Koch zum Frühstück - Rona Cole - E-Book

Koch zum Frühstück E-Book

Rona Cole

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Beschreibung

Kulinarische Höchstleistung ist das Einzige, was im Leben von Sternekoch David Klein eine Rolle spielt. Als gefeierter Shootingstar verblasst neben seinem Perfektionismus alles andere – auch das zunehmende Kriseln in seiner Beziehung, um die er sich ohnehin kaum bemüht. Und plötzlich hat David noch ein ganz anderes Problem: etwa einen Meter groß und sicher keiner der Sterne, die er normalerweise für erstrebenswert hält…

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Seitenzahl: 768

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Deutsche Erstauflage (ePub) September 2012

© 2012 by Rona Cole

Verlagsrechte © 2012 by Cursed Verlag

Inh. Julia Schwenk, Fürstenfeldbruck

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das der Übersetzung,

des öffentlichen Vortrags, sowie der Übertragung

durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile,

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

Genehmigung des Verlages.

Umschlagillustraiton: Lancha

ISBN ePub: 978-3-95823-516-8

Besuchen Sie uns im Internet:

www.cursed-verlag.de

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Klappentext:

Kulinarische Höchstleistung ist das Einzige, was im Leben von Sternekoch David Klein eine Rolle spielt. Als gefeierter Shootingstar verblasst neben seinem Perfektionismus alles andere – auch das zunehmende Kriseln in seiner Beziehung, um die er sich ohnehin kaum bemüht. Und plötzlich hat David noch ein ganz anderes Problem: etwa einen Meter groß und sicher keiner der Sterne, die er normalerweise für erstrebenswert hält…

Tja, Cathrin…

das hier ist dann wohl für dich…

… außerdem für meine realen Jungs A. und P.J.,

denen ich hiermit verspreche, dass sie mich in nächster Zeit nicht mehr mit irgendwelchen anderen Kerlen teilen müssen…

… ein bisschen für Julia und Lancha…

… und für jeden meiner Leser auf Fanfiktion.de…

… ohne Euch gäbe es dieses Buch nicht…

David

»Wo bleibt die beschissene Seezunge? Und ich brauch', verdammt noch mal, zweimal das Perlhuhn für Tisch neun! Und zwar jetzt, nicht in fünf Minuten. Und was ist mit der Soße? Krieg' ich die eigentlich heute noch?«

»Eine Sekunde!«

»Und was, bitte, ist das da?« Ich mustere die beiden Teller, die mir irgendwer an den Pass gestellt hat. Ein echter Witz… aber dummerweise befürchte ich, irgendwer hier glaubt ernsthaft, das seien die Rinderfilets. Witze stehen in meiner Küche nämlich definitiv nicht auf der Karte und folglich haben sie auch am Pass nichts zu suchen. Gott… ich könnte Patrick umbringen! Dieser Vollidiot, nicht mal auf einer Leiter kann er sich halten und sowas ist mein Souschef! Aber was noch viel schlimmer ist: Ohne ihn bin ich hier fast nur von Idioten umgeben. Manchmal glaube ich, Reuter hat einfach ein Schild auf der Straße aufgestellt und ‚Idioten ohne Plan bei regelmäßiger Bezahlung gesucht‘ drauf geschrieben. Und ich bin der Oberidiot, der's dann hübsch anrichten darf. Ich hoffe, Stefan hat hinten auf meinem Platz am Herd wenigstens die Stellung gehalten.  

»Das sind die Rinderfilets für Tisch elf«, teilt Alex mir überflüssigerweise mit.

»Mach mir ein Bankettschild dran«, sage ich. »Sonst erkenn' ich's nicht.«

»Ein Bankettschild, sofort. Pierre, der Chef will ein Bankettschild!«

Ich fass es nicht.

»Wer von euch Idioten hat das angerichtet?«, frage ich, ohne weiter drüber nachzudenken, wie bescheuert man eigentlich sein muss, um tatsächlich ein Bankettschild holen zu lassen, während ich versuche, zu retten, was zu retten ist. Ich hoffe, die Filets sind wenigstens auf den Punkt. 

»Pierre«, kommt es kleinlaut von Alex. Vermutlich, weil er genau weiß, dass Pierre dafür noch immer nicht qualifiziert ist. Er ist zwar mittlerweile im dritten Lehrjahr, aber an dem Tag, als er sich hier beworben hat, stand vermutlich ‚Vollidioten‘ auf dem Schild.

»Hol' doch gleich die Putzfrau und frag', ob sie einen neuen Job braucht«, sage ich zynisch. Denn wenn Pierre irgendwas überhaupt nicht kann, dann ist es anrichten – abgesehen von all den anderen Sachen, für die er auch zu blöd ist. Fleisch kann er nicht. Soßen auch nicht. Die Liste ist endlos. Wobei, neulich, als einer meiner beiden Spüler unentschuldigt gefehlt hat, hat er seine Sache als Ersatz gar nicht so schlecht gemacht. Außerdem kann er mittlerweile auch gut ‚Mise en Place‘ kloppen und Gemüse schälen. Allerdings hab' ich keine Ahnung, wie er es damit durch die Gesellenprüfung schaffen will…

»Claas?«

»Chef?«, höre ich es von irgendwoher aus der Küche.

»Mach' den Pass, sonst gibt das eine Katastrophe. Und damit meine ich nicht nur, dass ich ausflippe…«

»Okay!« Nur ein paar Sekunden später steht Claas neben mir und wischt sich die Hände am Touchon ab.

Eigentlich ist der Pass als Küchenchef zum Großteil meine Aufgabe. Jedenfalls, nachdem ich die Einteilung für den Abend gemacht habe. Ich koche nicht mehr allzu oft selbst. Diese Typen brauchen Aufsicht. Aber da Patrick für die nächsten Wochen ausfällt, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mich selbst an den Herd zu stellen. Und ich hab' keine Ahnung, wie dieser Laden hier so lange mit einen Mann weniger funktionieren soll… Ich hatte noch nicht viel Zeit, darüber nachzudenken Vielleicht könnte ich Claas das Fleisch machen lassen… Dann könnte ich anrichten und vorne wenigstens ein Auge drauf haben, was der Rest der Truppe so treibt…

Nicht, dass ich drauf stehe, im Gegenteil, ich hasse anrichten. Was allerdings nicht heißt, dass das Ergebnis genauso beschissen aussieht wie diese kümmerlichen Rinderfilets. Ich bin da Perfektionist. Und hinter vorgehaltener Hand hält dieser ganze Laden hier mich für verdammt verbissen. Manche finden, dass ich ein Arschloch bin. Aber der Erfolg gibt mir Recht. Schließlich ist es immer noch mein Stern, der ihnen ihren Job sichert. Außerdem hat ein bisschen Ehrgeiz noch niemandem geschadet… schon gar nicht in der Küche.

»Was?«

Elena, oder wie auch immer die Kleine aus dem Service heißt, steht vor uns und streckt Claas in Erwartung der Teller ihre Handflächen hin.

»Das kann so nicht raus«, blaffe ich sie an. »Und reiß Pierre gefälligst den Arsch auf!« Das gilt wieder Alex, der immer noch dämlich neben mir steht.

