Hot Office Rival: Do You Dare? Entfesselt - Sophia Chase - E-Book

Hot Office Rival: Do You Dare? Entfesselt E-Book

Sophia Chase

0,0

Beschreibung

Ein gefährliches Spiel am Arbeitsplatz … Nach einer gescheiterten Verlobung und als neuer Kopf der Firma ihres Vaters, hat Ava Hill einen sehr dünnen Geduldsfaden – und Alexander Wellington scheint fest entschlossen auch diesen zu kappen. Aufbrausend, egoistisch und attraktiver als gut für ihn ist, sieht er es gar nicht ein, sich von Ava herumkommandieren zu lassen. Während sie krampfhaft versucht die Professionalität zu wahren, setzt er alles daran ihre Grenzen ins Schwanken zu bringen – bis eine wilde Affäre zwischen den beiden entbrennt, die ihre Karrieren in Gefahr bringen könnte. Ava kann nicht anders als sich dieser neu entfachten Leidenschaft hinzugeben – aber was wird sie tun, wenn ihr Herz auf einmal mit im Spiel ist? Prickelnde Workplace Romance mit Enemies-to-Lovers-Bonus!  

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 374

Veröffentlichungsjahr: 2026

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Über dieses Buch:

 

Nach einer gescheiterten Verlobung und als neuer Kopf der Firma ihres Vaters, hat Ava Hill einen sehr dünnen Geduldsfaden – und Alexander Wellington scheint fest entschlossen auch diesen zu kappen. Aufbrausend, egoistisch und attraktiver als gut für ihn ist, sieht er es gar nicht ein, sich von Ava herumkommandieren zu lassen. Während sie krampfhaft versucht die Professionalität zu wahren, setzt er alles daran ihre Grenzen ins Schwanken zu bringen – bis eine wilde Affäre zwischen den beiden entbrennt, die ihre Karrieren in Gefahr bringen könnte. Ava kann nicht anders als sich dieser neu entfachten Leidenschaft hinzugeben – aber was wird sie tun, wenn ihr Herz auf einmal mit im Spiel ist?

eBook-Neuausgabe März 2026

Ein eBook des venusbooks Verlags. venusbooks ist ein Verlagslabel der dotbooks GmbH, München.

Die Originalausgabe erschien erstmals 2015 unter dem Originaltitel »Do you dare – Entfesselt« im Selfpublishing.

Copyright © der Originalausgabe Jennifer Rottinger 2015

Dieses Werk wurde vermittelt durch die Textbaby Medienagentur, www.textbaby.de

Copyright © der Neuausgabe 2026 venusbooks Verlag.

venusbooks ist ein Verlagslabel der dotbooks GmbH, München.

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Wildes Blut – Atelier für Gestaltung Stephanie Weischer unter Verwendung mehrerer Bildmotive von © shutterstock /shutterstock AI

eBook-Herstellung: dotbooks GmbH unter Verwendung von IGP (lj)

 

ISBN 978-3-69076-963-1

 

***

 

Liebe Leserin, lieber Leser, wir freuen uns, dass Sie sich für dieses eBook entschieden haben. Bitte beachten Sie, dass Sie damit gemäß § 31 des Urheberrechtsgesetzes ausschließlich ein Leserecht erworben haben: Sie dürfen dieses eBook – anders als ein gedrucktes Buch – nicht verleihen, verkaufen, in anderer Form weitergeben oder Dritten zugänglich machen. Die unerlaubte Verbreitung von eBooks ist – wie der illegale Download von Musikdateien und Videos – untersagt und kein Freundschaftsdienst oder Bagatelldelikt, sondern Diebstahl geistigen Eigentums, mit dem Sie sich strafbar machen und der Autorin oder dem Autor finanziellen Schaden zufügen. Bei Fragen können Sie sich jederzeit direkt an uns wenden: [email protected] . Mit herzlichem Gruß: das Team des venusbooks-Verlags

 

***

 

Besuchen Sie uns im Internet:

www.venusbooks.de

www.facebook.com/venusbooks

www.instagram.com/venusbooks

Sophia Chase

Hot Office Rival: Do You Dare? Entfesselt

Roman

 

EINS

 

Kein Applaus, keine Jubelschreie, nicht einmal zustimmendes Brummen oder Murmeln. Gott, ich hatte mir mehr erwartet! Innerlich knicke ich ein und ziehe den Verschluss meines Stiftes zum zehntausendsten Mal ab. Grunzi, wie ich die Frau in dem viel zu kurzen türkisen Kleid heimlich nenne, sieht von mir weg – wer achtet auch auf die verkorkste Schachtel, die glaubt, etwas Irrwitziges gesagt zu haben, wo doch die eigentliche Attraktion nur wenige Zentimeter weiter zu finden ist?!

Grunzi und … Moment, um ihn benennen zu können, dauert es etwas länger. Grunzi ist mir unbekannt. Sie kenne ich erst seit ungefähr zwanzig Minuten. Der Kerl gegenüber von mir ist seit Jahren Teil meines Lebens, welches seit unserem ersten Zusammentreffen immer wieder durcheinandergewirbelt wurde. Um es in einfachen Worten auszudrücken: Er ist ein Arschloch. Ein großes, fettes, widerliches Arschloch. Ein unsympathischer, launenhafter, besserwisserischer, eingebildeter, aufgeblasener Affe. Na gut, die Liste mit all seinen Eigenschaften wird etwas länger, wenn ich anfange mir über ihn und seine Moral, seine Lebensumstände, sein Verhalten, sein Reden, sein Handeln und vor allem sein Benehmen mir gegenüber Gedanken zu machen. Krösus war ein Scheißdreck dagegen.

Bevor ich Alexander Wellington traf, hatte ich geglaubt, das Gen, einen Menschen abgrundtief hassen zu können, gar nicht erst zu besitzen. Es existierte für mich nicht – genauso wenig wie es Menschen wie Alex taten. Sie waren einfach nicht da. Ich bekam auch sonst genügend Gelegenheiten, auf die Nase zu fallen, doch mit all den Menschen, mit denen ich Streit hatte, konnte man wenigstens reden. Alex hingegen ist nicht von dieser Welt – und damit meine ich nichts Positives. Gut, an dem Tag, an dem er geschaffen wurde, war Gott zuerst glücklich, beschenkte ihn mit seinem wunderschönen Gesicht, dem großartigsten Männerkörper, den ich je gesehen habe, und einer Ausstrahlung, die jede Frau auf diesem Planeten dahinschmelzen lässt. Dann kam etwas dazwischen. Irgendein Idiot auf der Erde hatte Blödsinn gemacht, weshalb Gott sauer wurde und den schönen Mann mit einer großen Portion Hass, einer Prise Schlechtheit und einem Löffel Egoismus versah, ehe er ihn als Rache für den Blödsinn zur Erde sandte – geradewegs in meine Arme. Von da an wurde mein Leben auf den Kopf gestellt.

