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Der Nashornwandler Gustav Hermance bringt endlich sein Leben wieder in Ordnung. Er hat einen Job als Vorarbeiter für eine Baufirma bekommen, seit Monaten keine Panikattacke mehr erlitten, und eine eigene Wohnung gefunden. Gus’ hart verdiente Unabhängigkeit hat ihm geholfen, über die Experimente hinwegzukommen, die Wissenschaftler an ihm durchgeführt haben. Er genießt ruhige Abende, Pokerrunden mit Freunden, und lernt, mit den Zuneigungsbekundungen seiner verpaarten Freunde zurechtzukommen. Alles läuft gut, bis Gus etwas so Wunderbares riecht, dass er davon besessen ist. Er glaubt, dass er seinen Gefährten gefunden hat, aber der Duft des Mannes verblasst zu schnell, als dass er die Quelle lokalisieren könnte. Mit Hilfe seiner Freunde beginnt Gus eine Suche in Stone Ridge, die sich schnell auf die umliegenden Wälder ausweitet. Was er findet, ist Tible, ein Wesen, von dem er gar nicht wusste, dass es existiert. Kann er den sexy Mann davon überzeugen, dass ihre Unterschiede kein Hindernis sein müssen? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 31.100 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Gustav und der Gargoyle
Der Nashornwandler Gustav Hermance bringt endlich sein Leben wieder in Ordnung. Er hat einen Job als Vorarbeiter für eine Baufirma bekommen, seit Monaten keine Panikattacke mehr erlitten, und eine eigene Wohnung gefunden. Gus’ hart verdiente Unabhängigkeit hat ihm geholfen, über die Experimente hinwegzukommen, die Wissenschaftler an ihm durchgeführt haben. Er genießt ruhige Abende, Pokerrunden mit Freunden, und lernt, mit den Zuneigungsbekundungen seiner verpaarten Freunde zurechtzukommen.
Alles läuft gut, bis Gus etwas so Wunderbares riecht, dass er davon besessen ist. Er glaubt, dass er seinen Gefährten gefunden hat, aber der Duft des Mannes verblasst zu schnell, als dass er die Quelle lokalisieren könnte. Mit Hilfe seiner Freunde beginnt Gus eine Suche in Stone Ridge, die sich schnell auf die umliegenden Wälder ausweitet. Was er findet, ist Tible, ein Wesen, von dem er gar nicht wusste, dass es existiert. Kann er den sexy Mann davon überzeugen, dass ihre Unterschiede kein Hindernis sein müssen?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 31.100 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Gustav und der Gargoyle
Die Wölfe von Stone Ridge 14
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Gustav’s Gargoyle Adventure“: Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2018
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
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Widmung
Für JT – Für Deine unterhaltsamen Kommentare und die Bereitschaft, dich von mir über so ziemlich alles ausfragen zu lassen.
Frühling
„Glückwunsch, Gus“, sagte Declan und schlug ihm auf den Rücken.
Gustav Hermance – Gus für seine Freunde – lächelte. Der kräftige Schlag auf den Rücken bewegte ihn kaum. Seine muskulöse, zwei Meter große Gestalt absorbierte die Berührung des anderen Mannes leicht. Er wusste, dass der große Wolfswandler ihn nicht verletzen wollte, aber wenn Gus kleiner gewesen wäre, wie viele der Wandler des irischen Alphas, wäre er einige Schritte vorwärts getrieben worden.
„Danke, Alpha“, antwortete er. Es war erfrischend, das Interesse zu sehen, das Declan an dem Leben der unter seiner Obhut stehenden Wandler zeigte. Gus’ alter Alpha hatte sich nicht die Mühe gemacht, ihn zu finden, wenn er seine Abwesenheit überhaupt bemerkt hatte. Wahrscheinlich lag es daran, dass Gus in seiner Nashornherde offen schwul war, aber er war so groß, selbst für ein Nashorn, dass niemand es wagte, ihn herauszufordern. Vielleicht war Landon besorgt, dass Gus aufgrund seiner Größe versuchen würde, die Herde zu übernehmen. Gus schnaubte mental bei dieser Vorstellung. Als ob er etwas mit einer Führungsposition zu tun haben wollte.