»Noch mal?«, fragt er betreten.

Einen Augenblick lang denke ich darüber nach, wann ich das letzte Mal angeordnet habe, meinem Azubi den Arsch aufzureißen, bis ich realisiere, dass Alex sich wohl eher auf ein erneutes Anrichten bezieht. Dabei erübrigt sich diese Frage eigentlich… jedenfalls, wenn man nicht blind ist.

»Natürlich. Und nimm mir bloß diesen Scheiß da runter. Ach was, lass dir zwei neue Teller geben, ich mach's selbst und dann raus damit. Aber wisch mir den Rand noch mal nach. Und ein bisschen Tempo, zack, zack! Das sollte schon vor fünf Minuten raus! Pierre?«

Niemand rührt sich. Typisch.

»Pierre?!«, brülle ich so laut, dass es die Gäste draußen vermutlich noch hören.

»Chef?« Schüchtern tritt mein Azubi des Grauens an den Pass.

»Was ist das?« Wenn er jetzt auch noch dumm ‚Rinderfilets' stammelt, vergesse ich mich.

Und dieser Kerl ist Franzose. »Was, bitteschön, ist so schwierig an ‚comme il faut‘?«

Ohne seine Antwort abzuwarten, eile ich zurück an meinen Herd und nehme Stefan die Eisenpfanne aus der Hand, in der er das Perlhuhn geschwenkt hat. Ein bisschen zu wenig, es ist zu dunkel.

Auch das macht normalerweise Patrick, denn wie in den meisten Küchen ist mein Souschef gleichzeitig auch mein Saucier und damit für Fleisch und Soßen zuständig. Ohne ihn klarzukommen, wird ein verdammter Albtraum, grade weil hier jeden Tag wieder einer von den Kritikern auftauchen kann. Letzte Woche waren sie drüben im Fährhaus, jedenfalls, was man so hört. Und ausgerechnet jetzt stehe ich ohne Souschef da und versuche, meinen Stern zu halten. Schöne Scheiße.

»Hab' doch gesagt, lass es nicht so lange auf Temperatur. Das ist Perlhuhn, das wird trocken«, schnauze ich ihn an, greife nach den Löffeln, die neben dem Herd liegen, nehme die beiden Keulen, arrangiere sie auf die bereitstehenden Teller, greife sie und stelle sie auf die Anrichte hinter mir. Erste Station, zweite Station. Pass. Raus…

»Perlhuhn«, sage ich. Aber das ist eigentlich nicht notwendig. Pierre, der wohl beschlossen hat, dass es in seiner Situation grade echt günstig ist, mir am Arsch zu kleben, wartet schon drauf. 

***

»Mike?« Schlaftrunken taste ich auf die leere Seite des Bettes. Eigentlich wollte ich auf ihn warten, aber ich bin wohl beim Lesen eingeschlafen.

»Hm?«, kommt es von irgendwoher aus der Dunkelheit. Keine Ahnung, wie spät es ist.

Ich war ziemlich k.o., als ich gegen kurz nach elf aus der Küche raus bin, noch vor dem Dessert für Tisch drei. Die hatten als letztes bestellt. Verspätet, weil sie unbedingt auf jemanden warten wollten. Meinetwegen. Ein paar lausige Desserts bekommt meine Küche auch ohne Souschef wohl grade noch hin. Und die Typen waren auch ziemlich sicher keine Kritiker, die bestellen immer à la carte und nie das Menü. Und nach diesem Desaster heute ist bestimmt niemand auf die bescheuerte Idee gekommen, Pierre noch mal anrichten zu lassen.

»Ich muss los«, hab' ich zu Claas gesagt und bin, ohne mich offiziell abzumelden, einfach abgehauen. Kurz nach elf ist ziemlich früh für meine Verhältnisse. Dafür laufe ich Gefahr, morgen bei Reuter antanzen und mich rechtfertigen zu müssen, weil ich mal wieder den obligatorischen Rundgang durchs Restaurant gecancelt hab'. Mach' ich, ehrlich gesagt, bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Ich steh' nicht auf Smalltalk. Und ich lasse mich auch ungern ansehen, als wäre ich irgendein niedliches, kleines Tierchen aus dem restauranteigenen Streichelzoo. Aber es gehört eben dazu. Weil die Leute wegen mir gekommen sind. Wegen des Sterns, der siebzehn Punkte des ‚Gault Millau‘ und weil sie für ein Menü fast hundert Euro zahlen. Exklusive Getränke, versteht sich. Dafür ist der Smalltalk dummerweise im Preis mit drin. Aber mir war nicht danach. Nach zehn Stunden im Chaos hatte ich echt die Nase voll.

Als der letzte Hauptgang raus war, hab' ich geduscht, mich umgezogen und bin nach Hause. Zu Fuß, ist nur ein kurzes Stück. Ich nehme mir selten ein Taxi oder hole das Auto aus der Tiefgarage. Lohnt sich nicht. Selbst dann nicht, wenn es regnet, was in Hamburg um diese Jahreszeit ziemlich häufig vorkommt. Aber das macht mir nichts aus. Ich liebe es, die kurze Strecke durch die zur Zeit meines Feierabends meist menschenleeren Straßen zu gehen. Hat beinahe was Meditatives. Zieht die stickige, warme Luft voller Gerüche, Aromen und Geschmäcker aus meinen Lungen und tauscht sie gegen die klare Kälte. Ich brauch' das, um runter zu kommen.

Michael war nicht zu Hause. Vermutlich ist er ausgegangen, um sich mit irgendwelchen Freunden zu treffen. Es ist Freitagabend, ich kann's ihm nicht mal übel nehmen. Außerdem ist es sowieso schwierig.

Wir sind fast zwei Jahre zusammen, mal mehr, mal weniger. Eher weniger, im Moment.

In letzter Zeit kommt er öfter nicht nach Hause. Ich denke, er hat nebenher was laufen. Aber das passiert. Ist nicht das erste Mal.

Es läuft nicht so gut zwischen uns. Und es läuft auch nicht mehr sonderlich viel. Aber außer Ficken verbindet uns irgendwie sowieso nichts.

»Sorry, wollt' dich nicht wecken«, höre ich sein Flüstern. Aber ich bin hellwach. Ich sollte wohl mit ihm reden. Nicht über unsere nicht wirklich vorhandene Beziehung, sondern über diese Sache da auf dem Anrufbeantworter.

»Schon okay.«

»Bin gleich bei dir.«

Ich schalte das Licht an und taste nach meiner Brille. Tagsüber trag' ich Kontaktlinsen, aber ich würde auch ohne sehen, dass er nackt ist. Er hat geduscht. Hab' ihn gar nicht nach Hause kommen hören.

»Hast du den AB abgehört?«, frage ich möglichst beiläufig.

»Nee. War was drauf?«

»Hm, war aber für mich, nicht so wichtig…« Ich betrachte ihn im milchigen Licht der Nachttischlampe. Er ist immer noch sexy, wenn auch nicht mehr ganz so sehr wie früher. Er hat ein bisschen zugelegt, aber er ist immer noch ansehnlich. Ich hätte Bock, mit ihm zu schlafen. Ich glaube, ich hatte seit zwei verdammten Wochen keinen Sex mehr.

