Füssener Dialekt - Wolfgang K. Hindelang - E-Book

Füssener Dialekt E-Book

Wolfgang K. Hindelang

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Beschreibung

Im Füssener Dialekt verfasste Gedichte, Geschichten mit alten Fotos und Wörterbuch zum Erhalt einer Allgäuer Mundart.

Das E-Book Füssener Dialekt wird angeboten von Books on Demand und wurde mit folgenden Begriffen kategorisiert:
Allgäu, Dialekt, Füssen, Mundart

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Seitenzahl: 238

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Im Gedenken

an die Füssener Mundart-Dichterin

Berta Führer* 7. April 1909 † 18. August 1997

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

G´dichtlê Führer Berta im Dialêkt

Rückschau fiâr dê Joârgang 1909 – 1969

Wiâ´s friânêr war ….

Dr Fiâßar Klåsê - Markt

Joârgangstreffê 1909 – 1979

Weihnächtê

I mêcht so geârê wiidr a Schuâlmäädlê sei

D´ Fuâßgängarzonê vo Fiâßê.

G´dichtlê Führer Berta im Hoâchdeitschê

Personengedicht

Spital – Weihnachten 1993

Fiâßar Burgarliâd

Fiâßar Burgarliâd.

Oâgênê G´schichtlê

D´Höllplattê, unsr Viârtl.

Miâr Buâbê vo dr Höllplattê

S´Schlachthaus am Lech

D´Freibank (Ruhland-Anwesen)

Im altê Friidhof

Dê Schwalbêlech

Unsrê Brunnê in dr Schtadt

A G´schichtlê zum Schmunzlê

S´Schtinkgässelê

D´Lumpêwalli

B´sondêrsch bekanntê Fiâßnar Unikum

Anhänge

Schpriich

Hausnããmê Höllplattê

Fiâßar Wörtêrbuâch

Bildquellen & Danksagung

Vorwort

Der Allgäuer Dialekt ist eine eigene Sprache und muss aus diesem Grund auch entsprechend ausgesprochen und geschrieben werden.

In anderen Sprachen werden verschiedene Buchstaben und Buchstabenkombinationen speziell ausgesprochen. Sie werden in den Wörterbüchern mit einer Lautschrift dargestellt.

Dies ist im Allgäuer Dialekt generell nicht möglich. Die im Dialekt vorkommenden außergewöhnlichen Vokale kann man nicht mit einer anderen Schreibart sprich Lautschrift darstellen.

So ist es auch im Füssener Dialekt. Die im Dialekt vorkommenden neuen Vokale sind demzufolge auch neue Buchstaben. Sie werden speziell geschrieben und auch speziell ausgesprochen.

In öffentlichen Publikationen werden vermehrt Worte des Dialektes verwendet und in einer vereinfachten Schreibweise ausgeführt. Laut der Schreiber ist das notwendig, damit die Nichteinheimischen auch den Dialekt lesen können.

So wird zum Beispiel das Wort „Füssen“ in der vereinfachten Schreibweise „Fiassa“ geschrieben, während es richtig im Dialekt „Fiâßê“ geschrieben wird. Wenn man beide Worte ausspricht wie sie gelesen werden, dann hört man sofort den Unterschied.

Diese zuerst genannte Schreibweise ist meiner Meinung nach falsch, denn damit wird der Dialekt als eigene Sprache falsch interpretiert. Wie soll ein Nichteinheimischer den Dialekt lernen und verstehen können, wenn die Aussprache der Wörter schon anders ist. Ich bezeichne diese vereinfachte Schreibweise als Pseudo-Dialekt für Auswärtige.

Da es in den Allgäuer Dialekten und dementsprechend auch im Füssener Dialekt ausgesprochene Sonderbuchstaben gibt, die man im Hochdeutschen nicht kennt, mussten neue Buchstaben (Vokale) hinzugefügt werden.

Hierzu die folgende Erläuterung und Erklärung:

Die Sonderbuchstaben (neue Vokale) verwende ich in Anlehnung an Ausführungen des Sprachwissenschaftlers Dr. Manfred Renn*.

â

steht für den unklaren zweiten Bestandteil bei Doppellauten (Zwielaut, Diphthong), z.B. Fi

â

ßnar (Füssener), Ho

â

rê (Hörner)

ê

/

Ê

steht für einen unklaren „Murmelvokal“, meist bei den Endungen, z.B. in liâg

ê

(lügen), Buâb

ê

(Buben), Fiâß

ê

(Füssen)

ã

/

Ã

Nasalität wird, soweit technisch möglich, durch eine Tilde über dem Vokal angezeigt, z.B. M

ãã

(Mann), k

ãã

(kann), Pl

ãã

(Plan), fr

ãã

gê (fragen)

å

/

Å

repräsentiert den dumpfen Laut zwischen o und a z.B. Schtr

åå

ß (Straße), h

å

t (hat), h

åå

rê (raufen)

Eine gedehnte Vokallänge wird durch die Verdoppelung der Vokale angezeigt.

Wer die oben angeführten Dialekt-Wortbeispiele der Sonderbuchstaben richtig auszusprechen gelernt hat, kann nun den Füssener Dialekt gut aussprechen und lesen.

Mit einem E-Mail an [email protected] kann eine kleine Audio-Datei mit den Wortbeispielen angefordert werden.

Vielleicht auch irgendwann alle Gedichte und Geschichten in Hörfassung.

