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Die vier Atlantik-Provinzen Kanadas – Nova Scotia, New Brunswick, Prince Edward Island und Newfoundland & Labrador – erkundet man am besten von Halifax aus, das im Sommer von Europa aus günstig erreichbar ist. Manche der hübschen Städte und malerischen Fischerdörfer rufen Erinnerungen an vergangene Zeiten in Europa wach. Dramatische Steilküsten, abwechslungsreiche Halbinseln, schöne Sandstrände, Berge, Wälder und Seen bieten eine Vielzahl Wandermöglichkeiten und Freizeitaktivitäten. Dieses Buch wurde für Reisende geschrieben, die mehr als die bekannten Attraktionen erkunden wollen und über genug Reisezeit verfügen, um die Schönheiten der Atlantik-Provinzen richtig zu genießen. Auf der Grundlage von 25 Jahren Reiseerfahrung in der Region wurden für dieses Buch 60 wunderschöne und einzigartige Ziele ausgesucht, die oft familienfreundlich und meist einfach erreichbar sind. Sie liegen abseits der „ausgetretenen Pfade“, aber manchmal auch in unmittelbarer Nähe der bekannten Ziele. Die Besonderheiten dieser 60 Orte werden auf die eine oder andere Weise in Erinnerung bleiben und damit die Sehnsucht auf einen erneuten Besuch von Atlantik-Kanada wach halten.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Wolfgang Opel
ATLANTIK-PROVINZEN
Kanada
IMPRESSUM
ATLANTIK-PROVINZEN – Kanada
60 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade
Wolfgang Opel
© 2. Auflage 2026 360° medien
Nachtigallenweg 1 I 40822 Mettmann
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Redaktion und Lektorat: Christine Walter
Satz und Layout: Lucas Walter
Gedruckt und gebunden:
LUC GmbH I Hansaring 118 I 48268 Greven I luc-medienhaus.de
Bildnachweis: siehe Seite 288
Sicherheitshinweis: siehe Seite 288
ISBN: 978-3-96855-736-6
Hergestellt in Deutschland
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Wolfgang Opel
ATLANTIK-PROVINZEN
Kanada
Der maritime Osten Kanadas, oder Atlantic Canada, wie man im Lande sagt, ist für viele Europäer noch ein unbeschriebenes Blatt. Dabei ist er nicht weniger schön als der Westen Kanadas, eben nur ganz anders.
Er besteht aus den drei kleinsten Provinzen Nova Scotia, New Brunswick, Prince Edward Island, die in Kanada Maritimes genannt werden, dazu kommt ganz im Osten Newfoundland & Labrador. Sie alle liegen am Atlantischen Ozean bzw. am Sankt-Lorenz-Golf, der riesigen Bucht am Atlantik, und sind somit maritim geprägt. Ihre Namen künden von der Besiedlung durch Franzosen, Briten seit dem 16. und Deutschen seit dem 18. Jahrhundert, natürlich aber ist auch dieser Teil des heutigen Kanadas seit Tausenden von Jahren von indigenen Völkern bewohnt.
Margaretsville
Leuchttürme, kleine Fischerdörfer, ausgedehnte und meist leere Strände, zahlreiche Seen, glasklare Flüsse, aber auch schlammige Gezeitenflüsse und ausgedehnte Wälder prägen die Landschaft. Bergketten der Appalachen und speziell in Labrador die Torngat Mountains, das Gebirge mit den höchsten Bergen im Osten des kanadischen Festlandes, gehören zu den bemerkenswerten Landschaften der maritimen Provinzen Kanadas. Die von den Gezeiten des Atlantiks geprägten Regionen an der Bay of Fundy zwischen Nova Scotia und New Brunswick sind für Besucher aus Europa wegen ihrer landschaftlichen Besonderheiten besonders interessant. Aufgrund der günstigen Strömungen sind speziell die Landstriche entlang des Golfs von St. Lorenz durchaus auch für einen Badeaufenthalt geeignet.
