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Bumerangs? Klare Sache. Das sind die Dinger, die in Australien erfunden worden sind. Die Ureinwohner haben sie dort zur Jagd benutzt. Es ist auch klar, wie man mit einem Bumerang jagt. Man wirft ihn, schnell rotierend, in einen Vogel-Schwarm. Dort trifft er einen Vogel, sagen wir, ein Hühnchen. Das - selbe wird augenblicklich getötet. Der Bumerang schneidet sich tief in das Fleisch ein, kehrt also mitsamt dem Hühnchen zum Jäger zurück. Nun ist klar, dass durch die gemeinsame Rotation von Bumerang und Hühnchen eine enorme Luftreibung entsteht, die in Wärme umgewandelt wird. Man kennt das von den Sternschnuppen, die durch die Luftreibung am Himmel verglühen. Also wird das Hühnchen während des Fluges gegrillt und kann anschließend als 'Broiler am Bumerang-Spieß' verspeist werden. Das und vieles mehr sind die unglaublichen Geschichten, die um den Bumerang kreisen. Ein wenig zu der Frage nach Märchen und Wahrheit erfahren Sie in diesem Buch.
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Seitenzahl: 261
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Ruth und Wilhelm Bretfeld gewidmet.
Einleitung
1.1 Vorwort
1.2 Ein ganz normaler Tag
1.3 Zur Benutzung des Buches
1.4 Mögen Sie Pizza?
1.5 Copyright
Bumerangs
2.1 Wunderwerke für den Himmel
2.2 Geschichtliches
2.3 Typen und Formen
Leicht- und Zimmer-Bumerangs
3.1 Abgrenzung zu 'richtigen' Bumerangs
3.2 Eigenschaften
3.3 Einsatzgebiete
3.4 Das Werbegeschenk zum Wegwerfen
3.5 Typen und Formen
Der Rückkehr-Flug des Bumerangs
4.1 Allgemeines
4.2 Der Dynamische Auftrieb
4.3 Die Physik der Bewegungen
4.4 Die Translations-Bewegung
4.5 Die Rotations-Bewegung
4.6 Der Drehimpuls-Erhaltungssatz
4.7 Die Physik des Kreisels
4.8 Das Flugverhalten
4.9 Die Flug-Weite
4.10 Die Flug-Höhe und das Flachlegen
4.11 Geschwindigkeits-Messungen
4.12 Anpassungen
Das Werfen von Bumerangs
5.1 Allgemeine Wurfanleitung
5.2 Kurzanleitungen
5.3 Abwurf-Fehler und deren Korrektur
Das Bauen von Bumerangs
6.1 Allgemeines
6.2 Materialien
6.3 Flug-Weiten
6.4 Werkzeuge
6.5 Das Bauen
6.6 Bumerangs mit flachen Flügeln
6.7 Bumerangs mit profilierten Flügeln
6.8 Verbund-Bumerangs
6.9 Gewichte
Das Konstruieren von Bumerangs
7.1 Allgemeines
7.2 Die Form
7.3 Die Flügel
7.4 Material, Masse und Trägheitsmoment
7.5 Verbund-Bumerangs
7.6 Kuriositäten
7.7 Was mache ich, wenn...?
Das Manipulieren von Bumerangs
8.1 Allgemeines
8.2 Die Auswirkungen von Manipulationen
8.3 Was mache ich, wenn...?
Die Beleuchtung von Bumerangs
9.1 Allgemeines
9.2 Licht und Leucht-Mittel
9.3 Das Masse-Problem
9.4 Wunderkerzen
9.5 Knicklichter
9.6 Leucht-Folien
9.7 LEDs
9.8 Fotos
Aktionen und Einzel-Themen
10.1 Die sportlichen Bumerang-Disziplinen
10.2 Die Deutsche Meisterschaft 1989 in Berlin
10.3 Die Berliner Mauer
10.4 Die Wende-Jahre 1989/1990
10.5 Der Tell-Schuss
10.6 Der Trabbi-Bumerang
10.7 Bumerangs und MRT Kernspin-Tomographie
10.8 Workshops
Solaris - der Universal-Bumerang
11.1 Das Copyright hat die Natur
11.2 Die Idee
11.3 Eigenschaften
11.4 Modell-Gruppen
Bauanleitungen, Modelle
12.1 Allgemeines
12.2 Übersicht nach Materialien
12.3 Übersicht nach Modellen
12.4 Zimmer-Bumerangs
12.5 Leicht-Bumerangs
12.6 Verbund-Bumerangs