Gerne nehme ich auf diesem Weg Anregungen, zusätzliche Wörter und Verbesserungen entgegen.

* Kleiner Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben

Werner König / Manfred Renn

ISBN 978-3-89639-595-5

G´dichtlê Führer Berta im Dialêkt

Rückschau fiâr dê Joârgang 1909 – 1969

Berta Führer

(60. Geburtsdaagsfeiêr)

Jêtz lant mi in altê Erinnerungê kraamê,

dãã fällt b´schtimmt manch bekanntr Nããmê.

Dãã schteigt so manchês Vergessênê auf,

was´s Leebê håt g´nummê fiâr ên Lauf.

Mê kraamt in dê Album und in dê Liâbsbriâf fiârwoâr

und denkt z´ruck an diâ ganz jungê Joâr.

So manchês Erlebnis håt si ei´prägt in Kopf,

so etlich isch bliibê, heit ischês a altr Zopf.

Sichr isch bei Eich oo ebbas hênkê bliibê,

was miâr hand so alles triibê.

1909 soll´s g’weesê sei,

dãã simm´r ãã’g’ruckt kummê ganz winzig klei.

1915 håt fiâr uns d´Schtund noo g´schlaagê,

dass mêr hand miâßê deân Schuâlranzê traagê.

Und glei diâ erschtê Dääg, i woâß noo wiâ heit,

håt mê uns verzällt vum groâßê Feind.

Miâr sollêt rausruckê mit´m Geld,

dees sei dees Beschtê vo deâr Welt.

Dãã hand sê uns dees erschtê Geld aus dr Däschê g’holt,

fiâr d´ Kriâgsã´leiê sind diâ Goldschticklê g´rollt.

Drei Joâr lang hand d´Määdlê d´Schwêschtr VIKTORIA g’het,

dãã håt sê fiâr uns schiir d´Lungê raus g´rêtt.

Vo dr Fräulein KATHAN und Frl. BAUR, dees woâß i g´wiis,

hand d´Buâbê g’het oft recht Schiss.

Bei dê Määdlê isch nããcha kummê

d´Schwêschtr RATHILDIS SUITSBERTA

und d´RICKA vum Land,

i gloob diisê Nããmê sind eich allê noo bekannt.

Dr Leârar GABLER und dr BRENNER BASCHTL,

diâ hand d´Buâbê g´nummê beim Krawattl.

A guâtêr Mãã isch in unsrêr Erinnerung bliibê,

dr Herr Schuâlrat SCHWEIGER, er isch längscht vo uns g´schiidê.

Vum Schtadtpfarrar SAUTER kãã i blooß verzällê,

deâr håt uns Kindêr gar´it leidê wellê.

Und d´Schwêschtr MAGNALDA håt uns schtrickê zoâgêt,

nããch hundêrt Sachê håt mê sê ausg´frããgêt.

An dê Chorregent BUCHNER muâß i oo denkê,

deâr wollt uns Määdlê im Singê oo lenkê.

D´rbei håt´r uns schiânê Oogê nãã g´macht,

miâr Feelê hand halt driibr g´lacht.

Dr Herr Schuâlrat GOLSNER, isch heit noo am Leebê,

fiâr deân woll mêr nããcha a Glääslê heebê.

Nããch´m siibtê Kurs sind a paar in´s Kaufmännisch gangê,

dãã håt uns dr Oberleârar GEIGER Max empfangê.

Dãã warêt d´Buâbê und d’Määdlê beianand,

dãã kennt i schreibê ên ganzê Band.

Miâr hand Briâflê g´schriibê und Schneâbêrgar g´schnupft,

dees håt uns saftig aus dê Anglê g´lupft.

Zuâr Stenografie isch dr Leârar Baumeister kummê,

deâr håt uns zuâ deâm Fach untr d´Fittich g’nummê.

Dr Leârar GRUBER war dãmãls noo jung,

Erdkunde und Geographie håt´r uns bei´brãcht mit Schwung.

Und diâ, wo meer g´het hand im Hiirê,

sind in d´Realschuâl gangê zum schtudiirê.

Vo êm andrê Kapitel schtoât dãã noo g´schriibê,

was mêr sunscht hand alls triibê.

Denn schiânê Schpiilplätz hãmm’r g’het, …

… dees muss i scho saagê,

dãã kennêt miâr unsrê Schtadtvättr gar nix nããchtraagê.

Ên Baumgartê und ên Ziiglberg und a Bloâch dunt so schiâ,

mit Wäldêr, Wassêr und Wiisê, so griâ.

Am Schwalbêlech dunt hãmm’r d´Fischlê oo bachê

und sind noo durê g´waatêt dur diâ Lachê.

Sind nass g´weesê bis zum Bauchbutzl nauf,

d´rhuâm håt´s nããcha geebê halt hintê noo drauf.

Und in dr Ãã´lag an dr Kemptarschtrååß dãã war´s oo nett,

dãã simm´r Schtangê g´loffê und hand gluckrêt und g’rêtt.

Hand oo an dê Haustiârê iibr´all g´schellêt,

bis uns nããcha d´Hund hand verbellêt.

Ên Schpitznããmê hãmm’r leicht noo fiâr uân g´fundê,

deâr håt nããcha schnell g´machêt d´Rundê.

Nããch’m Bucklschneidar simm´r g´fêtzt

und hand´n dur allê Gassê g´hêtzt.

Und håt´r si um´dreet und isch nããch uns g´schprungê,

nããcha hãmm’r uâfach rausg´schtrêckt unsr Zungê.

