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Der vorliegende Band befasst sich mit der Zukunftstechnologie Industrie 4.0, die maßgeblich darüber entscheiden wird, ob die deutsche Industrie und Wirtschaft ihre Vormachtstellung in der Welt behalten wird. Dabei hat die Zukunft längst begonnen, erste Lösungen einer digitalisierten Produktion und Prozesslandschaft sind entwickelt und werden - noch mit wechselndem Erfolg - eingesetzt. In diesem Buch wird eine Studie zum Einsatz von Industrie bei einem deutschen weltmarktführenden Maschinenbauer vorgestellt.
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Seitenzahl: 66
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Studienautor:
Moritz Vowe
Herausgeber:
Thorsten Knobbe
Acornpark Experts GmbH
& Co. Kommanditgesellschaft
www.acornpark.de
Covergestaltung:
robinson2 GbR
www.robinson2.com
Vorwort
Teil 1
Ein agiler Ansatz als Methode für das effektive Investitions-Controlling
Andreas Braun, Thorsten Knobbe
Führung digital organisierter Teams
Thorsten Knobbe
Teil 2
Identifikation von Handlungsfeldern im Kontext der Digitalisierung – gezeigt am konkreten Beispiel eines Weltmarktführers im Maschinenbau
Moritz Vowe
Einleitung
Industrie 4.0 – die Zukunftsvision der deutschen Produktion
2.1 Definition: Was bedeutet eigentlich "Industrie 4.0"?
2.2 Historischer Hintergrund
2.3 Die Vision Industrie 4.0/vierte industrielle Revolution
2.3 Fazit
2.4. Die Bedeutung von Industrie 4.0 für den Maschinenbau
Fallstudie: Die Kautex Maschinenbau GmbH
Handlungsfelder im Kontext von Industrie 4.0
Zusammenfassung und Fazit
Anhang: Literaturverzeichnis und weitere Quellen
Der vorliegende Band befasst sich mit der Zukunftstechnologie Industrie 4.0, die maßgeblich darüber entscheiden wird, ob die deutsche Industrie und Wirtschaft ihre Vormachtstellung in der Welt behalten wird. Dabei hat die Zukunft längst begonnen, erste Lösungen einer digitalisierten Produktion und Prozesslandschaft sind entwickelt und werden – noch mit wechselndem Erfolg – eingesetzt.
Wir betrachten das Thema aus zwei Blickwinkeln.
Zum einen stellen wir ein modernes und agiles Investitionscontrolling vor. Gerade die klassische Produktionslandschaft eines Unternehmens erfordert regelmäßige und teils große Investitionen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Aufgabe des Controllings, insbesondere des Investitionscontrollings ist es, diese Investitionen zu steuern, so dass die gewünschten Vorhaben zu optimalen Kosten umgesetzt werden.
Leider hinkt die Realität den Möglichkeiten oft hinterher. Ein großes Hindernis ist die Kompliziertheit der meisten Investitionen und daraus resultierenden Projekte sowie die relativ hohe Zahl an eingebundenen Menschen. Folglich fällt das Controlling oft genug hinter die Realität zurück, das heißt, es werden nicht mehr die Kenngrößen und Verhältnisse in den Projekten abgebildet, die tatsächlich herrschen.
Daher stellen wir als mögliche Abhilfe einen agilen Ansatz vor, der es in Anlehnung an Scrum ermöglicht, schneller auf Veränderungen zu reagieren. Dies gewinnt besonders vor dem Hintergrund in digitale Investitionen – und Lösungen rund um Industrie 4.0 gehören dazu – an Relevanz.
Durch die hohe Geschwindigkeit der Entwicklung digitaler Lösungen, aber auch durch den iterativen Anpassungsbedarf oder notwendige Plausibilisierungsvorgaben, wie etwa Rentabilitätsrechnungen unter verschiedenen Verfahren, Bedingungen oder Softwareeinsätzen, ergeben sich potenziell deutlich kürzere Zyklen als zuvor. Diesen Zyklen muss das Controlling idealerweise folgen oder am besten diese nahezu in Echtzeit abbilden. Nur dann sind optimale oder zumindest realistische Entscheidungsvorlagen möglich und die jeweiligen Entscheiderinnen und Entscheider voll handlungsfähig.
