Gefährte des Raubtiers - Shea Balik - E-Book

Gefährte des Raubtiers E-Book

Shea Balik

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Beschreibung

Zeke Torres wurde immer gehänselt, weil er ein ängstlicher Mauswandler ist. Als seine Mutter einen Habichtwandler heiratete, musste er Tag für Tag die Grausamkeit seines Stiefbruders ertragen. Er hat sich seine Unabhängigkeit hart erkämpft und geschworen, nie wieder in der Gewalt eines anderen zu sein. Rangi Ku ist ein Adlerwandler und Leiter der Kommunikationsabteilung des Nördlichen Territoriums der Allianz. Als er einmal bis spät in die Nacht arbeitet, beobachtet er entsetzt, wie sein Computer mit einem Hilferuf gehackt wird – eine Leistung, die davor noch niemand geschafft hat. Er rettet den Mann, der sich in ihr System gehackt hat, und findet zu seiner Überraschung heraus, dass Zeke sein Gefährte ist. Als Alek, der Alpha Primus, Zeke des Verrats angeklagt, muss Zeke den Mut finden, seine Bedenken beiseite zu schieben und darauf zu vertrauen, dass Rangi ihn beschützt. Es erscheint undenkbar, dass ein Jäger sich mit seiner Beute paart, aber Rangi ist entschlossen, seiner kleinen Maus zu zeigen, dass er mehr ist als nur ein Raubvogel. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 41.700 Wörter

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Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Epilog

ÜBER SHEA BALIK

LESEPROBE:

Gefährte des Raubtiers

Zeke Torres wurde immer gehänselt, weil er ein ängstlicher Mauswandler ist. Als seine Mutter einen Habichtwandler heiratete, musste er Tag für Tag die Grausamkeit seines Stiefbruders ertragen. Er hat sich seine Unabhängigkeit hart erkämpft und geschworen, nie wieder in der Gewalt eines anderen zu sein.

Rangi Ku ist ein Adlerwandler und Leiter der Kommunikationsabteilung des Nördlichen Territoriums der Allianz. Als er einmal bis spät in die Nacht arbeitet, beobachtet er entsetzt, wie sein Computer mit einem Hilferuf gehackt wird – eine Leistung, die davor noch niemand geschafft hat. Er rettet den Mann, der sich in ihr System gehackt hat, und findet zu seiner Überraschung heraus, dass Zeke sein Gefährte ist.

Als Alek, der Alpha Primus, Zeke des Verrats angeklagt, muss Zeke den Mut finden, seine Bedenken beiseite zu schieben und darauf zu vertrauen, dass Rangi ihn beschützt. Es erscheint undenkbar, dass ein Jäger sich mit seiner Beute paart, aber Rangi ist entschlossen, seiner kleinen Maus zu zeigen, dass er mehr ist als nur ein Raubvogel.

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 41.700 Wörter

SHEA BALIK

Gefährte des Raubtiers

Paranormal Wars: Stone Haven 4

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Mating the Predator“:

Shea Balik

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2017

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Vanessa Tockner

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Für mein Lektorat wegen der freundlichen Worte und dem Lob, die mich zu einer besseren Autorin gemacht haben.

Kapitel 1

Die letzten zwanzig Jahre lang hatte Zeke Torres alles in seiner Macht Stehende getan, um sich von Raptor fernzuhalten, was in Anbetracht der Tatsache, dass sie Stiefbrüder waren, nicht immer einfach war. Jetzt, gerade als er sich endlich langsam entspannt und begonnen hatte, sein Leben mit einer Arbeit, die er liebte, einem anständigen Wohnort und einem besten Freund zu genießen, kam Raptor nicht nur auf Besuch, er kam auch, um sich vor dem mächtigsten Mann des Planeten zu verstecken: vor Alpha Primus Aleksi Rykov.

Alles hatte angefangen, als Zeke aus dem Lift gekommen und zu seiner Wohnung im fünfzehnten Stock gegangen war, nur um seine Tür offen vorzufinden. Zuerst dachte er, es wäre sein Freund Gibson, der einen Schlüssel für Notfälle hatte. Nur dass es nie einen Notfall gab. Er hing einfach gerne in Zekes Wohnung ab.