„Wann fängst du an zu arbeiten?“
Declans Stimme drang in Gus’ Gedanken und er erkannte, dass er abgedriftet war. Das machte er sehr oft. Es machte es schwer, ein Gespräch zu führen, was ihn sozial unbeholfen und unhöflich erscheinen ließ. Vielleicht war er das auch.
Er zwang sich, sich zu konzentrieren, und antwortete: „Am kommenden Montag. Es gibt mir Zeit, eine Wohnung zu finden und mich einzurichten.“
Declan nickte. „Wir werden dich hier vermissen“, sagte er. „Lass mich wissen, wenn du Hilfe beim Umzug brauchst. Ich werde ein paar Wölfe einteilen, um dir zu helfen.“
„Danke, Alpha. Ich werde Möbel kaufen müssen, wenn ich einen Platz gefunden habe. Wenn die nicht geliefert werden, lasse ich es dich wissen.“
„Wenn du nicht wählerisch bist, haben einige von meinen Rudelmitgliedern, die sich vor kurzem gepaart haben, vielleicht einige überflüssige Sachen“, sagte Declan. „Ich könnte herumfragen.“
Seine Augenbrauen hoben sich. Es erstaunte Gus immer noch, dass der Wolfswandler-Alpha so offen dafür war, andere in sein Territorium zu lassen. Natürlich hatte der Mann über fünfzig Wölfe zur Verfügung. Also, wenn einer der größeren Wandler, wie er selbst oder der Elefantenwandler Gordon, aus dem Ruder lief, musste er nur ein paar Dutzend Rudelmitglieder zusammentrommeln, um sie zu unterwerfen.
Er lächelte bei der Erinnerung daran, wie er mit dem Elefanten und dessen Gefährten, einem Königstigerwandler, im Wasserfall gespielt hatte. Jetzt, da es Frühling war, würde es nicht lange dauern, bis der Fluss und Wasserfall aufgetaut sein würden und sie das wieder tun konnten. Sein Nashorn gab einen Laut der Begeisterung von sich, mochte die Vorstellung von mehr Zeit zum Spielen. Der Winter war hart für sein Tier gewesen. Zu kalt, zu nass, zu viel Schnee. Es war eine schwierige Anpassung.
„Gus?“
„Wie?“ Er warf Declan einen Blick zu und sah den großen Afroamerikaner ein wenig lächeln. Es war kein spöttischer Blick, sondern einer voller Verständnis. Declan wusste, wie sein Geist wandern konnte, wenn er sich nicht auf etwas konzentrierte.
„Bist du offen für gebrauchte Möbel?“, fragte Declan erneut, und diesmal hielt er Gus’ Blick, damit seine Gedanken nicht abschweiften.
Er lächelte und nickte. „Das wäre toll. Vielen Dank.“ Dann wurde sein Lächeln zu einem Grinsen, als ihm ein Gedanke kam. „Außer Matratzen. Ich werde lieber eine neue kaufen“, sagte er mit einem leisen Lachen.
Declan lachte zurück. „Nun, das verstehe ich.“ Er ging aus dem Esszimmer, hielt aber im Flur inne, um über die Schulter zu sagen: „Ich lasse dich wissen, was ich finden kann.“
Gus nickte. „Ich werde mir in Stone Ridge einige Wohnungen ansehen. Brauchst du etwas aus der Stadt, oder Lark?“, fragte er mit Bezug auf Declans süßen menschlichen Gefährten.
Declan schüttelte den Kopf und antwortete: „Nein, wir sind versorgt.“
Der Mann verschwand den Flur hinunter, und Gus verließ das Haus. Er stieg in den großen Dodge-Geländewagen, den Grady ihm geliehen hatte. Er strich mit den Händen über das Armaturenbrett und fragte sich, ob sein eigener Truck immer noch in seiner Garage auf dem Land der Herde wartete oder ob Landon ihn verkauft hatte.
Wissenschaftler hatten Gus vor über einem Jahr entführt, dann war er im letzten Herbst gerettet worden. Wie lange würde es dauern, bis sein alter Alpha alle Spuren von ihm löschte? Eigentlich hätte er sich darum als allererstes kümmern müssen, aber es waren Monate vergangen, bis er die Drogen, die die Wissenschaftler in ihn gepumpt hatten, überwunden hatte. Der Gedanke daran, wie die Menschen herausgefunden hatten, wie man dem normalerweise schnellen Stoffwechsel eines Wandlers entgegenwirkte, ließ ihn immer noch zusammenzucken. Ihm taten die Wandler vor ihm furchtbar leid.