Zurück zu Grunzi, die erneut nervös lacht, wodurch diese komischen Laute aus ihrem Mund kommen, die mir durch Mark und Bein gehen. Alex beugt sich derweil nach hinten, streckt seinen Rücken durch und präsentiert ihr damit seinen Körper, für den er laut eigenen Angaben täglich trainiert. Warum ich das weiß … bitte nicht nachfragen. Ich höre und sehe zu viel, seitdem ich vor drei Monaten zurück nach London gekommen bin, um den Platz meines Vaters einzunehmen, der auf den Bahamas Sangria schlürft, seinen Ruhestand genießt und mich geradewegs in die Hölle geschickt hat.

Grunzi greift nach einem weiteren Blatt Papier, das mit unrealistischen Ziffern, Stückzahlen und Vertragsklauseln übersät ist, die unsere Firma nicht wird einhalten können. Alleine wenn ich mir Grunzis Vorführmodell ansehe, weiß ich, dass wir auf keinen grünen Zweig kommen werden. Grunzi selbst hat aber Stil. Sie ist sicher bei dem, was sie tut. Eine Jungunternehmerin aus London, die alles gegeben hat, um bei StillHill als Vertriebspartnerin vorsprechen zu dürfen. Alex’ Team war für die Vorarbeit zuständig, die ziemlich mies war, wie mir gerade bewusst wird. Mein Team hätte es viel besser gemacht, signalisiere ich mittels zusammengekniffener Augen, als er mich ansieht.

Mein Team und sein Team – seit meiner Ankunft bei StillHill arbeiten wir mehr gegeneinander als miteinander. Wir sind praktisch zwei Teams mit zwei Bossen, die sich um jeden Preis überbieten wollen. Ich weiß ziemlich genau, wohin so etwas führt, bin aber nicht gewillt, mein Recht als Erbin dieses Unternehmens außer Acht zu lassen.

Ich weiß nicht einmal, welches Problem er eigentlich mit mir hat. Ich war ihm gegenüber nie frech oder bin übers Ziel hinausgeschossen. Es hat einmal ein Prickeln gegeben, das kann keiner von uns abstreiten. Der Moment, in dem sich unsere Hände zum ersten Mal berührten, ich zurückhaltend lächelte und er mir zuzwinkerte, veränderte etwas in mir. Heute ist mir klar, dass dieses Zwinkern Stufe eins seines Flirtverhaltens ist, und ich bin immer noch auf der Suche nach dem Grund, weshalb nach dieser Stufe keine weitere kam und er mich von sich stieß. Kommt er mit meiner Position in der Firma nicht zurecht? Immerhin bin ich ihm ebenbürtig, und das kann das Ego von Männern, die sich Frauen wie ein Spielzeug aussuchen, massiv kränken.

»Danke«, sage ich im höflich-nüchternsten Tonfall, den ich finden kann, und gebe die Stoffprobe an Grunzi zurück. »Ich … wir …«

»Wie sieht es mit der Lieferbarkeit aus?«, unterbricht mich Alex und lenkt Grunzis Aufmerksamkeit erneut auf sich selbst. Ihn, den Herrn aller Dinge. Ich beobachte, nein, erdolche ihn mit meinen Augen. Er mag privat null Respekt vor Frauen haben, aber verdammt noch mal, ich bin seine Partnerin. Ich verlange doch nicht, dass wir Händchen halten. Ich fordere lediglich Respekt, und den zollt er mir nicht. Auch jetzt nicht, da er mich vor Grunzi als stotterndes Weib dastehen lässt.

»Er hört ihr doch nicht einmal zu, dieser Mistkerl. Ich wette, er denkt gerade daran, wie er die Kleine in seinem Jacuzzi ficken wird«, raunt Chris, mein Assistent, mir zu.

»Er hat bestimmt keinen Jacuzzi, in denen er Weiber fickt. Ich denke, er plant, wie er Grunzi hier vor mir auf dem Tisch vögelt. Das würde ihm gefallen, da er mich … wie sagte er … prüde findet.«

»Er hat einen Jacuzzi. Frag nicht, woher ich das weiß, Süße.«

Chris ist schwul, weshalb er in meinem Team ist. Ihm ist dasselbe wir mir widerfahren. Wir alle ließen uns von diesem göttlichen Gesicht täuschen – und erlebten unser blaues Wunder.

Jacuzzi hin oder her, irgendetwas sagt mir, dass dieser Mistkerl etwas plant. Ja, diesen konzentrierten Gesichtsausdruck erkenne ich unter tausend Leuten wieder. Im nächsten Moment ärgere ich mich aber fürchterlich über mich selbst, da sowohl Alex als auch Grunzi zu mir sehen und auf eine Antwort oder irgendeine Reaktion warten. Ich kann aber nichts entgegnen, weil ich ihnen nicht zugehört habe und daher nicht weiß, was sie geredet haben. Chris erhält einen Tritt gegen sein Schienbein, was sein Lachen, das Grunzis ähnelt, verstummen lässt. Das Wort Jacuzzi bringt er nur noch als »Jacu- …aua« heraus.

Ich winde mich auf meinem Stuhl und spüre Alex’ Augen auf mir ruhen. Dieses Graublau, das Stahl schneidet und sibirische Kälte versprüht. »Entschuldigen Sie, Grun …, äh, Miss Kenner, ich habe mich gerade mit Chris besprochen. Sie verstehen«, setze ich nach und straffe meine Schultern, wie es mein Vater tun würde, um meine Autorität zu unterstreichen.

Nur dass dein Vater nicht über Alex’ vermeintliche Jacuzzi-Erlebnisse nachdenken, sondern arbeiten würde!

Grunzi wirkt etwas unsicher – oder halt … ist sie sauer? Wer könnte es dem armen Ding auch verübeln?

»Ich verstehe. Ja, aber …«

»Miss Hill hat gerade eine schwere Trennung hinter sich. Überraschend und traurig, beinahe tragisch. Sie ist etwas angeschlagen, und wir sollten Rücksicht auf sie nehmen.«

Chris schnappt nach Luft, und ich bin schockiert, als ich Alex lausche und spüre, wie ich tiefer und tiefer falle, während mein Gesicht knallrot wird. Seine Worte sind der reinste Hohn, zumal er vor mir, nachdem ich nach der Trennung, die eigentlich die Lösung einer Verlobung mit geplanter Hochzeit war, nach London gekommen war, um meinen Umzug zu planen, betonte, wie tragisch das alles sei. Zudem wunderte es ihn doch, wie lange die Beziehung zwischen mir und Nathan gehalten hatte. »Meinen Glückwunsch zu Nathans zurückgewonnener Freiheit. Er hat lange durchgehalten, doch wahrscheinlich waren ihm die spätpubertären Ausflüchte seiner Zukünftigen dann einfach zu viel«, sagte er damals, und ich hatte Mühe, das Verlangen, ihm eine Ohrfeige runterzuhauen, zu bekämpfen. Seiner Zukünftigen? Nenn das Kind doch beim Namen. Er dachte, ich sei schuld an der Trennung. Dabei hatte er gar keine Ahnung, dieses miese Arschloch, das nur Sekunden später, als mein Vater von der Toilette zurückkam, den zuckersüßen, feinfühligen Mann spielte, der meinem Vater sein tiefstes Bedauern aussprach.

