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In der paranormalen Welt: Vertrauen in das Unbekannte zu haben mag beängstigend sein, aber der Lohn kann die Ängste bei weitem überwiegen. Kort ist ein Gargoyle und bekannt als der freundliche Playboy des Schwarms, obwohl nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein könnte. So heftig er auch mit fast jedem verfügbaren Mann flirtet, der das Anwesen der Gargoyles betritt, ist er noch nie mit einem ins Bett gegangen. Kort wartet, und das schon seit über dreihundert Jahren. Nachdem er gesehen hat, wie einige seiner Freunde mit ihren Gefährten gesegnet wurden, vertraut er darauf, dass das Schicksal auch ihm bald seine andere Hälfte offenbaren wird. Als Kort etwas Wunderbares an der Kleidung des Gefährten eines anderen Gargoyles riecht, befragt er den Menschen schnell. Er vermutet, dass der andere Mann Kontakt zu seinem Gefährten hatte. Nachdem er herausgefunden hat, dass die Quelle des Duftes, ein Mensch namens Mace Capston, gerade in der Notaufnahme war, sucht Kort das Haus des Menschen auf und legt sich auf die Lauer. Er wartet ungeduldig auf eine Gelegenheit, mit dem Mann zu sprechen. Seine erste Unterhaltung mit dem Verletzten, auch wenn sie nur kurz und in der Dunkelheit ist, erweckt in Kort die Sehnsucht nach mehr. Als Maces Angreifer zurückkehrt, bringt Kort den hinreißenden Menschen in Sicherheit … Schade nur, dass sein Gefährte dabei ohnmächtig wird. Kann Kort Mace davon überzeugen, dass die Kreatur aus der Dunkelheit nicht das wahre Monster ist? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing. Länge: rund 34.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2020
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Korts Schatz
In der paranormalen Welt: Vertrauen in das Unbekannte zu haben mag beängstigend sein, aber der Lohn kann die Ängste bei weitem überwiegen.
Kort ist ein Gargoyle und bekannt als der freundliche Playboy des Schwarms, obwohl nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein könnte. So heftig er auch mit fast jedem verfügbaren Mann flirtet, der das Anwesen der Gargoyles betritt, ist er noch nie mit einem ins Bett gegangen. Kort wartet, und das schon seit über dreihundert Jahren. Nachdem er gesehen hat, wie einige seiner Freunde mit ihren Gefährten gesegnet wurden, vertraut er darauf, dass das Schicksal auch ihm bald seine andere Hälfte offenbaren wird.
Als Kort etwas Wunderbares an der Kleidung des Gefährten eines anderen Gargoyles riecht, befragt er den Menschen schnell. Er vermutet, dass der andere Mann Kontakt zu seinem Gefährten hatte. Nachdem er herausgefunden hat, dass die Quelle des Duftes, ein Mensch namens Mace Capston, gerade in der Notaufnahme war, sucht Kort das Haus des Menschen auf und legt sich auf die Lauer. Er wartet ungeduldig auf eine Gelegenheit, mit dem Mann zu sprechen. Seine erste Unterhaltung mit dem Verletzten, auch wenn sie nur kurz und in der Dunkelheit ist, erweckt in Kort die Sehnsucht nach mehr.
Als Maces Angreifer zurückkehrt, bringt Kort den hinreißenden Menschen in Sicherheit … Schade nur, dass sein Gefährte dabei ohnmächtig wird. Kann Kort Mace davon überzeugen, dass die Kreatur aus der Dunkelheit nicht das wahre Monster ist?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.
Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing.
Länge: rund 34.000 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Korts Schatz
Paranormal verliebt 13
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Kort’s Treasure“:
Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
Bitte beachten:
Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Widmung
Für die unkontrollierbare Muse – der Treibstoff, der den Zug stetig auf den Gleisen weiterrollen lässt.
Mace Capston spürte, wie stechender Schmerz seinen rechten Arm hochschoss und unterdrückte ein Wimmern. Er biss sich auf die Lippe und begegnete dem Blick der Krankenschwester. „Genau dort“, brachte er keuchend hervor.
Schwester Lowman schenkte ihm ein mitleidiges Lächeln. „Es tut mir leid, Mister Capston“, sagte sie. „Ich empfehle wirklich, es zu röntgen. Ich denke, es ist gebrochen.“
Mace verzog das Gesicht und seufzte. Soviel zu der optimistischen Idee, dass sein Handgelenk nur verstaucht war. „Okay“, stimmte er zu. „Bringen wir es hinter uns.“
Als Mace sich von der Krankenschwester vom Bett helfen ließ und ihr dann den Flur des Krankenhauses entlang folgte, bemerkte er, dass er sich etwas vorgemacht hatte. Er hatte schon zuvor gebrochene Knochen gehabt. Es war ein paar Jahre her, aber es gab wirklich keinen Zweifel an der Empfindung. Er hatte es nur nicht zugeben wollen.
