Hilfe, wir sparen uns arm! - Sandro Fetscher - E-Book

Hilfe, wir sparen uns arm! E-Book

Sandro Fetscher

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Beschreibung

Deutschlands erste Comic-Finanzgeschichte Die Zinsen sind so gut wie abgeschafft, und das Thema Altersarmut ist in aller Munde. Trotzdem horten die Sparer in Deutschland über 4.200 Milliarden Euro auf fast zinslosen Sparbüchern und Girokonten sowie in Lebens- und Rentenversicherungen. Dieses Buch packt das oft verdrängte und lästig empfundene Thema Geldanlage an, indem es das notwendige Finanzwissen mit der unterhaltsamen Geschichte einer vierköpfigen Familie verbindet. Nachdem die Eltern eines Tages erkennen, dass nicht nur Oma mit ihrer Mini-Rente nicht über die Runden kommt, sondern auch sie selbst in 24 Jahren die Altersarmut mit voller Härte treffen wird, verfallen sie resigniert in eine Schockstarre. Daraufhin begeben sich ihre Söhne auf eine abenteuerliche Reise in die Welt der Finanzen. Ihre Mission lautet: Wie werden aus Mama und Papa ausgeschlafene Geldanleger? Unterhaltsame Dialoge, nachvollziehbare Beispiele und clevere Illustrationen helfen dabei, die Themen Wirtschaft und Geldanlage spielend zu begreifen.

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Seitenzahl: 268

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Sandro Fetscher

HILFE WIR SPARENUNS ARM!

Eine Geschichte überclevere Geldanlage

FBV

Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen

[email protected]

2., aktualisierte Auflage 2019

© 2019 by FinanzBuch Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Die im Buch veröffentlichten Ratschläge wurden von Verfasser und Verlag sorgfältig erarbeitet und geprüft. Eine Garantie kann jedoch nicht übernommen werden. Ebenso ist die Haftung des Verfassers beziehungsweise des Verlages und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ausgeschlossen.

Redaktion: Judith Engst

Korrektorat: Manuela Kahle

Umschlaggestaltung und Umschlagabbildung: Stefan Häußler, unter Verwendung von Motiven von istock.com/basketman23

Illustrationen im Innenteil: Stefan Häußler, unter Verwendung von Motiven von istock.com/basketman23, Abbildung Seite 94/95: Die Rechte der abgebildeten Marken-Logos liegen beim jeweiligen

Unternehmen selbst, Abbildung Seite 204/205: © Oxfam

Satz: Carsten Klein, Torgau

Druck: Florjancic Tisk d.o.o., Slowenien

ISBN Print 978-3-95972-184-4

ISBN E-Book (PDF) 978-3-96092-336-7

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96092-337-4

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.finanzbuchverlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de

Inhalt

VORWORT

Warum wird dich dieses Buch bereichern?

Danke!

KAPITEL 1

Das böse Erwachen

Der stürmische Besuch von Oma Frieda

Fred auf der Suche nach seinen Zahlen

Die Stimmung kippt

KAPITEL 2

Die Mission beginnt

Das Internet – Fluch und Segen

Leo Lebemann – oder wie man´s nicht macht

Zu Besuch bei Nachbar Reiner Redlich

Die schockierenden Fakten des Reporters Rudi Rastlos

In der Villa von Felix von Freudenreich

KAPITEL 3

Der geheimnisvolle Fremde

Das Haus am See

Die entscheidende Wette – Berti geht aufs Ganze

Das Blatt wendet sich zum Guten

KAPITEL 4

Ein Tag mit Professor Money

Der geprellte und resignierte Anleger von heute

Wie Reiche und wie Arme denken

Der Gewohnheitssparer – ein ewiger Verlierer

Der Investor – mit Strategie zum Sieg

Gier frisst Hirn – eine Anomalie der Geschichte

Garantie als Pseudo-Sicherheit – die größte (Ent-)Täuschung der Sparer

Die historische Wahrheit

Vermögensaufbau ohne Baldrian-Tropfen

Das Finger-Weg-Programm für private Anleger

Die kapitalvernichtende Lebensversicherung

Bausparen – ein Tal der Tränen

Wo sind nur meine Zinsen hin?

Status quo – Wo stehst du wirklich?

Mit Strategie und Köpfchen zu 500.000 Euro

Die Qual der Wahl bei der Geldanlage

Von Generationen für Generationen

KAPITEL 5

Kostbarer Wissensschatz im Gepäck

Dicke Luft – scheitert die Mission?

Ein Wiedersehen mit dem Professor

Der Lohn von Mündigkeit, Mut und Handlung

Wie setze ich das erlangte Wissen in die Tat um?

In wenigen Schritten zum ausgeschlafenen Geldanleger

NACHWORT

Aufbruch in eine neue Welt voller Chancen

Quellen- und Abbildungsverzeichnis

Über den Autor

VORWORT

Warum wird dich dieses Buch bereichern?

