Hold Me Twice - Nicole Rott - E-Book

Hold Me Twice E-Book

Nicole Rott

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Beschreibung

2. Teil der Hold Me Reihe: Das Leben könnte so einfach sein. Liz schöpft gerade erst wieder Hoffnung, als ihr Leben von einem schrecklichen Ereignis erschüttert wird. Doch das ist erst der Anfang. Ein unerwarteter Fund bringt ein düsteres Geheimnis ans Licht und wirft einen Schatten auf alles, was sie über ihre Familie zu wissen glaubte. Auf der Suche nach Antworten gerät Liz immer tiefer in ein Netz aus Gewalt und Intrigen. Doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto klarer wird: Manche Türen lassen sich nicht mehr schließen, wenn man sie einmal geöffnet hat. Und der Preis für die Antworten, nach denen sie sucht, könnte höher sein, als sie je zu zahlen bereit war. Ein spannender New-Adult Roman über dunkle Familiengeheimnisse, folgenschwere Entscheidungen und die Frage, wie weit wir gehen, um die zu schützen, die wir lieben. ________________________ Nicht unabhängig lesbar. ________________________ Hold Me Twice ist der zweite Teil einer zusammenhängenden, mitreißenden, humorvollen und emotionalen New-Adult Reihe.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Nicole Rott

Hold Me

Twice

Band 2

New Adult Roman

COPYRIGHT © 2025 by Nicole Rott

Originalausgabe 09/2025

Coverdesign und Umschlaggestaltung

Florin Sayer-Gabor - www.100covers4you.com

Unter Verwendung von Grafiken von Adobe Stock: Kal'van

Lektorat

Sabrina Reck – Lektorat Nachtwind

Korrektorat

Michael Rott

Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit schriftlicher Genehmigung von Nicole Rott.

Triggerwarnung

Dieses Buch behandelt Themen, die für sensible Leser belastend sein können. Am Ende des Buches findet ihr daher eine ausführliche Content Note.

Was bisher geschah

Liz:

Nach dem tödlichen Autounfall ihrer Mutter macht sie sich selbst schwere Vorwürfe. Der tragische Verlust hat eine besondere Bindung zu Dominic entstehen lassen. Die ohnehin schwierige Beziehung zu ihrem alkoholkranken Vater ist inzwischen endgültig eskaliert.

Dominic:

Seit dem tragischen Verlust seiner Freundin meidet er jede Form von Nähe. Doch Liz kann er nicht länger von sich fernhalten – so sehr er es auch versucht. Unterstützung – und gelegentlich einen kräftigen Tritt in den Hintern – bekommt er dabei von seinen Freunden Nolan und Charlie.

Jack:

Er hat das Mädchen wiedergefunden, für das er beinahe sein Leben ließ. Doch Dominic bleibt ihm ein Dorn im Auge, und die wachsende Distanz zu Liz setzt ihm mehr zu, als er zugeben will.

Peach

ist Peach ;)

Klappentext

Das Leben könnte so einfach sein.

Liz schöpft gerade erst wieder Hoffnung, als ihr Leben von einem schrecklichen Ereignis erschüttert wird. Doch das ist erst der Anfang. Ein unerwarteter Fund bringt ein düsteres Geheimnis ans Licht und wirft einen Schatten auf alles, was sie über ihre Familie zu wissen glaubte. Auf der Suche nach Antworten gerät Liz immer tiefer in ein Netz aus Gewalt und Intrigen. Doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto klarer wird: Manche Türen lassen sich nicht mehr schließen, wenn man sie einmal geöffnet hat. Und der Preis für die Antworten, nach denen sie sucht, könnte höher sein, als sie je zu zahlen bereit war.

Ein spannender New-Adult Roman über dunkle Familiengeheimnisse, folgenschwere Entscheidungen und die Frage, wie weit wir gehen, um die zu schützen, die wir lieben. 

Kapitel 1

Ich weiß nicht genau, was in den letzten Minuten passiert ist, aber plötzlich stehen wir küssend in seinem Schlafzimmer. Déjà-vu. Als er seine Lippen von meinen löst, fühlt es sich wie ein schlimmer Verlust an. Ich atme zittrig ein und erhalte eines seiner wunderschönen engelsgleichen Lächeln. Er gibt mir einen Kuss auf die Stirn und zieht mich anschließend an seine Brust. Ich schmiege mich an ihn, lausche seinem Herzschlag und atme seinen unverkennbaren Geruch ein. Alles, was ich mir in diesem Moment wünsche, ist, dass er für die nächsten Stunden in diesem Modus bleibt. Ohne seine Gefühle abzublocken. Ohne Pokerface. Ohne Flucht. Vielleicht ist das, was mir am meisten Angst macht, nicht er mit seinen Vorlieben, sondern seine irrationalen Reaktionen. Diese emotionale Mauer, die er in Sekunden hochzieht, bevor er mich wegstößt. 

„Tust du mir einen Gefallen?“, fragt er mich, ohne seine Umarmung zu lockern. 

Ich nicke an seiner Brust. 

„Ich weiß, ich hab’s verbockt, aber kannst du bitte bis morgen Früh bleiben? Egal was ich tue. Egal was ich sage und egal wie blöd ich mich verhalte?“

Meint er das ernst? Seine Worte hallen in meinem Kopf nach. Er weiß, dass er sich manchmal selbst sabotiert – und diesmal bittet er mich, nicht sofort wegzurennen, wenn er es wieder tut. Ich drücke mich ein Stück von ihm weg, um ihn ins Gesicht sehen zu können. Sein Blick ist ernst, verletzlich, ungefiltert. Keine Maske. Er will wirklich, dass ich bleibe.

 “Du meinst hier? In deinem Schlafzimmer? In deinem Bett? Mit dir?“ Okay, das waren etwas viele Fragen auf einmal, aber ich bin gerade schwer überfordert. 

