High and Tight: Geil auf Style - Shea Balik - E-Book

High and Tight: Geil auf Style E-Book

Shea Balik

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Beschreibung

Willkommen in Cedar Falls, einer kleinen Stadt in North Carolina, die inmitten der Smokey Mountains liegt. Wo die Menschen freundlich und die Männer heiß sind. Kit Cahill flüchtet vor einem gewalttätigen Monster, das es genießt, ihn zu erniedrigen, direkt in die Fänge seiner Tante, die ihm mit Freude mitteilt, was für ein Versager er ist. Als er von ein paar Freunden gerettet wird und seinen eigenen Friseursalon bekommt, ist Kit sicher, dass sie sich einen Scherz mit ihm erlauben. Angelo Brunetti sieht den wunderbarsten Mann der Welt, der offensichtlich Hilfe benötigt, allein dasitzen. Die Verletzungen, die Kit erlitten hat, spiegeln sich in den Augen des Mannes wider. Doch er versucht, den Schmerz mit Essen zu verdrängen. Angelo weiß, dass er einen besseren Weg finden könnte, um mit diesem Schmerz umzugehen und gleichzeitig Kits Selbstwertgefühl zu stärken, aber zuerst muss er Kit dazu bringen, ihm eine Chance zu geben. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Länge: rund 43.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Epilog

ÜBER SHEA BALIK

LESEPROBE:

High and Tight: Geil auf Style

Willkommen in Cedar Falls, einer kleinen Stadt in North Carolina, die inmitten der Smokey Mountains liegt. Wo die Menschen freundlich und die Männer heiß sind.

Kit Cahill flüchtet vor einem gewalttätigen Monster, das es genießt, ihn zu erniedrigen, direkt in die Fänge seiner Tante, die ihm mit Freude mitteilt, was für ein Versager er ist. Als er von ein paar Freunden gerettet wird und seinen eigenen Friseursalon bekommt, ist Kit sicher, dass sie sich einen Scherz mit ihm erlauben.

Angelo Brunetti sieht den wunderbarsten Mann der Welt, der offensichtlich Hilfe benötigt, allein dasitzen. Die Verletzungen, die Kit erlitten hat, spiegeln sich in den Augen des Mannes wider. Doch er versucht, den Schmerz mit Essen zu verdrängen. Angelo weiß, dass er einen besseren Weg finden könnte, um mit diesem Schmerz umzugehen und gleichzeitig Kits Selbstwertgefühl zu stärken, aber zuerst muss er Kit dazu bringen, ihm eine Chance zu geben.

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.

Länge: rund 43.000 Wörter

SHEA BALIK

High and Tight: Geil auf Style

Cedar Falls 7

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „High and Tight“:

Shea Balik

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2023

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Ein besonderer Dank geht an A., dass du meine Inspiration für Angelo warst. Ohne dich hätte ich diese Figur nicht umsetzen können.

Außerdem danke ich meiner Friseurin, die mich immer zum Lachen bringt und dafür sorgt, dass ich mich schön fühle.

Und schließlich danke ich D und J für den Titel des Buches (und vieler weiterer, die noch kommen werden).

Kapitel 1

„Oh, Maribelle, es tut mir so leid, das zu hören.“

Kit verzog das Gesicht, als er die schrille Stimme seiner Tante Trudy hörte, die vorgab, sich um eine ihrer Angestellten zu sorgen. Für sie zu arbeiten war die ultimative Form der Folter, aber in einer kleinen Stadt wie Cedar Falls hatte er nicht viele andere Möglichkeiten. Er hatte versucht, nach Atlanta zu ziehen, aber ... Versager. Die harsche Stimme in seinem Kopf schrie auf, als die Erinnerungen wieder hochkamen.

Die süßen, klebrigen Zimtbrötchen, die seine Tante mitgebracht hatte, lockten ihn mit dem Versprechen, dass sie ihm helfen würden, den Schmerz, den er erlitten hatte, zu vergessen – wenn auch nur für einen Moment. In den zwei Jahren, die er weg gewesen war, hatte er eine harte Lektion gelernt. Eine, die er lieber vergessen würde. Wenn es einen Weg gäbe, die Erinnerungen physisch zu löschen, würde er es tun.