Dieses Buch ist keines der üblichen, meist schwer lesbaren Sachbücher über Geld, die du vielleicht schon oft in der Hand hattest. Es geht mir nicht darum, einfach nur ein weiteres Finanzbuch zu veröffentlichen. Bücher dieser Art sind schon zu genüge auf dem Markt. Die große Anzahl an Finanzbüchern offenbart vielmehr die offensichtliche Unzufriedenheit der Sparer mit dem gegenwärtigen Zustand der Zinslosigkeit. Denn die Abschaffung des Zinses mündet beim Großteil der Sparer unausweichlich in eine Vermögensvernichtung auf Raten. An diesem Umstand erkenne ich den innigen Wunsch der Sparer nach Aufklärung und finanzieller Bildung. Die Bürger sind auf der Suche nach Antworten auf die immer noch vielen offenen Fragen zum Thema Wirtschaft und Geldanlage. Das ist nicht nur notwendig, sondern vor allem von weitreichender Bedeutung, vorausgesetzt, die eigene finanzielle Gesundheit liegt einem wirklich am Herzen.

In dieser Situation befand ich mich schon vor knapp zwei Jahrzehnten. Ich hörte mir im Alter von 22 Jahren einen Vortrag zum Thema Geld an, um Antworten zu finden. Der Inhalt hat mich zutiefst schockiert und gleichzeitig völlig begeistert. Das dort präsentierte Gedankenkonstrukt verwirrte mich und beschäftigte mich anschließend Tag und Nacht. Die erhaltenen Informationen waren für mich gänzlich neu und änderten meine Einstellung zum Thema Geld und Wirtschaft grundlegend. Im sechsten Semester meines Studiums der Betriebswirtschaft mit Fachrichtung Marketing und Banken war ich fest davon überzeugt, dass mir niemand etwas vormachen könnte und ich die Welt der Finanzen doch viel besser verstünde als Otto Normalverbraucher. Schnell durfte ich feststellen, dass ich nicht nur selbst zu dieser Sorte Mensch gehörte, sondern zudem noch über sehr viel weniger Lebenserfahrung verfügte als die allermeisten anderen Menschen hierzulande. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich außer der Schule, der zehnmonatigen Wehrpflicht und meinem halbfertigen Studium nicht viel zu bieten. Ich war also noch nicht einmal ein fleißiger Sparer, der in Lohn und Brot stand, seine Familie versorgte und regelmäßig Geld zur Seite legte. Das tat bis zum Ende des Studiums meine Mutter für mich. Nach bestem Wissen und Gewissen hatte sie zusammen mit meinem Vater einige Tausend Euro für mich auf einem Sparbuch angelegt. Des Weiteren besaß ich schon in jungen Jahren einen Bausparvertrag, in der Annahme meiner lieben Eltern, ich würde bestimmt einmal bei ihnen um die Ecke ein Haus bauen. Einige Tage nach der Veranstaltung löste ich meine veralteten und wenig rentablen Sparformen auf und wandelte sie mithilfe eines Profis in ein modernes, sicheres und ertragreiches Vermögenskonzept um – falls man mit meinen wenigen Tausend Euro überhaupt von einem Vermögenskonzept sprechen konnte. Nach einigen Unterhaltungen und einem weiterführenden Gespräch mit einem Finanzvertrieb war mir klar, dass ich in dieser Branche meine berufliche Heimat finden würde.

In der Zwischenzeit wuchs tief in meinem Herzen der Wunsch: Das muss jeder wissen! Warum? Mir gefiel der Gedanke, dass sich wirklich jeder durch mehr Wissen in die Lage versetzen konnte, mehr aus seinem Geld zu machen. Ich war der Meinung: Wenn alle Bürger das wüssten, was ich jetzt wusste, hätten sie bald ein moderneres Verständnis von Geld und würden ihr Geld auf die richtige Art und Weise anlegen. Dann könnten sie vielleicht ein wenig sorgloser in ihre finanzielle Zukunft schauen. Denn Geldsorgen und Existenzängste lähmen uns in unserem Handeln und zerstören Kreativität und Schaffenskraft. Die meisten von uns sind so tief in ihrem Alltag und im bekannten »Hamsterrad« gefangen, dass sie ihr einzigartiges Talent und Potenzial gar nicht mehr wahrnehmen und zur Geltung bringen können. Das leidige Thema Geldanlage endlich einmal vernünftig anzupacken und diese mentale Hürde zu überspringen, wäre ein Segen für die Gesellschaft. Es würde in jedem von uns neue Kräfte freisetzen. Zudem würde es jedem Einzelnen mehr Gelassenheit geben und der heimischen Wirtschaft einen Schub verleihen. Eine nicht unerhebliche Nebenwirkung wäre eine gerechtere Verteilung des Vermögens zwischen Arm und Reich.

Mit dieser Einstellung machte ich mich damals ans Werk, die »frohe Botschaft« zu verkünden. Wenn selbst ich, der damals Wirtschaft studierte, von alldem nichts gewusst hatte, wie musste es dann denen ergehen, die sich fast nie tiefer mit den entsprechenden Themen auseinandersetzen? Ich hielt es für dringend notwendig, dass sich alle Sparer in diesem Land die werthaltigen Informationen über Wirtschaft und Geldanlage besorgten. Welche Konsequenzen sie dann daraus ziehen würden, sollte ihnen selbst überlassen bleiben. Aus diesem Grund organisierte ich Vorträge, wie besessen von der Idee, die ganze Welt zum finanziellen Aufbruch zu bewegen. Ich stellte Dutzende von Personengruppen zusammen, die dasselbe taten. Anfänglich wurde ich dafür belächelt und musste mir Sätze anhören wie zum Beispiel: »Was willst du Grünschnabel mir schon zum Thema Finanzen erklären, was ich nicht schon weiß?!« Ich ließ mich aber nicht davon abbringen, da ich mir hundertprozentig sicher war: Entsprechende Wissenslöcher zu stopfen würde der sinnvollste und sicherste Weg für die von uns beratenen Menschen sein, sich ihren ersehnten Lebensstandard auch leisten zu können.