Die Kultur der Region ist von den First Nations, besonders den Mi’kmaq, Wolastoq und Maliseet, in Labrador auch von den Inuit und Innu, von französischstämmigen (Akadier), britischen, aber auch deutschsprachigen Immigranten geprägt. Je nach Region lassen sich die verschiedenartigen Ursprünge noch in der Alltagskultur, den Traditionen und der jeweiligen lokalen Küche erkennen. Fisch und Seafood werden aber überall geschätzt, ob zu Hause in den Familien oder in den Restaurants. In vielen Regionen sind Hummer (Lobster) fast ein Aushängeschild für frische und lokale Küche.
Pabineau Falls
Neben Halifax, der Hauptstadt von Nova Scotia, gibt es weitere sehenswerte Städte wie Saint John und Fredericton in New Brunswick und besonders St. Johns in Newfoundland. In Charlottetown, der Hauptstadt von Prince Edward Island, wurde 1867 die kanadische Konföderation gegründet – und die Stadt ist nicht nur deshalb sehenswert. Sie ist übrigens nach der deutschstämmigen britischen Königin Sophie Charlotte zu Mecklenburg-Strelitz benannt. Auf direkte oder indirekte deutsche Einflüsse kann man in den Atlantik-Provinzen immer wieder stoßen. Besonders häufig in Nova Scotia – bei Straßennamen in Halifax, markanten Gebäuden in Lunenburg, deutschen Namen auf den Grabsteinen alter Friedhöfe und in den Ortsbezeichnung der Fischerdörfer East und West Berlin. Auch Sauerkraut, Bratwurst, Pumpernickel und Brezeln aus der deutschen Küche sind hier weithin bekannt. Der Begriff „Beer garden“ stammt natürlich vom Biergarten ab, und das „Oktoberfest“ wird nicht nur von deutschen Einwanderern gefeiert.
Panmure Island
Iona
Die Liste der schönen und interessanten Reiseziele in den Atlantik-Provinzen ist lang, und es ist unmöglich, die Region in einem einzelnen Buch gebührend zu würdigen. Autor und Verlag haben deshalb 60 besuchenswerte Reiseziele ausgesucht, die alle – mehr oder weniger – abseits der „ausgetretenen Pfade“ liegen. Sie werden hier entlang einer möglichen Rundfahrt beschrieben, die in Halifax beginnt und durch Nova Scotia, New Brunswick, Prince Edward Island und nach einem Abstecher nach Newfoundland & Labrador wieder zurück nach Halifax führt. Diese Route ist als Anregung und Vorschlag gedacht, kann aber natürlich gemäß den jeweiligen Interessen, Vorlieben und der verfügbaren Zeit variiert werden. Auch die Auswahl des Fahrzeuges und ob man allein, zu zweit oder mit Kindern unterwegs ist, wird einen Einfluss auf die Reiseplanung haben. Insofern kann das Buch nur Empfehlungen und Hinweise auf Sehenswertes geben, aber die eigene Vorbereitung auf die Reise nicht ersetzen.
Da die Bay of Fundy und das Minas Basin von den höchsten Gezeiten der Welt geprägt sind, ist speziell für die dortigen Reiseziele die Berücksichtigung der Gezeitentabelle unabdingbar. Man findet genaue Voraussagen für die jeweilige Region unter tides.gc.ca/en/stations.
Bei der Auswahl der Reiseziele waren über zwanzig Jahre eigene Reiseerfahrungen und Tipps von Freunden hilfreich. Gewidmet ist auch dieses Buch meiner ständigen Begleiterin auf allen unseren gemeinsamen Reisen.
Point Prim
Ich wünsche allen Neugierigen und den an den atlantischen Provinzen Kanadas Interessierten großartige und nachhaltige Erlebnisse bei der Vor- und Nachbereitung der Reise und besonders natürlich unterwegs – abseits der ausgetretenen Pfade!