Erst als Zeke ins Wohnzimmer kam, bemerkte er zwei große, sehr muskulöse Männer, die auf seinem brandneuen schwarzen Ledersofa saßen. Ein Teil von ihm war verärgert, weil sie dort saßen, Chips mit Salsa aßen und sein Sofa damit einsauten. Aber der vernünftigere, verängstigte Teil von Zeke bemerkte, dass diese Männer aussahen, als würden sie ihn eher umbringen anstatt mit ihm zu reden.

„Hallo, Squeak“, sagte Raptor hinter ihm, als er die Tür und damit Zekes einzigen Fluchtweg schloss. Verdammt! Er hätte fliehen sollen, solange er noch eine Chance dazu gehabt hatte.

Bei all den Erinnerungen an diese harte, kalte Stimme, die ihn seine Kindheit hindurch gequält hatte, zitterte Zeke von Kopf bis Fuß. Er wusste aus schmerzhafter Erfahrung, dass es gefährlich war, seine Angst zu zeigen, aber er hatte nicht erwartet, dass Raptor hier sein würde, und war nicht vorbereitet.

Ein bösartiges Lächeln trat auf Raptors Gesicht. Mist! Der Mann hatte Zekes Angst gespürt und würde ihn dafür bestrafen. Selbst nach zwanzig Jahren, in denen er bewiesen hatte, dass er ein intelligenter, fähiger Mann war, warf allein Raptors Anblick Zeke wieder in seine Vergangenheit als ängstlicher kleiner Junge ohne Möglichkeit zur Verteidigung zurück.

Hatten die über tausend Therapiestunden ihm nicht beigebracht, dass Raptor nicht besser als Zeke war, nur weil er ihn zusammenschlagen konnte? Machte die Tatsache, dass Raptor seine Fäuste benutzen musste, um sich als Mann zu beweisen, ihn denn nicht schwächer als Zeke? Wenn er je erreichen wollte, dass Raptor ihn genug respektierte, um ihn nicht mehr zu terrorisieren, dann musste Zeke dem Mann die Stirn bieten.

Irgendwie fand er den Mut, genau das zu tun. „Raptor, ich kann mich nicht erinnern, dich in mein Zuhause eingeladen zu haben, und mein Name ist Zeke, nicht Squeak.“ Gut, er kommandierte den Mann nicht gerade aus seiner Wohnung hinaus, aber er war trotzdem stolz darauf, dass er etwas gesagt hatte.

Lachen erfüllte den Raum, als Raptor und seine zwei Handlanger sich über Zekes draufgängerische Haltung amüsierten. „Oh, kleiner Bruder, manchmal bist du einfach zu komisch“, sagte Raptor und stellte sich direkt vor Zeke.

Normalerweise würde Zeke jetzt zurückweichen, weil er zu sehr fürchtete, was Raptor tun würde – aber dieses Mal nicht. Diesmal würde er seinem Stiefbruder die Stirn bieten. Er war vielleicht ein Mauswandler, aber das bedeutete nicht, dass er sich wie sein Tier verhalten musste.

Ohne Vorwarnung schoss Raptors Faust vor und er schlug Zeke in die Kehle. Er sank auf den Boden, während er darum kämpfte, einen Atemzug in seine beschädigte Luftröhre zu saugen, und krümmte sich zu einer Kugel zusammen, falls Raptor vorhatte, ihn auch noch zu treten.

Stattdessen ging Raptor auf die Knie und seine kalten, harten Augen verrieten Zeke ganz genau, wie tödlich er war. „Diesen einen Ausrutscher lasse ich dir durchgehen, weil du mein Bruder bist, aber wenn du das nochmal machst“, er hielt inne und wartete, bis Zeke ihn ansah, „wenn du das nochmal machst, bringe ich dich um, Squeak, und dann wird nicht einmal Talon dich retten können.“

Zeke senkte den Blick sofort wieder, aus Angst, dass Raptor es als Zeichen der Aggression sehen und ihn nur dafür schlagen würde, genau wie er es in ihrer Kindheit getan hatte. So stolz Zeke auch auf sich war, weil er Raptor die Stirn geboten hatte, er hätte sich daran erinnern sollen, dass sein Stiefbruder ein Habicht war, was Zeke zu seiner Beute machte.