»Okay, mach' aus«, sagt er leise, legt sich neben mich auf die Matratze, rückt ein wenig hin und her und zieht sich die Decke über die Hüfte. Und obwohl er geduscht hat, kann ich riechen, dass sein letztes Mal definitiv nicht so lange her ist wie meins. Er betrügt mich - oder auch nicht, denn irgendwann waren wir wohl verzweifelt genug, es als offene Beziehung zu deklarieren. Ist von mir ausgegangen. Aber er hatte auch nicht so viel dagegen, dass er vehement widersprochen hätte.

»Hast übrigens nicht nur mich geweckt«, raune ich, lege die Brille auf den Nachttisch, befreie mich von meinem Slip und rücke ein wenig dichter an ihn. Irgendwie bin ich grad' wirklich scharf auf ihn. Vielleicht, weil ich ihm zeigen will, dass immer noch ich es bin, mit dem er das Bett teilt. Albern eigentlich.

Aber es ist mitten in der Nacht und ich bin geil. Ganz übler Zeitpunkt, den tieferen Sinn dahinter zu analysieren.

»David… bin… ziemlich müde«, antwortet er ausweichend. Ohne weiter drauf einzugehen, rücke ich noch ein Stück an ihn heran, presse meinen Schwanz gegen seinen Oberschenkel und lasse meine Zunge über seine Haut gleiten, die ein wenig zu sehr nach Duschgel schmeckt. »David… nicht«, versucht er es noch einmal. Aber ich kenne ihn zu gut, um nicht zu hören, dass er es eigentlich längst will und es nur das schlechte Gewissen ist, das ihn noch kurz daran hindert.

»Komm schon… bin geil«, murmle ich über seinen Bauch hinweg, verteile Küsse um seinen Nabel, umkreise ihn mit der Zunge und stippe schließlich für einen kurzen Moment hinein. Ich dränge mich auf ihn, schiebe mein Bein zwischen seine Schenkel, umfasse mit der Hand seinen Schaft und beginne, ihn zu massieren. Er stöhnt leise, als ich die andere unter seinen Hintern schiebe, mich vortaste und zielstrebig meinen Finger in ihm versenke. Er ist längst hart, ich müsste ihn nicht mal in den Mund nehmen. Ich tu's trotzdem, weil er ziemlich drauf steht.

»Dreh' dich auf den Bauch«, befehle ich, als ich genug hab'. Wortlos gehorcht er und legt sich vor mir in Position. Ich richte mich auf, knie zwischen seinen Beinen, fahre mit leichtem Druck über seinen immer noch muskulösen Rücken und ziehe dabei mit den Daumen die Vertiefung seines Rückgrats nach. Ich kann die Wirbel spüren, weil er sich rund macht und sich mir entgegen drängt. Ziemlich müde ist irgendwie anders …

»David…« Jetzt seufzt er genießerisch.

Ich ziehe meine Daumen weiter über sein Steißbein bis hinab zu seinem Hintern, bevor ich mich von ihm löse und ein Gummi aus der Schachtel auf dem Nachttisch nehme. Routiniert streife ich es über, nehme mir ein wenig Gel aus dem Spender, lege mich auf ihn, verteile es kreisend, schiebe noch mal meine Finger in ihn und dringe dann vorsichtig in ihn ein. Er stöhnt. Laut. Er ist verdammt eng und ich muss mich ziemlich beherrschen. Ich halte mich ein wenig zurück, damit es nicht gleich vorbei ist, spüre seinen Widerstand schwinden und schiebe mich weiter vor. Bewege mich erst gemächlich, dann schneller und genieße es mehr mit jedem Stoß. Ich stöhne, suche mit meiner freien Hand nach seiner, die er in die Laken krallt, während er mit der anderen dafür sorgt, dass nicht nur ich meinen Spaß bei dieser lieblosen, routinierten, aber trotzdem irgendwie geilen Nummer habe.

Wir hatten nie ein Problem mit unserem Sex. Wir haben nur Probleme mit dem Rest. Ich habe welche damit… Aber darüber mach' ich mir wohl besser erst Gedanken, wenn ich gekommen bin… oder auch nicht…

***

Erschöpft rolle ich mich wenig später auf meine Seite, drehe ihm den Rücken zu und befreie mich vom Kondom. Ich räum's morgen weg. Bin zu müde. Hab' keinen Bock, jetzt deswegen noch mal aufzustehen.

Er zieht seine Nachttischschublade auf und öffnet ein Päckchen mit Taschentüchern. Er wischt sich ab und beseitigt seine Spuren von der Matratze, bevor er aufsteht.

»Ich… geh' noch mal duschen«, murmelt er.

»Hm«, brumme ich träge und beinahe schon wieder im Halbschlaf. Ich hab's echt gebraucht grade und jetzt bin ich ziemlich k.o. Und vor allem ziemlich befriedigt. Der Anrufbeantworter kann warten. Meine Vergangenheit wird mich noch früh genug einholen… und ein kleines bisschen hab' ich die Hoffnung, dass das alles nur ein Irrtum ist…

Sexy Tomatenglibber

Flo

»Auf uns!«

»Ja, auf uns!« Ich hebe das Rotweinglas und lächle Dirk an.

Auf uns… auf die letzten vier Jahre… Eine verdammt lange Zeit. Ich bin vierundzwanzig.

Unsere Gläser klirren, als sie sich berühren. Ich sehe noch mal kurz rüber zu ihm und nehme einen Schluck. Weich und ölig spüre ich den Geschmack auf meiner Zunge. Eigentlich mag ich keinen Rotwein, aber der hier ist gar nicht mal übel. Allerdings kann man das in diesem Laden und vor allem für den Preis, den Dirk dafür berappt, wohl auch erwarten. Sie nehmen fast sechzig Euro für die Flasche.

Es ist seine Idee gewesen, hier zu feiern. Wir waren schon einmal hier, am Tag, als wir zusammen gekommen sind.

Allerdings ist der Laden mittlerweile nicht wiederzuerkennen. Der Besitzer hat vor drei Jahren gewechselt und alles hier sieht jetzt anders aus. Nur der Blick durch die gläserne Fassade hinaus aufs Hafenbecken ist derselbe geblieben. Es ist jetzt auch kein Italiener mehr, sondern ziemlich gehobene Gastronomie. Der Typ, der hier am Herd steht, ist in der Szene wohl einer der Shootingstars. Hat sogar einen Stern und eine Menge Auszeichnungen. Jedenfalls hab‘ ich verdammt viele Links auf der Homepage gesehen, als ich die Nummer für die Reservierung rausgesucht hab'.

Für einen Moment erinnere ich mich zurück an den Tag, an dem wir uns kennengelernt haben. Meine Güte, war ich verknallt…

Ich war neunzehn damals. Er wurde zwei Wochen später dreiunddreißig.

