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Ashton G., ein erfolgreicher neureicher Geschäftsmann, geht ins Bordell, weil er sadomasochistische Praktiken bevorzugt. Er fürchtet die emotionalen Verwicklungen, die seiner Meinung nach aus einer normalen Partnerschaft erwachsen würden und bevorzugt deshalb die bezahlten Stunden mit Callboys. Im Gay Mill ist Liam sein Liebling. Liam, verschlossen und schlecht verholen widerspenstig, hat die Arbeit im Puff eigentlich schon mehr als satt, sieht jedoch keine andere Perspektive für sich. Ein Schicksalsschlag macht beiden Männern klar, dass sie ihr Leben auf die gewohnte Weise unmöglich weiterführen können...
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Seitenzahl: 80
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Toya Bradly
Gay Mills
Callboy in Ketten
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Das Gay Mill
Liam
Zur Sache
Über dem Bock
Königsdisziplin
Ein Versuch
Bad News
Krankenbesuch
Mitzi`s ganz alleine
Illegale Kuppelei
Home Service
Überraschung
Was du willst
Liam zu Hause
Mitzis Krallen
Feuerprobe
Lüge oder Wahrheit?
Cheers!
„Lieber Ash…
Markusplatz
Abenteuer
Einsichten
Impressum neobooks
Der englische Regen war ungewohnt kühl nach der Hitze der Emirate und Ashton Greyson war der festen Ansicht, dass dieser kühle Regen dafür verantwortlich war, dass er sich mitten in der Nacht nach einer Reise von fast einem Tag immer noch frisch genug fühlte, um sich direkt nach dem Flug von seiner Wohnung aus wieder ins Nachtleben zu stürzen.
Selbst als er seinen Wagen auf dem verwinkelten Parkplatz der Gay Mill geparkt hatte und der typische englische Regen ihn begleitete, bis er den überdachten Eingangsbereich betrat, bereute er die Entscheidung loszuziehen nicht. Seine Geschäfte mit dem Schwarzen Gold der Neuzeit liefen gut, er fühlte sich frisch, erfolgreich und auf eine Art ruhelos, die nur ein Besuch in der Gay Mill würde beruhigen können.
„Ah, Mister Greyson“, begrüßte ihn die Empfangsdame in rotem Mieder. Er lächelte die Asiatin freundlich und gleichzeitig desinteressiert an.
„Lilie, meine Inspiration“, flirtete er dennoch, „ist viel los?“ Sie lächelte, sphinxhaft wie immer.
„Nicht genug, Mister Greyson, als dass Sie nicht einen Drink nehmen könnten.“ Er nickte. Gut, er hatte sich nicht angekündigt. Dann würde er eben ein bisschen Zeit auf die angenehme Art verbummeln.
„Aber keinen Longdrink, Schätzchen, ja?“ Er sah eine winzige Sorgenfalte um ihre Augen aufzucken. Natürlich war viel los – es war immerhin Stoßzeit, aber Ashton Greyson war sich sicher, seine Wünsche würden bald berücksichtigt werden. Er schlenderte durch das Erdgeschoss der Gay Mill, das ganz dem Empfang des Gentlemen aus gehoben Kreisen gewidmet war. Nichts war billig, die Farnpflanzen echt, die schweren Brokatstoffe teure Originale und die Sitzgruppen fast Separees, von Kerzenlicht beleuchtet.
Ashton Greyson stellte sich mit seinem Bourbonglas in den Erker, der über den gurgelnden Mühlbach hinausragte und den Blick frei gab auf das alte Mühlrad. Die Gay Mill war früher wirklich eine Mühle gewesen, die in freier Natur erbaut worden war, bis die Stadt immer näher herangewachsen war. Nach und nach hatte das Industrieviertel sie umschlossen. Sie war aufgegeben worden und später, kurz vor dem Abriss, von einem findigen Makler gekauft und umgebaut worden. Nun beherbergten ihre dutzenden verwinkelten Zimmerchen und Nischen das Bordell Gay Mill.
