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In der paranormalen Welt: Sogar kaltblütige Kreaturen können manchmal ganz schön hitzig werden. Tristan war noch nie das, was man als geselligen Typen bezeichnen würde. Wie der Alligator, mit dem er seinen Geist teilt, ist er lieber allein. Jetzt, nachdem er Jahrzehnte der erzwungenen Isolation als tierische Attraktion in einer Kuriositätenshow ertragen musste, lebt Tristan zurückgezogener als je zuvor. Er bleibt hauptsächlich in tierischer Form und schwimmt in dem großen Teich auf dem Gargoyle-Anwesen. Als er dabei hilft, den Mann, der ihn misshandelt hat, zu entführen, beschließt Tristan, dass den Bastard zu verhören ein guter Grund ist, um endlich mit anderen zu interagieren. Schließlich wird der Übeltäter, Bud Wallice, von seiner Frau als vermisst gemeldet, und die Spur führt zum Anwesen der Gargoyles. Tristan trifft Detective Collin DeSoto, der das Verschwinden untersucht. Tristan erkennt den Mann sofort als seinen Gefährten, doch auch wenn sich der Sex mit ihm als explosiv erweist, ist es das Einzige, was zwischen ihnen leicht ist. Collins unglaublich große Familie weiß nicht, dass er schwul ist, und er ist nicht damit einverstanden, wie Tristan mit Bud umgeht. Kann das Paar seine Differenzen beseitigen, oder wird Tristan am Ende zu seinem Teich zurückkehren … allein? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing. Länge: rund 35.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2020
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Heißblütiger Alligator
In der paranormalen Welt: Sogar kaltblütige Kreaturen können manchmal ganz schön hitzig werden.
Tristan war noch nie das, was man als geselligen Typen bezeichnen würde. Wie der Alligator, mit dem er seinen Geist teilt, ist er lieber allein. Jetzt, nachdem er Jahrzehnte der erzwungenen Isolation als tierische Attraktion in einer Kuriositätenshow ertragen musste, lebt Tristan zurückgezogener als je zuvor. Er bleibt hauptsächlich in tierischer Form und schwimmt in dem großen Teich auf dem Gargoyle-Anwesen. Als er dabei hilft, den Mann, der ihn misshandelt hat, zu entführen, beschließt Tristan, dass den Bastard zu verhören ein guter Grund ist, um endlich mit anderen zu interagieren.
Schließlich wird der Übeltäter, Bud Wallice, von seiner Frau als vermisst gemeldet, und die Spur führt zum Anwesen der Gargoyles. Tristan trifft Detective Collin DeSoto, der das Verschwinden untersucht. Tristan erkennt den Mann sofort als seinen Gefährten, doch auch wenn sich der Sex mit ihm als explosiv erweist, ist es das Einzige, was zwischen ihnen leicht ist. Collins unglaublich große Familie weiß nicht, dass er schwul ist, und er ist nicht damit einverstanden, wie Tristan mit Bud umgeht. Kann das Paar seine Differenzen beseitigen, oder wird Tristan am Ende zu seinem Teich zurückkehren … allein?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.
Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing.
Länge: rund 35.000 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Heißblütiger Alligator
Paranormal verliebt 11
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Hot-Blooded Alligator“:
Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
Bitte beachten:
Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Widmung
Im Wald zwei Wege boten sich mir dar, ich ging den, der weniger betreten war. Dies veränderte mein Leben!
~ Robert Frost
„Bist du sicher, dass du das alleine machen willst?“
Tristan erinnerte sich an Maelgwns besorgten Gesichtsausdruck, als der Gargoyleanführer ihm drei Tage zuvor diese Frage gestellt hatte. Es kränkte ihn nicht. Es war tatsächlich einigermaßen erfrischend zu denken, dass ein anderer sich Sorgen um ihn machte. Niemand hatte seit … über einem Jahrhundert Sorge um Tristan geäußert, auch wenn er nicht vorhatte, dies irgendjemandem zu erzählen.
