Gefährte des Feindes - Shea Balik - E-Book

Gefährte des Feindes E-Book

Shea Balik

0,0
4,49 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Der Sibirische Tiger-Gestaltwandler Aleksi Rykov findet es ziemlich merkwürdig zu sehen, wie seine Feinde den Psy Seth Tilton jagen, denn der steht eigentlich auf der Seite dieses Feindes – doch dann wird ihm klar, dass es sich bei Seth um seinen Gefährten handelt. Den zu retten fällt dem mächtigen Alpha nicht schwer, aber seinen Gefährten vor dem Krieg, der zwischen ihren Rassen tobt, in Sicherheit zu bringen, dürfte wesentlich schwieriger sein. Seth geht das Risiko ein, zu dem einen Mann zu fliehen, der ihn beschützen kann – Aleksi. Seth kennt die Geheimnisse der Psy, und die würden alles tun, um ihn wieder in ihre Hände zu bekommen, doch mit Aleksis Hilfe könnte Seth eine Wendung in der Entwicklung des Krieges bewirken und die schreckliche Wahrheit aufdecken. Die Frage ist nur, ob Aleksi bereit sein wird, seinem Feind zu helfen? Beide Seiten sind gegen die Paarung der zwei Männer und tun ihr Bestes, sie auseinander zu reißen, aber Aleksi und Seth sind entschlossen, trotz aller Widrigkeiten zusammen zu bleiben. Können Aleksi und Seth als Gefährten des Feindes ihr Glück finden? Hinweis: Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band der Reihe geht auf die Geschichte eines anderen Paares ein. Zum besseren Verständnis und um die gesamte Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 40.300 Wörter

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2019

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

ÜBER DEN AUTOR

LESEPROBE: Rhaege (Feuerdrachen 1)

Gefährte des Feindes

Der Sibirische Tiger-Gestaltwandler Aleksi Rykov findet es ziemlich merkwürdig zu sehen, wie seine Feinde den Psy Seth Tilton jagen, denn der steht eigentlich auf der Seite dieses Feindes – doch dann wird ihm klar, dass es sich bei Seth um seinen Gefährten handelt. Den zu retten fällt dem mächtigen Alpha nicht schwer, aber seinen Gefährten vor dem Krieg, der zwischen ihren Rassen tobt, in Sicherheit zu bringen, dürfte wesentlich schwieriger sein.

Seth geht das Risiko ein, zu dem einen Mann zu fliehen, der ihn beschützen kann – Aleksi. Seth kennt die Geheimnisse der Psy, und die würden alles tun, um ihn wieder in ihre Hände zu bekommen, doch mit Aleksis Hilfe könnte Seth eine Wendung in der Entwicklung des Krieges bewirken und die schreckliche Wahrheit aufdecken. Die Frage ist nur, ob Aleksi bereit sein wird, seinem Feind zu helfen?

Beide Seiten sind gegen die Paarung der zwei Männer und tun ihr Bestes, sie auseinander zu reißen, aber Aleksi und Seth sind entschlossen, trotz aller Widrigkeiten zusammen zu bleiben. Können Aleksi und Seth als Gefährten des Feindes ihr Glück finden?

Hinweis: Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band der Reihe geht auf die Geschichte eines anderen Paares ein. Zum besseren Verständnis und um die gesamte Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 40.300 Wörter

SHEA BALIK

Gefährte des Feindes

(Paranormal Wars: Stone Haven 1)

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Mating the Enemy“:

Shea Balik, 2014

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2016

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Für meinen Sohn, der mich inspiriert, meinen Traum zu verfolgen, und für meine Eltern, die immer an mich glauben.

