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Der Bücherwurm - Ob Regen, Schnee oder auch Sturm …, was kümmert's schon den Bücherwurm?! Hockt er nur drin im Ohrensessel und kocht das Wasser in dem Kessel für seinen Tee mit ganz viel Rum, dann schert er gar nicht sich darum, wie draußen mag das Wetter sein, es kommt zu ihm da drin nicht rein! Nun hält der "Wurm" in seiner Hand 'nen ganzen dicken Bücherband und trinkt dazu mit Hochgenuß besagten Tee mit einem Schuß. Dann nimmt er's auf mit anfangs geilen Silben, Wörtern und auch Zeilen, verschlingt sie mit den Augen schnell, damit sein Geist erleucht' sich hell. Doch hat es wohl nicht sollen sein, dass dieser Zustand träf' jetzt ein, denn dieses Buch ist wohl zu schlicht, es liest sich wie der Wetterbericht!
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Seitenzahl: 124
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Buch 1
COGNE TE IPSUM
Heiner der Reimer – Eine Anthologie (Buch 1)
© 2014 by Eklow Nelees
Edition CTI
Verlag:
epubli GmbH, Berlin – www.epubli.de
ISBN 978-3-8442-9962-5 (e-Book)
ISBN 978-3-7375-0217-7 (Print)
eingebettete Schriften:
Fette Classic UNZ1 Fraktur by Peter Wiegel, www.peter-wiegel.de, [email protected] OFL
Open Sans by Steve Matteson, Apache License, version 2.0
Wenn nicht anders erwähnt, liegen die Rechte auf allen Abbildungen beim Autoren oder sind gemeinfrei.
Umschlaggestaltung durch den Autor.
Scherenschnitt © Jaques Mateos (mateos-ja.de)
Um den Lesegenuß zu
optimieren, sollten Sie evtl. drei
Gläser bereithalten:
Eines für einen guten Wein
(z.B. einen trockenen
Bernsteiner Arschkriecher) und
zweie für den Durchblick!
Apropos „trocken“:
Von dem bereits in einigen Supermärkten
feilgebotenen Pulver-Wein, dem
nur noch Wasser hinzugefügt
werden muß, ist abzuraten!
Wer hat sie nicht zigmal gelesen, die Werke unseres unvergesslichen und einmalig großen Humoristen H.-E. Silbenschmied? Popularität wurde ihm allerdings erst unter seinem Doppel-Vornamen, Hein-Erhard, zuteil! Leider starb er viel zu früh und gerne hätten wir noch viel mehr von ihm gelesen! Erst kürzlich fanden wir in seinem (?) Nachlaß, auf dem Flohmarkt, d.h. in der rechten Jackentasche eines schon in die Jahre gekommenen Anzugs einen arg strapazierten Zettel mit einem klugen Vers darauf, den wir Ihnen auch nicht vorenthalten wollen* Immer wieder mal wurde etwas aus seiner Feder gefunden: oft Belangloses, wie etwa ein Einkaufs- oder Lottozettel oder aber auch etwas Unvollendetes. Nun aber geht das Gerücht um, daß die Putzfrau von Hein-Erhard, eine gewisse Emilie Hagemann aus seiner Nachbarschaft, tagein tagaus all die verworfenen Werke des Meisters aus dem Papierkorbe gefischt und für die Nachwelt gesammelt habe. Im Laufe der Zeit kam so eine beträchtliche Anzahl an Versen zusammen. Nach dem Tode dieser Frau schien jedoch diese Anthologie verschollen zu sein. Der Enkel dieser Frau stieß beim Stöbern auf dem Dachboden zufällig auf all diese zerknüllten Zettel. Leider waren nur noch einige davon lesbar, denn so mancher Vers fiel der Fressgier von Fischen, genauer der von Silberfischchen, zum Opfer. Damit dieser Frevel nicht noch einmal passiert, haben wir den verbliebenen Rest zunächst elektronisch in einem E-Book konserviert! Diesem Enkel, der aus verständlichen Gründen anonym bleiben möchte, haben wir es letztlich zu verdanken, daß der Nachwelt und der deutschen Literatur doch noch einiges erhalten blieb! Doch sind diese Verse wirklich aus der Feder des Meisters? Wenn ja, warum befand er sie dann aber für nicht veröffentlichungswürdig? Doch, ob echt oder nicht, wir befanden sie für würdig. Bilden Sie sich Ihr Urteil!
* vgl: »Mantel & Robe«
Ich weiß nun nicht, ob Ihr’s noch wißt
und ob Ihr’s gar am End vermißt?
Es war einmal vor langer Zeit,
da war ich durchaus mal bereit,
im Fernsehen zu debütieren.
Ich saß da neben bunten Tieren,
sie wurden Schweinderl wohl genannt.
Ich denk’, das ist Euch all bekannt!
Auch saß da noch zu meiner Rechten
– ich glaub’, das ist von Euch aus links –
ein würd’ger Herr, noch von den echten,
mit Namen hieß er – äh – Herr ... Dings.