Sein Blick wanderte zu der Tür, die zu dem kleinen Pausenraum im hinteren Bereich führte. Zum Teufel mit seiner Tante und ihren Versuchen, ihn vom Abnehmen abzuhalten. Er hatte sein ganzes Leben lang unter seinem Gewicht gelitten und jede Diät ausprobiert, die je erfunden wurde, um es loszuwerden, und war dabei genauso gescheitert wie bei allem anderen, was er tat.

Er lenkte seine Gedanken von dem verlockenden Gebäck weg und konzentrierte sich wieder auf die Haare, die er gerade trimmte. Ein weiterer Fehlschlag. Nicht der Haarschnitt, sondern die Tatsache, dass er nur Männerhaare schneiden durfte.

„Nun, es sind schon vier Wochen vergangen. Ich hatte angenommen, dass du inzwischen wieder arbeiten würdest.“ Seine Tante machte eine Pause. „Ich habe wohl keine andere Wahl, als mich um deine Kunden zu kümmern, wenn du nicht kommen kannst, Maribelle.“ Tante Trudy tat so, als hätte Maribelle gerade einfach beschlossen, nicht zu kommen. Die Frau hatte sich das Bein gebrochen, als sie auf der Flucht vor einem Tornado, der ihr Haus zerstört hatte, die Treppe ihres Kellers hinuntergestürzt war. „Du weißt, dass ich hier bin, um zu helfen, wo ich nur kann. Ich werde eben länger arbeiten müssen, um deine Abwesenheit auszugleichen.“

Kit verdrehte die Augen. Maribelle hatte Glück, dass sie überhaupt noch lebte, aber seine Tante tat so, als ob sie selbst das Opfer wäre. Wenn Kit einen anderen Job in Cedar Falls finden könnte, würde er ihn sofort annehmen. Aber außer Haare zu bearbeiten konnte er nichts.

„Fertig, Mr. Thomson.“ Kit reichte dem Mann einen Spiegel, damit er seinen Hinterkopf darin betrachten konnte.

Der alte Mann lächelte. „Perfekt wie immer, Kit.“

Als Mr. Thomson aufstand, reichte er Kit einen Vierteldollar. „Wir sehen uns nächsten Monat.“

„Mr. Thomson, Sie sehen wie immer richtig gut aus“, schwärmte seine Tante.

Kit verdrehte die Augen über den Versuch seiner Tante, dem Mann zu schmeicheln. Er blendete sie aus und starrte auf den Vierteldollar, den Mr. Thomson ihm gegeben hatte. Das war sein Trinkgeld. Er schüttelte den Kopf und legte das Geld in eine Schublade an seinem Arbeitsplatz. Er musste sich wirklich einen neuen Job suchen.

Der Stress, bei seinen Eltern zu wohnen und gleichzeitig für seine Tante in einem Sackgassenjob zu arbeiten, brachte ihn langsam wirklich an seine Grenzen. Wem wollte er etwas vormachen? Er hatte seine Grenzen bereits erreicht.

Er schob sich die Gabel in den Mund und stöhnte genüsslich auf. Seiner Meinung nach gab es nichts Besseres als Essen, besonders die süßen, klebrigen Backwaren von Süße Schnecken. Er steckte die Gabel wieder in den Mund und nahm noch mehr von dem mit Zuckerguss überzogenen Leckerbissen.

Seine Augen schlossen sich, als die Euphorie, die ihm die Leckerei bescherte, seinen Körper durchflutete. Kit hielt inne. Als er die Augen öffnete, starrte er entsetzt auf die Gabel und das halb aufgegessene, kalorienhaltige Gebäck. Er konnte sich nicht einmal daran erinnern, dass er in den hinteren Bereich gekommen war. Das Letzte, woran er sich erinnerte, war, dass er den Vierteldollar in seine Schublade gesteckt hatte.