»Ich denke wirklich nicht, dass dieses Thema hier hereingehört, Mister Wellington«, fauche ich dank der Wut, die bei der Erinnerung an diesen Tag in mir hochsteigt, klappe die Mappe lautstark zu und reiche sie Grunzi. »Danke noch einmal, Miss Kenner, aber ich fürchte, Ihre Linie passt nicht zu unserem Namen.« Böser Blick zum schwanzgesteuerten Arschloch, bedauerndes Gesicht für Grunzi und erheben. Gut, Ava. Sehr gut. Du bist richtig in Form, auch wenn du kurz davor stehst zu heulen, da dieses Pimmelgesicht wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen hat.

»Aber, Alex … ich meine, Mister Wellington hat mir gesagt, Sie wären bestimmt daran interessiert, und dieses Treffen sei nur noch Formsache«, nagelt mich Grunzi fest, springt von ihrem Stuhl auf und hält mich vom Gehen ab.

Ich pralle halb mit Chris zusammen, der bei Grunzis Gejammer die Augen verdreht. »Formsache?«, wiederhole ich und wende mich an Alex, der hinter Grunzi Stellung bezogen hat und seine Hände in seine Hosentaschen steckt. Gott, wie ich diese Pose an ihm hasse. »Formsache, Alex? Wir haben etwas völlig anderes vereinbart, und ich finde es unpassend …«, dass du ganz offensichtlich mit Grunzi vögelst, unterdrücke ich den Rest des Satzes noch rechtzeitig und blase eine imaginäre Strähne aus meinem Gesicht. Scheiß auf den Jacuzzi und seine Pläne. Er hat Grunzi längst dort, wo er sie wollte, und beim heiligen Krautkopf, ich kenne seine Flirtstufen bedeutend besser als meine eigenen. In diesem Moment sieht er von hinten auf sie, fängt ihren hilfesuchenden Blick auf und streckt heimlich seine Hand nach ihrem Rücken aus, wo er sie sanft tätschelt.

Ich wette, bei allem, was mir lieb ist, dass er sie nur ins Bett bekam, weil er ihr diesen Clou versprach. »Lass mich dich ficken, Baby, und ich schaue, was ich in beruflicher Hinsicht für dich tun kann.« Ja, ich höre ihn das förmlich bei irgendeiner Party in ihr Ohr säuseln. Dabei ahnt Grunzi noch gar nichts von dem schlimmen Schicksal, welches ihr bevorsteht. Viele Dramen, die er ausgelöst hat, habe ich gezwungenermaßen hautnah miterlebt. Da gab es Abgänge mit Zusammenbrüchen, Tränen, Morddrohungen (die mir immer am besten gefielen) und angebliche Liebesgeständnissen, die dieses abgebrühte Arschloch eiskalt ließen, da er längst eine andere hatte, die sich um seinen bedenklich unersättlichen Pimmel kümmerte. Mir taten die Frauen zu anfangs wirklich leid, bis ich begriff, auf welche Masche sie hereingefallen waren: das Versprechen eines Deals mit meiner Firma. Es ist immer der gleiche Scheiß – so was würde ein Mann bei Verstand niemals sagen … zumindest nicht ohne Hintergedanken.

Doch Alex wäre nicht so verdammt gut in seinem Job, wenn er nicht wüsste, wo er steht. Ihm mag ein Teil dieser Firma gehören – der größte Teil liegt jedoch bei mir und meiner Familie, für die ich vertretend stehe. Ich alleine habe das letzte Wort. Ich mag unfair erscheinen, aber ich schüttele den Kopf, verschränke die Arme und bedenke Grunzi und Alex mit einem einfachen »Nein«, ehe ich mich umdrehe und mit Chris im Schlepptau den Konferenzraum verlasse.

Gott, es ist geil, Königin zu sein. Es ist geiler als alles anderes. Es tut gut, Alex’ verdattertes Gesicht und Grunzis hängende Schultern zu sehen. Dennoch stapfe ich mit einem unguten Gefühl in mein Büro, lasse Chris an seinem Schreibtisch zurück und fuchtele mit der Hand, als er anfängt, über Alex zu wettern. »Gib mir zwei Minuten«, bitte ich ihn und schlage die Tür hinter mir zu.

Mein Büro, mein Reich. Mein Schutzbunker. Bevor mich mein Vater mit seinem Posten als Spitze des Unternehmens betraute, war ich als Leiterin für unseren Sitz in New York zuständig. Die USA waren der Hit, mein Baby, das ich abgab, um meinem Vater diesen Gefallen zu erfüllen. Vielleicht tat ich es auch, um vor meinem Ex-Verlobten zu flüchten, der mich verließ, als sei ich eine alte, verrunzelte Kartoffel. In New York war alles gut. Ich ging verdammt gerne zur Arbeit, hatte viele Freunde, wurde geschätzt und respektiert. Es gab so gut wie kaum Tage, an denen ich mich auf dieselbe Art in meinem Büro verkroch wie gerade jetzt. Alles änderte sich, als ich nach London kam, da ich nun jeden Tag mit Alexander Wellington zu tun habe. Ich habe wirklich mit ihm zu tun, er ist ein harter Gegner, der mich wie eine alte Jungfer in meinen schützenden Turm eilen lässt, kaum vertritt er eine andere Meinung als ich– was genau genommen immer vorkommt.

Ich kann den Zeitpunkt, als wir begannen, uns zu hassen, nicht genau eruieren. Es war irgendwann zwischen dem ersten Handshake und dem Essen mit meinem Vater – also innerhalb weniger Minuten.

Gott, lass diesen Tag vergehen, und sorge bitte dafür, dass Alex von einem Schwertransporter niedergefahren wird!

Als ich seine wütende Stimme draußen vernehme, kneife ich die Arschbacken zusammen und nehme mein zerknautschtes Gesicht aus der schützenden Grube, die meine Hände bilden. Ich fahre den Computer hoch, wackele ein paar Mal mit der Maus und tue so, als wäre die Konfrontation mit Alex vor Grunzi spurlos an mir vorübergegangen. Ich mime den knallharten Boss, wie es mein Vater war, auch wenn ich dagegen wie eine Witzfigur wirke. Doch ich brauche Rückgrat und Stolz. Ich brauche die ganze Kraft, die mir dieses Büro gibt, als Alex die Tür aufreißt, Chris im Hintergrund mit hochrotem Kopf auftaucht und ich so tue, als würde ich diesen eingebildeten Schwachkopf nicht bemerken.

»Könnten Sie mir sagen, was das sollte?«, fährt er mich an und ist nach nur drei Schritten an meinem Schreibtisch angelangt.

