High Heels in Venedig - Sarina Sahne - E-Book

High Heels in Venedig E-Book

Sarina Sahne

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Beschreibung

Als sich Helena vom italienischen Oberkellner Marcello dazu überreden lässt, ihn in seine Wohnung zu begleiten, ahnt sie noch nicht, was sie dort erwartet: Eine riesige Sammlung edelster High Heels. Fasziniert von der Schönheit des sündhaft teuren Fesselgeschmeides, probiert sie unter den bewundernden Blicken Marcellos ein Paar nach dem anderen an.....

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Seitenzahl: 55

Veröffentlichungsjahr: 2012

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High Heels in Venedig

eine erotische Erzählung von

Sarina Sahne

___________________________________________

1. Auflage Mai 2012, ungekürzte Originalausgabe,eISBN:978-3-942546-18-8

© 2012 by Augenscheinverlag Berlin - All rights reserved, www.augenscheinverlag.de

Cover-Design: Marion Terasa, http://terasa-design.de

Cover-Foto: Markus M. Mey, www.markus-m-mey.com

Lektorat / E-Book-Version: www.wortcheck.de

Inhaltsverzeichnis

High Heels in Venedig

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High Heels in Venedig

Regungslos blickte ich durch das Fenster auf den Tiergarten. Im Schlafzimmer hörte ich Jürgen, wie er mit dem Koffer an die Schränke schlug. »Scheiße!«, entfuhr es ihm. Dann stand er im Flur. Ohne mich umzudrehen, konnte ich fast spüren, wie er unsicher dort stand und darauf wartete, dass ich mich umdrehte. »Ich geh` dann jetzt.«, sagte er. Ich rührte mich nicht. »Wir sehen uns dann.« Keine Reaktion. »Helena….«, setzte er an. »Verpiss` dich!«, zischte ich leise und bedrohlich. Ich hörte noch, wie die Schlüssel auf dem Bord klirrten und die Tür ins Schloss fiel. Dann war es ruhig. Ich starrte weiter aus dem Fenster.

Mein Handy klingelte. »Hallo.«, meldete ich mich. »Ist er schon weg?« Es war Ute, meine Freundin. »Ja, gerade gegangen.« Meine Stimme klang wie ein rostiges Eisen. »Ach, du arme. Ich bin in 10 Minuten bei dir. Hab auch einen Seelentröster eingepackt.« Ehe ich etwas antworten konnte, hatte sie aufgelegt. Zurück blieb die Stille. Kurze Zeit später ging die Türglocke. Ich öffnete und ging, ohne abzuwarten, wer es war. Vorsichtig blickte Ute um die Ecke. 

Als sie mich steif und elend auf dem Sofa sitzen sah, kam sie mit ausgestreckten Armen zu mir rüber und nahm mich fest in den Arm. Zuerst sträubte ich mich, aber es tat so gut, von jemandem in den Arm genommen zu werden. Ich ließ mich einfach fallen und konnte endlich weinen. Wie ein kleines Kind schmiegte ich mich an sie und heulte, wie ein Schlosshund.

Irgendwann, als ich mich ein wenig beruhigt hatte, nahm Ute ihren Arm zurück und griff nach ihrer Handtasche. »Ich sagte doch, dass ich einen Seelentröster mitgebracht habe.« Mit einem spitzbübischen Lächeln zog sie einen Briefumschlag hervor und präsentierte ihn mir. »Was du jetzt brauchst ist Ruhe, Aufmerksamkeit und das Gefühl, eine Frau zu sein.« Verstört öffnete ich den Umschlag. Zwei Flugtickets nach Venedig kamen zum Vorschein. Abflug morgen, 8:00 Uhr, Berlin Tegel. Ich schaute sie an. »Meinst du wirklich?«»Ja, das meine ich. Ein bisschen Dolce Vita kann Wunder vollbringen. Schließlich beginnt ein neuer Lebensabschnitt für dich.«»Ich weiß nicht.«»Das ist eine völlig normale Reaktion.«, diagnostizierte meine Freundin fachkundig. »Du warst 20 Jahre mit dem Typen zusammen. Ihr wart ja fast wie Zwillinge.«

»Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, seine Praktikantin zu vögeln.«»Nur die Ruhe, der kriegt die Quittung dafür. Du musst erst mal wieder zu dir selbst finden, und was ist da hilfreicher, als ein knackiger Italiener?« Ich überlegte kurz, dann beschloss ich: »Ich hab keine Lust.«

»Die kommt schon noch.«»Ich hab keine Zeit.«»Sag bloß, du hattest vor, morgen weiter zu machen, als sei nichts geschehen? Wo willst du denn hin? Etwa in eure Anwaltskanzlei und dich als das neueste Modell einer verlassenen und gehörnten Ehefrau präsentieren? Erzähl` mir nichts. DAS ist genau das Richtige!« Ute ließ keine Ausrede gelten. »Wir haben ein Zimmer in einem First-Class-Wellness-alles-inklusive-Hotel. Es ist traumhaft dort und du kommst wieder auf die Beine. Komm schon, eine Woche.«»In Ordnung.«, gab ich mich geschlagen.

