Impulse zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte - Heike Weisser - E-Book

Impulse zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte E-Book

Heike Weisser

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Beschreibung

Dieses Buch soll bewirken, dass medizinische Laien in der Lage sind, alltägliche Befindlichkeiten zu regulieren, bevor sie sich der Komplementär- und/oder der Schulmedizin anvertrauen. Neben einem Überblick über die wichtigsten Zusammenhänge der westlichen Anatomie und Physiologie werden dem Leser einige wesentliche Details aus der östlichen Kultur vorgestellt.

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Seitenzahl: 195

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Für meine SeminarteilnehmerInnen und Probant-Innen, aus deren Vertrauen, ihren Anregungen und ihrer Mitarbeit, ich Vieles für mein Buch schöpfen konnte.

Da flehen die Menschen die Götter um Gesundheit an und wissen nicht, dass sie diese in sich selbst tragen. (Demokrit)

Impulse zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte

Vorwort

Lieber Leser, liebe Leserin, da wir viel mehr gemeinsam haben, als wir uns vorstellen oder vielleicht auch nur wünschen, möchte ich Sie zuerst gern statt mit dem distanzierten Sie mit dem persönlichen Du anreden. Da es sich jedoch um keinen Brief handelt, sondern etwas allgemeiner verfasst ist, werde ich dieses „Du“ klein schreiben.

Bei einer zweiten Sache bitte ich um Nachsicht: Ich werde mich immer wieder der Einfachheit halber der maskulinen Form bedienen. Abgesehen davon, dass ich es für richtig halte, sowohl die Frau, als auch den Mann anzusprechen, gibt es immer wieder Umständlichkeiten, wenn man stets beide Geschlechter ausschreiben muss oder mit Gewalt eine feminine Form anhängt. Wir sprechen auch nicht von Menschinnen, und so ist für mich das Maskulinum mit wenigen Ausnahmen die neutrale, beide Geschlechter umfassende, Form.

Eine dritte Sache ist: Ich werde hin und wieder zur Erläuterung eine kleine Geschichte oder einfach ein Gleichnis erzählen. Leider weiß ich die jeweilige Quelle häufig nicht. Da es mir jedoch wichtig ist zu sagen, dass diese Geschichten nicht alle meiner Fantasie entsprungen sind, erwähne ich immer wieder „unbekannte Quelle“. Einiges habe ich allerdings gehört bei meinen verehrten Lehrern Elisabeth Haich und Selvajaran Yesudian.

Und last not least ein vierter Punkt: Ich habe im Teil 5 über einige Themen geschrieben, die völlig eigenständig verwendet werden können. In den Themen, die sich mit der Ernährung beschäftigen, wird es wissenschaftlich, das mag für einige Leser interessant sein, für andere zu komplex sachlich. Doch halte ich gerade bei den Ernährungskapiteln eine sachliche, wissenschaftliche Basis für wichtig.

Einleitung

Der Sinn und Zweck dieses Buches ist es, dir lieber Leser, zu vermitteln, wie du mit wenigen Mitteln und geringen Kenntnissen dein Leben leichter gestalten, dein Gesundheitsgefühl stärken und verschiedene Befindlichkeiten in einen guten Griff bekommen kannst. Ebenfalls ist es für Menschen geschrieben, die „austherapiert“ sind oder denen man unreflektiert eine „Hypochondrie“ nachsagt. Bedenke jedoch auch, dass dieses Buch bei ernsthaften Erkrankungen keinen Arztbesuch ersetzt, sondern dass es lediglich Impulse beschreibt, wie wir unsere Selbstheilungskräfte aktivieren können.

Die konventionelle Medizin erforscht in der Regel heute immer noch hauptsächlich den physischen Aspekt des Menschen und begreift die seelischen und geistigen Eigenschaften nur als Produkt physischer Vorgänge oder als symptomlose psychische Irritationen.

Obwohl ausschließlich diese physischen Zusammenhänge an den Universitäten gelehrt werden, wächst ganz allmählich die Zahl der Schulmediziner, die sich auch den seelischen und geistigen Aspekten der menschlichen Persönlichkeit zuwenden.