Bauanleitungen Zimmer-Bumerangs
13.1 Allgemeines
13.2 Bauen / Material
13.3 Modelle Übersicht
13.4 Solaris
13.5 Libra
13.6 Libra-Mittel
13.7 Libra-Groß
13.8 Helios
13.9 Pizza
13.10 Kreuz
13.11 Drei-Flügel
13.12 Postkarte
13.13 Andromeda
13.14 Männchen
13.15 Kaktus
13.16 Libelle
Bauanleitungen Leicht-Bumerangs
14.1 Allgemeines
14.2 Bauen / Material
14.3 Modelle Übersicht
14.4 Solaris
14.5 Solaris-H
14.6 Libra-Mittel
14.7 Libra-Groß
14.8 Polaris
Bauanleitungen Verbund-Bumerangs
15.1 Allgemeines / die Idee
15.2 Bauen / Material
15.3 Modelle Übersicht
15.4 Solaris-U
15.5 Großer-Ring
15.6 Langer-Ring
15.7 Bierdeckel
Nachwort und Ausblick
Danksagung
Stichwort-Verzeichnis
Abbildungs-Verzeichnis
Tabellen-Verzeichnis
Literatur- und Quellen-Verzeichnis
Bumerangs? Klare Sache. Das sind die Dinger, die in Australien erfunden worden sind. Die Ureinwohner haben sie dort zur Jagd benutzt.
Es ist auch klar, wie man mit einem Bumerang jagt. Man wirft ihn, schnell rotierend, in einen Vogel-Schwarm. Dort trifft er einen Vogel, sagen wir, ein Hühnchen. Dasselbe wird augenblicklich getötet. Der Bumerang schneidet sich tief in das Fleisch ein, kehrt also mit samt dem Hühnchen zum Jäger zurück. Nun ist klar, dass durch die gemeinsame Rotation von Bumerang und Hühnchen eine enorme Luftreibung entsteht, die in Wärme umgewandelt wird. Man kennt das von den Sternschnuppen, die durch die Luftreibung am Himmel verglühen. Also wird das Hühnchen während des Fluges gegrillt und kann anschließend als 'Broiler am Bumerang-Spieß' verspeist werden.
Das und vieles mehr sind die unglaublichen Geschichten, die um den Bumerang kreisen. Ein wenig zu der Frage nach Märchen und Wahrheit erfahren Sie in diesem Buch.
Bumerangs sind eine faszinierende Sache, jeder weiß das, der einmal ein solches Fluggerät hat zum Werfer zurückkommen sehen. Die exakte Rückkehr des Bumerangs ist kein Märchen aus '1001 Nacht', wie einige Leser vielleicht - noch - glauben. Sie ist die Folge mehrerer physikalischer Eigenschaften des Bumerangs.
Ein vielseitiger Sport ist das Bumerang-Werfen allemal. Es erfordert Geschicklichkeit und Gefühl beim Werfen, Reaktionsvermögen beim Fangen des rückkehrenden Bumerangs und oft auch Kondition beim Laufen, um das verirrte Fluggerät zurückzuholen.
Das Bumerang-Werfen ist ein Hobby, eine Freizeit-Beschäftigung, ein Spaß. Ein Spaß an der Physik, ohne es zu wissen, ein Spaß an der sportlichen Betätigung, ein Spaß an dem Unglaublichen, an dem Unverstandenen.
Das Bauen von Bumerangs wird den Heimwerker erfreuen und der Künstler kann das Fluggerät nach Belieben bemalen und verzieren. Selbst bei der Form des Bumerangs sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Drei Flügel, vier Flügel, Bumerangs in Form einer Libelle, eines Kaktus oder eines Männchens sind ebenso möglich wie Bumerangs aus Verbund-Materialien wie einem Bierdeckel mit angeklebten Flügeln.
Die sogenannten 'richtigen' Bumerangs, meistens aus Holz oder Kunststoff von mehreren Millimetern Stärke gefertigt, haben mit einer Masse von deutlich über 30 Gramm Flug-Weiten von 20 Metern und mehr. Mit dem nötigen Sicherheitsabstand brauchen Sie also freie Flächen von mindestens 50 mal 50 Metern, besser mehr. So etwas ist nicht immer leicht zu finden.
