Jerry Cotton - Folge 3072 - Jerry Cotton - E-Book

Jerry Cotton - Folge 3072 E-Book

Jerry Cotton

0,0
1,49 €

Beschreibung

Joseph Jetterson war ein erfolgreicher Thriller-Autor, und wenn er sich nicht beim FBI gemeldet hätte, dann wäre eine der spektakulärsten Mordserien in den USA nie als solche erkannt worden. Ihm war durch Zufall aufgefallen, dass ein Mord genauso ausgeführt worden war, wie er es in einem seiner Bücher beschrieben hatte. Schnell stellte sich heraus, dass dies noch auf drei weitere zutraf, und dass Jetterson selbst ins Visier des Mörders geriet ...

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 125

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



Inhalt

Cover

Impressum

Alibi ohne Zeugen

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln

Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Film: »Miami Vice«/ddp-images

E-Book-Produktion: César Satz & Grafik GmbH, Köln

ISBN 978-3-7325-2867-7

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

Alibi ohne Zeugen

»Nein, nein, ich habe doch nichts getan, bitte nicht!«, flehte die junge blonde Frau den Mann an, der vor ihr saß und sein Messer schärfte.

»Darauf kommt es nicht an«, sagte er.

»Worauf dann? Was wollen Sie? Ich habe Geld, wenn es das ist. Oder vielleicht … Aber bitte, tun Sie mir nichts!«

Er lächelte. »Tja, wenn es so einfach wäre. Aber das ist es leider nie.«

Langsam erhob er sich und ging auf sie zu. »Schreien Sie ruhig, hier wird Sie niemand hören.«

»Wieso tun Sie das?«, sagte sie mit brechender Stimme, als er ihr das Messer an die Kehle hielt.

»Weil es so geschrieben steht«, antwortete er und bewegte die scharfe Klinge der tödlichen Waffe nur wenige Zoll zur Seite.

Es dauerte fast zwei Minuten, bis ihr Todeskampf beendet war.

Joseph Jetterson war geschockt, als er die Meldung im Internet sah. Einen Moment lang stockte ihm der Atem und sein Brustkorb fühlte sich an, als würde er zusammengedrückt werden.

»Verdammt, das kann doch nicht sein«, sagte er zu sich selbst und las den Artikel.

Aber mit jedem weiteren Satz wurde seine Befürchtung bestätigt.

Er las den Artikel zu Ende und stand dann auf. Es war der Albtraum jedes Krimi-Autors. Konnte es wirklich wahr sein? Und wenn ja, warum hatte es außer ihm noch niemand bemerkt?

Unruhig lief er in seinem Hotelzimmer auf und ab. Dann ging er zur Mini-Bar und holte eine kleine Flasche Whiskey heraus. Er öffnete sie, verzichtete auf ein Glas und setzte sie an den Mund.

Ein paar Schlucke später war die Flasche leer. Er fühlte eine brennende Wärme in seiner Speiseröhre. Aber besser ging es ihm trotzdem nicht. Nicht wirklich.

Er musste etwas unternehmen, das war klar. Sonst war er ebenfalls schuldig. Er zögerte nicht länger und griff zum Telefon. Die Nummer holte er sich aus dem Internet.

»FBI Field Office Philadelphia, was kann ich für Sie tun?«

»Ich … ich möchte einen Mord melden«, sagte er nervös.

»In Ordnung, Sir, nennen Sie mir bitte Ihren Namen und sagen Sie mir, worum es geht«, sagte die nett klingende Frauenstimme.

»Mein Name ist Joseph Jetterson«, antwortete er. »Es geht um mehrere Morde, unter anderem um den an Janice Weichsler. Der Mörder …«

Er sprach nicht weiter.

»Kennen Sie den Mörder?«, fragte die Frau.

»In gewisser Weise bin ich es, ich meine, nein …«

»Ganz ruhig, Sir, lassen Sie sich Zeit«, sagte seine Gesprächspartnerin und hört ihm aufmerksam zu.

