Ist mein Wort nicht wie Feuer? - Günter Kretz - E-Book

Ist mein Wort nicht wie Feuer? E-Book

Günter Kretz

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Beschreibung

„Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?“ (Jeremia 23,29) Das Wort Gottes ist nicht einfach irgendeine Information, wie wir sie in der Tageszeitung, einer Fachzeitschrift oder einem Lexikon finden. In der Bibel, dem Buch der Bücher, steckt „göttliches Dynamit“. Holen wir die Bibel aus dem Regal und erreichen ihre Worte unser Herz, entfaltet sie in uns eine ungeahnte Kraft und ein heilsamer Transformationsprozess in eine neue Identität nimmt ihren Anfang. Anhand ausgewählter Bibelstellen nimmt uns der Autor auf eine Entdeckungsreise mit, auf der wir immer mehr erkennen, wie umfassend Gottes Liebe zu uns ist und wie wunderbar unsere Berufung und Identität ist, die er uns zugedacht hat. „Ist mein Wort nicht wie Feuer?“ ist nicht nur ein Buch zum Lesen, sondern auch zum „Graben“: Jedem Kapitel folgt ein praktischer Teil, um das Gelesene zu reflektieren und zu vertiefen. Diese Impulse eignen sich auch gut für den Austausch in einer Kleingruppe.

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Seitenzahl: 124

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Günter Kretz

Ist mein Wort nicht wie Feuer?

Wie das Wort Gottes deineIdentität in Christus hervorbringt

GloryWorld-Medien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Auflage 2018

© 2018 Günter Kretz

© 2018 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de

Alle Rechte vorbehalten

Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Rev. Lutherbibel von 1984 entnommen.

Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst.

Lektorat/Satz: Manfred MayerUmschlaggestaltung: Jens Neuhaus, www.7dinge.deFoto: pixabay

ISBN (epub): 978-3-95578-437-9

ISBN (Druck): 978-3-95578-337-2

 

Inhalt

Vorwort

Einführung: Ist mein Wort nicht wie Feuer?

1 Erkenntnis

2 Zugehörigkeit

3 Gotteskindschaft

4 Geliebt

5 Braut

6 Herrlichkeit

7 Gekrönt

Hinweis

Literaturverzeichnis

Vorwort

Genauso, wie sich Gott in Jesus als Mensch verborgen hat, verbirgt sich der Geist Gottes im Buch der Bücher. Die Bibel ist so viel mehr als nur Druckerschwärze auf Papier. Sie stellt nicht nur die Geschichte der ganzen Menschheit von A–Z vor, gewährt uns nicht nur Einblick in Gottes großartigen Heilsplan und schenkt uns nicht nur hilfreiche Regeln für unser Leben, sondern entfaltet in ihren Schlüsselaussagen eine ungeahnte transformierende Kraft.

Der Geist Gottes hat sich in diesem Buch auf geheimnisvolle Art und Weise verhüllt und wartet geduldig, bis er von einem aufmerksamen Herzen „wachgeküsst“ wird. Dann entfaltet diese schlafende Information ihre göttliche Sprengkraft – und die Umgestaltung in ein neues Leben aus Gottes Gnade beginnt.

Die transformierende Kraft steckt in der göttlichen Information, die der Heilige Geist in die Schrift hineingelegt hat. Ob diese Botschaft auf Papier gedruckt, digitalisiert oder in Fleisch und Blut weitergegeben wird, ist nicht von entscheidender Bedeutung. Obwohl ein authentischer Botschafter sie glaubwürdiger macht, steckt das Dynamit der biblischen Schriften in der überlieferten Information selber. Aus diesem Grund sollten wir uns danach ausstrecken, diese Worte Gottes nicht nur flüchtig zu hören, sondern sie in unserem Herzen landen und wirken zu lassen. Dabei geht es nicht darum, sein biblisches Wissen zu erweitern, sondern dass diese Schlüsselaussagen das Herz, den Verstand, das Gefühl und sogar den Willen erreichen und prägen.