Greyson nippte am Burbon. Es war ein außerordentlicher Ort für ein Bordell, ein wenig wie ein Ort außerhalb von Raum und Zeit. Echte Gelüste wurden hier befriedigt, nicht der Fastfood-Appetit der Massen. Ashton hatte den lebenden Tisch in der Lobby gesehen, aber er hatte ihm keine Beachtung geschenkt. Dass einer bezahlte, um so gedemütigt zu werden, war ihm abwegig.
Er hatte seine Betrachtungen kaum zu Ende gebracht, als Mitzi sich zu ihm gesellte. Die dralle Puffmutter begrüßte ihn bei jedem seiner Besuche persönlich und erkundigte sich nach ihm und seinem Wohl.
„Wie laufen die Geschäfte, Ashton?“, begann sie wie gewöhnlich das Gespräch und er erwiderte wie immer:
„Einwandfrei, Mitzi und selbst?“ Und sie lachte und schwor, es könnte besser sein, aber wenn es nach Mitzi ging, konnte es immer besser sein. Es war die gesunde Einstellung einer ambitionierten Geschäftsfrau, Ashton Greyson fand nichts an dem bisschen wohlritualisierten Gejammer. „Wie wäre es heute mit Kenneth?“, erkundigte sie sich. „Oder Lucas.“ Ashton erwog, den blonden Lucas auszuwählen, dann schüttelte er, mehr spontan als überlegt, den Kopf.
„Liam solls sein, für heute Abend“, erklärte er und nippte am Burbon. Mitzi lächelte. Ashton hatte das Gefühl, solange man Geld hatte, konnte sie über alles und jedes lächeln.
Liam trocknete sich mit müden Bewegungen die kurzen dunklen Haare. Der letzte Kunde für diese Schicht, Feierabend. Mitten in sein herzliches Gähnen platzte Mitzi herein.
„Bist du noch nicht trocken?“ Liam drehte sich verdrossen um, ahnte Übles. „Der Ölmulti ist da, Junge.“ Liam stöhnte auf. Das sagte verdammt noch mal alles! Er sparte sich den Widerspruch. Öldollars waren schließlich auch nur Geld.
„Hab ich ein Glück!“, brummte er und zog den Bademantel gleich wieder aus. Mitzi schnappte sich in einer hektischen Bewegung das Körperöl vom Regal und winkte ihm, ihr den Rücken zuzudrehen.
„Du hast dich doch gründlich geduscht? Auch Anal?“
„Ja-a“!“, seufzte Liam, der sich einölen ließ. Er hatte seine Feierabenddusche genossen. Er hatte es für sich getan.
„Na, sehr gut. Du weißt, er zahlt extra für den gummifreien Spaß.“
„Ja doch“, murmelte Liam. Er zog widerspruchslos an, was sie ihm hinwarf. Ledermanschetten für die Handgelenke, ein schwarzen String, Ledermanschetten für die Fußgelenke. Liam seufzte. Er fühlte sich jetzt schon fertig – nach Ashton Greyson würde er sich gerädert fühlen! Mitzi umschwirrte ihn wie ein bonbonfarbener äußerst rundlicher Kolibri.
„Komm her, Junge, beug dich mal vor.“ Liam gehorchte unwillig und ließ sich von ihren öligen Händen eine Art zerwuschelter frisch aus dem Bett-Frisur hinzausen. „Und nun los, geschwind, er wartet nicht gern.“ Liam verzog den Mund. Der verwöhnte Herr wartete nicht gern. Was er wollte – Feierabend! – das interessierte hier niemand, erst recht nicht die Chefin.
„Aber er ist der letzte für diesen Abend, ok?“, grunzte er noch gedämpft über die Schulter, als sie ihn aus dem Zimmer schob.