Gefährte des Feindes

SHEA BALIK

Prolog

21. Dezember 2012, 04:00 Uhr, Sydney, Australien.

„Aahhhh!“

„So ist es gut. Sie machen das ganz toll.“ Obwohl sein Körper um wenigstens ein paar Stunden Schlaf bettelte, hielt das Adrenalin Eli wach, als er nur noch zwei Stunden vom Ende einer achtundvierzig-Stunden-Schicht auf der Entbindungsstation entfernt war. Seine einzige Chance auf ein Nickerchen war durch die Ankunft von Abbey und ihrem Ehemann Frank unterbrochen worden. Eli hätte schwören können, dass es sich dabei um eine Verschwörung handelte, ihn wachzuhalten. Wie er überhaupt noch funktionieren konnte, wusste er selbst nicht so genau.

„Okay, es ist wieder Zeit, zu pressen“, sagte er sanft zu Abbey, die gerade zum ersten Mal Mutter wurde. Frank hielt ihre Hand, oder besser gesagt, sie umklammerte seine Hand wie ein Schraubstock. Es sah aus, als wäre die Blutzufuhr in der Hand des Mannes schon seit einiger Zeit abgeschnitten, aber Frank hatte sich nicht ein einziges Mal beschwert, sondern ermutigte seine Frau nur und beruhigte sie, so gut er konnte. Das war die Art von Geburt, die Eli bevorzugte; wenn die Eltern einander nicht anschrien und einfach nur froh waren, ihr Kind auf die Welt zu bringen. Ja, er wusste, dass es schmerzhaft war, aber er hasste es dennoch sehr, wenn die Frauen hysterisch wurden.

Der Kopf schob sich durch und Eli machte sich daran, die Atemwege des Babys zu reinigen. Eine weitere Presswehe, und er hielt das Neugeborene, welches einen stockenden Atemzug nahm, bevor es einen Schrei ausstieß, weil man es in die kalte, unbarmherzige Welt hinausgestoßen hatte.

Die Eltern lächelten strahlend, als Eli das Neugeborene hochhielt, um es auf den Bauch seiner Mutter zu legen. „Es ist ein Junge.“ Die Worte waren kaum aus seinem Mund, da verwandelte der Säugling sich in einen Hund. Nein, es war eher ein Dingo.

Das konnte doch nicht wahr sein. Er kniff die Augen zu und schüttelte den Kopf, dann öffnete Eli schnell seine Augen wieder und, jep, er hielt einen Dingo in den Händen statt eines Babys. Plötzlich war das Baby wieder da und schrie aus Leibeskräften.

Ohne zu zögern legte er das Kind auf den Bauch seiner Mutter, durchschnitt die Nabelschnur und ließ dann eine der Krankenschwestern schnell das Baby wegbringen, damit es saubergemacht wurde. Das konnte einfach nicht passiert sein und er hoffte, wenn er es einfach ignorierte, würden alle anderen das auch tun.

„Was ...“ Franks Mund blieb in Bewegung, aber es kam kein Ton heraus und seine Augen blieben auf seinen Sohn gerichtet. Plötzlich begegnete sein Blick dem des Arztes und er fragte: „Was ist passiert?“

Verdammt. Irgendwie glaubte Eli nicht, dass er gehen konnte, wenn seine Schicht vorbei war.

* * * *

Am selben Tag, 05:00 Uhr, ein kleines Dorf in Indien.

Murali lief, so schnell ihn seine Beine vom Haus seiner Familie, einer kleinen Hütte inmitten des Landes, das sie bewirtschafteten, wegbringen konnten. Er brauchte nur ein paar Minuten um Nanda zu erreichen, die Frau, die seiner Mutter helfen würde, seinen nächsten Bruder oder eine Schwester auf die Welt zu bringen. „Komm, komm schnell. Sie ist bereit“, sagte er zu Nanda, als sie an die Tür kam.

Als sie zur Bestätigung nickte, eilte Murali wieder nach Hause und ließ seine Eltern wissen, dass Nanda auf dem Weg war. Sobald er es seinen Eltern gesagt hatte, ging er hinaus, um sich zusammen mit seinen Brüdern und Schwestern an die täglichen Aufgaben zu machen.