„Wirklich, Kit? Findest du, dass du das essen solltest?“, schimpfte seine Tante Trudy, während sie zum kleinen Kühlschrank ging und einen ihrer Proteinshakes herausholte. „Du solltest wirklich lernen, dich besser zu kontrollieren.“ Ihr Blick wanderte zu seiner Taille. „Wenn du weiter so isst, wirst du nie abnehmen.“

Kit konnte es nicht lassen. Er nahm einen weiteren Bissen, während er ihr zusah, wie sie wieder nach vorne ging. Er konnte entweder die Zimtschnecke essen oder seine Tante erwürgen. Warum sie das Bedürfnis hatte, ihm bei jeder Gelegenheit Essen unter die Nase zu halten, würde er wohl nie verstehen.

An diesem Tag waren sie nur zu zweit in ihrem kleinen Garagenfriseursalon. In Cedar Falls war der Montag traditionell ein freier Tag für die meisten Geschäfte. Aber nicht für Kit. Da viele Männer in der Stadt montags frei hatten, war dies der einzige Tag, an dem sie bereit waren, zum Haareschneiden zu kommen, also zwang seine Tante ihn zu arbeiten, während sie die Kasse führte.

Seine Tante erzählte ihm bei jeder Gelegenheit, dass sie eine sehr strenge Diät einhielt, von der sie nie abwich, was bedeutete, dass sie die Zimtschnecken nur mitbrachte, um ihn zu quälen. Er musste einen anderen Job finden, bei dem er sich nicht wie der größte Verlierer der Welt fühlte.

Er nahm einen weiteren Bissen und versuchte, die Tränen zu unterdrücken, die wieder zu fließen drohten. Das Essen half ihm, und das war sein größtes Problem. Egal, wie er sich fühlte – ob gut, schlecht oder gelangweilt – er griff zum Essen. Er war dabei nicht wählerisch, obwohl er Süßigkeiten am liebsten mochte.

Viel zu schnell hatte er die ganze Zimtrolle und die Hälfte der zweiten verschlungen, aber wenigstens war ihm nicht mehr zum Weinen zumute. Doch nun kamen die Schuldgefühle ins Spiel. Er hatte sich so sehr bemüht, abzunehmen, aber was passierte beim ersten Anzeichen von Stress?

Wie sollte er es jemals zu etwas bringen, wenn er nicht einmal sein Essverhalten kontrollieren konnte? Niedergeschlagen ging er zurück in den Hauptbereich des Salons, um seinen nächsten Kunden zu begrüßen. „Hallo, Mr. Anders. Wie geht es Ihnen heute?“

Das war sein Leben, ein nicht enden wollender Strom von einfachen Männerschnitten im Friseursalon seiner Tante. Es war nicht einmal ein richtiger Salon. Sein Onkel hatte die Garage zwanzig Jahre zuvor umgebaut und seitdem war der Laden nicht mehr renoviert worden.

Kit hatte geschauderte, als er zum ersten Mal einen Fuß in den Laden setzte, nachdem er mit eingezogenem Schwanz aus Atlanta zurückgekommen war. Er hatte gebetet, dass er nicht lange in diesem deprimierenden Salon arbeiten müsste. Das war vor drei Jahren gewesen. Hätte seine Tante ihn nicht dazu verdonnert, nur Männern die Haare zu schneiden, hätte Kit das Gefühl, gefangen zu sein, vielleicht überwinden können, aber sie behauptete, Frauen wollten nicht, dass Männer ihre Haare anfassten.

Er hatte versucht zu erklären, dass er in Atlanta schon vielen Frauen die Haare gestylt hatte, aber sie weigerte sich, ihm eine Chance zu geben, sich zu beweisen. Ohne die zusätzlichen Einnahmen durch Strähnchen, Dauerwellen, Hochsteckfrisuren und Föhnen würde er nie genug verdienen, um aus dem Haus seiner Eltern ausziehen zu können.

„Es tut mir leid, Mary, aber Maribelle wird nicht arbeiten können, bis ihr Bein verheilt ist. Luanne hat morgen um zwei eine Kundin und ich habe noch einen Termin, den ich nicht verschieben kann.“ Seine Tante hatte alle Kundinnen von Maribelle angerufen, um ihnen mitzuteilen, dass sie oder ihre andere Friseurin Luanne sie nicht zu ihren Terminen empfangen konnten.