Als Albino-Alligator war Tristan von den anderen Alligatorwandlern ausgegrenzt worden. Sobald er alt genug war, um allein zu jagen, hatten seine Eltern ihn aus der Tür ihrer Hütte gestoßen und gesagt, er solle niemals zurückkehren. Der Anführer der Alligator-Gemeinde hatte das gleiche getan … mit Nachdruck.
Tristan war damals sieben gewesen.
Er verdrehte in Gedanken die Augen und konzentrierte sich darauf, das mit Essen beladene Holztablett zu balancieren. Er hatte um die Aufgabe gebeten, Bud Wallice zu befragen – den Mann, der nicht nur Tristan, sondern auch ein paar andere Wandler gefangen gehalten hatte – und war entschlossen, den Besitzer der Kuriositätenshow zu brechen. Tristan wusste, dass es nur etwas Zeit erfordern würde.
Als Tristan an der Tür lauschte, benutzte er sein Wandlergehör, um zu überprüfen, wie nah Bud an der Tür war. Er änderte ständig die Zeit, zu der er das Essen brachte, so dass der Mensch nie ahnen konnte, wann er kommen würde, und sich auf die Lauer legte. Doch Tristan erinnerte sich an den Moment drei Tage zuvor, als Bud es dennoch versucht hatte.
Tristan überprüfte die Tür und hörte Bud auf der anderen Seite des Raumes. Er schloss auf und ging hinein. Eine Bewegung zu seiner Linken erregte seine Aufmerksamkeit, und dank der Tatsache, dass er jahrelang Kampfkunst trainiert hatte, drehte er sich und wich Bud aus, der wild einen Schläger nach ihm schwang.
Tristan warf das Essenstablett in Richtung des nahe gelegenen Tisches und behielt Bud dabei in seinem äußeren Sichtfeld. Der Mann sprang auf die noch offene Tür zu. Tristan führte eine Flugrolle aus, landete in einer hockenden Haltung und schwang sein Bein mit einem kräftigen Tritt, so dass er Bud die Beine unter dem Körper wegriss.
Als Bud fiel, sprang Tristan auf die Füße. Er packte das Handgelenk des Mannes und riss es hoch und nach hinten, während er sein Knie auf den unteren Rücken des Menschen drückte. Es bedurfte all seiner Selbstbeherrschung, um seinen Griff nicht noch fester zu machen und das Handgelenk des Menschen zu brechen.
Tristan hatte Maelgwn jedoch sein Wort gegeben … keine körperliche Misshandlung, außer unter Aufsicht. Er nahm an, dass er vielleicht irgendwann an diesem Punkt ankommen würde, aber noch nicht, zumindest nicht für diesen kleinen Verstoß.
Stattdessen drückte Tristan auf den Nerv, der an der Innenseite von Buds Handgelenk verlief, gerade fest genug, damit der Mann vor Schmerz aufschrie und den behelfsmäßigen Schläger fallen ließ, den er in der anderen Hand hielt. Sobald Bud nicht mehr bewaffnet war, ließ Tristan ihn los.
Als er aufstand, hob Tristan die grobe Waffe auf und trat von dem Menschen zurück. Er inspizierte den improvisierten Schläger und stellte fest, dass es sich um ein abgebrochenes Stuhlbein handelte. Tristan nahm es mit und ging zurück zur Tür.
„Dein Sandwich sollte noch einigermaßen an einem Stück sein“, sagte Tristan und deutete in Richtung des Tabletts, das er hastig abgestellt hatte. Er war von sich selbst beeindruckt, dass er es tatsächlich auf den Tisch befördert hatte. Als Tristan sah, dass der Metalldeckel schief war, fügte er hinzu: „Ich glaube nicht, dass der Kartoffelsalat völlig ruiniert ist, aber du wirst ihn möglicherweise vom Deckel kratzen müssen. Er sollte aber noch in Ordnung sein.“
„Du Scheißkerl“, knurrte Bud und stand auf. „Du kannst mich hier nicht festhalten.“
Tristan hielt inne, die Hand auf dem Türknauf. Er legte den Kopf schief und entgegnete: „Warum nicht? Du hast mich auch festgehalten.“ Ohne auf eine Antwort zu warten, verließ Tristan den Raum.