Er war gerade erst acht Jahre alt geworden und mit jedem Geburtstag wurde seine Liste mit Aufgaben länger. Jeden Morgen musste er helfen, die Tiere zu füttern und den Mist wegzuschaufeln. Er liebte die Tiere und genoss die Zeit, die er damit verbrachte, sie zu füttern und ihnen Wasser zu bringen, aber heute beeilte er sich mit allem, damit er zurückgehen und das neue Baby sehen konnte. War es etwa schon geboren?

Der dringende Wunsch zur Hütte zurückzukehren, um das herauszufinden, ließ ihn schnell alles erledigen. Ein lauter Schrei von seiner Mutter, als er näherkam, sagte ihm, dass das Baby noch nicht geboren war. Lautlos huschte er in die Hütte, damit er zusehen konnte.

Im nächsten Moment stieß seine Mutter einen erschöpften Schrei aus und plötzlich hielt Nanda ein Baby in den Händen. Er wollte es besser sehen und trat näher an die Matte heran, auf der seine Mutter lag, ganz auf seine kleine Schwester konzentriert.

Plötzlich war seine Schwester völlig von Flammen umgeben, die über ihren Körper leckten und sie verschlangen. Nanda schrie und ließ sie fallen, aber zum Glück war sie nur wenige Zentimeter über dem Boden. Nanda begann schreckliche Wörter über seine Schwester und Mutter von sich zu geben.

Die Decken um seine Mutter fingen Feuer und bevor Murali wusste, was geschah, stand die gesamte Hütte in Flammen. Nanda lief davon und überließ seine Mutter und Schwester ihrem Schicksal.

Murali setzte sich in Bewegung und rannte zu seiner Mutter, doch inzwischen hatten die brennenden Decken ihren Teil getan und er wusste, dass er sie auf keinen Fall mehr retten konnte. Er sah zu seiner Schwester und erkannte, dass die Flammen nicht mehr da waren. In der Tat sah es aus, als ob die Flammen sie meiden würden.

Er hob die Kleine auf und rannte aus der Hütte, kurz bevor das Dach einstürzte.

* * * *

Am selben Tag, 12:00 Uhr, Nashville, Tennessee

„Du bist nicht gut, Redneck. Wie kannst du mir das antun? Ich schwöre, du fasst mich nicht wieder an, hast du verstanden, Billy Joe?“

So war es schon die letzten drei oder vier Stunden gewesen, und so sehr Betty es auch genoss, die Dummheit von Leuten zu beobachten, die zum ersten Mal Eltern wurden, hatte sie genug davon. Ihre Schicht war seit einer Stunde vorbei, aber ihre Ablösung kam wieder mal zu spät, also stand sie immer noch da und versuchte, die Frau zum Pressen zu ermutigen, während sie darauf warteten, dass der Arzt kam. Als sie den Kopf sah, hoffte sie, dass der Arzt sich beeilte, denn sonst würde sie dieses Baby auf die Welt bringen. Nicht, dass sie überrascht war. Die Ärzte neigten dazu, in letzter Sekunde reinzuplatzen, um sich praktisch nur hinzusetzen, das Baby aufzufangen und wieder rauszugehen, während sie die ganze Zeit bei den Eltern sitzen und deren Gemecker zuhören musste.

Die Tür flog auf und herein marschierte der größte Armleuchter auf dem ganzen Planeten. „Guten Tag, Leute.“ Betty sprang ihm schnell aus dem Weg, als der Arzt sich setzte. „Sieht aus, als wären es nur noch ein paar Wehen, bis ihr kleiner Sohn geboren ist.“

Wie angekündigt reichten zwei weitere Wehen und der kleine Junge war auf der Welt.

Den Neugeborenen hochhaltend, verkündete der Arzt: „Darf ich vorstellen, Ihr Sohn.“ Schockiertes Keuchen war zu hören, als das Baby sich plötzlich in einen Bären verwandelte.

Die Mutter des strampelnden Baby-Bären wurde ohnmächtig. Der Vater stand einfach mit offenem Mund da und blinzelte wiederholt, als ob er hoffte, das würde irgendwas ändern. Der Doktor schrie wie ein Mädchen und ließ den Bären auf den Bauch seiner ohnmächtigen Mutter fallen.

