Größer als sein Schatten - Shea Balik - E-Book

Größer als sein Schatten E-Book

Shea Balik

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Beschreibung

Seinen Gefährten vor seinem eigenen Schwarm zu retten ist nicht, wie Karim erwartet hat, seine ewige Liebe zu treffen. Dass seine Paarung angefochten wird, sobald sie in Sicherheit sind, ist ebenfalls unerwartet. Karim nimmt an, dass er es verdient, vom Schicksal Ärger gemacht zu bekommen, da er sich nicht so eingesetzt hat, wie er es hätte tun sollen. Braydon wacht völlig durcheinander an einem fremden Ort auf und erinnert sich nicht einmal daran, dass er ein Gestaltwandler ist. Während seine Erinnerungen wieder auftauchen, wird es ihm aufgrund seiner Schuld- und Schamgefühle schwer, das Angebot seines Gefährten anzunehmen. Werden Karim und Braydon angesichts von zwielichtigen Operationen der Regierung und immer noch vermisster Gestaltwandler jemals ihr Happy End finden? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Länge: rund 33.000 Wörter

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Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Epilog

ÜBER SHEA BALIK

LESEPROBE:

Größer als sein Schatten

Seinen Gefährten vor seinem eigenen Schwarm zu retten ist nicht, wie Karim erwartet hat, seine ewige Liebe zu treffen. Dass seine Paarung angefochten wird, sobald sie in Sicherheit sind, ist ebenfalls unerwartet. Karim nimmt an, dass er es verdient, vom Schicksal Ärger gemacht zu bekommen, da er sich nicht so eingesetzt hat, wie er es hätte tun sollen.

Braydon wacht völlig durcheinander an einem fremden Ort auf und erinnert sich nicht einmal daran, dass er ein Gestaltwandler ist. Während seine Erinnerungen wieder auftauchen, wird es ihm aufgrund seiner Schuld- und Schamgefühle schwer, das Angebot seines Gefährten anzunehmen.

Werden Karim und Braydon angesichts von zwielichtigen Operationen der Regierung und immer noch vermisster Gestaltwandler jemals ihr Happy End finden?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.

Länge: rund 33.000 Wörter

SHEA BALIK

Größer als sein Schatten

Miracle: Salvation Island 3

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Bigger Than His Bite“:

Shea Balik

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2024

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Prolog

„Du hast es versprochen, Leilah.“ Braydon Young hatte es satt, immer wieder dasselbe Gespräch mit seiner Schwester zu führen.

Er verstand es. Sie hatte ein geschäftiges Leben mit drei Kindern, einem Ehemann, der einer der Vollstrecker ihres Schwarms war sowie der einzige Kinderarzt ihrer Stadt, seit Dr. Levinson letztes Jahr in den Ruhestand gegangen war. Das bedeutete aber nicht, dass sie aufgehört hatte, seine Schwester zu sein. Richtig?

Ein Anflug von Schuldgefühlen stieg auf, als Leilahs viel zu schlanke Schultern vor Erschöpfung herabhingen. Vielleicht war er zu hart zu ihr. Die kleine Maylee, die gerade laufen gelernt hatte, drückte gegen die Brust ihrer Mutter, um heruntergelassen zu werden und die Gegend erkunden zu können. Zayan, ihr mittleres Kind, tat sein Bestes, um in jeder Stelle mit nassem Schlamm herum zu stampfen, den er finden konnte.

Es war süß zu sehen, wie er in dem breiigen Matsch herumtrampelte und dabei große Klumpen nasser Erde in die Luft und auf sich selbst schleuderte. Braydon mochte zwar erwachsen sein, aber er erinnerte sich an die Tage, als er seine Mutter anflehte, ihn zum Spielen nach draußen gehen zu lassen. Ganz gleich, wie oft seine Mutter ihm sagte, er solle sich aus dem Schlamm heraushalten, Braydon kam immer bedeckt damit nach Hause.

Aber der müde Ausdruck in den Augen seiner Schwester verriet ihm, wie viel Arbeit es sein würde, Zayan nicht nur aus seinen Klamotten zu befreien, bevor der Schlamm im ganzen Haus landete, sondern ihn dann auch in die Wanne zu stecken, um ihn sauber zu schrubben. Zugleich versuchte sie, ihnen etwas zum Mittagessen zuzubereiten und sie zu einem Nickerchen hinzulegen, damit sie den verkrusteten Schlamm aus Zayans Kleidung waschen, mit dem Vorbereiten des Abendessens beginnen und schließlich das Haus für die Rückkehr ihres ebenso erschöpften Mannes aufräumen konnte.