Besonders in Zeiten, in denen wir Orientierung, Ermutigung und Trost brauchen, also in typischen Krisenzeiten, entfaltet das Wort Gottes seine Kraft. In einer solchen Zeit habe ich es persönlich als einen Anker erlebt, der mir Halt, Perspektive und neuen Lebensmut gegeben hat. Die für mich eindrücklichsten und ermutigendsten Aussagen aus dieser Zeit habe ich für dieses Buch ausgewählt und unter sieben Themen zusammengefasst. Durch sämtliche ausgesuchten Bibelstellen zieht sich obendrein der rote Faden hindurch, „wer wir in Gottes Augen sind!“ Es geht darum, den Blick von sich selber weg und auf Gott hin auszurichten – wie ER mich sieht, wie ER über mich denkt.

Diese Sichtweise, wie Gott mich bzw. dich sieht, wird dein Leben umkrempeln. Je ausgiebiger und tiefer du diese Sichtweise in dein Herz hineinlässt, desto stärker werden die heilsamen und stärkenden Auswirkungen sein, die diese ausgewählten Worte aus der Schrift in dir hervorrufen.

Eine bewährte Art, einen tieferen Zugang zu diesen Schlüsselaussagen zu bekommen, besteht ganz einfach darin, diese auswendig zu lernen. Dann hat es der Heilige Geist leicht, sie zur entsprechenden Zeit in unser Bewusstsein zu holen und uns seine Perspektive in einer bestimmten Situation konkret vor Augen zu führen.

Auf diese Weise wird das Wort Gottes anfangen, seine Kraft in uns zu entfalten. Es wird unsere Herzen mitten im Lärm der anderen Stimmen des Lebens, die uns so aufdringlich vereinnahmen wollen, dann deutlich und nachhaltiger erreichen.

Deshalb habe ich über diese Bibelverse wiederholt meditiert – nachdem ich sie schon auswendig gelernt hatte. Schließlich fing ich an, Schritt für Schritt meine Gedanken dazu niederzuschreiben. Und nun habe ich sie in diesem Buch zusammengestellt. Sie werden dir helfen, das Wort Gottes tiefer in dein Herz aufzunehmen, und wirken dabei wie ein Brückenkopf, von dem ausgehend dein Leben durch Gottes Gnade transformiert werden wird.

Zu jedem Thema habe ich zwei Verse ausgewählt, die das jeweilige Kapitel prägen. Am Ende eines jeden Kapitels bist du eingeladen, dich anhand einiger Fragen und Impulse tiefer mit dieser Thematik bzw. den Bibelversen zu beschäftigen. Diese Fragen eignen sich auch gut für den Austausch in einer Kleingruppe, falls man mit anderen, z. B. in einem Hauskreis, unterwegs ist.

Noch eine Anmerkung zum Ende dieses Vorwortes: Ich habe bewusst die förmliche Anrede „Sie“ durch das persönlichere „Du“ ersetzt. Damit will ich mich dem Leser nicht anbiedern oder ihm zu nahetreten, aber ich hatte den Eindruck, dass das „Du“ den Zeilen eine menschlichere, intensivere Note verleiht und der Leser näher an die zentralen Punkte, die ich ihm vermitteln will, herangebracht wird.

 

Einführung: Ist mein Wort nicht wie Feuer?

 

Das Wort Gottes ist nicht einfach irgendeine Information, die wir in einer Tageszeitung finden oder die in einem Lexikon steht. Auch ist das Wort Gottes nicht nur eine Botschaft von Mensch zu Mensch, sondern ebenso von Gott zu Mensch. Es kommt aus einer anderen, himmlischen Welt in unsere Welt, aus der Ewigkeit in unsere Zeit. Es entspringt dem Herzen Gottes, der Himmel und Erde geschaffen hat. Über Jahrhunderte ist es von ausgewählten Menschen unter der Inspiration des Heiligen Geistes aufgeschrieben und mittlerweile in über 2000 Sprachen übersetzt worden. Die Bibel ist der Bestseller aller Zeiten – und doch findet sie oft nicht den Weg vom Bücherregal in die Herzen der Menschen. Wenn wir sie aber aus dem Regal holen und ihre Worte mit einem aufrichtigen und suchenden Herzen auf uns wirken lassen, dann beginnen diese, ihre ureigenste göttliche Kraft zu entfalten. Unsere gewohnten Überzeugungen, nach denen sich unsere Handlungen und auch unsere Gefühle ausrichten, werden durch die völlig anderen Sichtweisen aus der Schrift total in Frage gestellt.

