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PAMPELMUSEN - Von allen Musen dieser Welt mir nur die Pampelmus' gefällt! Drum liebe Leut' hört den Bericht, aus dem ich machte ein Gedicht: Zwei Pampelmusen wollten schmusen. Da sprach von beiden erst die eine: "Bis dato war ich stets alleine, drum bin ich froh, dass es dich gibt, denn du bist eine, die mich liebt!" Drum sprang sie fix ins Bett hinein und wollt' sich auf die Liebe freu'n. Jetzt sprach die etwas mehr ovale: "Ich liebe dich, nur ohne Schale, so dass du nackig liegst vor mir. Viel größer ist dann das Plaisir!" Das sah die erste nicht ganz ein und ließ das Lieben lieber sein. Die andre zog 'ne böse Miene und liebte nun 'ne Klementine. Ja, die war leichter zu entschälen, drum tat sie sich mit der vermählen!
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Seitenzahl: 127
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Buch 2
COGNE TE IPSUM
Heiner der Reimer – Eine Anthologie (Buch 2)
© 2015 by Eklow Nelees
Edition CTI
Verlag:
epubli GmbH, Berlin - www.epubli.de
ISBN 978-3-7375-3665-3 (e-Book)
ISBN 978-3-7375-2714-9 (Print)
eingebettete Schriften:
Fette Classic UNZ1 Fraktur by Peter Wiegel, www.peter-wiegel.de, [email protected] OFL
Open Sans by Steve Matteson, Apache License, version 2.0
Wenn nicht anders erwähnt, liegen die Rechte auf allen Abbildungen beim Autoren oder sind gemeinfrei. Umschlaggestaltung durch den Autor.
Scherenschnitt © Jaques Mateos (mateos-ja.de)
Um den Lesegenuß zu
optimieren, sollten Sie evtl. drei
Gläser bereithalten:
Eines für einen guten Wein
(z.B. einen trockenen
Bernsteiner Arschkriecher) und
zweie für den Durchblick!
Apropos „trocken“:
Von dem bereits in einigen Supermärkten
feilgebotenen Pulver-Wein, dem
nur noch Wasser hinzugefügt
werden muß, ist abzuraten!
Wurde im ersten Buch „Heiner der Reimer“ die Ichthyologie (Fischkunde) nur soweit gestreift, wie es Lepisma saccharina vulgaris, also das gemeine Silberfischchen betrifft, so soll in diesem Opus nochmals auf die Bedeutung, bzw. auf den Eingriff dieses unscheinbaren Schuppenhäuters ins Kulturgeschehen hingewiesen werden, damit der geneigte Leser in diesem Buch auch die marginale Bemerkung „<= Silberfischchen“ in sein Paradigmenfeld einbauen kann, um somit ein besseres Verständnis der betreffenden Verse zu erheischen! Mit „Kulturgeschehen“ ist nun keinesfalls die Esskultur und im Besonderen gar ein Amts- äh, Fischgericht gemeint. Mit Neffen, pardon, mit-nichten! Trotzdem hier vorab für die Fischgourmets und die ganz Hungrigen unter den Lesern ein kleiner Zubereitungstipp: Obwohl diese Fische ja als äußerst klein zu bezeichnen sind, was ja bereits das Suffix „chen“ versucht, zum Ausdruck zu bringen, kommt man nicht drum herum, sie sorgfältigst auszunehmen, vulgo: zu entdärmen! [Wenn Sie wüssten, was diese Fischchen alles so fressen, (u.a. auch Literatur!) würden Sie es verstehen!]. Danach reinige man sie nochmals unter fließendem Wasser und lege sie anschließend für ca. 3 Stunden in eine Marinade aus Öl und abgestandenem Bier. Danach gut abtrocknen (auch innen!) und nur leicht salzen. Jetzt geht’s ab in die Pfanne! Achtung: Nach bereits 1/10 Sekunde ganz vorsichtig wenden (da sie keine Gräten besitzen, zerbröseln sie leicht!) und dann noch die andere Seite kurz durchbraten … und fertig! Guten Appetit! Selbigen haben diese Fischchen auch an den verworfenen Werken des Meisters bewiesen. Seine zerknüllten Zettel wurden im Papierkorbe (zum Verständnis: das ist kein Korb, dessen Material in der Regel aus Papier besteht, sondern lediglich dessen Inhalt!) von den Biestern nämlich mit Vorliebe just an den Stellen gefressen, die man entsprechend des frau-schenden, bzw. mehr des herr-schenden Zeitgeistes, als äußerst pikant oder gar (neu-deutsch) als politically incorrect zu bezeichnen pflegt! Deshalb ist man leicht geneigt zu glauben, dass es sich bei diesen seltsamen Kreaturen durchaus um eine besondere Zucht handelt, bei denen der sog. Verfassungsschutz (Abteilung: Maulkorb), bzw. der Krefelder Mütterverein seine Hand im Spiele gehabt haben könnte! Wie auch immer – der Leser möge zur besseren Verdauung, bzw. zum besseren Verständnis dieses Werkes tunlichst den vorgenannten Hinweis beachten, der hier nochmals für den mehr geistig trägen Teil unter den literarisch Interessierten als folgendes Zeichen der besonderen Beachtung bedarf: „<= Silberfischchen“! Nur einem äußerst glücklichen (?) Zufall ist es überhaupt zu verdanken, dass diese zerknüllten und von besagten Schuppenhäutern angenagten Zettel nicht der Gier des Wolfes, des heimischen Reißwolfes, anheim fielen und deren Inhalt somit der Leserschaft nunmehr präsentiert werden kann!
Bei der Suche nach der wahren Urheberschaft all dieser seltsamen Verse hat der allseits bekannte Literaturkritiker Prof. Arm Rasnici auf völlig unorthodoxe Weise mit dem bereits verstorbenen Meister der Dichtkunst Hein-Erhard Silbenschmied (=> 1. Buch!), besser bekannt unter seinem Doppelvornamen, einen paranormalen Kontakt* hergestellt mit dem Ergebnis: H.-E. bestreitet, der Urheber all dieser genannten Verse zu sein und er verwahrt sich auch gegen die Andeutung, sich jemals eines Ghostwriters bedient zu haben!
*) Den Skeptikern unter den Lesern sei hier der folgende Link genannt.
(or fishing for compliments)
Bin nur ein Reimer und kein Dichter,
hab’ auch kein wallend langes Haar.
Mein Schädel wird immer nur lichter,
ja, ist das denn nicht sonderbar?!
Mein Schwager, der jedoch kann dichten
und wenn’s auch nur ’ne Leitung ist.
Und seine Töchter – meine Nichten,
die dichten auch, jedoch nur Mist.
Ich zieh’ als Reimer durch die Welt,
beglücke euch mit Versen.
Ich hoffe doch, daß es gefällt,
Obwohl er Schreiber war mit Bart,
war er noch lang kein Literat.
Er war ja nur ein Knöllchenschreiber
und so der Schrecken aller Weiber
und Männer, die ein Gefährt besaßen.
Das Geld zog er aus ihren Taschen.
Obzwar er nur ein kleiner Worm,
gab’s doch für ihn ’ne Uniform.
Die macht ihn mächtig, sogar groß,
und seine paspelierte Hos’
tat oftmals großen Eindruck schinden.
So konnt’ die Scheu er überwinden
und trat als Amtsperson hier auf.
Ansonsten hatt’ er nicht viel drauf!
’s war einst ein junger Medicus,
der auch Gedichte schrieb.
Die trug er vor bei Madame Clues,
die ’nen Salon betrieb.
Und deren Tochter, das liebe Kind,
die sagte glatt mit Freuden:
„Wußte gar nicht, dass Sie Dichter sind!“
Der Doc, der grinst’ bescheiden,
wehrt’ ab, wollt’ fast erröten.
„Nur, um die Zeit zu töten“,
sprach er ohne Fisimatenten.
„Haben Sie gar keine Patienten?!“,
so fragt’ das Fräulein überrascht.
Drauf hatt’ der Doktor es vernascht.
Da heut’ ja kaum noch jemand liest,
den Faust nicht, auch nicht Effi Briest,
steht nun die Frage hier im Raume:
Dient dies zum Schutze nur dem Baume,
aus dem man das Papier gewinnt?
Kein Buch mehr liest ein Menschenkind!
Soll man denn heut’ noch welche machen,
für das Bewusstsein eines Laffen?