Dies war das einzige Gespräch gewesen, das Tristan während der acht Tage, in denen er ihm Essen brachte, mit Bud geführt hatte. Tristan wusste, dass der Inhaber der Kuriositätenshow irgendwann unter der Stille leiden würde. Nachdem er ihn über Jahre hinweg von seiner Krokodilgrube aus beobachtet hatte, wusste er, dass Bud daran gewöhnt war, Leute herumzukommandieren, und ignoriert zu werden musste den Mann geradezu verrückt machen.
Als Tristan von drinnen nichts hörte, schloss er die Tür auf und drückte sie so fest, dass sie ganz aufschwang. Er entdeckte Bud am Tisch sitzend. Nachdem Tristan den Raum betreten hatte, wandte er sich nach rechts und schloss die Tür mit seinem Fuß.
Tristan trat an den Tisch und stellte das Tablett ab. Er hob den Deckel und präsentierte einen herzhaften Rindfleischeintopf, einen grünen Salat und mehrere Scheiben Roggenbrot mit Butter. Dazu gab es eine Flasche Bier und eine Tasse Kaffee mit zwei Stück Zucker und einem Schuss fettarmer Milch, genau so, wie Bud es mochte.
Nachdem Tristan alles vor den Mann gestellt hatte, setzte er sich auf den gegenüberstehenden Stuhl. Er lehnte sich zurück, legte seine Hände auf die Armlehnen des Stuhls und starrte den Mann an.
Bud aß die Hälfte der Suppe, bevor er das Bier ergriff. Er schnupperte daran und trank einen Schluck. Nachdem er geschluckt hatte, nickte er.
„Es ist gut“, sagte Bud und stellte die Flasche ab. Er runzelte die Stirn und fragte Tristan kriegerisch: „Also, welches Tier bist du?“
Tristan legte nur den Kopf schief und starrte ihn weiter an.
Knurrend grummelte Bud: „Ich weiß, dass du nicht stumm bist, verdammt.“ Er verzog die Lippen und verlangte: „Beantworte die verdammte Frage!“
„Ich werde deine Fragen beantworten, wenn du höflich fragst“, antwortete Tristan ruhig.
Buds Augen verengten sich. Sein Kiefer spannte sich an.
Tristan hielt sein Gesicht ausdruckslos und wusste, wie sehr es Bud ärgern würde. Während er den Mann jahrelang in Tiergestalt beobachtet hatte, war ihm aufgefallen, dass Bud gern die Knöpfe anderer Leute drückte und sie aufstachelte. Der Mensch nutzte das, um die Schwächen anderer zu entdecken.
Zum Glück hatte Tristans Vergangenheit als Einzelgänger ihn gelehrt, seine Gefühle zu verbergen. Er hatte bereits tagelang dagesessen und diesem Mann zugehört, wie er schimpfte, dass er illegal festgehalten wurde und dass er, wenn er entkam, ihnen mit rechtlichen Mitteln Feuer unter dem Hintern machen würde. Dann wollte er all die Freaks, die sich auf dem Anwesen versteckten, zusammentreiben und an den Meistbietenden verkaufen.
Nach vier Tagen hatte Bud die Flucht versucht, was Tristan leicht unterbunden hatte. Die nächsten drei Tage hatten sie geschwiegen. Es schien, als wäre Bud nun bereit, wieder zu reden.
Buds Nasenflügel bebten, und sein Gesicht war gerötet.
Tristan entschied, dass, auch wenn Bud sicherlich reden wollte, er es einfach nicht wie ein zivilisierter Mensch tun würde. Das war in Ordnung. Er würde schweigen, bis Bud sich an seine Manieren erinnerte. Entweder würde der Mensch anfangen, höflich zu reden, oder er würde für den Rest seines Lebens in diesem Raum sitzen. Tristan war es schnuppe. Er wusste jedoch, dass es nicht dazu kommen würde. Der Mensch würde brechen.