Wer wollte zugeben, dass sein Freund – jetzt Ex-Freund – seinen Arm fest genug packte, um ihn zu brechen?
Mace wusste es verdammt noch mal nicht. Schade, dass genau das passiert war. Nur noch etwas, das zu all den anderen Schmerzen und Leiden, die der Mann ihm verursacht hatte, hinzukam.
Jessup Santiago.
Als Mace den Mann zum ersten Mal im Fitnessstudio gesehen hatte, fand er seine starken Arme, seine breiten Schultern und kräftigen Rücken und seine muskulösen Beine bewundernswert. Sein kurzes blondes Haar und verwegen gutes Aussehen waren ihm sicherlich auch nicht entgangen. Allerdings war Jessup sich dessen auch bewusst. Es zeigte sich in jedem verschmitzten Blick und dem Ausdruck seiner vollen Lippen, dass er wusste, dass sowohl Männer als auch Frauen ihn ansahen.
Mace wäre fast von dem Laufband gefallen, auf dem er gerade ging, als Jessup sich ihm näherte. Als der gutaussehende Mann ihn mit einem Hallo begrüßt hatte, hatte Mace sofort geantwortet: „Ich bin fast fertig, aber ich kann jetzt runterkommen, wenn du es brauchst.“
Jessup zwinkerte und antwortete heiser: „Oh, ich würde gerne mit dir kommen, Süßer, aber hier ist vielleicht nicht der beste Ort dafür.“
Als Mace den Mann mit offenem Mund anstarrte, hatte Jessup weitergeredet und ihn nach einem Date gefragt. Irgendwie hatte Mace seine Zunge dazu gebracht, gut genug zu funktionieren, damit er antworten konnte. Sie waren zum Abendessen ausgegangen, und Jessup war aufmerksam und charmant gewesen. Als er Mace zu Hause abgesetzt hatte, hatte er ihn nach einem zweiten Date gefragt.
Bis zum dritten Date war Mace von dem Mann völlig hingerissen gewesen. Nach dem vierten Date hatte er ihm seine Jungfräulichkeit geschenkt. Er konnte nicht behaupten, dass es seine Welt erschüttert hatte oder irgendetwas in der Art, aber es war gut genug gewesen.
Das war jetzt drei Wochen her.
Mace hatte nach ihrer ersten sexuellen Erfahrung weniger als eine Woche gebraucht, um zu erkennen, dass er nicht mehr mit Jessup ausgehen wollte. Wenn der Mann nicht bekam, was er wollte, wurde er gemein … und handgreiflich.
Das erste Mal, dass Mace blaue Flecken hatte verstecken müssen, war der Morgen nach dem ersten Sex gewesen. Er hatte sich bei den schmerzhaften Blutergüssen an seinen Handgelenken nichts gedacht, sondern nur angenommen, dass Jessup die Vorstellung gefiel, ihn festzuhalten. Es hatte nicht lange gedauert, bis Mace die Wahrheit erkannte.
„Sie müssen Ihr Bestes geben, um Ihren Arm flach hinzulegen“, drängte Schwester Lowman. Sie ergriff seinen Oberarm und seine Hand und versuchte ihm sanft dabei zu helfen, seinen Arm so zu platzieren. „Können Sie das tun?“
Mace schrie auf, als quälende Blitze seinen Arm hinaufrollten. Schwarze Flecken trübten seine Sicht. Er spürte, wie sein Körper schwankte, als er sich bemühte, einen tiefen Atemzug zu nehmen.
„Ganz ruhig“, sprach Schwester Lowman ihm zu. Sie rieb ihm den Rücken und versuchte wahrscheinlich, ihn damit zu beruhigen. „Es tut mir leid. Hier, setzen Sie sich“, drängte sie und drückte ihn auf einen Stuhl, der aus dem Nirgendwo kam. „Stecken Sie den Kopf zwischen die Knie.“
Mace tat, was die Schwester befahl, legte den rechten Arm an die Brust und beugte sich vor. Er konzentrierte sich auf die einfache Aufgabe, einen Atemzug nach dem anderen einzusaugen. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, aber schließlich begann seine Sicht klar zu werden, und er fühlte nicht mehr jedes Pulsieren seines Blutes in seinem Arm.