Seine Gedanken abschüttelnd, bevor sie eine Panikattacke auslösen konnten – eine Nebenwirkung seiner Zeit bei den Wissenschaftlern – ließ Gus den Motor an. Er fuhr langsam die holprige Straße hinunter und steuerte um die schlimmsten Schlaglöcher herum. Er musste daran denken, die Einfahrt mit einem Rechen zu bearbeiten, bevor er sich entfernte. Es war das Mindeste, was er tun konnte, nach allem, was Declan und Lark für ihn getan hatten.
Gus fuhr durch die Stadt und hielt am Diner an. Er bestellte ein Club-Sandwich und Pommes mit ungesüßtem Eistee, dann breitete er die Zeitung, die er aus dem Halter in der Nähe der Eingangstür genommen hatte, über den Tisch aus. Gus las die Wohnungsanzeigen durch und machte ein paar Anrufe.
Während er dasaß und sein Essen vertilgte, dachte er darüber nach, wie sich sein Leben im letzten Jahr verändert hatte. Er wusste nicht, wie er Declan und Lark jemals alles zurückzahlen sollte, aber sie sagten ihm immer wieder, dass Wandler sich um ihresgleichen kümmern sollten, unabhängig von ihrer Rasse. Es war so eine andere Vorstellung, als er sie gewohnt war, er konnte es noch immer nicht richtig annehmen. Seine Herde war nicht so eng miteinander gewesen. Sie gehorchten dem Alpha, Beta und den Vollstreckern, wenn ein Problem auftrat, aber abgesehen davon gingen sie einander meistens aus dem Weg.
Ein Piepsen erregte seine Aufmerksamkeit und zog Gus aus seinen Gedanken. Er war froh, dass er daran gedacht hatte, den Wecker an seiner Uhr zu stellen, sonst hätte er den ganzen Nachmittag dort gesessen, immer wieder in Gedanken versunken und die Zeitung gelesen. Doch jetzt musste er zur Adresse einer Ein-Zimmer-Wohnung fahren, die er sehen wollte.
Gus fand die Wohnung mit wenigen Schwierigkeiten. Die Wohnung war sauber, in gutem Zustand und in seiner Preisklasse. „Ich werde Sie morgen wissen lassen können, ob ich sie will“, sagte er der Frau, die ihm die Wohnung zeigte. „Ich habe noch eine zu besichtigen“, gab er zu.
Sie lächelte und sah tatsächlich etwas erleichtert aus. An der Anspannung, die er von ihr empfing, erkannte er, dass sie sich in seiner Gegenwart wahrscheinlich unbehaglich fühlte. Er wusste, dass seine Größe dazu führen konnte, aber dagegen konnte er nicht viel tun. Er war ein Nashorn-Wandler – ein weißes Nashorn, also war er verdammt groß. Er konnte die Tatsachen nicht verändern.
„Natürlich“, sagte die Frau. „Sie haben meine Nummer. Lassen Sie es mich bitte innerhalb von achtundvierzig Stunden wissen. Ich kann sie nicht länger freihalten, wenn jemand anderes sie besichtigen kommt und haben will“, erklärte sie.
Er nickte ihr zu und folgte ihr die Treppe auf der Außenseite des Gebäudes hinunter. Das war der einzige Nachteil an der Wohnung, neben dem Mangel an Stauraum, den er wahrscheinlich nicht wirklich brauchte. Die Wohnung lag über der Garage der alternden Mutter dieser Frau. Er würde entscheiden müssen, ob er mehr Privatsphäre brauchte.
Die zweite Wohnung, ein winziges Studio-Apartment, das versteckt an der Seite eines größeren Hauses lag, war in schlechtem Zustand, aber die Miete war spottbillig. Eine separate Einfahrt zweigte von der Haupteinfahrt ab und führte tief zwischen die Bäume zu dem baufälligen Gebäude. Robert, der Mann, der ihm die Wohnung zeigte, stellte sich vor und erklärte, es sei eine Schwiegermutterwohnung. Richtig. Gus würde seine Schwiegermutter auch aus seinem Haus fernhalten wollen.
