4,99 €
Diallo Lovett sieht seine Welt auf den Kopf gestellt, als ein Mann, den er für seinen Gefährten gehalten hat, ihn nicht nur anlügt, sondern auch entführt, um ihn zu foltern. Nach jahrelangen Misshandlungen wird Diallo gerettet, nur um herauszufinden, dass die wahre Folter gerade erst begonnen hat, denn jetzt muss er einen Weg finden, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Eine Explosion nimmt Dugan Nash ein Bein, aber nicht seine Entschlossenheit, die Verantwortlichen bezahlen zu lassen. Nach einer Menge Schweiß und Tränen kann er mit Hilfe einer Prothese endlich wieder gehen. Von dem Moment an, als Diallo Dugan trifft, weiß er, dass er sich all die Jahre geirrt hat. Dugan ist sein wahrer Gefährte. Die Ereignisse in seiner Vergangenheit machen Diallo zu misstrauisch, um dem einen Mann zu vertrauen, der für ihn bestimmt ist. Dugan weiß um Diallos Vergangenheit, ist jedoch entschlossen, irgendwie die Mauern einzureißen, die Diallo aufgebaut hat, und die Narben um sein Herz zu heilen. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Die Reihe Paranormal Wars: Juarez ist ein Spin Off der Paranormal Wars: Stone Haven-Reihe. Die Handlung beider Reihen läuft teils parallel. Zum besseren Verständnis empfiehlt es sich, beide Reihen entsprechend der Handlung zu lesen, dies entspricht auch der Reihenfolge der Veröffentlichung. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing. Grundsätzlich können die Reihen aber auch jeweils einzeln gelesen werden. Länge: rund 42.000 Wörter
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
ÜBER SHEA BALIK
LESEPROBE:
Gefährte mit Narben
Diallo Lovett sieht seine Welt auf den Kopf gestellt, als ein Mann, den er für seinen Gefährten gehalten hat, ihn nicht nur anlügt, sondern auch entführt, um ihn zu foltern. Nach jahrelangen Misshandlungen wird Diallo gerettet, nur um herauszufinden, dass die wahre Folter gerade erst begonnen hat, denn jetzt muss er einen Weg finden, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Eine Explosion nimmt Dugan Nash ein Bein, aber nicht seine Entschlossenheit, die Verantwortlichen bezahlen zu lassen. Nach einer Menge Schweiß und Tränen kann er mit Hilfe einer Prothese endlich wieder gehen.
Von dem Moment an, als Diallo Dugan trifft, weiß er, dass er sich all die Jahre geirrt hat. Dugan ist sein wahrer Gefährte. Die Ereignisse in seiner Vergangenheit machen Diallo zu misstrauisch, um dem einen Mann zu vertrauen, der für ihn bestimmt ist. Dugan weiß um Diallos Vergangenheit, ist jedoch entschlossen, irgendwie die Mauern einzureißen, die Diallo aufgebaut hat, und die Narben um sein Herz zu heilen.
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Die Reihe Paranormal Wars: Juarez ist ein Spin Off der Paranormal Wars: Stone Haven-Reihe. Die Handlung beider Reihen läuft teils parallel. Zum besseren Verständnis empfiehlt es sich, beide Reihen entsprechend der Handlung zu lesen, dies entspricht auch der Reihenfolge der Veröffentlichung. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es hier: https://meandthemuse.com/buecherserien/paranormal-wars-juarez/
Grundsätzlich können die Reihen aber auch jeweils einzeln gelesen werden.
Länge: rund 42.000 Wörter
SHEA BALIK
Gefährte mit Narben
Paranormal Wars: Stone Haven 9
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Mating Scars“:
Shea Balik
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2019
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Vanessa Tockner
URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:
Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.
Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.
Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
Bitte beachten:
Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Widmung
Schäme dich nie für eine Narbe. Sie bedeutet nur, dass du stärker warst als das, was dich verletzen wollte.
Alek Rykov war sicher, dass Paytah den Verstand verloren hatte, während er einer Geschichte lauschte, die zu bizarr war, um der Wahrheit zu entsprechen. Wenn er daran dachte, dass der Mann eingesperrt und heftig genug verprügelt worden war, um ins Koma zu fallen, hatte Paytah Glück, dass der Schaden nicht ernster ausgefallen war.