Wolfgang Opel
TOP TEN DER SEHENSWÜRDIGKEITEN
KURIOSES & BESONDERHEITEN
NOVA SCOTIA I – VON HALIFAX ZUR FÄHRE IN DIGBY
1.Windsor: Geburtsort des Hockeys?
2.Sandstein vom Meer geformt: North Medford Beach
3.Baxters Harbour und die Black Hole Falls
4.Leuchtturm in Schwarz-Weiß: Margaretsville an der Bay of Fundy
5.Bohaker Trail: Wanderung durch den Küstenwald
NEW BRUNSWICK – VON SAINT JOHN ZUR CONFEDERATION BRIDGE
6.Versteckte Strände bei Quaco Head
7.Abstieg zu beeindruckenden Stränden: Melvin Beach und Pangburn Beach
8.Seely Beach Trail
9.Walton Glen Gorge: Vom Gletscher geformt
10.Cape Enrage: Weite Aussicht über die Bay of Fundy
11.Black Beach: Der etwas andere Strand von Lorneville
12.Grand Manan Island
13.Campobello Island: Ganz im Südwesten von New Brunswick
14.Auf dem Maliseet Trail zu den Hays Falls
15.Mit gemischten Gefühlen ins Woodmen's Museum
16.Doaktown: Ein Dorf mit zwei Museen und zwei berühmten Brücken
17.Metepenagiag Heritage Park: Eine alte Siedlung der Mi'kmaq
18.Pabineau Falls
19.Bei den Akadiern auf Île Miscou
20.Île-aux-foins Park in Neguac: Nicht nur Vögel …
21.Osprey Trail: Wandern im Kouchibouguac National Park
22.Einsamer Strand am Cap-Lumière
23.Die Düne von Bouctouche
24.Cape Maringouin: Wirklich abseits aller Touristenziele
25.Fort Beauséjour oder Fort Cumberland: Franzosen und Briten im Streit
PRINCE EDWARD ISLAND (PEI) – VON DER CONFEDERATION BRIDGE ZUR WOOD ISLANDS FERRY
26.Seacow Head: Leuchtturm mit Brückenblick
27.Stompin' Tom Connors: Eine kanadische Legende
28.Kildare Capes mit versteckten Schätzen
29.Bei den Mi'kmaq auf Lennox Island
30.Schiffbau auf PEI: Green Park Shipbuilding Museum und die Familie Yeo
31.Roter Sandstein am Thunder Cove Beach
32.Cape Tryon mit Leuchtturm und Vogelfelsen
33.Abseits des Highways: Victoria-by-the-Sea
34.Skmaqn–Port-La-Joye–Fort Amherst: National Historic Site mit ungewöhnlichem Namen
35.Zeitreise ins 19. Jahrhundert: Das Orwell Corner Historic Village
36.Selkirk Heritage and Cultural Centre: Schotten auf PEI
37.Der Leuchtturm von Point Prim
38.Glenaladale Estate: Ein Museum noch im Werden
39.North Lake: Geschäftiger Fischereihafen im Nordosten von PEI
40.Basin Head: Ehemals Fischereihafen – heute Touristenattraktion
41.Roma at Three Rivers: Ein Handelsposten von 1732
42.Knox's Dam Falls
43.Panmure Island ganz im Osten von PEI
44.Kings Castle: Ein Paradies für Kinder
45.Cape Bear Lighthouse & Marconi Museum
NEWFOUNDLAND & LABRADOR – VON PLACENTIA NACH CHANNEL-PORT-AUX-BASQUES
46.Castle Hill bei Placentia
47.Atemberaubende Sicht auf eine Vogelkolonie am Cape St. Mary’s
48.Kapitän Robert Bartlett aus Brigus
49.„Random Passage“: Wo Film und Wirklichkeit zusammenkommen
50.Elliston, Puffins und der Klondike Trail
51.Bemerkenswerte Architektur auf Fogo Island
52.Beothuk Interpretation Centre: Ein verschwundenes Dorf wird wiedererweckt
53.Broom Point Fishing Premises
54.Battle Harbour vor Labradors Küste
55.Auf den Spuren von Kapitän Cook: Blow Me Down Park und Bottle Cove
NOVA SCOTIA II
56.Das Highland Village in Iona
57.Cape George Point Lighthouse
58.Museum of Industry in Stellarton
59.Der Victoria Park in Truro
60.Hemlock Ravine Park in Bedford
Register
Bildnachweis
Castle Hill
Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsneutrale Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform beinhaltet keine Wertung.