Ich steh' eher auf ältere Männer: Typen, die nicht jede Nacht einen anderen ausprobieren müssen und für die es nicht immer nur um das Eine geht. Dieses klischeehafte ‚Ich vögle so viele ich kann, weil ich mit dreißig tot bin‘-Schwulen-Gen scheint mir irgendwie zu fehlen. Ich kann die Typen, mit denen ich geschlafen habe, noch immer an einer Hand abzählen. Ich brauch' nicht mal den Daumen dazu und ich hab' noch nie mit jemandem geschlafen, für den ich nichts empfunden hab'. Ziemlich spießig für mein Alter, ich schätze, ich bin wohl das Mädchen… und eigentlich hab' ich mir diese Sache mit den festen Beziehungen auch immer so vorgestellt, wie es jetzt eben läuft. Wir leben zusammen, unsere Namen stehen nebeneinander auf dem Klingelschild, wir machen gemeinsam Urlaub und fahren Heiligabend zu meinen und am ersten Weihnachtsfeiertag dann zu seinen Eltern.

»Alles o.k.?«

»Was? Oh… ja…« Ich war wohl kurz abgelenkt. Musste an unseren ersten Kuss denken und das, was ihm, irgendwann gegen halb eins, dann gefolgt ist. Er hat mich mit zu sich nach Hause genommen. Obwohl ich ihm eigentlich zu jung war. Und er hasste mein Nasenpiercing. Ich hab's ihm zuliebe irgendwann raus genommen. Über die anderen hat er sich bisher nie beschwert.

»Wie war deine Vorspeise?«

»Ganz okay«, stelle ich fest und lege mein Besteck ordentlich auf den Teller. Ich hatte Strauchtomatenmousse mit frischen Krabben. Die Mousse war eher eine Art Gelee und ein bisschen salzig, aber möglicherweise gehört das einfach so.

»Wie war's bei dir?«

»Mäßig«, sagt er und mustert missbilligend seinen Teller. Die Hälfte des Spargelsalats liegt unangetastet da. Dabei war sowieso nicht viel drauf. Mit den Portionen geizen sie hier ganz schön.

»Ich hoffe, die Rinderkraftbrühe ist besser«, stellt er leise fest und schiebt lustlos ein Stück grünen Spargel von einer Seite des Tellers auf die andere.

»Ganz bestimmt. Meins war auch ein bisschen… versalzen«, gestehe ich. »Und glibberig.« Ich greife zwischen dem Heer von Gläsern, das vor mir steht, hindurch nach meiner Speisekarte, um nachzusehen, was bei mir als nächstes kommt. Ich hab' einfach das günstigste Menü bestellt, den Hauptgang von Kaninchen, das ich nicht esse, in Rind geändert und die Reihenfolge dann wieder vergessen. Aber ich glaube, ich müsste auch eine Suppe als nächsten Gang bekommen. 

Es war ein Pfifferlingsschaum mit Kerbelrahm. Danach dann als Zwischengang ein gedünstetes Seewolf-Filet an Blattspinat und Tagliatelle. Und das war eigentlich das Einzige, was wirklich lecker gewesen ist. Das Himbeersorbet, das man, wie ich Banause heute Abend gelernt hab', nach dem Zwischengang in solchen Läden reicht, war für meinen Geschmack ziemlich sauer und die Medaillons vom Rinderfilet mit Meerrettichkruste, Balsamicoschalotten und Kartoffeltalern... Nun ja, die Meerrettichkruste hat ziemlich… dominant geschmeckt, um das mal nett auszudrücken.

Dirk erging es nicht wirklich besser, auch wenn er ein anderes Menü auf dem Teller gehabt hat. Wir haben dann in unserer Verzweiflung noch eine zweite Flasche Rotwein geordert und eine mit stillem Wasser, für das sie hier sieben Euro nehmen. Außerdem hab' ich noch eine Cola bestellt. Musste irgendwie diesen grauenvollen Meerrettichgeschmack aus meinem Mund bekommen, da kann ich keine Rücksicht aufs stilvolle Ambiente nehmen.

Mittlerweile sind wir beim Nachtisch angekommen und ich bin fast ein bisschen froh darüber, denn erstens bedeutet das, dass danach nichts mehr kommt, und zweitens ist er ziemlich gelungen. Die weiße Schokoladenmousse ist nämlich, anders als das Tomatenzeugs, der Konsistenz nach so, wie ich mir eine Mousse vorstelle und außerdem schmeckt sie ungefähr hundert Mal besser als die aus der Packung, die man in einen halben Liter kalter Milch einrühren muss. Auch wenn ich die eigentlich ganz lecker finde.

»Ich schätze, die Käseauswahl schenken wir uns, oder?«

»Mir egal«, sage ich, bevor ich den Löffel ein weiteres Mal zum Mund führe.

Ich kann gut auf den Käse verzichten. Ich bin ziemlich voll, aber ich bin einfach zu höflich, den Teller nicht aufzuessen, wenn ich eingeladen werde. Und die Portionen waren am Ende ja bewältigbar. Auch wenn ich ganz froh bin, dass es keinen Nachschlag gibt.

Dirk war da nicht so formvollendet. Aber er muss ja auch die Rechnung bezahlen.

Er hat mit jedem Teller was zurückgehen lassen. Und ich wette, wenn die Kellnerin, die an diesem Abend für uns zuständig ist, gefragt hätte, ob's ihm geschmeckt hat, dann hätte er vermutlich die Wahrheit gesagt. Aber Nachfragen scheint in solch einem Etablissement offenbar nicht üblich zu sein. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur ein Parvenu, der diese Art Essen nicht zu schätzen weiß. Ich glaube, unseren nächsten Jahrestag feiern wir besser wieder beim Italiener.

»Der traut sich was.« Es klingt ein bisschen zynisch.

»Wer?« Ich kratze die Reste meiner Mousse zusammen.

»Der Maître höchstpersönlich.« Dirk deutet mit den Augen vage nach links.

»Oh… vielleicht will er sich entschuldigen…« Demonstrativ und ein bisschen anzüglich lecke ich ein letztes Mal den Löffel ab, bevor ich ihn in die Schlieren auf dem Teller lege. Dirk grinst. Auf den Käse zu verzichten ist eine gute Idee.

»Ist er das wirklich?«, frage ich, nachdem ich den Typen, der, von einem der Kellner eskortiert, in Kochkleidung von Tisch zu Tisch spaziert, gemustert habe.

»Wer?«

»Na, Klein.«

»Klar, wieso?«

»Hatte ihn mir irgendwie anders vorgestellt.«

»Ich hatte mir sein Essen irgendwie anders vorgestellt…«

Das hatte ich ehrlich gesagt auch.

Aus dem Augenwinkel beobachte ich ihn, während ich den letzten Schluck aus meinem Wasserglas nehme. Live sieht er viel jünger aus als auf der Homepage. Und völlig anders, als ich mir einen Koch so vorstelle. Sehr schmal, sehr blond und… ziemlich attraktiv. Jedenfalls aus der Entfernung, denn er ist grade am ersten Tisch neben der Schwingtür, die den Blick in die Küche versperrt. Wie es scheint, unterhält er sich mit den Gästen. Es ist ein älteres Pärchen, Stammgäste vermutlich. Er lächelt artig, vermutlich über einen Witz, wischt sich die Hände an der weißen Schürze, die er vorgebunden hat, ab, streicht sich das etwas strubbelige Haar aus der Stirn und nickt. Die Frau tätschelt ihm, beinahe mütterlich, den Arm. Sie reden noch einen Moment, er sagt irgendwas, dann deutet er eine Verbeugung an und geht weiter. Der Kellner folgt ihm zum nächsten Tisch.