Daher sind Leicht- und insbesondere Zimmer-Bumerangs eine gute Alternative, gerade auch für Kinder, Anfänger und alle, die sich als Kinder fühlen und Spaß haben wollen. Diese Bumerangs sind leicht zu werfen, wiegen nur einige Gramm1 und können somit keinen Schaden anrichten. Wegen ihrer kleinen Flug-Weite ab einem Meter brauchen sie nicht viel Platz, es reicht das Kinder-Zimmer. Tun sie nicht, was sie sollen, muss man schlimmstenfalls unter dem Tisch oder hinter dem Schrank suchen, aber nicht auf Bäume klettern, im Gras wühlen oder einen Hundertmeter-Lauf hinlegen. Sie können jederzeit und überall geworfen werden, es stören weder Wind noch Regen. Und: Einen Zimmer-Bumerang zu bauen dauert keine zwei Minuten, Material und Werkzeug finden sich in jedem Haushalt. Richtig gebaut, richtig geworfen, richtiges Zurückkommen. Versuchen Sie es einfach einmal! Hier finden Sie die Anleitungen und Regeln, die Sie beachten sollten.
Auch zum Erlernen des Werfens von 'richtigen' großen Bumerangs sind die Zimmer-Varianten hervorragend geeignet. Die Wurf-Technik ist bei allen Bumerangs gleich, ob für das Zimmer oder für den Außen-Bereich, ob groß oder klein. Der Werfer braucht nur wenig Kraft und kann sich vollständig auf die richtige Wurf-Technik konzentrieren.
Nicht zu unterschätzen ist der Aufmerksamkeits-Effekt, wenn Sie einen Zimmer-Bumerang werfen, wo auch immer. Auf dem Amt wird man sich noch nach Jahren an Sie erinnern, ebenso im Restaurant, wenn Sie den Bumerang um den Kellner herumgeworfen haben und der dann vor Schreck das Tablett hat fallen lassen. Es geht natürlich auch harmloser, z.B. mit einem Zimmer-Bumerang-Turnier während eines Krankenhaus-Aufenthaltes oder auf einem Sommerfest. In jedem Falle ist es immer ein Riesen-Spaß!
Vielleicht denken Sie, Spielen sei nur etwas für Kinder. Das stimmt aber nicht. Ohne den Spieltrieb des Menschen gäbe es keine Erfindungen und keinen Fortschritt. Also bewahren Sie sich in jedem Alter ein wenig vom Spieltrieb, der Neugier und der Unbefangenheit eines Kindes!
Es geht um Bumerangs, um Irrtum und Wahrheit, es geht um dieses Buch. Ich bin in Lübeck mit Eckhard Mawick verabredet, dem Vorsitzenden des Deutschen Bumerang-Clubs, das ist übrigens der größte der Welt. Auch er hat ein Buch2 über Zimmer-Bumerangs geschrieben, allerdings für eine etwas andere Leser-Zielgruppe als ich.
Nach intensiven Diskussionen geht es ab in den Bus nach Berlin. Derselbe hat aber leider eine Panne und wir alle sitzen fest, mitten in der Walachei. Der Busfahrer ist entnervt, die Mitreisenden verbindet eine Mischung aus Hoffnung, Verzweiflung und Ärger.
Da dachte ich mir, prima, toll, eine Super-Konstellation! Ich habe also alle Bumerangs, die man natürlich immer so dabei hat, ausgepackt und vorgeführt. Am Ende hat die halbe Mannschaft Bumerang geworfen, die andere halbe hat interessiert zugeschaut und mir danach viele Fragen dazu gestellt. Schlechte Gedanken hatte jedenfalls niemand mehr. Irgendwann ist dann Hilfe gekommen, die hat aber kaum noch jemanden interessiert. Denn alle waren fasziniert von den Bumerangs.
Ähnliche Erfahrungen habe ich kürzlich über Weihnachten im Krankenhaus gemacht. Dort ist dann nicht viel los, also eher Frust und Langeweile. Da dachte ich mir, prima, ein Zimmer-Bumerang-Turnier für Patienten und Personal ist genau das Richtige. War es auch. Viele haben mitgemacht, alle waren begeistert.