Die Zeitungsanzeige hatte erwähnt, dass, wenn der Mieter die Renovierung durchführte, der Besitzer die Kosten für Reparaturen von der bereits niedrigen Miete abziehen würde. Da Gus gerade einen Job bei einer Baufirma bekommen hatte, dachte er, dass es keine große Sache sein sollte, die Dinge in Ordnung zu bringen. Er würde nur darauf achten müssen, dass seine Miete nicht anstieg, weil die Wohnung schöner war. Außerdem war die Privatsphäre angenehm, entschied er und starrte auf die Kiefern, die das Gebäude umgaben. Gus konnte das Haupthaus durch sie kaum ausmachen.
„Es wäre ein Vertrag für ein Jahr“, sagte Robert ihm, „und wenn Sie mir Quittungen für das Material zeigen und mich die Wohnung überprüfen lassen, um zu sehen, dass Sie es benutzt haben, werde ich die Kosten ab dem nächsten Monat von der Miete abziehen.“
Gus nickte und überprüfte den Wortlaut im Vertrag. „Es wird einige Arbeit nötig sein“, gab er zu bedenken und sah sich wieder im Raum um. Fast alles musste neu gestrichen werden, was stundenlanges Abkleben, langweilige Arbeiten an Sockelleisten und Schleifen an vielen Stellen bedeutete, bevor mit den Wänden überhaupt begonnen wurde. „Wie sind die Sanitärleitungen und der Wasserdruck? Und die Stromleitungen?“
Gus wollte auf keinen Fall mit elektrischen Problemen zu tun haben, und die Neuverkabelung wäre mehr, als er sich leisten konnte. Plus, als Nashorn-Wandler wollte er einen guten Wasserdruck. Er mochte Wasser. Er fragte sich, ob es hier ein Fitnessstudio gab. Regelmäßig das angeschlossene Schwimmbecken nutzen zu können wäre den Preis dafür wert.
„Die Elektrik ist in Ordnung“, versicherte Robert. „Der Wasserdruck ist ein wenig schwach“, fügte er hinzu, „aber es gibt einen brandneuen Warmwassertank, der zweihundertdreißig Liter fasst, so dass das warme Wasser nie ausgehen wird.“
Gus wusste, dass seine Augen dabei strahlten. Er liebte es, lange zu duschen. Die Dusche war der perfekte Ort, um sich einen runterzuholen, zu Bilder von Männern, die er im Internet gefunden hatte. Die Seife und das Wasser ließen seine Erektion leicht durch seine Faust gleiten, und –
Er unterbrach diese Gedanken, als er spürte, wie sein Schwanz in seiner Jeans zuckte. Jetzt war nicht die richtige Zeit.
Er atmete langsam aus, um seinen plötzlich rasenden Puls unter Kontrolle zu bekommen. Gus lächelte Robert zu. Der Mann sah ziemlich gut aus mit dunkelblonden Haaren und bräunlich-goldenen Augen. Vielleicht könnte er der Star in einer von Gus’ Fantasien …
„Kann ich den Papierkram mitnehmen, um ihn auszufüllen?“, fragte Gus, als er sich einmal mehr auf das konzentrierte, was er tat. Er musste dort raus. Er wollte alleine sein, um zu meditieren und sich wieder unter Kontrolle zu bringen.
„Natürlich“, antwortete Robert und reichte ihm die Papiere. „Sie wollen sie also?“
Gus nickte. „Ja, ich werde sie nehmen. Wenn ich Ihnen die Referenzen gebe, wie lange wird es dauern, bis ich einziehen kann?“ Da es Mittwoch war, hoffte er, dass sein zukünftiger Vermieter ihm erlauben würde, an diesem Wochenende einzuziehen. Auf diese Weise könnte er sich um alles kümmern, ehe er am Montag mit der Arbeit begann.
„Wenn Sie morgen den Papierkram zurückbringen und Ihre Referenzen in Ordnung sind, sollten Sie am Samstag einziehen können“, sagte er.