Zeke hatte nie verstanden, warum Raptor so anders war als sein Bruder Talon. Raptor vergnügte sich damit, Zeke zu foltern, aber Talon ließ ihn einfach in Ruhe. Die meiste Zeit war Zeke nicht einmal sicher gewesen, ob Talon von seiner Existenz wusste, obwohl sie in demselben Haus aufgewachsen waren.

Das einzige Mal, als Talon seine Existenz anerkannt hatte, war gewesen, als er auf Raptor losgegangen war, weil der Zeke verprügelt hatte. Nicht, dass es eine besondere Herausforderung für Talon gewesen wäre – er war viel massiger als sein Bruder. Außerdem sagte er Zeke, dass er aufhören sollte, so ein Schwächling zu sein, und Raptor die Stirn bieten musste. Als Zwei-Meter-Muskelprotz hatte er leicht reden.

Unglücklicherweise war Talon in die Armee der Allianz eingetreten, als Zeke gerade fünfzehn geworden war, und danach war niemand mehr da gewesen, um Raptor aufzuhalten. Zeke hatte gebetet, dass die Götter ihm halfen, aber sie hatten es nie getan. Einmal hatte Raptor ihn beten gehört, ausgelacht und dann gesagt, dass die Götter Wandler wie Zeke und seine Mutter auf die Erde schickten, damit Raubtiere etwas zum Spielen hatten.

Jetzt war sein Peiniger wieder zurück und eroberte sein ganzes Leben. Ein Monat war seit seiner Ankunft vergangen und Zeke hatte nicht einen Schritt aus seiner Wohnung tun dürfen. Er hatte sein Handy nur einmal berühren dürfen, um seinen Chef anzurufen und zu kündigen. Das hatte Zeke beinahe umgebracht, denn er liebte seine Arbeit wirklich. Eine fristlose Kündigung in seinem Lebenslauf würde es ihm so gut wie unmöglich machen, einen anderen Job zu finden.

Nach etwa zwei Tagen in Gefangenschaft hatte er gehört, wie sein bester Freund Gibson an die Tür geklopft hatte. Boris, einer von Raptors Handlangern, hatte ihm erzählt, dass Zeke ausgezogen wäre und er keine Ahnung hätte wohin. Zeke wusste nicht, ob Gibson ihm geglaubt hatte oder nicht, aber danach war er nicht mehr gekommen.

Also steckte Zeke fest und konnte niemanden um Hilfe bitten. Raptor hatte ihn aus seinem eigenen Zimmer hinausgeworfen und Zeke war gezwungen gewesen, auf dem Sofa zu schlafen. Er hätte sich hinausgeschlichen, während alle schliefen, aber eins der ersten Dinge, die Raptor getan hatte, war, ein Schloss innen an der Tür anzubringen, zu dem nur er den Schlüssel hatte.

Ohne Handy oder eine Gelegenheit hinauszugehen hatte Zeke verzweifelt nach einer Möglichkeit gesucht, mit jemandem von außen zu kommunizieren. Er dachte daran, aus dem Fenster zu schreien oder ein Schild aufzustellen, aber da er fünfzehn Stockwerke über der Erde war, bezweifelte er, dass das helfen würde. Er würde für seine Mühen nur verprügelt werden. Vielleicht sollte er es trotzdem tun, aber nach dem Schlag auf den Hals war er wieder die ängstliche, kleine Maus geworden, die Raptor immer in ihm sah. Zeke hasste sich selbst für seine Schwäche.

„Hey, Squeak“, rief Raptor aus dem Schlafzimmer.

Zeke hasste es, wenn sein Stiefbruder diesen Spitznamen benutzte. Er konnte nichts dagegen tun, dass er quietschte, wenn er nervös war, es lag an seiner Maus. Jahrelang hatte Raptor ihn jedes Mal ausgelacht, wenn es passiert war, und ihm schließlich den Spitznamen gegeben.

„Squeak, beweg deinen dürren Hintern hierher, bevor ich dich holen komme“, schrie Raptor.