Und in dr Rittarschtrååß dr Schneidar SCHIER,

hãmm’r aus´m Heislê brãcht gar schiir.

Hand d´Maikäfar und Kaschtaniê …

… beim Fenschtêr nei g´schmissê,

wenn mêr hand´n g´seâchê am Fenschtêr sitzê.

Dr Flurwächtar WAIBEL håt uns Buâbê und Määdlê it meegê,

und isch uns oft aufs Dächlê g´schtiigê.

Hãmm´r Raibar und Schandl g´schpiilt …

… und sind auf d´Beim nauf klêttrêt,

dãã håt´r g’fluâcht und auf uns g´wettrêt.

Dr OAR-Mathild hãm miâr Määdlê s´Wäägelê g´schoobê,

diâ håt uns kennê it oft g´nuâ loobê.

Abr Buâbê hand deâr iirên Karrê d´Lechhaldê naa g´schupft,

abr in dr Schuâlsitzung dãã håt mês noo g´rupft.

Nããch dr Faschtê- und dê Maiãdacht,

dãã war´s fiâr uns noo lang it Nacht.

Dr Baumgartê war dãã unsr Ziil,

zum Zapfêtreibê, Hiâtlêdreeê und andrê G´schpiil.

Ja, miâr warêt oo so Luâdr

und hand si troffê mit´m Joârgangsbruâdr.

Dãã håt d´Windhittê drãã gloobê miâßê,

wer kennt diâ it im Schtädtlê Fiâßê.

Hand DAMES-Zigarettlê g´raucht,

d´rnããch håt mê uns recht zeemê g´schtaucht.

Ja, miâr warêt oo kuâ Engl,

diâ alte Leit hand uns k’hoâßê …

… miâr seiêt richtigê Bussiir schtêngl.

Kuâ Hoâr warêt miâr bessr wiâ diâ heitig Jugend,

miâr warêt oo it vollêr Tugend.

Hand oo scho mit fuffzee Joâr s´Tanzbuâ g´schwungê

und diâ modernê Schlaagar g´sungê.

Wenn mê so kãã an sei Jugend z´ruck denkê,

bleibt oo fiâr´s Altêr noo ebbas hênkê.

Dees war´s fiâr heit, gell so ischês g´weesê,

iir kennt dees alls in meinr Chronik leesê.

Wiâ´s friânêr war …

Berta Führer

1974

Wi i bi neilich dur´s Schtädtlê gangê,

hããb i so manchês Bild ei´g´fangê.

Unsr Huâmat-Schtädtlê wiâ war dees friânêr schiâ,

dãã war manchês Plätzlê schiâ griâ.

Und isch mê dãã dur´s Schtädtlê g´loffê,

håt mê noo altê Bekanntê troffê.

Heit sind vo hundêrt kuânê siibê,

diâ vo dê Altê sind iibrig bliibê.

Heit freit mê si, wenn so uânêr kumt gangê,

mê muâß si grad an dê Kopf nãã langê.

Mê isch glicklich iibr Fiâßar Brockê,

deân mê kãã aus deâm rauslockê.

Dãã gibt’s zum verzällê ja grad g’nuâ,

mê weârd it fertig und raatscht grad zuâ.

Wiâ oft isch mê g´schtandê beim Schmied Frank,

mê håt it g´mêrkt deân argê G´schtank.

Drum hããb i feschtg´schtêllt, es håt si manchês g´wandlêt,

i will it saagê mê håt ebbas verschandlêt.

Dr Prinzregent deâr isch schtandê bliibê,

deân kãã mê it oo, er isch halt doch a altr Mãã.

Am Eck wo g´schtandê isch dr Liâgêbaum,

rauscht heit vorbei dr Autoschtrom.

Dê Bããhof will mê oo verleegê,

abr dees miâßtêt sê noo oft iibrleegê.

Scho joârlang weârd debattiirt,

wo deâr wohl am wenigschtê scheniirt.

Soll mê deân am altê Platz det lau,

oodr sollêr im Venezianarwinkl schtau.

Dr Fryberg-Gartê, dees uânzig griânê Flecklê, …

… dees uns isch bliibê,

abr aus deâm werêt mêr demnägscht vertriibê.

Am Niggl-Haus, diâ Schtadtwããg …

… und diâ in dr Luitpold schtrååß hint,

diâ håt ja kennt a jeds kluâns Kind.

An dr Rittarschtrååß dees Primbse-Heislê,

håt si an d´Maur duckt als wiâ a Meislê.

Und neâbêdrãã dãã håt a Ambos klungê,

beim Brack isch dees aus dr Schmiidê kummê.

Diâ Ãã´lag, wo miâr hand Kaschtêbollê g´sammlêt,

isch heit vo hundert Autos verrammlêt.

An dr Morissê, wo mêr sind mit´m Bodêkrott g´roodlêt,

dãã weârd demnägscht oo als umg´moodlêt.

dãã soll´s in Bäldê a Einkaufs-Center geebê,

abr ob miâr Altê dees noo verleebê.

Plãã werêt dãã grad g’nuâ,

blooß feelt halt allat´s Geld d´rzuâ.

Iibr d´ Bruck bi i auf´n Baumgartê gangê,

dãã isch mêr nããchat schiir d´Luft ausgangê.

S´Windhittlê schtoât noo wiâ zuâ unsrêr Zeit,

dees kunnt gar viil verzällê vo uns, dê andrê Leit.