„Das ist toll“, antwortete Gus erleichtert. Er bot seine Hand an. „Wir sehen uns dann morgen.“
Robert nickte und nahm seine Hand. „Bis morgen dann.“
Darauf bedacht, seine Kräfte zu kontrollieren, gab Gus der Hand des anderen Mannes einen kurzen Druck, bevor er sie losließ. „Vielen Dank nochmal“, sagte er, bevor er sich abwandte. Ein Blick über seine Schulter ließ ihn beinahe stolpern, als er merkte, dass Robert seinen Hintern betrachtete. Offenbar war Robert sich bewusst, dass Gus ihn erwischt hatte. Robert drehte sich um und schritt durch die Bäume davon.
Gus kletterte in den Wagen und gluckste. Er hatte nicht wirklich Lust, sich mit seinem Vermieter auf etwas einzulassen, was nur zu allen möglichen Problemen führen würde, aber es fühlte sich gut an, dass ihn jemand genau so ansah. Er fuhr zu Declan zurück, stolz darauf, dass er endlich begonnen hatte, sein Leben auf den richtigen Weg zu bekommen. Es hatte lange gedauert. Nun, er hatte nur noch eine Sache an diesem Tag zu tun.
Nach dem Abendessen schloss er sich in seinem Zimmer ein, dann packte Gus sein Handy fest und hob es an sein Ohr. Er hatte eine Stunde Yoga gemacht, um sich selbst genug zu beruhigen, damit er den Anruf bei einem Freund in seiner alten Herde hinbekam. Während er auf den Klingelton hörte, fragte sich Gus, ob Cornelius sich an ihn erinnern oder ihm glauben würde, wenn er seinen Namen sagte. Sie waren zusammen aufgewachsen, hatten die Nuancen der Verwandlung zusammen erforscht und sogar zusammen ihre Vorliebe für Jungen statt Mädchen entdeckt. Sicher würde Cornelius erkennen –
„Hallo?“
Der vorsichtige Gruß zerrte Gus zurück zu seiner Aufgabe. Bei den Göttern, er musste lernen, sich zu konzentrieren, aber Gus wusste, wenn er es im Alter von zweiundsechzig noch nicht herausgefunden hatte, würde es wahrscheinlich nicht passieren.
„Hallo?“
Als Cornelius’ Stimme wieder ertönte, dieses Mal mit einem Anflug von Ärger, murmelte Gus „Scheiße“, schluckte dann schwer und versuchte, Feuchtigkeit in seine plötzlich trockene Kehle zu bekommen. „Hallo, Cornelius.“ Er atmete tief durch, begann dann zu sagen: „Hier ist –“
Cornelius’ Keuchen unterbrach ihn. „Gus? Heilige Scheiße, bist du das?“
„Ja, ich bin es“, flüsterte er und bekam einen Kloß im Hals, als er die Besorgnis seines Freundes vernahm.
„Verdammt nochmal! Jeder denkt, du bist tot, Gus!“ Plötzlich wurde Cornelius’ Stimme wütend. „Wo zur Hölle warst du, Mann? Du brichst einfach auf und gehst weg? Kein Wort? Nichts?“
„Ich tat es nicht mit Absicht“, sagte Gus leise. „Ich war – ich war …“ Sogar nach Monaten der Therapie war es immer noch schwer darüber zu reden. „Ich war schwimmen und wurde von Menschen entführt. Sie - sie haben mir Dinge angetan. Ich wurde vor sechs Monaten von einigen anderen Wandler gerettet und es ich brauchte eine Weile, um … um …“, gelang es ihm zu sagen, bevor seine Stimme versagte. Sein Körper schauderte, und er versuchte die Erinnerungen an die Experimente, den Schmerz, die Schnitte und die Folterungen zu blockieren. Gus legte den Kopf zwischen seine Knie und atmete langsam, um seinen rasenden Puls zu kontrollieren.
„Oh, mein Lieber, das tut mir so leid.“ Cornelius’ Stimme kam durch die winzigen Lautsprecher des Telefons, das er noch in der Hand hielt, jetzt in der Nähe von seinen Knien. „Atme einfach. Ich wollte nicht schimpfen. Sag mir, wo du bist. Ich werde einen Weg finden, zu dir zu kommen. Ich werde deinen Truck mitbringen. Ich weiß, dass du deinen Truck liebst – und deinen Lieblingshammer.“
Das brachte Gus zum Lachen, und er wusste, dass es genau das war, was sein Freund beabsichtigt hatte. Der fragliche Hammer war ein kleiner, ein Pfund schwerer Klauenhammer mit einem rosa Gummigriff.