Da er wusste, dass Raptor seine Drohung wahrmachen würde, ging Zeke widerwillig den Gang entlang zu seinem alten Schlafzimmer, denn das war es tatsächlich. Wenn Raptor und seine Schergen endlich verschwanden, würde Zeke so weit von seinem Stiefbruder wegziehen, wie er konnte.

Ein eingeschaltetes Computer-Tablet lag auf dem Tisch. Zeke tat sein Bestes, nicht zu zeigen, wie aufgeregt er war. Raptor starrte es finster an, als hätte es ihn irgendwie persönlich beleidigt, aber das kümmerte Zeke nicht. Wenn er nur zwei Minuten an diesem Computer bekam, konnte er einen Hilferuf aussenden.

„Dieses verdammte Programm funktioniert nicht. Bist du nicht so ein Computer-Nerd?“ Wenn Raptor nur wüsste, wie wahr seine Worte waren.

Zeke zuckte locker mit den Schultern – sein Stiefbruder durfte auf keinen Fall wissen, wie gut er war. Die Stelle, die er hatte kündigen müssen, war eine als Programmierer-Hacker bei CompTech gewesen, einer der führenden Computerfirmen der Allianz.

Seine Hauptaufgabe hatte darin bestanden, sich in nicht zu knackende Systeme zu hacken und dann zu helfen, die Sicherheitslöcher zu stopfen. Für Zeke war es eher eine Berufung als ein Job. Er gehörte zu den wenigen Glücklichen, die wirklich liebten, was sie taten.

„Mehr oder weniger. Ich habe als Programmierer für CompTech gearbeitet.“ Er versuchte herunterzuspielen, wie gut er wirklich war, aber er wusste, dass er genug Wahrheit untermischen musste, damit Raptor ihm glaubte.

Raptor beäugte ihn, als schätzte er ab, wie ehrlich seine Worte waren. Als er unter der Tyrannei seines Bruders aufgewachsen war, hatte Zeke gelernt, demütig und harmlos zu erscheinen. Er senkte den Blick zu Boden und ließ die Schultern gerade genug hängen, dass sein Stiefbruder glauben würde, er wäre zu eingeschüchtert, um zu lügen.

„Gut, dann komm hier herüber und reparier das blöde Ding“, sagte Raptor, stand auf und streckte einen Moment lang seinen langen, schlanken Körper, bevor er sich rücklings auf das Bett fallen ließ und die Hände hinter dem Kopf verschränkte. „Aber vergiss nicht, keine dummen Versuche. Ich sehe jede Bewegung, die du machst.“

Zeke hatte sich immer gefragt, wie ein so gutaussehender Mann in seinem Kern so verdorben sein konnte. Etwas über einen Meter achtzig groß und mit einem Körper, dem man deutlich ansah, dass er trainierte, konnte Raptor jede Frau haben, die er wollte, trotzdem schien er sich nur dafür zu interessieren, andere zu quälen.

„Ähmmm, was genau soll ich in Ordnung bringen?“, fragte er. Zeke kannte die Antwort bereits, da er mitgeholfen hatte, das Programm auf dem Bildschirm zu entwickeln, aber das wusste Raptor nicht. Nicht einmal seine eigenen Vorgesetzten wussten das. Sein Kollege Peitro hatte ein Programm entwickeln sollen, das ein Satellitenbild jedes gewünschten Gebiets liefern konnte. Das Bild sollte nicht nur das Terrain zeigen, sondern auch, wie viele Menschen, Wandler, Mystiker und Psy sich dort befanden.

Peitro hatte Zeke gebeten, sich das Programm anzusehen, da er selbst Probleme damit hatte. Das Problem war, dass Peitros Fähigkeiten nicht ausreichten, um das Programm zu schreiben. Mit Tränen in den Augen und Versprechungen, dass er alles für Zeke tun würde – obwohl Zeke nie etwas von ihm verlangen würde –, hatte Peitro ihn angefleht, es fertigzustellen, also hatte er es getan.

Er hatte ein Wochenende Onlinegames mit Gibson aufgegeben, um für Peitro an dem Programm zu arbeiten. Der Mann hatte seinen Chefs nie erzählt, dass er das Programm nicht selbst geschrieben hatte, und danach hatte er nie wieder mit Zeke geredet … undankbarer Idiot.

