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Erzählt wird die Geschichte von Sandra, einer Frau Anfang 50, die ihr komisches Talent entdeckt und noch eins drauf legt: Sie will ihr eigenes Bühnenprogramm. Trotz mancher mangelnden Fähigkeiten lässt sie sich nicht von ihrem Weg abbringen. Dazu lernt sie noch ein wenig Gitarre spielen und ein wenig Zauberei. Unterhaltsam, tragisch, komisch ...
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Seitenzahl: 43
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Sandra Notthoff
Honky Tonk for to go II
Wie alles weitergeht ...
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Kapitel II – es geht weiter …
Impressum neobooks
Sandra hatte aber nicht nur die Vorbereitungen zu ihrer ersten eigenen Bühnenshow. Zum einen war da ihr Nebenjob und zum anderen stand dringend eine Renovierung ihrer Wohnung an. Die Küche hatte es bitter nötig und das Wohnzimmer sollte endlich auch ein wenig verschönert werden. Nicht, dass ihr Wohnzimmer hässlich war. Nein, jeder der Sandra besuchte war begeistert ob ihres Geschmacks. Es waren nur die Gardinen, die Sandra schon lange störten. Es sollten endlich Schiebevorhänge vor die Wohnzimmerfenster. Für die meisten Männer ein Klacks – für Sandra eine wahre Herausforderung: Denn Bohren war so gar nicht ihr Ding. Lieber hätte sie bohren lassen und deshalb hatte sie auch einen Nachbarn um Hilfe gebeten. Nur – wie sie fast schon befürchtet hatte, ließ der sich nicht blicken. Also, selbst ist die Frau. Mit Ach und Krach bekam sie die Schiene für die Schiebegardinen in der Küche montiert. Und es wäre ein voller Erfolg gewesen, wenn es denn nicht stören würde, dass zwischen der Schiene und der Decke ein etwa 1 ½ Zentimeter breiter Spalt klaffte. Aber: es hielt …
Und trotz allem sah es schick aus. Sandra war eine wahre Weltmeisterin in Sachen sparen. Das hatte sie von ihrem Papa. Und den hatte sie mittlerweile locker überflügelt. Obwohl Sandra den Nebenjob hatte, konnte man nicht unbedingt sagen, dass sie reich dabei geworden wäre. Diesen Monat mussten noch die restlichen sechzig Euro an den Musikladen "abgedrückt" werden. Das tat weh. Musste aber sein, denn auf Sandra konnten sich die Leute verlassen. Sie hielt ständig ihre Versprechen ein und nichts war ihr mehr zuwider, als gemachte Vereinbarungen zu brechen bzw. wenn sie gebrochen wurden. Und letzteres kam in Schwerin relativ häufig vor. Nicht nur, dass den Meister des Bohrers die spontane Unlust t überfallen hätte – nein, auch eine wildfremde Frau hatte Sandra "draufgesetzt". Da sie ja mit jedem Cent rechnen musste, hatte sie lange und ausführlich im Internet recherchiert, wo sie das benötigte Material für die Renovierung am günstigsten bekommen würde. Und das war in Schwerin die Domäne. Sorry für die Schleichwerbung – war halt am billigsten. Neben dem üblichen Malerbedarf, wie Pinsel, Malerrolle, Farben, Spachtel usw., kaufte sie sich noch eine Küchenlampe und die besagten Schiebevorhänge. Das – so meinte Sandra – käme am ehesten an ihren Stil heran, klassische Eleganz. Als sich der Einkaufswagen immer weiter füllte und diametral das Portemonnaie immer leerer würde, fragte sie vollkommen ungeniert die Verkäuferin, ob es nicht einen Sonderrabatt bei einem so üppigen Einkauf gäbe. Und die machte den Fehler "Nein" zu sagen. Aber nicht mit Sandra! "Dann holen sie mir bitte jetzt auf der Stelle den Geschäftsführer", überrumpeltete Sandra die Verkäuferin, die den Mund daraufhin nicht mehr zubekam. Im Grunde genommen tat sie Sandra leid. Wahrscheinlich alleinerziehende Mutter, die gezwungen war, auch samstags zu arbeiten. Aber eine Devise von ihr war, dass man zur Not nicht immer Rücksicht auf Einzel Schicksale nehmen konnte. Wie eben auch in diesem Fall. Hier ging es für sie um Bares. Die Verkäuferin war einen Moment lang vollkommen neben der Spur. "Warum kommen sie denn nicht einfach Morgen und kaufen das alles ein?" Sandra kam sich einen kurzen Moment lang verarscht vor. Denn der nächste Tag war ein Sonntag! "Morgen ist doch Sonntag, wollen sie extra wegen mir in den Laden kommen?
Die Verkäuferin erklärte ihr, dass es verkaufsoffener Sonntag war. Und der absolute Oberhammer: 20% Rabatt auf alle nichtreduzierten Artikel. Und Sandras Einkaufskorb war voll davon. Nur wie sollte sie das alles so ganz ohne Auto transportiert bekommen? Neben ihr stand eine seriös aussehende Frau, die gerade Gardinen kaufen wollte und mit der anderen Verkäuferin aus der Gardinenabteilung vereinbarte, die Ware am nächsten Tag abzuholen – sie hatte das von mir mit den 20% erfahren. Ohne einen auch nur darüber nachzudenken sprach Sandra die Frau an und fragte sie, ob sie sie nicht mitnehmen könnte. Die Frau schaute etwas verwirrt, willigte aber ein. Sie ließ sich Sandras Handynummer geben und beide wollten sich gegen 14:00 Uhr dort treffen und dann würde sie Sandra mit zurück in die Stadt nehmen.
