Fürsten-Roman 2525 - Diana Laurent - E-Book

Fürsten-Roman 2525 E-Book

Diana Laurent

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Beschreibung

Als Felix Prinz von Sassendorf an einem lauen Sommerabend einen Spaziergang durch einen Münchener Park macht, ist sein Herz bleischwer, und er kann keine Ruhe finden. Sein Vater drängt ihn unerbittlich zur Heirat mit einer Milliardenerbin, um das fürstliche Unternehmen zu sanieren. Weigert sich Felix, wird es zu einem bitteren Bruch mit dem Vater kommen.


Ausgerechnet da begegnet er seinem alten Freund Hajo Schubert - und dieser hat unfassbare Neuigkeiten: Viktoria, die große Liebe des Prinzen, die ihn vor Jahren aus unerklärlichen Gründen verließ, ist zurück in München. Allerdings nicht als Ärztin, sondern als schwer kranke Patientin. Trotz allem, was war, zögert Felix nicht - er muss Viktoria wiedersehen, die Vergangenheit aufklären, bevor es zu spät ist. Denn in dieser magischen Stunde zwischen Licht und Dunkelheit wird ihm eines klar: Eine große Liebe darf man nicht einfach so aufgeben - für kein Geld der Welt!

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Inhalt

Cover

Impressum

Im Zauber der Blauen Stunde

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2017 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: shutterstock / conrado

Datenkonvertierung eBook: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-4730-2

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Im Zauber der Blauen Stunde

Als ihre Liebe Wirklichkeit wurde

Von Diana Laurent

Als Felix Prinz von Sassendorf an einem lauen Sommerabend einen Spaziergang durch einen Münchener Park macht, ist sein Herz bleischwer, und er kann keine Ruhe finden. Sein Vater drängt ihn unerbittlich zur Heirat mit einer Milliardenerbin, um das fürstliche Unternehmen zu sanieren. Weigert sich Felix, wird es zu einem bitteren Bruch mit dem Vater kommen.

Ausgerechnet da begegnet er seinem alten Freund Hajo Schubert – und dieser hat unfassbare Neuigkeiten: Viktoria, die große Liebe des Prinzen, die ihn vor Jahren aus unerklärlichen Gründen verließ, ist zurück in München. Allerdings nicht als Ärztin, sondern als schwer kranke Patientin. Trotz allem, was war, zögert Felix nicht – er muss Viktoria wiedersehen, die Vergangenheit aufklären, bevor es zu spät ist. Denn in dieser magischen Stunde zwischen Licht und Dunkelheit wird ihm eines klar: Eine große Liebe darf man nicht einfach so aufgeben – für kein Geld der Welt!

Die Morgensonne schob sich an diesem Tag Mitte Juni gerade über die ausladenden Kronen der Baumriesen im nahen Englischen Garten, leichter Dunst hatte sich in der Nacht gebildet, den die goldenen, wärmenden Strahlen rasch auflösten.

Ein silbriger Schwarm kleiner Mücken tanzte auf dem kristallklaren Wasser des azurblauen Pools, der auf dem weitläufigen Grundstück dezent in die geschmackvolle Komposition aus Bäumen, Sträuchern und Rabatten integriert war. Das Stadtpalais der Fürsten Sassendorf war ein repräsentativer Bau aus der Zeit des Klassizismus um 1810.

Die Fürstenfamilie hatte vorher über Generationen auf ihrem Stammschloss nahe Bayreuth gelebt. Auch heute besaß man dort noch ausgedehnte Ländereien, Wälder und Ackerland. Deren Nutzung oblag allerdings Pächtern, denn die Landwirtschaft hatten die Sassendorfs mit ihrer Übersiedlung nach München aufgegeben. Das Stammschloss befand sich noch in Familienbesitz, war aber öffentlich zugänglich und wurde nur noch selten privat genutzt.