Was Zeke nicht verstand, war, was Raptor mit dem Programm vorhatte. Laut Peitro war es für den Alpha Primus bestimmt und niemand sonst sollte Zugriff darauf haben. Während er sich die Informationen ansah, die Raptor eingegeben hatte, erkannte Zeke sofort, was sein Stiefbruder vorhatte. Er hoffte, den Alpha Primus im Nördlichen Territorium auszuspionieren. Was für ein Idiot.

Zuerst einmal kam niemand damit durch, das Nördliche Territorium auszuspionieren. Dort hatten sie die am meisten fortgeschrittenen Programme der Welt, die für Sicherheit sorgten, und niemand hatte sie je gehackt. Nun ja, Zeke schon, aber er hatte nur wissen wollen, ob er es konnte. Er hatte niemandem gesagt, was er getan hatte. Eingesperrt zu werden, weil er den Alpha Primus ausspioniert hatte, war das letzte, was er wollte.

„Wenn du nicht mal erkennst, was du da siehst, kannst du ja kein guter Programmierer sein“, höhnte Raptor.

Zeke weigerte sich anzubeißen. Es wäre besser für ihn, so zu tun, als wüsste er nicht viel über Computer. „Tut mir leid, Raptor, aber wenn du mir sagen könntest, was du falsch gemacht hast, könnte ich vielleicht etwas herausfinden.“

Raptor setzte sich mit einem Ruck auf. „Ich habe gar nichts falsch gemacht. Ich benutze es schon die ganze Zeit, seit wir hier sind. Ich habe nur den Ort geändert, den ich sehen will, mehr nicht“, zischte er.

„Entschuldige“, quiekte Zeke. „Ich meine, wo das Programm gestreikt hat. Gib mir etwas Zeit, dann sehe ich, was ich tun kann.“ Ja, er hätte Raptor vielleicht nicht so sehr reizen sollen, aber er hatte nicht anders gekonnt. Vielleicht war er doch nicht so unterwürfig, wie er gedacht hatte.

Er gab sein Bestes, um diesen kleinen Hauch Mut zu behalten, und hackte sich direkt in das Kommunikationsnetzwerk des Alpha Primus ein. Innerhalb von Sekunden fand er einen laufenden Computer und übernahm ihn. Schnell, damit Raptor nichts sah, hinterließ er eine Bitte um Hilfe und zog sich wieder zurück. Das Ganze dauerte weniger als sechzig Sekunden und Raptor lag immer noch auf dem Rücken, als Zeke sich wieder auf sein Problem konzentrierte.

Kapitel 2

„Fick mich“, flüsterte Rangi Ku ehrfürchtig, als er beobachtete, wie jemand aus der Ferne seinen Computer übernahm und eine Nachricht schrieb, bevor er wieder verschwand. Rangi schloss die Augen und schüttelte den Kopf – er fürchtete, dass er letztendlich doch seine Belastungsgrenze erreicht hatte. Immerhin hatte er im letzten Monat nie länger als eine oder zwei Stunden pro Nacht geschlafen. Vielleicht halluzinierte er nur.

Als er die Augen öffnete, war die Nachricht noch auf seinem Bildschirm. Also war es keine Halluzination. In diesem Moment war er nicht sicher, ob das gut oder schlecht war. Wenigstens wurde er nicht verrückt, aber es bedeutete auch, dass jemand in Aleks hochmodernes System eingedrungen war. Eins, das noch nie gehackt worden war und daher Aleks ganzen Stolz darstellte – nur, dass es jetzt jemand geschafft hatte.

Die Person war nicht nur in sein System eingedrungen, er oder sie hatte es auch in Rangis Privatcomputer geschafft, den Alek höchstpersönlich über die üblichen Vorkehrungen hinaus gesichert hatte. Der einzige Computer, der noch sicherer war, war Aleks.

Rangi war nicht sicher, wie er Alek, dem Alpha Primus der Allianz, erzählen sollte, dass sich jemand in seinen Computer gehackt, ihn übernommen, eine Nachricht geschrieben und sich wieder ausgeloggt hatte, als wäre er nie da gewesen. Das war Aleks Baby, er hatte sein ganzes Leben lang an seiner Entwicklung gearbeitet. Das einzige, was dem Alpha noch wichtiger war, war sein Gefährte Seth.