Auf einen Begriff aus der modernen Schulmedizin möchte ich hier jedoch näher eingehen. Und zwar bekommen einige Krankheiten das Etikett „Psychosomatik.“ Es wäre in Ordnung, wenn dieser Begriff für alle Krankheiten stünde. Es wird jedoch immer noch der Unterschied gemacht zwischen psychosomatischen und ausschließlich somatischen Krankheiten. In dem Moment, wo kein echter klinischer Befund zu finden ist, nennt man die Krankheit häufig psychosomatisch (auch idiopathisch), und damit ist im Prinzip psychisch bzw. psychopathisch gemeint, nicht bedenkend, dass in dem Begriff Psychosomatik nicht nur die Psyche steckt, sondern auch die Soma, was Körperlichkeit bedeutet.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine einzige Krankheit gibt, an der nur die körperliche Ebene beteiligt ist. Dafür sind Psyche und Soma zu sehr zu einer Einheit verwoben. Allerdings gibt es in der heutigen Zeit immer noch Menschen, die zurückschrecken, wenn sie in ihrem Zusammenhang das Wort Psyche hören. „Ich bin doch nicht verrückt“ ist eine immer noch gängige Reaktion auf solch eine Aussage. Vielleicht sind aus diesem Grunde die Ärzte manchmal mit dem Begriff zurückhaltend, indem sie sich vorwiegend der physischen Seite zuwenden. Allerdings eroberte der Begriff Stress in den letzten Jahren die Praxen. Damit können die Patienten leben, denn Stress ist salonfähig, zeigt es doch die Aktivität des jeweiligen Probanten.

Lassen wir Dr. Edward Bach, den Begründer der Bachblütentherapie, den inzwischen wahrscheinlich die halbe Welt kennt, zu Worte kommen. Wenn er über eine Krankheit sprach, drückte er sich in etwa folgendermaßen aus:

„Wenn die Seele etwas ignoriert oder nicht verstanden hat, verlagert sich dieses Missverständnis häufig auf die körperliche Ebene als physische Krankheit. Dort ist eine Behandlung meist einfacher, weil ihr Ausdruck eindeutiger. Es befreit aber die jeweilige, behandelnde Person nicht von der Aufgabe, die seelischen Aspekte, die diese Missempfindung oder Krankheit mit ausgelöst haben zu berücksichtigen.“

In der Chinesischen Heilkunde habe ich gelernt, dass die psychischen Symptome oder die Irritationen der Seele zuerst im Energiekörper landen, bevor körperliche Symptome entstehen. Für den Chinesischen Heilkundler ist der Energiekörper die Gesamtheit der Anteile, die wir feinstofflich nennen, was wiederum nicht medizinisch, sondern nach der heutigen Auffassung esoterisch klingen mag.

In diesem Energiekörper bewirken die Symptome Stauungen der Lebenskraft, die häufig mit Akupunktur, Akupressur, Massagearten, Tees, Kräutern oder anderen alternativen Heilweisen behoben werden können. Hier wird ebenfalls Wert auf die Konstitution und die seelische Befindlichkeit gelegt.

Wenn sich Laien auch nicht an diesen Punkten selbst akupunktieren können, wirst du sehen, dass du dennoch Meridiane, Akupunkturpunkte und damit Teile deines Energiekörpers beeinflussen kannst. An dieser Stelle möchte ich eine Definition für Gesundheit geben:

Gesundheit heißt nicht nur, keine körperlichen Symptome zu haben. Gesundheit heißt, sich wohl zu fühlen, das Leben als das zu nehmen, was es ist, nämlich als den Ausgangspunkt für das Abenteuer, sich dem Sinn und Ziel seiner ureigenen Aufgaben zu nähern.

Ein wichtiges Prinzip ist, dass der Körper immer unserer inneren Haltung folgt.

Die berühmte Psychologin Margarete Mitscherlich

sagte einmal:

„Die Suche nach dem Sinn des Lebens ist an sich schon eine Neurose“.