Unser Anspruch ist es, mit unserem Vorschlag dem Controlling und damit auch der Einkaufsorganisation diesen Hebel in die Hand zu geben.
Darüber hinaus beleuchten wir die Führungsdimension, die von einer zunehmend webbasierten und digital geprägten Organisation maßgeblich betroffen sein kann. Industrie 4.0 kann die Art und Weise erfolgreicher Führung bestimmen. Wenn immer mehr Menschen durch digitale Unterstützung, wie Fernwartung, Überwachung von Maschinen und Anlagen oder Prozessen in Echtzeit über das Internet oder auch Fernauswertung von Daten nicht mehr präsent im Büro oder Werk sein müssen, hat das Konsequenzen.
Da ich diese Einleitung schreibe, befindet sich die Welt im dritten Jahr der Coronapandemie. In diesen turbulenten Zeiten haben viele Unternehmen da, wo es geht, das Arbeiten von zuhause eingeführt. Die Erfahrungen bisher sind wechselhaft, im Trend aber positiv. Niemand rechnet mit einer völligen Rückkehr zur Präsenzkultur.
Diese Entwicklung spielt Industrie 4.0 in die Karten. Die erfolgreiche Führung im Spannungsfeld zwischen Präsenz und Distanz sowie agil und linear bedingt und beschleunigt das weitere Vordringen von Industrie 4.0 in weitere Branchen und Anwendungsbereiche.
Im Hauptteil des Buches stellen wir die Studie zum Einsatz von Industrie bei einem deutschen weltmarktführenden Maschinenbauer vor. Hierdurch bilden wir einen Archetyp der deutschen Wirtschaft ab und können, wie in einem Brennglas, die Chancen und Herausforderungen von Industrie 4.0 beobachten und analysieren.
Fest steht: Die mechanische und prozesstechnische Exzellenz, die so viele deutsche Maschinenbauer und angegliederte Technologieunternehmen zu Marktführern in Europa und der Welt gemacht haben, bildet noch immer ein solides Fundament. Aber dieses reicht nicht mehr aus, um vorn zu bleiben.
Die große Frage ist, wo und wie die klassischen deutschen Technologieunternehmen ihre Produkte digitalisieren und dadurch ihren Kunden einen digitalen Vorsprung bieten können. Industrie 4.0 ist kein Selbstläufer und nicht alle Möglichkeiten bieten auch einen faktischen oder relevanten Wertzuwachs in Form von Zusatzfunktionen oder Kostenersparnis.
Die Studie „Identifikation von Handlungsfeldern im Kontext der Digitalisierung – gezeigt am konkreten Beispiel eines Weltmarktführers im Maschinenbau“, durchgeführt und verfasst von Moritz Vowe, geht diesen Fragen auf den Grund. Die Ergebnisse können als Richtschnur für Unternehmen auf dem Weg zu Industrie 4.0 dienen und Orientierung bieten. Somit liefert die Studie einen wertvollen Beitrag zur erfolgreichen Zukunft der deutschen Industrie.
Wir danken Moritz Vowe ausdrücklich für seine Bereitschaft, uns seine Studie für diesen Band zur Verfügung zu stellen.
Als Herausgeber wünsche ich allen Leserinnen und Lesern viel Freude beim Lesen und sodann beim Umsetzen der gewonnenen Einsichten, Anregungen und Ideen.