Rangi würde eine Nachverfolgung durchführen, um zu sehen, ob der Hacker Spuren hinterlassen hatte, aber allein die Tatsache, dass er es getan hatte, war mehr als beeindruckend. Sie würden diese Person finden und hoffentlich rekrutieren müssen, denn Alek war nicht so dumm, jemanden mit solchen Fähigkeiten nicht in Schutz zu nehmen.

Über die Jahre hinweg hatten sie es geschafft, jeden zu rekrutieren, der Anstalten gemacht hatte, ihr System zu infiltrieren. Manche hielten das, was sie taten, für nicht besser als die Psy. Von den drei paranormalen Rassen hatten die Psy den größten Machthunger. Den meisten Psy war die Fähigkeit der mentalen oder emotionalen Kontrolle über Menschen gegeben. Kurz gesagt konnten sie den Geist eines Menschen übernehmen und ihn zu allem zwingen, was sie wollten, wie eine Marionette.

Da sie andere auf diese Art kontrollieren konnten, wurde ihr Drang nach mehr Macht unersättlich. Deshalb hatten die Psy Menschen und Paranormale entführt und eingesperrt, um kranke Experimente durchzuführen. Menschen waren nicht ihre einzigen Versuchskaninchen. Wandler und Mystiker hatten eine viel längere Lebensspanne bekommen als die Psy. Tatsächlich war bisher kein Wandler oder Mystiker eines natürlichen Todes gestorben. Die Psy dagegen wurden üblicherweise nur etwa hundertzwanzig Jahre alt. Das wollten sie ändern.

Rangi verstand, warum manche glaubten, dass sie nicht besser als die Psy waren, wenn sie den Möchtegern-Hackern keine Wahl ließen, aber das war nur zu ihrem eigenen Schutz. Nun ja, es war auch zum Schutz der Allianz, aber Tatsache war, dass ein Hacker die reinste Zielscheibe wäre, wenn die Öffentlichkeit erfuhr, dass jemand beinahe in Aleks System eingedrungen war. Er würde zwar nicht getötet, aber mit allen Mitteln verfolgt und dazu gezwungen werden, gegen die Allianz zu arbeiten.

Bisher hatte Alek noch niemanden dazu zwingen müssen, in Stone Haven zu leben. Vor allem, weil er ihnen einen Deal anbot, den nur die Dümmsten ablehnen würden. Und niemand wies Alek ab.

Das war das letzte, was Rangi gerade brauchte. Zuerst hatte er Raptor verloren, den Alpha des lateinamerikanischen Territoriums. Außerdem machte es sie alle nervös, dass er Dr. Reids Familie nicht lokalisieren konnte, denn bis sie die fanden, musste Dr. Reid weiterhin Werwesen für die Psy erschaffen. Aber das Schlimmste war, dass sie Aleks Stellvertreter Wolfe nicht finden konnten, nachdem er verschwunden war, um seinen Gefährten Dr. Reid zu suchen. Rangi war schon wochenlang in Teufels Küche und das half ihm definitiv nicht weiter.

Deshalb war Rangi hier und arbeitete, obwohl es spätnachts war. Er hatte drei Leute zu suchen und Rangi war entschlossen, wenigstens einen davon aufzuspüren.

Raptor war ein korrupter Alpha, den Alek töten würde – nicht nur, weil er mit dem Feind kooperiert hatte, sondern auch, weil er geholfen hatte, unschuldige Opfer zu entführen und zu foltern. Rangi hatte Alek versprochen, mit einem Satelliten die Bewegungen des Mannes zu überwachen, aber irgendwie war er ihm entkommen. Egal, wie oft er die Satellitenbilder durchging, es gab keine Spur von dem Mann.

Es musste irgendein Tunnelsystem geben, das er benutzte. Selbst dann musste Raptor früher oder später herauskommen, aber egal, wie viel Mühe Rangi sich gab, er fand einfach nicht heraus, wohin der Mann verschwunden war.

