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Wer hätte das gedacht? Olli und Kai erfahren ihr längst überfälliges Comingout. Zuerst zaghaft, dann immer leidenschaftlicher erkunden sie das für sie neue Terrain der homosexuellen Liebe. Was zuerst nur wie ein sexuelles Abenteuer scheint, offenbart schnell tiefere Gefühle. Doch die beiden Männer stehen vor einem Problem: Was werden ihre Ehefrauen dazu sagen? Ein erotischer Kurzroman für alle erwachsenen Fans der gleichgeschlechtlichen Liebe.
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Veröffentlichungsjahr: 2021
Inhaltsverzeichnis
Kai - Ein neues Leben
Die Geschichte
Impressum
von
Maurice Danzer
Sie weinte, nahm mich dennoch in den Arm und sagte: „Mach‘s gut, Olli, wir telefonieren nächste Woche!“ Dann stieg sie in den Möbelwagen und fuhr davon.
Das war‘s also. Sie war ausgezogen! Zum Glück verlief unsere Trennung ohne Zank und Streit, wohl aber mit viel Schmerz auf beiden Seiten, schließlich waren wir seit 14 Jahren verheiratet. Kinder hatten wir keine, obwohl wir immer welche wollten, aber das Schicksal hatte einen anderen Plan für uns ... oder insbesondere für mich.
Ich ging zurück ins Haus, lief die eine Treppe bis zu der Wohnung, in der ich bis eben mit Jutta zusammengelebt hatte. Die Wohnung schien plötzlich riesig zu sein. Einen Teil der Möbel hatte Jutta mitgenommen, so auch die Couch, den Sekretär und den Eckschrank, so dass die Wohnung seltsam leer und ungemütlich, ja, leblos und unbewohnt wirkte. Es würde wohl einige Zeit dauern, um sie wieder gemütlich einzurichten, aber Kai würde mir ja dabei helfen, schließlich sollte es in Kürze auch sein Zuhause sein!
Kai war mein bester Kumpel seit Kindertagen. Seit wir gemeinsam die Vorschule besucht hatten, waren wir wie Pech und Schwefel, kein Blatt passte zwischen uns. Wir hatten zusammen Schularbeiten gemacht, unsere erste heimliche Zigarette miteinander geraucht, sind zusammen zur Fahrschule gegangen und hatten in der Studenten-WG auch schon mal zwei Jahre lang zusammen gewohnt. Nur in den letzten Jahren hatten wir uns etwas weniger häufig gesehen. Unsere Frauen verstanden sich nicht sonderlich gut und wir wohnten auch etwa 300 Kilometer weit auseinander. Aber eine Woche im Juli war unsere Zeit! Da fuhren wir Jahr für Jahr zu zweit an den Bodden, um zu zelten, zu angeln, zu zocken und alte Geschichten von früher wieder aufleben zu lassen. So war es auch in diesem Jahr gewesen. Zunächst ...
Das Wetter war einfach nur erste Klasse! Die Sonne schien und wir hatten uns ein kleines Boot gemietet, um auf dem Bodden, dessen Wasser ja süß genug dafür ist, auf Hechtfang zu gehen. Wir waren schon eine Weile draußen und hatten schon das eine oder andere Bier getrunken, da stand Kai auf und sagte: „Ich muss mal für das nächste Bier Platz schaffen!“
Wie es sich gehörte und so, wie wir es immer machten, drehte sich der andere, in diesem Fall ich, etwas zur Seite und sah auf das weite Grünblau des Wassers hinaus, um Kai nicht beim Pinkeln zu stören. Keine Ahnung, warum, aber aus irgendeinem Grund schmulte ich heimlich ein bisschen, vielleicht aus natürlicher Neugier, wie groß er war oder wie oft er abschütteln würde – ich weiß es wirklich nicht ...
„Sieh nur hin,“ sagte Kai, „Du kennst ihn doch!“, griente er bis über beide Ohren, weil er mich erwischt hatte und ich vor Scham wohl etwas errötete. Ja, natürlich kannte ich seinen Schwanz! So oft schon beim Schwimmen am Strand, in der Umkleidekabine und unter der Dusche nach dem Sport haben wir uns gegenseitig nackt gesehen. Scham war da nie ein Thema gewesen, schließlich waren wir beide Jungs, die auf Mädels stehen, wofür sollten wir uns da auch schämen? Diesmal war es aber irgendwie anders, vielleicht, weil ich merkte, dass mich der Anblick seines Gliedes erregte ...
Abends am Lagerfeuer aßen wir gebratenes Hechtfilet und sahen uns die Sterne an, die dank eines wolkenlosen Himmels zu tausenden über uns wachten. Wir genossen die warme Nacht, denn es war die vorletzte für dieses Jahr, die wir hier gemeinsam am Bodden verbringen würden. Traditionell blickten wir auch auf die vergangenen Urlaube zurück.
„Weißt du noch damals im Schullandheim? Rudi hatte seinem Vater ein paar Playboys geklaut und mit auf Klassenfahrt genommen. Diese gingen dann reihum durch das ganze Jungszimmer und zum Schluss konnte man das Heft nicht mehr umblättern!“ Wir lachten laut, und Kai reichte mir ein neues Bier aus dem Zelt. „Ja, damals, als die Kätzchen noch Fell hatten!“ Wieder folgte lautes Lachen.
„Wie kommt es eigentlich, dass man damals keine Scheu hatte, mit den anderen im Zimmer zu masturbieren?“
„Hab ich mich später beim Bund auch gefragt!“
Wir hielten uns die Bäuche vor Lachen.
„Weißt du, als ich vorhin dein Ding gesehen habe, fiel mir das schon mal wieder ein!“ Hupps, warum hatte ich das jetzt gesagt?
„Ich hab gesehen, dass du ‘ne Latte hattest!“, sagte Kai. Der orangene Schein unseres Lagerfeuers verbarg meine Röte. Ohwei, wie unangenehm ...
„Übermorgen bist du ja wieder bei Jutta, die wird sich schon darum kümmern“, griente er mit seinem unwiderstehlichen Schalk, der ihn so gut bei Menschen ankommen ließ.
„Wenn ich an früher denke – da sind wir einfach kurz hinters Zelt gegangen und haben das selbst erledigt.“
„Wieso früher, dass mache ich heute noch so!“
Wieder lachten wir beide los.
„Kai – im Ernst: Bei mir und Jutta läuft es seit einiger Zeit nicht mehr so gut. Eigentlich gibt es dafür gar keinen Grund, doch irgendwie ist der Wurm drin.“
„Solange der Wurm noch drin ist, ist doch alles gut“, zwinkerte er mir zu. „Aber ich weiß ja, was du meinst. Glaubst du, dass ihr euch trennen solltet?“
„Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich unglücklich bin.“
„Hey Olli, ich bin dein bester Freund. Du weißt, dass du dich immer auf mich verlassen kannst! Nun sag schon, was dich bedrückt!“
„Ich glaube, das Internet hat mich versaut! Früher, als es das noch nicht gab, hat man sich für teures Geld irgendwoher ein Pornoheft besorgt und es solange benutzt, bis es zerschlissen war.