***

Das Klingeln des Telefons unterbrach mich mitten im Satz, mit dem ich Phil, der mir gegenüber in meinem Büro saß, in seiner Beweisführung widerlegen wollte.

Ich schaute auf das Display. Es war Dorothy, Mr Highs Sekretärin. »Hallo, Inspektor Cotton, ist Phil bei Ihnen?«

»So ist es«, antwortete ich.

»Mr High möchte Sie sehen, beide.«

»Oh, ein neuer Fall? Hat er etwas dazu gesagt?«

»Ich bin nicht sicher, ob es sich um einen Fall handelt«, sagte sie. »Könnte auch eine PR-Geschichte sein. Ich glaube, es hat mit Jetterson zu tun, Joseph Jetterson.«

»Sie sagen das so, als sollte ich den kennen.«

»Natürlich, er ist die Nummer eins«, sagte sie und klang ein wenig empört.

»Auf der Fahndungsliste?«

»Nein, New York Times-Bestsellerliste«, sagte sie und ich hörte förmlich, wie sie die Augen verdrehte ob meiner Unwissenheit. »Wie auch immer, der Chef möchte Sie sofort sehen.«

»Gut, wir sind gleich da«, sagte ich und beendete das Gespräch.

Phil schaute mich fragend an.

»Mr High will uns sehen«, sagte ich. »Kennst du einen gewissen Joseph Jetterson?«

Phil überlegte kurz. »Nein, ich glaube nicht. Sind wir dem mal begegnet? Ein alter Fall?«

Ich schüttelte den Kopf. »Nein, eher ein neuer. Vielleicht.«

***

Als wir den Schreibtisch von Dorothy erreichten, war auf ihrem Monitor das Cover eines Buches von Joseph Jetterson zu sehen. Ich warf einen kurzen Blick darauf.

»Jetzt sagen Sie nicht, Sie hätten noch nie etwas von Alibi ohne Zeugen gehört, dem ersten Beststeller von Jetterson«, sagte sie ungläubig.

»Sorry, aber Krimis sind nicht so mein Ding«, erwiderte ich. »Nicht, dass ich sie nicht auch lesen würde, aber ich verfolge weder die New York Times-Bestsellerliste noch ist das meine Lieblingslektüre.«

»Inspektor Cotton steht eher auf Romane von Nora Roberts«, scherzte Phil.

Dorothy lächelte verschmitzt. »Ach, so ist das. Gut zu wissen. Für Ihren nächsten Geburtstag, meine ich.«

Ich verzog das Gesicht. »Na, prima, dann habe ich ja etwas, auf das ich mich freuen kann.«

Phil klopfte an Mr Highs Tür, dann traten wir ein. Unser Chef saß an seinem Schreibtisch und telefonierte. Mit einem Handzeichen gab er uns zu verstehen, dass wir uns setzen sollten.

»Geht in Ordnung, ich kümmere mich darum«, sagte er. »Bis bald.«

Als er aufgelegt hatte, erwähnte er weder den Inhalt seines Gesprächs noch mit wem er gesprochen hatte.

»Gut, dass Sie da sind. Es gibt Arbeit. Möglicherweise. Kennen Sie Joseph Jetterson?«

Phil verkniff sich ein Grinsen.

»Nein, Sir, wir haben heute zum ersten Mal von ihm gehört«, antwortete ich.

»Macht nichts, ich selbst habe zwar den Namen schon mal irgendwo aufgeschnappt, aber bis heute noch nichts von ihm gelesen. Wie auch immer, Sie werden wohl nicht darum herumkommen, einige seiner Bücher zu lesen.«

»Sir?«, sagte Phil fragend. »Wollen Sie, dass wir seine Krimis lesen, um uns weiterzubilden?«

»Ganz und gar nicht«, antwortete Mr High. »Jetterson hat sich mit einer ungewöhnlichen Bitte an das FBI gewandt. Er hat das Field Office Philadelphia angerufen und meinte, dass zwischen verschiedenen Morden, die in der letzten Zeit begangen wurden, ein Zusammenhang bestehen würde.«

»Interessant«, sagte ich. »Wir reden dabei aber von tatsächlichen Vorkommnissen, nicht von Fiktion, oder?«

Mr High nickte. »Ja, reale Taten. Obwohl diese möglicherweise einen fiktiven Hintergrund haben. Er hat uns darauf hingewiesen, dass jemand die Morde, die er in seinen Büchern beschreibt, tatsächlich begeht.«

»Das ist doch ein Scherz, nicht wahr?«, stieß Phil aus.