Aussichtlose Situationen sind nicht deshalb aussichtslos, weil sie aussichtslos sind, sondern deshalb, weil wir denken, dass sie aussichtslos seien. Egal, wie beschissen die Situation auch scheinbar sein mag, es gibt immer einen Ausweg. Wir müssen ihn nur erkennen und den Mut haben, ihn zu gehen.
Den Entschluss, dieses Buch zu schreiben, habe ich übrigens im Krankenhaus gefasst, kurz vor der Krebs-OP mit ungewissem Ausgang.
Mein Ziel war es immer, Bumerangs einem großen Publikum nahezubringen. Daher richtet sich das vorliegende Buch im Wesentlichen an Leute wie 'Dich und mich'. Alle vorgestellten Modelle sind ausgiebig getestet und auch vom Anfänger gut zu handhaben.
Teilweise habe ich vielleicht etwas zu viel Physik angesprochen. Ich finde das aber wichtig, um die Dinge zu verstehen. Zum 'Rückkehr-Flug' stelle ich einige neue Ideen vor. Außerdem möchte ich das Thema Bumerang auch Lehrern nahebringen, um es ggf. im Unterricht verwenden zu können. Wer an noch mehr fachspezifischen Informationen interessiert ist, der sei auf meine Website 'www.leicht-bumerangs.de' verwiesen.
Der Allgemeine Teil informiert nicht nur über das richtige Werfen und die Bautechniken, sondern auch über einige interessante Aspekte und Hintergrund-Informationen zum Thema Bumerang. Dazu gehören die Möglichkeiten der Beleuchtung beim Nacht-Werfen ebenso wie publikumswirksame Vorführungen, z.B. der Tell-Schuss, bei dem sich der Werfer mit seinem Bumerang selbst einen Apfel vom Kopf schießt.
Besonders wichtig ist es mir, den Leser nicht nur zum Werfen, sondern auch zum Bauen von Bumerangs anzuregen und ihm dabei einige Tipps zu geben. Es gibt daher fünf recht ausführliche Kapitel zu den Themen 'Rückkehr-Flug', 'Werfen', 'Bauen', 'Konstruieren' und 'Manipulieren' von Bumerangs, die eine Einheit bilden und sich aufeinander beziehen. Teilweise auftretende Wiederholungen bitte ich zu entschuldigen, sie sollen die einzelnen Kapitel auch unabhängig voneinander verständlich machen.
Im Teil mit den Bauanleitungen habe ich zwischen Zimmer-Bumerangs für den Gebrauch im Zimmer und Leicht-Bumerangs für den Gebrauch in Hallen oder im Freien unterschieden. Ein eigenes Kapitel nehmen die Verbund-Bumerangs ein, auch deshalb, weil ich mir diesen neuen Bumerang-Typ erst während des Schreibens des Buches überlegt habe. Er macht vieles möglich, was vorher fast undenkbar erschien. Der kombinierte Einsatz von Spezial-Materialen wie Aluminium oder der Bau eines Bumerangs aus einem Haushaltsgegenstand wie einem Bierdeckel machen den Verbund-Bumerang zu einem Alleskönner, der sich optimal den Wünschen des Werfers und den Gegebenheiten der Umgebung anpasst.
Ich habe versucht, dieses Buch nach bestem Wissen und Gewissen zu schreiben. Ich bin Physiker und Mathematiker, ein sogenannter Wissenschaftler also. Trotzdem gibt es so viele Fehler und Irrtümer, vor denen ich genauso wenig sicher bin wie jeder Kanalarbeiter. Wir sind auch heute der letzten Erkenntnis nicht viel näher als der erste Höhlenmensch. Bleiben Sie bitte immer kritisch, hinterfragen Sie alles, probieren Sie es aus und vertrauen Sie am Ende immer nur Ihrer eigenen Erfahrung, denn nur von ihr wissen Sie wirklich, dass sie stimmt! Und genau genommen wissen Sie nicht einmal das.
Ich wünsche mir, dass Sie Denkanstöße bekommen, die Ihre eigenen Gedanken beflügeln. Ich wünsche mir, dass Sie ungewohnte Ideen, Menschen und Kulturen achten. Ich wünsche mir, dass Sie gegenüber allen Erkenntnissen offen, aber auch kritisch sind, im End-Effekt aber nur sich selbst vertrauen.