Sie befanden sich in einem gesicherten Konferenzraum: Alek, sein gesamter innerer Kreis, Talon, der Alpha des Latino-Territoriums, und mehrere aus seinem inneren Kreis, Paytah miteingeschlossen. Auf dem großen Bildschirm an der Wand war Talons restlicher innerer Kreis hinzugeschaltet, der zurückgeblieben war, um ihr Territorium zu schützen.
Talon hatte um das Meeting gebeten. Alek hatte nur zugestimmt, weil der Alpha darauf bestanden hatte, dass es dringend war. Als Alpha Primus der Allianz war Alek ein beschäftigter Mann, nach dem direkten Angriff der Psy auf die Nördliche Allianz sogar noch mehr.
Während er Paytah zuhörte, wünschte Alek sich, dass er standhaft geblieben und Talons Bitte abgelehnt hätte.
Als Paytah mit den Worten „Ich weiß, dass meine Worte bestenfalls weit hergeholt und schlimmstenfalls verrückt klingen werden, aber ich hoffe, dass ihr mich ganz anhören werdet, bevor ihr sie ablehnt“ begonnen hatte, hätte Alek einfach gehen sollen. Wenn er gewusst hätte, wie bizarr das Gespräch werden würde, hätte er das auch getan.
„... Es war Ryrmar, der Gott des Feuers, der versucht hat, mit mir zu reden.“
Paytahs Worte waren lächerlich, aber da der Mann seit seiner Entführung einiges durchgemacht hatte, versuchte Alek, geduldig zu sein und zuzuhören. Allerdings hatte er Probleme, das Knurren zu unterdrücken, das ihm entkommen wollte, weil seine Zeit auf diese Art verschwendet wurde.
Als er sich im Raum umsah, bemerkte er, dass sein gesamter innerer Kreis Paytah nicht glaubte, während Paytahs Freunde – der innere Kreis des Latino-Territoriums – jedes Wort glaubte.
„Ich verstehe schon. Ihr glaubt mir nicht. Ich habe mir selbst nicht geglaubt und ich war gezwungen, einen Monat lang bei ihnen zu leben, während sie alles durchgingen, das ich wissen musste.“ Es war deutlich, dass Paytah von seinen eigenen Worten überzeugt war, aber was Alek nicht verstand, war, warum die anderen es taten.
Alek lehnte sich vor und faltete ruhig die Hände vor sich auf dem Tisch. „Also willst du uns weismachen, dass du mit den Göttern geredet hast.“
Paytah zuckte mit den Schultern. „Ehrlich gesagt ist es mir egal, aber das hier würde viel glatter laufen, wenn ihr mir glaubt.“
Wolfe schnaubte. „Warum sollten wir? Ich meine, du kannst nicht ernsthaft erwarten, dass wir dich beim Wort nehmen?“
Talon unterbrach ihn. „Hört mal, bevor das hässlich wird – und glaubt mir, wenn ihr so weitermacht, wird es das –, muss ich euch eins versichern. Auch ich habe Ryrmar getroffen, ebenso wie mein gesamter innerer Kreis, als er Evan beinahe in Flammen gesteckt hat. Also lasst Paytah erzählen, was die Götter verlangt haben, dass er erzählt, und wenn ihr dann noch Zweifel habt, können wir darüber sprechen.“
Wunderbar. Er hatte einen labilen Alpha und seine verrückten Freunde dazu ernannt, das Latino-Territorium zu führen. Immerhin konnten sie das nur ein Jahr lang tun, bis es eine allgemeine Wahl für den permanenten Alpha gab. Wenn Talon sich weiterhin geistig verwirrt verhielt, würde Alek dafür sorgen, dass der Mann nicht gewählt wurde.
Trotzdem war er Talon etwas schuldig, weil der die unüberwindliche Aufgabe, das korrupteste Territorium der Allianz zu säubern, angenommen hatte. Widerwillig setzte er sich zurück – ebenso wie der Rest seines inneren Kreises – und hörte sich die Botschaft an, die die Götter ihm laut Paytah übermitteln wollten.