Doch weitr dunt, was mê dãã draus håt g´macht,

dãã håt mi schiir d´Verzweiflung packt.

Auf Amerikanisch håt mê trimmt,

weil dees modern isch wiâ d´heitigê Kind.

Zuâr Pfarrkirchê bi i weitr gangê,

zum Kripplê vo Sankt Mangê.

Diâ Kirchê schaugêt uib ãã,

was mê aus Alt noo machê kãã.

Manchê Schtucklê hand sê draus scho g´schtoolê,

es loont si scho dãã ebbas z´hoolê.

Deân Schtadtbrunnê, dees isch noo gar´it lang,

deâm hand sê geebê dê Nããmê vo Sankt Mang.

Dr Mangê-Brunnê, deâr håt drãã gloobê miâßê,

deâr war oo noo a Drumm vum altê Fiâßê.

Wiâ 1945 d´Amerikããnar sind kummê,

dãã håt´s dees Kloâschtr arg mitg´nommê.

Diâ Fenschtêr kaputt und´s Dach aa’dêckt

und innêdinn war alls vêrdrêckt.

Und diâ alt Lechbruck, was hand sê aus deâr jêtz g´macht,

es schaut aus wiâ an dr Seine in Paris bei dr Nacht.

In dr Schwangauer Schtrååß am Helmar-Haus,

dãã isch a Brinnêlê g´loffê, joârei, joâraus.

Dees Eck beim Schiff-Wirt isch heit durê brochê,

dãã isch friânêr manchr um d´Kurvê num g´loffê.

Diâ Tirollar Schtrååß di håt g’wunnê,

seit mê håt dees Portie-Haus weg g’nummê.

Doch wiidr z´ruck d´Lechhaldê nauf,

beim Löwêwiârt, dãã isch jêtz dees E-Werk drauf.

Wo miâr hand um d´Grabschtuâ Zapfê triibê,

am Kappêzipfl, isch alls beim Altê bliibê.

Und bei dê Franzgêschtãnar hint,

i noo alls beim Altê find.

Beim heiligê Josef an deâm Plätzlê,

treffêt si heit noo d´Bããlê und d´Kätzlê.

Dr Gottesackar, ja dr altê,

will mê noo zwanz´g Joâr offê haltê.

Abr diâ Reichê werêt allweil kluânêr,

weil mê wegnimmt diâ altê Grabschtuânêr.

Nix isch meâ sichr an deâm Ort,

d´Kreizêr und Taaflê schteâlêt sê und traagêns fort.

Und s´Buâbê-Schuâlhaus dees groâßê Drumm,

isch heit a Gymnasium.

S´ Määdlê-Schuâlhaus wär heit leer,

wenn it d´Kurverwaltung dinnê wär.

Dr Sunnêwiârt, dãã glei am Eck,

isch wirklê woârê a goldnêr Fleck.

Und beim Schmied-Frank i kãã eich saagê,

isch heit diâ schiânê Wolf-Passagê.

Im hintrê Saal vo dr Neiê Poscht, wo d´Schtriigl-Musik …

… håt g’schpiilt zum Tanz,

isch heit a Kino fiâr altê und jungê Fants.

Und aus dr Altê Poscht, mê kennt si nimma aus,

håt mê g´macht a Woolworth-Haus.

Am Galgêbiichl, det am Hang,

schtoât´s Hallêbad noo gar´it lang.

Aus´m Bergarfeld isch a Schuâlzentrum woârê,

dãã kennêt mêr blooß schtaunê, miâr altê Schtoârê.

Wo dr Almrausch isch g´wachsê in dê Lechauê dunt,

dãã håt dr Forggêseâ fescht sein Grund.

Nããcha hããb i g´macht oo noo ên Tescht,

bi gangê naus nããch Fiâßê-Wescht.

A Vorschtadt isch dãã draus jêtz woârê,

da wachst kuâ Graas meâ und kuâ Koârê.

Diâ Hoâchheisêr, wiâ kãã mê blooß in unsrêm Gau,

so ebbas hii‘schtêllê vo êm Bau.

Wiâ in êm Irrgartê bi i mêr vorkummê,

nãã hãã i dê Weâg meâ ins Schtädtlê g´nummê.

Dees war mei Gang dur d´Huâmat-Schtadt,

i gloob, daß i dees recht guât hããb g´macht.

Gangêt oo durê und schaugêt´s eich ãã,

wiâ´s friânêr in unsrêm Schtädtlê g´miâtlich war.

Viil isch zwar nimma iibrig vo dr schiânê altê Zeit,

immer wenigêr werêt diâ altê Fiâßar Leit.

In deâm Buâch ischês abr noo verzoâchnêt,

was si alls håt eroâgnêt.

Dr Fiâßar Klåsê - Markt

Berta Führer

1974

Was i so nããchdenk und niâmat kãã i´s leesê,

daß z´Fiâßê je êmåål a Klåsêmarkt isch g´weesê;

was i in dr Chronik und im Archiv oo suâch,

vo êm Klåsêmarkt find i in kuâm Buâch.

Dees miâßt doch gangê, håt dr Kellnar denkt,

und neâbêbei sein Kopf ãã´g´schtrêngt;

dees wär ebbas nuis, mê miâßt dê Muât blooß fassê,

und zwar g´heert deâr nei in d´Brunnêgassê.