„O-okay“, flüsterte Mace. Er war noch nie sehr gut mit Schmerzen klargekommen. Es war umso beschissener, dass er ein Arschloch erwischt hatte, das es zu genießen schien, anderen welche zuzufügen. Er hätte wissen müssen, dass Jessup zu gut war, um wahr zu sein.
Nette, heiße Jungs mögen keine pummeligen Mauerblümchen wie mich.
„Ich bin bereit, es noch einmal zu versuchen. Nur, ähm, ziehen Sie nicht. Okay?“
Schwester Lowman schenkte ihm ein freundliches Lächeln. „Das tut mir leid. Warum halten Sie sich nicht dort an der Seite des Tisches fest, um sich abzustützen, dann können Sie sich vorbeugen“, drängte sie. „Auf diese Weise können wir Ihren Arm flach bekommen, ohne Ihr Handgelenk überhaupt zu drehen.“
Mace nickte, griff nach der Seite des Tisches und tat, was sie gesagt hatte. Er hielt seine Atmung langsam und tief, während er den Arm ausstreckte. Er beugte sich vor und benutzte die Neigung seines Körpers, um sein Handgelenk in die richtige Position zu bringen.
„Halten Sie einfach so still“, ermutigte die Krankenschwester, ehe sie eine Art schwere Decke über seinen Schoß legte. „So still wie möglich.“
Mace nickte erneut und fragte: „Wie lange dauert es, bis ich erfahre, wie schlimm es ist? Wie lange dauert die Heilung?“ Er sah zu, wie die Maschine surrte.
„Das hängt wirklich von den Bruch ab, Mister Capston“, sagte die Krankenschwester und schenkte ihm ein weiteres mitfühlendes Lächeln. „Es könnten nur sechs Wochen oder auch zwölf sein. Das ist der Fall, wenn es sich nur um einen Knochenbruch handelt.“ Nachdem sie sich wieder auf das Gerät konzentriert hatte, fügte sie hinzu: „Wenn Sehnen, Bänder oder Muskeln beschädigt wurden, könnte danach eine Physiotherapie nötig sein.“ Sie hielt inne und befahl dann: „Okay, machen Sie nur und setzen Sie sich auf.“
Mace tat erneut, was ihm gesagt wurde. Als er sah, wie die Krankenschwester die mit Blei gefüllte Schutzdecke nahm und dann etwas anderes mit der Maschine machte, schwebten seine Gedanken dahin. Vielleicht war das sein Problem. Vielleicht folgte er Befehlen zu bereitwillig.
Gott helfe ihm, es war ihm von seinen Eltern oft genug eingetrichtert worden. Sein eigenes Verlangen, Anweisungen zu erteilen, musste immer zurückgestellt werden. Vielleicht sollte er anfangen, seine eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen. Aber wer würde sich ihm unterwerfen wollen, wenn er gerade mal eins zweiundsiebzig groß war und sich zu Männern hingezogen fühlte, die viel größer waren als er selbst?
„Okay“, sagte Schwester Lowman. „Bringen wir Sie zurück ins Zimmer.“ Sie blieb vor ihm stehen und bot ihre Hand an. „Es sollte nicht lange dauern, bis die Aufnahmen fertig sind.“
Mace ignorierte ihre Hand und drückte seinen Arm wieder gegen seine Brust. Er packte die Lehne des Stuhls mit seinem anderen Arm und stand auf. Mit einem schwachen Lächeln in ihre Richtung versuchte er, das leichte Schwindelgefühl in den Griff zu bekommen
Nachdem sie ihn besorgt angesehen hatte, wandte sich die Krankenschwester ab und verließ den Raum.
Ihr langsam folgend, konzentrierte sich Mace darauf, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Dabei versuchte er auf das zu achten, was die Krankenschwester sagte. Erst als sie sagte, ein Polizist warte auf ihn, konzentrierte er sich richtig auf ihre Worte.
„W-was haben Sie gesagt?“, flüsterte Mace. „Wer ist hier?“
„Detective Collin DeSoto“, antwortete Schwester Lowman und führte ihn zurück in den Untersuchungsraum, in dem er zuvor gewesen war. Als sie Mace zurück zum Bett winkte, fuhr sie fort: „Sie haben gesagt, der Typ, mit dem Sie zusammenwaren, hat Ihnen das angetan, als Sie sagten, Sie wollten Schluss machen.“
Mace verzog das Gesicht. Scheiße. Das hatte er allerdings gesagt. „Großartig“, murmelte er. „Genau das, was ich brauche.“
Schwester Lowman sah ihn stirnrunzelnd an. „Nun, Mister Capston, es gibt zu viele Arschlöcher auf der Welt. Wenn jemand Sie verletzt hat und nicht aufgehalten wird, denken Sie mal darüber nach, wen er in Zukunft verletzen könnte.“ Sie legte die Hände auf die Hüften und schüttelte den Kopf. „Wenn er bereit ist, Ihnen den Arm zu brechen, nur weil Sie nicht mehr mit ihm zusammen sein wollen, was ist er dann bereit, mit dem nächsten Kerl zu tun?“
Mace unterdrückte einen Seufzer und nickte. Er hatte Polizeisendungen im Fernsehen gesehen, in denen Frauen ihren Ehemann nicht verließen oder Anzeige gegen ihn erstatteten. Zu der Zeit hatte er es nicht verstanden. Er hätte jedenfalls nie gedacht, dass er das einmal selbst sein würde.