Schon früh hatte man die Zeichen der Zeit erkannt, in neue Erfindungen und technische Errungenschaften investiert, Firmen und Fabriken gegründet. Die beiden großen Kriege hatten auch die Fürstenfamilie nicht ungeschoren gelassen. Man verlor Geld und Gut, manchmal auch das Leben. Viele hoch dekorierte Kriegshelden ruhten in der familieneigenen Gruft nahe Bayreuth.

Heutzutage leitete Ludger Fürst von Sassendorf einen großen Betrieb der Elektroindustrie. Sein Sohn Felix war im Unternehmen die rechte Hand des verwitweten Fürsten. Man arbeitete reibungslos zusammen und verstand sich auch privat.

An diesem frühen Sommermorgen verließ Prinz Felix das Haus, um noch vor dem Frühstück einige Bahnen zu schwimmen. Der hochgewachsene, sportliche junge Mann war zumindest rein äußerlich das Abbild seines Vaters.

Das gleiche dunkle, ein wenig wellige Haar umrahmte sein markant männliches Gesicht, in dem die klugen, steingrauen Augen bestachen und dem man die lange, edle Ahnenreihe ansah.

Felix zählte mit Anfang dreißig zu den begehrtesten Junggesellen der süddeutschen High Society. Zahlreiche junge Damen aus gutem Hause bemühten sich beständig um seine Gunst, doch keiner war es bislang gelungen, ihn für längere Zeit an sich zu binden. Dabei war der Prinz im Grunde seines Herzens kein leichtfertiger Mensch. Und es hatte in seinem Leben durchaus eine Zeit gegeben, in der er an Liebe und Ehe geglaubt hatte. Doch dieser Glaube war nachhaltig zerstört worden …

Mit einem eleganten Sprung tauchte der Prinz in das erfrischend kühle Wasser ein. Kraftvoll kraulte er eine Bahn, legte unter Wasser eine elegante Wende hin und schloss gleich die zweite Bahn an. Das imponierende Spiel seiner Muskeln unter der leicht gebräunten Haut hätte jedem Profisportler zur Ehre gereicht.

Prinz Felix war schon immer sportlich gewesen, hatte in der Schule zur Reitequipe und zu den besten Leichtathleten gehört und während seines Studiums seine Leidenschaft fürs Segeln entdeckt, die ihn im Team sogar zu olympischem Silber geführt hatte. Nun blieb ihm nur noch in sehr begrenztem Rahmen die Zeit, sich sportlich zu betätigen.

Als Manager in den Sassendorf-Werken war eine Vierzigstundenwoche für ihn ein unerreichbarer Traum. In der warmen Jahreszeit nutzte er deshalb den frühen Morgen, um zu schwimmen oder im Englischen Garten laufen zu gehen. Und im Winter verbrachte er zumindest die freien Wochenenden auf den Pisten des nahen Alpenvorlandes.

Die körperliche Betätigung war für Felix wichtig, um den Kopf freizubekommen und fit für den Tag zu werden. In dieser kurzen Zeitspanne bereitete er sich aber nicht nur auf seinen meist recht stressigen Job vor, sondern ließ seinen Gedanken ganz einfach freien Lauf.

An diesem Morgen kehrten sie einmal mehr in die Vergangenheit zurück, in eine Zeit, die er für die glücklichste seines Lebens gehalten hatte, und die ihm doch das Herz gebrochen und ihn in Sachen Liebe zu einem Zyniker gemacht hatte.

Der Prinz hatte in seiner Heimatstadt studiert, aber auch einige Auslandssemester hinter sich gebracht, unter anderem in Boston, Paris und Mailand. Seiner großen Liebe war er aber in der bayerischen Landeshauptstadt begegnet.

Er konnte sich noch ganz genau an den Tag erinnern, als er mit ein paar Freunden aus einer Vorlesung gekommen war, in eine angeregte Diskussion vertieft, und dabei eine Studentin übersehen hatte, die mit einem Stapel Bücher seinen Weg gekreuzt hatte. Bei dem Zusammenprall war das Eigentum der Unibibliothek auf dem Boden gelandet, teilweise in einer Pfütze, denn es war ein regnerischer Frühlingstag gewesen.