D´Schrannêgassê und dr Schrannêplatz diâ g´heerêt oo nei,

und d´Huâtargassê und dê Brootmarkt diâ schliâß mêr oo ei;

denn grad diâ Schtrååßê, so huâmêlig und eng,

d´Leit meegêt doch grad so a G´dräng.

A paar vo dr Rundê hand aufg´riffê nããcha dê Plãã,

wiâ mê dees am beschtê ãã´packê kãã;

und seitdeâm sind zeeê Joâr vergangê,

mê muâß si grad an dê Kopf nããlangê.

Ja, jeds Joâr, mê muâß grad schtaunê,

dãã wirblêts im Kopf und goât um a Raunê;

vor allem håt´s dãã nããcha zundê,

bei dê G´schäftsleit vo dr Rundê.

Mê sitzt in dr Rundê nããcha beianand,

wer machêt alls mit – wer braucht ên Schtand;

ja, diâ Sach packêt sê nããcha beim Schopf,

hand viil Freid und nuiê Ideeê im Kopf.

Nããcha hand´s ãã´packt mit viil Schwung,

und alls war voll Begeischtêrung;

und all dees gilt fiâr ên guâtê Zweck,

dãã kãã mê nããcha ausfüllê so manchê Scheck.

Denn diâ Ärmschtê vo dê Armê werêt dãã b´schenkt,

an krankê Kindêr und an diâ Insassê …

… vum Bürgarschpitããl weârd oo denkt;

wer selbr kuân Schtand håt vor´m Haus,

deâr hilft nããcha mit Monetê aus.

So lant mi verzällê und oo saagê,

was si am Klåsêmarkt als zuâ håt traagê;

scho so um viârtl viir, wiâ’s håt ãã´g´fangê s´dämmrê,

isch es ãã´gangê an a werklê und hämmrê.

Mê håt Schtänd aufbaut, mit Laternlê g´schmickt,

ja dees håt scho mei G´miât beglickt;

vo allê Himmlsrichtungê sind d´Leit rei ins Schtädtlê,

Altê, Jungê, Kindêr - Buâbê und Määdlê.

Dr Vattr håt dê Buâ auf´m Arm,

denn sê druckêt, daß Gott erbarm;

diâ Kluâ hängt si an d´Muâttr nãã,

daß sê it verloârê gangê kãã.

Am Schrannêplatz und am Brootmarkt …

… isch an a Durêkommê gar´it z´denkê,

mê däät grad muânê, mê däät was verschenkê;

auf uâmåål håt´s bimmlêt und vo allê Gassê,

kummêt Klåsê – verschiidenê Rassê.

Håt´s it g´schneiblêt, kummêt sê mit dr Kutschê d´rheâ,

abr per Schlittê, wenn´s håt ên Schneâ;

diâ bravê Kindêr diând sê dãã nããcha b´schenkê,

und diâ Altê werêt an d´Jugend z´ruckdenkê.

I bi dur all diâ Gassê gangê,

und hau dees nettê Bild ei´g´fangê;

scho beim Höflar håt´s so guât g´rochê,

dãã hand mr Brããtäpfl in d´Oogê g´schtochê.

Am G´sellêhaus dãã håt d´Jungkolping ên Schtand,

dãã håt mê raussuâchê kennê, so allêrhand;

und weitr deânê noo am Eck, håt´s dufdêt, i kãã Eich saagê,

hau glei denkt, dãã gibt’s wiidr ebbas guâts fiâr´n Maagê.

Im hoâßê Fett sind Äpflkiâchlê g´schwommê,

dãã hããb i glei a halbs Dutzend mitg´nommê;

nããcha håt´s wiidr geebê guâtê Sachê,

Lebkuâchê, Plätzlê vo êm Fraulê bachê.

Und bei dr Kronê an êm kluânê Schtändlê,

håt´s geebê Schnäpslê und guâtê Klåsêmändlê;

ên hoâßê Punsch kãã mê oo probiirê,

dees duât dr Mãã deâm Fraulê schpendiirê.

O diâ Kindêrgärtê vo hinnê und vo duss,

biiâtêt ãã Schpiilsachê und goldênê Nuß;

es riâcht so guât und brutzlêt fescht,

Brããtwirschtlê ziâgêt ãã diâ Gäscht.

Und Fischsemml so knuschprig und fei,

ladêt oo zuâr Brotzeit ei;

vum Leberkäs dr guâtê Duft,

håt ãã´g´fillt diâ Brunnêgassê Luft.

Biirêbrot und Buttêr drauf,

håt mê oo ãã´bootê dãã zum Kauf;

und ên hausg´machtê Kuâchê,

gibt’s dãã oo noo zum versuâchê;

ja, und brããtenê Kaschtaniê frisch vum Rooscht,

vum Kellnar geârê doch so jedr koscht.

Ên Glüüwei hããb i oo probiirt,

deâr håt mi aufg´wärmt, weil´s mi friirt;

und d´Jugend muâß i oo recht loobê,

hand beim Dännlar-Haus ên Schtand ganz doobê.

Denn sê wellêt oo mitmachê,

mit lauter nettê, handg´machtê Sachê;

am Brootmarkt bei êm kluânê Schtand,

i ganz nettê Sächelê oo fand.

Kerzlê, Parfüm und andrê duftêndê Sachê,

diând dê Klåsêmarkt noo feinr machê;

a Dreeorgl schpiilt zuâ deâm Zweck noo auf,

dêfiâr duât manchr sein Geldbeitl auf.