»Macht er das etwa bei allen?«

»Denke schon.« Dirk nickt und macht sich diskret bei der Kellnerin bemerkbar, die sofort herbeieilt. Wenigstens über den Service kann man nicht meckern.

»Haben Sie noch einen Wunsch?«, fragt sie höflich.

»Ich würde dann gerne zahlen.«

»Darf ich Ihnen zum Abschluss noch eine Käseauswahl vom Wagen anbieten?«

»Nein, danke, ich glaube, wir verzichten auf den Käse.«

»Wie Sie wünschen. Einen Espresso vielleicht?«

»Espresso, Flo?«

»Du?« Eigentlich finde ich die Idee nicht so schlecht.

»Dann bitte zwei Espressi. Und die Rechnung.«

»Sofort.« Geschäftig dreht sie sich auf dem Absatz um und eilt in Richtung des Pults links der Schwingtür. Mein Blick folgt ihr kurz, bevor er sich wieder auf den Koch heftet, der mittlerweile bereits den Nebentisch ansteuert. Dort sitzen zwei Frauen mittleren Alters, die während ihres Essens vor jedem Gang ihre Teller fotografiert haben.

»Herr Klein, dürften meine Freundin und ich Sie vielleicht um ein Foto bitten?«, höre ich es einen Moment später ziemlich laut vom Nebentisch. Gott, wie peinlich…geht's noch?

»Natürlich«, antwortet er höflich.

»Oh das ist wirklich nett! Würden Sie vielleicht?« Sie steht auf und drückt dem Kellner ihre Digitalkamera in die Hand. »Einfach nur aufs Knöpfchen drücken.«

Ich wusste gar nicht, dass Köche Groupies haben. Ein bisschen irritiert betrachte ich das Spektakel. Er sieht auch aus der Nähe noch gut aus. Schmales, ziemlich ebenmäßiges Gesicht, graue Augen. Vielleicht auch blau, kann ich nicht so genau erkennen. Er hat einen Dreitagebart, sieht ein bisschen müde aus und definitiv nicht so, als hätte er grade großen Spaß bei seinem Defilee oder dabei, fotografiert zu werden. Kann einem beinahe ein bisschen leid tun.

»Flo?«

»Was? Sorry, ich hab' grad' nicht zugehört…« Ich komme mir ertappt vor. Aber na ja, nach vier Jahren wird ein bisschen Gucken ja wohl erlaubt sein. Und der Kerl da drüben ist echt verdammt attraktiv.

»Ja, das merke ich.« Dirk grinst wissend. Aber er sieht das nicht so eng. Auch ein angenehmer Nebeneffekt, den ich auf den Altersunterschied schiebe. Und außerdem weiß er sowieso, dass ich mir höchstens Appetit hole. Gegessen wird zu Hause. Ohne Ausnahme.

Wir haben relativ zu Anfang darüber gesprochen. Weil Dirk erst gedacht hat, ich sei vielleicht zu jung für eine feste Beziehung und wolle mich ausprobieren. Das wäre erst einmal okay für ihn gewesen. Aber ich hab' was Festes gewollt. Also bin ich zum HIV-Test gegangen und er hat dann eine Woche später auch einen gemacht. Seither schlafen wir ohne Kondom miteinander, sind beide nicht wahnsinnig genug, um da irgendwas zu riskieren, und eigentlich hat mir – obwohl ich damals ziemlich jung war – diesbezüglich nie was gefehlt. Nach vier Jahren hängt der Himmel natürlich nicht mehr jeden Tag voller Geigen. Dafür sehen wir uns im Moment auch ein bisschen zu selten. Er arbeitet in letzter Zeit fürchterlich viel. Aber er hat mir versprochen, dass er spätestens nächstes Jahr versucht, wieder öfter zu Hause zu sein, wenn er vielleicht endlich zum Partner befördert wird. 

»Nachher«, formt Dirk mit den Lippen, denn mittlerweile sind Koch und Kellner an unserem Tisch angekommen.

Klein erwidert meinen Blick für eine Sekunde, bevor er sein professionelles, etwas gelangweiltes Lächeln aufsetzt und uns leise, aber höflich einen guten Abend wünscht. Dirk erwidert den Gruß, ich selbst deute nur ein vages Nicken an, bevor ich ihn wieder unverhohlen ansehe.

Er ist ziemlich groß, größer als ich und dabei bin ich schon eins fünfundachtzig.

‚David Klein‘ steht in schnörkeliger Schrift links auf der Brust seiner Kochjacke. Und ich muss – in Anbetracht seiner Körpergröße – ein bisschen drüber lachen. Aber wenigstens zu seinen Portionen passt es.

Darüber ist der Name des Restaurants eingestickt. Dazwischen, in der Mitte, ein Stern. Den man von ‚Michelin‘ ganz offensichtlich für versalzenes Tomatenglibber bekommt.

Ob er allerdings angesichts seiner blitzsauberen, weißen Jacke tatsächlich dafür verantwortlich ist, scheint mir ziemlich fraglich. Falls ja hat er sich nach meiner Erfahrung, was Kochen angeht, definitiv umgezogen. Ich kann nicht mal ‚Mirácoli‘, ohne dass man das hinterher sowohl mir als auch dem Herd ansieht.

Mein Blick gleitet vom Namen auf seiner Brust nach oben zu seinem Kragen und weiter an seinem Hals entlang bis zu seinem Gesicht.   Sein Kinn ist kantig und lässt trotz des Bartes ein Grübchen erkennen. Die Wangenknochen sind hoch und treten hervor. Seine Nase ist gerade und die Augen irgendwo zwischen Grau und Blau. Kalt irgendwie, abweisend, aber nicht uninteressant. Ich glaube, wenn ich ihn irgendwo in einem Club treffen würde, wär' ich ziemlich angetan. Wobei ich das auch jetzt bin. Er ist, bis auf sein Essen, ziemlich genau mein Typ.

Ein bisschen Rumschmachten leiste ich mir ab und an, auch wenn ich in festen Händen bin. Und es ist meistens auch gleich wieder vergessen. Denn nur weil jemand nett anzusehen ist, heißt das ja noch lange nicht, dass ich ihn sofort bespringen muss. Außerdem sind die meisten Kerle, die ich sexy finde, eher weniger schwul. Manchmal steh' ich ein bisschen auf Heten.

»War alles zu Ihrer Zufriedenheit?« Seine Stimme klingt angenehm. Immer noch eher leise, aber sehr männlich und ein bisschen rau. Passt zu ihm. Er ist echt heiß, irgendwie. Ich steh' auf Stimmen. Und auf Augen. Und seine sind, ehrlich gesagt, der Wahnsinn.

»Wollen Sie eine ehrliche Antwort?« Das ist Dirk.