Durch Technik, die zwar raffiniert,
wird heut’ Kultur neu definiert!
Die Mode wechselt stets die Mieder,
das Buch, das wurd’ zum E-Book-Reader.
Es staubt nur voll und nimmt viel Raum,
drum kaufen es die Leut’ auch kaum.
Ich empfehle in den meisten Fällen,
Liebe, Lust und Leidenschaft
gibt’s nicht alle Tage.
Wär’ der Zustand dauerhaft,
würde er zur Plage!
Auch das Glück – laß’ es so gelten –
ist viel schöner, wenn es selten!
Von allen Musen dieser Welt
mir nur die Pampelmus’ gefällt!
Drum liebe Leut’ hört den Bericht,
aus dem ich machte ein Gedicht:
Zwei Pampelmusen wollten schmusen.
Da sprach von beiden erst die eine:
„Bis dato war ich stets alleine,
drum bin ich froh, dass es dich gibt,
denn du bist eine, die mich liebt!“
Drum sprang sie fix ins Bett hinein
und wollt’ sich auf die Liebe freu’n.
Jetzt sprach die etwas mehr ovale:
„Ich liebe dich, nur ohne Schale,
so dass du nackig liegst vor mir.
Viel größer ist dann das Plaisir!“
Das sah die Erste nicht ganz ein
und ließ das Lieben lieber sein.
Die andre zog ’ne böse Miene
und liebte nun ’ne Clementine.
Ja, die war leichter zu entschälen,
drum tat sie sich mit der vermählen!
Bloß drei Zimmer mit Balkon,
dies für Lieschen war recht klein.
Also träumte sie davon,
dass es sollte anders sein!
Das Gehalt von ihrem Boss
war zwar gut, doch viel zu wenig,
denn es reichte nicht zum Schloß,
wie es hat ein jeder König,
Freiherr, Fürst und mancher Graf.
Deshalb ging sie auf ’nen Ball,
wo sie einen Grafen traf.
Dieser Typ, der war ihr Fall
in des Wortes Doppelsinn.
Denn er war ein geiler Graf,
deshalb war sie von ihm hin
und ja auch noch her gerissen.
Er war Graf, was wollt’ sie mehr?!
Da er war ein toller Bissen,
leistet’ sie ihm keine Wehr,
als er ging ihr an die Wäsche,
um zu fummeln hier und dort.
Da sie war ja auch ’ne Fesche,
scheucht’ sie deshalb ihn nicht fort.
Und so kam’s, was kommen musste,
als er hatt’ sie eingelullt
fein mit Worten und mit Küssen,
da verlor sie die Unschuld.
Drauf wollt’ sie von ihm nun wissen,
welcher Art von Graf er sei.
Da man leb’ nicht nur von Küssen,
sei dies ja nicht einerlei!
„Ich verdien’ ein leichtes Brot,
leide deshalb keine Not!“,
ja, dies waren seine Worte.
„Doch welcher Art von Graf bist Du?
Sage mir von welcher Sorte!“,
fragt’ sie ihn ganz ohne Ruh’.
Und er antwortet’ recht kalt:
„Weder bin ich Pfalz- noch Landgraf,
auch kein Graf für Deich und Wald.
In des Wortes wahrem Sinne
verdien’ mein Geld ich mit Beischlaf,
denn ich lebe von der Minne.
Ich bin nämlich Pornograf!“
Als dies aber Lieschen hörte,
machte Schluß sie mit dem Flirte.
Und dann sagte diese Frau,
dass er sei ’ne alte Sau!
Drauf er sie nicht mehr betörte
und verließ nun die Empörte.
Und die Moral aus dem Gedicht:
Mit allen Grafen kannst’ nicht schlafen,
denn nicht jeder Graf ist brav!
Am Freitag hatte ich ein Date
mit meiner neuen Flamme.
Ich war recht pünktlich, sie kam spät.
Ihr Auto hatt’ne Schramme.
Das also war des Wartens Grund,
dennoch küßt’ ich sie auf den Mund
und lud sie ein ins Kino.
Als Vorspann lief ein alter Film
mit Rudolf Valentino.
Kaum hockten wir im Kino drin,
als bald das Licht ging aus,
da streichelte sie sanft mein Kinn,
die süße kleine Maus.
Ich aber fasste sie ans Knie
und wollt’ ans „Eingemachte“.
Im Film ganz laut ein Opfer schrie,
der Mörder jedoch lachte!
Und als wir klappten hoch die Lehnen
und wollten beid’ zur Sache,
da hörten wir im Film Sirenen…,
aus war’s mit der Anmache.
Ganz aus war’s mit der Minne,
erstarrt war’n alle Sinne.
Im Kino brauchst zur Liebesfreud’
das Dunkel, nicht das Zelluloid!
Sie war ein furchtbar junges Ding,
noch völlig unerfahren.
Auch’s Jahr war jung, es war Frühling,
er in den „besten Jahren“.
Obzwar er schon ein reifer Mann,
zog sie ihn stark in ihren Bann.
Denn sie war unbeschreiblich schön,
drum wollte er sie wiederseh’n.
Sie könnte seine Tochter sein,
fast seine Enkelin!
Auf was ließ er sich denn da ein,
machte das einen Sinn?!
Betäubt war er und wie von Sinnen
von ihrer Anmut, ihrer Pracht.
Drum wollte er sie heut’ noch minnen,
ja heut’, in der Walpurgisnacht.
Doch hatt’ er nicht dabei bedacht,
dass noch ’ne andre war im Spiel.
Es war ’ne Hexe mit ’nem Schuß,
da wurd’ es ihm dann doch zuviel,
drum machen wir hier einfach Schluß!
Es sprach der Opa Valentin
zum Nachbarn auf der Bank:
„Kennst du noch das Hängelin,
das ich so ungern trank?
Man tat es uns in den Kaffee,
der deshalb etwas stank!“
„Was ist damit? Ich kenn es gut“,
so sprach der Opa Waldemuth,
„es machte uns jedoch nicht krank
und deshalb ich es auch wohl trank!“
„Nun ja, schon lang die Zeit ist hin,
heut’ hocken wir unter Birken.
Doch grad da kommt mir in den Sinn:
Das Zeugs beginnt zu wirken!“
Abschied 4:00 Uhr morgens
Euch wünsch’ ich, meine Theure,
den Frieden dieser Nacht
und hoff’, ich bleib’ der Eure.
Nun gebt schön auf Euch Acht!
Und mögen süße Träume
des Schlafes Hüter sein.
Ich eil’ jetzt durch die Bäume,
denn ich muß wieder heim!
Sobald ich bin daheime
und mich die Sehnsucht quält,
dann schreibe ich Euch Reime,
bis wir sind bald vermählt.
Ich schick’ Euch dann ’ne Taube
mit einem lieben Gruß.
Zuvor jedoch ich raube
Euch einen letzten Kuß.
Adieu, meine Geliebte,
der Morgen ja schon graut.
Der Himmel für mich siebte
Euch aus als meine Braut!
Es fällt mir schwer zu gehen,
mein Herz, das bleibt ja hier
bei Euren schönen Augen,
die leuchten wie Saphir.
Von dannen muß ich schleichen,
bewahrt den Ring als ein Symbol.
Gebt mir von Euch ein Zeichen!
Ich denk’ an Euch, gehabt Euch wohl!
Abschied 4.00 Uhr morgens
Ich Tarzan, du Jane,
ach, seien das scheen!
Du haben Anmut,
die stehen dir gut.
Ich lieben dich sehr,
du sein mein Begehr.
Doch nun ich muß fort,
das leider sofort.
Es kräht schon der Hahne
zur letzten Liane.
Wenn ich die verpasse
und sie nicht erfasse,
dann weiß ich nicht weiter
und das sein nicht heiter.
Drum leben du wohl,
du sein mein Idol.
Du bleiben im Sinn
bis Kraniche ziehn.
Dann ich komm’ zurück
und wir sind im Glück.
Ich bauen uns Haus,
du machen uns Schmaus
und ich jagen Braten,
du pflanzen im Garten.
Hier du haben Kuß
und ab ich nun muß
und schwing mit Lianen
auf den Dschungelbahnen
zu meinen Kumpanen.
Das alles sein Affen,
die neugierig gaffen,
wenn sie dich seh’n.
Ach, seien du scheen!