„Als die Götter die Erde erschufen, beschlossen sie, intelligente Wesen zu schaffen, die selbst denken konnten. Sie hätten nie gedacht, dass ihre Schöpfungen ihr Wissen eines Tages dazu benutzen würden, den Planeten zu zerstören, der ihnen Leben spendete. Sie versuchten, den Menschen ihre Fehler zu zeigen, aber nichts funktionierte. Während die Menschen in ihren zerstörerischen Neigungen fortfuhren, beschlossen die Götter, dass sie etwas tun mussten, um sie aufzuhalten. Nach langen Überlegungen beschlossen sie, drei neue Arten zu erschaffen, um die Menschen von dem schädlichen Pfad abzubringen, den sie eingeschlagen hatten. Sie wussten, dass sie schnell handeln mussten, denn die Erde näherte sich einem Punkt ohne Wiederkehr. Aber bevor sie diesen Plan in die Tat umsetzen konnten, gab es eine Hürde, für die sie keine Lösung wussten – das Gleichgewicht der Natur. Das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse musste gehalten werden, sonst würde die Welt enden. Wenn die Götter also drei neue Arten erschufen, um die Welt zu retten, musste auch etwas getan werden, um das Gute auszubalancieren. Unglücklicherweise war das etwas, über das die Götter keine Kontrolle hatten. Die natürliche Ordnung würde jegliches Ungleichgewicht korrigieren. Die Götter gingen das Risiko trotzdem ein, da sie sicher waren, dass die Erde zerstört würde, wenn sie nicht eingriffen. Also wurden die drei paranormalen Arten erschaffen. Als das erste Baby geboren wurde, wurde das Gleichgewicht wiederhergestellt, indem das Kind sich in sein Tier verwandelte. Von dieser ersten Geburt an, würde das Gleichgewicht dadurch gewahrt werden, dass die Welt sah, was die Götter getan hatten. Während die Menschen die neuen Arten töteten oder einsperrten, mussten die Götter entsetzt zusehen, wie ihre Lösung für das Problem der Erde eliminiert wurde. Sie fürchteten, dass die Erde verloren war. Die Götter sahen zu und konnten nichts ändern, als ihr großer Plan sich in einen Albtraum verwandelte, aus dem sie nicht aufwachen konnten. Dann rettete Alek Rykov die Paranormalen und sie hatten wieder Hoffnung. Aber anstatt zu tun, was die Götter ihnen bei ihrer Geburt befohlen hatten, und die Erde zu retten, begannen die neuen Arten einen Krieg gegeneinander und zerstörten noch mehr von der Erde. Schließlich dachten sie sich einen ihren eigenen Worten nach genialen Plan aus: eine weitere Art zu erschaffen. Diesmal achteten sie darauf, dass die Art genau wie die Psy nicht gleich bei der Geburt entdeckt worden würde. Außerdem sorgten sie dafür, dass es bei der neuen Art keine Unterteilung geben würde. Jedes Kind würde auch als Mitglied einer der vier existierenden Arten geboren, gleichmäßig auf alle verteilt. Die Götter achteten auch darauf, dass sie mit jedem von ihnen erschaffenen Kind kommunizieren konnten, wenn es nötig sein sollte. Ihre Fähigkeit würde darin bestehen, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu sehen, zusammen mit einigen zusätzlichen Sinnen, um Eigenschaften zu sehen, die niemand anders sehen konnte. Diese neue Art sollte das Blatt des Krieges wenden. Nur zwölf wurden erschaffen, drei jeder Art. Die Allianz muss alle zwölf finden, wenn sie eines Tages die Anführer der Psy besiegen und der Welt Frieden bringen will.“
Alek wusste nicht, was er sagen sollte, also sagte er mehrere Minuten lang nichts und verdaute die verrückteste Geschichte, die er je gehört hatte. Noch unglaublicher war, dass er Paytah sogar glaubte, irgendwie.