Betty war nur froh, dass der Arzt gekommen war, bevor das passierte.

* * * *

Am selben Tag, 18:00 Uhr, Oahu, Hawaii.

Der Sturm war heftig, Bäume wurden umgeworfen, der Strom war ausgefallen, und Tia wusste, dass sie es unmöglich ins Krankenhaus schaffen würde, bevor das Baby kam. Sie rief den Notruf, und man sagte ihr, dass es ein Wunder wäre, wenn sie es bis zu ihr schaffen würden, aber sie wollten es versuchen.

Trent, der Mann, mit dem sie schon seit zehn Jahren zusammen war, versuchte online Informationen zu finden, wie man ein Baby zu Hause auf die Welt brachte. Sie wusste, dass sie deswegen in Panik geraten sollte, aber das tat sie nicht. Wozu denn auch? Es gab sowieso nichts, was sie dagegen tun konnte.

So war es die meiste Zeit über während ihrer Schwangerschaft gewesen und sie hatte sich schon oft darüber gewundert. Sie war normalerweise eine nervöse Person, anfällig für Angst-Attacken. Als sie erfahren hatte, dass sie schwanger war, hatte sie ins Krankenhaus gemusst. Aber irgendwann um den dritten Monat herum hatte sich ein Gefühl des Friedens und der Ruhe wie ein Schleier über sie gelegt, der sie von all den chaotischen Gefühlen abschirmte, die sie normalerweise hatte.

Und jetzt lag sie also im Gästezimmer, weil sie sich weigerte, ihre eigene Matratze zu ruinieren, und wartete geduldig darauf, dass ihr Baby geboren wurde. Für sie bestand keinerlei Zweifel daran, dass ihr Sohn sehr bald auf die Welt kommen würde.

Erst, als der Drang zu pressen sie überkam, rief sie schließlich nach Trent, der aussah, als würde er ohnmächtig werden, da alle Farbe aus seinem Gesicht gewichen war. Sie hätte wirklich nicht gedacht, dass ein Mann, der beim Surfen so viel Zeit in der Sonne verbrachte, so weiß sein könnte.

Er war gerade erst in den Raum getreten, als sie zu pressen begann, da ihr Körper nicht bereit war, noch länger zu warten. Trents Augen füllten sich mit Panik, aber er kam dennoch zu ihr, um zu helfen. Er schnappte sich eines der Handtücher, die er neben das Bett gelegt hatte, und begab sich in die richtige Position, um ihrem Sohn auf die Welt zu helfen.

Ein neues Leben erblickte das Licht der Welt, eines, das aussah wie jedes andere gesunde Kind. Ein kleiner Junge, der die Gabe der Empathie hatte, einer, der nicht nur die Gefühle anderer spüren konnte, sondern auch deren Gefühle beeinflussen. Er würde schnell lernen, seine Fähigkeiten zu verbergen, was seine Art vor der Folter der wissenschaftlichen Gemeinschaft bewahren würde.

Kapitel 1

21. Dezember 2312, Gestaltwandler-Mystiker-Allianz North Territory, kurz außerhalb von Stone Haven (früher North Dakota, South Dakota, Wyoming, Montana, Idaho, Oregon, Washington, Minnesota, British Columbia, Southern Alberta, Süd-Saskatchewan, und Southern Manitoba)

Zweige schnitten durch Seths Haut und hinterließen eine dünne Blutspur, die über verschiedene Stellen seines Körpers nach unten rann, während er vor seinen Verfolgern davonlief. Sein Fuß blieb an etwas hängen, was ihn zum Stolpern brachte, aber er hielt sich auf den Beinen, da er fürchtete, nicht mehr genug Kraft zu haben um wieder hochzukommen, wenn er erst einmal am Boden wäre.