„Du weißt, ich würde mich gerne mit dir hinsetzen und entspannen, aber die Kinder sind heute alle sehr aufgedreht und …“ Leilah stieß einen langen Luftstrom aus, als sie auf Zayan herabblickte. „Ich kann ihn auf keinen Fall sauber genug kriegen, um ihn mit in ein Restaurant zu nehmen. Können wir das nicht ein anderes Mal machen?“

Das sagte sie immer. Es schmerzte Braydon, zu erkennen, wie sehr er seiner Schwester zusetzen musste, damit sie Zeit mit ihm verbrachte.

Die Einzige, die Leilah derzeit keinen Kummer bereitete, war ihre älteste Tochter Ellery. Aber das lag nur daran, dass sie fröhlich mit der Kreide, die Braydon ihr gerade gegeben hatte, auf dem Bürgersteig malte. Ansonsten war sie für gewöhnlich der größte Schrecken. Zumindest beschrieb Leilahs Ehemann Oskar sie so.

Wie konnte er es seiner Schwester verübeln, dass sie nicht mit ihm zum Mittagessen ausgehen wollte, wenn sie doch höchstwahrscheinlich eine Liste mit Dingen hatte, die zu erledigen waren? „Ich schlage dir was vor“, sagte er. „Warum bestelle ich nicht etwas zu essen, hole es ab und bringe es mit hierher? Dann helfe ich dir, die Kinder zum Mittagsschlaf hinzulegen.“

Die tiefe Erleichterung in Leilahs Gesichtsausdruck war alles, was er sehen musste, um zu wissen, dass er den richtigen Vorschlag gemacht hatte. Es war vielleicht nicht ganz das, was er geplant hatte, aber es ging ihm darum, Zeit mit seiner Schwester und den Kindern zu verbringen.

Seit seine Eltern beschlossen hatten, die Welt zu bereisen, vermisste er es, eine Familie um sich zu haben. Er hatte gehofft, dass er und Leilah jetzt, da sie älter waren, eher wie Freunde werden würden. Monatelang hatte er Leilah Vorwürfe gemacht, das nicht zu wollen. Vielleicht, nur vielleicht, war er selbst eigentlich derjenige gewesen, der Mist gebaut hatte.

Er schüttelte den Kopf, als er ihnen in Leilahs Haus folgte. Maylee schlug weiter auf Leilah ein, während sie schrie: „Runter, Mama, runter.“

Als sich die Tür öffnete, rannte Zayan an Leilah vorbei. Ihr schwerer Seufzer war zu hören, als Leilah Maylee absetzte und die schlammigen Fußabdrücke betrachtete, die sich durch die Waschküche, die Küche und schließlich auf den Teppich im Wohnzimmer erstreckten. Seine Schwester hatte sich noch nicht einmal ganz aufgerichtet, als Maylee stolperte und hart auf ihrem Windelpo landete.

„Mama, hoch“, schrie Maylee aus vollem Halse.

Wie hatte er übersehen können, dass sie wirklich Hilfe brauchte? Es war Zeit für ihn, sich am Riemen zu reißen und Leilah zu helfen, anstatt sich selbst zu bemitleiden und zu denken, dass seine eigene Schwester ihn nicht bei sich haben wollte.

* * * *

„Auf keinen Fall, kleiner Mann.“ Braydon schaffte es kaum, den Arm um Zayan zu legen, bevor sein Neffe an ihm vorbeischoss, als er die Eingangstür seines bescheidenen kleinen Hauses in der Nähe des Strandes öffnete.

Als Delfinwandler liebten sie das Schwimmen und Braydon hatte beschlossen, seiner Schwester eine Pause zu verschaffen, indem er die Kinder in eine kleine Bucht in der Nähe seines Hauses mitnahm, wo sie ein paar Stunden Spaß haben würden, während sie sich entspannte. Braydon musste nur ein paar Mal auf seine Nichten und seinen Neffen aufpassen, um zu lernen, ihnen immer einen Schritt voraus zu sein, damit sie sein Zuhause nicht zerstörten. Zuallererst bedeutete das, Zayan aufzuhalten, bevor er Sand, Dreck, Schlamm, Wasser oder irgendetwas anderes, in das er hineingeraten war, während sie unterwegs waren, hineinschleppte.