Beim nägschtê Schtand håt´s geebê guâtê Krapfê,

wiâ kennt i dãã vorbei oo schtapfê;

Klåsê-Ruâtê mit êm schiânê Behang,

sind baumlêt an ar langê Schtang.

Lebkuâchêherzlê mit êm Schpruch,

und d´rzuâ Kokoswirfl und ên Wafflbruch;

und weitr doobê an êm Schtand,

isch a Fraulê g´schtandê im Klåsêg´wand.

Beim Wechnarschtand diâ Lebkuâchê hand g´schmêckt,

denn diâ sind ja bachê nããch Groâßvattr´s Rezêpt;

o d´Huâtargassê ischt d´rbei,

dãã kãã mê erschtandê so allerlei.

Schiânê Sachê zum häklê und schtickê,

Woll in hêrrlichê Farbê oo zum schtrickê;

und Klåsêmändlê mit ar Ruâtê in dr Hand,

håt´s geebê det am Aschêbrennarschtand.

Und nããcha noo ums Eck beim Adlar num,

gibt’s Laugêbretzgê und ên Tee mit Rum;

so bi i marschiirt dur diâ altê Gassê,

bi begegnêt so manchê Rassê.

Alls håt si schiâbê lassê und oo druckê,

i hau it uân g´seâchê, deâr si duât muckê;

doch wiâ´s nããcha dunkler isch so um a simnê woârê,

hand si diâ Leit nããcha allê verloârê.

So hoff i, daß diâ Leit vo dr Rundê uns wiidr erfreiêt,

und it diâ viilê Arbeit scheiêt;

denn all diând´s mit dãã in dr Rundê,

denn sê hand richtigê Freid drãã g´fundê.

Doch wenn´s däät kuânê Idealischtê geebê,

hätt mê kuân Klåsêmarkt kennê aus dr Tauf heebê;

i sag Vergêlts Gott allê mitanand,

diâ so ebbs schiâns wiidr zemêbrãcht hand.

Und hätt i dãã gar ebbs vergessê,

i hau ja it mit´m Zentimetêrmãß g´messê;

doch i gloob, es freit uns all,

daß dr Klåsêmarkt håt g´fundê so ên Widerhall.

Und däät´s iibr´all so ên Zeemêhalt geebê,

wär manchês andêrsch in unsrêm Leebê.

D´Führer Bertl håt iibr 40 Jåår fiâr d´Schtadt Fiâßê dê Nikolaus g´mãchêt

D´Führer Bertl als Nikolaus in dr Turnhallê

Joârgangstreffê 1909 – 1979

Berta Führer

Ja, griâß Eich Gott, iir liâbê Joârgangsgäscht,

wiidr sind dr kummê, dees freit mi scho fescht.

Was hau i doch fiâr Ängschtê ausg´schtandê,

es kunnt mei Eiladung im Papierkorb landê.

Doch wiâ i so siâch, mei Angscht war fiâr d´Katz,

denn s‘füllt si wiidr Platz um Platz.

Denn so a rundr Geburtsdaag, dees isch a Grund,

daß mê meâ zeemê sitzêd in dr Rund.

So håt mei Funkê doch meâ zundê,

weil si soviil meâ hand ei’g’fundê.

Ja, jung simm´r nimma, mê weârd halt ältr,

isch nimma so verruckt – mê weârd oo kältr.

Und so hoff i, dass es doch noo g´lingt,

daß mê heit noo a Liâdlê singt.

Lant Eich oo schmeckê s´Essê, Biir und Wei,

miâr wend doch noo a guâtêr Joârgang sei.

Mi wundert uâns, wiâ d´Joâr verfliâgêt,

und daß mêr grad dê Ried noo kriâgêt.

Goât´s Eich it oo so, grad wiâ miâr,

dr Daag isch z´kurz, mê verzwaazlt´s schiir.

Mê duât Krankê und Altê b´suâchê, goât zum raatschê,

duât öfters naus zum Friidhof haatschê,

Geburtsdaag und Nããmênsdaag duât mê feirê,

mê håt it êmåål Zeit zum heirê.

In dr Fuâßgängarzonê, mippê im Schtädtlê,

duât mê so manchê Schtund verzettlê.

Trifft mê noo ên Fiâßar, mê freit si grad,

noo weârd´s allat wenigêr, ja mei dees isch schaad.

A paar vo uns kennêt noo fescht loffê,

doch oo di meischtê sind vo ar Krankheit troffê,

und d´Hoâr sind weißer und nimma so glatt unsr G´sicht,

abr dees isch it zum ändrê, es isch so wiâ’s isch.

Diâ wo furt sind, diâ freiêt si auf diâ Schtund,

daß mê nããch Joâr und Daag meâ zeemê kumt zuâ so ar Rund.

Doch diâ wo z´Fiâßê sind, dãã feelt miâr manchês G´sicht,

dees isch it schiâ, mit deânê gang i in´s G´richt.

So ên Daag kunnt mê doch rausschindê,

und heâr zum Joârgangstreffê findê.

I kãã´s ja verschtandê, wenn ebbas kumt d´rzwischê,

abr manchr will miâr doch ebbas auswischê.

All deânê, diâ miâr g´holfê hand, mêcht i a Vergêlts Gott saagê,

denn diâ hand miâr zum G´lingê bei´traagê.

Ên Uukoschtêbeitrag hãmm’r it erhobê,

abr Auslaagê hãmm’r g’het, dees dêrfêt mêr gloobê.

So lant aus´m Geldbeitl ebbas schpringê,

nããch duâ i Eich noo a Verslê bringê.