Er kann mir nichts anhaben! Er kann mir nichts anhaben! »Was was sollte?«

»Ihr Vater hätte diesem Vertrag zugestimmt. Kenners Arbeit ist großartig, das wissen Sie.«

Tue ich das? »Mein Vater ist knapp vierzig Jahre älter als ich, ein Mann und hat Ihnen aus der Hand gefressen. Das hätte sicherlich dazu geführt, dass er Miss Kenner zugestimmt hätte. Ihm wäre dabei vermutlich nicht aufgefallen, dass Sie und Miss Kenner, wie soll ich es höflich formulieren … gemeinsame Schäferstündchen abhalten. Ich halte nichts von solchen … Arrangements, Mister Wellington. Und ja, es mag sein, dass Kenners Arbeit großartig ist. Aber unter diesem Gesichtspunkt werden wir alle auf diesen Auftrag verzichten müssen.«

Ja, gib’s diesem Dreckskerl! Ich bin so was von stolz auf mich, dass ich mich glatt selbst zum Essen einlade. Und Alex’ dämliches Gesicht werde mir immer und immer wieder vor Augen halten. Er sieht wirklich platt aus. Wenn ich es mir so überlege, verschiebe ich das Kochen heute doch und widme mich lieber dem spannendsten Teil meines Lebens – George, meinem Freund und Helfer, meinem Vibrator, der, seitdem ich in London wohne, die einzige Befriedigung ist, die ich ertrage.

»Mein vorhandenes Sexualleben hat mit meinen beruflichen Qualifikationen rein gar nichts zu tun«, versucht er mich mit einem dominanten Tonfall zu belehren, der nicht ganz spurlos an mir vorübergeht.

»In diesem Fall schon. Zumindest in der Position, in der Sie sich befinden«, weise ich ihn darauf hin, wer hier das Sagen hat.

Gott, dieser Mann ist so … argh. Vorhandenes Sexualleben – ja, danke.

»Ich bin nicht irgendein dahergelaufener, schwuler Assistent, Miss Hill. Ich bin Ihr Partner, so leid es mir für Sie tut. Sie sollten mich künftig auch so behandeln, ansonsten werde ich wohl ein Wörtchen mit Ihrem Vater sprechen müssen.«

»Ich wusste gar nicht, dass Sie eine Petze sind, Mister Wellington.«

»Sie wissen nicht viel über mich.«

»Worüber ich mehr als froh bin.«

Dieses verschmitzte, schiefe Lachen, es raubt mir den letzten Nerv. Er ist nicht nur schwierig, er ist eine Ausgeburt des Wahnsinns. Das macht er mir auch unmissverständlich deutlich, als er sich herabbeugt, seine starken Arme auf meinem vor Angst zitternden Schreibtisch abstützt und mich mit seinen eisblauen Augen ansieht. Nur das, sonst nichts. Er schaut mich nur an. Doch es … wow, versetzt mich in eine Art Schockstarre, ich fühle mich wie ein Eichhörnchen vor der bösen Schlange. Nur sieht diese Schlange hier wirklich megageil aus. Ich kann nicht abstreiten, dass Alex auch auf mich eine gewisse Wirkung hat, die äußerst fatal ist, da er genau der Typ Mann ist, nach dem sich meine Libido verzerrt: sportlich, groß, schlank, gerade Gesichtszüge, Lippen, an denen man am liebsten zugleich saugen, lutschen und beißen möchte. Ich gebe zu, dass ich, als ich ihn zum ersten Mal traf, auf der Stelle etwas verknallt war. Eine jugendliche Empfindung, die mein Herz schneller schlagen und meinen Bauch seltsam agieren ließ. Er mag ein Arsch sein, was ich zu diesem Zeitpunkt, als ich Alex und mich vor meinem Auge bereits romantisch vereint sah, noch nicht wusste, aber ich würde alles geben, um ein einziges Mal in diesen hellbraunen Haaren zu wühlen. Richtig wühlen, wie ich es während eines Kusses tue, während er auf mir liegt, mich bis zur Besinnungslosigkeit vögelt. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte ihn abfüllen, betatschen und so wenigstens behaupten können, seit ungefähr hundert Jahren wieder einmal ein männliches Wesen berührt zu haben.

»Wenn sonst nichts ist, würde ich nun gerne ein paar Anrufe erledigen«, unterbreche ich sein verdammtes Anstarren und deute mit meinem Kopf zur Tür.

Er seufzt, was ich noch nie von ihm gehört habe, und was mich irgendwie nervös macht. Dieser Seufzer war so … tief, leidenschaftlich. Ava, du brauchst wirklich wieder einmal einen Mann. Einen echten. Nicht George, der dir zwar Befriedigung schenkt, dich aber nie zum Essen einlädt, nie mit dir ins Kino geht, nie neben dir einschläft, mit dir Filme schaut. Wenn ich Alex Wellingtons Seufzen als stimulierend empfinde, sollte ich den Rat meiner besten Freundin annehmen und einen einfachen One-Night-Stand mit einem Kerl aus einer Bar überlegen.

»Nein, da ist wirklich nichts mehr. Gar nichts«, meint er nach seinem Kitzler stimulierenden Seufzer. Während mein Gehirn noch immer versucht, den Modus von Sex aufs Geschäftliche umzustellen – immerhin kam George heute gedanklich öfter ins Spiel als jemals zuvor –, schweifen Alex’ Augen von meinem Gesicht zu meinem Ausschnitt. Seine Pupillen weiten sich, verengen sich, gleiten zu meinem Gesicht zurück, und ich – ich klammere mich an den Armstützen meines Sessels fest, um nicht zu ihm zu rollen.

Aber was meint er mit »Da ist nichts mehr«? Nichts mehr was – Anregendes? Habe ich Hängetitten? Geht es hier noch ums Miteinanderreden? Er verwirrt mich, doch lasse ich es mir nicht anmerken und kneife die Augen ganz in Alex-Wellington-Manier zusammen. »Gut, dann wäre das ja erledigt.«

Er richtet sich auf, geht zur Tür, bleibt dann aber noch einmal stehen, um mir seinen selbstgefälligen Gesichtsausdruck zu zeigen, bevor er noch einmal loslegt. Ich habe mich ohnehin schon gewundert, wie wortkarg er heute ist. »Manchmal finde ich es schade, dass Ihr Vater keinen Sohn hat – eine coole Sau, mit der ich Paintball, Fußball oder Tennis spielen kann. Ich wäre ja auch schon mit einer naiven Tussi zufrieden. Aber ausgerechnet Sie hat er geschickt …« Seufz – kann der heute mal mit diesem Seufzen aufhören!

»Ich betrachte das einfach als sehr subtiles Kompliment. Und falls es Sie interessiert …«

»Nein, tut es nicht.«

»… ich habe in meiner Kindheit sowohl Fußball als auch Tennis gespielt. Und Paintball können wir gerne spielen gehen. Ich würde mich freuen, Ihnen eine fette rote Kugel auf die Eier jagen zu können.«

»Jetzt wird mir auch klar, warum Ihr Schaufel-Verlobter Sie verlassen hat. Sie wissen gute Eier einfach nicht zu schätzen. Aber wenigstens haben Sie ein großes Ziel vor Augen, das sie treffen müssen.« Zwinker.