Mit jedem Anruf wurde Tante Trudy aufgebrachter, da sie die Kundinnen zu immer später werdenden Zeiten einteilen musste. Seine Tante war nicht begeistert davon, länger als bis drei Uhr nachmittags zu arbeiten, doch inzwischen hatte sie fast jeden Tag Termine bis sechs Uhr ausgemacht.

Kit wollte unbedingt mit ihr darüber reden, dass er einige dieser Termine übernehmen konnte, aber er wusste, dass das reine Zeitverschwendung war. Sie würde niemals zustimmen. Als er die Schere weglegte und den elektrischen Haartrimmer in die Hand nahm, huschte Kits Blick zum hinteren Bereich, wo die andere Hälfte der Zimtschnecke nach ihm rief.

Er schaltete den Haartrimmer ein. Als er Mr. Anders’ Nacken rasierte, schimpfte er innerlich mit sich selbst, weil er so schwach war. Er hatte zwar ein paar Kilos abgenommen, aber er hatte noch einen weiten Weg vor sich, um alles wieder loszuwerden, und Zimtrollen zu essen war nicht gerade hilfreich.

„Nein, Kit macht keine Damenhaarschnitte.“ Tante Trudy warf ihm einen bösen Blick zu, während sie sich mit Mary Fuller stritt. „Natürlich will ich nicht, dass du dir einen anderen Salon suchen musst, Mary, aber ich kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn Kit deine Haare macht.“

Eine weitere Pause seitens seiner Tante.

Kit wischte die Haare von Mr. Anders’ Nacken und versuchte, sich keine Hoffnungen zu machen. Er reichte dem Mann einen Spiegel und wartete, während Mr. Anders seinen Hinterkopf begutachtete. „Danke, Kit. Du weißt wirklich, was du tust.“

„Ja, bei den Männern macht er einen guten Job, aber Damenhaarschnitte sind viel komplizierter.“

Kit nahm den Dollar, den Mr. Anders ihm gab. Wenigstens war es kein Vierteldollar. „Wir sehen uns in einem Monat, Kit“, sagte der Mann, als er zur Kasse ging, damit er bei Kits Tante bezahlen konnte.

„Gut, Mary. Wenn du dir sicher bist. Aber denk dran, ich bin nicht dafür verantwortlich, was passiert.“ Tante Trudy legte mit einem Seufzer auf. Aber ihr künstliches Lächeln war sofort wieder da, als sie Mr. Anders dort stehen sah. „Na, Sie sehen aber schick aus.“ Sie kicherte ein wenig. „Ich schwöre, wenn ich nicht verheiratet wäre, Mr. Anders ...“ Sie ließ den Satz ausklingen.

Kit wollte nur, dass der Mann ging, damit er hören konnte, was mit Mary Fuller passiert war. Bitte lass mich diese Chance bekommen. Es war ein Fehler, sich Hoffnungen zu machen, aber Kit konnte nicht anders. Dies war seine einzige Gelegenheit, seiner Tante zu beweisen, dass er Frauen die Haare schneiden konnte.

Als die Tür hinter Mr. Anders zufiel, drehte sich seine Tante um und funkelte Kit an. „Anscheinend kann Mary Fuller ihren Termin nicht verschieben. Also erlaubt sie dir gnädigerweise, ihr die Haare zu schneiden.“

Kits Herz schlug schneller. Er würde tatsächlich eine Chance bekommen.

Tante Trudy stieß ihm mit dem Finger gegen die Brust. „Vermassle das ja nicht. Mary ist die größte Tratschtante in Cedar Falls. Sie könnte mich in den Ruin treiben.“

Kit schluckte den Kloß, der sich in seiner Kehle gebildet hatte, hinunter. „Das werde ich nicht, Tante Trudy.“ Er gab zu, dass er nervös war, aber wenn es eine Sache gab, die Kit beherrschte, dann war es Haare schneiden.

Kapitel 2

Die Klingel über der Tür ertönte, als Angelo Brunetti das Süße Schnecken betrat. Er atmete tief ein und nahm die herrlichen Düfte, die ihn umgaben, in vollen Zügen in sich auf. Er hatte seine Männer beim Rathausprojekt ganz schön unter Druck gesetzt, also wollte er ihnen etwas mitbringen, um ihnen seine Dankbarkeit zu zeigen. Nichts zeigte das mehr als der Kauf von mehreren Dutzend Teilchen bei Süße Schnecken zusammen mit einigen Bechern Kaffee.