Er richtete sich wieder auf und zwang sich, weiter zu rennen, während er jeden Gott, der zum Zuhören bereit war, anflehte, ihm die Kraft zu geben, es bis zu den Wandlern zu schaffen. Natürlich würden sie ihn bei der Menge an Blut, die er hinterließ, ziemlich bald finden. Ob sie ihm eine Gelegenheit geben würden, zu erklären, warum er ihr Land unerlaubt betrat, bevor sie ihm die Kehle rausrissen, war reine Vermutung.

Wahnsinn war die einzige Erklärung dafür, warum er das Bedürfnis hatte, nicht nur sein Glück mit der Paranormal Alliance zu versuchen, sondern auch noch ausgerechnet in dieses Gebiet zu gehen. Das Central Territory im südlichen Teil von Nordamerika lag näher, aber sein Instinkt sagte ihm, dass er hier gebraucht wurde. Also war er jetzt hier, kaum noch imstande, weiterzulaufen, während seine eigene Art ihn wie einen Hund jagte.

Es war ein großes Risiko zu glauben, dass die Wandler ihm auch nur zuhören würden, geschweige denn, ihn vor seiner eigenen Art zu schützen. Nicht, dass Seth ihnen da einen Vorwurf machen könnte, schließlich war es seine Art, die die anderen Paranormalen auszulöschen versuchte, aber er musste es versuchen, denn es bestand kein Zweifel, dass man an ihm ein Exempel statuiert hätte um zu zeigen, was mit Verrätern gemacht wurde, wenn er bei den Psy geblieben wäre.

Er konnte nur hoffen, dass die Allianz ihm glauben würde, denn ohne deren Kooperation war Seth ein toter Mann. Schlimmer noch, dieser Krieg zwischen den Paranormalen würde fortgesetzt werden, bis eine oder mehrere Rassen ausgelöscht waren. Okay, vielleicht wäre das nicht schlimmer für Seth persönlich, aber dennoch war der Gedanke an die Vernichtung einer gesamten Art wohl schlimmer als der Tod einer einzelnen Person.

Seth hatte die schlimmsten Seiten seiner Art zu sehen bekommen, während er aufgewachsen war. Er hatte schon in sehr jungen Jahren gelernt, zu was eine Person bereit war, um mehr Macht zu erhalten. Seine Kindheit war ein lebender Alptraum gewesen, da seine Eltern in ihrem eigenen Labor an ihm experimentiert hatten, und das nur, um mächtiger als andere Psy zu werden. Sie hatten diese Macht für sich selbst gewollt, sogar auf Kosten ihres Sohnes.

Es war dreihundert Jahre her, seit die Götter die Paranormalen geschaffen hatten, die nur zu dem Zweck geboren wurden, die Erde zu retten. Es wurde befürchtet, dass, wenn die Menschen ungehindert weitermachen könnten wie bisher, sie letztendlich den Planeten, auf dem sie lebten, zerstören würden. Um sie aufzuhalten waren drei verschiedene Paranormale Arten geschaffen worden: die Gestaltwandler, die Mystiker und Seths Art, die Psy.

Jede Art wurde benötigt, um ein Gleichgewicht zu schaffen, damit der Planet existieren konnte. Die Wandler sollten Frieden und Harmonie für die verschiedenen Tiere auf der Welt schaffen und die Arten retten, die bereits kurz vor dem Aussterben waren. Sie sollten genug Land von den Menschen zurückerobern, um für die Tiere Raum zum Leben zu schaffen.

Den Mystikern war die Fähigkeit gegeben worden, Feuer, Wasser, Luft und Erde zu kontrollieren. Pflanzen sollten wachsen können und das trockene, ausgedörrte Land sollte wieder ausreichend Wasser haben. Ihre Kräfte sollten die Wettersysteme stabilisieren, die wegen der Auswirkungen der von Menschen geschaffenen Verschmutzung völlig durcheinander geraten waren.

Die Psy sollten mit ihren Fähigkeiten der Gedankenkontrolle, Empathie und Telekinese helfen, Frieden zu schaffen. Sie sollten den Menschen helfen, zu erkennen, was sie falsch machten, und die nötigen Veränderungen durchzuführen.