Bud zischte: „Verfickte Monster“, vor sich hin, gefolgt von: „Ich werde einen Weg finden. Ihr werdet dafür bezahlen. Warte nur ab.“
Bud aß weiter und Tristan ignorierte seine Worte. Schon bevor die Gargoyles ihn gerettet hatten, war ihm klargeworden, dass Bud zwar von der Existenz von Wandlern und Gargoyles wusste, aber ihre Fähigkeiten nicht kannte und verstand.
Sobald Bud mit dem Essen fertig war, stand Tristan vom Tisch auf. Er begann, das Geschirr abzuräumen und es wieder auf das Tablett zu stellen. Da die Kaffeetasse noch größtenteils voll war, ließ er diese stehen und richtete sich auf.
Als Tristan den Deckel nahm und wieder auf den Teller legte, griff Bud nach seinem Handgelenk. Tristan schaffte es geradeso, seine Lippen bei dem ungewollten Kontakt nicht zu verziehen. Während er langsam den Kopf drehte, richtete er einen so eisigen Blick auf Bud, dass der Mensch ihn losließ und hastig seine Hand zurückzog.
„Ihr könnt mich nicht hier festhalten“, sagte Bud erneut. „Man wird nach mir suchen.“
Tristan beschloss, ihm ein wenig zuzusetzen und legte den Kopf schief. „Du meinst, Menschen werden nach dir suchen.“
Bud schnaubte abfällig. „Ja.“
Tristan ließ zu, dass sich seine Mundwinkel ein wenig hoben, als er Buds Blick hielt. „Hast du es immer noch nicht realisiert?“
„Was realisiert?“
„Du bist nicht mehr in der Welt der Menschen.“
Tristan verließ den Raum und ließ Bud mit offenem Mund zurück. An der Art und Weise, wie Bud versucht hatte zu reden – unhöflich, aber er hatte es versucht –, erkannte Tristan, dass der Mann schnell seine Tapferkeit verlor. Seine Bemerkung könnte Bud so weit bringen, dass er unbedingt reden musste.
Tristan fühlte sich geehrt zu wissen, dass der Schwarm sich auf ihn verließ, um Informationen von dem Mann zu erhalten. Er spürte auch die Last dieser Aufgabe auf seinen Schultern. Sie alle mussten wissen, mit welcher Art von Gruppe sie es zu tun hatten und was diese Leute alles wussten.
Roland – ein junger Luchswandler, der mit dem Zweiten … oder stellvertretenden Anführer des Gargoyleschwarms, Tobias, verpaart war – hatte eines Abend, während er noch in Gefangenschaft war, einige Wachen belauscht. So hatten sie erfahren, dass die Menschen wussten, dass sich Gargoyles mit anderen verbinden konnten. Natürlich hatten sie Gargoyles als Dämonen bezeichnet und diejenigen, die mit ihnen verbunden waren, eher als jemanden betrachtet, der sie auf der irdischen Ebene festhielt.
Wenn sie nur wüssten.
Tristan wollte sicherstellen, dass dies niemals geschah.
Aus diesem Grund brachte Tristan drei Mahlzeiten am Tag zu Bud, und auf seinen Wunsch hin hatte sonst niemand Kontakt mit ihm. Er selbst konnte die Bigotterie des Menschen leicht ignorieren und wollte nicht, dass sich eine andere Person über seine Worte ärgerte. Tristan wollte nicht, dass Bud diese Befriedigung bekam. Er musste den Kerl aus dem Gleichgewicht bringen und dieses Schweigen brachte schnell Ergebnisse.
Tristan trug das Tablett in die Küche zurück. Wie nach den meisten Mahlzeiten, die er abends zu Buds Zimmer brachte, hielt Kort – ein großer roter Gargoyle – einen Picknickkorb und eine Thermoskanne hoch. Der Mann grinste und zeigte scharfe Eckzähne in seinem quadratischen Gesicht.