An der Art, wie der Mann redete, war deutlich zu erkennen, dass Paytah seine eigene Geschichte glaubte, aber Alek konnte sich nicht vorstellen, dass die Götter so dumm waren. Gleichzeitig klang die Geschichte aufrichtig. Als er sich endlich gesammelt hatte, sagte er: „Du sagst also, dass die Götter eine neue paranormale Art erschaffen haben.“
Paytah nickte. „Ja. Insgesamt gibt es zwölf, drei von jeder existierenden Art. Da wir momentan zwei im Nördlichen Territorium und einen im Latino-Territorium gefunden haben, müssen wir also noch neun ausfindig machen.“
Alek war froh darüber, dass Paytah die Namen der drei Kinder, die sich momentan in ihrer Obhut befanden, nicht erwähnte. Es war zweifelhaft, ob jemand sie belauschen konnte, aber Alek hatte sich schon früher dabei geirrt und wollte keine Risiken eingehen.
„Wie sollen wir die anderen neun finden?“, fragte Maui.
Paytah hob eine Schulter zu einem halben Schulterzucken und antwortete aufrichtig. „Keine Ahnung. Die Götter haben nur gesagt, dass wir sie finden müssen, aber sie können uns nicht helfen, sie ausfindig zu machen. Allerdings meinten sie, die Kinder wären zwischen fünf und zehn Jahren alt.“
Bei jeder neuen Information, die Paytah ihnen gab, war Alek überzeugter, dass die Götter ernsthaft den Verstand verloren hatten. Wer würde zwölf ganz normale Kinder erschaffen, die dazu fähig waren, den Krieg zu beenden, und sie dann dort draußen sich selbst überlassen?
„Ich sage es nochmal.“ Er starrte Paytah direkt in die Augen, um abzuschätzen, ob der Mann die Wahrheit sagte oder nicht. „Wir sollen neun Kinder zwischen fünf und zehn Jahren finden, obwohl wir sie durch nichts erkennen können.“
„Vergiss nicht, dass sie überall auf der Welt sein könnten“, murmelte Wolfe.
Alek nickte. „Richtig. Und sie könnten überall auf der Welt sein.“
„Das ist in etwa richtig.“
So ungern Alek es auch zugab, er glaubte Paytah, was bedeutete, dass die Götter völlig irre waren. „Haben die Götter verdammt nochmal den Verstand verloren?“, brüllte Alek.
Ein Blitz erhellte den Raum. Im nächsten Moment standen alle acht Götter vor ihnen, deren Haut jeweils in verschiedenen Farben strahlte, manche in mehr als einer Farbe zugleich, und starrten Alek mit finsteren Mienen an.
Paytah grinste sie an. „Ich hab’s ja gesagt.“
Alle acht strömten Macht aus und ertränkten Alek beinahe darin. Nie in seinem Leben hatte er gedacht, dass er einen Gott treffen würde, geschweige denn alle acht. Ebenso wenig hatte er erwartet, dass sie aussehen würden, als wollten sie ihn gleich kastrieren.
Da er gerade gesagt hatte, dass sie den Verstand verloren hatten, war das vermutlich wohl verdient, aber zu seiner Verteidigung musste gesagt werden, dass ein Teil von ihm immer noch dachte, Paytah hätte sich die ganze Sache eingebildet.
Um die Situation noch schlimmer zu machen, bedeutete das auch, dass Paytah auch damit die Wahrheit gesagt hatte, dass sie neun Kinder finden mussten, die eine wesentliche Rolle bei ihrem Sieg im Krieg spielen würden, ohne sie irgendwie aufspüren zu können. Das war ein richtiges Schlamassel.
„Bist du sicher, dass der Alpha Primus mich zu sich gebeten hat?“ Dugan Nash konnte sich nicht vorstellen, warum Alek ihn sehen wollen würde. Er war jahrelang Mitglied von Aleks Elitewache gewesen. Allerdings vor seiner Verletzung. Er konnte sich nicht vorstellen, was Alek von ihm wollte.
Candy, die süße, junge Zebra-Wandlerin, die an der Rezeption der Reha-Einrichtung arbeitete, zuckte mit den Schultern. „So lautet die Nachricht. Ich habe nicht selbst mit dem Alpha gesprochen, aber das ist nichts, was man aus Versehen falsch aufschreiben würde.“
Verdammt. Dugan war hier, um die letzte Genehmigung einzuholen, damit er wieder als Wachmann arbeiten konnte. Er hatte vor, nach Juarez zu gehen, der Hauptstadt des Latino-Territoriums, wo er ursprünglich verletzt worden war.