Sie meinte vielleicht damit, dass der Sinn bereits in uns integriert ist und wir nur diesem inneren Kompass folgen müssten, anstatt ständig danach zu fragen, ob jeder unserer Schritte mit diesem Sinn zu vereinbaren ist. Dafür spricht ein ebenso berühmter, wenn auch nicht zeitgenössischer Kollege dieser Dame, nämlich Descartes, mit folgenden Worten:

„Wir würden nicht suchen, wenn wir nicht schon gefunden hätten.“

Vielleicht ist es unnötig zu sagen, jedoch für mich als Verfasserin dieser Zeilen wichtig, dass dieses Buch auf keinen Fall einen Arztbesuch ersetzen kann und soll. Ich brauche es eigentlich nicht zu erwähnen und hole es uns dennoch ins Gedächtnis zurück, dass wir gerade in der Neuzeit, in der die Schulmedizin oft so verteufelt wird, nicht vergessen sollten, dass nicht nur die Notfallmedizin und teilweise auch die Chirurgie lebensrettend wirken können, sondern auch in speziellen Situationen schulmedizinische Medikamente und Behandlungen vonnöten sind.

Dennoch sollte die moderne Medizin eine Lehre des Holismus sein, die die Auffassung vertritt, dass wir komplexe Wesen sind und nicht auf das Wirken unserer Einzelteile reduziert werden können. Das wiederum ist der totalen Spezialisierung der Medizin entgegen gerichtet. Spezialisierung hat einen gewissen Vorteil, da die spezielle Fachkraft darauf geeicht ist, genau den Teil des Körpers zu behandeln, der uns zu schaffen macht. Aber die Spezialisierung verhindert häufig, den Blick zu erweitern, um festzustellen, welcher Teil der Auslöser für die Missempfindung oder die Krankheit ist, wo alles in uns vernetzt ist und erst dadurch zu einem komplexen Organismus wird.

Gerade deshalb soll dieses Handbuch helfen, aus dir einen mündigen „Arztaufsucher“ zu machen. Ich möchte bewusst das Wort „Patient“ vermeiden. Zum einen, weil es der „Leidende“, oder auch der „Erduldende“ heißt, und ich bin der Überzeugung, dass wir nichts erdulden müssen, was sich durch mitfühlendes Hineinfühlen auflösen kann, zum andern, weil wir nicht nur als „Kranke“ in unseren Körper hineinspüren, sondern generell einen feinen Sinn für seine Empfindungen und Reaktionen bekommen sollten.

Vergiss nicht, dass wir uns zum großen Teil selbst helfen können, weil wir eben nicht nur aus Materie bestehen, sondern Teile von uns feinstofflich, mental und spirituell ist und damit auf Gefühle, Gedanken und Vorstellungen ansprechen.

Hierzu fällt mir das Gebet von Franz von Assisi ein, der um die Kraft bittet, das zu bewerkstelligen, beziehungsweise zu ändern, was in seinen Fähigkeiten liegt, das dem Göttlichen oder dem Schicksal zu überlassen, worauf er keinen Einfluss hat und die Weisheit zu erhalten, zwischen Beidem zu unterscheiden. (wörtliches Zitat siehe weiter unten).

Denke immer daran, dass es sich um deinen Körper handelt und dass deine Empfindungen einen Gradmesser deiner Befindlichkeiten darstellen.

Möge dein Selbst-Bewusstsein wachsen, damit du deine Bedürfnisse erkennst und sie in klaren Worten einem Arzt, Heilpraktiker oder Therapeuten gegenüber formulieren kannst.

Denn wenn du die Beurteilung deines Gesundheitszustands stets anderen Menschen überlässt, seien es Behandler oder Institutionen, gerätst du in die Gefahr des Ausgeliefertseins.

Dies widerspricht zwar den ethischen Grundsätzen, nach denen der Behandler ausschließlich das Wohl des zu Behandelnden und damit auch seine Selbstständigkeit im Auge haben sollte, dennoch wird noch viel Zeit vergehen, bevor sich diese Vorstellung in den Köpfen und den Herzen der behandelnden Berufsschicht (wieder) etabliert hat.

Neben den häufig elitär denkenden Ärzten gibt es heute schon eine kleine (stetig wachsende) Gruppe von Medizinern, die die Zusammenarbeit mit Patienten wertschätzen, da sie wissen:

Ohne die Hilfestellung, die der Betroffene von sich aus liefert, ist es schwierig, die Balance zwischen medizinischen Verordnungen, und dem, was er unabhängig davon noch braucht, herzustellen. Medizinisch kann es sich dabei sowohl um allopathische als auch alternative Maßnahmen handeln.