So sind viele von uns z. B. tief im Inneren davon überzeugt, unser Wert hänge davon ab, dass wir auf andere einen guten Eindruck machen, dass wir ausreichend genug besitzen oder etwas wirklich Anständiges leisten. Das Wort Gottes sagt uns nichts dergleichen, sondern stellt unmissverständlich klar, dass wir aus Gottes Perspektive seine Anerkennung und Wertschätzung in Christus längst schon haben, denn es heißt: „… der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ (Röm 8,32).

Obwohl wir diese und andere Worte in unserem Leben schon einmal gehört haben, gehen wir in der Regel jedoch zur gewohnten Tagesordnung über. Wir verhalten uns immer noch so, als müssten wir uns auf irgendeine Weise unseren Wert oder unsere Anerkennung bei anderen Menschen, bei Gott oder sogar bei uns selber noch abholen, um unserem selbstgebastelten innerlichen Anspruchsniveau zu genügen.

Es fällt uns schwer, das Wort Gottes unser Herz erreichen zu lassen, weil unsere gewohnten Überzeugungen und Erfahrungen mit Menschen so ganz anders sind. Lassen wir das Wort Gottes aber nicht nur flüchtig unser Bewusstsein passieren, sondern öffnen unsere Herzen und Sinne weit für sein Wirken, dann können wir überraschende Erfahrungen damit machen. Dann wirkt das Wort in der Tat wie ein Feuer, wie ein Hammer. Ein Hammer, der alte Gedanken und Überzeugungen zertrümmert. Ein Feuer, das diese alten Gedankenfestungen und Ängste verbrennt und verzehrt und unsere Herzen mit neuen Wahrheiten und mit heiliger Leidenschaft erfüllt.

Damit sich eine solche Transformation unserer Gedanken, Gefühle und Handlungsmuster ereignet, ist es erforderlich, dass wir uns dem Wort Gottes eingehend aussetzen. Es will nachdrücklich eingeladen sein, damit es in unseren Herzen seine Wirksamkeit und sein Feuer entfalten kann. Wir müssen erleben, dass es sich wirklich lohnt, sich die Worte Gottes mit Herz und Hand zu eigen zu machen, sodass wir geradezu Lust bekommen, uns mehr und ausgiebiger damit zu füllen.

Lust haben wir in der Regel auf etwas, von dem wir denken, dass es uns einen Vorteil bringt. Es muss spürbar etwas zu unserer Lebensqualität beitragen. Und je schneller und tiefer wir die Wirkung und das Ergebnis spüren, desto größer wird die Lust, es wieder zu tun. Das lernen wir von klein auf. So sind wir konditioniert. Das Problem ist: Viele Dinge oder Angewohnheiten bringen erst auf langfristige Sicht einen erkennbaren Vorteil. Von etlichen Verhaltensweisen ist der Vorteil kurzfristig erst einmal gar nicht spürbar oder nur schwer einzusehen. Dies geht vom täglichen Zähneputzen über das Lesenlernen bis hin zur gesunden Bewegung im Alltag. Diese Vorteile merken wir erst auf lange Sicht. Kurzfristig machen sie uns eher Mühe. Und dies macht es uns so schwer, sie in unser Leben einzubauen.