Prima, dann bestellen Sie sich am besten gleich eine nach Hause und achten insbesondere auf das Verpackungs-Material. Wenn nicht, auch nicht schlimm, eine Postkarte oder ein Tetra-Pack tun es ebenso gut. Als Werkzeug brauchen Sie nicht mehr als eine Schere und ggfs. einen Büro-Hefter.
Dann bauen Sie sich daraus einen Zimmer-Bumerang, in weniger als 2 Minuten! Die entsprechenden Anleitungen finden Sie in Kapitel 13.
Es ging mir immer darum, den Bumerang-Sport zu fördern und zu verbreiten, dem Publikum die Freude zu vermitteln, wie es sich anfühlt, wenn man etwas wegwirft, das dann zurückkehrt. Alle in diesem Buch vorgestellten Bumerang-Modelle sind meine Kreationen, ich alleine habe alle Rechte daran. Daher kann ich sie freigeben für jede Form der Nutzung, sei es privat oder kommerziell. Es geht mir nicht um den Profit, sondern um den Bumerang-Sport. Mein Verständnis von Forschung und Entwicklung ist es, dass sie dem Nutzen aller dienen sollen, ohne von Lizenz-Rechten behindert zu werden.
Alle hier vorgestellten Bumerang-Modelle sind auf meiner Website 'www.leicht-bumerangs.de' abgelegt und können zur freien Nutzung heruntergeladen werden.
1 Der Korrektheit wegen sei hier auf ein Sprachproblem hingewiesen. 'Gewicht' und 'wiegen' beziehen sich auf die Anziehungs-Kraft der Erde auf einen Körper. Die Einheit der Kraft ist aber das Newton, früher einmal das Pond. Gramm bzw. Kilogramm hingegen sind die Einheiten der Masse. Dass irgendetwas 'so und so viel' Gramm wiegt, ist also streng genommen physikalisch falsch. Es müsste heißen: Die Masse beträgt 'so und so viel' Gramm oder das Gewicht beträgt 'so und so viel' Newton. Trotzdem werde ich diese unschöne Formulierung zuweilen benutzen, da sie allgemein üblich ist und ggfs. sogar verständlicher wirkt. Man bedenke aber die Unkorrektheit.
2 [1] Eckhard Mawick, Zimmer-Bumerangs, Books on Demand, Norderstedt 2013.
Bumerangs sind eine faszinierende Sache, jeder weiß das, der einmal ein solches Fluggerät hat zum Werfer zurückkommen sehen. Die exakte Rückkehr ist kein Märchen aus '1001 Nacht', wie viele unserer Leser vielleicht - noch - glauben. Sie ist die Folge mehrerer physikalischer Eigenschaften des Bumerangs.
Das Bumerang-Werfen ist ein Hobby, eine Freizeit-Beschäftigung, ein Sport, ein Spaß. Ein Spaß an der Physik, ohne es zu wissen, ein Spaß an der sportlichen Betätigung, ein Spaß an dem fast Unglaublichen, an dem vielleicht Unverstandenen.
Es erscheint uns unlogisch, dass ein fortgeworfener Gegenstand zu uns zurückkehrt. Das liegt auch daran, dass die Effekte, die ihn zurückkehren lassen, uns aus dem täglichen Leben nicht so vertraut sind. Es handelt sich einerseits um die Aerodynamik, anderseits um die Kreisel-Physik (Kapitel 4).
Dass ein großes, schweres Transport-Flugzeug plötzlich vom Boden abhebt, ist immer wieder erstaunlich. Wir merken bei unseren üblichen Geschwindigkeiten nicht, wie 'hart' Luft sein kann. Das ist schon anders, wenn Sie auf der Autobahn bei Tempo 150 die Hand aus dem Fenster halten. Bei Tempo 300 würden Sie ohne Spoiler unkontrolliert durch die Luft fliegen.
Auch Dreh-Bewegungen, also z.B. einen Kreisel, können wir nicht so leicht verstehen. Denken Sie an den Brumm-Kreisel aus Ihrer Kindheit, der nicht umfällt, selbst wenn man ihn kräftig anstößt. Werfen Sie eine Münze nach 'Kopf' oder 'Zahl', wissen Sie nicht, wie es ausgeht. Versetzen Sie die Münze beim Abwurf aber in Drehung, fliegt sie stabil in der Luft und sie wissen vorher genau, was herauskommt.