Jêtz denkêt miâr noo an all diâ in dr Schtund,

diâ vor 5 Joâr noo g´sessê sind in dr Joârgangsrund.

Schwêschtr Bathildis

Dopfer Hans

Mayer Gustl

Frankl Hans

Forster Mina

Randlshofer Max

Suiter Marie

Müller Ludwig

Schropp Marie

Lutz Josef

Kummêt oo moorê, diând´s it vergessê,

um zeeê Uhr zuâ dr heiligê Messê.

Nããch faar mêr nããch Hopfê naus,

dãã gibt’s nããch dê Geburtsdaagsschmaus.

Weihnächtê

Berta Führer

Dezêmbr 1979

Wiidr goât´s jêtz Weihnächtê zuâ

dãã isch all Joâr dees gleichê G´tuâ,

dãã goât’s an ê schtudiirê und denkê,

was kãã mê dãã meâ alls schenkê.

A Lischtê hau i miâr ãã´g´lêgt, dees isch dees bescht,

daß ja nix schiâf goât noo am Fescht,

a Litanei ischês woârê, diâ håt Schwung,

ob dees alls g´lingt, bi doch nimma so jung.

Ja, schreibê muâß mê d´Weihnächtsposcht,

kããsch denkê, was dees koscht,

und ziimlich viil muâß zeitig naus,

weil´s nämlich muâß ins Ausland raus.

Muâß Kärtlê schreibê und adressiirê,

und alls noo g´nau frankiirê,

fiâr d´Adventskranz muâß mê b´sorgê,

a Tannêreis, und glei heit, it êrscht moorê.

Und Kerzlê – ebba drei Kartoo,

dir wisset scho, dees braucht mê scho,

scho im Advent goât´s ãã mit bachê,

fuffzee Sortê Laiblê muâß mê machê.

Ja, s´Zuig zum bachê muâß mê hollê,

was mê halt so braucht zum Schtollê,

Zitronat, Wei´beer, Buttêr und Nuß,

und schliâßlich ebbas noo als Guß.

Zuckar, Backpulvar, G´würz und Mandlöl,

vor allêm abr ziimlich Meeâl,

a Biirêbrot g´heert oo dêzuâ,

duâ doch it allat reedê Buâ.

Du bringsch mi ja ganz ausanand,

muâß doch beianand hau dê Verschtand.

Ausbiiglê muâß mê Bändêlê, dees isch klar,

und s´Weinächtspapiir vum lêtschdê Joâr.

Dê Chrischtbaumschtändar muâß mê oo probiirê,

und diâ G´schenkêr noo mit Bändêlê ziârê,

s´Lametta, dees vum vorigê Joâr,

ischt nimma schiâ, nimm´s Engelshoâr.

Vum Chrischtbaum noo diâ oobrê Spitz,

ja siâch i recht, diâ håt ên Riß,

und Kuuglê sind a paar kaputt,

diâ derf mê werfê glei in Schutt.

Und mit dê G´schenkêr isch a Plããg,

mê woâß it recht was jedr mããg,

so goât´s weitr an a Hêtzê,

duât vo uâm Laadê zum andrê wêtzê.

Dãã liis i noo auf meinr Lischtê,

am Dachbodê schtoât diâ groâßê Kischtê,

dãã muâß mê nããch´m Krippêlê schaugê,

ob diâ Figurê noo allê taugê.

Ob guât und ganz ischt noo dr Schtall,

ob d´ Schääflê schtimmêt an dr Zahl,

nããch Moos und Zweiglê muâß mê luâgê,

ja gand in Wald iir Määdlê und Buâbê.

Hand´r fiâr´s Krippêlê als beianand?

Dãã feelt doch sichr noo allerhand!

Marias G´wand isch nimma guât,

dr Josef braucht ên nuiê Huât.

Und dr kluâ Hiârt deâr braucht a Fell,

und dort im Stall feelt noo a G´schtêll.

Beim Esel feelt ja glatt a Oârê

und dr Mollê deâr håt gar kuâ Hoârê.

An was muâß i doch alls denkê,

mê kunnt si d´Händ und d´Fiâß verrênkê

und wenn dr heiligê Ãbêd kumt,

isch alls bäschtlê und werklê verschtummt.

Und i geb ganz ehrlich zuâ,

miâr pumpêrt´s Herz und s´gibt kuâ Ruâ,

ob i dãã alls recht hau g´macht –

i winsch Eich all a guâtê heiligê Nacht!

I mêcht so geârê wiidr a Schuâlmäädlê sei

Berta Führer

I mêcht so geârê wiidr a Schuâlmäädlê sei

so luschtig, so sorglos, mei wär dees doch fei,

i will Eich scho saagê, was i däät machê,

abr iir dêrfêt driibr it lachê.

I mêcht wiidr êmåål am Ziiglberg dê Biichl raa rutschê,

und an êm Honigschtêngêlê luutschê,

am Schwalbêlech wiidr im Sand drecklê

und am Markt ên türkischê Honig schleckê.

Mit deâm Holländar dur‘s Schtädtlê raasê

und fiâr d´Hääslê ên Löwêzãã graasê,

ên Roâf treibê so manchê Rundê

und wettraadlê dinnê in dr Schrundê.

Am Schlooß doobê dur d´Schiâßschartê …

… auf´s Schtädtlê naa luâgê,

Raibar und Schandl schpiilê mit dê Buâbê,

am Wassêr-Rêsêrvoir auf d´Schtuâstêffl sitzê,

Okarina schpiilê und Mais-Pfeiflê schnitzlê.