»Ich bitte darum.« Für den Bruchteil einer Sekunde verschwindet das Lächeln, das er aufgesetzt hat, bevor es wieder seinen Mund umspielt. Schätze, er sieht echt hübsch aus, wenn er lacht. Allerdings fürchte ich, dass ich – falls Dirk gleich ehrlich antwortet – wohl nicht in den Genuss kommen werde, Bekanntschaft damit zu machen. Vielleicht sollte ich vorsichtshalber schon mal das Loch im Boden suchen, in dem ich verschwinden kann.

»Vom Lamm war ich ein wenig enttäuscht... aber vielleicht hätte ich einfach den Artikel dazu im letzten ‚Feinschmecker‘ nicht lesen sollen…«

»Den Artikel?« Er zieht eine Augenbraue hoch.

»Der, in dem steht, dass Sie und dieses Restaurant sich längst weit vom kulinarischen Mittelmaß entfernt hätten. Ich jedenfalls teile diese Meinung nach dem heutigen Abend nicht.«

Oh Shit… das hat er doch jetzt nicht wirklich gesagt…

Ich schlucke. Und Klein tut das ebenfalls. Für einen Moment weiten sich seine Augen, bevor er wieder gefasst und professionell lächelt und sich zu einem höflichen: »Ich bedaure sehr, dass es Ihren Geschmack nicht getroffen hat«, durchringt. Er scheint solcherlei Kritik nicht wirklich gewohnt zu sein. Ich würde mich ja anbieten, ihm zum Trost auch ein bisschen den Arm zu tätscheln, aber ich glaube, das käme grade weder bei ihm noch bei Dirk sonderlich gut an.

»Und bei Ihnen?« Ich glaube, er meint mich.

»Oh… ähm…«, stammle ich und werde prompt ein bisschen rot unter seinem Blick.

»Hat es wenigstens Ihnen geschmeckt?«

»Ja… war lecker«, antworte ich wenig eloquent, sehe kurz ihn an und dann schnell einen kleinen Fleck Himbeersorbet, den ich vorhin auf dem Tischtuch hinterlassen hab'. Ich werde jetzt ganz sicher nicht auch noch von diesem grauenvollen Meerrettich-Zeugs anfangen. So schlecht war es dann auch wieder nicht…

Rattengift au point

David

»Alles in Ordnung?«

»Seh' ich etwa so aus?«, blaffe ich und Timo kann nur mit Mühe der Tür ausweichen, die ich, vielleicht ein bisschen zu heftig, hinter mir zuziehe. Wenn er jetzt noch was fallen lässt, dann flippe ich endgültig aus. Was fragt er denn bitte so blöd? Dass ich nicht gut gelaunt bin, ist ziemlich offensichtlich.

Ich glaube, ich spinne. Dieser beschissene Schnösel von Tisch zwölf! ‚Ich hätte vielleicht den Artikel im Feinschmecker nicht lesen sollen‘. Sowas muss ich mir echt nicht anhören. Was bildet der sich überhaupt ein, wer er ist?!

Einmal essen gehen in der großen weiten Welt mit dem jugendlichen Liebhaber und dann gleich auf dicke Hose machen. Kann ich heute echt nicht gebrauchen. Ich bin sowieso froh, dass ich gleich Feierabend hab'.

»Hey, was ist los?« Es ist Claas, der mir die Hand auf die Schulter legt. Ich muss mich gar nicht zu ihm umdrehen, um es zu wissen, denn niemand sonst würde sich trauen, mich anzufassen. Aber Claas kenne ich schon seit seiner Ausbildung.

Ich war gerade fertig mit meiner und ein hoch motivierter Jungkoch, der den ganzen Tag ‚Mise en place‘ gekloppt hat und zur Belohnung ein paar Salate und andere Sachen machen durfte, bei denen man nicht viel falsch machen kann. Claas hat bisher, bis auf meine Zeit in Paris, fast immer unter mir gearbeitet und vermutlich ist er sowas wie ein Freund.

Das ist ungewöhnlich in meinem Geschäft und ich würde auch nicht behaupten, dass ich ein netter Chef bin. Die Fluktuation unter mir ist relativ hoch, aber das ist mir egal. Ich erwarte, dass meine Küche funktioniert, schließlich halte ich dafür meinen Arsch hin und hör' mir am Ende das Genörgel von so einem Vollpfosten wie dem von der zwölf an. Lass' mich mit zwei notgeilen Alten fotografieren, mich von der alten Hegenbarth am Arm tätscheln und dabei ‚Jungchen‘ nennen und mich von Reuter jeden Tag aufs Neue volljammern, wie schlimm sein Leben doch ist.

Ich sollte mich echt mal um einen Posten als Restaurantleiter bewerben. Ein paar Reservierungen rumschieben, dumm in der Küche rumstehen und mit Lieferanten über meine Familie zu reden, bekomm' ich grade noch hin. Wobei das mit der Familie problematisch werden könnte. Aber den Rest, also Verhandeln und die Kalkulation, das mache sowieso schon lange ich. Dann weiß ich wenigstens, dass es erledigt ist.

»Ach nichts, so ein Arsch hat sich über mein Lamm beschwert.«

»Kann passieren.«

»Kann es nicht«, widerspreche ich. Keiner beschwert sich über mein Essen. Ich will, dass es perfekt ist. Auf den Punkt. Großartig. Will, dass man über mich sagt, dass ich gut bin. Ich bin kein Schnitzelbrater. Ich bin ein verdammter Sternekoch. Ich kann's mir nicht leisten, dass irgendwas raus geht, das für den Gast nicht perfekt ist. Und es hat sich schon eine Ewigkeit niemand mehr beschwert. Das Dumme ist nur: dieses blöde Lamm hab' ich heute Abend selbst gemacht. Ich mag Lamm – nicht so sehr, es zu essen, aber es zuzubereiten, und eigentlich bin ich gut darin. Nur scheinbar nicht heute…

»Was hat er denn gesagt? Zu salzig?«

»Es war nicht salzig«, grummle ich wütend. Wie kommt er drauf? Als ob ich ein verficktes Lamm versalzen würde.

»Die anderen Teller kamen alle leer zurück«, versucht er mich zu trösten. »Wie viel ging denn raus?«

»Bestimmt sechs oder sieben Portionen.« Keine Ahnung mehr, wie viel ich am Ende auf Teller gepackt hab'.

»Dann vergiss es. Der Kerl von der zwölf war sowieso mäkelig. Maike hat gesagt, er hat auf jedem Teller was zurückgehen lassen.«

»Wer ist denn Maike?«

»Die neue Servicekraft. Scharfes Gerät.«

»Ach ja, die…«, murmle ich abwesend. Ich steh' echt neben mir, seit diesem beschissenen Anruf. Übers Wochenende hab' ich mich noch damit getröstet, dass alles bestimmt nur eine dumme Verwechslung ist. Ist es aber nicht. Es ist ein beschissener, realer Albtraum.

»Weißt du was, jetzt setzt du dich erstmal hin und trinkst einen Schluck«, sagt Claas, greift mich mit beiden Händen an den Schultern und schiebt mich zurück in die Küche. »Und denk' bloß nicht mehr an diesen Idioten. War wohl alles ein bisschen viel für dich.«

»Hm?« Verständnislos sehe ich ihn an.