Mit einer Flasche Prosecco bewaffnet, gingen wir ins Schlafzimmer und packten den Koffer. Und wie sich das gehört, dauerte das fast die ganze Nacht. Immer wieder probierte ich Kleider, Röcke, Tops und Schuhe aus, verwarf alles wieder, um dann frustriert inmitten eines Kleiderbergs zu stehen und zu rufen: »Ich habe nichts anzuziehen!«

»Weißt du, was wir machen?« Neugierig schaute ich Ute an. »Wir packen nur das Nötigste ein und gehen in Italien schön shoppen.« Ich warf einen Blick auf den Kleiderberg um mich herum. »Ich glaube, das ist die beste Idee.«, stimmte ich zu. 

In den letzten Jahren hatte ich nicht sehr großen Wert darauf gelegt, Klamotten für ein Privatleben zu kaufen. Die Kanzlei, die Jürgen und ich zusammen aufgebaut hatten, brauchte eh unsere ganze Aufmerksamkeit. Da war es wichtiger, das richtige Business-Outfit zu haben, als schicke Kleider und High-Heels. Dabei sieht man mir meine 40 Jahre nicht an. Meine Figur halte ich mit einem täglichen Fitnessprogramm und Trennkost. Jürgen meinte immer, meine langen, roten Locken und der helle Teint würden nur verraten, dass ich eine Reinkarnation der Helena aus Homers Erzählung Ilias sei. Er sagte immer: »Für dich hätte ich auch Troja angegriffen. Du bist jedes Opfer wert.« Ich frage mich, was er dachte, als er seine Praktikantin auf meinem Schreibtisch gevögelt hat. ´Egal, Helena. Jetzt beginnt ein neues Leben!`, rief ich mich selber zur Ordnung.

Gut angeschickert und mit einem kleinen Köfferchen beladen, verließen Ute und ich die Wohnung. Sie hatte ihren Koffer bereits im Auto und so konnten wir sofort in Richtung Flughafen aufbrechen. Für Schlaf war es sowieso zu spät.

***

In Venedig wartete bereits ein Südländer mit dunkler Sonnenbrille und Goldkettchen um das Handgelenk, der in einem superschicken, grauen Boss-Anzug steckte und ein Schild mit unserem Namen in die Höhe hielt. Galant erleichterte er uns um unser Gepäck und führte uns zu einer wartenden Limousine. Wir fuhren eine knappe Stunde durch wunderschöne Alleen mit Weinbergen in einer sanften Hügellandschaft, bis wir in eine parkähnliche Auffahrt zu einem Hotel einbogen. Wir waren am Ziel.

Das Hotel war herrlich und im großen Garten wartete ein wunderschöner Swimmingpool mit einer Bar auf uns. Ich merkte, wie ich mich innerlich mehr und mehr entspannte.

Nach einem faulen Nachmittag am Pool, ca. 5 Campari Orange und einer langen Massage, machten wir uns für das Abendessen fertig. ´Um Abendkleidung wird gebeten!`, stand auf dem Schild vor dem Restaurant. Ich bediente mich aus Utes Fundus, da wir für mich nur das Nötigste gepackt hatten.

Das Schöne an einer Freundin ist, neben allen anderen Vorteilen, dass man immer etwas findet, was man sich ausleihen kann.

Im Restaurant begrüßte uns der Oberkellner in einem perfekten Deutsch: »Willkommen,   meine Damen. Darf ich Sie an Ihren Tisch begleiten?« Er ging voraus und wies uns einen Tisch zu. Mit einem Fingerschnips diktierte er einen Kellner herbei und rezitierte das heutige Abendmenü: »Das ist Franko, Ihr persönlicher Kellner.«, stellte er den jungen, schlanken Mann vor. »Er kümmert sich um Ihr Wohl. Sollten Sie etwas vermissen, können Sie aber jederzeit nach mir rufen. Ich eile im selben Moment.«