„Gott sei Dank, dass du noch hier lebst.“

Erschrocken von der Stimme, die hinter ihnen auf dem Gehweg erklang, lockerte Braydon seinen Griff um Zayan und erlaubte dem energiegeladenen Jungen, sich aus seinem Griff zu befreien und überall auf dem Boden eine Sauerei anzurichten. Aber dieser Gedanke verpuffte, als er sich umschaute, um herauszufinden, wer da war.

„Channing?“ Braydon stand mehrere Sekunden lang fassungslos da, bevor er sagen konnte: „Ich hatte keine Ahnung, dass du zu Besuch kommen würdest.“

Ihm wurde bewusst, dass er Maylee hielt, die überraschenderweise an seine Brust geschmiegt war und ihren Kopf auf seiner Schulter hatte, während sie Channing ansah. So unabhängig sie auch zu sein versuchte, Braydon war aufgefallen, dass sie im Umgang mit Fremden schüchtern war.

Er drehte sich zur Tür um und stellte sie drinnen ab. „Geh und spiel mit deiner Schwester Ellery“, sagte er zu ihr, als er sah, wie seine älteste Nichte am Esstisch tat, was sie am meisten liebte: Malen.

„Ich hätte nicht kommen sollen“, sagte Channing, als Braydon sich wieder zu ihm umdrehte. „Ich habe nur …“ Seine Stimme verstummte und Braydon hätte schwören können, dass Tränen in seinen Augen schimmerten.

Braydon ging auf seinen Freund zu und umarmte ihn fest. Keiner von ihnen war sehr groß, aber selbst mit seiner Körpergröße von einem Meter siebenundsechzig überragte Braydon Channings eins siebenundfünfzig.

„Machst du Witze?“, antwortete Braydon seinem Freund. „Ich freue mich, dass du zu Besuch gekommen bist. Ich habe dich nicht mehr gesehen, seit …“ Um ehrlich zu sein, war er sich nicht einmal sicher, wann das letzte Mal gewesen war. „War es in dem Sommer, als du zum Studieren nach England gehen wolltest?“

Channing nickte. „Ich habe dort jemanden getroffen, aber er …“ Channing wandte den Blick ab und öffnete dann den Mantel, den er trug, um seinen vergrößerten Bauch zu zeigen. „Er war verheiratet und wollte nicht …“ Der Satz wurde abgebrochen, als ein Schluchzen aus tiefstem Inneren Channings Körper erschütterte. „Ich kann nirgendwo …“

Braydon kannte vielleicht nicht alle Details, aber er konnte sich ein Bild machen. Als Seepferdchenwandler war Channing einer der wenigen männlichen Gestaltwandler auf der Welt, die schwanger werden konnten. Es war äußerst selten, aber es kam vor. Dass es außerhalb einer Paarung passierte?

Oje.

So verständnisvoll und liebevoll Channings Eltern auch waren, Braydon konnte sich nicht vorstellen, dass sie die Nachricht gut aufgenommen hatten.

„Es ist okay, Channing. Du kannst bei mir bleiben, bis –“

Plötzlich ertönten mehrere laute Knallgeräusche, die wie ein Feuerwerk klangen. Braydon drehte seinen Kopf in die Richtung, aus der sie kamen, und das Blut in seinen Adern gefror. Beunruhigte Rufe ertönten, als riesige Lastwagen durch die Straßen rollten. Als sie anhielten, strömten Dutzende Männer in Militäruniformen, beladen mit Waffen, die sie auf die Bürger richteten, von den Ladeflächen.

Braydon ergriff Channings Hand und zog ihn zur Tür seines Hauses. „Beeil dich“, sagte er und hoffte, einen Weg zu finden, die Kinder zusammenzutreiben und ein sicheres Versteck zu erreichen.

Er hatte es gerade bis zur Tür geschafft, als Zayan nach draußen gerannt kam, um zu sehen, was los war. Braydon versuchte, ihn zu fangen, aber Zayan wich ihm aus und rannte direkt auf einen der Männer zu, dessen Waffe nun auf Braydon und Channing gerichtet war.

„Kommt mit uns, sonst werdet ihr alle sterben“, sagte der Mann, während ein anderer Zayan hochhob.

„Peng, peng“, quietschte Zayan vergnügt.