„Liam! Du wirst dir gefälligst Mühe geben!“ Liam verdrehte die Augen. Er sparte sich, ihr zu verraten, dass er den Ölmulti von allen Perversen am wenigsten mochte. Er schlug so hart, dass man seinen Besuch unmöglich nach einer Stunde schon halb vergessen haben konnte.
Statt zu meckern ließ er sich jedoch schicksalsergeben von Mitzi in den Keller der Mühle führen, wo die dicken Natursteinmauern die Schreie schluckten. Mitzi höchstselbst hängte seine Handfesseln an eine Kette ein, die von der Decke baumelte. Sie eilte zu der Winde an der Wand hinter ihm und sorgte dafür, dass die Ketten sich strafften und Liam sanft auf den Zehenspitzen schaukelte. Mit einem scharfen Blick kontrollierte sie noch einmal das Angebot, das sie für ihren dollarschweren Kunden angerichtet hatte, die Spotlights, die Schattenecken, Liams Körper, dann war sie zufrieden.
„So, Junge. Sei tapfer.“ Liam biss sich vor Wut auf die Zunge, um nichts Falsches zu sagen. Wie er diesen dummen Spruch hasste! Sie wusste genau, wie er hinterher aussah, die alte Hexe! Wenigstens würde sie den Gast sogleich zu ihm schicken und ihn nicht lange hängen lassen, um ihm noch eines mitzugeben.
Er schnaubte wütend. Er riss an der Kette, als er allein war. Wieder einmal fest. Das Zimmer war ein Nest aus Schatten und ein paar dezenten Lichtakzenten, welche die Foltermöbel beleuchteten, die hier unten ihrer Benutzung harrten und die Schatten umso dunkler erscheinen ließen.
Liam spürte, wie er zu schwitzen begann.
Als Ashton Greyson die Treppe herunterkam, den Bourbon noch in der Hand, ging Liams Atem schon verräterisch schnell. Bevor es anfing war seine Abneigung dagegen immer am größten. Er wusste eben, was auf ihm zukam, hörte die leisen Schritte auf dem alten Stein, bevor er das Aftershave wahrnahm oder Ashton Greyson höchstselbst in Erscheinung trat. Als die Schritte innehielten spürte Liam die Blicke, die von der letzten Treppenstufe herab seine Wirbelsäule hinauf und hinab glitten.
Unwillkürlich spannte er sich an, um den Ketten eine Lockerung abzuringen, vergeblich. Greyson kam herangeschlendert, stellte beiläufig das Burbonglas in eine Nische in der Originalfundamentsmauer der Mühle und zog sein Sakko aus, welches er über einen Bock hängte. Sodann löste er die Manschettenknöpfe, um sein feines italienisches Hemd aufzukrempeln. Kein Leder. Kein Latexhöschen. Einfach nur der pure, gewaltlüsterne Geschäftsmann. Liam blinzelte die aufsteigende Panik nieder.
Ashton kam heran, um ihn prüfend und äußerst schmerzhaft in die Brustwarzen zu kneifen. Liam stöhnte auf, weil das Brennen der Berührung jedes angenehme Maß überstieg. Ashton begann, voller Vorfreude zu grinsen, weil er sich heute gleich zu Beginn als so schmerzempfindlich outete.
„Ich sehe, wir werden Spaß haben“, murmelte er. „Du erinnerst dich an das Safewort, Boy?“
„Milfonia, Mister Greyson“, erwiderte Liam brav. Der Mädchenname seiner Oma oder irgendeine Pflanze, erinnerte er sich. Nur, dass er das Safewort nicht würde benutzen dürfen - sonst, so hatte ihm Mitzi erklärt, wäre sie gezwungen, dem Gast die Unannehmlichkeit zu ersetzen. Das wollte Liam nicht miterleben müssen, wenn Mitzi sich gezwungen sah, bereits verdientes gutes Geld wieder herauszurücken!