Und was hier ganz besonders war,
war seine Brille – Typ AOK,
aus dickem Horne, wie die meine.
Ich hatte ’ne besonders feine!
Der Herr, der war so riesig nett,
die kleinen Schweinderl noch nicht fett
gefüllt mit vielen Silberlingen,
so war’s, bevor wir dann anfingen.
Er frug mich viel, so dies und das,
die Leute aber wollten Spaß.
„Sei’s drum!“, sprach ich, „den sollt Ihr haben
und Euch an meinen Versen laben!“
So trug ich vor, ganz ohne Hader,
folgendes Gedicht: „Der Marder“.
Hinterm Baum, ’s war eine Linde,
saß ein Marder mit ’ner Binde,
wollte wohl in Waldes Schneise,
sich dort fangen eine Meise,
hatte dabei nicht bedacht,
daß ein Ast herunterkracht.
Kaum hatt’ er die Meis’ am Schopfe,
fiel der Ast ihm auf den Kopfe,
so daß dieser tat wohl brummen
oder war es Bienensummen?
Wie auch immer! Es tat weh
auch die Meise, die war hee.
(Kurz erklär ich Euch den Sinn:
„hee“ ist schwäbisch und heißt „hin“!)
Unterm Schatten einer Linde,
sitzt der Marder mit der Binde,
denkt voll Wehmut und ganz leise
an die süße kleine Meise,
deren Tod so ward gerächt
und dem Marder ging es schlecht.
Er haust in keiner Höhle, keinem Zoo,
der Okto-Bär!
Er ist nicht lustig und nicht froh,
der Okto-Bär!
Im Sommer hält er seinen Schlaf
und ist ansonsten auch recht brav,
der Okto-Bär!
Doch im Herbste, wenn es nebelt in den Auen,
wenn Krähen krächzen und das Laub verblüht,
dann kommt der Okto-Bär, verbreitet Grauen,
bei Jung, bei Alt und andren Lüt.
Vom Baume hoch bei großem Sturm
ein Apfel fiel herunter.
Noch ganz benommen von dem Fall
und auch noch nicht ganz munter,
kroch vorsichtig aus seinem Stall,
dem Apfel, einem roten,
ein kleiner dicker fetter Wurm
auf seinen winz’gen Pfoten.
Er konnt’ das Ganze nicht recht fassen
und bat den Sturm, den bösen,
dies künftig bitteschön zu lassen,
er wollt’ jetzt weiter dösen.
Ob Regen, Schnee oder auch Sturm …,
was kümmert’s schon den Bücherwurm?!
Hockt er nur drin im Ohrensessel
und kocht das Wasser in dem Kessel
für seinen Tee mit ganz viel Rum,
dann schert er gar nicht sich darum,
wie draußen mag das Wetter sein,
es kommt zu ihm da drin nicht rein!
Nun hält der „Wurm“ in seiner Hand
’nen ganzen dicken Bücherband
und trinkt dazu mit Hochgenuß
besagten Tee mit einem Schuß.
Dann nimmt er’s auf mit anfangs geilen
Silben, Wörtern und auch Zeilen,
verschlingt sie mit den Augen schnell,
damit sein Geist erleucht’ sich hell.
Doch hat es wohl nicht sollen sein,
dass dieser Zustand träf’ jetzt ein,
denn dieses Buch ist wohl zu schlicht,
es liest sich wie der Wetterbericht!
Das Schnurz, man sagt, es sei recht scheu.
Es frisst kein Gras und auch kein Heu.
Bei Tage ist es nicht zu spähen
und auch des Nachts ist’s nicht zu sehen.
Wird sich wohl im Gebüsch verkriechen.
Das einzig ist, man kann es riechen!
Doch nicht nur riechen, auch noch hören,
nur Schnurzgeräusche kaum betören:
Denn alles, was man hört vom Schnurz,
das ist ein brachialer Furz!
Kein Schwanz, ein Kabel ist ihr eine Zier.
Sie hat zwei Po-Backen zum Klicken,
dazwischen noch ein Rädchen klein.
Auch hat sie nicht der Beine vier,
beim Druck der Hand würden sie knicken,
auch trägt sie kein Gebiß zum Schein.
Frisst deshalb keinen Käse, keinen Speck.
Doch, wenn ich sie am Rädchen streichle,
scrollt sie dafür so einiges weg!
Der allseits bekannte Literaturkritiker Prof. Arm Rasnici soll bei der Verifikation des obenstehenden Werkes stark die Stirn gerunzelt haben. Denn, so soll er gemeint haben, man könnte einem Humoristen aus dem prädigitalen, also dem analogen Zeitalter, keine Computer-Maus als Hauptfigur eines Gedichtes unterstellen! Da muß denn wohl was dran sein !
Es sprach zur Mutter der kleine Jonny:
„Zum Fest, da wünsch’ ich mir’n Pony.“
Darauf die Mutter: „Ich es Dir schwör’,
wir gehen morgen noch zum Friseur!“
Der Dr. Fischer, ein Mann von Welt,
schlief nie im Hotel, sondern im Zelt.
