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Die Wechseljahre sind keine Krankheit, aber manche Frauen leiden sehr unter den Beschwerden, und der Gang zum Frauenarzt wird sinnvoll und notwendig. Gut informierte Frauenärztinnen oder -ärzte werden zunächst Maßnahmen zur Linderung empfehlen, die langfristig und ohne Nebenwirkungen helfen. Dazu zählen Veränderungen des Lebensstils ebenso wie Anwendungen der Naturheilkunde und Komplementärmedizin. Die gute Nachricht ist: Allein die Regulation des Lebensstils kann viel bewirken. Zudem gibt es sanfte Anwendungen zur Begleitung des Übergangs. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und vor allem Gelassenheit, um den neuen Lebensabschnitt gebührend zu begrüßen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2020
Einleitung
Grundlagen: Die Hormone
Funktion der Hormone
Botenstoffe
Der hormonelle Regelkreis
Hormone und ihre Rezeptoren
Der weibliche Monatszyklus
Die Geschlechtshormone
Weitere interessante Hormone
Hormone und Nerven
Geschlechtshormone, Schilddrüse und Nebenniere
Wechseljahre – Zeit des Übergangs
Die Menopause
Entstehung der Wechseljahre
Nachlassen der Eierstockfunktion
Hormonelle Schwankungen
„Künstliche“ (scheinbare) Wechseljahre
Die häufigsten Beschwerden
Vorübergehend oder von Dauer?
Vorübergehende Beschwerden der Wechseljahre
Anhaltende Beschwerden des Älterwerdens
Nachgedanken
Wie wir den Wechsel bewerten
Wechseljahre im Kontext der Kulturen
Abschied und Neuanfang
Die konventionelle Behandlung
Die Hormontherapie
Möglichkeiten und Grenzen der Hormontherapie
Weitere Therapien
Die bioidentische Hormonersatztherapie
Medikamente zur symptomatischen Therapie
Isoflavontherapie
Unsere Empfehlung
Den Lebensstil langfristig verändern
Achtsamkeit und Selbstfürsorge
Ernährung
Ernährung und Darmgesundheit
Grundsätzliche Empfehlungen
„Phytoöstrogene“ in der Nahrung
Einkaufsliste für die Über-45-Jährigen
Vegane Ideen
Trinken
Allgemeine Hinweise
Apfelessig-Honig-Trank
Schlaf und Schlafhygiene
Sport und Bewegung
Die Körperhaltung: Immer wieder aufrichten
Bewegung im Licht und an der frischen Luft
Wandern und Spazierengehen
Nordic Walking
Fahrradfahren
Schwimmen
Entspannung
Die Behandlung der vorübergehenden Beschwerden
Hormonelle Dysbalance allgemein
Ernährung
Nahrungsergänzungsmittel
Heilpflanzen
Homöopathie
Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
Heilpflanzen
Ätherische Öle
Kanne Brottrunk
Bewegung
Hitzewallungen
Heilpflanzen
Wasseranwendungen
Allgemeine Tipps gegen Hitzewallungen
Schlafstörungen
Wasseranwendungen: Kühle Fußdusche und Wassertreten
Heilpflanzen
Alkoholfreies Bier
Weitere Tipps
Die Behandlung von Beschwerden des Älterwerdens
„Anti-Osteoporose-Plan“
Kalziumreiche Ernährung – auch pflanzlich!
Vitamin D
Kraft- und Vibrationstraining
Trockenheit von Haut und Schleimhäuten
Grundsätzliche Empfehlungen
Tägliche Körperpflege
Pflege der trockenen Mundschleimhaut
Augenbad und Gesichtsguss bei trockenen Augen
Pflege der trockenen Vaginalschleimhaut
Herz-Kreislauferkrankungen
Der „12-Punkte-Wechseljahresfahrplan“
Schlusswort
Literaturtipps
Studien und Quellen
Die Autorinnen
Im Jahr 2002 war eine der wichtigsten Meldungen der Medizinforschung, dass eine groß angelegte Studie der Women’s Health Initiative (WHI-Studie) vorzeitig abgebrochen wurde. In der Untersuchung wurde überprüft, ob Hormongaben bei Frauen zwischen 50 und 79 Jahren das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen sowie von Osteoporose vermindern können. Im Laufe der Studie erkrankten mehr Studienteilnehmerinnen, die Hormone erhielten, an Embolien, Herzinfarkten und Schlaganfällen als erwartet. Auch Brustkrebs trat häufiger auf, so dass sich schließlich ein Fortführen der Studie aus ethischen Gründen nicht mehr verantworten ließ.
Damit war es auch mit der bis dahin selbstverständlichen Hormontherapie gegen Wechseljahresbeschwerden vorbei. Mehr noch: Hormone schienen, wenn sie auch Wechseljahresbeschwerden linderten, so gravierende Nebenwirkungen zu haben, dass ihr Einsatz per se in Frage gestellt werden musste.