Jede Art der Paranormalen war auf ihre eigene Weise mächtig, aber zusammen besaßen sie das Potenzial, die Welt zu verändern. Und dennoch, obwohl sie von den Göttern geschaffen worden waren, um Frieden und Harmonie auf den Planeten zu bringen, bedeutete das nicht, dass sie immer die richtigen Entscheidungen trafen. Seths Art bewies dies immer und immer wieder.

Obwohl ihre Fähigkeiten enorm waren, sorgten die Götter dafür, dass keine der Rassen die anderen kontrollieren konnte, indem die Fähigkeiten der Psy oder Mystiker nicht funktionierten, wenn sie direkt gegen andere Paranormale eingesetzt wurden. Das Ziel war, den Planeten zu retten, nicht, ihn zu kontrollieren.

Die Psy fanden, dass die Wandler damit einen unfairen Vorteil hatten, da die überlegene Stärke, Schnelligkeit und die Reflexe, die sie von den Tieren bekamen, es unmöglich machten, sie im Nahkampf zu besiegen. Die Tatsache, dass Wandler und Mystiker unsterblich zu sein schienen, verärgerte die Psy und rechtfertigte in ihren Augen alles, was sie mit den anderen Rassen machten, einschließlich der Experimente, die nichts anderes als Folter waren.

Nadelstiche liefen über Seths Körper wie tausend Ameisen, die über ihn krabbelten. Die Psy kamen immer näher. Sich immer weiter antreibend, ignorierte Seth die Erschöpfung, die ihn zu überwältigen drohte. Stattdessen folgte er der Kraft, die ihn schon während der letzten Wochen hierher gezogen hatte.

Er hoffte nur, dass es sich dabei nicht um Einbildung handelte, denn dies war seine einzige Chance zu überleben. Er war schon zu lange gelaufen und war zu müde, um sich auch nur gegen diejenigen zu verteidigen, die ihn jagten. Als Psy besaß er die Kraft der Telekinese, die im Kampf eine gute Hilfe war. Er mochte zwar nicht in der Lage sein, einen anderen Paranormalen zu bewegen, aber er konnte mit der Kraft seiner Gedanken Gegenstände auf sie werfen.

Doch er hatte schon zu lange auf Schlaf oder richtiges Essen verzichtet, da er zu viel Angst hatte, um längere Zeit anzuhalten und sich auszuruhen. Sein Körper war erschöpft, seine Kräfte nutzlos, und seine einzige Hoffnung waren die Wandler. Es war wahrscheinlich kein kluger Zug von ihm, den Feind in das Territorium der Gestaltwandler zu bringen, aber er war nicht in der Lage gewesen, seine Verfolger abzuschütteln, und er glaubte nicht, dass er noch lange durchhalten konnte.

Wie es überhaupt dazu gekommen war, stellte Seth vor ein Rätsel. Die Paranormalen waren in diese Welt gebracht worden, um sie zu retten, aber alles, was sie getan hatten, war einander und alles, was ihnen in den Weg kam, zu zerstören.

Die ersten einhundert Jahre waren die Wandler und Mystiker Gefangene der Menschen gewesen - oder zumindest diejenigen, die die Menschen hatten finden können. Es hatte damit begonnen, dass Menschen ausgeflippt waren beim Anblick von Säuglingen, die sich in Tiere verwandelten oder deren übersinnliche Kraft vielen den Tod brachte. Diejenigen, die sie nicht einfach töteten, wurden eingefangen und untersucht, bis es Jahre später ein Gestaltwandler schaffte, eine Kampftruppe aus versteckt lebenden Paranormalen zusammenzustellen und zurückzuschlagen.

Er führte diese Truppe an und Paranormale auf der ganzen Welt wurden befreit. Der darauffolgende Krieg zerstörte Städte, stürzte viele Regierungen und tötete mehr als ein Viertel der menschlichen Bevölkerung. So dezimiert, stimmten die Menschen schließlich zu, die Jagd auf Paranormale einzustellen und alle freizulassen, die sie noch in Gefangenschaft hatten.