Schieb dir dein Gezwinker in den Arsch, und verlass auf der Stelle mein Büro! »Nathan ist Archäologe, also hören Sie auf, ihn dauernd Schaufel-Verlobter zu nennen.«

»Oh, wie Sie ihn immer noch schützen. Ich wette, Schaufli steckt seinen Spaten längst wieder in andere Höhlen, aber es wird nicht mehr lange dauern und auch Ihre, Miss Hill, gilt als fossil.«

»Gott, der war schlecht. Selbst für Sie. Raus jetzt, bevor ich meine Kalaschnikow aus der Schublade hole.«

Als er endlich aus dem Büro draußen ist, schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen und nehme mir nun offiziell vor, meinen Abend mit einem guten Essen, Wein, einem Film und George zu verbringen. Vielleicht kann ich irgendwo noch ein Bad reinquetschen. George kann ja leider nicht baden. Leider. Er wäre ein guter Badebegleiter, ein sehr guter sogar. Gott, George ist der einzige Mann in meinem Leben, der mich effizient in den Orgasmushimmel treibt.

ZWEI

 

Ich gebe dem Drang nach, ihre Tür zuknallen zu lassen, was ihren bescheuerten Assistenten, der so oder so gelauscht hat, erschrocken hochfahren lässt. Er sieht mich an, als hätte ich seiner Mutter vor die Tür gekackt, und reckt dabei sein Kinn – Arschloch. Aber wie soll er anders sein als sie? Wie könnten sie sich sonst so gut verstehen, wenn er nicht annähernd so dämlich wäre wie diese verbohrte, prüde Schachtel?

»Mister Wellington«, grüßt er mich mit einem königlichen Kopfnicken und nimmt wieder Platz.

»Ja, ja«, winke ich mürbe ab und stapfe zu meinem Büro.

Ich werde mich zwar nicht verstecken, wie Spitzenhöschen, wie ich Ava heimlich nenne, was mich immer wieder hart werden oder schmunzeln lässt – je nach Tag und Stimmung. Heute werde ich steif wie ein Fünfzehnjähriger, schmeiße die Tür zu meinem Büro zu und erinnere mich daran, wie sie zu ihrem Spitznamen kam. Es war ziemlich am Anfang. In der zweiten oder dritten Woche nach ihrem Umzug nach London, als sie mir während einer Konferenz gegenübersaß und sich vorbeugte, um nach einem Stoffmuster zu greifen. Jedenfalls schob sie dabei ihren Rock gerade so weit hoch, dass ich einen einmaligen Blick auf ihr Höschen bekam: schwarz mit einem kleinen Schlitz oberhalb ihrer Schamlippen. Ich sah ihren verdammten Venushügel, und mir wären die Augen beinahe aus dem Schädel gerollt.

 Sie merkte es, wurde knallrot, zog ihren Rock nach unten und sah mich erschrocken an. Ich ignorierte ihren Blick und überspielte meine Geilheit, indem ich eine Augenbraue nach oben zog, ein weiteres Muster nahm und es mit vorgetäuschter Konzentration zwischen den Fingern drehte. Dabei konnte ich nur an dieses Höschen denken und ärgerte mich, wie dämlich ich mich verhielt. Immerhin war sie nicht die erste Frau, die ich so zu Gesicht bekam. Es war nur Ava Hill – die Frau, die mich abturnen oder zumindest allerhöchstens aufregen sollte. Doch ich verlor irgendwie die Kontrolle, als sich mein Verstand aus dem Staub machte und ich nur noch an sie unter mir denken konnte. Ich in ihr. Auf ihr. Hinter ihr. Ich fragte mich, wie sich ihre Stimme verändern würde, wenn ich sie vögelte. Ich wollte wissen, wie lange es dauern würde, bis sie kam. Wie es sich anhörte, wenn sie meinen Namen schrie.

Mein Schwanz schien seine neue Mission auserkoren zu haben, doch die musste ich unter allen Umständen verhindern.

 Es war das erste Mal, dass ich mir einen runterholte – während der Arbeit, auf der Toilette, und das auch noch wegen Ava. Damals wurde ich von dem Schlitz und dem Spitzenhöschen geblendet. Heute weiß ich, dass hinter dem Höschen nicht mehr als prüde, verklemmte Luft steckt. Sie ist ein Eisklotz.

Das Piepen meines Handys katapultiert mich in die Realität zurück. Ich greife danach, öffne die Nachricht und bin wieder einmal dankbar, einen Freund mit der Fähigkeit, Gedanken lesen zu können, zu haben.

 

Markets? Heute?

 

Meine Rettung. Wann?

 

Halb neun?

 

Gut.

 

Was war? Treibt dich Spitzenhöschen in den Wahnsinn?

 

Sie hat den Deal platzen lassen. Schlampe.

 

Warum?

 

Weil ich Lucy Kenner ficke.

 

Deswegen?

 

Ja.

 

Vielleicht möchte sie, dass du sie fickst. =)

 

Never. Ich warte jeden Tag auf ihren Einzug ins Kloster. Was geht bei dir?

 

Kloster – haha. Martha will, dass wir am Wochenende wegfahren. Es sei unser letzter Urlaub, bevor das Baby kommt.

 

Mann, hast du gerade mit deinen Ketten gewackelt? Ich kann nur sagen: selber schuld. Fahr, ich schaff das auch alleine.

 

Die Gala, ja. Wen nimmst du mit? Kenner?

 

Nein. Ich finde jemanden. Vielleicht ja heute Abend.

 

Läuft, bis dann.

 

Bis dann.

 

Durch das vereinbarte Treffen mit meinem Kumpel David habe ich nun wenigstens die Aussicht auf einen gemütlichen Abend. So fällt es mir leichter, den Rest des Tages zu überleben. Ich meide Spitzenhöschen und ihr gesamtes Revier, lasse mir von meiner Assistentin Essen bringen und bereite den nächsten Deal vor, als mein Handy abermals piept. Lucy Kenner – seufz.

 

Essen?

 

Bin noch im Büro. Fu … es ist spät.

 

Ja, sehr spät. Wäre in einer Viertelstunde, also so gegen sechs bei dir. Kann etwas mitbringen.

 

Okay. Was?

 

Chinesisch?

 

Von mir aus.

 

Hattest du Ärger?

 

Nein, der alltägliche Wahnsinn.

 

Bis gleich.

 

Um Punkt sechs taucht Lucy in meinem Büro auf. Sie steckt den Kopf zur Tür herein, lächelt ihr typisches leicht aufgedrehtes Lächeln, und ich ermahne mich erneut, das mit ihr zu beenden.

Gott, sie geht mir gewaltig auf die Nerven.

Heute aber ist Lucy das, was ich brauche – eine schnelle Nummer. Einfachen Sex, der meine Gedanken in eine andere Richtung lenken soll. Vor allem weg von Spitzenhöschen und ihrem Schlitz.

»Hi«, begrüßt Lucy mich und stellt einen weißen Pappkarton auf meinem Schreibtisch ab.