Felix hatte sich entschuldigt und die Bücher brav aufgehoben. Doch dem Zorn der jungen Frau hatte er damit nicht entgehen können. Sie hatte ihm eine ganze Batterie urbayerischer Schimpfwörter an den Kopf geworfen und ihn mit ihren himmelblauen Augen so erbost angefunkelt, dass er erschrocken zurückgewichen war. Dabei war er gestolpert und nun seinerseits auf dem Boden gelandet.

Da hatte er dann gesessen, mitten in einer Pfütze, und fasziniert auf das Mädchen gestarrt, das ihn eben noch beschimpft hatte, und ihn nun schallend auslachte. Ihr Lachen war ansteckend gewesen, bald hatte er eingestimmt, und schließlich hatten sie im Campuscafé mit feuchten Büchern und feuchten Hosenbeinen einen Versöhnungskaffee getrunken.

Noch am gleichen Tag hatte Felix sich in Viktoria Prinzessin von Thies, angehende Medizinerin und das zauberhafteste Geschöpf, das ihm je über den Weg gelaufen war, verliebt. Und es hatte nicht lange gedauert, bis er erfahren hatte, dass es ihr ebenso ergangen war.

Für ein wundervolles Jahr waren sie unzertrennlich gewesen. Viktoria stammte aus Garmisch, die Fürsten Thies waren von jeher bodenständige, handfeste Charaktere gewesen. Felix hatte sich auf Anhieb mit ihren Eltern verstanden und sich mit großer Herzlichkeit aufgenommen gefühlt.

Viktorias Vater war mittlerer Beamter im diplomatischen Dienst, ihre Mutter eine begabte Pianistin. Die Prinzessin hatte drei ältere Brüder, die sich allesamt eine angesehene, aber bürgerliche Existenz aufgebaut hatten. Dass ihr »Nesthäkchen« in die schwerreiche Sassendorf-Familie einheiraten sollte, war Viktorias Eltern ein wenig suspekt gewesen. Doch sie hätten nicht einmal im Traum daran gedacht, ihrer Tochter Steine in den Weg zu legen.

Ganz anders Fürst Ludger. Ihm war die Wahl seines einzigen Sohnes von Anfang an ein Dorn im Auge gewesen. Hinter dem Rücken seines Sohnes und bis heute ohne dessen Wissen hatte er dafür gesorgt, dass dessen große Liebe zerbrach. Der Prinz aber gab Viktoria die Schuld am Scheitern ihrer Beziehung.

Mit einem Mal war alles wichtiger gewesen als die Zeit, die sie miteinander verbrachten. Viktoria schien nur noch ihr Studium im Kopf zu haben. Sie war plötzlich kühl und unnahbar geworden. Felix hatte versucht, den Grund für ihr verändertes Verhalten herauszufinden, doch vergeblich. Frustriert hatte er ihr Vorwürfe gemacht, und es war so weit gekommen, dass sie nur noch gestritten hatten.

Dann hatte Viktoria ihm kurz und bündig mitgeteilt, dass sie als Assistenzärztin in ein Buschhospital nach Ruanda gehen wolle. Sie hatte ihm nicht einmal mehr die Gelegenheit gegeben, sich von ihr zu verabschieden.

Sie war gegangen und hatte sein Herz gebrochen. Felix hatte lange gebraucht, um darüber hinwegzukommen. Er ahnte nicht, dass sein Vater solange Druck auf die Familie Thies ausgeübt hatte, bis Viktoria nachgegeben hatte. Und er ahnte erst recht nicht, wie schwer es ihr gefallen war, ihn, die Liebe ihres Lebens, einfach zu verlassen.

Nach dieser Enttäuschung hatte Prinz Felix die für ihn logisch erscheinenden Konsequenzen gezogen. Die Liebe war für ihn fortan nur noch ein Spiel gewesen. Er vermied es, echte Gefühle zu investieren. Und er ließ keine Frau mehr so nahe an sich heran, dass es zu Komplikationen kommen konnte.