Die Bibel redet in diesem Zusammenhang an vielen Stellen von natürlichen Prinzipien, wie z. B. vom Säen und Ernten. „Was der Mensch sät, das wird er ernten“ (Gal 6,7). Ich muss einen größeren zeitlichen Zusammenhang überblicken, um zu erkennen, was es mir eigentlich morgen bringt, wenn ich heute säe. Erst morgen bzw. in einem halben Jahr werde ich die Ernte einfahren. Was ich heute investiere, werde ich erst in der Zukunft ernten.

Unser Gott, so stellt ihn uns die Bibel vor, ist ein ewiger Gott. Aus diesem Grund hat er nicht nur eine langfristige, sondern sogar eine ewige Perspektive. Gott lädt uns in seinem Wort ein, diese ewige Perspektive von IHM zu übernehmen, damit wir heute an der richtigen Stelle investieren. Setzen wir auf das Vergängliche, werden wir es auch ernten. Setzen wir auf das Ewige, werden wir dieses ernten.

Das Wort Gottes will uns Lust machen, unser Leben aus Gottes ewiger Perspektive zu sehen! Es will uns Lust machen, die langfristigen Vorteile zu sehen, zu ergreifen und sie jetzt schon beständig umzusetzen, damit das Leben gelingt. Es will uns Lust machen, die wunderbaren und süßen Versprechungen Gottes zu erlangen. Es will uns Lust machen, uns nach der Realität Gottes auszustrecken, wie er uns sieht. Es will uns Lust machen, nach scheinbar paradoxen Lösungen für unsere Lebensprobleme zu suchen, wenn wir mit all unseren Lebenskünsten in einer Sackgasse gelandet sind. Es will uns Lust machen, einmal Stille zu halten und auf seinen Geist zu lauschen, der zu uns reden will. Es will uns Lust machen, aus dem begrenzten Horizont unserer Gegenwart in seine ewigen Gedanken für uns einzutauchen. Es will uns Lust machen auf das, was uns in der Zukunft mit IHM erwartet. Es will uns Lust machen, unseren kurzfristigen Horizont zu durchbrechen und in ewige Güter zu investieren. Es will uns Lust machen, IHM selber zu begegnen.

Was will ich von der Lust am Wort Gottes noch mehr schreiben? Es wird sich nicht dem erschließen, der es im Bücherschrank stehen hat. Es wird nicht an dem seine Kraft erweisen, der es liest und vergisst. Es wird nicht in dem zur Entfaltung kommen, der es lediglich intellektuell bejaht.

Die Lust am Wort Gottes ist ein Schritt des Glaubens. Glaube investiert in eine Zukunft, die jetzt noch nicht ist. Sie ist noch nicht sichtbar. Es ist wie bei Wurzeln. Die Wurzeln sind unter der Erde, also nicht sichtbar. Aber sie strecken sich aus: zum lebendigen Wasser, zur Quelle, zum Bach, zu Jesus und seinem Wort. Der Glaube sieht in die Zukunft und bekommt Lust zu investieren. Der Glaube weiß, es wird sich lohnen. Der Glaube investiert in das Wort Gottes: beständig, kontinuierlich. Genau wie ich beständig esse und trinke, so soll ich das Wort Gottes aufnehmen und verdauen.

Das Wort Gottes wird mich prägen und mein Leben wird die Frucht des Wortes tragen. Es wird mich darin wachsen lassen, Gottes Stimme zu hören … mitten im Alltag. Es wird mich darin wachsen lassen zu erkennen und zu begreifen, was göttlich, menschlich oder vom Bösen ist. Es wird mich immer mehr dazu verleiten, Gottes Willen tatsächlich zu tun. In dem Maße, wie das geschieht, werde ich Gottes Wege gehen und mein Leben wird an geistlicher und seelischer Stabilität gewinnen, weil ich dann nicht mehr glaube, sondern sehe. Meine Seele wird es erleben, wie schon ein Stück der Ernte eingefahren wird. Mein Leben wird zu leuchten beginnen und das Feuer des Wortes Gottes wird in meinem Herzen mit inniger Leidenschaft brennen. Es wird ein Licht für andere sein, die in der Dunkelheit sind. Ich selber werde anfangen, für die, die sich in ihren Sackgassen verirrt haben, ein Stück Hoffnung zu sein. Dadurch wird das Feuer sich ausbreiten – über mein Leben hinaus in die Herzen und Hände anderer Menschen, die nun angesteckt worden sind: mit dem Feuer von Gottes Wort.