»Hi«, sage ich, packe Lucy und befördere sie vor mir auf den Tisch. Sie quiekt, schlingt dann aber ihre Arme um mich und erwidert meinen stürmischen Kuss. Ich drücke mich an sie, will so schnell wie möglich in ihr sein. Dieser Tag war mies. Ich war wenig produktiv, schnauzte meine Assistentin viel zu oft an und führte mich wie ein Wahnsinniger auf. Mein Hausverstand rät mir, mit Spitzenhöschen eine Aussprache zu suchen, da sich die Stimmung zunehmend verschlechtert. Doch es ist unmöglich, mit ihr zu reden. Ich wiederum bin dann ebenfalls stur, da ich mir von einer dahergelaufenen Nonne nichts sagen lasse. Schon gar nicht Aussagen wie: »Mister Wellington, der Ton macht die Musik!« oder: »Mister Wellington, wissen Sie eigentlich, wie anstrengend es ist, Sie immer wieder darauf hinweisen zu müssen, dass es nicht meine Idee war, Sie und mich in einen Käfig zu stecken? Reißen Sie sich doch zusammen, und zeigen Sie einmal Stärke!« Ihren besten Spruch bis jetzt ließ sie aber los, nachdem ich zu spät zu einer Versammlung gekommen war und sie dank ihres bescheuerten Assistenten wusste, wo ich gewesen war – mit meinem Schwanz in meiner Assistentin. »Oh, Mister Wellington beehrt uns auch mit seiner Anwesenheit. Besser spät als nie? Oder wie erklären Sie uns Ihre Verspätung? Gab’s Verkehrsprobleme? Manchmal ist wirklich überall Stau, nicht wahr?«

»Du musst dieses verdammte Teil loswerden«, brumme ich Lucy zu, da mich der Anblick ihres schwarzen Höschens, das allerdings gänzlich auf Spitze verzichtet, in den Wahnsinn treibt. Deshalb zerre ich mit meinen Fingern daran, bis ich die beiden Einzelteile vor mir halte, sie vor meinen Schreibtisch auf den Boden werfe und mich Lucys feucht glänzender Möse widme. Lucy befreit sich währenddessen ihrer restlichen Kleidung, die ebenfalls weit weg von uns fliegt, bis sie nackt und so was von bereit vor mir sitzt.

Meine Sinne machen, was sie wollen. Ich lasse der Lust die Oberhand, knabbere an ihrer Haut, ihrer Muschi und öffne mit einem fetten Grinsen im Gesicht die oberste Schublade meines Schreibtisches.

»Du hast ihn hier?«

»Nur für dich«, lüge ich, da ich auch meine Assistentin bereits mit dem Vibrator gevögelt habe. Doch Lucy wird zum Tier, wenn ich ihr das Gefühl gebe, etwas Besonderes für mich zu sein. Himmel, ich weiß, ich bin ein echter Arsch, aber ich genieße das Machtspiel, die Intrigen, die ich führe.

Sie wirft den Kopf in den Nacken, als ich ihre Beine spreize, den Vibrator gegen ihren Kitzler halte und einen Finger in sie schiebe. Sie stöhnt auf diese herrliche Weise, die jeden Mann anspornt. Sie windet sich, passt sich den Bewegungen des Vibrators an und knetet dabei ihre Brüste.

»Alex, ja!«, stöhnt sie, und ich weiß, dass es nur noch Sekunden sind, bis sie kommt.

Zufrieden grinsend sehe ich an ihrem Körper hinauf – ich sehe ihre zarten weiblichen Rundungen, die kahl rasierte Pussy, die gerötet und bereit für mich ist, ihren flachen Bauch mit dem Piercing, ihre festen Brüste, ihren offenen Mund, die Zähne, die ihre Unterlippe bearbeiten, ihre dunklen langen Haare, die sich wie ein Teppich über ihren Rücken ergießen – und Spitzenhöschen … Fuck! Fuck! F!U!C!K!

Ruckartig nehme ich den Vibrator von ihr und schaffe es nicht mehr, ihn auszuschalten, weshalb mir sein Surren tausendfach lauter vorkommt. Mein Finger gleitet aus Lucy und wird mitsamt den anderen Fingern zur Faust geballt. Lucy schnallt es nur langsam, flüstert meinen Namen und greift nach mir, ehe sie einen Blick über die Schulter riskiert und ähnlich wie ich zuvor ein leises »Fuck« ausstößt.

Da steht sie – ihr Mund auf eine seltsame Weise offen, wie ich ihn eigentlich nur aus Filmen kenne. Ihre Hände hängen schlaff nach unten, während die Augenbrauen nach oben gezogen sind. Eine Totenstille tritt ein, nachdem Lucy ihre Augen und Schenkel geschlossen hat. Lediglich das Surren des Vibrators ist zu hören, was ich mit einem Knopfdruck unterbinde.

Denk nach, Mann! Ava steht noch immer in der Tür, ihre Wangen glühen, und obwohl ich sie nicht mag, wünschte ich, uns allen wäre das erspart geblieben.

»Kann ich etwas für Sie tun?«, frage ich so ziemlich das Dümmste, das mir einfällt.

»Ahm … ich … nein, danke«, antwortet sie hörbar durch den Wind und steigt von einem Fuß auf den anderen, als müsse sie dringend pissen. »Es tut mir leid, ich … wollte nicht stören. Viel Spaß noch und einen schönen Abend«, sagt sie und verschwindet, so schnell sie gekommen ist, auch wieder.

»Gott, war das peinlich«, kreischt Lucy und legt ihre Hand auf meine linke Wange. »Die arme Frau wird heute Nacht kein Auge zu tun, dank dir, du böser, böser Mann. Ob sie dich wegen Missbrauchs von Firmeneigentum verklagen wird?«

Ich ignoriere Lucys Kichern, fixiere stattdessen noch immer die Tür zu meinem Büro, in der sie gerade stand. Ich habe eine Grenze überschritten. Wir mögen uns nicht leiden, aber das hier hat selbst Spitzenhöschen nicht verdient.

»Du musst gehen«, unterbreche ich Lucys Gegacker – das war wirklich das letzte Mal mit dieser Schnepfe –, erhebe mich und packe ihre Kleidung.

»Wegen dieser Tussi da? Alex, bitte«, fleht sie mich mit ausgestreckten Armen an und spreizt ihre Beine so weit, dass ich einen guten Überblick über ihre Pussy habe.

Doch ich bleibe hart – in jeder Hinsicht. »Nein, geh jetzt, Lucy!«

»Alex«, redet sie weiter auf mich ein und steht auf. »Alex, bitte. Du bist so verdammt hart. Lass dir den Spaß nicht von dieser Schlampe verderben.«

Ein verzweifeltes Lachen ist zu hören – meins. Was mir wohl niemand verübeln kann, da Lucy meinen Schwanz umfasst hat und ihn stetig reibt. Irgendein Teil meines Gehirns funktioniert aber noch so gut, dass er mich dazu zwingt, ihre Hand wegzunehmen und ihr ihre Kleidung zu reichen. »Du verstehst das nicht. Ihr verdammter Vater hat alles auf mich gesetzt. Ich war nie so, wie ich es jetzt bin, seitdem Ava hier ist. Ich bin ein richtiger Arsch, ein Bastard, aber heute, hier … das war zu viel. Wenn sie das Joseph erzählt, kann ich nur beten, dass ich meinen Schwanz behalte. Gerede verursacht noch mehr Gerede – negatives Gerede, das ich nicht möchte. Geh jetzt. Lass mir das verfickte Essen hier, aber geh!«

»Schön«, äußert sie ihren Unmut, den ich verstehen kann. »Vielleicht rufst du mich ja an, wenn sich dein Schwanz von dem Schock erholt hat.«

Ich sage nichts mehr, setze mich und fahre mir immer wieder durch mein Haar. Es ist verdammt mies, die Kontrolle zu verlieren. Es ist scheiße, nicht zu wissen, was Spitzenhöschen machen wird. Was, wenn sie in ihr Büro gelaufen ist und ihren Vater angerufen hat? Was, wenn sie die Polizei ruft? Herrgott, Alex, du bist Miteigentümer. Dein Geld, dein Büro, dein verfluchtes Eigentum. Sie kann dir gar nichts anhaben. Sie hat nicht einmal Beweise. Und ich werde einen feuchten Dreck tun und es zugeben. Nicht vor ihr und schon gar nicht vor ihrem Vater, den ich wirklich und wahrhaftig schätze. Er ist mein Mentor, mein Vorbild, und er verkörpert all das, was ich einmal werden möchte – ohne Nervensäge von einer Tochter, versteht sich.