Sogar Angelo, der Süßigkeiten eigentlich eher mied, liebte alles, was Zane, der Besitzer von Süße Schnecken, zubereitete. Er gönnte sich die kalorienreichen Leckereien nur selten. Stattdessen kam er meist nur für eine Tasse flüssiges Gold vorbei. Bei Süße Schnecken gab es zweifellos den besten Kaffee, den Angelo je getrunken hatte.

Die dunkle Flüssigkeit, die in der Bäckerei serviert wurde, war wie Ambrosia der Götter, und es lohnte sich, jeden Tag Geld für eine Tasse auszugeben – oder drei. An den meisten Tagen konnte er sich mit einer Tasse begnügen, aber es gab Tage, besonders in letzter Zeit, an denen er mehr als nur eine brauchte.

„Hallo, Angelo. Ich habe deine Bestellung schon fertig.“ Meghan war Zanes rechte Hand und kümmerte sich um den vorderen Teil des Ladens, während er sich auf das Backen konzentrierte. Angelos Mutter hatte versucht, sie zu verkuppeln, aber so süß Meghan auch war, Angelo fühlte sich einfach nicht zu ihr hingezogen.

„Hi, Meghan. Danke, dass du das so schnell fertig gemacht hast.“ Er hatte die Bestellung erst vor einer Stunde aufgegeben. Es war eine spontane Entscheidung gewesen, als Bürgermeister Donald Murphy angerufen und weitere Änderungen verlangt hatte. Das bedeutete, dass sie so ziemlich alles, was er und seine Männer in der Woche zuvor fertiggestellt hatten, wieder abreißen mussten, was die meisten der Männer verärgern würde.

Als Bauarbeiter wurden sie stundenweise bezahlt, was für sie im Prinzip nur mehr Geld bedeuten würde, aber Cedar Falls war eine kleine, eng verbundene Gemeinde, und seine Angestellten behandelten Angelos Firma, Brunetti Construction, wie ihre eigene. Die unvernünftigen Änderungen und Forderungen des Bürgermeisters, den Zeitplan einzuhalten, führten dazu, dass seine Mitarbeiter zeitweise von anderen Projekten abgezogen werden mussten, um beim Wiederaufbau des Rathauses zu helfen.

Auch wenn er den Bürgermeister hasste, hatte dieser immer noch das Sagen bei der Vergabe von Baugenehmigungen in Cedar Falls, und Angelo konnte es sich nicht leisten, den Mann zu verärgern, indem er nicht tat, was er verlangte. Seine Männer verstanden das, aber keiner von ihnen – nicht einmal Angelo – war glücklich darüber.

Nachdem er den Anruf des Bürgermeisters erhalten hatte, hatte Angelo sofort bei Süße Schnecken angerufen, in der Hoffnung, alle aufzumuntern, bevor er ihnen die schlechte Nachricht überbrachte. Natürlich würden seine Leute sofort wissen, dass etwas nicht stimmte, sobald sie ihn mit den Schachteln von der Bäckerei sahen. Er hatte sie in letzter Zeit des Öfteren auf diese Weise bestochen.

Meghan schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. „Das war kein Problem. Zane hat es heute Morgen sowieso ein bisschen zu gut gemeint.“

Er schmunzelte über ihre Ausrede. Er war sich sicher, dass sie übertrieben hatte, aber so war das bei Süße Schnecken: Egal, wie unmöglich die Bestellung war, sie gaben ihren Kunden das Gefühl, dass es keine Zumutung war.

„Brauchst du Hilfe, um es zu deinem Auto zu tragen?“ Meghan wartete nicht auf eine Antwort. Sie hob die Schachteln mit den Backwaren auf und überließ es ihm, die zahlreichen Becher mit Kaffee zu nehmen.

Er folgte ihr nach draußen und versuchte, ihre Kurven attraktiv zu finden. Er tat es einfach nicht. Es war wirklich eine Schande. Meghan war ein süßes Mädchen, auch wenn er nicht sicher war, ob sie sich für Männer interessierte, genauso wenig wie er sich für Frauen interessierte.

Angelo war ein verkappter Schwuler, zu ängstlich, um jemandem seine sexuelle Orientierung zu verraten. Er war auf dem Bau aufgewachsen und arbeitete für die Firma seines Vaters, seit er stark genug war, einen Hammer zu halten. Als er zwölf Jahre alt war, hatte er bereits so gut wie alles über das Bauen gewusst.

Die Witze und gehässigen Bemerkungen über schwule Männer hatten dazu geführt, dass er sich nicht einmal vor seinen Eltern outen wollte. Jetzt, da sich immer mehr Männer in der Stadt als schwul outeten, fragte sich Angelo, ob seine Leute sich mit seiner sexuellen Orientierung abfinden würden. Sicher, sie machten immer noch ein paar Witze, aber sie scherzten über alles und jeden. Nichts war vor ihnen sicher.

„So, fertig“, sagte Meghan, als er von seinem Truck wegtrat. „Wir sehen uns morgen.“

Er winkte ihr zu, als er hinter das Lenkrad kletterte. Während er die Main Street entlangfuhr, lächelte er über die vielen neuen Geschäfte, die kürzlich eröffnet hatten. Es war schön zu sehen, dass sich in Cedar Falls neue Geschäfte ansiedelten. Jahrelang war die Stadt langsam am Aussterben gewesen, aber jetzt sah es so aus, als würde sich das alles ändern.

Er bog in die Baustelle ein, und sein Truck holperte über die Spurrillen im Boden. Er hielt neben dem Bauwagen an, in dem sein Büro untergebracht war. Der Wagen sah schon ein bisschen mitgenommen aus, aber er war nicht bereit, das Geld für einen neuen auszugeben. Mit etwas Glück sollte er noch zwei oder drei Jahre halten.

In dem Moment, als er eine Schachtel mit dem Gebäck herausnahm, stöhnten die Männer in der Nähe auf. „Scheiße, was will Seine Majestät denn jetzt wieder?“

So hatten die Männer angefangen, den Bürgermeister zu nennen. Es passte, aber Angelo tat sein Bestes, um sie davon abzuhalten, die Formulierung zu benutzen, falls Bürgermeister Murphy vorbeikommen sollte. „Jake, ich habe dir doch gesagt, dass du den Mann nicht so nennen sollst.“

Jake stand mit hochgezogener Augenbraue da und wartete darauf, dass Angelo seine Frage beantwortete. Sie waren die besten Freunde, seit sie in den Windeln gelegen hatten. Angelo hatte als Kind zwar die ganze Zeit für seinen Vater gearbeitet, aber Jake war immer an seiner Seite gewesen.

„Er möchte, dass sein Büro um weitere sechs Meter verlängert wird, mit einer geschlossenen Sitzecke, wenn möglich einem Bett und einem kompletten Badezimmer mit einer begehbaren Dusche und einer separaten Wanne“, murmelte Angelo und hoffte, dass Jake den letzten Teil nicht gehört hatte.

Jeder in der Stadt wusste, dass der Bürgermeister eine Affäre mit Betty Sue Huntley hatte, der Besitzerin des Kaffeesalons, in dem es den schlechtesten Kaffee aller Zeiten gab. Angelo war sich ziemlich sicher, dass es niemanden, nicht einmal die Frau des Bürgermeisters, interessierte, was Donald und Betty Sue taten, aber das würde sich ändern, sobald die Leute erfuhren, dass die Stadt für eine Liebessuite im Büro des Bürgermeisters im Rathaus bezahlte.

„Er will was?“ Brent Samuels, ein weiterer Sandkastenfreund von Angelo, kam zufällig vorbei, als Angelo gerade sprach. Seine beiden Freunde waren umwerfend. Klassische amerikanische Südstaatenjungs. Jake hatte blondes Haar, Brent dunkelbraunes, aber beide hatten den Ach, sorry, Ma’am-Blick drauf.

In der Schule hatten die Mädchen die beiden angehimmelt. Nicht, dass Angelos unverkennbar italienisches Aussehen ihm keine Aufmerksamkeit verschafft hätte. Der Unterschied war nur, dass Angelo nicht wollte, dass die Mädchen ihn bemerkten. Nein, was Angelo sich eigentlich wünschte, war ein süßer Kerl, der sein Bett wärmte.

Mit seinem kantigen Kiefer, den dunkelgrünen Augen und den rauen Gesichtszügen hatte Angelo keine Probleme, Männer zu finden, mit denen er Zeit verbringen konnte, wenn er nach Atlanta fuhr, um etwas Dampf abzulassen. Er wünschte sich nur, er hätte den Mut, sich endlich zu outen und hier in Cedar Falls so zu leben, wie er es wollte.

Wenn es jemanden gab, dem er sagen konnte, dass er schwul war, dann waren es Jake und Brent. Die beiden waren seine Freunde, die durch dick und dünn mit ihm gegangen waren. Sie schienen keine Probleme mit den anderen schwulen Paaren in der Stadt zu haben, also war er sicher, dass sie auch ihn akzeptieren würden.

Aber jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt. Im Moment mussten sie ein Büro abreißen und neu aufbauen. „Du hast mich richtig verstanden. Wir müssen das Büro, das wir letzte Woche gebaut haben, abreißen und den ganzen Bereich neu aufbauen.“

Das würde ein hartes Stück Arbeit mit sich bringen. Der gesamte Trockenbau musste erneuert werden, aber das Schlimmste waren die Sanitäranlagen. Neue Löcher mussten in den Beton gebohrt und die alten aufgefüllt werden.

Brent schüttelte nur den Kopf. „Ich weiß nicht, warum ich überrascht bin, dass die Stadt für einen Platz bezahlen muss, an dem er seine Geliebte in Ruhe vögeln kann.“

Jake schnaubte, als er begann, die neuen Pläne zu entwerfen. „Ja, ich würde nicht wollen, dass Seine Majestät ein Motelzimmer oder so etwas Geschmackloses nehmen muss, um andere Frauen zu ficken.“

Angelo hasste es genauso wie seine Freunde, aber er hatte ein Unternehmen zu führen, und das Letzte, was er brauchte, war, dass die anderen Arbeiter mitbekamen, wie aufgebracht sie drei waren. „Okay, Jungs. Ich hab’s kapiert. Aber es gibt noch eine Menge zu tun, und wenn wir diesen Job schnell hinter uns bringen wollen, müssen wir uns an die Arbeit machen.“

Die beiden Männer verdrehten die Augen. Brent stürmte los, um den Männern den Befehl zu geben, das bestehende Gerüst abzureißen, während Jake die Pläne fertigstellte. „Du weißt, dass wir in deiner Nähe zwar lästern, aber wir wissen, wie man sich gegenüber dem Rest der Crew professionell verhält.“

Jetzt war es Angelo, der die Augen verdrehte. „Seit wann?“

Jake brach in Gelächter aus. „Okay, du hast mich durchschaut. Also, was hast du mitgebracht, um uns einfache Arbeiter zu besänftigen?“

Angelo reichte die Backwaren weiter und schnappte sich einen der Kürbismuffins. Er war zwar bereit, sich ab und zu eine Leckerei zu gönnen, aber er wollte trotzdem versuchen, es einigermaßen gesund zu halten. Als er einen Bissen nahm, stöhnte er laut auf. Er konnte sich nicht zurückhalten, denn der süße und gleichzeitig herzhafte Geschmack des Kürbisses war perfekt. Wenn er nach Hause kam, musste er unbedingt eine Runde laufen, um die zusätzlichen Kalorien zu verbrennen.

Er ging in sein Büro, um sich seine Arbeitskleidung anzuziehen. Bei all der zusätzlichen Arbeit würde er mit seinen Leuten rausgehen und ein wenig mit anpacken müssen. Wenn er sich genug anstrengte, musste er vielleicht später nicht mehr laufen gehen.

Kapitel 3

Das war’s. Wenn Kit bei Mary Fullers Haaren gute Arbeit leistete, musste seine Tante akzeptieren, dass er sowohl bei Frauen als auch bei Männern Haare machen konnte.

---ENDE DER LESEPROBE---