Im Jahr 2016, also 14 Jahre später, wendete sich das Blatt erneut. Nach Einwänden gegen die radikale Kehrtwende, neuen Auswertungen und Langzeitbeobachtungen fordern gynäkologische Fachgesellschaften zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden nun eine Rehabilitierung der Hormontherapie. Allerdings sind sich die Experten darüber einig, dass die Bedingungen und Voraussetzungen strenger sein sollten:
– Die Beschwerden müssen gravierend sein.
– Andere Maßnahmen greifen nicht.
– Die Hormoneinnahme ist keine Dauertherapie, denn bei der herkömmlichen Hormontherapie kann ein gesundheitliches Restrisiko nicht ausgeschlossen werden.
Unabhängig von den Risiken und Nebenwirkungen einer Hormontherapie ist auch die Frage wichtig, wie Wechseljahresbeschwerden erklärt und dann entsprechend behandelt werden. Denn zum einen ist die hormonelle Veränderung in den Wechseljahren Teil eines natürlichen Prozesses, den es zu begleiten gilt, der jedoch nicht an sich krankhaft ist. Zum anderen muss nicht jedes Symptom, das bei Frauen um die 50 auftritt, mit dem Absinken des Östrogenspiegels bzw. den Schwankungen des Hormonspiegels zusammenhängen. Manche „Zipperlein“, die eine Frau jetzt bemerkt, sind vielleicht dem Älterwerden geschuldet? Oder der Trauer um den Verlust der Jugend? Es ist auch vorstellbar, dass durch die hormonelle Umstellung und die teils großen hormonellen Schwankungen eine körperliche und seelische „Empfindlichkeit“ entsteht, die alles etwas größer und schlimmer erscheinen lässt.
In unserem Buch bemühen wir uns um eine Annäherung an das Thema Wechseljahre – eine Zeit des Übergangs, der Veränderung, des Annehmens und Lernens. Vermutlich sind die meisten Beschwerden, die Sie während dieser Zeit verspüren, durch die Maßnahmen zu lindern, die wir Ihnen vorstellen. Unser Anliegen ist es, Ihnen den Wechsel leichter zu machen und die Lebensqualität zu verbessern. Die Wechseljahre sind keine Krankheit, aber für manche Frauen können die Beschwerden ein so unerträgliches Ausmaß annehmen, dass der Gang zum Frauenarzt/ der Frauenärztin sinnvoll und notwendig ist. Auch wenn Sie unsicher sind, sollten Sie einen Arzt zu Rate ziehen. Gut informierte Frauenärztinnen oder -ärzte werden zunächst Maßnahmen zur Linderung empfehlen und verordnen, die langfristig und ohne Nebenwirkungen helfen. Dazu zählen Veränderungen des Lebensstils ebenso wie Anwendungen der Naturheilkunde und Komplementärmedizin. Die gute Nachricht ist: Allein die Regulation des Lebensstils kann schon sehr viel bewirken. Zudem gibt es eine ganze Menge an sanften Möglichkeiten, den Übergang zu begleiten oder gezielt Beschwerden zu behandeln, z.B. pflanzliche Arzneimittel, bioidentische Hormone und vieles mehr.
* * *Wie ist dieses Buch aufgebaut? Zunächst möchten wir einen kurzen Einblick in das komplexe Regelwerk des menschlichen Hormonsystems geben, damit Sie verstehen, wie der ganz normale, also „physiologische“ Ablauf in den Wechseljahren aussieht, warum es zu bestimmten vorübergehenden Beschwerden kommt, aber auch, wie sich Ihr Körper mit den Wechseljahren langsam auf eine neue Lebensphase einstimmt. Wir unterscheiden hier in vorübergehende und anhaltende Beschwerden. Die vorübergehenden Beschwerden werden durch die hormonellen Schwankungen im Laufe der Wechseljahre verursacht, die anhaltenden Beschwerden ergeben sich aus dem natürlichen Alterungsprozess.
Nach den häufigsten Beschwerden und der konventionellen Therapie stellen wir im nächsten Kapitel Maßnahmen des Lebensstils vor, die ab dem Zeitpunkt der Wechseljahre besonders sinnvoll sind und die wir grundsätzlich allen Frauen empfehlen möchten. Sie dienen dem Wohlbefinden, der Fitness, nicht zuletzt der Schönheit, beugen gesundheitlichen Risiken vor und können zudem auch dazu beitragen, die häufigsten Wechseljahresbeschwerden zu lindern. Ein kleiner „12-Punkte-Plan“ soll die Umsetzung erleichtern.
Abschließend finden Sie bewährte Empfehlungen zur gezielten Behandlung der häufigsten Symptome – sowohl der vorübergehenden wie auch der anhaltenden. Die Pflanzenheilkunde und Naturheilkunde stehen hier im Vordergrund.
Welche der vorgeschlagenen Maßnahmen für Sie „passt“, können Sie nur selber herausfinden. Haben Sie etwas Geduld, wenn Sie sie ausprobieren, aber wechseln Sie auch die Strategie, wenn etwas gar nicht hilft. Gerade in „hormonell bewegten Zeiten“ kommen die unterschiedlichen Typen von Frauen besonders zum Tragen: Jede Frau ist anders. Jeder Frau tut etwas anderes gut.