Der Mann, der die Paranormalen anführte, wollte nur, dass seine Art frei war und tun konnte, wozu sie geboren wurde. Bis zum Krieg hatten die Menschen nicht einmal von der Existenz der Psy gewusst, da deren Fähigkeiten sich nicht körperlich zeigten. Aus diesem Grund hatten sie unter den Menschen gelebt, ohne dass jemand etwas merkte, und viele hatten sogar mit den Menschen zusammengearbeitet, um Experimente an den anderen Paranormalen durchzuführen.

Zu sagen, dass die Psy über das Ende des Krieges wütend waren, wäre eine Untertreibung. Sie hatten nicht die Absicht, ihre Experimente einzustellen, da sie angetrieben waren von dem Wunsch, das Geheimnis der Unsterblichkeit zu lüften. Seths Familie stand ganz oben auf dieser Liste. Sie hatten den größten Teil der Forschungen geleitet, bevor die Forschungszentren der Menschen geschlossen worden waren, und jetzt kontrollierten sie sie alle.

Für Seth war es eine lebenslange Mission geworden, den Klauen seiner Familie zu entkommen und alles zu tun, was nötig war, um sie auszuschalten. Er hatte zu lange zugesehen, wie seine eigenen Eltern die Menschen als Bauern benutzten. Sie gaben den Göttern die Schuld an ihren eigenen kranken Handlungen und behaupteten, dass die Menschen die Ursache für die Zerstörung der Erde seien und die Götter somit deren Vernichtung wünschten.

Der Anführer der Gestaltwandler und mystischen Streitkräfte weigerte sich, die Menschen auszulöschen, und beharrte darauf, dass sie ein Teil des Planeten waren, den die Paranormalen retten sollten, und passte somit in den Plan der Psy, einen neuen Krieg zu beginnen.

Es war eine blutige Schlacht gewesen, bei der die Menschen zwischen die Fronten gerieten. Die Psy benutzten sie als Puppen, steuerten ihren Willen und zwangen sie so, gegen die Truppen der Paranormalen Allianz zu kämpfen. Seth hatte genug von der Grausamkeit, die seine Art gezeigt hatte, besonders, da sie nichts anderes war als eine Entschuldigung, um noch mehr Wandler und Mystiker zu fangen und die abartigen Experimente fortzusetzen.

Als Seths erster Fluchtversuch fehlgeschlagen war, hatte es damit geendet, dass seine Eltern ihn um ein Haar zu Tode geprügelt hätten, was schon etwas heißen wollte, wenn man bedachte, dass alle Paranormalen über außergewöhnlich schnelle Wundheilungskräfte verfügten und fast unmöglich zu töten waren. Danach hatte Seth gewusst, dass er nur noch eine einzige Chance hatte, zu entkommen, oder seine Eltern würden ihn töten.

Sobald er sich erholt hatte, hatte Seth seine nächste Flucht geplant, und nach Monaten des Wartens hatte er schließlich drei Wochen zuvor seine Chance bekommen. Seitdem war er auf der Flucht und jetzt konnte er nur hoffen, es bis zu seinem Ziel zu schaffen, bevor die Psy ihn wieder einfingen.

Er hatte es auf die größte der paranormalen Verbindungen abgesehen und das, was viele als deren Sitz betrachteten. Tatsächlich versuchte er, zu dem Mann zu gelangen, der die Paranormalen während der letzten zweihundert Jahre angeführt hatte. Der Mann, der sie alle gerettet hatte. Der Mann, vor dem sogar die Psy Angst hatten. Aleksi Rykov.

* * * *

Aleksi wusste schon seit mehreren Tagen, dass die Psy in das Gebiet der Allianz eingedrungen waren, und jetzt kamen sie ihrer Hauptstadt, Stone Haven, ein wenig zu nahe.

---ENDE DER LESEPROBE---