Mit den Worten der Schwester in den Ohren nickte Mace erneut. „Ja, ich verstehe“, flüsterte er. Sein Gesicht wurde heiß, als ihn die Verlegenheit überkam. „I-ich werde Anzeige erstatten.“
„Gut.“ Schwester Lowman lächelte breit und war sichtlich zufrieden mit seinen Worten. „Also, es gibt keine Angehörigen oder Notfallkontaktpersonen in Ihrer Akte. Ich glaube nicht, dass Sie bei solchen Schmerzen und mit Ihrem Arm in einer Schlinge oder einem Gips nach Hause fahren können. Wen soll ich also für Sie anrufen?“ Sie lächelte ihn strahlend an, den Stift über dem Klemmbrett, das sie in der Hand hielt.
Mace öffnete den Mund, aber es kam kein Laut heraus. Seine Worte steckten in seiner Kehle fest. Wen sollte er nennen? Er hatte niemanden … nicht, seit seine Familie ihn ein paar Jahre zuvor verstoßen hatte, nachdem er sich outete.
Okay, also eigentlich habe ich mich nicht geoutet. Mein Bruder, Parson, hat mich erwischt, wie ich einen anderen Typen in dem verdammten Cottage, das ich gemietet hatte, geküsst habe. Verdammt, dass er sich nicht die Mühe gemacht hat anzuklopfen und einfach mit seinem Schlüssel reingekommen ist.
Leider hatte Mace danach sein Leben in Flammen aufgehen sehen. Na ja, zumindest sein Familienleben. Sein Bruder hatte ihm sofort auf den Hinterkopf geschlagen, ihn abartig genannt und war gegangen. Nicht mal dreißig Minuten später hatte Mace einen Anruf von seinem Vater bekommen, der ihm sagte, er solle ihn nie wieder anrufen und auch seine Geschwister nicht mehr zu kontaktieren.
Mace hatte zumindest ein paar Monate lang gehorcht. Er hatte zu viel Angst gehabt, es nicht zu tun. Sein Vater Rogan hatte ihre Familie immer mit eiserner Faust regiert. Es ging nach ihm, oder gar nicht. Mace und seine beiden Brüder waren immer einen schmalen Grat gegangen. Als Mace schließlich versucht hatte, mit seinem jüngeren Bruder Andre Kontakt aufzunehmen, war es zu spät gewesen. Es war nicht nur die Handynummer seines Bruders geändert worden, er hatte auch die Schule gewechselt. Mace wusste nicht, ob das Andres Entscheidung oder der Einfluss seiner Eltern auf ihn gewesen war. Immerhin war Andre damals noch auf der Highschool gewesen.
„Mister Capston?“
Die Stimme der Krankenschwester lenkte Maces Aufmerksamkeit auf sie. Er schluckte schwer, als er besorgt die Brauen zusammenzog. Er hatte keine Familie, also … Moment, Familie?
„Wren Cleaver“, flüsterte Mace.
Schwester Lowman kritzelte den Namen in ihre Unterlagen, sah dann auf und fragte: „Kennen Sie die Nummer von Mr. Cleaver?“
Mace wollte den Kopf schütteln und sagte dann: „Sie können ihn bei Goldy’s Burgers and Bites erreichen. Er ist der Besitzer, und er ist immer da.“ Nachdem er an seiner Lippe geknabbert hatte, gab er zu. „Wren ist mein Boss.“
Die Schwester hielt beim Schreiben inne. Sie sah zu ihm auf und zog die Brauen zusammen. „Ihr Boss? Haben Sie keine –“
Gereizt und voller Schmerzen schnaubte Mace belustigt und unterbrach sie. „Familie? Habe ich keine Familie? Nein“, schnappte er. Er senkte den Blick auf seinen schmerzenden Arm und spürte, wie seine Wangen rot wurden. „Meine Familie hat mich verstoßen, als sie herausfand, dass ich schwul bin. Meine Mitarbeiter sind jetzt meine Familie.“
Aus den Augenwinkeln sah Mace, wie Schwester Lowmans Lippen zusammengekniffen waren und sie verständnisvoll nickte. „Aha. Ich werde Mister Cleaver anrufen, während wir auf Ihre Röntgenbilder warten.“
„Danke“, flüsterte Mace.