Ich hasse sie – und das kommt jetzt wohl richtig psychomäßig rüber – vielleicht auch nur so dermaßen, da sie die erste Frau in meinem Leben ist, die beruflich über mir steht. Die die Kontrolle über bestimmte Ereignisse in meinem Leben hat. Sie hat mich so schon in der Hand, auch wenn ich Co-Präsident bin und sie ohne mich nichts machen darf. Aber nach diesem Abend werde ich ihr immer einen Schritt hinterherhinken. Ein dummes Wort meinerseits, und sie wird mir mit einem Anruf ihres Papis drohen – ich weiß es einfach, sehe sie bereits vor meinem geistigen Auge mit ihren Stöckelschuhen in mein Büro wackeln, den Zeigefinger wie eine alte Furie auf mich gerichtet. Würde ich sie im Normalfall auslachen, darf ich in diesem einen Augenblick nichts sagen. Ich muss meine Klappe halten und hoffen, dass sie irgendwann Alzheimer bekommt, ihr Gedächtnis verliert oder einfach bald jemanden findet, der sie schwängert, damit sie endlich weg ist. Aber wer würde freiwillig eine solche Frau schwängern wollen? Ich sicher nicht. Und um die ersten Konturen eines bösen Plans im Keim zu ersticken: Ich werde niemanden bezahlen, der sie um den Finger wickeln und ihr ein Kind schenken soll.

»Ich drehe durch«, jammere ich und entferne den Deckel des Kartons, nur um beim Anblick des Essens in meinen Stuhl zu sacken. »Scheiß chinesisches Essen.«

DREI

 

Montagabend bedeutet jede Woche dasselbe: ich treffe mich mit meinen beiden Freundinnen auf ein paar Drinks, wir quatschen, erzählen uns, was die Woche über so los war, und planen unser Wochenende. Ich freue mich wirklich immer, die beiden zu sehen, da ich sie seit der Schule kenne und ihnen alles, einfach alles erzählen kann. Doch als ich an diesem Montag in unsere Stammbar komme, nerven mich nicht nur die Leute, durch die ich mich zu kämpfen habe, es sind auch die Bilder, die wie Blitze vor meinen Augen auftauchen, kaum dass ich blinzele.

Meine Finger sind zittrig, meine Beine fühlen sich schwammig an. Es ist, als habe ich etwas überlebt, woran andere sonst sterben. Als habe mich ein Hund attackiert, so wie damals, im Park – blöder Köter. Adrenalin pumpt durch meine Venen, als ich meine Freundinnen an einem Tisch sehe und mich aus meiner Jacke schäle. Dann blinzele ich und da – peng – ist es: dieses Bild, das mich wohl bis ans Ende meiner Tage verfolgen wird. Ich stolpere fast, kann mich aber rechtzeitig an die Lehne des Stuhls klammern und lasse mich erleichtert, als sei ich mitten im Meer geschwommen und habe eine Insel erreicht, darauf sinken.

Die beiden murmeln ein »Hi«, ehe sie sich über den Verlauf einer Serie – Grey’s Anatomy oder How I Met Your Mother, was weiß ich – streiten. Ich seh’ mir den Blödsinn nicht an, auch wenn mich Ella, die die am öftesten die Klappe offen hat, immer wieder dazu drängt. Aber ich steh nicht auf diese Schnulze von Grey’s Anatomy. Die andere Serie geht ja noch. Megan behauptet gerade, dass jemand stirbt, also tippe ich mal auf Grey’s Anatomy, wo doch dauernd wer abkratzt. Hallo, Mädels, ich bin auch gerade dabei, das Zeitliche zu segnen! Ich leide an akutem Bluthochdruck, der immer schlimmer wird, wenn ich meine Augen auch nur für einen Augenblick schließe.

Fuck, da ist es wieder. Dieses Bild. Alex und diese Lucy Kenner. Seltsam, wie schnell Lucy und ich intim wurden – am Morgen noch förmlich bekleidet, am Abend splitterfasernackt mit gespreizten Beinen und einem Vibrator vor ihr. Prost!

Apropos – ich bestelle mir jetzt einen Margaritha und sehe von Ella zu Megan. Gut, ich bin immer noch unsichtbar, stelle ich fest. So bleibt mir wenigstens Zeit, mich alleine mit meinem Trauma auseinanderzusetzen. Wer braucht schon nette Worte oder ein paar Tipps, wie ich mit diesem Erlebnis umgehen soll? Ich gebe mich lieber den Bildern hin – volles Rohr Kopfkino. George ist für heute definitiv gestrichen!

»Wie war dein Tag?«, werde ich nun auch endlich ins Gespräch einbezogen und blicke in Ellas angepisstes Gesicht, da sie sich wieder mal über … wie heißt er … na ja, den eigentlich schwulen Schauspieler, der doch diesen Aufreißer spielt, gestritten haben. Mir egal, aber diese Diskussionen, die reine Zeitverschwendung sind, halte ich nicht mehr aus.

»Ach«, sage ich, da ich das Gefühl habe zu ersticken, wenn ich es nicht bald loswerde, »der normale Wahnsinn plus etwas mehr.«

»Gott, wieder Alex Wellington, dieses Arschloch?«, bekräftigt Megan lautstark ihre Solidarität und nimmt einen Schluck von ihrem Cosmopolitan.

Wo bleibt mein Getränk? Bitte!

»Diesmal werdet ihr vom Stuhl fallen. Ich fasse es selbst noch kaum. – Danke«, sage ich zur Kellnerin und gönne mir erst einmal einen großen Schluck. »Wir hatten heute Vormittag ja dieses Meeting mit Lucy Kenner, du weißt schon, Ella.«

»Ja, Kenner. Ich hab mit ihr mal eine Fotostrecke gemacht.« Ella ist Model, weshalb sie fast jeden Designer der Welt kennt.

»Genau. Ihre Arbeit ist gut, die Verkaufszahlen sind nicht so besonders, aber dafür sind wir da, um sie in großen Mengen an die Frau zu bekommen. Alex und ich waren uns einig, dass wir sie aufnehmen, nur waren die Bedingungen noch zu verhandeln. Es war beinahe perfekt. Immerhin – wann sind wir uns schon mal einig?!«

»Nie«, antwortet Megan sinnloserweise.