DER SEHENSWÜRDIGKEITEN DER ATLANTIK PROVINZEN
1North Medford Beach am Minas Basin: Die Fundy Bay und das dazugehörende Minas Basin sind für den größten Gezeitenhub der Welt bekannt. Man kann ihn an vielen Orten bewundern, doch der Strand von North Medford gehört zu den beeindruckendsten. Der Küstenabschnitt besteht hauptsächlich aus rötlichem Sandstein, der von Schichten aus Konglomerat durchzogen ist. Hier ist das Ufer den starken Gezeitenströmungen besonders ausgesetzt ist, sodass sich die Steilufer ständig verändern. Der Zugang zu den durch die Erosion geformten, bizarren Sandsteinfelsen mit ihren Bögen und Fenstern gelingt allerdings nur bei Ebbe. Darum sollte man die Gezeitenwechsel genau recherchiert haben und auf die zurückkehrende Flut achten. Siehe Tipp 2
2Cape Enrage: Das Kap bietet eine großartige Sicht auf die dramatische Küstenlinie der Bay of Fundy. Bereits bei der Anfahrt auf einer gewundenen Nebenstraße kann man schöne Ausblicke genießen. Über einen Schotterdamm gelangt man dann zur Insel mit dem Kap, die durch einen von Salzmarschen eingerahmten Wasserlauf vom Festland getrennt wird. Die Straße windet sich steil bergan, und man gelangt zu einem der besten Aussichtspunkte von ganz Atlantik-Kanada. Direkt an der Spitze des von Wellen umtosten Kaps überragt ein Leuchtturm die Steilküste – es ist einer des ältesten in New Brunswick. Das Original stammt bereits von 1840, und 1870 wurde das heutige Gebäude errichtet. Über eine steile Treppe gelangt man bei Ebbe hinunter zum Strand. Siehe Tipp 10
3Campobello Island: Die Insel ist eine der abgelegenen in Kanada, denn man kann sie nur im Sommer mittels zweier Fährfahrten vom Festland aus erreichen – oder aber über eine Brücke aus den USA. In der Nähe befindet sich der gefährliche Gezeitenstrudel Old Sow (Alte Sau), den man vom Ufer einer Nachbarinsel aus beobachten kann. Auf Campobello Island gibt es neben der rauen Küste, Stränden und einigen Wandermöglichkeiten zwei besondere Attraktionen zu erkunden. Der pittoreske Leuchtturm Head Harbour Lightstation steht an der Nordspitze der Insel und ist nur bei Ebbe zu erreichen. Die andere Attraktion ist der ehemalige Feriensitz von US-Präsident F. D. Roosevelt. Er gehört heute zum Roosevelt Campobello International Park, der gemeinsam von Kanada und den USA unterhalten wird. Siehe Tipp 12
4Metepenagiag Heritage Park: Die Metepenagiag Mi'kmaq siedeln seit tausenden Jahren am Miramichi River. Im Park befinden sich zwei archäologische Fundstätten, der 2500 Jahre alte Augustine Mound und die Oxbow Site mit bis zu 3000 Jahre alten Artefakten. Sie gehören zu den National Historic Sites von Kanada. Die Erschließung der beiden Fundstätten führten zur Eröffnung des Metepenagiag Heritage Parks und des dazugehörenden Museums. Der architektonisch einem Wigwam nachempfundene Gebäudekomplex enthält ein wissenschaftliches Labor und eine Boutique mit Kunsthandwerk. In der umfangreichen Ausstellung werden u. a. ein Birkenrindenkanu, Steinwerkzeuge, Artefakte aus Kupfer, Körbe und Gefäße aus Bast und Keramikgefäße gezeigt. Siehe Tipp 17