Dominic lacht nur belustigt über meine Reaktion und streicht mir lächelnd übers Haar. „Ich muss zugeben, ich hatte gerade keine schmutzigen Gedanken in meinem Kopf – du anscheinend schon.“ 

„Nein!“ Ja! Die Erinnerung daran, wie er mich vorhin um den Verstand geleckt hat, lässt meine Wangen glühen. Oh ja, da ist er wieder: Sein teuflischer, schiefer Schmunzler, der ihn augenblicklich zu einem Bad Boy werden lässt, wie er im Buche steht. Tief durchatmen! „Ich dachte nur … Ich meine …“ Zur Hölle, muss der Typ mich so provokant anstarren? 

„Keine Angst, Kleine. Ich bin verdammt müde. Ich werde jetzt duschen gehen und mich dann aufs Ohr hauen. Versprich mir bitte nur, dass du noch da bist, wenn ich aus dem Badezimmer zurückkomme.“ 

Wieder nicke ich. „Okay.“ Ich bin schließlich nicht diejenige, die ständig die Flucht ergreift oder jeden vor die Tür setzt, der mir emotional zu nahe kommt.

Er nimmt mein Gesicht in seine Hände und drückt mir einen unschuldigen Kuss auf die Lippen, was ein Kribbeln in meinem Körper auslöst. Dann sieht er mich an, als wäre ich für ihn das einzige Mädchen auf der ganzen Welt. Als er sich umdreht, sehe ich ihm noch schmachtend hinterher, bis er im Flur verschwindet.

Toll! Ich bin in Luzifers Liebeshöhle und habe versprochen zu bleiben, egal was kommt. Manchmal habe ich nicht gerade die hellsten Momente. 

Während er im Badezimmer ist, schaue ich mich ein wenig genauer in seinem Schlafzimmer um. Ich weiß zwar nicht, wonach ich suche, aber wahrscheinlich nach irgendetwas Persönlichem. Irgendetwas, womit ich ihn besser einschätzen kann. Aber da ist nicht viel. Neben dem Bett steht ein kleiner, runder Tisch. Erst auf den zweiten Blick fällt die unscheinbare Schublade auf, die sich unauffällig in das Holz fügt. Auf dem Tisch steht ein großer Metallring auf einem Chromsockel. Eine Lampe? Ich denke jedenfalls, dass es sich um eine Lampe handelt, da ein Kabel daran angeschlossen ist. Was sollte es sonst sein? Es sieht jedenfalls wie ein Hightech-Teil aus und ich habe keinen Schimmer, wie man dieses knopflose Ding einschaltet. Hat Luzifer telekinetische Fähigkeiten?

Auf der Kommode gegenüber des Bettes steht eine silberne, geschwungene Skulptur. Beim näheren Betrachten erkenne ich, dass es sich um zwei abstrakte Personen handelt. Zwei abstrahierte Figuren, die sich eng umschlungen küssen. Sie sind so sehr verwoben, dass man nicht erkennt, wo die eine endet und die andere beginnt. Ein Kunstwerk über Nähe. Oder Abhängigkeit. Ich weiß es nicht. Sie wirken verloren im anderen, nicht greifbar und dadurch auf eine gewisse Weise abhängig voneinander. Trotzdem sind sie perfekt austariert und im Gleichgewicht. Ich bin versucht, sie in die Hand zu nehmen, aber ich will nichts anfassen. Alles ist so akribisch perfekt wie aus einem Katalog. Als würde Dominic die Ordnung als Schutz vor seinem Seelenchaos benutzen. Ein unbewusster Versuch, das Unkontrollierbare zu bändigen. Nur zu gerne würde ich seine Schubladen durchwühlen und den nahezu zwanghaften Perfektionismus entlarven, während ich gleichzeitig sein inneres Chaos gemeinsam mit ihm aufräumen möchte. Bei dem Gedanken macht sich ein kleiner Kloß in meinem Hals bemerkbar, den ich prompt herunterschlucke. Rasch wende ich meinen Blick von dem Pärchen ab.

Über der Kommode hängt ein großer Flat Screen an der Wand, sonst gibt es in seinem Schlafzimmer nicht viel zu sehen. Keine weitere Deko. Keine Bilder. Keine Fotos.

Resigniert lasse ich mich rücklings auf sein Bett fallen, schiebe die Hände unter meinen Kopf und genieße den kühlen Seidenstoff an meiner Haut, zusammen mit dem Geruch frisch gewaschener Bettwäsche. Gedankenverloren blicke ich zur Decke. Ich habe keine Ahnung, was ich vom heutigen Abend noch erwarten soll. Oder besser gesagt: Von der Nacht. Ein Teil von mir will sich in diesem Moment einhüllen wie in einen Kokon, während der andere längst begonnen hat, Flügel zu bilden – obwohl ich noch nicht weiß, ob ich fliegen kann. Wieder ein anderer Teil zählt schon, wie oft ich in den letzten Tagen innerlich gefallen bin, und fragt sich, wie oft ich das noch riskieren soll, auf die Gefahr hin, etwas von mir zu verlieren.

Als Dominic plötzlich im Türrahmen auftaucht, bleibt mir die Luft weg. Er trägt eine lange, blaue Pyjamahose und rubbelt sich mit einem Handtuch die Haare trocken. Das Muskelspiel, das dadurch entsteht, zieht mich augenblicklich in seinen Bann. Die Tatsache, dass sein bestes Stück sich unter dem dünnen Stoff ziemlich detailliert abzeichnet, lässt mich erahnen, dass er keine Unterwäsche trägt. Seine Hose sitzt so tief auf seinen Hüftknochen, dass ich Angst habe, dass sie jeden Moment hinunter rutscht. Nein, das stimmt nicht. Ich schicke Stoßgebete in den Himmel und wünsche es mir, während ich mich darauf konzentrieren muss, dass ich nicht ins Bett sabbere.

„Keine Straßenkleidung in meinem Bett“, sagt er trocken, legt das Handtuch zur Seite und kommt auf mich zu. 

Bist du ein kleiner Nerd, Dominic Diolis?

Ich rapple mich auf, stütze mich auf den Ellbogen ab und starre ihn an. „Ich hab aber nichts anderes dabei“, protestiere ich, erhalte von ihm aber nur ein unbeeindrucktes Schulterzucken. Dann schmunzelt er leicht. 