Mr High blieb ernst. »Ich fürchte nein. Er hat ein paar tatsächliche Morde genannt, über die in den Medien berichtet wurde. Ob seine Fantasie mit ihm durchgegangen ist, das weiß ich nicht. Wäre möglich, ist aber eher unwahrscheinlich. Wie auch immer, das FBI muss der Sache nachgehen, herausfinden, ob etwas an der Geschichte dran ist. Und wenn es so ist, herausfinden, wer dahintersteckt. Genau das ist Ihre Aufgabe.«

Ich nickte. »In Ordnung, Sir.«

Mr High reichte mir eine dünne Akte. »Viel haben wir bisher nicht, also haben Sie umso mehr zu tun. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg. Und erstatten Sie mir bitte regelmäßig Bericht.«

»Natürlich, Sir«, sagte ich, nahm die Akte entgegen und stand auf.

Phil erhob sich ebenfalls. Wir verabschiedeten uns von Mr High und verließen das Büro. Am Schreibtisch von Dorothy blieben wir stehen.

Phil nahm mir die Akte ab und warf einen Blick hinein. »Hm, ich weiß nicht, wahrscheinlich hat der Typ einen zu viel getrunken oder Drogen genommen und fantasiert ein wenig.«

»Möglich«, sagte ich und warf ebenfalls einen Blick in die Akte. Dort war von drei Morden in verschiedenen Städten die Rede. In allen drei Fällen wurden die Opfer auf unterschiedliche Art und Weise getötet.

Ich wandte mich an Dorothy. »Haben Sie schon Bücher von Jetterson gelesen?«

Sie nickte. »Na klar, alle. Absolut spannend.«

»Dann können Sie uns vielleicht helfen«, sagte ich und reichte ihr die Akte. »Hier sind drei Mordfälle. Können Sie uns sagen, ob derartige Taten in seinen Büchern beschrieben oder zumindest erwähnt werden? Das würde uns eine Menge Zeit sparen.«

Sie lächelte mich an und nickte. »Klar, kann ich. Mache ich gerne. Glauben Sie, dass da was dran ist?« Beim letzten Satz verfinsterte sich ihre Miene.

»Das werden wir bald wissen«, sagte ich. »Wie viele Bücher hat dieser Autor denn bisher veröffentlicht?«

»Soweit ich weiß, gibt es sieben Kriminalromane von ihm«, antwortete sie. »Ob er sonst noch etwas geschrieben oder veröffentlicht hat, weiß ich nicht. Das könnte ich aber herausfinden. Brauchen Sie Ausgaben der Bücher?«

»Ich denke schon«, antwortete ich. »Wenn sich der Verdacht bestätigt, auf jeden Fall.«

»Gut, ich besorge sie Ihnen, wollte gleich in der Pause sowieso raus, da kann ich eben am Buchladen vorbeigehen«, sagte sie.

»Und was machen wir?«, fragte Phil. »Rufen wir den Mann an?«

»Wir besorgen uns erst einmal mehr Informationen über die drei Mordfälle«, sagte ich. »Und zwar aus der Presse und von den zuständigen Behörden.«

***

Wir gingen in mein Büro. Phil nahm am Schreibtisch Platz, ich ging die Akte durch.

Als Dorothy nach einer Stunde vorbeischaute, hatte sie Kaffee und die erwähnten sieben Bücher dabei.