5Bei den Mi’kmaq auf Lennox Island: Lennox Island ist durch einen Damm und eine Brücke mit Prince Edward Island verbunden. Im Ort leben ca. 400 Mi'kmaq der Lennox Island First Nation, deren Chief eine Frau ist – Tabatha Bernard. Die Insel ist flach und besonders vom Anstieg des Meeresspiegels infolge des Klimawandels bedroht. Das Mi'kmaq Cultural Center befindet sich in der Mitte des Ortes, und eine Führung durch das Museum ist sehr zu empfehlen. Außerhalb des Ortes liegt ein lohnender Wanderweg. Der Path of Our Forefathers führt durch den Küstenwald bis ans Meer. Siehe Tipp 29
6Am Strand von Basin Head: Basin Head liegt an einer kleinen Lagune und dem berühmten „Singing Sands Beach“. Im Basin Head Fisheries Museum kann man viel über die Geschichte der Küstenfischerei auf Prince Edward Island und das einzigartige Ökosystem der Lagune von Basin Head erfahren. Der Singing Sands Beach ist nicht nur wegen des schönen hellen Sands reizvoll. Seinen Namen hat er von den Geräuschen, die beim Laufen durch den Sand zu hören. Besonders für jüngere Strandbesucher dürfte ein Sprung von der Brücke über eine Engstelle am Übergang von der Lagune zum Meer reizvoll sein. Siehe Tipp 40
7Panmure Island und sein Leuchtturm: Die Insel ist wegen des ältesten hölzernen Leuchtturms von Prince Edward Island und dem langen Badestrand einen Besuch wert. Der oktogonale Leuchtturm steht seit 1853 und kann bestiegen werden. Gekrönt wird er von einer zwölfseitigen gusseisernen Laterne, die im Kontrast zu den strahlend weißen Holzschindeln leuchtend rot angestrichen ist. Der feine Sandstrand der Nehrung, die die Insel mit dem Festland verbindet, ist im Gegensatz zum roten Sand in der Nähe des Leuchtturms hell. Das Wasser ist in Ufernähe flach und gut für kleine Kinder geeignet. Siehe Tipp 43
8Die Vogelfelsen von Cape St. Mary: Im Schutzgebiet von Cape St. Mary's im Südosten von Newfoundland bietet ein vor der Steilküste gelegener, etwa 100 Meter hoher Felsblock einen sicheren Platz für die Brutgelege von Tausenden Seevögeln, insbesondere für Basstölpel bzw. Northern Gannets. Hier kann man aus kurzem Abstand vom Land diese schönen Seevögel beobachten. Es handelt sich um die südlichste Brutkolonie der Northern Gannets. Auch die umliegenden Felswände bieten tausenden Vögeln Platz für ihre Gelege wie Gryllteisten, Ohrenscharben, Dreizehenmöwen, Trottel- und Dickschnabellummen. Das Besucherzentrum und seine Ausstellung liefert umfangreiches Informationsmaterial zu den Vogelfelsen und seinen Bewohnern. Siehe Tipp 47
9Der Blow Me Down Provincial Park an der Bay of Islands: Die Bay of Islands im Westen von Newfoundland wurde um 1765 erstmals von James Cook vermessen. Kurz vor dem kleinen Fischerort Lark Harbour liegt auf einer schmalen Halbinsel der Blow Me Down Provincial Park, den man auf dem James Cook Heritage Trail erkunden kann. Mehrere Tafeln entlang des Weges berichten über Cook und zeigen einige seiner historischen Karten. Nach einem steilen Aufstieg gelangt man in 150 Meter Höhe zu einer Aussichtsplattform mit einem schönen Rundblick. Beim Abstieg sollte man unbedingt die Treppe „Governors Stairway“ durch abenteuerlich überhängende Felsklippen mit grandiosen Ausblicken hinunter zum Kiesstrand nutzen! Siehe Tipp 55