Zwischen Behandler (ob Arzt, Heilpraktiker oder Psychotherapeut) und Patient kann sich nicht selten eine mehr oder weniger intensive Beziehung entwickeln. So entsteht im besten Fall beim Behandler ein Hauch Melancholie, wenn er den Patienten als geheilt entlassen kann, im schlechtesten Fall kann er ihn nicht loslassen und hält ihn in einer Art Abhängigkeit. Dies trifft für Kassenpatienten bei sehr vielen Schulmedizinern weniger zu. Hier kann höchstens eine Abhängigkeit von Medikamenten entstehen.

Mögen die „Behandler“ also stets als höchstes Ziel vor Augen haben, den Patienten als mündige Partner zu betrachten und ihn nach Beendigung der Behandlung in seine Selbstständigkeit zu entlassen.

Denn wir Behandler sind nur Wegweiser. Wir können euch einen möglichen Weg zeigen. Gehen müsst ihr ihn selbst.

Eine wunderbare Motivation brachte noch im letzten Jahrhundert die Chinesischen Ärzte dazu, die Gesundheit ihrer Mitmenschen als oberstes Ziel vor Augen zu haben:

Sie wurden nur so lange bezahlt, wie die Menschen gesund blieben.

Für uns alle (Behandler, Patienten bzw. Probanden oder Klienten) ist es wichtig, mehr und mehr die Verantwortung für unsere körperliche, geistige und seelische Gesundheit zu übernehmen. Erst dann geschieht Heilung auf allen Ebenen.

TEIL 1

Physis

Der physische Körper, der aus etwas mehr als einer Billiarde Zellen besteht, ist für uns alle wahrscheinlich am ehesten begreifbar. Er ist mit unseren Sinnen wahrnehmbar und wurde über die Jahrhunderte weitgehend untersucht und erklärt.

Die Haut, die im Übrigen so schwer ist wie alle Knochen zusammen, umschließt ihn und grenzt ihn von der Umgebung ab. Damit ist für jeden von uns klar:

Da fängt der Körper an, und dort hört er auf.

Jedem, dessen Augenlicht funktioniert, stellt der Körper sich in seinem Erscheinungsbild dar.

Machen wir uns dennoch nicht vor, dass wir ihn verstehen, beziehungsweise die verschiedenen Prozesse nachvollziehen können. Denn er besteht aus viel mehr, als wir ohne weiteres wahrnehmen können. Die Anordnung der Organe zeigt uns dank der anatomischen Untersuchungen, die immer feiner spezialisiert wurden, jedes Anatomiebuch. Medizinische Wissenschaftler gingen bis auf die Zellebene hinunter, um festzustellen, dass sich die Zellen ähneln, ja in einem bestimmten Stadium identisch sind, bevor die wunderbare Arbeit der Spezialisierung beginnt. Das ist auch für uns nicht weiter verwunderlich, wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass sie ursprünglich in der Regel aus einer Eizelle und einem einzigen Samen entstanden sind. Inzwischen haben wir von den Molekularbiologen gehört, dass die menschlichen Zellen wie alles andere Geschaffene im Ursprung aus Molekülen und dann weiter aus Atomen bestehen.

Aber auch hier machte die Wissenschaft nicht halt. Sie stieß vor bis zu den winzigen Teilchen, die sich Quanten nennen und die uns ein völlig neues Bild von dem offenbaren, was wir Leben nennen.

Wir sind es gewohnt, dass Materie fest, dicht und anfassbar ist.

Die Quantenphysik zeigt uns, dass im Grunde genommen alles Schwingung ist. Alles, was existiert, stellt sich je nach Standpunkt als Welle oder Teilchen dar.

Die Welt, wie wir sie wahrnehmen, können wir als Modell betrachten.

Bleiben wir einmal bei diesem Modell, das in unserer Welt seine Daseinsberechtigung hat. Es zeigt uns einerseits, wie wunderbar unser Körper konstruiert ist. Zum anderen möge es unsere menschliche Überheblichkeit abmildern, wenn wir uns vor Augen führen, dass im Grunde genommen alles Lebendige, besser noch alles Geschaffene, aus den gleichen Grundbausteinen aufgebaut ist.

Zum Dritten zeigt es uns, dass wir mit all unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen das Mysterium Leben noch lange nicht in seiner Gänze verstanden haben und wohl niemals ganz verstehen werden.

Wenn wir das im Hinterkopf behalten, können wir zur weiteren Erklärung wieder das Modell zu Rate ziehen.

Damit komme ich zu den Organen, die uns vertrauter sind als die Welt der kleinsten Bausteine.

