Integrative Medizin ist das Stichwort. Tatsächlich wünschen sich mehr als 80 % der Frauen einen Arzt, der sich mit Naturheilverfahren auskennt. Doch sie wollen – oder können es sich aus Kostengründen nicht leisten – keinen, der sich darauf beschränkt. Der ideale Arzt der Zukunft begleitet die Frau gewissermaßen vom Kindes- bis in das Seniorenalter. Er klärt sie über die verschiedenen infrage kommenden Diagnose- und Therapiemöglichkeiten auf, erklärt ihr die Vor- und Nachteile der Leistungen, die sie zusätzlich haben kann, aber selbst bezahlen muss, und versetzt sie in die Lage, aktiv Gesunderhaltung zu betreiben und leichte Beschwerden selbst zu behandeln.
Wenn wir wollen, dass immer mehr Ärzte, nicht nur Frauenärzte, ihre Patientinnen als informierte Partnerinnen ernst nehmen, müssen wir dies deutlich machen. Das geht zum Beispiel, indem Sie sich einem Arzt anvertrauen, für den integrative Medizin kein Fremdwort ist.
Den richtigen Behandler finden
Einige Begriffe gehen selbst bei Fachleuten manchmal durcheinander. Daher klären wir hier die Begrifflichkeiten.
Ein Homöopath kann ein Arzt oder ein Heilpraktiker sein. Er setzt zur Behandlung homöopathische Mittel ein.
Ein Heilpraktiker muss kein Homöopath sein, er kann auch mit Pflanzenarzneien arbeiten. Er hat nicht Medizin studiert, sondern eine 1–3-jährige Ausbildung gemacht. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit ganzheitlichen Methoden, die auf eine Unterstützung des Organismus abzielen und die Selbstheilungskräfte aktivieren sollen. Auch die Krankheitsvorsorge ist für ihn ein wichtiges Thema.
Ein Arzt für Naturheilverfahren tut dies auch, hat aber vorher mindestens 6–7 Jahre Medizin studiert und sich meist auch auf Teilgebiete spezialisiert. Während der Ausbildung hat er nur wenig von ganzheitlichen Methoden gehört, dafür ist er fit in der Krankheitsdiagnostik, der chirurgischen und medikamentösen Therapie. Naturheilverfahren und Homöopathie muss er während seiner Praxis- oder Kliniktätigkeit in zertifizierten Kursen lernen.
Im Anhang finden Sie eine Liste von Fachgesellschaften, über die Sie entsprechende Therapeuten in Wohnortnähe finden.
Frauen und Männer sind anders. Und zwar nicht nur, weil vielleicht die einen besser einparken und die anderen besser zuhören können. Auch körperlich biologisch unterscheiden sich die Geschlechter natürlich. Was eigentlich völlig selbstverständlich sein sollte, hat bisher nur in geringem Maße dazu geführt, dass Frauen und Männer aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden, wenn sie eine Arztpraxis betreten. Dabei beschränkt sich Frauenmedizin längst nicht auf Frauenleiden. Und geschlechtsspezifische Medizin meint nicht nur Erkrankungen der jeweiligen Geschlechtsorgane. Sie geht viel weiter. Ein Beispiel: Männer sind generell eher Vorsorgemuffel und schlucken lieber eine Tablette als ihren Lebensstil zu überdenken. Sie müssen also ganz anders an Verhaltensänderungen herangeführt werden. Oder: Frauen nehmen Schmerzen anders wahr als Männer. Trotzdem wird bisher zu wenig unterschieden. Das wird deutlich, wenn man bedenkt, dass bestimmte Medikamente nicht oder kaum an Frauen getestet werden. Ein noch sehr junger Zweig der Medizin, die sogenannte Gender-Medizin (Gender, engl.: Geschlecht) befasst sich genau mit diesen Unterschieden und setzt sich zum Ziel, sie zum Wohle beider Geschlechter in Zukunft mehr zu berücksichtigen.
Es fängt mit den Genen an und hört bei den Hormonen auf, könnte man sagen. Zum Thema Gender-Medizin gibt es eigene Bücher, die ich Ihnen sehr empfehlen kann. Schon folgender kleiner Überblick dürfte allerdings klar machen, warum gleiche Diagnostik und Therapie nicht zum gleichen Erfolg führen kann.
Hinzu kommen Faktoren der Umwelt. Früher wurde die Arbeitswelt von Männern dominiert. Heute stehen auch Frauen »ihren Mann«, versorgen nicht selten allein eine Familie. Damit kommen Anforderungen und Belastungen auf sie zu, die noch vor 50 Jahren fast ausschließlich Männer krank gemacht haben. Und auch vermeintlich typisch männliche Verhaltensweisen werden zunehmend übernommen, unangenehme Konsequenzen inklusive. Der wachsende Konsum von Zigaretten und Alkohol bei Frauen schon in jungen Jahren ist nur ein Beispiel dafür.
Trotzdem haben Frauen und Männer auch heute noch beispielsweise eine sehr unterschiedliche Art zu kommunizieren. Während sie sich ausführlicher mitteilen will, bringt er – übertrieben gesagt – kein Wort heraus. Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Nicht nur die Art sich auszudrücken, unterscheidet sich, sondern auch das, was bei dem Gegenüber ankommt. Daraus resultieren Fehldiagnosen und auch Fehler in der gewählten Therapie.
Rein biologische Unterschiede
Der Chromosomensatz ist anders, Frauen haben XX, Männer XY.
Männliche und weibliche Hormone sind in unterschiedlicher Gewichtung vorhanden.
Der Stoffwechsel funktioniert anders.
Gewicht und Umfang der inneren Organe und des Gehirns unterscheiden sich.
Die Gehirnaktivität ist unterschiedlich.
Knochen- und Gefäßdicke weichen ebenso voneinander ab wie der Umfang der Muskelmasse.
Sie haben jetzt einen Überblick über die heutigeSituation der Medizin und damit über IhreSituation als Patientin. Nun ist es an Ihnen, das Beste daraus zu machen.
Fühlen Sie sich aufgefordert, selbst Verantwortung für sich und Ihre seelische und körperliche Gesundheit zu übernehmen!