»Ah, Sie schickt der Himmel«, sagte Phil freudestrahlend, wobei sein Interesse zweifelsohne in erster Linie dem Kaffee galt.

»Hier, bitte«, sagte sie und stellte ihm einen Becher hin. Ich bekam den anderen Becher und die Bücher.

»Herrlich, dieser Geruch«, sagte Phil.

»Ganz schön dicke Bücher«, bemerkte ich. »Um wie viele Morde geht es pro Band?«

Sie nahm eines der Bücher in die Hand. »Das ist das Erstlingswerk, gut geschrieben, spannend, rasant, mitreißend. Da kommt er mit einem Mord aus. In den beiden folgenden kann er, meiner Meinung nach, sein Niveau halten, es werden aber mehr Leute umgebracht oder verunglücken. Die letzten vier Bücher sind immer noch gut, erreichen aber nicht mehr das Niveau der ersten drei, dafür kommen in jedem Band bestimmt ein Dutzend Leute um.«

»An Ihnen ist eine Literaturkritikerin verloren gegangen«, sagte ich.

»Ja, so was stand auch auf der Liste meiner Berufswünsche, etwa auf Platz dreißig, glaube ich. Vorher wäre ich aber eher Kindergärtnerin oder Ärztin geworden.«

»Immerhin können Sie Ihr Know-how jetzt einsetzen, um bei der Aufklärung eines Falles zu helfen«, sagte ich.

»Wenn es sich tatsächlich um einen Fall handelt«, bemerkte Phil zweifelnd.

Dorothy suchte zwei der Bücher heraus und legte sie Phil auf den Tisch. »Hier, ich habe die Stellen markiert. Dort sind die Morde beschrieben, die wer auch immer tatsächlich durchgeführt hat.«

Phil stellte seinen Kaffee zur Seite und schlug das erste Buch auf. »Sind Sie sicher?«

»Das können Sie gerne selbst überprüfen«, sagte sie. »Ich für meinen Teil wusste sofort, welche Szenen aus den Büchern der Mörder im Kopf hatte.«

Phil nickte und nahm sich die Zeit zu lesen. Gut zwei Minuten später nickte er wieder. »Ja, stimmt, das passt. Genau wie beim ersten Opfer.«

Er kontrollierte die beiden anderen Bücher und blickte dann erst mich und dann Dorothy an. »Well, sieht aus, als hätte ich mich geirrt. Die Übereinstimmungen sind nicht von der Hand zu weisen.«

»Hinzu kommt, dass die Morde in Städten begangen wurden, in denen Jetterson Lesungen gehalten hat«, sagte ich. »Betrachten wir das im Detail. Der erste Mord, den Jetterson gemeldet hat, fand in Boston statt. Das Opfer, Henry Miller, wurde mit einem stumpfen Gegenstand im Park erschlagen, wenige Stunden, nachdem Jetterson in Boston sein neuestes Buch vorgestellt hatte. Dann, einige Tage später, hat es Simon Fraser erwischt, in Springfield. Er wurde mit mehreren Schüssen aus einem kleinkalibrigen Gewehr getötet. Dann ist ein paar Tage später Janice Weichsler in Philadelphia entführt worden. Der Täter hat ihr die Kehle aufgeschnitten und sie ausbluten lassen. Das wird ja immer heftiger.«

Miss Taylor nickte. »Ja, die Sache mit Miss Weichsler stammt aus einem späteren Buch, in dem es weitaus heftiger zur Sache geht als vorher.«

Phil schaute auf. »Moment mal, du hast gesagt, zwischen den ersten beiden Morden und dem dritten sind ein paar Tage vergangen. Hat Jetterson dazwischen keine Lesungen gehalten?«

»Gute Frage«, sagte ich. »Das sollten wir überprüfen.«

»Es gibt eine Website von seinem Verlag, wo solche Daten zu finden sein könnten«, sagte Dorothy.

Ich warf Phil einen Blick zu.