Der Alpha dort unten, Talon Ramirez, versuchte, das Territorium von der Kriminalität und Korruption zu säubern, die dort jahrzehntelang ungehindert gewuchert war. Dugan hatte die Aufgabe bekommen, bei der Ausbildung der neu angeheuerten Wachen zu helfen, als Rebellen das Alpha-Anwesen angegriffen und eine der Mauern niedergerissen hatten.
Dugan war in die Explosion geraten und sein Bein war unter den Trümmern zerquetscht worden. An jenem Tag hatte er sein Bein verloren, aber er wusste, dass er Glück gehabt hatte. Die drei Männer, die bei ihm gewesen waren, hatten ihr Leben verloren.
Um sie zu ehren, beschwerte sich Dugan nie über sein Los im Leben. Selbst als er mehrere Operationen gebraucht hatte, nachdem eine Infektion sich eingeschlichen hatte. Da er ein Wolf-Wandler war, hätte Dugans Körper die Infektion abwehren sollen – das hatte er aber nicht.
Die Ärzte waren der Meinung, dass es an dem schweren Trauma lag, das er erlitten hatte. Nicht nur sein Bein war zerquetscht und amputiert worden, er hatte auch eine tiefe Wunde im Bauch davongetragen, die seine Milz, Leber und den Magen verletzt hatten.
Sein Körper hatte darum gekämpft, die Organe zu retten, und die Infektion ignoriert, was die Ärzte dazu gezwungen hatte, einen größeren Teil seines Beins abzunehmen. Es hatte Monate gedauert, bis sein Körper sich genug erholt hatte, um eine Prothese zu nutzen, und selbst dann hatten die Ärzte ihn dazu gebracht, es langsam anzugehen.
Es hatte ihn gewurmt, als er mehrere Soldaten getroffen hatte, die im Krieg gegen die Psy einen Körperteil verloren hatten und dann schnell eine Prothese bekommen hatten und in wenigen Wochen zu ihrer Einheit zurückgekehrt waren. Er hatte zweimal so hart arbeiten müssen wie die anderen, um seinen Körper wieder in Form zu bringen, aber jetzt, sechs Monate später, war er so fit wie noch nie in seinem Leben und bereit, nach Juarez zurückzukehren.
„Ich schätze, ich werde meinen Test verschieben müssen.“ Er hasste es, das zu tun, aber man sagte nicht Nein zum Alpha Primus der Allianz, jedenfalls nicht, wenn man weiterleben wollte.
Candys Pferdeschwanz wippte, als sie den Kopf schüttelte. „Nein, es heißt, er will nach dem Test mit dir reden.“ Sie reichte ihm das Papier, auf dem die Nachricht stand. „Ein Luftfahrzeug wird bereitstehen und dich nach Stone Haven bringen, sobald der Test vorüber ist.“
Von ihren Worten hörte er nur, dass er den Test absolvieren durfte. Wenigstens würde er wissen, ob er die Genehmigung seines Physiotherapeuten bekam. Grinsend marschierte er zum großen Fitnessraum, seine Schritte waren mühelos und locker. „Danke, Candy“, rief er über die Schulter.
Linc, sein Physiotherapeut, wartete mit schulterbreit auseinandergestellten Füßen, verschränkten Armen und finsterem Gesichtsausdruck auf ihn. Das war die übliche Haltung des Mannes, daher überraschte es Dugan auch heute nicht. Er hätte sich vielleicht etwas Ermutigung gewünscht, aber das war nicht Lincs Stil.
„Hey, Linc. Wie geht’s, wie steht’s?“ Seit er den Mann kennengelernt hatte, hatte Dugan versucht, seine Stimmung aufzulockern, aber nichts, was er sagte oder tat, hatte funktioniert. Das hatte ihre Einheiten nur noch härter und länger gemacht.
Manche waren so langwierig gewesen, dass er hätte schwören können, er hätte bereits einen ganzen Tag mit Linc trainiert, obwohl es nur eine Stunde gewesen war. Es war so schlimm geworden, dass er sich schon das schreckliche Leben vorgestellt hatte, das Linc gehabt haben musste, um seine mürrisches Verhalten zu erklären.