Am Seâ doob mit dê Eisschuâ Schlangê ziâchê

und beim Versteckêlês am Kappêzipfl …

… um Grabschtuâ rum kriâchê,

zum schpiilê viil Zuig auf´n Baumgartê traagê

und fiâr a Fleißbilettlê Vergêlts Gott saagê.

Buppêkleidlê nääê fiâr mei Dockê

und auf ên Heiwaagê hinda nauf hockê,

d´Ochsê treibê, Hiâtlê drääê

und neâbêbei oo noo recht krääê.

An jedr Schtangê ên Bauchaufzug machê,

dees war doch noo a Grund zum lachê,

dê Baumgartê raa warglê iibr´n Hang

und Kunschtschticklê vorfiârê an dr Schtang.

Beim Schmied-Frank zuâluâgê beim Rössêr b´schlagê

und an Fronleichnam noo s´Körblê traagê.

Am Schtadtbrunnê britschlê und d´Fiâß nei hênkê

und a paar Schtuâ im Wassêr versenkê.

Auf´m Schuâlhof mêcht i mit´m Soâl rumhupfê

und d´Schwêschtr an dr Kuttê zupfê,

d´Lechhaldê naa deixlê mit êm Bruggêwaagê,

dees wär a Fescht, dees kãã i Eich saagê.

Bis in d´Kronê auf d´Beim naufschteigê

und mit dê Määdlê machê ên Reigê.

Kaschtêbollê sammlê und Maikäfar fangê

und zuâ dê Franzgalar zum Brootbettlê gangê.

Mit dê Kluckar schmeißê in a Rinnê,

i däät mi freiê, wenn i däät g´winnê,

auf´m Baumgartê Hopfêschtêngl rauchê

und im drittê Seâ nããch Kiislschtuâ tauchê.

Vum Schprungbrêtt naa ins Wassêr schpringê,

viilleicht däät i noo ên Kopfar zeemêbringê.

Sauêrampfar und Burzgêlschtêngl essê

und im Håårê mit dê Buâbê mi messê.

An jedê Ascht nããhênkê und a bisslê gauklê,

wenn´s blooß däät a bisslê schauklê,

in ên Haslnußschtêckê dê Nããmê nei ritzê

und viilleicht noo auf ên Mollê sitzê.

Beim Wäseschtechê, beim Wäsebockê,

noo geârê auf ên Schubkarrê hockê.

Zum Erdbeerbrockê auf´n Koobl gangê

und d´rbei Angscht hããbê vor ar Schlangê.

Kreisl treibê und Templhupfê

und ên warmê Teer aus dr Schtrååß raus zupfê,

aus Margaritlê a Kränzlê bindê

und viilleicht noo a viirblättrigs Kleeblatt findê.

Ab und zuâ a Pfennig-Lämmlê ei´handlê

und beim Nigglhaus mit Kuâchêförmlê sandlê.

Dur d´Finger pfeifê wiâ a Buâ

und a bisslê schaugê beim Dänglê zuâ.

Auf´n Kalvariêberg noo êmåål naufpilgrê

und dr Schwêschtr noo mei Eidruck schildrê.

Waatê dur‘s Faulêbachar Bächlê

und naufschteigê noo auf so manchês Dächlê.

Bei dr Kaiser-Marie s´Kraut ei´dappê,

am Mangbrunnê wäschê dê Taafllappê,

beim Bürschtêmachar zuâluâgê a ganzê Schtund

und in dr Kiisgruâ noo machê so manchê Fund.

Heijuckê in ar groâßê Tennê

und nããch´m Bucklschneidar rennê,

Schmetterling fangê mit êm Netz

und barfuâß loffê - Buâ dees wär a Hetz.

Beim Schneidar Schir zuâschaugê wiâ dräät dê Zwiirê,

beim Gassner an´s Schaufênschtêr …

… nããdruckê noo êmåål s´Hiirê.

Mit Bodêkrott und Schalenggê d´Huâtarhaldê naa schlittlê

und noo êmåål an êm Biirêbaum schittlê.

Beim Eglingar und Löckar êmåål noo zuâschaugê,

wiâ sê Tiâchêr färbêt in ar Laugê

und s´Frl. Josapeith miâßt miâr noo êmåål zoâgê, …

… wiâ mê schtrickt

und auf Schtramin so schiânê Sachê schtickt.

Auf Schtêlzê mêcht i noo êmåål marschiirê

und mi mit êm schiânê Zopfbêndl ziirê.

So manchmåål håt mê uns oo g´schimpft

und iibr uns Buâbê und Määdlê d´Nääs g´rümpft.

Ja, sichr däätêt iir oo noo êmåål mitmachê,

denn dees warêt ja lautr harmloosê Sachê.

Miâr warêt glicklich oo oonê Geld

und hand niâ g´frããgêt, was koschdêd diâ Welt.

Wiâ oft simm´r abr oo g´fallê auf d´Nääs

und um und um dreckêt war unsr Hääs.

Ên Schutzengl hãmm´r scho g´het, sehr oft sogar,

miâr warêt dêhuâm g´borgê – so verfloogê diâ Joâr.

Und wenn dr Klåsêmãã wiidr däät kummê, i däät meâ zittrê,

dãã däät mêr vergangê mei lachê und kittrê.

Zuâ dê Franzgalar mêcht i meâ schpringê,