»Also«, fahre ich fort und spiele mit der Serviette unter dem Glas. »Wir sitzen da, reden und betrachten die miesen Zahlen. Ich hatte mein Pokerface auf und wurde langsam skeptisch wegen unserer Einträglichkeit, bis mir plötzlich klar wurde, weshalb wir uns ausnahmsweise einmal so einig waren: Alex fickt unsere Kundin, oder um es anders zu sagen: Alex versucht die Frau, die er fickt, in unser Programm aufzunehmen.«

»Wow«, erklingt das stimmliche Duett meiner Freundinnen.

»Ja, ich war stinksauer, da er wieder einmal bewiesen hat, wie wenig er auf seinen Verstand und wie viel er auf seinen Schwanz hört. Der Deal war damit für mich gestorben. Ich meine, warum sollte ich ihm diesen Gefallen erweisen? Warum sollte ich seine Schlampe mit meinem Namen in Verbindung bringen? Why?«

»Du hast sie abgelehnt?«

»Das habe ich. Und es war gut. Es war verdammt gut.«

»Er wird dich umbringen wollen«, klärt mich Ella auf.

Ich nicke, da ich den ganzen Tag Angst hatte, irgendetwas würde ganz unvermittelt auf meinen Kopf knallen und mir das Genick brechen. »Wir gingen unserer Wege, und ich verbrachte meinen Nachmittag neben der Arbeit damit, mich auf George zu freuen. Entspannung und so. Doch während ich mich in meinem Büro verschanzte, um meine Chancen auf ein Weiterleben zu erhöhen – denn immerhin kann ich mir Chris nicht vorstellen, wie er sich statt mir eine Kugel einfängt –, begann ich mich zu fragen, ob es nicht besser wäre, die Sache mit Kenner, Alex und mir wie Erwachsene zu behandeln.«

»Ein guter Einwand, Süße.« Klar, dass Megan das Gute im Menschen sieht. Doch ihr werden die Ohren wackeln, wenn ich mit meiner Story fertig bin.

Ich überlege kurz, wie ich es am besten schildere, ohne aufgrund der Bilder, die dann sicher noch stärker vor mir auftauchen, in Ohnmacht zu fallen. »Ich blieb lange im Büro, wollte dann gehen und glaubte, das Schicksal sei ein einziges Mal auf meiner Seite, da ich Licht in Alex’ Büro brennen sah. Ich entschied, dass dies ein guter Zeitpunkt sei, mit ihm unter vier Augen zu sprechen und ihm vorzuschlagen, die Ablehnung Kenners noch einmal zu überdenken. Also klopfte ich, trat ein und fand zu meinem Glück beide im selben Raum vor.«

»Sie war da?«

»Ja, warte. Ich stand da, vergaß zu atmen und starrte wie eine Verrückte auf die beiden.«

»Gott, er hat sie gefickt«, bricht es aus Ella heraus, die sich die Hand vor den Mund schlägt.

Doch ich verneine und hebe meinen berühmt-berüchtigten Zeigefinger. »Nicht direkt. Sie war nackt, saß vor ihm auf diesem Penisersatz von Schreibtisch und hatte einen Vibrator zwischen den Beinen, den er hielt. Er …«

Meine Freundinnen biegen sich vor Lachen, während ich am Ende meiner Nerven bin und über meine Stirn streiche, in der ein beständiges Pochen zu spüren ist.

»Oh Gott, Ava, du willst uns doch nicht wirklich sagen, dass Alex Wellington Lucy Kenner mit einem Vibrator gevögelt hat?«

»Ich weiß nicht, ob er sie direkt gevögelt hat. Vielleicht hatte sie auch nur Periodenschmerzen und deshalb eine Massage auf seine Weise von ihm bekommen. Verdammt, Ella, er ist unmöglich!«

Wieder ein Lachen, während das Pochen stärker wird. »Was hast du dann getan?«, will Megan wissen und wischt sich die Lachtränen aus den Augen.

»Ich? Ich stand da und glaubte zu träumen.«

»Hat er etwas gesagt?«

»Ja, das Peinlichste war, dass er irgendwann beschloss, den Vibrator von ihr zu nehmen, aber vergaß, ihn auszuschalten. Das Ding surrte also, während ich dastand und beide angaffte.«

»Er war angeschaltet? Gott, das ist wirklich so unglaublich!«

»So genial.«

»Ich finde es gar nicht genial. Ich bin total fertig. Dieses Arschloch wagte mich auch noch zu fragen, ob er etwas für mich tun könne. Ihr wisst schon, in seiner typischen Alex-Wellington-Art.«

»›Kann ich etwas für Sie tun?‹ Das wollte er wissen, während ein Vibrator in seiner Hand surrte?«

»Ja.« Ich schließe die Augen – Scheißbilder – und vergrabe das Gesicht in meinen Händen. »Aber anstatt ihm ordentlich die Meinung zu geigen, entschuldigte ich mich für die Störung und wünschte ihnen noch einen schönen Abend.«

Beide verziehen das Gesicht, als ob sie in eine Zitrone gebissen hätten. Megan ist es dann, die sich schließlich meiner erbarmt und ihre Hand mitfühlend auf meine Schulter legt. »Süße, du weißt, dass du mit ihm reden müssen wirst.«

»Ava, du hättest ihm die Meinung sagen sollen, anstatt den Schwanz einzuziehen.« Bei diesem Vergleich prusten die beiden erneut los, und ich wünsche mir nicht zum ersten Mal an diesem Abend ein Loch im Boden, in das ich verschwinden kann.

»Das Schlimmste kommt ja noch«, murmele ich und ziehe mit meinem Strohhalm Kreise in der Luft.

»Es kann noch schlimmer werden?«

»Sein Vibrator … es war George.«

»Wie, George?«

»Das gleiche Modell, nur eine andere Farbe. Versteht ihr nicht – er hat mir George genommen! Meinen treuen, effizienten George.« Während die beiden sich ansehen und abwägen, ob ich gleich heule oder vor Wut losziehe und meinen George räche, werfe ich den Kopf in den Nacken. »George war alles, was ich in sexueller Hinsicht hatte, und jetzt schafft es dieser verdammte Alex Wellington, mir auch noch die letzte schöne Sache in meinem Leben zu nehmen. Wie groß, verflucht noch mal, stehen die Chancen, dass jemand denselben Vibrator besitzt? Es gibt Tausende solcher Dinger. Und warum genau der Typ? Warum nicht der da?«, deute ich auf einen x-beliebigen Mann an der Bar.

»Weil George ein Bestseller ist …?«, versucht Ella mich aufzumuntern, indem sie mir irgendeine sinnlose Antwort gibt. »Wie wäre es zur Abwechslung einmal mit einem richtigen Kerl?«, deutet nun auch Ella auf denselben Typen, doch ich verneine sofort.

»Nein, George war perfekt für mich, er hatte keine Ansprüche, keine Sorgen, keine Meinung – er war nur da, um mich zu befriedigen.«