Braydon hatte keine Ahnung, was los war, aber er konnte nicht weglaufen. Nicht, wenn sie seinen Neffen hatten.

Kapitel 1

Karim Maina zuckte zusammen, als er den durchdringenden Alarm hörte, und war sich nicht sicher, ob er erleichtert oder verängstigt sein sollte. Müdigkeit, die er nicht gewohnt war, bremste ihn bei dem Einzigen, was zählte – seinen Gefährten in Sicherheit zu bringen.

Er war stundenlang geschwommen und hatte alles in seiner Macht Stehende getan, um den stärksten und schnellsten Mitgliedern seines Schwarms einen Schritt voraus zu bleiben. So sehr es ihn auch schmerzte, es zuzugeben, wenn er nicht bald Hilfe fand, würde er weder seinen Gefährten noch sich selbst beschützen können.

Würde man Karim an dem Ort, zu dem er wollte, nicht auf Anhieb erschießen, wäre er angesichts des Alarms weniger beunruhigt. So erschöpft war sich Karim sicher, dass er sich übermäßig melodramatisch anstellte, weil er dachte, dass er auf der Stelle getötet werden würde, aber wenn man bedachte, wer sein Schwarm war, lag er auch nicht ganz falsch.

Als Gestaltwandler, dessen tierische Hälfte ein Weißer Hai war, kannte Karim die Vorurteile gegenüber seiner Art, einfach weil sie so waren, wie sie waren, nur zu gut. Wenn man dann noch die Tatsache berücksichtigte, dass er aus dem Kupe-Schwarm stammte, einer der berüchtigtsten Wandlergruppen der Welt, war es wahrscheinlicher, dass er getötet wurde, bevor man ihn fragte, ob er jemandem Schaden zufügen wollte.

Leider war der Ruhm des Kupe-Schwarms der Tod. Es half nicht, dass sein Schwarm derjenige war, der sich gegen die neuen Gesetze des Rates gewendet hatte und weiterhin jeden tötete, der schwul war. Ein weiterer Grund, warum Karim sofort getötet werden würde, wenn er seinen Verfolgern nicht einen Schritt voraus blieb.

Karim wusste seit seiner Jugend, dass er Männer gegenüber Frauen vorzog, aber er war nicht dumm genug, diesen Gefühlen entsprechend zu handeln. Zumindest nicht im Kupe-Revier. Aber als er an diesem Morgen seinen Gefährten im Wasser gerochen hatte, wusste Karim, dass es keine Option mehr war, seine Sexualität zu verbergen. Was er nicht erwartet hatte, war, wie schnell er fliehen musste. Oder die Mühen, die er auf sich nehmen würde, um sie beide zu retten.

Bitte, mach, dass sie uns aufnehmen, ohne zu viele Fragen zu stellen, betete er zu jedem Gott, der ihm zuhören wollte. Nach allem, was er in seinem Leben gesehen hatte, hätte Karim darauf gewettet, dass es gar keinen Gott gab.

Sein Blick richtete sich auf die fast leblose Gestalt vor ihm. In der Sekunde, in der er seinen Gefährten gerochen hatte, tat Karim etwas, was er in seinem ganzen Leben noch nie getan hatte. Er hatte dem Wesen, das sie erschaffen hatte, dafür gedankt, dass es ihm diesen Mann geschenkt hatte. Wenn nur –

Der Ton des schrillen Alarms war etwas lauter und verriet ihm, dass eine Art Barriere, die er nicht gesehen hatte, entfernt worden war. Entweder würden er und sein Gefährte von den Leuten getötet werden, von denen er sich Hilfe erhofft hatte, oder –

Der hohe Pfiff eines Orcas ertönte aus der Nähe des Lärms. Karim wappnete sich für die Begegnung, denn er wusste, dass er keine andere Wahl hatte, als weiter zu schwimmen. Wenn er es nicht täte, würde sein Schwarm sie in Stücke reißen.

Der Tod war Teil von Karims Leben. Er hatte immer gewusst, dass er höchstwahrscheinlich eines Tages von seinem eigenen Schwarm getötet werden würde. In gewisser Weise hatte er eher darauf gehofft, dass es eher früher als später geschehen würde. Das war vor heute Morgen gewesen, als er diesen Duft gerochen hatte, seinen …

Die Strömung des Wassers vibrierte an seinem Körper entlang und machte ihn darauf aufmerksam, dass der Orca und, wie er sicher war, ein Tintenfisch und ein Oktopus, direkt auf ihn zukamen. Eine Welle der Wut strömte auf sie zu. Karim war zum Manövrieren bereit, um seinen Gefährten vor dem Angriff zu schützen, der ihnen bevorstand, und wartete bis zur letzten Sekunde, dann tauchte er ab.