„Ich könnte dich viel besser warmhalten als diese heiße Schokolade, weißt du“, neckte der ständig flirtende Gargoyle und schüttelte die Thermoskanne leicht. „Und es würde viel mehr Spaß machen.“ Er wackelte mit seinen Brauenbögen. „Versprochen.“
Tristan fühlte sich von dem Gargoyle nicht abgestoßen. Er fühlte sich nur einfach auch nicht zu ihm hingezogen. Trotzdem musste er das flirtende Wesen leicht anlächeln. Kort würde jeden irgendwann einmal ficken. Er war sogar dafür bekannt, Menschen zu ficken. Wie er das schaffte, ohne dabei das Geheimnis zu lüften, dass es Gargoyles gab, wusste Tristan nicht. Es interessierte ihn aber auch nicht wirklich.
Tatsächlich interessierte Tristan sich nur für zwei Dinge. Seine Einsamkeit und Bud Wallice zum Reden zu bringen. Sex war immer etwas gewesen, was er tun oder lassen konnte. Das Überleben war immer wichtiger gewesen als sein Sexualtrieb.
Trotzdem, da er keine Lust hatte, Kort zu beleidigen, der schließlich ein netter Kerl war und ihm Essen machte und so, lächelte Tristan und antwortete: „Wie immer fühle ich mich von deinem Interesse geehrt, aber …“
Tristan streckte die Hand aus und nahm die Thermoskanne, während er den Korb aufhob. Er würde beides später zurückbringen. Im Moment waren er und sein Alligator sich einig. Sie wollten raus in die Natur und an die frische Luft.
„Aber du bist nicht interessiert“, beendete Kort. Er legte eine mit weißen Klauen besetzte Hand über sein Herz und seufzte dramatisch. „Die Geschichte meines Lebens.“
Während er sein Gehirn nach einer geeigneten Antwort durchsuchte, murmelte Tristan: „Dazu muss ich wohl sagen, es liegt nicht an dir, sondern an mir.“ Er begegnete Korts Blick in der Hoffnung, dass sich die Aufrichtigkeit in seinen Augen zeigte. „Und es ist wahr. Ich habe … kein Bedürfnis, mich mit jemandem einzulassen.“
Korts dunkle Brauenbögen schossen hoch. „Mit niemandem?“
Tristans Gesichtszüge glätteten sich, und er machte sich keine Sorgen mehr, den Mann zu beleidigen. „Ich bin ein Alligator. Ich werde eine Bindung eingehen, wenn mein Gefährte auftaucht. Bis dahin …“ Er legte den Kopf schief. „Welchen Zweck hat es, jemandem falsche Hoffnungen zu machen?“
„Äh, den Körper einer anderen Person zu genießen bedeutet nicht, dass man ihr falsche Hoffnungen macht“, begann Kort langsam. „Nicht, wenn man offen darüber ist, was man miteinander teilt.“
Tristan musterte den Gargoyle und dachte darüber nach, was der andere Mann sagte. „Ich habe nie gelernt zu teilen“, flüsterte er. Tristan hob den Korb auf und ging aus der Küche. Ihm war nicht entgangen, wie Korts Kiefer nach unten sackte, und der verblüffte Geruch, der von dem großen Mann ausging, auch nicht.
Tristan war nicht überrascht, dass dies Kort erstaunte. Angesichts der fröhlich-sorglosen Haltung des Gargoyles war es schmerzlich offensichtlich, dass ihre Erziehung völlig gegensätzlich war. Nach Tristans Ansicht war das in Ordnung. Er hatte trotz seiner früheren Erfahrungen weiter gelebt.
Tristan marschierte schnell und zielstrebig den Flur entlang und suchte den nächsten Ausgang. Er ging nach draußen und um die Gärten herum. Zu viele Gargoyles und Menschen schlenderten durch die Gärten. Er würde lieber allein sein. Tristan schlüpfte zwischen die Bäume und ging zum Teich.