10Das Highland Village in Iona: Im Süden von Cape Breton Island lohnt sich der Besuch des Museumsdorfs Highland Village oder auf Gälisch „Baile nan Gàidheal“ in Iona. Animateure in historischen Kostümen berichten über das Leben schottischer Einwanderer um 1800. Die Zeitreise beginnt bei einem alten Rundhaus aus Feldsteinen – The Black House oder „An Taigh Dubh“ – wie es einst im ländlichen Schottland typisch war. Hier konnten nur widerstandsfähige Menschen überleben. Ein Blockhaus aus groben Stämmen aus der Anfangszeit und Häuser in Holzskelettbauweise verdeutlichen, wie in späteren Jahren allmählich die Armut überwunden wurde. Zum Dorf gehören Kirche, Schule und ein Laden. Alte Handwerkstechniken werden demonstriert, wie etwa die Verarbeitung von frisch geschnittener Schafwolle. Siehe Tipp 56
aus den Atlantik Provinzen
Der Ursprung des Hockeys: Windsor, eine der ältesten Städte Nova Scotias, ist Sitz des Haliburton House Provincial Museum. Auf den ehemaligen Besitzer des Hauses und Landsitzes Thomas Chandler Haliburton geht der Anspruch Windsors zurück, der Geburtsort des Eishockeys zu sein. Haliburton studierte um 1800 Jura am lokalen King’s College und beschrieb in seinen Erinnerungen, wie die Studenten das irische Spiel Hurley, eine Art Feldhockey, spielten; aber nicht auf einer Rasenfläche, sondern auf dem zugefrorenen Long Pond, einem See auf dem Gelände des Colleges. Ein wesentlicher Teil des Haliburton Hauses ist deshalb ein Hockey-Museum. Über drei Etagen ist fast alles ausgestellt, was für Eishockey wichtig ist: Schläger, Schlittschuhe, Pucks von einst und jetzt, Sportbekleidung, Fotos der bekanntesten Spieler, wie zum Beispiel Wayne Gretzky und Tim Horton, und vieles mehr. Siehe Tipp 1
Monumentalskulpturen in New Brunswick: Zur Beförderung des Tourismus in dem als „Durchfahrprovinz“ gescholtenen New Brunswick haben sich einige Gemeinden etwas Besonderes einfallen lassen: Monumentalskulpturen mit Bezug auf die lokale Geschichte und Kultur. In Nackawic am Saint John River steht deshalb die „weltgrößte Axt“, eine Skulptur, die daran erinnert, dass bis heute Holzeinschlag und -verarbeitung ein wichtiger Industriezweig New Brunswicks ist. In Shediac an der Northumberland Strait kündet ein riesiger Hummer von der Bedeutung der Schalentiere für die lokale Fischerei und in Campbellton im Norden der Provinz weist ein großer springender Lachs aus Edelstahl auf den Fischreichtum des Restigouche River hin und versucht, Angler anzulocken. Siehe Tipp 13
Überdachte Brücken: New Brunswick ist für seine überdachten Brücken, die Covered Bridges, bekannt. Die vermutlich älteste Brücke ihrer Art in der Provinz ist die Nelson Hollow Bridge von 1870 unweit von Doaktown. Es lohnt sich durchaus, den kurzen Abstecher – vier Kilometer westlich von Doaktown entfernt – zu machen, um den Zimmerleuten Respekt für dieses komplexe und über lange Zeit stabile Holzbauwerk zu zollen. Weitere schöne Exemplare sind die Saw Mill Creek Bridge von 1905 in der Nähe der Hopewell Rocks und die beiden Brücken in St. Martins an der Bay of Fundy. Siehe Tipp 16.