»Na ja, die letzten Tage… die Sache mit deiner Schwester und…«

»Ja, vielleicht«, gebe ich zu. Ungern, aber ich weiß, dass er recht hat.

»Hier!« Claas drückt mich auf einen Stuhl des Tisches, an dem wir essen, kommt wieder, stellt mir ein Rotweinglas hin und schenkt ein. Keine Ahnung, ob ich heute schon mal irgendwo gesessen bin. Ich sitze außerhalb des Personalessens, bei dem die Posteneinteilung, die Karte und der allabendliche Ablauf besprochen werden, sowieso selten dort. Keine Zeit.

Wenn ich mal sitze, dann meist in meinem Büro, das ich als Küchenchef gnädigerweise habe, um bei Bestellungen ohne Geräuschkulisse mit den Lieferanten telefonieren zu können.

  »Danke! Kannst du Maike sagen, dass sie das Scheiß-Lamm von der Rechnung nehmen soll?«

»Klar.« Claas nickt.

»Und bring' ihnen meinetwegen zwei Espressi und irgend so einen Pralinenscheiß aufs Haus.« Gequält verziehe ich das Gesicht.

»Mach ich.« Er lacht. Er weiß, wie schwer mir so was fällt. Aber ich bin Profi.  

Erschöpft lasse ich mich auf dem Stuhl nach hinten fallen und lege den Kopf in den Nacken. Starre an die Küchendecke und versuche, irgendwie runter zu kommen.  

Funktioniert nicht, also doch ein Schluck von diesem 2006er Shiraz, der da vor mir auf der Tischplatte steht.

Ich setze mich wieder auf, nehme das Glas und schwenke es leicht. Betrachte die dunkle, außerordentlich dichte Farbe und den leicht öligen Film, den der Wein hinterlässt, bevor ich einen winzigen Schluck nehme. Prachtvoll entfaltet sich das Aroma auf meiner Zunge und macht einem samtigen Gefühl in meinem Mund Platz. Intensiv am Gaumen, viel Struktur, langes Finale. Ich sehe aufs Etikett. Ist ein Australier. Ich glaube, ich nehme eine Flasche davon mit nach Hause.

Mein Blick schweift in meiner Küche umher, in der immer noch geschäftiges Treiben herrscht. Aber das letzte Dessert ist raus und sie sind schon am Aufräumen. Der Geruch nach Essen übertüncht den Schweiß, Geklirr von Geschirr und das Klappern von Töpfen füllt den Raum. Feierabendgeräusche, die beinahe automatisch Müdigkeit in mir hoch kriechen lassen. Gott… was für ein beschissener Tag. Ich bin am Ende. Ich sollte nach Hause gehen.

»So in Ordnung?« Claas hält mir eine der kleinen Etageren hin, auf der ein paar Pralinen arrangiert sind. Hätte man sich echt mal mehr Mühe geben können. Aber was soll's, sind sowieso nur für diesen blöden Arsch.

»Streu' ein bisschen Rattengift drüber.«

»Okay, müsste noch was da sein«, sagt er so bierernst, dass ich beinahe lachen muss.

»Ich bring' das eben Maike.«

»Okay.«

»Und Kopf hoch. Dein Lamm wurde vom ‚Feinschmecker‘ zum Besten in ganz Norddeutschland gekürt.«

»Ja, ich weiß. Aber ‚Feinschmecker‘ ist gerade ein ganz schlechtes Stichwort…«

Ich nehme noch einen Schluck. Ist ein wirklich guter Wein. Vielleicht hätte ich was essen sollen, aber irgendwie bin ich heute nicht dazu gekommen. Konnte ja keiner wissen, dass ich wegen dieses bescheuerten Gasts nach Feierabend eine Flasche 2006er Shiraz brauche. Ich hätte wohl nicht nur was essen sondern auch besser mal dieses bescheuerte Lamm probieren sollen. Vielleicht war es ja wirklich nicht ganz auf dem Punkt…denn seit diesem beschissenen Anruf letzten Freitag stehe ich, ganz gleich, wie sehr ich versuche, mich zusammen zu reißen, wohl wirklich ein wenig neben mir. Dabei sind private Probleme nichts, was in dieser Küche etwas zu suchen hat. Das gilt dummerweise nicht nur für meine Mitarbeiter.

»Erledigt?«

»Klar«, bestätigt Claas im Vorbeigehen und macht sich daran, Alex beim Wegräumen der Gemüse-Töpfe zu helfen. »Du solltest nach Hause gehen.«

***

Ungefähr fünfzehn Minuten später stapfe ich durch den Nieselregen, schlage den Jackenkragen hoch und versuche, einen klaren Kopf zu bekommen. Aber es funktioniert nicht. Meine Gedanken kreisen um morgen und diesen beschissenen Termin beim Jugendamt.

Das letzte Mal war ich dort, da war ich ungefähr zehn und eigentlich hatte ich gehofft, mich nie mehr wieder daran erinnern zu müssen. Hat bis letzen Freitag auch hervorragend funktioniert.

»David Klein?«, hat Frau Schroth nachgefragt, als ich mich – nach der zweiten Nachricht auf meinem AB – endlich dazu aufraffen konnte, die dort hinterlassene Nummer zu wählen. 

»Ja! Sie haben auf meinen Anrufbeantworter gesprochen.« Ich hatte keinen Schimmer, was sie von mir wollten. Vermutlich eine Verwechslung, denn ich komme, mangels irgendwelcher weitreichender Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlecht, weder als Unterhaltspflichtiger in Frage, noch gehöre ich zu denjenigen  Homosexuellen, die denken, sie müssten ein echtes Hetero-Leben mit Verpartnerung und einem Stall voller Adoptivkinder führen.

Ich bin schwul. Ich lebe für meinen Beruf, hab' eine schlechte Beziehung und daneben ab und an ein paar One-Night-Stands. Und das ist in Ordnung für mich. Nicht in Ordnung ist, wenn sich irgendwer über mein Essen beschwert.

»Ja, das ist richtig.«

»Ich bin nicht sicher, ob Sie wirklich mich suchen…«, hab' ich erklärt. Schließlich ist ‚Klein‘ alles andere als ein unüblicher Familienname. »Ich fürchte fast, es liegt eine Verwechslung vor. Ich war als Kind mal… aber na ja, das ist lange her…«

»Warten Sie bitte einen Moment, Herr Klein, ich ziehe mir eben die entsprechende Akte.« »Okay.«

»Sie sind am 20. August 1981 geboren?«

»Ja.« Ich schluckte.

»Und Sie haben eine Schwester, die Pamela Klein heißt und am 23. März 1985 geboren ist?«

»Ja, das ist soweit richtig.« Ist es tatsächlich. Ich hab' eine Schwester. Auch wenn sie, genau wie der Rest meiner erbärmlichen Familie, in meinem Leben schon seit Jahren keine Rolle mehr spielt.