Als sie dann den Psy-Wissenschaftler Dr. Caleb Reid mitgebracht hatten, der die ganze Zeit über Menschen in Werwesen verwandelt hatte – eine Mischung aus Mensch und Tier –, hatten sie herausgefunden, dass der Doktor dazu gezwungen worden war. Seine Familie, zu der auch seine inzwischen sechsjährige Schwester und sein achtjähriger Bruder zählten, wurde von den Psy als Geiseln gehalten und sie drohten damit, sie in Stücke zu reißen, wenn der Doktor nicht tat, was sie wollten.

Entschlossen, Calebs Familie zu finden, hatte Alek dem Doktor erlaubt, zu den Psy zurückzukehren, weil er hoffte, die Internetsitzung, die Caleb einmal im Monat mit seiner Familie abhalten durfte, dazu zu benutzen, ihren Aufenthaltsort zu ermitteln. Als die Zeit kam, versuchten Rangi und sein Team hektisch, den Anruf zurückzuverfolgen, scheiterten jedoch und fanden nichts heraus.

Zu allem Überfluss hatte Aleks Stellvertreter Wolfe erkannt, dass Dr. Reid sein Gefährte war, und war verschwunden, nachdem Alek den Doktor freigelassen hatte, damit der zu den Psy zurückkehren konnte. Bevor er gegangen war, hatte Caleb Alek angefleht, Wolfe nichts von seiner Familie zu erzählen. Caleb nahm an, dass es leichter für Wolfe wäre, Abstand zu halten, wenn er dachte, dass Caleb freiwillig zum Feind zurückgegangen wäre.

Anscheinend hatte er sich geirrt, denn sobald Wolfe herausfand, dass Caleb zu den Psy zurückgegangen war, verschwand er und seither hatte niemand etwas von ihm gehört. Rangi hatte angenommen, dass er seinen Gefährten suchen wollte, aber sie konnten nicht sicher sein, denn Rangi und sein Team schafften es wieder einmal nicht, ihn zu finden. In letzter Zeit schienen er und sein Team öfter zu scheitern als Erfolg zu haben und Rangi wollte wirklich nicht derjenige sein, der Alek sagte, dass wieder etwas passiert war.

Sein ganzes Leben lang war Rangi stolz auf seine Fähigkeit gewesen, Probleme zu erkennen und zu lösen. Selbst als die Menschen ihn gefangen gehalten hatten, hatte er einen Weg gefunden, sie so zu manipulieren, dass sie es ihm und den anderen in seiner Nähe etwas bequemer machten.

Es war nicht einfach gewesen, in einem Labor der Menschen aufzuwachsen, während sie mit den neuen Paranormalen experimentierten. Warum die Götter drei neue Rassen erschaffen hatten, um die Erde vor der Dummheit der Menschen zu schützen, nur damit die Menschen nach ihrer Geburt schreckliche Taten vollbrachten, das konnte Rangi sich nicht einmal ansatzweise vorstellen.

Wenn die Götter den Menschen nicht mehr zugetraut hatten, sich um den Planeten zu kümmern, was hatten sie dann erwartet, wenn dieselben Menschen sahen, wie Neugeborene sich in ein Tier oder eins der Elemente verwandelte? Wenn man ihre Geschichte bedachte, konnte jeder Idiot voraussehen, dass sie verdammt ausflippen würden.

Diese Babys wurden entweder sofort getötet oder von den Regierungen zur „Beobachtung“ mitgenommen. Die einzige Beobachtung, die Rangi gesehen hatte, fand statt, wenn sie die Paranormalen mit Chemikalien vollpumpten und dann abwarteten, wie sie darauf reagieren würden.

Zum Glück für die eingesperrten Paranormalen gab es auch viele, die nicht den Regierungen überlassen worden waren. Alek Rykov war einer dieser Leute. Nach hundert Jahren schaffte er es, eine Armee zusammenzustellen, die groß genug war, um die Forschungsanstalten der Menschen anzugreifen und die Paranormalen zu befreien.

Nachdem Alek sie befreit hatte, entwickelte Rangi seine organisatorischen Fähigkeiten noch weiter. Jetzt war er Kommunikationsschef und beinahe dreihundert Leute arbeiteten unter ihm.

---ENDE DER LESEPROBE---