Kings Castle – ein Abenteuerplatz für Kinder: Der King's Castle Provincial Park auf Prince Edward Island ist für Familien mit Kindern der ideale Platz, ihnen einmal ausreichend Zeit zum Spielen, Erkunden und zum Austoben zu geben. Gleich hinter dem Parkeingang wird man zwischen hohen Bäumen von einer überdimensionalen Gans begrüßt, die wie im Märchen „Mutter Gans und das goldene Ei“ gerade ein goldenes Ei gelegt hat. Andere Figuren folgen, wie eine Hirschkuh, ein übergroßes Kaninchen und eine Bärenfamilie, die alle aus Beton gefertigt sind. Für größere Kinder gibt es ein hölzernes Fort mit Spiel- und Klettermöglichkeiten, bis hin zu Rutschen, Karussell, Schaukeln und Sandkästen für die Kleinen. Direkt am Flussufer lädt ein von Rettungsschwimmern überwachter Sandstrand mit Umkleidekabinen zum Baden ein. Siehe Tipp 44
Living History im Orwell Corner Historic Village: Älteren Besuchern fällt es in diesem Museum in der Nähe von Charlottetown nicht schwer, sich in die Zeit ihrer Groß- und Urgroßeltern zu versetzen. Viele der gezeigten landwirtschaftlichen Gerätschaften und Werkzeuge dürften zumindest vom Erzählen bekannt sein: Apparate zum Schnitzeln von Äpfeln, zum Pressen von Saft, aber auch größere Maschinen, wie zum Ernten von Rüben und Kartoffeln. Im weitläufigen Freigelände kann man historische Gebäude und auch Kirche und Schule besichtigen. Für Kinder dürften die Schmiede und die Farm mit Pferden, Kühen, Schafen, Ziegen, Schweinen und Geflügel interessant sein. In den Schuppen sind hölzerne Pferdewagen und -schlitten, sogar ein Leichenwagen und vielerlei landwirtschaftliches Gerät zu sehen. Siehe Tipp 35
Reste der Berliner Mauer: Einzelne Betonsegmente der Berliner Mauer tauchen zwar an mehreren Orten Kanadas auf – so in Ottawa, Toronto, Niagara, Montreal und in Steinbach (Manitoba) – doch in Truro auf dem Gelände des Dalhousie Agricultural Campus stößt man etwas überraschend auf ihre vermutlich größte Ansammlung in Kanada. Die Segmente wurden nach dem Mauerfall von einem kanadischen Unternehmer gekauft und nach Nova Scotia gebracht. Sechs davon verblieben in Truro, ein weiteres befindet sich in Lunenburg. Siehe Tipp 59
Margaretsville
1.Windsor: Geburtsort des Hockeys?
2.Sandstein vom Meer geformt: North Medford Beach
3.Baxters Harbour und die Black Hole Falls
4.Leuchtturm in Schwarz-Weiß: Margaretsville an der Bay of Fundy
5.Bohaker Trail: Wanderung durch den Küstenwald
Kanada ohne Hockey ist kaum vorstellbar. Im Hockey Heritage Museum in Windsor kann man erfahren, wie das (vielleicht) begann; dazu gibt es interessante und kuriose Ausstellungsstücke.
Windsor als eine der ältesten Städte in Nova Scotia ist geschichtsträchtig und deutlich sehenswerter, als man beim Vorbeifahren vermuten würde. Das Hockey-Museum ist im Haliburton House Provincial Museum beheimatet, das sich in einem sehr schönen, nach englischem Vorbild angelegten Landschaftspark befindet. Auf den ehemaligen Besitzer dieses Landsitzes, Thomas Chandler Haliburton, geht der Anspruch Windsors zurück, der Geburtsort des modernen Eishockeys zu sein. Haliburton war ein bekannter Jurist, Unternehmer und Schriftsteller, der 1796 in Windsor geboren wurde. Seit 1789 befand sich hier die weithin bekannte University of King's College – die erste Universität in Britisch-Kanada – an der auch der junge Haliburton Jura studierte. In seinen Erinnerungen beschrieb er später, wie die Studenten das irische Spiel Hurley, eine Art Feldhockey, spielten; nämlich nicht, wie in Irland, auf einer Rasenfläche, sondern auf dem zugefrorenen Long Pond, einem See auf dem Gelände des Colleges. Die University of King's College wurde nach einem Brand 1920 nach Halifax verlegt, wo sie auch heute noch jeweils 1200 Studierende ausbildet.