Wollte er sich mal so richtig vergnügen,
dann zeltete er auf der Insel Rügen
und zwar direkt am Schwäbischen Meer,
da gab es viel Sand und kaum Straßen mit Teer!
Der Name ist heute zwar schon recht blaß,
doch das „mare suebicum“ war ziemlich naß!
Es wird wohl anders heut’ geheißen,
drum in die „Ostsee“ die Möwen scheißen!
Des Nachts, als draußen ein Hund laut bellt,
erwacht Dr. Fischer, blickt aufs Sternenzelt
und wundert sich, dass sein Zelt ist fort.
Dann schreit er schrill: „Zu Hilfe, Mord!“
Doch da ist niemand, der ihn hört,
keine Seele ist da, die er betört!
Doch wie konnt’ all dies nur gescheh’n,
dass vom Zelt war nichts weiter zu sehen,
als ein paar Schnüre mit Stangen und Leinen?
Der Doktor musste heftig weinen!
Als er sich konnt’ keinen Reim drauf machen,
da musst’ er plötzlich furchtbar lachen
und kam sich vor wie ein dummer Lehrling,
als er entdeckte den einzigen Hering,
der ihm vom Zelte war wohl noch geblieben,
die anderen hatte die Flut abgetrieben.
So wird es wohl gewesen sein
und so beenden wir den Reim:
Alle Heringe – das liegt schon am Namen,
gehen dahin, woher sie kamen!
Ein Zweihorn trank zu später Stund
’nen Doppelkorn mit einem Hund.
Denn bei so ’ner späten Sause,
da trinkt man nun mal keine Brause!
Am Tisch saß auch ein blauer Esel,
der sagt’, er käme wohl aus Wesel.
Auf seinem Rücken, da hockt ’ne Katze,
mit einer süßen frechen Fratze.
Als der Wirt nun fragt: „Was darf’s denn sein?“,
raunzt unterm Tisch ein dickes Schwein:
„Für mich ’n Doppelten, aber rein und klar!“
Darauf der Esel sprach: „I a!“
Die Katze aber, die dies hörte,
darob sehr arg sie sich empörte,
gemahnt den Esel an’s Benehmen:
„Wir müssen heute noch nach Bremen!“
„Nach Bremen, heut noch? Bin schon blau
und dorten wartet meine Frau!“
Darauf die Katz’ ist indigniert
und ruft verzweifelt nach dem Wirt.
Der fragt sie nun „Das Gleiche, jau?“
Und zustimmend jault sie „Mi au! –
Ich trink mir heut’ ’nen Kater an,
dann hab ich endlich einen Mann!“
Aus einem Korn, da wurden drei,
der Köter bellte „Wuff“ dabei.
„I a“, dem Esel es entfuhr,
das Schwein jedoch, das grunzte nur.
Nur Katz und Zweihorn blieben stumm,
denn sie waren nicht so dumm,
zu saufen sich die Hucke voll,
weil sie fanden’s nicht so toll!
Klock 12 – es dräut der Zapfenstreich,
der Wirt will Knete seh’n sogleich.
Da sprach das Zweihorn zu der Katz:
„Laß’ schnellstens geh’n uns, mein Schatz!“
„Oh nein, oh nein, so geht das nicht!“,
so zeterte der Wirt,
„Ich bringe Euch vors Amtsgericht,
Ihr wisst, wohin das führt!“
„Bei Brot und Wasser müsst Ihr darben
und stundenlang im Bergwerk graben!“
„Oh Gott, Oh Gott, das muß nicht sein!“,
so äußerte sich darob das Schwein.
Auch war der Esel plötzlich wach,
der zu den andern lallend sprach:
„Ins Bergwerk will ich niemals nicht,
ich will hier raus aus dem Gedicht!“
Und schwupps, war er sogleich in Bremen
zu setzen sich dort ins Benehmen
mit seinem Weib, der Esel-Ma’,
die froh war, daß er wieder da!
Das Schwein, die alte Pistensau,
darob verließ den Kneipenbau.
Der Hund war auch schon lange fort,
hielt’s nicht mehr aus an diesem Ort.
Nur Katz und Zweihorn ganz allein,
die lud der Wirt zum Zahlen ein.
„Die Geldkatz’, die ist leider leer,
auch hab’ ich keinen Heller mehr!“
So sprach das Zweihorn zu dem Wirt.
Doch dieser fordert ungerührt:
„So gib von Deinem Horn mir eins,
dann bist ein Einhorn oder keins!“
Seit dieser Zeit und ohne Geld
rennt nun ein Einhorn durch die Welt
und auch das Tier mit süßer Fratze,
wir alle kennen’s als Geldkatze!
Der Eidam sprach zum kleinen Klaus:
„Wo bleibt denn nur das Ei der Daus?“
Darauf der Klaus: „Das hat die Maus,