Später möchte ich die westliche Vorstellung mit der östlichen, speziell der chinesischen, verbinden. Denn selbst, wenn wir weit davon entfernt sind, Chinesische Heilkundler zu werden, gibt es einige grundsätzliche Hilfen, die wir uns genau aus dieser Ecke holen können.

Ich fasse die Organe zu Organsystemen zusammen, weil wir selten ein Organ isoliert betrachten können.

Es gibt das Atemwegssystem, das in der Nase beginnt und über die Luftröhre bis zu den feinen Verästelungen der Bronchien geht, dort, wo der Sauerstoff-Kohlendioxid-Austausch stattfindet.

Der Verdauungstrakt beginnt im Mund und läuft durch unseren ganzen Körper, wo er auf seinem Weg immer wieder Verdauungssäfte aufnimmt, die helfen, die Nahrung in körperfreundliche Einzelteile aufzuspalten, bis zum Anus, dem Ausgang für die nicht mehr zu gebrauchenden Endprodukte unserer aufgenommenen Nahrung.

Das Nieren-Blasensystem sorgt dafür, dass das Blut gefiltert wird, dh. Die Abfallstoffe werden aus dem Blut geholt, gesammelt und mit Wasser vermischt.

Aus diesem Filtervorgang entsteht der Urin, der dann durch die Harnleiter in die Blase fließt.

Das Genitalsystem besteht im weiblichen Körper aus den Eierstöcken, den Eileitern, der Gebärmutter und den äußeren Geschlechtsorganen, respektive im männlichen Körper aus den Hoden, den Nebenhoden, der Prostata und ebenfalls den äußeren Geschlechtsorganen.

Das Nieren-Blasensystem und das Genitalsystem wird meist zu dem Begriff Urogenitalsystem zusammengezogen, da nicht nur die Endöffnungen beider Systeme eng benachbart sind.

Zu den Drüsen im Kopfbereich sind zu nennen:

Der Thalamus, der den größten Teil des Zwischenhirns bildet und „das Tor zum Bewusstsein“ genannt wird. Er ist der Empfänger für sensible und motorische Impulse aus der Peripherie, die er an die Großhirnrinde weiter gibt. Außerdem bildet er eine Sammelstelle für die Sinneseindrücke (mit Ausnahme des Geruchsinnes) und sorgt dafür, dass die emotionalen Empfindungen in seinen Kernen umgeschaltet und in die zugehörigen Rindenareale weiter gelenkt werden.

Der Hypothalamus, ebenfalls ein Teil des Zwischenhirns, der zusammen mit der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) andere endokrine Drüsen (Drüsen, die Hormone produzieren, die direkt ans Blut abgegeben werden) mit Hilfe stimulierender Hormone steuert. Er bildet u.a. das Dopamin.

Außerdem kontrolliert der Hypothalamus unsere Gefühle.

Im Gegensatz zu den endokrinen Drüsen kennen wir die exokrinen Drüsen, die sich verteilt am Körper befinden und deren Sekret über die Haut nach draußen befördert wird wie z.B. die Schweißdrüsen.

Die Epiphyse (Zirbeldrüse), die das Serotonin (aus der Vorstufe Tryptophan) produziert, das dann bei Dunkelheit in das Melatonin umgewandelt wird. Dieses Melatonin beeinflusst den Wach-Schlaf-Rhythmus.

Der deutsche Name Zirbeldrüse zeigt in der Form die Verwandtschaft mit den Zapfen der Zirbelkiefer. Der Zirbelkiefernzapfen ist ein Symbol der Spiritualität. Eine große Abbildung eines solchen Kiefernzapfen steht zum Beispiel auf dem Petersplatz in Rom.

Ein weiterer wichtiger Teil unseres Kopfes ist das Limbische System, das in enger Nachbarschaft zum Hypothalmus gelagert ist. Es ist einer der ältesten Gehirnteile und für die Ausschüttung von Endorphinen (körpereigene Opioide) verantwortlich.

Über dieses System läuft jede emotional gefärbte Wahrnehmung, Mit Emotionen sind besonders die beiden folgenden Funktionen verknüpft: Geruchssinn und Erinnerungen.