Er hatte gerade das Gewässer erreicht – es war weitaus größer als nötig, was seinen Alligator sehr glücklich machte –, als er eine tiefe Stimme hörte, die seinen Namen rief. Nachdem er sich umgedreht hatte, entdeckte er drei Gargoyles, die auf ihn zukamen. Maelgwn, Tobias und Einan. Tristan vermutete, dass der Schwarmanführer ein Update wünschte.
Tristan winkte den Gargoyles zu und folgte dem Pfad zu der kleinen Plattform. Er ließ sich am Ende seitlich nieder, einen Fuß im Wasser baumelnd, während sein anderes Bein, mit gebeugtem Knie, auf der Plattform ruhte. Er packte den Korb aus und wartete auf die Gargoyles. Als sich das Trio ihm anschloss, hatte Tristan sein Abendessen auf den Brettern ausgebreitet.
„Wünschst du ein Update?“, fragte Tristan, ohne sie richtig zu begrüßen. Stattdessen nahm er den Behälter mit dem Eintopf und führte ihn an seine Lippen, aß direkt aus der Schüssel. Über den Rand hinweg beobachtete Tristan, wie sich Maelgwn und Einan auf den beiden Bänken niederließen und die Flügel um die Schultern legten. Tobias hielt inne, die Arme vor der breiten Brust verschränkt.
„Hat er schon etwas gesagt?“, antwortete Maelgwn.
Tristan wusste, dass er selbst brüsk und sachlich war, und er wusste zu schätzen, dass der Anführer des Schwarms ebenso offen war und keinen Anstoß nahm. Tristan nahm ein großes Stück Brot und tauchte es in den Eintopf, während er antwortete.
„Nur, was man erwarten würde.“ Tristan hielt inne, das tropfende Brot halb vor dem Mund. „Verkündet, dass wir ihm das nicht antun können, dass es illegal ist, einen Menschen ohne Grund festzuhalten, sowie all die gemeinen üblen Dinge, die er uns und dem Rest der Monster auf der Welt antun will, sobald er frei ist.“
Maelgwn kniff die Augen zusammen, während Tobias knurrte. Einan verschränkte die Arme vor der Brust und verzog die Lippen. Ekel, Frustration, Ärger und Gereiztheit strahlten von dem Trio aus.
„Hat er wenigstens eine deiner Fragen beantwortet?“, knurrte Einan.
Tristan legte den Kopf schief und starrte den Vollstrecker an. „Ich habe ihm keine Fragen gestellt.“
„Hast du nicht?“, grollte Tobias. „Warum zum Teufel nicht?“
Wenn Tristan in Alligatorform gewesen wäre, hätte er seinen Mund geöffnet, um seine vielen Reihen von Zähnen zu zeigen, während er ein langes, unwilliges Zischen ausstieß. So jedoch unterdrückte er seine Reaktion. Diese Gargoyles hatten ihm schließlich ein fantastisches Zuhause gegeben.
Tristan konzentrierte sich auf Tobias und antwortete langsam: „Es gibt derzeit keinen Grund, ihn etwas zu fragen.“ Angesichts des finsteren Gesichts des Gargoyle-Stellvertreters fügte er hinzu: „Er ist nicht bereit, Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. Er würde einfach lügen.“
„Hast du irgendetwas für uns?“, fragte Maelgwn mit einem Seufzer. „Überhaupt irgendwas?“
Tristan hob die Suppe wieder an seine Lippen und nahm einen weiteren Schluck, während er über seine Interaktionen mit Bud Wallice nachdachte. Nachdem er gekaut und geschluckt hatte, antwortete er: „Wir sollten darauf vorbereitet sein, dass Menschen nach ihm suchen.“
„Verdammt toll“, grummelte Tobias.
Maelgwn hob eine Hand und bat Tobias wortlos, sein Murmeln einzustellen. Nachdem er sich den Kiefer gerieben hatte, fragte der Anführer: „Kannst du uns etwas über Buds Geschäfte erzählen?“
„Er kennt die Fähigkeiten von Wandlern nicht“, enthüllte Tristan.