Nach wie vor bin ich davon beseelt, den Sparern in diesem Land zum finanziellen Aufbruch zu verhelfen. Denn Informationen schaden immer nur demjenigen, der sie nicht hat. Außerdem glaube ich fest daran, dass jeder Einzelne durch ein fundiertes finanzielles Wissen auch verstärkt darauf vertrauen kann, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wer sich mit gesundem Menschenverstand informiert, zum Beispiel mithilfe von Vorträgen, Seminaren, Webinaren oder Büchern, und wer zugleich auf sein Bauchgefühl hört, kann seine Lebensqualität signifikant steigern. Aus diesem Grund haben bis heute schon über 30.000 Teilnehmer meine Geldseminare besucht. Geld zu verdienen macht Spaß, aber Geld zu verdienen und dabei einen außergewöhnlichen Nutzen zum Wohle aller zu stiften, macht noch viel mehr Spaß.

Aus den unzähligen positiven Rückmeldungen meiner Teilnehmer und aus diversen Gesprächen entstand die Idee, das Wissen aus knapp zwei Jahrzehnten in einer einfachen, verständlichen und amüsanten Form in einem Buch zusammenzufassen. Du fragst dich vielleicht jetzt schon, warum du überhaupt zu diesem Buch gegriffen hast, einen Kauf und die spätere Lektüre in Erwägung ziehst. Zugegeben, die Zweifel sind berechtigt, denn Zeit ist Geld. Ich bin nach rund eintausend Seminaren, Vorträgen und Tausenden von Einzelgesprächen der festen Überzeugung, dass jeder das Recht auf eine gute finanzielle Bildung hat. Die Bürger sollten mündig genug sein, eigenständig wichtige finanzielle Entscheidungen zu treffen, ohne irgendeinem Berater vertrauen zu müssen. Denn als Sparer haben sie leider schon zu oft falschen »Beratern« vertraut und sind damit heftig auf die Nase gefallen. Tausende von Euros sind dabei in andere Hände gewandert. Dieses Buch soll dein Wegbereiter sein zu einem hinreichend guten Verständnis der Wirtschaft und Geldanlage. Zugleich erhebt es den Anspruch, ein praktischer Wegbegleiter zu sein, wenn es darum geht, das Gelernte in die Tat umzusetzen.

Unabhängig davon, welche Erfahrungen du bereits gemacht hast, lade ich dich herzlich dazu ein, die Vergangenheit ruhen zu lassen und eine neue Perspektive einzunehmen. Du wirst in diesem Buch das Thema Geld absolut praxisorientiert und auf das Nötigste beschränkt erklärt bekommen. Gleichgültig, wie viele Bücher zu diesem Thema schon geschrieben wurden oder noch geschrieben werden: Entscheidend ist, dass du gewillt bist, dir endlich genau die Informationen zu besorgen, die dir zustehen und sie dir so erklären zu lassen, dass du sie nachvollziehen kannst. Winke bitte nicht vorschnell ab mit Argumenten wie zum Beispiel, »Ich kenne doch schon alles«, »Ich vertraue niemandem«, »Ich habe für sowas keine Zeit« oder »Ich habe keine Lust auf das Thema Finanzen«. Wer immer nur das tut, was er bisher getan hat, wird auch immer nur das bekommen, was er bisher bekommen hat. Strebe in Sachen Wirtschaft und Geldanlage nach Mündigkeit und schaffe dir den Wohlstand, den du wahrlich verdient hast. Du kannst dabei nur gewinnen.

Dieses Taschenbuch wird dich finanziell auf ein höheres Level heben. Es richtet sich an alle, die ihre finanzielle Bildung als schlecht einstufen oder sich ungern mit dem Thema Geldanlage beschäftigen. Darüber hinaus profitieren auch Sparer mit ein wenig Finanzbildung vom Inhalt dieses Buches. Und alle, die denken, über Geldanlage gut informiert zu sein, dürfen ihr Wissen gerne durch diese Lektüre auf den Prüfstand stellen und ihre Kenntnisse in diesem Themenbereich vertiefen.

Der Lerninhalt in diesem Buch ist in eine leicht lesbare und amüsante Geschichte mit vielen Bildern eingebettet. Sie handelt von Fred und Susi, einem sympathischen Ehepaar, das durch einen Besuch von Oma Frieda wachgerüttelt wird. Die bislang recht zufrieden lebenden Ehepartner und Eltern zweier Kinder müssen erfahren, dass Oma Frieda von ihrer Mini-Rente nicht leben kann und wahrscheinlich sogar ihr geliebtes Haus verkaufen muss. Fred analysiert daraufhin eines Morgens seine eigene Situation und die seiner Frau Susi. Er stellt fest, dass sie in 24 Jahren genau vor demselben Problem stehen werden. Das totgeschwiegene und nicht präsente Thema Altersarmut wird sie mit voller Härte treffen. Völlig geknickt und ratlos verfallen Fred und Susi in Schockstarre und bleiben tatenlos.