 

Kapitel 1: Erkenntnis

 

 

An wen schreibt Paulus hier? An Ungläubige? Mitnichten! Er schreibt hier an Christen – an Christen, die Jesus nachfolgen, also an Menschen wie dich und mich!

Sie sollen erleuchtete Augen des Herzens bekommen! Sind wir denn nicht schon erleuchtet? Haben wir die rettende Botschaft, das Evangelium, nicht schon erkannt, dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, dass er auferstanden und unser Leben in ihm verborgen ist? Was sollen wir dann hier noch erkennen?

Allem Anschein nach war Paulus diese Angelegenheit so wichtig, dass er den Ephesern dies nicht nur einfach geschrieben hat, sondern sie nachdrücklich wissen ließ, dass er sogar für sie betete, dass sie erleuchtete Augen des Herzens bekommen, um zu erkennen, zu welcher Hoffnung sie von Christus berufen sind, wie reich sie in Christus beschenkt sind.

Paulus stellte den Gläubigen diesen Gedanken in den ersten Zeilen des Epheserbriefes als eine fundamentale Sicht des christlichen Glaubens vor, auf dem sie dann weiter aufbauen konnten. Fehlte dieses Fundament, diese Sicht, wie reich wir in Christus beschenkt worden sind, dann konnte der ganze Glaube ins Wanken geraten. Deshalb hatte er mit so viel Nachdruck darauf bestanden, dass die Epheser diese grundlegende Perspektive verinnerlichten.

Es reichte für die Epheser nicht, dies einfach nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern diese Wahrheit musste in ihren Herzen wachsen, blühen und gedeihen. Dies war für die weitere Entwicklung ihres Glaubens von nicht zu unterschätzender Tragweite und entscheidender Bedeutung.

Wie ist das nun mit uns? Auf welchen Fundamenten bauen wir unser Leben auf? Unsere Welt nehmen wir mit unseren natürlichen fünf Sinnen wahr und unser Gehirn interpretiert daraus eine Vorstellung, ein Bild, an dem wir uns orientieren und ausrichten. Die meisten spüren es schon im frühen Kindesalter: Unsere Welt ist kein Paradies, und wir merken, dass es überall Mangel gibt. Dabei geht es nicht nur um den materiellen Mangel, sondern wir erleben auch Mangel an Liebe, Anerkennung, Geborgenheit, Sicherheit und Bedeutung etc.

Dies führt dazu, dass wir versuchen, dieses Lebensgefühl von innerer Leere und Minderwert mit den verschiedensten Mitteln auszugleichen, um damit dem Gefühl des Mangels entgegenzutreten und wenigstens ein halbwegs erfülltes Leben zu haben.

Jeder von uns hat unbewusst seine ganz persönliche Strategie entwickelt, wie er glaubt, diesem Mangel am besten zu begegnen. Er baut sich seine individuelle Brille zusammen, eine persönliche Sichtweise, wie er die Welt, die anderen Menschen, sich selbst oder sogar Gott sieht. Hier nur drei kleine Beispiele:

Beispiel 1

Der siebenjährige Sven, der die zweite Klasse besucht, kommt mit einem knappen Ausreichend [4-] nach Hause. Kommentar vom Vater: „Fußballspielen wird gestrichen, bis du bessere Noten nach Hause bringst!“ Was lernt Sven? „Nur wenn ich eine entsprechende gute Leistung bringe, dann bin ich wirklich okay!“ Als Erwachsener könnte Sven dann z. B. folgende fundamentale, meist unbewusste Überzeugung entwickeln: