Jungferngeckos - Beate Röll - E-Book

Jungferngeckos E-Book

Beate Röll

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Beschreibung

Von den etwa 1.000 Arten der Geckos sind bis jetzt sieben als parthenogenetisch bekannt; sie sind sämtlich nachtaktiv. Davon werden im Handel – überwiegend als private Nachzuchten auf Reptilienbörsen, seltener in Zoogeschäften – hauptsächlich zwei Spezies angeboten: der Schuppenfingergecko Lepidodactylus lugubris und, deutlich seltener, der Halbblattfingergecko Hemiphyllodactylus typus. Hierbei handelt es sich um Arten, für die aufgrund ihrer geringen Größe keine großen Terrarien erforderlich sind. Die besondere Art ihrer Fortpflanzung und damit verbunden ihre relativ problemlose Nachzucht sowie ihr verträgliches Verhalten untereinander machen Jungferngeckos zu interessanten und angenehmen Pfleglingen. Art für Art stellen Ihnen die Bücher dieser Reihe die beliebtesten Terrarientiere vor. Jeder Band bietet Ihnen detaillierte, praxisnahe Pflegeanleitungen und Sie finden alle Informationen, die Sie brauchen, um Ihre Tiere erfolgreich zu vermehren. Alle wichtigen Fragen von der erforderlichen Beckengröße über die Terrarieneinrichtung, die technische Ausstattung, die artgerechte Ernährung bis zur Vorbeugung von Krankheiten werden mit zahlreichen Tricks und Kniffen beantwortet. Erfahrene, langjährige Züchter verraten, wie Sie die Tiere zur Fortpflanzung bewegen und die Jungtiere gesund aufziehen können. Das alles durchgängig farbig, großzügig bebildert und attraktiv gestaltet nur über Ihr Terrarientier - Art für Art.

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EPUB

Seitenzahl: 67

Veröffentlichungsjahr: 2016

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JUNGFERNGECKOS

LEPIDODACTYLUS LUGUBRIS & HEMIPHYLLODACTYLUS TYPUS

Beate Röll

Hemiphyllodactylus typus

Inhalt

Vorwort

Einleitung

Fortpflanzung der Jungferngeckos

Die Gattungen Lepidodactylus FITZINGER, 1843 und Hemiphyllodactylus BLEEKER, 1860

Lepidodactylus lugubris (DUMERIL & BIBRON, 1836) – Gewöhnlicher Schuppenfingergecko

Verbreitung

Abstammung

Entstehung diploider und triploider Klone von L. lugubris

Beschreibung

Lebensweise und Verhalten

Phänotypische Männchen von Lepidodactylus lugubris

Hemiphyllodactylus typus BLEEKER, 1860 – Gewöhnlicher Halbblattfingergecko

Verbreitung

Abstammung

Beschreibung

Lebensweise und Verhalten

Haltung

Erwerb, Transport und Quarantäne

Größe des Terraiums, Tierbesatz und Einrichtung

Beheizung

Beleuchtung

Luftfeuchtigkeit

Ernährung

Versorgung mit Wasser

Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen

Krankheiten

Nachzucht

Paarungsverhalten: Pseudokopulationen

Eiablage

Inkubation der Eier

Größe und Färbung der Schlüpflinge und Jungtiere

Unterbringung von Schlüpflingen und Jungtieren

Fütterung von Schlüpflingen und Jungtieren

Weitere Informationen

Weiterführende und verwendete Literatur

Bildnachweis

Titelbild: Hemiphyllodactylus typus

Kleines Bild: Lepidodactylus lugubris (Unterseite eines Fußes)

Seite 1: Foto: Lepidodactylus lugubris

Alle nicht anders gekennzeichneten Fotos stammen von der Autorin

Die in diesem Buch enthaltenen Angaben, Ergebnisse, Dosierungsanleitungen etc. wurden von der Autorin nach bestem Wissen erstellt und sorgfältig überprüft. Da inhaltliche Fehler trotzdem nicht völlig auszuschließen sind, erfolgen diese Angaben ohne jegliche Verpflichtung des Verlages oder der Autorin. Beide übernehmen daher keine Haftung für etwaige inhaltliche Unrichtigkeiten. Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Ubersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, gespeichert oder vervielfältigt werden.

eISBN: 978-3-86659-314-5

© 2004 Natur und Tier - Verlag GmbH

An der Kleimannbrücke 39/41

48157 Münster

www.ms-verlag.de

Geschäftsführung: Matthias Schmidt

Lektorat: Heiko Werning & Kriton Kunz

Layout: Angela Neuhäuser

Vorwort

DIE meisten Geckos pflanzen sich – wie die überwiegende Mehrheit der Wirbeltiere – zweigeschlechtlich fort, d. h., zwei Elterntiere verschiedenen Geschlechts geben ihr Erbmaterial an die Nachkommen weiter. Bei der dazu nötigen Befruchtung verschmelzen die Kerne der Eizelle des Weibchens und des Spermiums des Männchens miteinander.

Bei Reptilien kommt jedoch selten auch eine eingeschlechtliche Fortpflanzung vor, die Parthenogenese oder Jungfernzeugung. Die Populationen dieser parthenogenetischen Arten bestehen in der Regel nur aus Weibchen, die unbefruchtete, aber trotzdem entwicklungsfähige Eier legen. Die meisten parthenogenetischen Gattungen der Reptilien gibt es in der Familie der Geckos; diese Geckos werden auch als „Jungferngeckos“ bezeichnet.

Von den etwa 1.000 Arten der Geckos sind bis jetzt sieben als parthenogenetisch bekannt; sie sind sämtlich nachtaktiv. Davon werden im Handel – überwiegend als private Nachzuchten auf Reptilienbörsen, seltener in Zoogeschäften – hauptsächlich zwei Spezies angeboten: der Schuppenfingergecko Lepidodactylus lugubris und, deutlich seltener, der Halbblattfingergecko Hemiphyllodactylus typus. Hierbei handelt es sich um Arten, für die aufgrund ihrer geringen Größe keine großen Terrarien erforderlich sind.

Die besondere Art ihrer Fortpflanzung und damit verbunden ihre relativ problemlose Nachzucht sowie ihr verträgliches Verhalten untereinander machen Jungferngeckos zu interessanten und angenehmen Pfleglingen.

Beate RöllWennigsen, im Herbst 2004

Einleitung

DIESES Buch über Jungferngeckos möchte nicht nur die Entstehung der Jungfernzeugung oder Parthenogenese, einer eingeschlechtlichen Fortpflanzungsform, erläutern, sondern vor allem auch die Grundlagen der Biologie dieser äußerst ungewöhnlichen Echsen vermitteln und damit bei der artgerechten Haltung und der erfolgreichen Nachzucht helfen.

Systematik der Geckos

Geckos gehören zur Familie der Haftzeher (Gekkonidae). Diese wird nach BÖHME (2004) und anderen Autoren in die Unterfamilien Eublepharinae (Lidgeckos), Diplodactylinae (Doppelfingergeckos), Sphaerodactylinae (Kugelfingergeckos) und Gekkoninae (Eigentliche Geckos) unterteilt. Manche Autoren sprechen diesen Kategorien den Rang von Familien zu und fassen sie dann sämtlich in der Zwischenordnung Gekkota zusammen. Diese gehört zur Unterordnung Sauria (Echsen), die zusammen mit den Schlangen die Ordnung der Squamata (Schuppenkriechtiere) bildet.

Morphologie: Haut

Viele Gecko-Arten können an glatten Flächen, wie z. B. Glasscheiben, sitzen und laufen. Sie vermögen sogar kopfüber an einer Zimmerdecke zu hängen. Diese Fähigkeit beruht auf speziellen Haftschuppen unter ihren Zehen, die mit unzähligen, mikroskopisch feinen Härchen, den Haftborsten, besetzt sind. Diese bewirken die Haftung an glatten Oberflächen. Jedoch besitzen nicht alle Arten der Geckos solche Haftzehen.

Die Haut der Geckos bildet wie bei anderen Echsen und wie bei Schlangen Schuppen, die recht unterschiedlich aussehen können, z. B. wie kleine Körner (granuläre Schuppen) oder wie Dachziegel (dachziegelartige Schuppen). Die äußerste Schicht besteht aus verhornten, abgestorbenen Zellen und wird in regelmäßigen Abständen durch eine Häutung erneuert. Bei den Geckos wird die alte Hautschicht in großen Fetzen oder auch in einem Stück abgestreift und anschließend gefressen. Da die Haftborsten ebenfalls abgestorbene, verhornte Bildungen der Haut sind, werden sie mitgehäutet. Eine neue Generation von Haftborsten liegt schon vor der Häutung unter der alten Hautschicht vor.

Auge: Brille und Iris

Bei den meisten Geckos sind die Augenlider zu einer unbeweglichen, durchsichtigen so genannten Brille verwachsen, die direkt über der Hornhaut liegt. Die äußerste Schicht der Brille wird ebenfalls während der Häutung erneuert. Nur Lidgeckos (Eublepharinae) haben bewegliche Augenlider; sie können ihre Augen durch Hochziehen des unteren Lids schließen.

Charakteristisch für nachtaktive Geckos ist eine bewegliche Iris, die so zusammengezogen werden kann, dass nur ein senkrecht stehender Pupillenschlitz geöffnet bleibt. Bei zusammengezogener Iris können die Pupillenränder glatt oder so gelappt sein, dass vier kleine Lochblenden entstehen. Tagsüber oder im Hellen ist die Iris der nachtaktiven Geckos meist geschlossen; bei Dunkelheit sind die Pupillen dagegen weit kreisförmig geöffnet. Geckos können ihre seitlich am Kopf gelegenen Augen unter der Brille bewegen und nach vorn drehen, sodass man beim Blick von vorn auf ihre Schnauzenspitze die Pupillen beider Augen sieht.

Kloake und Kopulationsorgan

Bei Geckos münden – wie bei allen Reptilien – die Ausführgänge des Verdauungskanals, der Nieren und der Keimdrüsen in einen gemeinsamen Ausgang, die Kloake. Kot, Harn – meist in Form weißer, krümeliger Harnsäure – und Keimzellen werden also über die Kloake nach außen abgegeben. Männchen besitzen paarige Kopulationsorgane, die Hemipenes (Einzahl: Hemipenis). Diese liegen eingestülpt in der Kloakenwand und werden bei der Kopulation ausgestülpt. Die Übertragung der Spermien aus der Kloake erfolgt über eine Samenrinne, die auf dem Hemipenis verläuft.

Porträt von Lepidodactylus lugubris

Endolymphatische Säckchen

Viele Arten der Gekkonidae weisen hinter den Ohröffnungen in der Halsregion so genannte Kalksäckchen auf, die auch als endolymphatischer Apparat oder endolymphatische Säckchen bezeichnet werden und strukturell zum Innenohr gehören. Der endolymphatische Apparat ist besonders stark bei Weibchen ausgebildet; er besteht aus einem Gang und einer sackähnlichen Struktur, die mit Kalziumkarbonat gefüllt ist. Letzteres dient als Revervoir für die Bildung der kalkigen Eischalen.

Abwerfen des Schwanzes

Geckos besitzen die Fähigkeit, ihren Schwanz an „Sollbruchstellen“, die jeweils mitten durch einen Wirbel verlaufen, auf äußere Reize hin abzuwerfen (Autotomie). Mit Ausnahme der ersten Wirbel an der Schwanzwurzel haben alle Wirbel solche Sollbruchstellen. Der fehlende Teil wächst innerhalb von 2–4 Monaten mehr oder weniger gut wieder nach, unterscheidet sich aber meistens in der Länge, in der Art der Beschuppung und in der Farbe vom Originalschwanz. Außerdem bildet das Schwanzregenerat anstelle knöcherner Wirbel einen Knorpelstab aus.

Physiologie: Körpertemperatur

Geckos sind wie alle Reptilien wechselwarm (poikilotherm). Dieser Ausdruck bezieht sich darauf, dass die Körpertemperatur dieser Tiere mit der Außentemperatur schwankt. Geckos können nicht wie Säugetiere oder Vögel eine konstante Körpertemperatur durch die Erzeugung innerer Wärme (Stoffwechselwärme) aufrechterhalten. Stattdessen beziehen sie ihre Wärme vor allem aus ihrer Umgebung. Deshalb werden sie auch (und treffender) als ektotherm (ektos gr.: außen, thermos gr.: warm) bezeichnet.

Porträt von Hemiphyllodactylus typus

Junges Weibchen von Hemiphyllodactylus typus; am Hals sind die weißen, endolymphatischen Säckchen unter der Haut sichtbar.

WUSSTEN SIE SCHON?

Geckos regulieren ihre Körpertemperatur durch äußere Wärmzu- oder -abfuhr (Thermoregulation). Zur Erhöhung ihrer Körpertemperatur suchen sie z. B. sonnenerwärmte Plätze auf Ästen oder Steinen auf; zum Abkühlen begeben sie sich an schattige, kühle Plätze. Durch dieses „thermoregulatorische Verhalten“ schwankt ihre Körpertemperatur weit weniger als die durchschnittliche Umgebungstemperatur. Der Vorteil der Ektothermie: Geckos brauchen wesentlich weniger Nahrung als z. B. ein vergleichbar großes Säugetier. Andererseits hat Ektothermie auch Nachteile: Sie ist der wichtigste limitierende Faktor in der geographischen Verbreitung der Familie. Geckos findet man daher nur in den Tropen, Subtropen und in den warmen Regionen der gemäßigten Zonen.

Fortpflanzung der Jungferngeckos

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