Zum Limbischen System gehören der Hippocampus (nach seiner Form, die dem eines Seepferdchens ähnelt, genannt), der zum großen Teil verantwortlich für die Neurogenese (Neubildung der Nerven) ist. Dort können Frühdiagnosen zur Alzheimer Krankheit gestellt werden. Zum Limbischen System gehört außerdem die Amygdala, die Erinnerungen und Emotionen bewertet.

Zum Energie-und Drüsensystem des Körpers gehören weiterhin:

Die Schilddrüse (in der Nähe des Kehlkopfes), deren Hormone wie das Thyroxin und das Calcitonin wesentlich für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden sorgen.

Ihr sitzen kappenförmig die Nebenschilddrüsen auf, deren Parathormon der Gegenspieler des Calcitonin ist.

Die Sexualdrüsen, die generell für unser Wohlbefinden sorgen.

Die Bauchspeicheldrüse, die aus zwei Teilen besteht, nämlich aus dem Speicheldrüsenteil, der zur Verdauung beiträgt und aus den einzeln verstreuten Grüppchen, genannt Inseln, die mit dem von ihnen produzierten Insulin für unseren Zuckerhaushalt und nach neuerem Wissen auch mit für unseren Fettstoffgehalt verantwortlich sind.

Hervorragender als jede Polizei arbeitet das Abwehr- und Blutbildungs-System Milz, Thymus (Bries) und das Knochenmark.

Dem Thymus oder der Thymusdrüse möchte ich noch einen Extraabschnitt widmen. Er wird meistens reduziert auf einen Teil des Abwehrsystems mit einer Wachstumsfunktion, die mit der Pubertät praktisch aufhört.

Die Rolle, die er im Abwehrsystem spielt, ist die eines Ausbildners für die im Knochenmark gebildeten Lymphozyten. Später siedeln sich diese in den Lymphknoten an, werden aber noch über die Blutbahn mit den Thymushormonen kontrolliert, damit sie lernen, Freund vom Feind zu unterscheiden.

Diese so genannten T-Zellen werden deshalb auch Erinnerungszellen genannt.

Damit gehört der Thymus zu den endokrinen Drüsen.

Außerdem spricht man vom Thymus als dem Sitz der Lebenskraft. Wenn er schwächelt, schwächelt der Mensch. Wie wir dem begegnen können, wird im Praxisteil erklärt.

Das große Entgiftungsorgan Leber nimmt die Rolle des Körperlabors mit seinen vielfältigen Aufgaben ein.

Blutkreislauf und Lymphsystem sorgen für den Transport von lebenswichtigen Stoffen und den Abtransport von Giften.

Last not least wäre noch zu erwähnen unser Haupt, das nicht nur die feinen, soeben erwähnten Drüsen beherbergt wie Thalamus, Hypothalamus, Hypophyse und Epiphyse, sondern in sich unsere Hauptzentrale, das Gehirn, trägt, von dem sich das Rückenmark fortsetzt.

Hier fließt das zentrale Nervensystem, das sich von dort in die Peripherie des Körpers fortsetzt.

Im Gegensatz dazu haben wir im Körper verschiedene Hauptnervenzentren des vegetativen oder unwillkürlichen Nervensystems. Zu deren Aufgaben gehört die Versorgung unserer verschiedenen inneren Organe. Ein wichtiges, immer wieder erwähntes Zentrum ist der Solar Plexus oder Plexus Solaris in der Magengegend, dessen Aktivität uns je nach Grad Entspannung oder Stress beschert.

Dieser komplexe Organismus wird zusammengehalten von Knochen, Knorpeln, Bändern, Faszien, Bindegewebe und der Haut.

Ich bin jetzt natürlich im Eilschritt durch die Anatomie gesaust. Doch es handelt sich hier nicht um ein Anatomiebuch, sondern soll dir nur einen kleinen Überblick über den Körpers gewähren.

Die Gesamtheit unseres Organismus kann nicht durch eine Reihe von Zufällen entstanden sein, hinter diesem Wunderwerk steht ein allumfassender Geist. Wie von selbst festigt sich der Gedanke, wie wichtig es ist, diesen Körper zu pflegen, und zwar innerlich und äußerlich. Ich hoffe, dass ich in diesem Sinne einen kleinen Beitrag zu diesem Thema leisten kann.

Feinstofflichkeit

In diesem Kapitel komme ich an den östlichen Heilkunden, die ein klares System von der feinstofflichen Struktur unseres Körpers dargestellt haben, nicht vorbei.

Die Traditionellen Chinesischen Mediziner, wie die Chinesischen Heilkundler auch genannt werden, haben unsere Organsysteme in einer Elemente-Ordnung zusammengefasst. Man sagt, das sei bereits zur Zeit des Gelben Kaisers geschehen.

Der Gelbe Kaiser (ca. 2674 bis 2575 v. Chr.) gehört zusammen mit vier weiteren Herrschern zu den so genannten Modelherrschern, die das Land vor dem Beginn der Dynastien beherrscht haben. Auch wenn diese Herrscher weniger historischen als mythologischen Ursprungs sind, sagt man vom Gelben Kaiser, er habe maßgeblich an der Alten Chinesischen Kultur mitgewirkt, zu der auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM, basierend auf dem Taoismus) gehört,.

Auf die Elemente-Ordnung gehe ich später im Teil 3 noch gründlicher ein, gerade so viel, dass wir diese Theorie für uns praktisch nutzen können.

Nach der traditionellen Chinesischen Lehre entspringen die Elemente, das heißt die Urstoffe, dem Tao, dem Großen Ganzen. Wir können das mit Gott bezeichnen unter der Voraussetzung, dass wir Gott nicht personifizieren und als christliches Eigentum betrachten.

Die Asiaten haben generell weniger Mühe mit der Vorstellung von etwas Unbegrenzten, Unendlichen. Der Buddhismus z. B. spricht davon, dass Jeder, der dem Rad der Wiedergeburt nach mehr oder weniger vielen Inkarnationen entkommt, in das All-Eine eingeht. Das bringt christliche Theologen dazu, den Buddhisten ihren Glauben an Gott abzusprechen. Dabei berücksichtigt die buddhistische Vorstellung von Gott das Grenzenlose, Allumfassende und Unbegreifbare und ist damit vielleicht realistischer, zumindest umfassender, als in etlichen Punkten die Christliche Lehre.

Aber es geht nicht darum, welche Vorstellung realistischer ist, oder wer den „richtigeren" Glauben hat. Im Gegenteil, es sollte uns dahin bringen, jeden Glauben als gleichwertig zu betrachten; denn er ist für die jeweilige Kultur und Bevölkerungsgruppe der richtige.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch noch einmal darauf hinwesen, dass sowohl das Christentum als auch der Islam ihre Ursprünge im jüdischen Glauben haben. Dazu kommt, dass Jesus ein Jude war. Das bedeutet, dass es keine wirklich neue christliche Religion gab, sondern eine Erneuerung auf der Basis von etwas Altem.

Wenn wir dies alles bedenken, kommen uns Kriege, die sich mit religiöser oder rassistischer Motivation tarnen, noch unsinniger vor, als sie es ohnehin schon sind.

Zurück zur Feinstofflichkeit. Sie bedeutet, dass wir alles, was dazu gehört, weder mit unseren Sinnen, noch mit medizinischen Geräten wahrnehmen können. Deshalb lehnt die Schulmedizin in der Regel diese Feinstofflichkeit ab. Kaum ein Mensch, der ein wissenschaftliches Studium hinter sich hat, möchte als blauäugig, gutgläubig und somit als naiv angesehen werden, indem er sich mit Dingen beschäftigt, die nach unseren Kenntnissen gar nicht vorhanden sein können. Warum dennoch ihre Existenz nicht bezweifelt wird, ist, weil die Chinesische, die Indische, die Tibetische und noch eine Reihe anderer fremder Heilmethoden seit Jahrtausenden ihre Wirkung erfahren und später auch beschrieben haben.

An dieser Stelle möchte ich auch die Ärzte erwähnen, die offen in jede Richtung sind und nicht die schulmedizinische Behandlung als die alleinige Methode proklamieren. Ihre Anzahl wächst nur langsam, aber stetig. Was den Ruf dieser alternativen Therapien, die sich mit den feinstofflichen Anteilen des Menschen beschäftigen, weiterhin ruiniert hat, ist die Tatsache, dass es Menschen gibt, die der Ansicht sind, für diese Art der Behandlungsmöglichkeiten bräuchte man keine Ausbildung. Mit anderen Worten, auf dieser häufig lukrativen Welle schwimmen auch etliche unqualifizierte Therapeuten und „Heiler“ mit.

Meridiane