»Es tut mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sie vorige Woche zusammen mit ihrem Lebensgefährten einen Autounfall hatte. Sie wissen das wahrscheinlich nicht, weil…«

»Oh… Geht's ihr… gut?« Im Grunde war meine Frage kein Interesse, sondern Höflichkeit.

Meine Schwester interessiert mich nicht. Und ihr Befinden schon gar nicht. Das beruht im Übrigen auf Gegenseitigkeit. Für meine Familie bin ich gestorben, weil ich eine Schwuchtel bin. Denn eine Schwuchtel ist jemand, für den man sich schämt. Ein Arschficker, der, wenn er nicht aufpasst, die Fresse voll kriegt – und der es verdient hat.

Dass die Schwuchtel ihre Lehre durchgezogen hat, war kein Grund, stolz zu sein.

Sie sind nicht mal gekommen, als ich die Gesellenprüfung mit Auszeichnung bestanden hab'. Obwohl meine Mutter gesagt hatte, sie würde es tun. Aber vermutlich war sie dann an dem Tag einfach zu betrunken.

»Nein, leider nicht. Ihr Lebensgefährte war sofort tot und Ihre Schwester wurde schwer verletzt ins Universitätsklinikum gebracht. Dort ist sie nach zwei Tagen ihren Verletzungen erlegen. Mein herzliches Beileid, Herr Klein.«

Meine Güte, ruft mich da die Psychologin an, oder was? Und wieso überhaupt haben sie um einen Rückruf gebeten? Wahrscheinlich bin ich wieder der Einzige, der die Beerdigung bezahlen kann. Das war schon bei meiner Mutter so. Eine Woche nach der Beisetzung kam der Brief vom Sozialamt und nach einem Gang zum Anwalt und ein bisschen Recherche im Internet war klar, dass ich die Party bezahlen muss.

Der Tag der Beerdigung war übrigens das letzte Mal, dass ich meine Schwester gesehen hab'.

Muss knapp vier Jahre her sein, ich weiß es nicht mehr genau. Ich weiß nur, dass es Herbst war und schon ziemlich kalt für die Jahreszeit. Und ich war grade wieder zurück in Hamburg.

Pamela hat mich angerufen und mir, ziemlich nüchtern, den Termin mitgeteilt. Keine Ahnung, wie sie mich gefunden hatte. Ich hab' ganz hinten gestanden, in der fast leeren, kleinen Kapelle und auch später auf dem Friedhof. Weil ich nicht wusste, ob sie überhaupt gewollt hätte, dass ich dort bin. Vermutlich eher nicht. Schwuchteln sind nicht erwünscht. Nicht einmal dann, wenn sie die Rechnung bezahlen.

Eigentlich hatte ich gar nicht vor hinzugehen, aber irgendwas hat mich dann wohl doch getrieben.  Es waren nicht viele Leute dort und niemand, der mich noch erkannt hätte. Meine Tante war da, glaube ich. Aber falls sie mich gesehen hat, hat sie's sich nicht anmerken lassen. Außerdem irgendwelche fertigen Gestalten, die ziemlich offensichtlich ein genau so großes Alkoholproblem hatten wie meine Mutter. Einer davon war wohl ihr Lebensgefährte, keine Ahnung, welcher. Der Rest waren vielleicht Freunde, vielleicht Nachbarn,

hat mich nicht interessiert. Und natürlich war Pamela da. Meine kleine Schwester, die nicht mehr für mich übrig hatte als ein Nicken. Zusammen mit einem komischen Typen, der ein Kind auf dem Arm hatte und mich feindselig angestarrt hat. Vielleicht, weil er fand, die Schwuchtel solle sich verpissen.

Diese Sache, dass ich mit Frauen nichts anfangen kann, hab' ich mir nicht ausgesucht. Aber es ist immer noch besser, eine Schwuchtel zu sein, als ein Typ ohne Job und ohne Perspektive. Das wusste ich auch schon vor ihrer Beerdigung. Ich hätte auch so enden können. Die meisten tun's. Man kann es kaum schaffen, diesem Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin, zu entkommen. Aber irgendwie hab' ich's trotzdem geschafft. Es hat weh getan, damals. Aber heute weiß ich, dass mir die Tatsache, dass ich schwul bin, den Arsch gerettet hat, so zynisch es auch klingen mag.

Und dann stand ich da, auf dem Friedhof. Und es war ein komisches Gefühl. Aber ich bin dort gewesen. Vielleicht, weil ich einfach nicht wollte, dass man mir am Ende was anderes vorwerfen kann.

Ich bin nie wieder an ihrem Grab gewesen. War mir egal, wie der Stein aussah, für den ich ein kleines Vermögen ausgegeben hab'. Denn im Grunde war sie schon lange vor diesem Tag für mich gestorben. Irgendwann, als ich kapiert hab', was mit ihr los ist.

Ich dachte vorher immer, es läge an mir. Weil das, was ich bin, nicht akzeptabel ist. Man ist nicht schwul. Man ist arbeitslos, ohne Ausbildung, ohne Perspektive, lebt vom Amt oder trinkt Alkohol morgens um zehn, um aufstehen zu können, und all das ist verdammt in Ordnung. Nur schwul zu sein, ist es nicht. Und wenn ich daran denke, macht es mich immer noch wütend.

Aber ich bin raus aus diesem Leben. Und so weit weg, dass es kaum mehr als ein lange vergessener Teil von mir ist. Für die Journalisten und meine neuen Freunde hab' ich eine andere Version. Und manchmal glaub' ich sie selbst. Aber das ist okay.

Was kümmert mich meine Vergangenheit? Ich wohn' auf 180 Quadratmetern in der Hafencity, fahr' einen Audi TT und muss mir keine Gedanken darüber machen, wovon ich meine Rechnungen bezahle. Ich bin gut, in dem was ich tue, und die Leute kommen von überall her in mein Restaurant.

Ich hab's dann wohl geschafft. Trotz allem. Die blöde Schwuchtel, die aus Wilhelmsburg kommt und es vergessen hat. Die hundert Euro nimmt für ein beschissenes Menü und damit klar kommt und die sich, wenn nicht, einen Therapeuten leisten könnte.

Vier Jahre

Flo

»Alles okay?« Dirk legt den Arm um mich. »Du bist so still. Dir ist doch nicht etwa übel?«

»So schlimm war es jetzt auch wieder nicht.« Beinahe automatisch suchen meine Finger den Weg unter seinen Mantel und tasten nach seiner Hosentasche. Vergeblich, denn er trägt einen Anzug. Also lasse ich meine Hand einfach auf dem dünnen Stoff liegen, der seinen Hintern bedeckt. Fühlt sich auch nach vier Jahren noch gut an.

»Na dann.«

»Das mit dem ‚Feinschmecker‘ war schon ein bisschen hart. Ich glaube, das hat er dir ziemlich übel genommen.«

»Ich hab' ihm das, was er uns da für zweihundert Euro vorgesetzt hat, auch übel genommen«, brummt er. »Und den Artikel solltest du mal lesen. Keine Ahnung, wo die zum Essen waren. Im ‚Reuter's‘ jedenfalls nicht.«

»Ich wusste gar nicht, dass du den ‚Feinschmecker‘ liest«, kontere ich.

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