Damit ist nicht gemeint, dass Sie sich selbst diagnostizieren und behandeln sollen. Es geht vielmehr darum, dass Sie erkennen: Auch in der Medizin gibt es nicht immer richtig und falsch. Es gibt nur: für Sie ideal oder für Sie eher nicht geeignet. Darum sollten Sie an Entscheidungen weitestgehend beteiligt sein. Das funktioniert aber nur, wenn Sie auch wissen, wovon die Rede ist. Magazine, wie die Apotheken Umschau oder Ratgeber von Fachgesellschaften und Selbsthilfegruppen helfen Ihnen, auf einem aktuellen Stand zu sein.
Wenn Sie speziell Naturheilkunde und Homöopathie nutzen wollen, dann werden Sie Mitglied bei Natur und Medizin, der Fördergemeinschaft der Karl und Veronica Carstens-Stiftung (https://www.naturundmedizin.de). Dort erhalten Sie fundierte Informationen zur Wirksamkeit von naturheilkundlichen Verfahren und werden über Möglichkeiten und Grenzen der alternativen Medizin aufgeklärt. Regelmäßig erscheinen Patientenratgeber, die Zeitschrift »Natur und Medizin« und die Informationsserie »Kompass Komplementärmedizin«. Mit den Mitgliederbeiträgen und Spenden an Natur und Medizin wird die Forschungsarbeit der Carstens-Stiftung zu Naturheilverfahren und Homöopathie finanziert. Gleichzeitig profitiert Natur und Medizin von deren wissenschaftlicher Kompetenz.
Wenn es um Information und Verantwortung geht, ist eine einzige Ärztemeinung manchmal nicht genug. Sie sollen nicht ermutigt werden, bei leichten Erkrankungen immer mehrere Ärzte aufzusuchen, was zu höheren Kosten aber bestimmt nicht zu einem besseren Resultat führen würde. Geht es aber um schwerwiegendere Dinge, ist es sehr oft sinnvoll, mindestens eine zweite Meinung einzuholen. Nicht jeder Mediziner hat mit allen Bereichen des menschlichen Körpers oder der Seele im gleichen Maß Erfahrungen. Und zuletzt gibt es einfach Diagnosen, die auch einen gestandenen Arzt herausfordern. Die Auswertung einer Mammografie etwa verlangt viel Erfahrung und ist dennoch nicht einfach. Deshalb ist es sinnvoll, wenn die Röntgenaufnahmen der Brust immer von zwei Fachleuten unabhängig voneinander betrachtet werden. Sollten die Diagnosen nicht übereinstimmen, wird eine dritte Meinung eingeholt.
Sie sollten sich um eine zweite Meinung kümmern, wenn:
Sie dem Arzt, der die Diagnose gestellt hat, nicht vertrauen;
Ihnen nicht genug über die Anzeichen, die zu der Diagnose geführt haben, und die weitere Vorgehensweise erklärt wurde;
die Diagnose so schwerwiegend ist, dass sie ernste Konsequenzen für Ihr Leben hat;
es sich um eine eher seltene Erkrankung handelt, und Sie wissen, dass es dafür Spezialisten gibt, die Sie konsultieren können.
Stimmen zwei Ärztemeinungen nicht überein, hadern Sie nicht mit der Entscheidung, wem Sie glauben und vertrauen sollen, sondern holen Sie sich ruhig auch noch eine dritte Einschätzung ein.
Sind Sie ernsthaft erkrankt, dann sammeln Sie alle Arztbefunde und notieren Sie sich, wann bei Ihnen welche Untersuchungen gemacht worden sind und welche Medikamente (auch naturheilkundliche und Nahrungsergänzungen) Sie eingenommen haben. Bedenken Sie: Es geht um Ihre Gesundheit, und Sie wollen das Heft in der Hand behalten, Sie sind Ihre eigene Gesundheitsmanagerin!
Und noch etwas: Rechnen Sie damit, dass Ihr Arzt viele der ganzheitlichen Methoden, über die ich Sie in diesem Buch informieren werde, nicht kennt oder nichts von ihnen hält. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Leider ist heute das Medizinstudium noch nicht ganzheitlich ausgerichtet, und die Studierenden und jungen Ärzte erfahren wenig über Naturheilkunde und Homöopathie.
Vorsorge treffen
Wenn es darum geht, gesund zu bleiben oder schnell wieder völlig gesund zu werden, übernimmt die richtige Vorsorge eine Schlüsselrolle.
Vorsorge teilt sich in zwei Bereiche auf: entsprechende Untersuchungen und Impfungen. Leider gehen die Meinungen darüber, was sein muss, was hilft und was sogar schadet, weit auseinander.
Von einer Vorsorgeuntersuchung ist dann die Rede, wenn ohne vorliegende Beschwerden eine Routineuntersuchung erfolgt. Sie dient dem Zweck, Erkrankungen bereits in einem frühen Stadium zu entdecken, in dem sie sich noch nicht bemerkbar machen aber deutlich höhere Heilungschancen aufweisen als später. Ein Teil der Untersuchungen wird von den Krankenkassen bezahlt, ein Teil, meist modernere Methoden, wird Ihnen Ihr Arzt als ▶ IGeL-Leistung anbieten.
Empfohlene regelmäßige Untersuchungen
Ab 20 Jahren:Die Genitaluntersuchung zur Krebsfrüherkennung mit dem sogenanntem Pap-Abstrich vom Muttermund und dem Zervikalkanal erfolgt jedes Jahr. Lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt über die seit 2020 neu geltenden Richtlinien zu Pap-Abstrich und HPV-Test aufklären. Außerdem können sich Frauen von 20–25 Jahren pro Jahr einmal auf eine Chlamydieninfektion untersuchen lassen.
Ab 30 Jahren:Das Abtasten der Brust zur Brustkrebsfrüherkennung erfolgt jedes Jahr. Auch die Untersuchung der Haut zur Hautkrebsvorsorge sollten Sie jedes Jahr machen lassen.
Ab 35 Jahren:Ab 2020 besteht nur noch alle 3 Jahre Anspruch auf einen Pap-Abstrich, der aber kombiniert wird mit einem HPV-Test (Papillomaviren). Diese Kombination wird als Ko-Test (ausführlich im ▶ Kap. »Gebärmutterhalskrebs«) bezeichnet. Außerdem sollten Sie alle 3 Jahre den »Gesundheits-Check-up« machen (Urinuntersuchung, Blutdruck, Blutfette, Blutzucker), damit mögliche Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen rechtzeitig erkannt werden.
Ab 45 Jahren:Der chemische Schnelltest auf Blut im Stuhl zur Darmkrebsfrüherkennung empfiehlt sich jedes Jahr. Außerdem können Sie sich einmalig auf die sogenannte Eisenspeicherkrankheit, eine Stoffwechselerkrankung, untersuchen lassen.
Ab 50 Jahren:Die Einladung zum Mammografie-Screening erfolgt alle 2 Jahre bis zum Alter von 70.
Ab 55 Jahren:Machen Sie die Darmspiegelung zur frühen Erkennung von Darmkrebs zweimal im Abstand von 10 Jahren.
Zusätzliche Untersuchungen auf eigene Kosten
Das rät die Ärztin
Einzelimpfstoffe bevorzugt
Grundsätzlich sind Kombipräparate, die gegen mehrere Erreger »auf einen Schlag« impfen, natürlich praktisch. Leider besteht dabei die Gefahr, dass die Immunantwort auf den einzelnen Impfstoff unter Umständen nicht hoch genug ausfällt. Auch das Risiko von Nebenwirkungen kann sich dadurch erhöhen.
Hierzu zählen z. B. spezielle Ultraschalluntersuchungen, erweiterte Blutuntersuchungen zur Risikoabschätzung von Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sowie Spezialuntersuchungen zum Osteoporoserisiko, Bluttests auf Mikronährstoffe.
Impfungen
Das Ziel von Impfungen ist klar: den Einzelnen und die Gemeinschaft vor einer ansteckenden Krankheit schützen sowie in einem bestimmten Gebiet oder schließlich sogar weltweit einen Erreger ausrotten. Dafür aktualisiert die Ständige Impfkomission (STIKO) des Robert Koch-Instituts in Berlin jedes Jahr ihre Impfempfehlungen. Hier eine kurze Zusammenfassung.
Zur Zeit werden Kinder ab dem 2. Lebensmonat bis zum Ende des 2. Lebensjahres gegen 13 verschiedene Erkrankungen geimpft: Rotaviren, Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus, Kinderlähmung, Hämophilus influenzae Typ B (kurz Hib genannt), Hepatitis B, Pneumokokken, Meningokokken, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. In diesem Zeitraum sind 2–4 Wiederholungsimpfungen erforderlich, damit das Immunsystem genügend trainiert wird und Abwehrstoffe für einen möglichen Kontakt bereitstellt. Neben den Einfachimpfstoffen sind bis zu Sechsfachkombinationen möglich.
Grundsätzlich sind Impfungen mit guter Verträglichkeit und seltenen Nebenwirkungen bei ernsten oder gar potenziell tödlich verlaufenden Erkrankungen, wie Tetanus, Diphtherie oder Kinderlähmung, natürlich ein Segen. Leider können durch den Impfstoff selbst oder durch Begleitstoffe auch Nebenwirkungen hervorgerufen werden, beispielsweise örtliche Reaktionen oder Fieber oder sogar Erkrankungen des Immun- und des Nervensystems, Rheuma oder Zuckerkrankheit. Diskutieren Sie darum mit Ihrem Kinderarzt zum Beispiel über den Zeitpunkt der einzelnen Impfungen. Jedes Kind ist anders und reagiert auch anders. Besonders wenn Ihr Kind bereits Hinweise auf Erkrankungen hat, etwa Neurodermitis, wägen Sie Vor- und Nachteile der einzelnen Impfungen gut ab. Besprechen Sie eine Impfung gegen Mumps, Röteln und Masern kurz vor der Pubertät, wenn durch eine Blutuntersuchung gesichert ist, dass diese Erkrankungen nicht bereits unbemerkt abgelaufen sind. Bedenken Sie, dass ein Erkranken an einer sogenannten Kinderkrankheit durch Abklingen des Impfschutzes (in der Regel nach 6–10 Jahren) in höherem Alter auftreten und dann einen schwereren Verlauf mit Komplikationen haben kann. Impfungen, wie gegen Hepatitis B oder Windpocken sind eigentlich nur bei Kindern mit bestimmten chronischen Erkrankungen oder im Zusammenhang mit einer besonderen familiären Situation notwendig. Über die HPV-Impfung lesen Sie ausführlich in ▶ Kap. Gebärmutterkrebs,.
Erkundigen Sie sich, ob der verwendete Impfstoff Quecksilber enthält (Thiomersal/Thimerosal), das für Gehirnschädigungen und Autismus verantwortlich sein könnte. Aluminiumhydroxyd, das in fast jedem Impfstoff enthalten ist, wird verdächtigt, Nervenentwicklungsstörungen und Autoimmunerkrankungen hervorzurufen.
Machen Sie sich klar, dass die Entscheidung für oder gegen eine Impfung nach der Beratung durch den Arzt bei Ihnen liegt! Gegen Zwangsimpfungen sollten wir uns mit aller Kraft wehren. Leider wurde 2020 die Masern-Zwangsimpfung gesetzlich festgelegt.
Für Erwachsene wird die Auffrischimpfung gegen Wundstarrkrampf und Diphtherie alle 10 Jahre empfohlen. Weitere nötige Impfungen sind die gegen durch Zecken übertragene Gehirnentzündung (FSME) und – falls Sie Fernreisen machen – die gegen Hepatitis A. Erkundigen Sie sich vor Fernreisen in einem Tropeninstitut, ob weitere Vorsorgemaßnahmen für Ihr Reiseziel angebracht sind. Über 60-Jährigen wird die Pneumokokken- und Grippeimpfung empfohlen. Allerdings mehren sich die Hinweise, dass deren Wirkung überschätzt worden ist, weil der ältere Organismus offenbar nicht mehr genügend auf die Impfung reagiert. Inzwischen stehen spezielle Impfstoffe auch für ältere Menschen zur Verfügung, die eine verstärkte Immunantwort auslösen sollen. Relativ neu ist die Impfung gegen Herpes zoster (Totimpfstoff, zweimalig im Abstand von 2–6 Monaten).
Manchmal können Impfungen Beschwerden oder andere Krankheiten auslösen. Beobachten Sie sich und informieren Sie Ihre Ärzte. In der Naturheilkunde und Homöopathie gibt es wirksame Mittel gegen die Impffolgen.
Definieren Sie Ihren Erfolg als Gesundheitsmanagerin darüber, dass Sie gar nicht erst krank werden. Ganz viele Hilfsmittel finden Sie in diesem Kapitel.
Die Umwelt hat sich in den letzten rund 150 Jahren extrem verändert. Umweltschadstoffe haben dramatisch zugenommen. Das hat auch Einfluss auf den Menschen.
Kein Wunder, dass Asthma, Neurodermitis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Depression auf dem Vormarsch sind. Aber nicht nur Kinder und Erwachsene leiden unter diesen chronischen Zivilisationskrankheiten, sondern bereits die Ungeborenen.
Industriechemikalien und Pestizide haben sich in der Natur angereichert. Über Wasser, Nahrung und Luft nehmen wir sie auf, ohne dass unser Körper es spürt. Feinster Staub gelangt über die Lungenbläschen in den Blutkreislauf, aus Getränken und Lebensmitteln nimmt der Darm Gifte auf, und auch über die Haut dringen sie ein.
Inzwischen hat die Wissenschaft herausgefunden, dass Umweltgifte Veränderungen an den Erbträgern bewirken können, die Stoffwechselstörungen verursachen, sogenannte Epigenetik. Über die Eizelle oder das Spermium werden die veränderten Gene an die nächsten Generationen weitergegeben, die früher und schwerer erkranken. Das gilt auch für die Gifte im Zigarettenrauch! Um sich wenigstens teilweise schützen zu können, hilft nur genügend Wissen und Energie, notwendige Änderungen im Lebensstil und im eigenen Umfeld durchzusetzen.
Sie rauchen, sitzen den ganzen Tag in einem Büro, in dem viele elektrische Geräte laufen, und wohnen nahe einer Hochspannungsleitung? Dann sind Sie vielen negativen Einflüssen gleichzeitig ausgesetzt. Nehmen Sie die Auswirkungen der Gefahrenstoffe – von Holzschutz- bis Insektenvernichtungsmitteln – nicht auf die leichte Schulter. Sie können unter anderem zu Sterilität, Zyklusstörungen, Akne, ständig wiederkehrenden Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Fettleibigkeit, multipler Chemikalien-Sensibilität, Burn-out, Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu Alzheimer führen.
Große Vorsicht bei Handys und WLAN!
Wenn Studien auch immer wieder behaupten, Handystrahlung sei nicht schädlich, gibt es doch genügend Hinweise auf das Gegenteil. Deshalb:
Sie sind nicht für Kinder unter zwölf Jahren geeignet, da deren Schädelkalotte noch nicht so dick ist wie bei Erwachsenen.
Nie im Schlafzimmer nutzen.
Nicht in der Hosentasche transportieren und möglichst immer Freisprechanlagen benutzen, um Abstand zum Körper zu halten.
Schränken Sie die Nutzung grundsätzlich ein.
Während Auto- und Zugfahrten ausschalten, da die unterschiedlichen Signalstärken zu Leistungserhöhungen des Geräts und damit zu höherer Belastung führen.
Reduzieren Sie die »hausgemachte« Strahlung. Schalten Sie WLAN zumindest nachts total ab.
Von Smog spricht man, wenn Rauch und Abgase einen dichten Nebel bilden. Ihn kann man sehen. Unter Elektrosmog werden elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder zusammengefasst, die von fließendem Strom, Funkwellen (WLAN, Bluetooth), Radaranlagen, Induktionskochfeldern oder auch Mikrowellengeräten kommen. Auf Basis der bisherigen Informationen ist durch den Aufbau von 5G (die fünfte Generation des Mobilfunks) mit einer weiteren, und zwar erheblichen, schon derzeit vielerorts zu intensiven Hochfrequenzexposition der Bevölkerung zu rechnen. Die fernablesbaren Funkzähler und das »smarte« Haus sind weitere Problemfelder. Wir sehen diese Strahlung nicht, trotzdem umgibt sie uns. Ob und inwieweit sie die Gesundheit gefährden, wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Als Umweltmedizinerin und Naturheilkundeärztin weiß ich, dass gerade hochfrequente elektromagnetische Felder (HF-EMF-) Wellenlängen haben, die in derselben Größenordnung liegen, mit der sich unsere Körperzellen gegenseitig informieren. Über 500 Studien belegen inzwischen die Wirkungen von HF-EMF auf biologische Systeme. Die schon jetzt beunruhigend zunehmenden Auswirkungen hochfrequenter Felder, auch auf immer jüngere Menschen, können sein:
Schlafstörungen
allgemeine Erschöpfung
Kopfschmerzen oder Schmerzzustände in anderen Körperbereichen
Sehstörungen
Schwindel
Brechreiz
Denk-, Konzentrations-, Lern- und Gedächtnisstörungen
Ohrenschmerzen und Ohrgeräusche
Bluthochdruck
Herzrhythmusstörungen
Nervosität, Gereiztheit oder depressive Verstimmung
Burn-out
Angst bis hin zu Panikattacken
Unfruchtbarkeit
Tumorbildung
oxidativer Zellstress
DNA-Brüche
Genveränderungen
und vieles mehr
Dass Studien einander widersprechen, ist nicht verwunderlich, erstens treten die Effekte erst sehr verzögert ein, sodass es sich um Langzeitstudien handeln muss. Zweitens ist extrem schwer nachweisbar, welchen Anteil der Elektrosmog an diversen Beschwerden hat. Und schließlich ist jeder Organismus unterschiedlich empfindlich.
Pestizide sind chemische Substanzen, die eingesetzt werden, um Pflanzen vor Schädlingen zu schützen. Dabei gibt es zwei erhebliche Risiken. Zum einen lagern sie sich in den Pflanzen selbst ab und gelangen durch Verzehr in den menschlichen Organismus. Einige von ihnen sind nachgewiesenermaßen krebserregend! Zum anderen belasten sie auch Nützlinge. Ganze Bienenvölker sterben zum Beispiel durch Pestizide. Leider können Sie sich nicht darauf verlassen, dass bestehende Grenzwerte Ihnen ausreichenden Schutz bieten. Der Einfluss derer, die an hohen schnellen Erträgen viel Geld verdienen, ist zu groß. So ist es bedauerlicherweise Tatsache, dass zulässige Mengen heute wieder höher liegen als vor einigen Jahren. Und zusätzlich werden Holz, Möbel oder Kleidung mit Pestiziden behandelt, sodass Sie sie über die Luft oder Haut in den Körper aufnehmen.
In den letzten 20 Jahren hat unser Wissen über die Hormonwirkung von Umweltgiften zugenommen. Es ließ sich nicht mehr leugnen, dass Missbildungen und Hormonstörungen, die bei Tieren beobachtet wurden, auch bei Menschen zunahmen. Experten gehen davon aus, dass von den etwa 85.000 synthetischen Chemikalien etwa 1000 endokrin disruptive Chemikalien (EDC) sein könnten. Da diese vor ihrer Zulassung nicht umfassend auf ihre Unbedenklichkeit getestet wurden, besteht über den genauen Anteil große Unsicherheit. Zu den bekanntesten endokrinen Disruptoren zählen Pestizide, Schwermetalle, Industriechemikalien, Kosmetika und natürlich die Hormone, die wir über tierische Lebensmittel aufnehmen.
EDC können auf vielfältige Weise den Hormon-Stoffwechsel beeinflussen: Sie können an die Hormon-Rezeptoren der Zellen andocken, die eigentlich für die körpereigenen Hormone gedacht sind. Das können die Östrogen- oder Androgen-Rezeptoren sein, aber auch andere, die Informationen von außen an die Zelle übertragen. Sie können den Aufbau und Abbau körpereigener Hormone und deren Ausscheidung beeinflussen und eine Vielzahl von Genen an- und abschalten. Das Tückische dabei ist, dass sich EDC im Körper anhäufen können, auch wenn die Konzentrationen sehr niedrig erscheinen mögen, und dass sie als Giftcocktail sehr viel stärker belasten können, als wenn es nur ein einzelner Stoff wäre. Und meistens ist es sehr schwierig, eine typische Wirkung herauszufinden, sodass man, außer vielleicht in der Arbeitsmedizin, selten eine Krankheit einem bestimmten Gift zuschreiben kann.
Immerhin ist heute unbestritten, dass durch den Einfluss von EDC Folgendes beim Menschen zugenommen hat:
unerfüllter Kinderwunsch
Fehl- und Totgeburten
schlechtes Spermiogramm mit herabgesetzter männlicher Fruchtbarkeit
verfrühte Pubertät
Missbildungen der Genitalorgane
vorzeitiger Eintritt der Menopause
hormonabhängige Krebsarten (Brust-, Gebärmutterschleimhaut-, Hoden-, Prostatakrebs)
Diabetes mellitus
metabolisches Syndrom
Verhaltensauffälligkeiten
Besondere Sorgfalt ist bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft geboten, denn die meisten Gifte können ganz leicht die Plazenta passieren und Ihr Baby belasten. Da dessen Leber und Entgiftungssysteme aber noch nicht reif sind, kann es sich weniger schützen als der Erwachsene. Während des Wachstums in der Gebärmutter werden die Weichen für seine Zukunft gestellt, sodass es nicht verwunderlich ist, wenn in großen Studien nachgewiesen werden konnte, dass Bluthochdruck, Diabetes, Allergien und Autoimmunerkrankungen nach Umweltbelastungen in der Schwangerschaft lebenslang häufiger sind als bei den weniger belasteten Kindern.
Es gibt Schwermetalle, die in Spuren im Körper vorhanden sind und sein müssen. Man spricht von Spurenelementen. Dazu gehören beispielsweise Kupfer und Zink. Weitere Schwermetalle sind Blei, Kadmium, Quecksilber oder auch Nickel. Problematisch wird es, wenn zu viel von einem Metall im Körper vorkommt, oder sich dort eines anreichert, das überhaupt nicht in den Körper gehört. Das geschieht durch die Nahrung, die bereits belastet ist: Fisch ist mit Quecksilber, Fleisch mit Kadmium belastet. Mit dem Trinkwasser nehmen wir Uran und Blei auf, und Zahnfüllungen werden immer noch aus Amalgam gemacht, das zur Hälfte aus Quecksilber besteht. Zusätzlich gelangen aus der Luft und durch Berührung mit Kunststoffen und veredelten Metallen Schwermetalle in den Körper. Ein sogenanntes Biomonitoring, das verschiedene Labore anbieten und das Sie selbst bezahlen müssen, gibt Aufschluss über Ihre persönliche Belastung. Lassen Sie sich mit dem Ergebnis bei Bedarf über eine Ausleitung und Lebensumstellung beraten.
Bei Jung und Alt erfreuen sich Tattoos großer Beliebtheit. Die körperfremden, allergenen und toxischen Tattoo-Gemische können neben anorganischen und organischen Pigmenten auch Trägerflüssigkeiten, Substanzen zur Viskositäts-Einstellung, Konservierungsstoffe oder Lösungsmittel enthalten. Außerdem Schwermetalle (Nickel, Blei, Arsen, Kadmium), Leichtmetalle (Aluminium), Phthalate und diverse Verunreinigungen. Diese Partikel werden über die Lymphe in die Lymphknoten transportiert, die gereizt und schmerzhaft reagieren können. Von dort aus sind bereits nach 6 Wochen schon etwa ein Drittel der injizierten Substanzen im Körper verteilt.
Bei Tattoos im Genitalbereich werden gehäuft Veränderungen der Haut- und Schleimhäute festgestellt: Neigung zu Kondylomen, Lichen sclerosus, wiederkehrenden Scheideninfektionen, aber auch knotige Verhärtungen bis hin zu Vulvakrebs. Bei Tattoos im Brust- und Axillarbereich kann es ebenfalls zu schmerzhafter Lymphopathie kommen, ein Einfluss dieser giftigen Substanzen auf das Brustkrebsrisiko ist bisher nicht ausgeschlossen. Unter Umständen kann durch Tätowierungen die Präventions- und Rezidiv-Diagnostik von einem Mammakarzinom erschwert werden.
Viele tätowierte Frauen haben auch eine gesteigerte Tendenz zu Sonnenallergie mit erhöhter Lichtempfindlichkeit. Sie bekommen nicht nur unmittelbar im Bereich ihrer Tätowierungen, sondern auch an anderen lichtexponierten Körperstellen Hautprobleme, vor allem allergische Exantheme, Inflammationen, Ödeme, Pruritus etc.
Dioxine entstehen bei Verbrennungsprozessen und bei der Herstellung verschiedener Substanzen, die in der Industrie Verwendung finden. Obwohl es nur winzige Mengen sind, sind sie hochgefährlich, da sie im Fettgewebe gespeichert werden und von dort aus alle Organe schädigen können. Inzwischen sind es täglich eine Fülle anderer Stoffe, die wir aufnehmen und nicht mehr ausscheiden können: Flammschutzmittel aus dem Computer, Benzpyren aus dem Zigarettenrauch, Weichmacher aus Plastikflaschen, Lebensmittelverpackungen und Duftstoffen. Für viele Gifte ist gesichert, dass sie das Erbgut schädigen, bei Kindern Fehlbildungen hervorrufen und zur Krebsentstehung beitragen können. Viele von ihnen haben auch eine Hormonwirkung und agieren im Körper wie ein Östrogen oder Testosteron. Deshalb können auch Menstruationsstörungen, Fehlgeburten und bestimmte Formen von Brustkrebs (oder beim Mann Prostatakrebs) mit Umweltgiften zusammenhängen.
Entgiften ist zwar leicht gesagt, funktioniert aber bei vielen Giften gar nicht, da sie fest an das Fett gebunden sind, und zwar überall im Körper, wo Fett ist, und das ist in jeder Zellmembran. Verhütung von Giften ist deshalb oberstes Gebot.
Kaufen Sie Bio-Produkte! Hier ist die Chance am größten, rückstandfreies Obst und Gemüse zu bekommen. Wenn Sie im Supermarkt kaufen, dann in einem, der freiwillig unter den gesetzlichen Vorgaben bleibt.
Essen Sie Obst und Gemüse der Saison. Wenn Sie im Januar Erdbeeren kaufen, können Sie sicher sein, dass diese stärker behandelt wurden als die heimischen im Juni. Frische Produkte sind immer erste Wahl. Greifen Sie zur Not lieber zu Tiefkühlkost oder getrockneten Produkten statt zu Konserven.
Achten Sie auf die Herkunft. Produkte aus Süd- und Osteuropa sind besonders stark belastet.
Waschen Sie Obst und Gemüse unter fließendem Wasser, um wenigstens einen geringen Teil der Schadstoffe zu entfernen. Zwar gehen wasserlösliche Vitamine zum Teil verloren und auch die Nährstoffe, die in der Schale stecken, jedoch überwiegt inzwischen offenbar der Vorteil der »Entgiftung«. Noch wirksamer ist, wenn Sie Obst mit fester Schale und Gemüse 5–10 Min. in Wasser einweichen, dem Sie Natron zugefügt haben (1 TL pro Liter), dann klar nachspülen und trocken reiben. So vorbehandelt dürfen Sie es mit Schale genießen.
Entfernen Sie die äußeren Blätter von Salat und Kohlgemüse.
Vegetarier sind weniger mit Pestiziden und Umweltgiften belastet als Mischköstler. Dies liegt unter anderem daran, dass viele Gifte im tierischen Fett konzentriert werden.
Beim Rösten, Braten oder Frittieren entsteht leicht Acrylamid. Garen Sie nicht mit höchsten Temperaturen oder nur kurz mit hohen Temperaturen, und verzichten Sie auf Chips und Pommes frites sowie andere frittierte Speisen.
Auch Trinkwasser ist normalerweise belastet, deshalb sollten Sie sich bei Ihrem Wasserversorger erkundigen, woher Ihr Wasser kommt und wie es aufbereitet wird. Wenn Sie sich aber vorstellen, dass man heute davon ausgehen muss, dass im Trinkwasser mehrere Millionen Verbindungen und Stoffe sind, für die zum Teil noch Nachweismethoden fehlen, und dass diese Untersuchungen sehr teuer sind, dann wird klar, dass wir kein sauberes Trinkwasser erwarten dürfen. Medikamentenrückstände, Hormone, Pestizide, Schwermetalle u. a. werden nicht untersucht und nicht vor Ihrem Wasserhahn herausgefiltert! Im Zweifelsfalle gehen Sie auf Nummer sicher, wenn Sie zumindest für die Küche ein Filtersystem erwerben, das Schadstoffe verringert oder sogar entfernt, nach Möglichkeit in Kombination mit einem System, das auch Viren entfernt.
Verzichten Sie in Ihrer Wohnung auf Teppiche und Polstermöbel, die gegen Mottenfraß behandelt sind. Selbst das angeblich so natürliche Chrysanthemengift (Pyrethrum und seine chemischen »Verbesserungen«) ist für Menschen ein Nervengift. Auch in Ihrem Kleiderschrank haben diese Gifte nichts zu suchen. Wählen Sie gesunde Alternativen, wie Lockstoffe, Lavendel, Zedernholz.
Ehe Sie Ledermöbel kaufen, erkundigen Sie sich, wo sie hergestellt wurden. Häufig sind sie mit Pestiziden oder giftigen Metallen imprägniert. Wie es scheint, lagern sich Wohngifte in den Riechnerven oberhalb der Schneidezähne ab. Zusammen mit der Wirkung der Zahngifte scheint das zu einer Hirnschädigung führen zu können, die mit der Alzheimer-Erkrankung vergleichbar ist.
Bei den Holzschutzmitteln handelt es sich ebenfalls um Gifte, die auch nach 20 Jahren noch ausdünsten. Achten Sie bei Farben grundsätzlich darauf, dass sie keine schädlichen Stoffe ausgasen. Leider ist weder die Bezeichnung Bio- noch Naturfarbe geschützt und damit klar definiert. Suchen Sie daher nach den Begriffen aromaten- und lösungsmittelfrei. Bei Wandfarben finden Sie relativ leicht das Richtige, wenn Sie nach dem Umweltzeichen Blauer Engel sehen. Bei Lacken hilft Ihnen das nicht so viel, denn die dürfen trotz des Blauen Engels bis zu 10 % Lösemittel enthalten. Ist ein Farbrest kompostierbar, können Sie von einer unbelasteten Naturqualität ausgehen.
Sind Ihre Zimmerpflanzen verlaust, gehen Sie vorsichtig mit Läusekillern um. Statt eines Sprays, das Sie dann selber einatmen, benutzen Sie lieber verdünntes Spülmittel, sorgen Sie für einen besseren Standort, versuchen Sie es mit Bach-Blüten, und wenn gar nichts mehr hilft, lieber entsorgen. Verzichten Sie auch auf den Einsatz von Insektenvernichtern in Ihrem Garten.
Haben Sie mal überlegt, wie lange Sie jeden Tag aus Ihrer Kleidung Gifte über die Haut und die Riechnerven aufnehmen? Was für die Kosmetik gilt, gilt auch für die Kleidung. Achten Sie auf Prüfzeichen wie »Naturtextil« oder »Öko-Tex Standard 100«. Wählen Sie Bio-Baumwolle oder Seide aus biologischer Seidenraupenzucht. In den Kleidungsstücken finden Sie genaue Angaben über das Herkunftsland, die Gewinnung der Rohstoffe bis zur Fertigstellung. Kaufen Sie Kleidung ohne genaue Angaben, dann immer gut waschen und aushängen vor dem ersten Tragen. Triclosan in Sportkleidung kann die Leber belasten. Leder wird unter anderem mit krebserregenden Chromsalzen gegerbt und gefärbt. Formaldehyd ist oft dafür zuständig, dass Textilien bügelfrei sind, löst aber auch Allergien aus.
Verzichten Sie auf überflüssige Kosmetikprodukte, wie Nagellack, Haarfarbe oder Dauerwelle. Körperpflegemittel sollten aus natürlichen Substanzen sein und auch nur natürliche Duftstoffe enthalten. Besonders wichtig ist das in der Schwangerschaft! Mit der App Toxfox vom BUND und der App Codecheck.info können Sie im Laden überprüfen, ob das Produkt hormonaktive oder andere giftige Zusätze enthält.
Schränken Sie den Verbrauch von Chemikalien ein. Lufterfrischer oder WC-Steine sind unnötig. Greifen Sie zu umweltfreundlichen Reinigungsmitteln, Fleckentfernern und Farben, Lacken und Klebstoffen. Produkte auf Wasserbasis sind lösungsmittelfrei und daher zu begrüßen. Verzichten Sie auf Sprays, da Sie selber zu viel davon einatmen.
Verwenden Sie Glasflaschen. In Getränken, die in Plastikflaschen (PET) angeboten werden, wird nicht selten Acetaldehyd gefunden, ein Stoff, der sogar als Geschmacksstoff willentlich verwendet wird, da er ein süßlich-fruchtiges Aroma macht. Er geht vom Plastik in das Getränk über. Große Mengen können zu Leberschäden führen. Auch Phthalate und Bisphenol A lösen sich aus Plastik, sie haben eine Hormonwirkung. Denken Sie schon bei der Nuckelflasche für Ihr Baby daran!
Ähnliches gilt für PVC, das in Folien zu finden ist, die Lebensmittel verpacken. Die Weichmacher gehen in das Nahrungsmittel über. Schon kleine Mengen der beispielsweise nachweisbaren Substanz Bisphenol A scheinen laut neuen Studien die Hirnentwicklung kleiner Kinder zu beeinträchtigen.
Entgiftungsfähigkeit testen
Der eine Organismus kann gut mit den Umweltgiften umgehen, der andere weniger. Das hängt neben dem unterschiedlichen Lebensstil auch davon ab, wie er von Geburt an mit Entgiftungsenzymen ausgestattet ist. Man kann im Labor die Entgiftungskapazität der Leber überprüfen lassen.
In der ersten Phase der Entgiftung werden die Stoffe oxidiert, wobei zum Teil sehr schädliche Zwischenprodukte entstehen, die schnell wasserlöslich gemacht werden müssen. In der zweiten Entgiftungsphase werden Glutathion-S-Transferasen und die N-Acetyl-Transferase 2 (NAT2) benötigt, die auf den Chromosomen doppelt codiert sind. Durch Mutationen kann ihre Funktion stark eingeschränkt sein. Bei wem das der Fall ist, treten Erkrankungen durch Umweltgifte früher auf als bei Menschen mit vollständiger Enzymausstattung. Aber keine Angst, wenn man das einmal weiß, kann man mit Nahrungsergänzungen sehr gut gegensteuern!
Für eine hohe Brenndauer werden Kerzendochte mit Blei versetzt. Kaufen Sie nur Kerzen, die ausdrücklich ohne Blei hergestellt wurden.
Elektrosmog kann die Gefährlichkeit anderer Gifte verstärken und selber das Hormon- und Immunsystem durcheinanderbringen. Entstören Sie.
In der Mikrowelle sollten Sie nicht kochen. Aus dem angeblich so stabilen Plastik werden bei größerer Erhitzung Stoffe freigesetzt, die in das Essen gehen, u. a. Gifte mit Hormonwirkung.
Zigarettenrauch schädigt auch den Nichtraucher. Suchen Sie bewusst rauchfreie Restaurants auf, ganz gleich, welche gesetzlichen Regelungen hierzu gelten.
Durch optimale Wärmedämmung können sich in Wohn- und Arbeitsräumen Stäube und Ausdünstungen des Inventars sammeln. Im Extremfall kann dies zum sogenannten Sick Building Syndrom führen, einer unklaren Erkrankung mit Kopfschmerzen, Allergien, gereizten Schleimhäuten und Magen-Darm-Problemen. Deshalb ziehen Sie nicht zu früh in renovierte Wohnungen, und achten Sie auf regelmäßiges Lüften.
An belebten Straßen sind die Konzentraionen der Autoabgase in Kinderwagenhöhe höher als in der Kopfhöhe von Erwachsenen. Schützen Sie Ihre Kinder, indem Sie autofreie Zonen bevorzugen.
Wenn Sie die letzten Seiten gelesen haben, mag es Ihnen so vorkommen, als wäre man hilflos einer Flut von Giften und negativen Einflüssen ausgesetzt. Da ist leider etwas dran, aber glücklicherweise gibt es auch eine ganze Reihe von positiven Aspekten, die Sie ganz bewusst für sich nutzen können.