Er dachte auch nicht daran, sich zu binden. Wenn er doch eines Tages heiraten sollte, dann mit klarem Kopf und aus wohlbedachten Erwägungen. Nie wieder sollte eine Frau ihn dermaßen verletzen, das hatte Felix sich damals in seiner Verzweiflung geschworen, und nach dieser Maxime lebte er bis auf den heutigen Tag.

Eine halbe Stunde war vergangen, die Sonne lugte zwischen Badehaus und der exakt formierten Eibenhecke hindurch und streute Goldtaler auf das klare Wasser des Pools. Zeit für Prinz Felix, zu frühstücken und ins Büro zu fahren. Und Zeit, die trüben Gedanken an die Vergangenheit loszuwerden.

Eine leise Wehmut hatten die Erinnerungen doch in seinem Herzen zurückgelassen. Er schüttelte sie ab wie das Wasser, als er den nassen Fluten entstieg. Ein Bild von einem Mann, dem keine Frau lange widerstehen konnte, und doch kein Mann, der eine Frau wirklich glücklich machen konnte, denn sein Herz war niemals beteiligt. Und so sollte es auch bleiben, denn der wahren Liebe hatte Felix Prinz von Sassendorf vor langer Zeit abgeschworen.

***

Wenig später hatte Prinz Felix geduscht und sich umgezogen. Als er nun die breite Freitreppe herunter eilte, die in die lichtdurchflutete Halle führte, meldete sich sein Handy.

Ein Blick auf das Display verriet ihm, dass es sich um einen privaten Anruf handelte. Es war Jo van Delft, einer seiner Freunde aus Studienzeiten.

Jo war der jüngste Spross einer niederländischen Unternehmerfamilie und ein gnadenloser Nichtstuer. Er bezeichnete sich selbst als Nostalgiker, der den goldenen Playboy-Zeiten nachtrauerte und ganz im Stile eines Gunter Sachs das Leben in vollen Zügen genoss.

Jo zog stets mit »Gefolge« durch die Welt, war meist im Privatjet unterwegs und bewohnte abwechselnd die zahlreichen Immobilien seines Clans. Momentan hielt er sich gerade in München auf und gab eine Party nach der anderen. Prinz Felix ahnte schon, warum sein Freund ihn anrief. Und er sollte sich nicht getäuscht haben.

»Felix, mein Guter, ich möchte dich fürs Wochenende einladen«, erklärte er wie immer gut gelaunt. »Keine Ausreden, dein Typ ist gefragt. Wir feiern zwei Tage in der Hütte meines Alten. Du kennst ja die Adresse und sonderlich weit hast du es auch nicht. Ich akzeptiere deshalb kein Nein. Falls du also das, was man in manchen Kreisen als ›Arbeit‹ bezeichnet, vorschützen willst, bist du bei mir an der falschen Adresse. Ich bestehe darauf, dass du kommst. Oder muss ich dir eine Limo schicken, die dich auch ganz sicher abholt?«

Der Prinz musste immer über den heiteren Wortschwall des Freundes schmunzeln. Nachsichtig versprach er: »Ich komme freiwillig. Deine Partys sind legendär, Jo. Die werde ich mir ganz sicher nicht entgehen lassen.«

»Klasse!« Das kam von Herzen und war nicht aufgesetzt. Gleich plauderte Jo weiter: »Du wirst es nicht bereuen. Ich habe die schönsten Mädchen der Stadt eingesammelt. Und die Schönste darfst du dir aussuchen. Na, wie klingt das?«

»Du verwöhnst mich, Jo.«

Der lachte. »Klar, für meine Freunde nur das Beste! Also, sieh zu, dass du pünktlich bei mir antanzt. Lass deinen Bleistift mal ausnahmsweise Schlag Feierabend fallen, oder wie das heißt …«

»Stimmt schon. Aber du solltest dich nicht zu vertraut mit dem Jargon der arbeitenden Bevölkerung machen«, zog Felix ihn auf. »Am Ende kriegst du noch seltsame Gelüste, dich zu betätigen.«

Jo lachte wie über einen guten Witz.