Die resignierte Einstellung ihrer Eltern bleibt den beiden Kindern Berti und Fritz nicht verborgen. Schließlich haben die beiden das deprimierende Gespräch ihrer Eltern über ihre aussichtslose Lage hautnah mitbekommen. So beschließen sie, ihren Eltern zu helfen und das Ruder auf ihre eigene unvoreingenommene Weise selbst in die Hand zu nehmen. Es beginnt eine abenteuerliche Reise auf der Suche nach Antworten mit emotionalen, witzigen und inspirierenden Dialogen. Bleib also aufmerksam und verfolge die Mission »Wie die müden Sparer Fred und Susi ausgeschlafene Geldanleger werden«. Denn diese Geschichte wird dein Leben spürbar beREICHern.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Sandro Fetscher

Danke!

Dieses Buch widme ich meiner geliebten Mama, die 2011 verstarb. Sie legte den Grundstein für meine finanzielle Zukunft und hat mir beigebracht, immer einen Teil meines Geldes zur Seite zu legen und fleißig zu sparen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sie immer zu mir sagte: »Gib nicht alles aus. Wer weiß, ob du das Geld nicht irgendwann mal brauchst.« Diese Worte habe ich nie vergessen, und sie haben für mich bis heute Gültigkeit.

Für mein Denken und Handeln bin ich meinem Vater sehr dankbar. Von ihm habe ich gelernt, ein Rebell zu sein und mein eigenes Ding durchzuziehen – unabhängig davon, was andere sagen und denken. Meine Affinität zur Börse wurde schon in jungen Jahren stark von ihm geprägt, auch wenn ich mich erst später wieder damit befasst habe.

Des Weiteren möchte ich mich bei allen bedanken, die mir geholfen haben, meine Ideen in eine für den Leser verständliche Form zu gießen, allen voran Stefan Häußler, der meine Ideen in eine bewundernswerte und bildhafte Sprache übersetzte. Ich habe ausgiebig von seinem langjährigen Knowhow profitiert und bin sehr dankbar, dass er mir geholfen hat, den nötigen Feinschliff am Manuskript vorzunehmen. Darüber hinaus sind ihm alle mitspielenden Personen und Abbildungen ausgezeichnet gelungen und stellen aus meiner Sicht eine Bereicherung der Geschichte dar.

Zu guter Letzt möchte ich meiner wunderbaren Frau danken, die mir auch in den intensiven Schreibphasen den Rücken freigehalten und mich zu jeder Zeit unterstützt hat. Pure Inspiration und Motivation erhielt ich von meinem kleinen Sohn. Er begegnet mir täglich voller Energie, Lebensfreude und Ideenreichtum und zeigt mir, dass Kreativität keine Grenzen hat. So kann ich immer wieder Kraft schöpfen und neue Ideen zu Papier bringen.

KAPITEL 1

Das böse Erwachen

Der stürmische Besuch von Oma Frieda

Während Fred, seine Frau Susi und ihre beiden Söhne Berti und Fritz in ihrer Doppelhaushälfte gemütlich am Esstisch sitzen, platzt Oma Frieda plötzlich völlig aufgelöst zur Hintertür herein.

»Was ist denn passiert, Mama?«, fragt Susi.

Oma Frieda, die vor Kurzem zu arbeiten aufgehört hat und mit 67 Jahren in Rente gegangen ist, erwidert mit bebender Stimme:

»Ich kann es gar nicht fassen: Ich habe 40 Jahre geschuftet wie eine Irre, eine Tochter großgezogen, immer brav in die Rentenkasse eingezahlt und dann sowas.« Schockiert knallt sie ihrer Tochter Susi ihren Rentenbescheid auf den Tisch. »Schau selbst, was soll ich dazu noch sagen? Es ist einfach unglaublich. Das ist der Dank für 40 Jahre harte Arbeit. Ich hatte die Zahlen während der ganzen Jahre nie ernst genommen, weil ich es nicht glauben konnte. Und nun ist es amtlich!«, schimpft sie.

Tochter Susi greift nach dem Blatt des Elends und sieht die fett gedruckten Zahlen. 778 Euro Rente. Oma Frieda, mittlerweile kochend vor Wut, knurrt: »Und diesen Betrag muss ich dann wahrscheinlich auch noch versteuern. Die lästigen Sozialabgaben werden mir dann ja auch noch abgezogen! Unterm Strich bleiben mir dann vielleicht gerade einmal 650 bis 700 Euro. Wie soll ich denn davon leben?«, fragt sie in die Runde. »Ich muss doch schon 400 Euro Nebenkosten für mein Haus bezahlen.« Verzweifelt schlägt sie die Hände über dem Kopf zusammen und murmelt vor sich hin: »Ich habe keine Ahnung, wie ich das schaffen soll!«

Fred steht auf, nimmt seine Schwiegermutter in den Arm und sagt tröstend: »Aber du hast doch noch eine Lebensversicherung, die letztes Jahr fällig wurde, oder?« Oma Frieda antwortet: »Ja, das Geld habe ich bekommen. Ursprünglich hätte ich 100.000 Euro bekommen müssen, ausgezahlt haben sie mir aber nur 60.000 Euro. Angeblich wegen der Krise und dem Wegfall der Zinsen. Mit diesem Geld habe ich allerdings endlich das alte Bad renovieren und die alten Holzfenster ersetzen lassen. Das war schon längst überfällig.«

»Das Geld ist also weg?«, fragt Fred.

»Ja«, erwidert Oma Frieda. »Bis auf den letzten Cent. Und spätestens in ein paar Jahren sollte ich das Dach neu decken und die Küche machen lassen. Ich weiß nur nicht, wie ich das alles bezahlen soll. Wenn ich nicht im Lotto gewinne, kann ich mir das nicht leisten!«

»Und wie viel Geld hast du noch auf dem Sparbuch?«, fragt Susi.

Oma Frieda antwortet: »Mein Sparbuch rühre ich nicht an, da habe ich noch 10.000 Euro Guthaben für Notfälle und kleine Busreisen nach Italien. Ansonsten bekomme ich nur noch eine kleine Rente von 180 Euro monatlich aus der betrieblichen Altersvorsorge. Dummerweise bleiben mir nach Abzug der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung nur noch rund 150 Euro übrig. Dass ich auch für die betriebliche Rente noch Krankenversicherungsbeiträge zahlen muss, die von der späteren Rente abgezogen werden, hat beim Abschluss damals niemand erwähnt. Typisch Versicherungsvertreter!«, schluchzt sie.

»Und wie viel mir mein Ex-Mann hinterlassen hat, wisst ihr ja. Na ja, wenigstens konnte ich mit den 200.000 Euro das Darlehen für mein kleines Häuschen ablösen und es somit behalten. So, jetzt muss ich erst mal in Ruhe darüber nachdenken - hier kann mir eh keiner helfen. Aber mein Haus verkaufen und in eine kleine Wohnung ziehen, das will ich auf gar keinen Fall. Schließlich lebe ich doch schon über 30 Jahre dort«, sagt sie traurig. Als sie Fred und Susis Haus verlässt, murmelt sie missmutig vor sich hin: »Und meinen wunderschönen Garten - den gebe ich nie wieder her!«

MERKE:

Die Rente aus der betrieblichen Altersvorsorge und der gesetzlichen Rente ist ab 2040 zu 100 Prozent steuerpflichtig. Es gilt lediglich ein steuerfreier Grundfreibetrag von aktuell 9.168 Euro (Verheiratete 18.336 Euro, Stand: 2019). Darüber hinaus werden für alle pflichtversicherten Rentner die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen (Sonderfälle ausgenommen). Diese sozialen Abgaben betragen circa 11 Prozent der gesetzlichen Rente und circa 18 Prozent der Rente aus der betrieblichen Altersversorgung.

Fred auf der Suche nach seinen Zahlen

Am nächsten Morgen wacht Fred bereits um 4:50 Uhr schweißgebadet auf. Die ganze Nacht hat er so gut wie keinen Schlaf gefunden. Immer wieder ging ihm die missliche Situation von Oma Frieda durch den Kopf. Vor allem führen ihn diese Gedanken zu seiner eigenen Lage. Was ist, wenn Oma Frieda zum Pflegefall wird? Eine Unterbringung im Pflegeheim kostet 3.000 bis 4.000 Euro jeden Monat. Was ist, wenn das Dach oder etwas anderes am Haus zu reparieren ist? Wer soll das bezahlen? Muss er später etwa auch sein mühsam erspartes Haus verkaufen, um über die Runden zu kommen? Wird seine Lebensversicherung für ein späteres Auskommen reichen? Unzählige Fragen lassen ihn nicht zur Ruhe kommen.

»Oh je, ich habe keine Ahnung. Aber ich will auf keinen Fall in die gleiche Situation kommen wie meine Schwiegermutter Frieda«, denkt er.

Von diesen Gedanken gequält beschließt er um 5:20 Uhr aufzustehen und der Sache auf den Grund zu gehen. Mit kaltem Schweiß auf der Stirn schleicht er sich in die Küche und macht sich erst einmal eine Tasse Kaffee. Motiviert, aber immer noch mit einem etwas mulmigen Gefühl holt er seine drei dicken Versicherungsordner aus dem Schrank und breitet sie auf dem Küchentisch aus.

»So, nun schauen wir mal, was wir finden. Es wird schon nicht so schlimm sein«, denkt er. Nachdem er angefangen hat zu blättern und sich zu orientieren, findet er Susis Renteninformation aus dem letzten Jahr. Darin steht, dass Susi in 24 Jahren, wenn sie 67 Jahre alt ist, monatlich rund 400 Euro Rente bekommen soll. Fred seufzt und notiert sich die Zahl auf einem Blatt Papier. In einem anderen Ordner findet er gleich auf der ersten Seite seine eigene Renteninformation. 1.100 Euro. »So wenig«, denkt Fred. »Das ist weniger als die Hälfte meines jetzigen Nettolohns.« Ernüchterung macht sich breit. Er hat ja bereits geahnt, dass er weniger Geld bekommen wird, wenn er mal in Rente ist, aber nur 1.100 Euro? Knurrend schreibt er auch diese Zahl auf.

Nun blättert er weiter und stößt auf seine Lebensversicherung. Nach einer Weile findet er die aktuelle Versicherungsmitteilung. Es dauert ein bisschen, bis Fred die vielen Zahlen auf dieser Seite richtig interpretieren kann. Auf dem Zettel steht: »Ablaufleistung von 120.000 Euro in 24 Jahren«. Das ist der Betrag, den Fred mit 67 Jahren bekommen wird, wenn alles so weiterläuft wie bisher. Jetzt führt ihn sein Blick zum Datum des Schreibens: 2007. Die Mitteilung ist also schon einige Jahre alt. Fred wühlt sich weiter durch die Unterlagen. Es scheint so, als ob weiter hinten im Ordner die aktuellen Mitteilungen abgelegt wurden.

»Das war bestimmt Susi«, murmelt er vor sich hin. »Die hat eben ihre eigene Logik. Das soll einer verstehen.« Nun findet er das aktuelle Schreiben. Die prognostizierte Auszahlung beträgt allerdings nur noch 90.000 Euro. Diese Zahl schockiert Fred. Er versteht nicht, warum er in diesen ganzen Jahren 30.000 Euro verloren hat. Der Vertrag scheint dem von Oma Frieda zu ähneln. Sein Versicherungsvertreter hat ihm damals erzählt, eine Kapitallebensversicherung sei sicher und er bekomme einen garantierten Zins.

Da er auch nach längerer Überlegung keine Antwort auf die Frage nach dem hohen Verlust findet, nimmt er mit betrübtem Gesicht die Zahlen einfach zur Kenntnis und schreibt sie mit einem Fragezeichen versehen auf. Im dritten Ordner, der schon etwas mitgenommen aussieht, entdeckt er einen Bausparvertrag. Er schaut erst einmal wieder auf das Datum und stellt fest, dass hier die aktuellen Mitteilungen oben und die älteren weiter unten eingeordnet sind. Also anders als bei der Lebensversicherung.

»Komisch«, denkt er. »Einmal so herum und einmal anders, wo ist da die Logik?« Woran sich Fred zu diesem Zeitpunkt nicht mehr erinnert: Er selbst hat die Mitteilungen vor drei Jahren falsch eingeordnet, und Susi hat damit gar nichts zu tun. Würde er jedoch Susi beschuldigen, wäre der nächste Streit vorprogrammiert. Denn die beiden haben seit einiger Zeit eine etwas angespannte Beziehung.

Nach diesem gedanklichen Exkurs schaut er auf das aktuelle Guthaben. 10.000 Euro. »Na ja«, denkt Fred, »das ist ja zumindest mal besser als nichts.« Die vorhandenen 10.000 Euro auf dem Sparbuch hat Fred natürlich auch noch im Hinterkopf.

Jedoch müssen Fred und Susi auch noch ihr Haus bis zum Rentenalter abzahlen. Das erfordert noch einiges an Schweiß und Arbeit, da sie recht knapp kalkuliert haben. Nach guten zwei Stunden Recherche fühlt sich Fred erschlagen von den vielen Zahlen, legt seinen Kopf auf den Küchentisch und schläft wenige Minuten später neben seiner noch vollen Tasse Kaffee ein.

Eine Stunde später wacht Susi alleine im Bett auf und fragt sich, wo Fred ist. Am Wochenende schläft Fred für gewöhnlich immer länger. Sie steht auf, geht in die Küche und findet ihren schnarchenden Mann über einem Berg von Zetteln und Versicherungsordnern am Küchentisch. Sie tippt ihn vorsichtig an. Einmal. Zweimal. Dreimal. Keine Reaktion.

»Hallo Fred, aufwachen!«, ruft sie.

Fred öffnet seine Augen und richtet sich langsam auf. » Guten Morgen Susi«, erwidert er verschlafen.

»Was ist denn mit dir los?«, fragt Susi. »Was machst du hier am Samstagmorgen mit den ganzen Ordnern in der Küche?«

»Ach, nichts Wichtiges. Ich habe nur etwas gesucht«, sagt Fred. Er steht auf und schleppt sich vollkommen übermüdet Richtung Badezimmer, um sich frisch zu machen.

Susi hatte am Abend zuvor schon bemerkt, dass mit Fred etwas nicht stimmt und ihn etwas gedanklich wohl sehr beschäftigt.

MERKE:

Die prognostizierte Auszahlung der Lebensversicherung von Fred beträgt 90.000 Euro. Das Guthaben aus dem Bausparvertrag und dem Sparbuch beläuft sich auf jeweils 10.000 Euro. Hast du die Zahlen deiner Verträge schon mal überprüft? Die Auszahlungsprognose deiner Lebens- oder Rentenversicherung findest du in der jährlichen Versicherungsmitteilung. Vergleiche gerne deine aktuelle Ablaufleistung (prognostizierte Auszahlung deines Vertrages) mit der Ablaufleistung aus früheren Versicherungsmitteilungen, zum Beispiel vor fünf, zehn oder zwanzig Jahren.

Auszahlung Lebensversicherung:90.000 EuroGuthaben Bausparvertrag:10.000 EuroGuthaben Sparbuch:10.000 Euro

Die Stimmung kippt

Es vergeht kein Tag, an dem Fred nicht mit mulmigem Gefühl an die Zahlen denken muss, die er aufgeschrieben hat. Nur 1.100 Euro Rente, das ist alles andere als üppig! Er hatte eigentlich vor, mit seiner Frau Susi um die Welt zu reisen, viele schöne Dinge zu unternehmen und das Leben zu genießen. Diese Vorhaben sind für ihn plötzlich in weite Ferne gerückt und scheinen unerreichbar.