Haliburton House Provincial Museum
Schon am Eingang der großen Villa weist ein Aufsteller mit einem Hockey-Spieler in historischer Kluft darauf hin, dass man hier neben dem Wohnsitz von Thomas Chandler Haliburton auch das Hockey-Museum besichtigen kann. Auf dem roten Trikot des Sportlers ist ein weißes „W“ zu sehen, das wohl für Windsor steht. Man sollte sich unbedingt beide Ausstellungen ansehen, denn das Haliburton House Museum bietet interessante Einblicke in das Alltagsleben von „bessergestellten“ Kanadiern im 19. Jahrhundert. Die Ausstellung zum Thema Hockey – die Kanadier benutzen nicht wie wir den Begriff „Eishockey“ – befindet sich im westlichen Teil des Hauses und ähnelt etwas den zuweilen vollgestopften kleinen Museen, wie man sie oft in Nova Scotia findet. Über drei Etagen ist in gut gefüllten Ausstellungsräumen fast alles zu sehen, was man von einem Eishockey-Museum erwarten würde: Schläger, Schlittschuhe, Pucks, Sportbekleidung, Fotos der bekanntesten Spieler wie zum Beispiel Wayne Gretzky und Tim Horton, und vieles mehr. Gewürdigt wird auch der Anteil der Mi'kmaq an der Entwicklung des Sports. Dank ihrer Erfahrungen beim Bau von Kanus wussten sie Holz so zu bearbeiten, dass sie sowohl die Schläger wie auch hölzerne Schlittschuhe beisteuerten, die dann für besseres Gleiten auf dem Eis mit Stahlkufen versehen wurden.
Laut Thomas H. Raddall, einem bekannten Historiker, verbreitete sich das Hockeyspiel von Windsor aus durch Soldaten, die entlang des Sankt-Lorenz-Stroms und an den Großen Seen ihren Dienst taten. So kommt es wohl, dass auch andere Orte in Kanada für sich reklamieren, der Geburtsort des Hockeys zu sein: Québec City, Montréal, Kingston und auch Ottawa.
Gut gefüllte Ausstellungsräume
Helden des Hockeys
INFO
Lage: Etwa 70 Kilometer nordwestlich von Halifax, am Mündungstrichter des Avon River in das Minas Basin
Anfahrt: Von Halifax am schnellsten auf Highway 101; alternativ: Teilstrecken auf Route 1
Unterkünfte:
•zahlreiche B&B und Hotels in der Stadt
Camping: Land of Evangeline bei Grand Pre, evangelinecampground.wordpress.com
Der Strand von North Medford gehört zu den schönsten Abschnitten des Minas Basin. Der Zugang zu den durch Erosion geformten, bizarren Sandsteinfelsen mit ihren Bögen und Fenstern gelingt allerdings nur bei Ebbe.
North Medford ist ein abseits gelegenes Küstendorf mit Farmen und Ferienhäusern, das man schnell mit dem Auto durchfährt, falls man nichts von den Felsgebilden am Strand gehört hat. Im Minas Basin, einer Seitenbucht der Bay of Fundy, sind mit über 16 Metern die höchsten Gezeitenunterschiede der Welt zu beobachten. Bei Ebbe kann man stellenweise hundert Meter hinaus laufen, doch sollte man die Gezeitenwechsel genau recherchiert haben und auf die Flut achten – hier kommt kein rettender Pferdekutscher wie an der Nordsee, wenn man von der zurückkehrenden Flut überrascht wird!
Bizarre Felsformation Paddy's Island