Thorsten Knobbe, im Januar 2022
Investitionsvorschau in kapitalintensiven Industrieunternehmen am Beispiel eines Werkes in der Automobilzulieferung
Souveräne und folgerichtige Entscheidungen sind eine wesentliche Voraussetzung der exzellenten Unternehmensführung. Gern wird übersehen, dass nicht nur an der Unternehmensspitze, sondern auch in den darunter liegenden Managementebenen exzellent entschieden werden kann und muss. Gerade in komplexen, etwa international oder sogar weltweit verteilten Organisationen, bietet ein systematisiertes wirkungsvolles Entscheidungsmanagement einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Im Controlling, wo Entscheidungsvorlagen erstellt und Entscheidungen getroffen werden, hat man dies schon längst erkannt. Immer leistungsfähigere Systeme sorgen für die Aggregation von immer mehr Kennzahlen und dadurch für verstärkte oder vermeintliche Transparenz. In relativ deutlich vorhersehbaren Zusammenhängen hat dieser Ansatz gut funktioniert. Was aber, wenn sich Parameter schnell oder beständig ändern, sich Planungshorizonte deutlich verkürzen? Dann ist mehr Flexibilität und Kommunikation gefragt. Anders ausgedrückt: das Controlling muss agil werden.
Die Kommunikation zwischen Topentscheidern, Führungskräften und Spezialisten bestimmt die Effizienz und Effektivität vieler Unternehmensprozesse, so auch im Controlling. Die richtige und wirkungsvolle Management-Kommunikation ist daher ein Schlüssel zum Erfolg, auch im Controlling. Analog bestimmt die Art der Kommunikation nach außen, wie ein Unternehmen und seine Repräsentanten gesehen werden und wie erfolgreich sich Geschäftsbeziehungen gestalten. Die wertschöpfende Kommunikation ist die Essenz der internen und externen Kundenorientierung und damit auch ein Kernbestandteil des agilen Controllings. Doch wie kann Agilität in einer zumeist traditionell geprägten Funktion verankert werden?
Das agile Investitionscontrolling als Lösungsbeispiel
Im Controlling eines kapitalintensiven Produktionsstandorts, der in der Regel ein breites Spektrum an Projekten pro Jahr erfordert, lassen sich die Problematik und auch die Lösung, wie unter einem Brennglas darstellen und herleiten.
Typische Herausforderungen und Defizite im klassischen Ansatz:
•Das Management-Team stellt immer wieder fest, dass die vorhergesehenen Investitionen zum Jahresende nicht zustande kommen, aber die Mittel bereitgestellt wurden;
•Das Management-Team fühlt sich zu spät über eine veränderte Projektlandschaft informiert;
•Investitionsprojekte müssen unter größtem Zeitdruck vom Management-Team freigegeben werden und erlauben so kaum eine sinnhafte Überprüfung.
Nach aller Erfahrung muss in einem Geschäftsjahr damit gerechnet werden, dass 50% der Projekte eines Produktionsstandorts gravierende Abweichungen zur detaillierten Planung des Vorjahres erfahren.
Im Folgenden finden Sie eine Möglichkeit, wie Sie durch den Einsatz von agilen Methoden diese Fragestellungen erfolgreich auflösen können.
Die Verbesserung Ihrer Vorhersagegenauigkeit und agile Anpassung an sich ändernde Anforderungen.
Es liegt in der Natur der Sache, dass die operativen Einheiten optimistisch sind, was ihre Umsetzungsstärke von Projekten angeht. Der gute Wille und die Kompetenz sind gegeben, allein die Unwägbarkeit des operativen Geschäfts stört den Projektfortschritt bisweilen gewaltig.
Die Situation in den Projekten verändert sich permanent. In der Regel stellen Werke ihr Investitionsbudget aber bis zu 12 Monate vor der eigentlichen Mittelverwendung auf. Bis zur Verausgabung ändern sich demzufolge noch sehr viele Parameter.
Hier ein kurzer Abriss der Variabilität:
1.Kundenprojekte werden eingestellt oder entfallen,
2.neue Kundenprojekte werden gewonnen und müssen kurzfristig bedient werden,
3.das Volumen einzelner Projekte ändert sich und erfordert neue Produktionskonzepte,
4.technische Spezifikationen ändern sich oder müssen verändert werden,
5.neue Qualitätserfordernisse werden erkannt oder eingefordert,
6.