„Dugan. Bist du bereit für den Test?“ Die Frage war nüchtern, klinisch. Für Linc ging es nicht um Nettigkeiten, es ging tatsächlich darum zu beurteilen, ob Dugan den Test ablegen konnte oder nicht.
Dugan hatte zweimal täglich eine Stunde mit Linc verbracht und wusste doch nichts Persönliches über den Mann – nun ja, abgesehen davon, dass er nicht an Lächeln, Lachen oder Gespräche über Persönliches glaubte. Wenn es nicht um die Arbeit ging, reagierte Linc nicht. „Definitiv. Ich habe vor, diesem Test in den Arsch zu treten.“
Linc reagierte nicht auf seinen Kommentar, er drehte sich nur um und führte ihn zu den Matten auf der anderen Seite des Raums. „Wir beginnen mit den Bodenübungen.“
Dugan seufzte. Er konnte es kaum erwarten, das hinter sich zu haben und von hier zu verschwinden. Es war verdammt deprimierend, mit Linc zu arbeiten.
* * * *
So wund wie noch nie folgte Dugan Wolfe Koa, dem Zweiten Befehlshaber der Allianz. Seine Schritte waren weit langsamer als Wolfes, weshalb er erst mehrere Meter hinter dem Mann kam, als sie Alek Rykovs Büro betraten. Er war vielleicht mit dem Gedanken zum Test gegangen, dass er ihn mühelos bestehen würde, stattdessen hatte der Test jedoch ihm in den Hintern getreten.
Jetzt wollte er nur noch seine Prothese abnehmen und ihn erschöpften Schlaf fallen. Zu schade, dass das keine Option war. Er hatte keine Ahnung, warum er zu einem Meeting mit dem Alpha Primus gerufen wurde, aber irgendwie glaubte er nicht, dass er nur Glückwünsche bekommen und dann wieder entlassen werden würde.
„Dugan, komm rein.“ Alek Rykov, der mit seinem Gefährten Seth auf dem Schoß an seinem Tisch gesessen hatte, stand auf. Der Alpha hatte ein breites Lächeln aufgesetzt, als er zu Dugan marschierte. „Wie ich gehört habe, muss man dir gratulieren.“
Alek zog ihn in eine feste Umarmung und zerquetschte ihn dabei fast. „Ich bin so stolz auf dich, weil du nicht aufgegeben hast.“
Linc hatte Dugan reserviert eröffnet, dass er seinen Test bestanden hatte. Der Mann hätte wenigstens lächeln können, als er es Dugan gesagt hatte, stattdessen hatte Linc dasselbe ausdruckslose Gesicht und dieselbe monotone Stimme gehabt wie immer.
Während seiner Genesung hatten Alek und sein restlicher innerer Kreis ihn beobachtet und besucht, wenn sie in Lake Louise waren, was immer öfter geschah, da die Psy ihre Mühen verstärkten, den Krieg zu gewinnen. Alle wussten, wie Dugans Genesung ausgesehen hatte und dass eine gewisse Zeit lang niemand gewusst hatte, ob er überleben, geschweige denn wieder gehen würde.
„Danke, Alpha, es bedeutet mir viel, dass du das sagst.“ Dugan schluckte hart und versuchte, den Kloß in seiner Kehle zu vertreiben.
Der restliche innere Kreis scharte sich um ihn und jeder umarmte ihn, bis er sicher war, dass seine Rippen gebrochen waren. Sie hatten ihm so oft auf den Rücken geklopft, dass er dort bestimmt blaue Flecken bekommen würde. Aber das störte ihn nicht. Er hatte es vermisst, zu einem Team zu gehören. Er hatte zwar nie zum inneren Kreis gehört, aber es war seine Aufgabe gewesen, sie zu bewachen, daher fühlte es sich in gewisser Weise so an, als gehörte er zu ihnen.
Er hatte sich so sehr darauf konzentriert, nach Juarez zu kommen und sich an denen zu rächen, die für seine Verletzungen verantwortlich waren, dass er vergessen hatte, wie sehr es ihm gefallen hatte, in Alek Rykovs Elitewache zu sein.
Aber während alle sich setzten, sah er sich im Raum um, bemerkte all die verpaarten Gefährten und fragte sich, ob er sich hier noch wohl fühlen würde. Da er ein Bein verloren hatte und sein Oberkörper aussah, als wäre jemand mit einer Käsereibe darüber gefahren, bezweifelte Dugan, dass er eine Chance auf einen Gefährten hatte. Wer würde ihn wollen?