Die prognostizierten 90.000 Euro aus der Lebensversicherung werden die Rente auch nicht gerade aufbessern, da in den nächsten 24 Jahren bestimmt einige Reparaturen am Haus anfallen werden. Dann wäre das Geld schneller aufgebraucht, als Fred lieb ist. Denn die Preise für ein neues Bad, eine moderne Küche, für neue Möbel oder sonstige Ausstattungsgegenstände sind mittlerweile in astronomische Höhen gestiegen. Und das restliche Geld aus dem Bausparvertrag ist letzten Endes ein Tropfen auf den heißen Stein.

Mit einem Berg Schulden von rund 250.000 Euro im Nacken weiß Fred nicht, wie er das jemals bewältigen soll. Deshalb nimmt er eines Abends nach langem Zögern all seinen Mut zusammen und beschließt, seiner Frau Susi von seinen Ängsten und Sorgen zu erzählen. Er hat zuvor schon tagelang versucht, selbst eine Lösung zu finden, aber dazu war er einfach nicht in der Lage. Und die 25 Euro pro Woche, die er regelmäßig für Lottospielen und sonstige Glücksspiele ausgibt, hatten sich bisher auch noch nicht bezahlt gemacht.

An einem Donnerstagabend ist es dann soweit. Fred spricht Susi ganz entschlossen an und erzählt ihr, was er an dem besagten Samstag frühmorgens in der Küche gemacht hatte.

»Die unglückliche Situation mit Oma Frieda hat mich nicht mehr ruhig schlafen lassen«, sagt er. Deshalb habe er unbedingt wissen wollen, ob er mit seiner Familie in die gleiche Falle tappen würde.

»So etwas habe ich mir schon gedacht«, sagt Susi. Schließlich kennt sie ihren Fred jetzt schon seit mehr als 20 Jahren. »Und was hast du herausgefunden?«, fragt sie ihn.

»Na ja, dass uns in etwa das gleiche Schicksal ereilen könnte wie Oma Frieda und wir vielleicht sogar das Haus verkaufen müssen«, erwidert Fred.

»Wie bitte? Wir?«, fragt Susi entsetzt.

»Ja, wir«, antwortet Fred nüchtern. »Du bekommst später einmal 400 Euro Rente und ich 1.100 Euro«, sagt er und legt gleichzeitig die Renteninformation auf den Tisch.

Susi studiert die beiden Bescheide ganz genau. Sie hat eine Ausbildung als Steuergehilfin gemacht und fühlt sich daher zumindest über Steuerthemen ausreichend informiert. »Wir müssen in jedem Fall von dieser Rente auch noch die Steuer und Sozialabgaben abziehen«, murmelt sie vor sich hin. »Und was hier unten steht, verstehe ich auch nicht genau«, sagt Susi mit fragendem Blick.

»Was steht denn da?«, fragt Fred neugierig. Susi liest laut vor:

»Bei der ergänzenden Altersvorsorge sollten Sie, wie bei Ihrer zu erwartenden Rente, den Kaufkraftverlust berücksichtigen.«

»Das ist irgendwas mit Inflation und dem Euro«, meint Fred.

Susi schreibt die Zahlen groß auf ein neues Blatt Papier. Fred rechnet die beiden Zahlen zusammen: 400 Euro + 1.100 Euro ergeben 1.500 Euro monatlich für beide zusammen. Nach Abgaben, Lebenshaltungs- und Nebenkosten für das Haus bleiben nur noch ein paar Euro übrig. Fred schluchzt:

»Oje, das sieht aber verdammt übel aus!« Und was ist mit dem erträumten Cabrio, das er sich spätestens im Rentenalter gönnen wollte? Was können sie sich als Ehepaar in 24 Jahren von diesem Geld tatsächlich noch leisten, wenn alles immer teurer wird? Und was ist, wenn der Staat sein Rentenversprechen doch nicht halten kann? Wie viel Steuer- und Sozialabgaben wird der Fiskus noch abziehen? Wird es dann den Euro überhaupt noch geben?

In Freds Kopf türmen sich erneut Fragen über Fragen auf und das bekannte mulmige Bauchgefühl der letzten Tage stellt sich wieder ein. Hinzu kommt, dass die monatlichen Ausgaben jetzt schon sehr hoch sind und die Kinder auch eine ganze Menge Geld kosten. Fred weiß nicht, wie er zusätzlich Geld zur Seite legen könnte.

Susi gibt Fred Recht, dass die alltäglichen Kosten wirklich hoch sind und die Ausgaben für die Kinder jeden Monat mit Sicherheit einige Hundert Euro betragen.

»Aber es sind nun mal unsere Kinder«, fügt sie hinzu.

Eigentlich hat Fred momentan genügend andere Sorgen. Zum Beispiel wegen seines Chefs, der ihm immer mehr Druck macht. Und wegen der angespannten Beziehung mit Susi und der fehlenden freien Zeit für sich selbst, da im Garten und am Haus ständig etwas zu machen ist. Und jetzt kommen auch noch existenzielle Ängste dazu, wenngleich dieses Problem noch 24 Jahre weit weg liegt.