Das schmerzerfüllte Jammern seines immer noch bewusstlosen Gefährten schnitt ihm ins Herz, aber Karim wusste, dass er nicht anhalten konnte. Er musste die sichere Insel erreichen, sonst war alles verloren.

Als er eine scharfe Wendung vollführte, verfehlte er nur knapp die Tentakel eines der größten Tintenfische, denen er je begegnet war. Nur die Fähigkeit seines Hais, Bewegungen wahrzunehmen, hatte ihm einen Hinweis darauf gegeben, wie lang diese Tentakel waren.

Ohne von seinem endgültigen Ziel abzuweichen, machte er sich auf den Weg zu der Stelle, an der das Wasser verdrängt worden war, als der unbekannte Schutzschild gesenkt wurde. Mühelos schoss er nach oben, als der Orca versuchte, ihn zu rammen.

Was stimmte mit diesen Wandlern nicht? Konnten sie nicht erkennen, dass er einen fast toten Delfin im Maul hatte?

Okay, technisch gesehen könnte das dagegen sprechen, dass er Zuflucht suchte, aber was war mit seinem Gefährten? Sollten sie nicht wenigstens versuchen, ihn zu retten?

Karim tat sein Bestes, um seinen Gefährten nicht noch mehr zu verletzen, und schoss nach links, bevor er sich wieder seinem Ziel zuwandte, während ein langer Tentakel versuchte, sich um seinen Körper zu schlängeln. Dann, aus dem Nichts, riss ein noch längerer Tentakel den Tintenfisch von Karim weg und schleuderte ihn aus Karims Weg. Ein weiterer dieser acht Arme hinderte den Orca daran, ihn zu treffen.

Er hatte keine Ahnung, warum der Oktopus, der bei dem Orca und dem Tintenfisch gewesen war, ihm half, aber Karim wollte nicht anhalten und fragen. Er musste seinen Gefährten zu jemandem bringen, der ihm helfen konnte. Abgesehen von gelegentlichem schmerzerfülltem Wimmern hatte sein Gefährte keinen Laut mehr von sich gegeben, seit Karim ihn gepackt und losgeschwommen war, als würden die Hunde der Hölle sie verfolgen. Was in gewisser Weise auch stimmte. Wenn irgendjemand aus seinem Schwarm sie gefangen hätte, wäre von keinem von ihnen etwas übriggeblieben, da man ihren Tod so schmerzhaft wie möglich gemacht hätte.

Seine Schwanzflosse schwang kraftvoll durch das Wasser und trieb ihn an der Barriere vorbei, die gesenkt worden war, um den Orca, den Tintenfisch und den Oktopus hinaus zu lassen. Karim stieß einen gedämpften Schrei aus. Er könnte immer noch sterben, aber sein Gefährte hatte zumindest eine Chance. Er konnte nur hoffen, dass es jemanden auf der Insel gab, der ihn retten würde.

Das Vibrieren von Stimmen machte ihn auf eine Unterwasserhöhle aufmerksam. Es machte Sinn, dass es einen Weg auf die Insel und von dort weg gab, bei dem man sich nicht verwandeln musste, wenn das Wasser zu flach wurde, und den Rest des Weges bis zum Ufer als Mensch schwimmen.

Karim änderte leicht seinen Kurs und sah den Durchgang zwischen den Felsen. Das Wasser war in diesem Bereich der Insel tief, so dass er trotz seines großen Körpers leicht hineinschwimmen konnte. Als Gestaltwandler waren Weiße Haie tendenziell größer als Nichtwandler. Karim war größer als die meisten Gestaltwandler. Seine ganze Familie war es gewesen.

So sanft er konnte schwamm Karim zum Steg in der Höhle und legte seinen Gefährten auf die Holzbretter. Dann verwandelte er sich und ignorierte den Schmerz seiner schlimmsten Wunden, die zu heilen begannen, während er den Leuten, die mit bereits gezückten Waffen dastanden und bereit waren, ihn zu töten, zurief: „Tötet mich, wenn ihr müsst, aber bitte rettet meinen Gefährten.

---ENDE DER LESEPROBE---