»Wir sehen uns!« Dann war das Gespräch auch schon beendet.

Prinz Felix hatte in der Zwischenzeit das Frühstückszimmer betreten, das nach Osten lag und vom hellen Schein der Morgensonne erfüllt war. Sein Vater studierte die Zeitung und erwiderte seinen Gruß nur knapp. Allerdings war er nicht wirklich in das Neueste vom Tage vertieft, sondern hatte interessiert zugehört, was sein Sohn sagte.

Als Butler Simon nun servierte, fragte der Fürst: »Der junge van Delft gibt wohl am Wochenende wieder eine Party?«

Felix musste schmunzeln. »Ja, er ist unverbesserlich. Aber seine Feste haben immer Stil, das muss man ihm lassen. Es ist nie langweilig und man amüsiert sich. Darauf kommt es an.«

»Du gehst also hin?«

»Ich wollte eigentlich. Oder spricht etwas dagegen?«

Fürst Ludger schüttelte den Kopf. »Von meiner Seite aus nicht. Die Verhandlungen mit Jörgensen ziehen sich hin, obwohl wir versucht haben, Druck zu machen.«

»Wolltest du ihm nicht am Wochenende die Stadt zeigen?«

»Das war sein Wunsch. Allerdings verspüre ich wenig Neigung, den Fremdenführer zu spielen, so störrisch, wie er sich in den letzten Tagen gegeben hat. Seine Konditionen sind schlichtweg eine Unverschämtheit.«

»Der Auftrag wäre aber allein vom Volumen her erstrebenswert.«

»Jörgensen hat in Skandinavien das Monopol. Das nutzt er gnadenlos aus.« Der Fürst seufzte bekümmert auf. »Hätten wir etwas größeren finanziellen Spielraum, wäre unsere Position bei solchen Verhandlungen sehr viel besser. Doch leider …«

»Denkst du an etwas Bestimmtes?«, fragte Felix anzüglich, denn ihm war schon klar, worauf sein Vater anspielte.

Er hatte seit einer Weile eine reiche Erbin im Auge, die ihm als Schwiegertochter gerade recht gewesen wäre. Der Prinz war bislang nicht auf die entsprechenden Hinweise eingegangen. Doch sein Vater konnte hartnäckig sein, wie sich nun zeigte.

»An Sissi von Quest«, gab der Fürst offen zu. »Sie wird eines Tages die Milliarden ihres Vaters erben. Und ich verrate dir kein Geheimnis, wenn ich dir sage, dass eine Heirat mit ihr das beste Geschäft deines Lebens werden könnte, mein Junge.«

»Geschäft?« Prinz Felix hob indigniert eine Augenbraue.

»Nun lass uns mal ehrlich sein. Ein Mann in deiner Position, gesellschaftlich wie geschäftlich, ist darauf angewiesen, eine passende Partie zu finden. Du kannst nicht einfach losziehen, dich verlieben und irgendein Mädchen zum Standesamt schleppen.«

Kurz verdüsterten sich Felix’ markante Züge, seine Stimme klang rau, als er zugab: »Das habe ich leider lernen müssen.«

»Schwamm drüber, du wirst doch nicht immer noch diesem Mädchen nachweinen, wie war gleich ihr Name … Na, ist ja auch egal. Es liegt mir fern, mich in dein Leben einzumischen, mein Junge, aber eine Sissi von Quest könnte die Idealbesetzung als Ehefrau sein, glaub mir. Und das in jeder denkbaren Beziehung …«

»Ja, vielleicht. Ich werde es mir durch den Kopf gehen lassen«, versprach Felix geduldig. »Allerdings möchte ich sie erst mal kennenlernen, bevor ich mich festlege.«

Fürst Ludger lächelte schmal. »Ich habe das Gefühl, dass dies schon recht bald geschehen könnte. Schließlich verkehrt ihr in den gleichen Kreisen.«

Wenig später machte Prinz Felix sich auf den Weg ins Büro, sein Vater brach erst nach ihm auf, er hatte noch ein paar Telefonate zu führen, die angeblich privater Natur waren.