Wechseljahresbeschwerden - Ingrid Gerhard - E-Book

Wechseljahresbeschwerden E-Book

Ingrid Gerhard

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Beschreibung

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, aber manche Frauen leiden sehr unter den Beschwerden, und der Gang zum Frauenarzt wird sinnvoll und notwendig. Gut informierte Frauenärztinnen oder -ärzte werden zunächst Maßnahmen zur Linderung empfehlen, die langfristig und ohne Nebenwirkungen helfen. Dazu zählen Veränderungen des Lebensstils ebenso wie Anwendungen der Naturheilkunde und Komplementärmedizin. Die gute Nachricht ist: Allein die Regulation des Lebensstils kann viel bewirken. Zudem gibt es sanfte Anwendungen zur Begleitung des Übergangs. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und vor allem Gelassenheit, um den neuen Lebensabschnitt gebührend zu begrüßen.

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Veröffentlichungsjahr: 2020

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Was tun bei ...

Wechseljahresbeschwerden

Ingrid Gerhard Annette Kerckhoff

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Grundlagen: Die Hormone

Funktion der Hormone

Botenstoffe

Der hormonelle Regelkreis

Hormone und ihre Rezeptoren

Der weibliche Monatszyklus

Die Geschlechtshormone

Weitere interessante Hormone

Hormone und Nerven

Geschlechtshormone, Schilddrüse und Nebenniere

Wechseljahre – Zeit des Übergangs

Die Menopause

Entstehung der Wechseljahre

Nachlassen der Eierstockfunktion

Hormonelle Schwankungen

„Künstliche“ (scheinbare) Wechseljahre

Die häufigsten Beschwerden

Vorübergehend oder von Dauer?

Vorübergehende Beschwerden der Wechseljahre

Anhaltende Beschwerden des Älterwerdens

Nachgedanken

Wie wir den Wechsel bewerten

Wechseljahre im Kontext der Kulturen

Abschied und Neuanfang

Die konventionelle Behandlung

Die Hormontherapie

Möglichkeiten und Grenzen der Hormontherapie

Weitere Therapien

Die bioidentische Hormonersatztherapie

Medikamente zur symptomatischen Therapie

Isoflavontherapie

Unsere Empfehlung

Den Lebensstil langfristig verändern

Achtsamkeit und Selbstfürsorge

Ernährung

Ernährung und Darmgesundheit

Grundsätzliche Empfehlungen

„Phytoöstrogene“ in der Nahrung

Einkaufsliste für die Über-45-Jährigen

Vegane Ideen

Trinken

Allgemeine Hinweise

Apfelessig-Honig-Trank

Schlaf und Schlafhygiene

Sport und Bewegung

Die Körperhaltung: Immer wieder aufrichten

Bewegung im Licht und an der frischen Luft

Wandern und Spazierengehen

Nordic Walking

Fahrradfahren

Schwimmen

Entspannung

Die Behandlung der vorübergehenden Beschwerden

Hormonelle Dysbalance allgemein

Ernährung

Nahrungsergänzungsmittel

Heilpflanzen

Homöopathie

Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit

Heilpflanzen

Ätherische Öle

Kanne Brottrunk

Bewegung

Hitzewallungen

Heilpflanzen

Wasseranwendungen

Allgemeine Tipps gegen Hitzewallungen

Schlafstörungen

Wasseranwendungen: Kühle Fußdusche und Wassertreten

Heilpflanzen

Alkoholfreies Bier

Weitere Tipps

Die Behandlung von Beschwerden des Älterwerdens

„Anti-Osteoporose-Plan“

Kalziumreiche Ernährung – auch pflanzlich!

Vitamin D

Kraft- und Vibrationstraining

Trockenheit von Haut und Schleimhäuten

Grundsätzliche Empfehlungen

Tägliche Körperpflege

Pflege der trockenen Mundschleimhaut

Augenbad und Gesichtsguss bei trockenen Augen

Pflege der trockenen Vaginalschleimhaut

Herz-Kreislauferkrankungen

Der „12-Punkte-Wechseljahresfahrplan“

Schlusswort

Literaturtipps

Studien und Quellen

Die Autorinnen

Einleitung

Im Jahr 2002 war eine der wichtigsten Meldungen der Medizinforschung, dass eine groß angelegte Studie der Women’s Health Initiative (WHI-Studie) vorzeitig abgebrochen wurde. In der Untersuchung wurde überprüft, ob Hormongaben bei Frauen zwischen 50 und 79 Jahren das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen sowie von Osteoporose vermindern können. Im Laufe der Studie erkrankten mehr Studienteilnehmerinnen, die Hormone erhielten, an Embolien, Herzinfarkten und Schlaganfällen als erwartet. Auch Brustkrebs trat häufiger auf, so dass sich schließlich ein Fortführen der Studie aus ethischen Gründen nicht mehr verantworten ließ.

Damit war es auch mit der bis dahin selbstverständlichen Hormontherapie gegen Wechseljahresbeschwerden vorbei. Mehr noch: Hormone schienen, wenn sie auch Wechseljahresbeschwerden linderten, so gravierende Nebenwirkungen zu haben, dass ihr Einsatz per se in Frage gestellt werden musste.

Im Jahr 2016, also 14 Jahre später, wendete sich das Blatt erneut. Nach Einwänden gegen die radikale Kehrtwende, neuen Auswertungen und Langzeitbeobachtungen fordern gynäkologische Fachgesellschaften zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden nun eine Rehabilitierung der Hormontherapie. Allerdings sind sich die Experten darüber einig, dass die Bedingungen und Voraussetzungen strenger sein sollten:

– Die Beschwerden müssen gravierend sein.

– Andere Maßnahmen greifen nicht.

– Die Hormoneinnahme ist keine Dauertherapie, denn bei der herkömmlichen Hormontherapie kann ein gesundheitliches Restrisiko nicht ausgeschlossen werden.

Unabhängig von den Risiken und Nebenwirkungen einer Hormontherapie ist auch die Frage wichtig, wie Wechseljahresbeschwerden erklärt und dann entsprechend behandelt werden. Denn zum einen ist die hormonelle Veränderung in den Wechseljahren Teil eines natürlichen Prozesses, den es zu begleiten gilt, der jedoch nicht an sich krankhaft ist. Zum anderen muss nicht jedes Symptom, das bei Frauen um die 50 auftritt, mit dem Absinken des Östrogenspiegels bzw. den Schwankungen des Hormonspiegels zusammenhängen. Manche „Zipperlein“, die eine Frau jetzt bemerkt, sind vielleicht dem Älterwerden geschuldet? Oder der Trauer um den Verlust der Jugend? Es ist auch vorstellbar, dass durch die hormonelle Umstellung und die teils großen hormonellen Schwankungen eine körperliche und seelische „Empfindlichkeit“ entsteht, die alles etwas größer und schlimmer erscheinen lässt.

In unserem Buch bemühen wir uns um eine Annäherung an das Thema Wechseljahre – eine Zeit des Übergangs, der Veränderung, des Annehmens und Lernens. Vermutlich sind die meisten Beschwerden, die Sie während dieser Zeit verspüren, durch die Maßnahmen zu lindern, die wir Ihnen vorstellen. Unser Anliegen ist es, Ihnen den Wechsel leichter zu machen und die Lebensqualität zu verbessern. Die Wechseljahre sind keine Krankheit, aber für manche Frauen können die Beschwerden ein so unerträgliches Ausmaß annehmen, dass der Gang zum Frauenarzt/ der Frauenärztin sinnvoll und notwendig ist. Auch wenn Sie unsicher sind, sollten Sie einen Arzt zu Rate ziehen. Gut informierte Frauenärztinnen oder -ärzte werden zunächst Maßnahmen zur Linderung empfehlen und verordnen, die langfristig und ohne Nebenwirkungen helfen. Dazu zählen Veränderungen des Lebensstils ebenso wie Anwendungen der Naturheilkunde und Komplementärmedizin. Die gute Nachricht ist: Allein die Regulation des Lebensstils kann schon sehr viel bewirken. Zudem gibt es eine ganze Menge an sanften Möglichkeiten, den Übergang zu begleiten oder gezielt Beschwerden zu behandeln, z.B. pflanzliche Arzneimittel, bioidentische Hormone und vieles mehr.

* * *

Wie ist dieses Buch aufgebaut? Zunächst möchten wir einen kurzen Einblick in das komplexe Regelwerk des menschlichen Hormonsystems geben, damit Sie verstehen, wie der ganz normale, also „physiologische“ Ablauf in den Wechseljahren aussieht, warum es zu bestimmten vorübergehenden Beschwerden kommt, aber auch, wie sich Ihr Körper mit den Wechseljahren langsam auf eine neue Lebensphase einstimmt. Wir unterscheiden hier in vorübergehende und anhaltende Beschwerden. Die vorübergehenden Beschwerden werden durch die hormonellen Schwankungen im Laufe der Wechseljahre verursacht, die anhaltenden Beschwerden ergeben sich aus dem natürlichen Alterungsprozess.

Nach den häufigsten Beschwerden und der konventionellen Therapie stellen wir im nächsten Kapitel Maßnahmen des Lebensstils vor, die ab dem Zeitpunkt der Wechseljahre besonders sinnvoll sind und die wir grundsätzlich allen Frauen empfehlen möchten. Sie dienen dem Wohlbefinden, der Fitness, nicht zuletzt der Schönheit, beugen gesundheitlichen Risiken vor und können zudem auch dazu beitragen, die häufigsten Wechseljahresbeschwerden zu lindern. Ein kleiner „12-Punkte-Plan“ soll die Umsetzung erleichtern.

Abschließend finden Sie bewährte Empfehlungen zur gezielten Behandlung der häufigsten Symptome – sowohl der vorübergehenden wie auch der anhaltenden. Die Pflanzenheilkunde und Naturheilkunde stehen hier im Vordergrund.

Welche der vorgeschlagenen Maßnahmen für Sie „passt“, können Sie nur selber herausfinden. Haben Sie etwas Geduld, wenn Sie sie ausprobieren, aber wechseln Sie auch die Strategie, wenn etwas gar nicht hilft. Gerade in „hormonell bewegten Zeiten“ kommen die unterschiedlichen Typen von Frauen besonders zum Tragen: Jede Frau ist anders. Jeder Frau tut etwas anderes gut.