Für gute Gesundheit und Wohlbefinden ist neben einer guten Ernährung, sauberer Luft und ausreichender Bewegung ganz besonders der richtige Umgang mit Licht (Sonne und Tageslicht) erforderlich.
Das Sonnenlicht ist in die Schlagzeilen gekommen, da es vermehrt Hautkrebs infolge von Sonnenbränden verursachen kann. Aber, wie so oft, entscheidet das richtige Maß über schädlich oder wohltuend.
Achtung bei Arbeitsplatzbrillen
Arbeitsplatzbrillen werden oft mit zusätzlichem Blaulichtschutz angeboten, den sich die Optiker dann auch teuer bezahlen lassen. Diese Art von »Blaulichtschutz«, bei dem die Brillengläser keine auf den ersten Blick erkennbare Färbung aufweisen, ist in den meisten Fällen nicht ausreichend, um die Netzhaut vor aggressiver Bildschirmstrahlung zu schützen.
Klar ist, dass der Mensch UV-Licht braucht. Nur wenn dieses auf die Haut fällt, kann Vitamin D gebildet werden, das an einer ganzen Reihe von hormonellen Steuerungen beteiligt ist. So hat es zum Beispiel Einfluss auf den Kalzium-Haushalt und damit auf die Knochen. Und auch für das Immunsystem ist dieses Provitamin sehr wichtig.
Wenn Sie in der Wohnung Ihre Beleuchtung optimieren wollen, dann werfen Sie die Energiesparlampen in den Sondermüll. Erstens enthalten sie Quecksilber, zweitens flackern sie, ohne dass man es bewusst registriert und verursachen dadurch Kopfschmerzen und Unwohlsein, und drittens ist das Lichtspektrum weit entfernt von natürlichem Licht. Das gilt auch für das heute zunehmend gebräuchliche LED-Licht. Leider zählt heute beim Licht nur noch die Energieeffizienz.
Lichtfülle macht kreativ, glücklich und energiegeladen, Rotlicht führt zur Regeneration. Lichtmangel macht dick, mürrisch bis hin zur Depression.
Waldbaden
Shinrin Yoku oder »Waldbaden« wurde in den 1980er-Jahren in Japan entwickelt. Es geht darum, sich bewusst und achtsam im Wald aufzuhalten und dadurch die heilende Kraft des Grüns zu genießen. Das Einatmen der von den Bäumen abgegebenen ätherischen Öle entspricht einer Aromatherapie. Die Terpene (natürliche Chemikalien) lösen im Körper Glücksgefühle aus, verringern Ängste, Depressionen, Wut und Stress, aktivieren das Immunsystem, stabilisieren den Blutdruck sowie den Blutzuckerspiegel und verbessern den Schlaf.
Das Licht einer weißen LED, auch mit Warmtönen, führt durch den hohen Blaulichtanteil zu einem Stressfaktor für die Makula (der Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut), eine Ansammlung von freien Radikalen und letztlich zu einer Schädigung der Netzhaut bis hin zur Makula-Degeneration. Daneben führt es durch Reduzierung der Melatoninausschüttung zu Schlafstörungen, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Es gibt zunehmend Warnungen vor dem Gebrauch von LED-Lampen im privaten Bereich, aber keine Abhilfe von offizieller Stelle.
Daher muss sich jeder selber schützen:
Benutzen Sie LED-Lampen so wenig wie möglich. Besorgen Sie sich stattdessen Glühlampen bzw. Halogenglühlampen, solange es noch welche gibt (zu bekommen im Online-Handel).
Tragen Sie beim Arbeiten am PC und Tablet und auch bei längerem Fernsehen Blaulicht-Schutzbrillen und
reduzieren Sie an ihren Geräten, besonders am Abend, den Blaulichtanteil.
Der erste Rat lautet: Gehen Sie täglich einmal raus, um sich die benötigte Menge UV-Licht zu geben. Besonders im Winter ist es sinnvoll, die Phase zu nutzen, in der sich die Sonne zeigt. Eine geringe Dosis UV-Licht reicht völlig aus! Sie können davon ausgehen, dass 10–15 Minuten Tageslicht auf Gesicht und Händen den erwünschten Effekt bringt. Und das auch bei bewölktem Himmel. Aber Achtung, das wirkt sich nicht auf den Vitamin-D-Spiegel aus!
Der zweite Rat lautet: Nutzen Sie die entspannenden Farben von Park und Wald und die Energie von Bäumen, dann werden auch noch Glückshormone freigesetzt. Nicht umsonst spricht man inzwischen von der wohltuenden Wirkung des »Waldbadens«.
Bei Neigung zur sogenannten Winterdepression hat sich die Lichttherapie bewährt. Dabei wird der Patient direkt nach dem Aufstehen einer künstlichen Lichtquelle zwischen 2500 und 10.000 Lux ausgesetzt. Er muss nicht direkt ins Licht schauen, es reicht, wenn der Schein auf die Netzhaut fällt.
Das rät die Ärztin
So ist Sonne gesund
Ihr Hauttyp entscheidet darüber, wie viel Sonne Sie vertragen. Hauttyp I ist sehr hell, hat meist blonde oder rote Haare, grüne oder blaue Augen und neigt zu Sommersprossen. Das Solarium (generell nicht empfehlenswert) ist für diesen Hauttyp tabu. Ansonsten gilt für alle: Am besten die Haut mit Textilien bedecken und noch besser: im Schatten bleiben. Kinderhaut ist extrem empfindlich und gehört nie in die pralle Sonne!
Feng-Shui kommt aus China (chin.: Wind und Wasser) und ist Teil der sogenannten daoistischen Philosophie. Im Westen ist Feng-Shui vor allem bekannt, um Wohnräume möglichst harmonisch und lebensfreundlich zu gestalten. Während in China schon beim Bau von Häusern die Grundlagen berücksichtigt werden, nutzen die Menschen westlicher Kulturkreise die Lehren eher für die Inneneinrichtung. Hauptziel ist es, die Energie in sämtlichen Räumlichkeiten ausgeglichen und gleichmäßig fließen zu lassen, um die Lebensqualität zu erhöhen.
Wenn Sie Ihre vier Wände nach Feng-Shui-Kriterien gestalten wollen, sollten Sie sich entweder einen qualifizierten Berater ins Haus holen oder sich wenigstens intensiv mit dem Thema beschäftigen.