»Das Leben ist echt nicht einfach«, meint Fred traurig und schaut Susi mit ratlosem Gesicht an. Susi nickt und erwidert:

»In diesem Punkt, Fred, sind wir uns endlich mal einig. Ich weiß nur nicht, was besser ist«, überlegt sie. So wie ihre Mutter ein schönes und friedliches Leben zu führen und mit 67 Jahren zum Rentenbeginn plötzlich feststellen zu müssen, dass jeden Monat zu wenig Geld auf dem Konto ankommt. Oder jetzt schon zu wissen, dass sie in 24 Jahren ihr geliebtes und hart erspartes Haus verkaufen müssen, um überleben zu können. »Ich hätte wirklich nie gedacht, dass wir so schlecht dastehen«, sagt sie verzweifelt.

Tief betrübt über diese aussichtslose Situation und weil die beiden doch im Alltag ohnehin schon voll ausgelastet sind, schießen Susi in diesem Augenblick die Tränen in die Augen. Ratlos lässt sie ihren Kopf auf Freds Schulter sinken. So eng verbunden haben sich die beiden schon längere Zeit nicht mehr gefühlt. Fred erkennt, dass ihre Situation mehr als ernst ist. Er drückt Susi fest an sich und streichelt ihre Wange. So sitzen sie einige Zeit aneinander geklammert regungslos auf dem Sofa, geplagt von Existenzängsten. Die beiden fühlen sich, als wären sie mit ihrem Auto in den Urlaub unterwegs und plötzlich wäre der Tank leer, aber weit und breit weder ein Geldautomat noch eine Tankstelle zu sehen. Fred und Susis finanzielle Sorgen schlagen um in völlige Gedankenlähmung. Resigniert und ideenlos schauen sie aus dem Fenster. Der Schock der nackten Zahlen sitzt zu tief.

Ihre beiden Söhne Berti und Fritz lauschen dem deprimierenden Gespräch ihrer Eltern hinter der angelehnten Tür. Sie können die finanziellen Sorgen und Ängste ihrer Eltern nachvollziehen. Außerdem ist ihnen klar, dass auch die monatlichen Ausgaben für sie zur misslichen Lage der Familie beitragen. Sie fühlen sich mitschuldig. Allerdings trauen sie sich in diesem Augenblick nicht, das Zimmer zu betreten, da sie ihre Eltern sehr selten in einem derart niedergeschlagenen Zustand gesehen haben.

Nach diesem demoralisierenden Erlebnis vergehen noch einige weitere Tage. Das Paar ist bereits am Ende seiner Kräfte angelangt und sein Alltag ist schon so durchgeplant, dass nicht mehr viel Zeit übrig bleibt, um in Ruhe nachzudenken oder gar zu handeln. So sind Fred und Susi in ihrem Hamsterrad gefangen und unternehmen keine weiteren Schritte, um eine Lösung zu finden. Die Stimmung der beiden bleibt ab dem Tag dieser Erkenntnis sehr bedrückt.

Ihre Kinder Berti, 16 Jahre alt, und Fritz, 14 Jahre alt, bekommen diese resignierte Stimmung ihrer Eltern hautnah mit. Allerdings können sie nicht verstehen, warum diese nichts dagegen unternehmen. Auch auf die wiederholte vorsichtige und besorgte Nachfrage, was sie denn jetzt zu tun gedenken, um das finanzielle Unglück doch noch abzuwenden, reagieren Fred und Susi nur mit Schulterzucken und ratlosen Gesichtern.

Die beiden eng verbundenen Brüder fassen daher den Entschluss, Mama und Papa zu helfen. Sie rufen die Mission »Wie die müden Sparer Mama und Papa ausgeschlafene Geldanleger werden« ins Leben. Sie können und wollen einfach nicht dabei zusehen, wie ihre geliebten Eltern jeden Tag unglücklich aufwachen. Das haben die beiden einfach nicht verdient.

Der schlaue Berti hat in der Schule schon mehrmals Preise für erfolgreiche Projektarbeiten gewonnen. Unter anderem ist er der Sieger eines Planspiels Börse mit der örtlichen Bank und kennt sich daher schon ein wenig mit dem Thema Geld aus. Zudem hat er eine hohe Affinität zu Kriminalromanen. Detektivarbeit ist seit seiner Kindheit eines seiner Hobbys. Berti liebt neue Projekte jeglicher Art, und auf neue Herausforderungen lässt er sich gern ein. Sie sind für ihn wie ein Abenteuer. Im Alter von 16 Jahren ist er schon bemerkenswert ehrgeizig, reif und clever, und die Aussicht auf ein erfolgreiches Ende eines Projekts spornt ihn jedes Mal so sehr an, dass er alles daran setzt, seine Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen.

Fritz ist noch etwas jünger. Seine Freunde würden ihn als tollkühnen Draufgänger bezeichnen. Er hat vor nichts und niemandem Angst. Vielleicht hat er diesen Mut und sein enormes Durchsetzungsvermögen seiner etwas untersetzten Statur zu verdanken. Fritz ist außerdem ein hochtalentierter Sportler mit einem leichten Hang zum Übermut.