»Bin schon dabei«, sagte er und arbeitete am Computer. »Moment, hier, nein, da nicht, aber hier, auch nicht … etwas unübersichtlich aufgebaut, ach ja, da sind die Termine. Tatsächlich, zwischen Springfield und Philadelphia war er in Hartford und New York.«

»Es wäre möglich, dass dort auch Morde verübt wurden, die demselben Muster entsprechen«, sagte ich nachdenklich. »Um das herauszufinden, müssten wir allerdings alle Arten kennen, auf die jemand in seinen Romanen zu Tode gekommen ist.«

»Ich kenne zwar nicht alle auswendig, aber ich könnte eine Liste erstellen. Damit wäre ich bestimmt schneller als Sie, wenn Sie die Romane erst alle lesen müssten.«

»Nichts dagegen«, sagte ich. »Wenn Sie die Zeit dazu haben und der Chef einverstanden ist.«

Sie lächelte. »Im Moment ist es relativ ruhig. Ich glaube kaum, dass er etwas dagegen haben wird, wenn ich das erledige. Trotzdem sollte ich zu meinem Schreibtisch gehen und das dort machen.«

»Ja, gute Idee«, sagte ich.

Sie schnappte sich die sieben Bücher und verließ mein Büro.

»Dann können wir uns in der Zwischenzeit um die in den beiden Städten an den relevanten Tagen begangenen Morde kümmern«, sagte Phil und legte los.

Ich nickte zustimmend. Inzwischen sah es so aus, als ob wir wirklich einen Fall hatten.

***

Dorothy hatte schnell gearbeitet. Sie brachte uns einen Ausdruck, auf dem die Opfer, die Arten, wie sie zu Tode gekommen waren, und die entsprechenden Stellen der Bücher standen.

»Gute Arbeit«, sagte ich, nachdem ich einen Blick darauf geworfen hatte.

»Hätte ich nicht so schnell hinbekommen, wenn ich die Bücher nicht wirklich intensiv gelesen hätte«, sagte sie. »So war es ein Klacks. Es sind insgesamt dreiunddreißig Morde, wenn ich richtig gezählt habe.«

»Kommt hin«, bestätigte ich und legte die Liste hin, sodass Phil ebenfalls einen Blick darauf werfen konnte. »Und? Haben wir Übereinstimmungen?«

»Das werden wir gleich wissen, einen Augenblick. Hier, in Hartford, da wurde eine Frau im Park entführt, vergewaltigt und dann erdrosselt, Joanne Maxwell. Das passt zu Nummer sieben auf der Liste.«

»Stimmt«, sagte ich. »Ein Mord, den Jetterson offensichtlich übersehen hat. Dann bliebe nur noch New York. Da war an dem Tag ja einiges los. Gibt es dort Übereinstimmungen?«

Phil überflog die Liste, erst nach unten, dann wieder nach oben und verzog dann das Gesicht. »Nein, da finde ich nichts. Hm, merkwürdig, das entspricht nicht dem Schema.«

»Vielleicht hat der Täter seine Vorgehensweise geändert oder das, was er vorhatte, hat nicht geklappt«, sagte Dorothy. »Immerhin hatte er nie mehr als ein paar Stunden Zeit, um seine Taten zu planen.«

»Wäre möglich, dass es nicht geklappt hat«, sagte ich. »Allerdings ist es bei solchen Menschen unüblich, dass sie ihre Vorgehensweise ändern. Ich denke eher, dass wir etwas übersehen.«

Phil und ich gingen noch einmal die Liste der Morde aus den Büchern durch und verglichen sie mit denen, die tatsächlich in New York begangen worden waren.

Phil schüttelte den Kopf. »Nein, nichts.«

Ich überlegte. »Möglich, dass die Leiche noch nicht gefunden wurde. Oder … Moment mal, hier, in diesem Buch, da wurde jemand überfahren. Wäre es möglich, dass jemand bei einem Autounfall zu Tode gekommen ist und das von der zuständigen Behörde bisher nicht als Mord klassifiziert wurde?«