„Dann eben nackt.“ 

Kann sein, dass mir gerade der Mund offen steht. Ernsthaft?

Wieder folgt ein leichtes Schulterzucken. „Ist ja nicht so, als hätte ich dich noch nie nackt gesehen“, fährt er fort und sieht dabei ziemlich amüsiert aus. Ich fühle, wie mir erneut die Hitze in die Wangen schießt, weil ich mich daran erinnere, wie er mich ungeniert zwischen meinen weit gespreizten Beinen gemustert hat. „Ich kann dir natürlich auch ein Shirt von mir leihen, das würde mir allerdings meine Aussicht vermiesen.“ 

Ich rolle übertrieben mit den Augen. Von wegen ‘nur schlafen’. 

Plötzlich wirft er mit einem Kleidungsstück nach mir. „Hier.“ 

Ich halte eines seiner schwarzen T-Shirts in den Händen und fühle, wie mein Herzschlag sich augenblicklich beruhigt und meine Schultern sich entspannen. 

„Danke“, murmle ich, stehe auf und fange an, mich bis auf die Unterwäsche auszuziehen. Langsam ziehe ich mir sein T-Shirt über den Kopf, während ich unbemerkt tief einatme. Es riecht nach ihm und fühlt sich wie eine hoffnungsvolle Umarmung an. Ich will es nie wieder ausziehen.

Mittlerweile hat er es sich in seinem Bett gemütlich gemacht und den Fernseher eingeschaltet. Erst jetzt bemerke ich, dass er eine dieser extra breiten Partnerdecken hat. Eine einzige Decke für uns zwei? Warum erfüllt mich dieser Gedanke mit tiefer Vorfreude? 

Während er durch die Kanäle zappt, schaut er kurz zu mir, klopft mit seiner Handfläche zwei Mal auf die leere Seite neben sich und wendet sich dann wieder dem Fernseher zu. Ich bin froh, dass er mir nicht dabei zusieht, wie ich mir den BH unter dem T-Shirt ausziehe und umständlich aus dem Ärmel ziehe. Aber in diesem Ding kann doch echt niemand schlafen. Der weiche Baumwollstoff schmiegt sich über meine Brüste und kitzelt meine Nippel. Als mein Blick auf den freien Platz neben ihm fällt, wechseln sich Freude und Panik in meinem Inneren im Sekundentakt ab. Kurz zögere ich, aber dann leiste ich ihm Gesellschaft, krabble auf die Matratze und schlüpfe unter die Decke. Auch wenn er mich nicht direkt ansieht, entgeht mir nicht, dass er zufrieden lächelt. 

„Danke, dass du bleibst“, sagt er, bevor seine Gesichtszüge unerwartet ernst werden. Langsam dreht er den Kopf zu mir und in seinem Blick liegt etwas, das sich nicht klar benennen lässt – nur fühlen. Hoffnung. Angst. Vielleicht sogar ein kleines bisschen mehr. Und in mir flackert zum ersten Mal der Gedanke auf, dass dieser Moment eventuell der Anfang von etwas sein könnte. Von etwas Echtem. Etwas, das mir gefährlich nahe geht – und ich mir trotzdem so sehr wünsche.

Kapitel 2

Ich hätte nicht erwartet, dass es mich so glücklich machen würde, dass sie bleibt. Aber das tut es. Liz schenkt mir ein warmes, herzliches Lächeln, das ansteckend ist. Diese unsichere, verletzliche Art, hinter der das Feuer lodert, war von Anfang an extrem anziehend. Und ihre Empathie und ihr Verständnis sind unbezahlbar. 

Ich stütze mich seitlich auf meinem Ellenbogen ab, um ihr in die Augen sehen zu können. „Ich möchte, dass du weißt, dass mein Verhalten nichts mit dir zu tun hat. Ich hab dich gewarnt, dass ich keine gute Partie bin.“ 

Sie lässt meine Worte kurz sacken und man kann förmlich sehen, wie die Rädchen in ihrem Kopf arbeiten, bevor sie etwas erwidert. 

„Du hast damals gesagt, dass du nicht willst, dass die Menschen um dich herum etwas von dir erwarten. Ich habe keine Erwartungen an dich. Klar, ich habe Wünsche und Träume, aber ich erwarte nicht, dass sie in Erfüllung gehen.“ 

Ich nicke ihre Worte ab. Dass sie mich nicht unter Druck setzt oder Forderungen stellt, fühlt sich gut an. Manchmal wirkt sie so jung und unerfahren und im nächsten Moment so extrem erwachsen. 

„Lass mich dir eines sagen, Liz: Du bist bezaubernd. Das taffste und liebevollste Mädchen, das mir je über den Weg gelaufen ist. Aber mein Gewissen macht mich fertig. Nicht nur dir gegenüber, weil ich mich die letzten Wochen nicht gerade wie ein Gentleman verhalten habe und dich wieder und wieder von mir gestoßen habe, sondern auch …“

Ich seufze und muss mich zusammenreißen, weil in mir wieder der Fluchtinstinkt die Oberhand gewinnen will. Meine Hände ballen sich unbewusst zu Fäusten. Der Drang, wegzulaufen, pulsiert in meinen Adern, aber ihr Blick erdet mich, als wäre sie mein Anker. Ich will nicht mehr weglaufen. Nicht vor ihr. Ich reibe mir mit der Hand über die Stirn und kneife kurz die Augen zusammen, bevor ich sie wieder ansehe und weiterrede. „Sondern auch Melanie gegenüber, weil es sich wie ein Vertrauensbruch anfühlt.“

Wir haben uns damals ewige Treue geschworen. Klar, wir waren jung, und trotzdem war das zwischen uns etwas Besonderes. Die Tatsache, dass wir brutal auseinandergerissen wurden und uns nicht getrennt haben, macht es mir heute schwer, jemand anderen emotional an mich ranzulassen, ohne mich wie ein Verräter zu fühlen.

Liz und ich mustern uns gegenseitig und ich hasse diese betrübte Stimmung, die ich erzeugt habe. Wenn ich mit Liz zusammen bin, fühlt es sich manchmal so an, als würde das Licht gegen die Dunkelheit in mir kämpfen. Unnötig zu erwähnen, dass sie das Licht ist …

„Zusätzlich kommt diese unendliche Angst dazu, diesen Verlust noch einmal durchleben zu müssen.“ Frustriert lasse ich meinen Kopf zurück ins Polster fallen. Manchmal will ich mir einreden, dass meine Schuldgefühle Unsinn sind, weil das alles schon Jahre her ist. Ich will das mit Liz so sehr und gleichzeitig ist es das, was ich am meisten fürchte. Dieser innere Kampf macht mich wahnsinnig! Ich will schreien. Kotzen. Weglaufen. Gleichzeitig will ich sie halten und nie wieder loslassen, nur um sicherzugehen, dass es ihr gut geht.

Plötzlich ist sie es, die sich zu mir dreht und mich ernst ansieht. Ich blinzle überrascht. Sie wirkt verärgert und runzelt die Stirn. Ihre blauen Augen funkeln mich an. „Willst du wirklich dein Leben lang allein bleiben? Jeden Morgen allein aufwachen und in diesem riesigen Haus allein alt werden? Hast du dir nie eine Familie gewünscht? Willst du nicht eines Tages der Vater sein, den du nie hattest? Kleine Kinder, die kichernd durch deinen Garten laufen? Ich weiß, dass Melanies Tod dich mitgenommen hat und glaube mir, ich kann es wahrscheinlich besser nachempfinden als die meisten anderen in deinem Umfeld. Aber wenn ich aus Mums Tod eines gelernt habe, dann, dass es für nichts eine Garantie gibt. Jeder Tag könnte unser letzter sein. Im Leben muss man Risiken eingehen und falls du es noch nicht weißt: Niemand verlässt diese Welt lebendig. Dein Leben ist das, was du daraus machst. Nur du hast es in der Hand und du hast es verdient, glücklich zu sein, denkst du nicht auch?“ 

Scheiße verdammt, ich liebe dieses Mädchen. Tu ich nicht! Ach, verflucht ich habe keine Ahnung, was ich empfinde, aber es macht mir mehr Angst als alles andere in meinem Leben. Weil ich es nicht kontrollieren kann. Aber in genau diesem Moment – mit ihrem Blick, ihren Worten, ihrer Nähe – fühlt es sich nicht wie ein Kontrollverlust an. Sondern eher wie … Erlösung.

Ach, scheiß drauf! Ich drehe mich zu ihr und streiche ihr über die Haare. Dann lasse ich meine Hand in ihren Nacken gleiten, ziehe sie an mich und presse meine Lippen auf ihre. Sie hat recht, ich habe die Wahl: Mein Leben weiterhin in emotionaler Abgeschiedenheit verbringen oder endlich wieder etwas wagen und wieder lieben. Vielleicht wird es Zeit, mich für Letzteres zu entscheiden und tatsächlich wieder anzufangen zu leben. Ich drücke meine Stirn gegen ihre, halte sie und bin ihr einfach nur dankbar, dass sie mein kaputtes Herz langsam wieder heilt.

„Bekomme ich eine Antwort, Mister?“, fragt sie provokant. „Bist du der Meinung, dass du es verdient hast, glücklich zu sein?“ 

Ihre schroffe Frage bringt mich zum Grinsen. Ich bin nicht bescheuert. Mir ist klar, dass sie mich einfach nur dazu bringen will, diesen positiven Gedanken in meinem Kopf zu verankern. „Ja“, flüstere ich und küsse sie erneut. Ein gänzlich unschuldiger Kuss ohne Zunge und trotzdem setzt dieses Prickeln ein. „Mit deiner Hilfe könnte ich es sogar hinbekommen“, gestehe ich, bevor ich meine Lippen wieder auf ihre presse. Die Müdigkeit ist plötzlich wie weggeblasen. Als würde ihre Energie über ihre Lippen in meinen Körper fließen, um mich zu heilen. Sie schmeckt noch immer ein wenig nach Baileys. Kurz löse ich meine Lippen von ihren, um ihr Gesicht betrachten zu können. Als sie mich mit diesem Blick ansieht – halb fordernd, halb unsicher – wird mir klar, wie tief sie schon unter meine Haut gekrochen ist. Und ich weiß eins mit Sicherheit: Es geht längst nicht mehr nur um etwas Körperliches. Es geht um die Art, wie sie mich ansieht – als wäre ich nicht kaputt. Als wäre ich einer von den Guten und als würde sie mir bedingungslos vertrauen, weil sie einen Teil in mir sieht, den ich selbst vergessen habe. 

Mit geschlossenen Augen lehnt sie sich mir entgegen und ich komme ihrer Aufforderung selbstverständlich gerne nach. Ihre Lippen, ihre Wärme, ihre Nähe – all das will ich. All das brauche ich. Und sie, wie es scheint, genauso. Die Stimmung schlägt so schnell um, als hätte ich den Fernsehsender von einer Dramaserie auf einen Softporno umgeschaltet. Kurz darauf ziehe ich sie auf mich und bereue es, ihr ein T-Shirt gegeben zu haben. Während wir uns immer intensiver küssen, reibt sie ihr Becken gegen meines und spürt natürlich sofort, wie sehr ich mich über ihre Gesellschaft freue. 

„Ich wollte ja brav bleiben“, murmle ich gegen ihre Lippen. „Aber du machst es mir ziemlich schwer.“ Meine Stimme klingt schon wieder etwas rau und heiser vor Verlangen. 

„Wenn du das Wort ‘bleiben’ verwendest, würde das implizieren, dass du bis zum jetzigen Zeitpunkt brav warst. Das würde ich so nicht unterschreiben. Vielleicht solltest du dich auf die Suche nach einem anderen Verb machen. Dein Infinitiv ist nicht optimal gewählt.“ 

Ein lautes Lachen platzt aus mir heraus. „Klugscheißt du immer so viel, wenn du nervös bist? Falls ja, könnte ich in meiner Kommode nach einem Knebel für dich suchen.“ Ihr Blick: Unbezahlbar. In Sekundenschnelle pocht ihre Halsschlagader wie verrückt, ihre Pupillen weiten sich und ihre Wangen werden purpurrot. „Aaah, anscheinend habe ich eine Drohung gefunden, die dich zum Schwiegen bringt. Gut zu wissen.“ 

Schockiert sieht sie mich an. „Das würdest du nicht tun“, flüstert sie unsicher.

„Du hast recht. Ich bevorzuge es, dich schreien zu hören.“ Ich relativiere meine Worte mit einem Kuss, damit sie aufhört, ihre Stirn so stark in Falten zu legen, aber sie drückt mich bockig weg. 

„Träum weiter, du Held!“ Oh, ja, ich liebe dieses ungezähmte Feuer hinter ihrer höflichen Fassade. 

„Forderst du mich gerade heraus, Kleine?“ Sie hat ja keine Ahnung, was ich noch alles mit ihr anstellen möchte. Ich ziehe sie wieder näher an mich, bis unsere Körper aneinander kleben. „Hast du schon vergessen, was hier vorhin passiert ist? Dir ist schon klar, dass ich noch so einige Lektionen für dich im Sinn habe, oder? Und du wirst es nicht fassen, wie sehr ich dich zum Schreien und Betteln bringen kann.“ 

Kapitel 3

Oh, Gott! Noch bevor mein Gehirn die Möglichkeit hat, all seine Worte zu verarbeiten, liege ich plötzlich mit dem Rücken auf der Matratze und spüre seine Lippen auf meinen. Seine Hand wandert unaufhaltsam meinen Bauch entlang nach unten und stoppt zwischen meinen Schenkeln. Seine Berührungen sind viel zu sanft und obwohl ich ihm keine Bestätigung geben will, drücke ich mein Becken unbewusst gegen seine Finger. Es fühlt sich an, als würde mein Körper meinem Verstand nicht mehr gehorchen und als hätte Miss Priscilla immer mehr die Kontrolle über mich. Dieses verdammte Biest!

„So hungrig?“ Seine Stimme klingt so dunkel und heiß, dass ich augenblicklich unter Strom stehe. Er streift mein Höschen zur Seite und gleitet mit seinen Fingern über meine Klitoris. Wann zum Teufel bin ich eigentlich so feucht geworden? Mit Dominic habe ich das Gefühl, dass ich so ausgehungert bin, dass ich sterben muss, wenn er nicht bald mit mir schläft. Er berührt mich auf eine Art, die ich bisher noch nicht kannte. Psychisch und physisch. Und eine Seite in mir, die bis jetzt anscheinend tief geschlummert hat, erwacht gerade mit einem riesigen Knall zum Leben. Jede Bewegung von ihm löst ein Kribbeln in mir aus und ich will ihn so sehr, dass ich gleich wahnsinnig werde. 

Mein Atem stockt, als seine Finger in mich gleiten. Keuchend stoße ich die Luft gegen seine Lippen. Mein Körper wölbt sich ihm entgegen und ich kralle meine Fingernägel in die Bettdecke. 

„Bereit, für mich zu betteln?“, raunt er verführerisch. 

Dass ich bereits nach dem Wort ‘bereit’ genickt habe, lässt ihn siegessicher schmunzeln. Oh nein, mein Lieber, betteln werde ich trotzdem nicht. Das kannst du vergessen!

Obwohl es in seinem Zimmer eher kühl ist, bringt meine Nervosität mich zum Schwitzen. Mein Herz pocht bis zur Decke und sein Kuss wird so intensiv, dass mir ganz schwummrig wird. Er schiebt einen Finger in mich, verteilt meine Nässe und kurz darauf folgt ein zweiter Finger, was mir erneut ein Stöhnen entlockt. Viel lauter, als ich es wollte, weil er gleichzeitig mit seinem Handballen über meine Klitoris reibt.

Ach du Scheiße! Das Ganze fühlt sich so perfekt an, dass ich nur noch Sekunden von einem Orgasmus entfernt bin. Ich bin so nah dran, dass selbst sein Atem auf meiner Haut alles in mir explodieren lassen könnte.

„Gefällt dir das?“, fragt er mich und seine Worte sorgen dafür, dass ich noch schärfer werde und mich wie ein Wurm winde. Und was macht er? Er lacht und zieht sich zurück.

Ernsthaft? Ich bin froh, dass Miss Priscilla nicht reden kann, sonst würde sie ihn in diesem Moment kniend anflehen, weiterzumachen. Ich muss mir auf die Unterlippe beißen, damit ich nichts sage, was ich später bereuen würde. Ich. Werde. Nicht. Betteln! Aber was er kann, kann ich schon lange, also lasse ich meine Hand bei ihm auf Erkundungstour gehen. Ich fahre über seine gottgleichen Bauchmuskeln und streiche dann an seinem Hosenbund entlang, bevor ich meine Finger über diese dicke Beule gleiten lasse, die sich unter dem Stoff verbirgt. Heilige Scheiße, ist der groß! Und hart. Und so präsent, dass ich alles andere vergesse. Als könnte er meine Gedanken lesen, entkommt ihm ein schnaubendes Lachen. Davon unbeeindruckt hebe ich den Bund an, um meine Hand darunter gleiten zu lassen, bevor ich anfange, ihn zu streicheln und zu massieren. Immer schneller. Immer fester. Ich kann spüren, wie er unter meinen Fingern noch härter wird, was mich motiviert, weiterzumachen. Bilde ich mir das ein, oder hat er sich da gerade ein Stöhnen verkniffen? 

Als er bei mir beginnt, wieder dort weiterzumachen, wo er vorhin gestoppt hat, treibt er mich innerhalb von Sekunden in den Wahnsinn. Seine akrobatischen Finger sind außerordentlich geschickt und er weiß genau, was er tut. Immer wieder stößt er mich bis zum Rande eines Orgasmus, bevor er den Druck wieder raus nimmt und mich an der Klippe hängen lässt. Egal wie sehr ich ihm mein Becken entgegen strecke, er spielt nach seinen Regeln und die finde ich gerade so richtig beschissen. Das macht er nur, um mir zu zeigen, dass er das Sagen hat. 

„Wie heißt das Zauberwort?“, fragt er mich mit einem dämonischen Grinsen im Gesicht. 

Ich presse die Lippen aufeinander, sage kein Wort und schüttle nur kurz den Kopf. 

„Also gut, du kleiner Sturkopf. Dann müssen wir wohl härtere Geschütze auffahren.“ Mit einem schnellen Ruck richtet er sich auf und rutscht ans Fußende des Bettes. Ich erschrecke so sehr, dass ich kurz quietsche wie ein kleines Mädchen. Er streift mit einer fließenden Bewegung meine Spitzenunterwäsche nach unten und gibt mir keine Zeit, um darüber nachzudenken, was er mit mir vorhat.

In dem Moment, in dem sein Kopf zwischen meinen Oberschenkeln verschwindet, fängt er auch schon an, fest an meiner Klit zu saugen und erzeugt einen Unterdruck, der mich laut aufstöhnen lässt. Mir entkommt ein überraschtes und überfordertes

„Oh, Gott!“. Ich glaube, ich bin kurz davor, abzuheben. Natürlich bemerkt das auch Dominic und bricht einfach ab. Um nichts Unüberlegtes zu sagen und ihn tatsächlich anzuflehen, weiterzumachen, presse ich die Lippen aufeinander und zwinge mich zum Schweigen. Dominic sieht mich an und grinst so schadenfroh, dass ich kurz davor bin, die Sache selbst zu Ende zu bringen. 

„Wie sieht es jetzt aus?“, will er wissen, aber ich werde ihn bestimmt nicht gewinnen lassen, also hört er von mir kein Wort. Ich mag ja nett und höflich sein, wie er immer betont, das heißt aber nicht, dass ich nicht auch stur sein kann. 

Während er mich mustert und auf eine Antwort wartet, die er von mir nicht bekommen wird, zieht er mir das T-Shirt über meine Brüste hoch und lässt danach seine Fingerspitzen über meine Nippel streifen. Ich will das gerade echt nicht gut finden, weil es ihn nur anfeuert, aber ich kann mein Seufzen und Wimmern einfach nicht mehr zurückhalten. Egal wie sehr ich gerade die Zähne zusammenpresse. 

Ich schließe die Augen, weil der Anblick von harten Muskeln und purem Testosteron, gemischt mit diesem wunderschönen Gesicht und den wild zerzausten Haaren, nicht gerade positiv dazu beiträgt, dass ich die Kontrolle über meinen Körper behalte. Als ich plötzlich ein Zwicken an meiner Brustwarze spüre, schnappe ich nach Luft und reiße die Augen wieder auf. 

„Augen zu mir!“, befiehlt er streng und sieht mich durchdringend an. Hat er mich gerade tatsächlich in die Brustwarze gezwickt? Und warum habe ich diesen Impuls bis direkt zwischen meine Beine gespürt?

Wenn er mich lassen würde, würde ich jetzt meine Oberschenkel aneinander pressen, um dem verwirrend intensiven Gefühl irgendwie auszuweichen, aber er unterbindet jede noch so kleine Bewegung von mir mit seinen starken Händen. Warum genau turnt mich das zusätzlich an?

Dominic zieht die Augenbrauen leicht zusammen, bevor er mit einem leisen Schnaufen und einem kurzen Kopfschütteln wieder zwischen meinen Beinen verschwindet. Er quält mich weiterhin, indem er meine Klitoris mit seinen Lippen und seiner geschickten Zunge so stark reizt, dass es fast weh tut. Ein guter Schmerz. Ein verdammt guter Schmerz. Ich bin kurz davor zu explodieren, als er plötzlich gleichzeitig mit einem Finger in mich eindringt. Oder sind es zwei? Scheiß egal! Hauptsache er macht damit weiter, damit endlich dieser Druck in mir raus kann.

Ich kann bald wirklich nicht mehr. Sein Rhythmus ist perfekt und der Orgasmus zum Greifen nahe, als er auf einmal wieder einfach von einer Sekunde auf die andere aufhört, mich zu stimulieren. Frustriert stöhne ich auf.

Ich hasse ihn! Am liebsten würde ich ihm ein Kissen an den Kopf werfen. Jeder einzelne Muskel in meinem Körper schmerzt vor Anspannung. Alles in mir schreit nach seiner Berührung. Nach ihm. Reflexartig greife ich mir zwischen die Beine. Es fehlt nur noch ein minimaler Reiz, ein bisschen Reibung – bis zu meiner Erlösung. Aber natürlich lässt er das nicht zu und packt mich am Handgelenk, um mich davon abzuhalten, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. 

„Oh nein, Kleine, das kann ich nicht zulassen. Diese Pussy gehört mir und nur ich darf sie berühren.“ Die kontrollierte Dominanz in seinem Blick hält mich in seinem Bann und ich erschaudere. Dann greift er nach meiner zweiten Hand, beugt sich über mich, positioniert beide auf Kopfhöhe und drückt sie fest in die Matratze. „Und wenn du dich nicht benehmen kannst, fessle ich dich schneller ans Bett als du blinzeln kannst.“ Seine Stimme ist streng. Bedrohlich. Bestimmend. Mir ist klar, dass ich gegen ihn keine Chance habe, und diese Tatsache macht mich gerade noch ein wenig heißer.

Kann man an einem zu lange hinausgezögerten Orgasmus sterben? 

Ich rotiere mit dem Becken und brauche unbedingt irgendeine Stimulation, bevor ich noch komplett verrückt werde. „Oh, Gott, bitte! Ich kann nicht mehr!“, flehe ich ihn an, weil ich diese Quälerei nicht noch länger ertrage. Meine eindringliche Bitte sorgt dafür, dass sich ein zufriedenes, selbstgefälliges Grinsen auf sein Gesicht schleicht. Ja, er hat gewonnen! Das ist mir allerdings gerade sowas von egal.

„Braves Mädchen“, lobt er mich, lässt von mir ab und drückt mir kurz darauf einen Kuss auf den Bauch. Das Lob gilt allerdings nicht mir, sondern Miss Priscilla, die so scharf ist, dass sie es irgendwie geschafft hat, die Kontrolle über mein Sprachzentrum zu gewinnen. Ich sollte sie dafür mit monatelangem Sexentzug strafen! 

Langsam begibt er sich wieder Richtung Süden, um seine Zungenakrobatikkünste fortzuführen. Als er endlich da ist, wo ich ihn brauche, saugt er wieder kraftvoll an meiner gereizten Perle. „Aah!“, stöhne ich überfordert. Ein Lustschauer jagt durch meinen Körper und ich strecke mich ihm gierig entgegen. Aber das lässt er nicht zu und drückt mich mit einer Hand an meinem Venushügel wieder in die Matratze. Wieder einmal überkommt mich dieses Gefühl der Hilflosigkeit – und ich liebe es, weil es mit unendlicher Erregung gekoppelt ist. Ich kralle meine Finger in die Bettdecke. Die Lust erreicht einen neuen Höhepunkt und es fühlt sich an, als würde mein Körper vor Anspannung zerreißen. Seine Finger stoßen tief in mich, während seine Zunge meinen Kitzler reizt. Ich bin kaum in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen. Da ist nur noch Verlangen. Pures, hemmungsloses Verlangen.

Es dauert keine Minute, bis ich komme. Der Orgasmus ist noch besser als der letzte, weil er sich wie eine langersehnte Erlösung anfühlt und dadurch extrem heftig ist. Selbst die Nachwellen, die nur langsam abklingen, fühlen sich besser an als jeder einzelne Orgasmus, den ich bis zum heutigen Tag hatte. Ich weiß nicht, was er mit meinem Körper macht – aber mein Herz will einfach nur bleiben. Bei ihm. In diesem Moment. Vielleicht für immer. Während ich noch glücklich und benebelt an die Decke grinse, legt Dominic sich wieder neben mich. Irgendwie habe ich das Gefühl, mich revanchieren zu müssen. Immerhin steht es Zwei zu Null.

Plötzlich dreht er sich von mir weg, und kurz befürchte ich, dass er einfach ohne ein Wort in einen Tiefschlaf fällt. Tut er nicht. Er holt etwas aus der kleinen Schublade des runden Tischs, der neben dem Bett steht, und dann höre ich auch schon das verräterische Knistern eines Kondompäckchens. Das Geräusch bringt meinen Puls in Sekundenschnelle zum Rasen. Nicht wegen dem, was gleich passiert – sondern wegen dem, was es bedeutet. Er will mich. Und diesmal wirklich.

Kapitel 4

Mit einer routinierten Bewegung ziehe ich mir das Kondom über und knie mich anschließend zwischen ihre Beine. Liz beobachtet jede meiner Bewegungen, während ich mit der Hand über meine Härte streife. 

„Macht dich das geil?“ Ich kann mir beim besten Willen das Grinsen nicht verkneifen.

Schockiert wandern ihre Augen von meinem Schwanz zu meinem Gesicht. Ihre Pupillen weiten sich und ihre Brust hebt und senkt sich immer schneller. „Ich …“ Schamesröte kriecht ihr ins Gesicht, was ich ziemlich süß finde. 

„Du darfst es ruhig geil finden, Liz. Niemand wird dich verurteilen – am wenigsten ich.“ 

Sie presst die Lippen aufeinander und nickt kaum merklich, als müsste sie sich selbst Mut zusprechen. Als ich meine Hände neben ihrem Kopf platziere und mich zu ihr runterbeuge, verändert sich ihr Gesichtsausdruck. Von peinlich berührt zu …

„Hast du Angst vor mir?“ Mit zusammengezogenen Augenbrauen mustere ich sie.

Ihr Kopfschütteln ist wenig überzeugend. „Nein, aber …“

„Aber?“ In dieser Position kann sie mir nicht entkommen und ich werde sie nicht freigeben, solange ich keine zufriedenstellende Antwort habe.

„Brauchst du das? Mit dem …“ Sie bricht ab, als hätte sie Angst, ihre Frage auszusprechen.

Verwirrt sehe ich sie an und bin mir nicht sicher, ob ich ihr folgen kann. 

„Dieses Zimmer …“ Verlegen wendet sie den Blick immer wieder ab. „Das mit dem BDSM … Die Peitschen …“, präzisiert sie.

Seufzend schüttle ich den Kopf und bekomme den Eindruck, dass Charlie mehr geplaudert hat, als mir lieb ist. „Ja, ich will dich dominieren. Das ist ein Teil von mir. Aber ich will es nicht zu jedem Preis. Glaubst du mir, wenn ich dir sage, dass ich dich auch ohne den ganzen Fetisch heiß finde?“ 

Zaghaft nickt sie. „Kannst du mir … Ich will mehr darüber lernen.“

Unwillkürlich entweicht mir ein schnaufendes Lachen. „Ich hab leider gerade keine Gebrauchsanweisung dabei. BDSM ist kein Fach, für das man lernen kann. Es geht weit über kleine Fesselspiele hinaus. Du musst es fühlen. Und vor allem musst du es tief in dir wollen.“

„Aber ich will es wirklich. Ich will, dass es gut für dich ist. Du musst mich nicht mit Samthandschuhen anfassen. Max war auch oft … grob.“ 

Bei ihren Worten presse ich die Kiefer aufeinander und verkrampfe meine Hände. „Grob …“, wiederhole ich dieses eine Wort. „Es geht nicht um stumpfe, sinnlose Gewalteinwirkung, Liz. Es geht um Vertrauen, Kommunikation und einvernehmliches Erleben intensiver Erfahrungen. Um freiwillige Unterwerfung, nicht einfach darum, einer Frau Schmerzen zuzufügen. Ja, Schmerz gehört dazu, aber bestimmt nicht so, wie du es vielleicht erlebt hast.“ Eines ist klar: Wenn Liz an den Falschen geraten würde, wäre sie mit ihrem Wunsch, bedingungslos zu gefallen, in dieser Szene gefundenes Fressen. „Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen. Darum, dem devoten Part etwas zu geben, was er sich selbst nicht erlauben würde – Freiheit durch Hingabe. Ohne seinen Partner dabei fallen zu lassen.“

„Ich verstehe …“, flüstert sie.

„Das bezweifle ich.“ Ich beschwichtige meine Worte mit einem Kuss, weil ich nicht will, dass sie sich ihren hübschen Kopf darüber zerbricht. „Wenn du etwas ausprobieren willst, kannst du es mir sagen. Aber der Anstoß muss von dir kommen. Ich werde dich nicht zu irgendwelchen Praktiken überreden.“

„Ich will es. Alles.“

Ihre naive Aussage bringt mich zum Schmunzeln. „Du hast keine Ahnung, was du da sagst. Aber ich fühle mich geschmeichelt, dass du mir anbietest, dich benutzen zu dürfen.“ Bei dem Wort ‘benutzen’ zuckt sie kaum merklich zusammen und sieht mich mit ihren großen, unschuldigen Augen an. Diese Reinheit, die sie ausstrahlt, hat etwas Anziehendes an sich. Es weckt den Wunsch in mir, sie zu verderben, zu beflecken und aus ihrer Komfortzone zu locken. Aber ich will sie nicht verschrecken und unvorbereitet ins kalte Wasser werfen. 

„Heute will ich einfach nur mit dir schlafen. Kein Safeword. Stopp heißt stopp und nein heißt nein.“ Ein schmutziges Grinsen legt sich über meine Lippen. „Aber der Gedanke, dich auf alle erdenklichen Weisen entjungfern zu dürfen, ist zugegebenermaßen sehr reizvoll.“ Innerlich ermahne ich mich erneut, es langsam angehen zu lassen, aber angesichts der Tatsache, dass diese wunderschöne Frau nackt vor mir liegt, erweist sich das als äußerst schwierig. Abgesehen davon werde ich bei den schmutzigen Bildern in meinen Kopf gerade wieder steinhart.

„Dir macht es Spaß, mich zu quälen, hab ich recht?“ Ihre blauen Augen funkeln angriffslustig. 

„Du hast ja keine Ahnung, wie sehr.“ Ich vergrabe meine Finger in ihrem Haar und küsse sie. Hart, fordernd, verlangend, während ich meinen Schwanz über ihre Schamlippen gleiten lasse. Ein Zittern durchfährt ihren Körper. Jedes Mal, wenn ich ihre gereizte Klit treffe, zuckt sie unter mir zusammen. Ich schließe meine Faust in ihren Haaren fester, was ihr ein Wimmern entlockt. „Du willst es also hart?“, raune ich und richte meinen Ständer an ihren Eingang aus.

„Ja“, haucht sie und kommt mir mit ihrem Becken entgegen. Also fackle ich nicht lange und dringe in sie ein. Sie ist noch immer verdammt feucht und stöhnt laut auf, aber obwohl ich mich noch nicht ganz in ihr versenkt habe, verzieht sie schmerhaft das Gesicht. 

„Selbstüberschätzung tut weh. Merk dir das.“ Meine Stimme klingt dunkler als gewollt und ich spüre ihre Anspannung. Keine Angst, aber Unwohlsein. „Keine Sorge. Ich passe auf dich auf.“ Mit meinen Lippen verschließe ich ihren Mund, der sich bei ihrem Stöhnen geöffnet hat. Dann dringe ich vorsichtig weiter in sie ein. Ein leises Stöhnen entkommt meiner Kehle, weil sich ihre Pussy so perfekt um meine Härte schmiegt. „Du fühlst dich so gut an. Versuch dich zu entspannen.“ Langsam entspannen sich ihre verkrampften Muskeln, während ich einen Rhythmus finde, der uns beide in den Wahnsinn treibt. „So ist es gut.“ Fast zu gut. Ich klinge jetzt schon atemlos, obwohl ich eindeutig mehr gewohnt bin.

Sex mit Liz ist aber anders. Gefühlvoller. Bedeutender. Intensiver. Nach und nach gewöhnt sie sich an mich. Ihr Stöhnen wird lustvoller und sie schlingt die Beine um mich. Sofort reagiere ich mit schnelleren, festeren Stößen. Ich packe eines ihrer Beine in der Kniekehle und ziehe es zu ihrer Brust. Der neue Winkel ist so perfekt, dass wir beide gleichzeitig aufstöhnen. Mein Rhythmus verändert sich. Die Bewegungen werden gemächlicher, trotzdem fühlt es sich intensiver an, weil ihr gekipptes Becken mir erlaubt sie noch tiefer zu ficken. Das Schmatzen ihrer feuchten Mitte vermischt sich mit ihrem Keuchen. Ich beobachte sie und suche nach einem Zeichen, dass es ihr zu viel wird. Immer wieder erinnere ich mich daran, dass ich mich nicht verlieren darf, dass ich sie nicht überfordern darf. Aber scheiße ich hatte keine Ahnung, wie viel mir das abverlangt. Ich kneife die Augen zusammen und atme tief durch, um mich zu sammeln. 

„Ich halte dich aus.“ 

Überrascht halte ich inne, öffne ich die Augen und blicke in ihre blauen Iriden. Sie schmunzelt, als hätte sie meinen inneren Monolog gehört. Mit zusammengepressten Lippen schüttle ich den Kopf. „Nicht heute.“

„Warum nicht?“ Ihr flehender und zugleich verführerischer Blick macht die Situation nicht leichter für mich.

„Weil du so verdammt scharf bist, dass ich Angst habe, die Kontrolle zu verlieren.“ Ich kann sie nicht so behandeln wie eine Sub aus Brandons Club. Wenn ich ihr zeige, was für mich normal ist, besteht die Gefahr, dass sie sich von mir abwendet. Aus Angst, Ekel oder Ablehnung. Sie muss erst verstehen, worum es wirklich geht und worauf es ankommt. Wären wir in Plainfield, würde ich sofort einen Abstecher in den Black Shadows Club planen und ihr zeigen, dass Lust mehr Gesichter hat, als sie bisher kennt. 

Nervös beißt sie sich auf die Unterlippe. „Ich vertraue dir.“ Zärtlich lässt sie ihre Hand über meinen Nacken gleiten.

Fuck!

---ENDE DER LESEPROBE---