Schwester Lowman tätschelte ihm die Schulter. Es erinnerte ihn an das, was sein Vater zu tun pflegte. Als die Schwester durch die Tür verschwand, dachte Mace an seine Familie. Wenn seine Mutter da gewesen wäre, hätte sie ihn umhegt, ihm ein Kissen für seinen Arm angeboten oder es hinter seinen Rücken geschoben. Zum Teufel, sie hätte ihm wahrscheinlich sogar sein Lieblingseis reingeschmuggelt – Minze mit Schokostückchen.
Jedenfalls wenn sie die Zeit dazu gehabt hätte. Die meiste Zeit arbeitete sie für die Wohltätigkeitsorganisationen seines Vaters, als unterstützende Ehefrau. So eingespannt in seine Pläne, schien es ihr schwer zu fallen, auch die Rolle der Mutter zu erfüllen.
Doch was würde er jetzt nicht für ein bisschen Minz-Eis mit Schokoladenstückchen geben. Die kalte Leckerei ließ jedes Problem kleiner und leichter zu handhaben erscheinen. Seine Vorliebe für Eiscreme war auch der Grund, warum er angefangen hatte, ins Fitnessstudio zu gehen.
Er hatte seine Speckröllchen, überflüssiges Bauchfett, loswerden wollen, damit jemand mit ihm ausging.
Nun, dieser Plan war fehlgeschlagen.
Ich nehme jederzeit lieber Eiscreme als einen psychotischen Freund.
„Wenn ich hier rauskomme, hole ich mir eine Riesenpackung Minz-Eis mit Schokostückchen“, murmelte er.
„Das wäre gar keine so schlechte Idee“, sagte ein Mann, als er den Raum betrat. Der Mann von durchschnittlicher Größe und Körperbau mit mittelbraunen Haaren und Augen – laut seinem Abzeichen ein Arzt – war ziemlich durchschnittlich. Er lächelte Mace an. „Sie können den Behälter nicht nur als Eisbeutel verwenden, sondern es schmeckt auch köstlich.“
Eine Grimasse schneidend, vermutete Mace: „Keine gute Nachricht?“
Der Arzt tätschelte ihm leicht die Schulter und versuchte wahrscheinlich, ihn zu trösten. „Ich fürchte nicht.“
Die nächsten fünfzehn Minuten hörte Mace zu, wie der Arzt die Risse in seinen Knochen beschrieb. Er erklärte, dass er in den nächsten acht Wochen einen Gips tragen musste, der von der Hand bis fast zur Schulter reichte. Dann würde er erneut geröntgt werden, um zu ermitteln, wie die Heilung voranschritt.
Als er Wrens tiefe Stimme im Flur hörte, drehte er den Kopf in diese Richtung. Leider zog das an seiner Schulter, was seinen Arm bewegte, wodurch Schmerz durch ihn strahlte. Grunzend holte er tief Luft.
„Ah, Mace“, brummte Wren, als der große Bär von einem Mann in der Tür erschien und stehen blieb. „Verdammt, Mann. Warum hast du nicht vorher schon um Hilfe gebeten?“
Als Wren ihn anschaute und sein bärtiges Gesicht seine Sorge zeigte, erkannte Mace, dass er tatsächlich noch eine Familie hatte. Er hatte die bestmögliche Art von Familie – Leute, die sich für ihn entschieden, egal, was passierte.
Als Wren übernahm und Pläne machte, ihn mit nach Hause zu nehmen, hatte Mace überhaupt nichts dagegen.
Kort streckte die Arme über den Kopf. Er krümmte den Rücken und spürte, wie seine Muskeln nach einem langen Tagschlaf aufwachten. Als unverpaarter Gargoyle schlief Kort bei Tageslicht in Form einer lebenden Steinstatue. Die Sommertage waren lang, weshalb er jede Minute des Abends schätzte.
Trotzdem nahm sich Kort einen Moment Zeit, um die bunten Streifen zu würdigen, die vom westlichen Horizont ausstrahlten. Er lächelte, die Hände in die Hüften gestemmt, als er hinschaute. Seiner Meinung nach waren es die einfachen Dinge, die das Leben lebenswert machten – Essen, Familie und jeden Tag aufzuwachen mit einer neuen Gelegenheit, seinen Gefährten zu treffen.