Nicht, dass es eine Rolle spielte. Seit dem Unfall war Dugan nicht einmal hart geworden. Es war, als funktionierte sein Schwanz nicht länger. Vermutlich war das gut, denn er glaubte nicht, dass er irgendjemanden davon überzeugen könnte, Sex mit ihm zu haben.
Sobald Seth es sich wieder auf Aleks Schoß gemütlich gemacht hatte, deutete der Alpha auf die anderen leeren Stühle. „Wir warten noch auf zwei Leute, aber die sollten in den nächsten zwei Minuten hier sein.“
„Also, wie fühlt es sich an, den Fitnesstest bestanden zu haben?“, fragte Maui. „Bist du bereit, wieder an die Arbeit zu gehen?“
Dugan wusste, dass er strahlte. Er war zwar erschöpft und hatte genug Schmerzen, um sich am liebsten zu einem Ball zusammenzurollen, aber er hatte den sadistischen Test geschafft, den Linc zusammengestellt hatte. Es gab kein besseres Gefühl. „Ich kann gar nicht sagen, wie toll es war, den zu schaffen. Linc ist einer der härtesten Trainer, die ich je hatte. Vielleicht solltet ihr darüber nachdenken, ihn anheuern, um eure Wache zu trainieren. Ich wette, dass mehr als einer bei ihm durchfallen würde.“
Die Wache bestand tatsächlich aus zwei Teams. Die Hauptwache bewachte mehr oder weniger ganz Stone Haven, da der Alpha hier wohnte. Die Elitewache bewachte in erster Linie den Alpha, aber auch den inneren Kreis.
Alek lachte. „Vielleicht mache ich das wirklich.“
„Tut mir leid, dass wir spät dran sind.“ Beim Klang der Stimme sah Dugan zur Tür. Jalin Black, ein Mitglied des Ältestenrats – einer der wenigen, denen Alek vertraute – und ein schlanker Schwarzer mit sehr ungewöhnlichen kupferfarbenen Augen, der zwei Schritte hinter Jalin kam, betraten das Büro. „Leute, das ist mein Assistent Diallo.“
Jalin deutete nacheinander auf jeden, den er vorstellte. „Diallo, das sind Dr. Adam Pratt und sein Gefährte Jason. Declan und sein Gefährte Liam. Maui und auf seinem Schoß sein Gefährte Ian. Wolfe und sein Gefährte Caleb. Straphe und sein Gefährte E.J. Rangi und auf seinem Schoß sein Gefährte Zeke. Und der Mann am Tisch ist natürlich Alpha Primus Alek Rykov, mit dem du so oft telefoniert hast, und auf seinem Schoß ist sein Gefährte Seth.“
Jalin drehte sich zu Dugan. „Ich nehme an, das ist Dugan Nash, der zur Elitewache gehört und Anweisung hat, auf dieser Mission mit dir zusammenzuarbeiten.“
Das war das erste Mal, dass Dugan etwas davon hörte, dass er mit jemandem ein Team bilden oder eine Mission übernehmen sollte. Nicht, dass er sich beschweren wollte. Zum ersten Mal seit dem Unfall schwoll sein Schwanz beim Anblick des attraktiven Mannes an. Bei all der glatten, dunklen Haut juckten ihm die Hände, so sehr wollte er sie berühren.
Die zwei kamen weiter in den Raum. Diallo bewegte sich mit der Anmut einer Katze, woraufhin Dugan sich ihn nackt vorstellte – nur waren sie nicht in einem Raum voller Leute, sondern in einem Schlafzimmer, Dugan lag nackt auf dem Bett und Diallo bewegte sich mit all dieser geschmeidigen Anmut auf ihn zu, mit rollenden Hüften und wippendem Schwanz.
Dugans Schwanz wurde steinhart und in der Position, in der er sich befand, eingezwängt. Wenn er diese erotischen Bilder nicht aus seinem Kopf vertrieb, würde Dugan sich noch in Verlegenheit bringen. Er sog Luft in seine Lungen und hoffte, seine Gedanken zerstreuen zu können.