Mehr brauchen Sie nicht zu wissen, um zu verstehen, warum ein Bumerang gar nicht anders kann, als zurückzukehren.
Ein vielseitiger Sport ist das Bumerang-Werfen allemal. Es erfordert Geschicklichkeit und Gefühl beim Werfen, Reaktionsvermögen beim Fangen des rückkehrenden Bumerangs und oft auch Kondition beim Laufen, um das verirrte Fluggerät zu finden.
Das Bauen von Bumerangs wird den Heimwerker erfreuen und der Künstler kann das Fluggerät nach Belieben bemalen und verzieren. Selbst bei der Form des Bumerangs sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Drei Flügel, vier Flügel, Bumerangs in Form einer Libelle, eines Kaktus oder eines Männchens sind genauso möglich wie Bumerangs aus Verbund-Materialien wie einem Bierdeckel mit angeklebten Flügeln.
James Cook landete 1770 in der Botany Bay in Australien. Er brachte den ersten Bumerang nach Europa, ein Riesenteil mit einer Spannweite von 70 cm und einem Gewicht von 300 Gramm. Heute liegt er in einem Museum in Sydney. Es dauerte dann aber noch 60 Jahre, bis sich ab 1830 die ersten Informationen über Bumerangs in Europa verbreiteten. Dass Cook auf Wurfhölzer in Australien stieß, war aber eher ein Zufall. Er hätte sie auch in Nord- oder Südamerika, in Russland oder in Polen (s.u.) finden können. Bumerangs waren schon vor gut 20.000 Jahren auf dem gesamten Erdball verbreitet.
Anfang des 20. Jahrhundert schrieb der Völkerkundler Max Buchner das wohl erste Buch über Bumerangs, 'Das Bumerangwerfen'. Es war die gleiche Zeit, in der die ersten Flugversuche unternommen wurden und sich somit die Aerodynamik als Wissenschaft entwickelte. Damit war die Zeit gekommen, den Bumerang-Flug zu verstehen.
Aus dem Jahre 1949 stammt eine völkerkundliche Dissertation von Johannes Lenoch, Wien, 'Wurfholz und Bumerang', 1975 folgte eine technisch-physikalische Dissertation von Felix Hess, Groningen, 'Boomerangs, Aerodynamics and Motion'. Ein allgemein verständliches Buch schrieb Willi Urban 1966 im Selbstverlag, Leutershausen, 'Geheimnisvoller Bumerang'.
Die australische 'Boomerang Association of Australia' (B.A.A.) wurde 1969 gegründet, in Deutschland entwickele sich der Bumerang-Sport in den 70-ziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Der Deutsche Bumerang Club, übrigens der größte der Welt, wurde 1978 gegründet und richtete 1980 die erste Deutsche Meisterschaft im Bumerang-Werfen aus (Kapitel 10). Im Jahre 2004 gründete sich der erste internationale Dachverband IFBA (International Federation of Boomerang Association), dem viele nationale Bumerang-Clubs, darunter auch der deutsche, angehören.
Wilhelm Bretfeld, der wie kein anderer den deutschen Bumerang-Sport gefördert hat, veröffentlichte im Jahre 1985 sein Buch3 'Das Bumerang-Buch', einen Klassiker, der wohl für alle späteren Bumerang-Bücher Maßstäbe gesetzt hat. Es war auch das erste Buch, das ich zum Thema Bumerang in der Hand hatte und das mich begeistert hat. Auch deshalb habe ich dieses, mein erstes Buch, Wilhelm Bretfeld und seiner Ehefrau Ruth gewidmet.
Der derzeit älteste bekannte Bumerang-Fund stammt aus der Oblazowa-Höhle aus dem Gebiet des heutigen Polen und ist ca. 24.000 Jahre alt. Er besteht aus dem Material eines Mammut-Stoßzahnes. Aber eigentlich beginnt die Geschichte des Bumerangs mit den Wurfhölzern und den Bolas, die seit der Steinzeit, also seit mehreren hunderttausend Jahren, bekannt sind.
Abb. 2.1: Die Bola
Die Bola (Abb. 2.1) ist ein Jagdinstrument, das aus drei zusammen gebundenen Leinen mit jeweils einem Stein am Ende besteht. Sie wird so geworfen, dass sie schnell rotiert und geradeaus dicht über dem Boden fliegt. Trifft sie ein Tier in einer Herde, so winden sich die Leinen um dessen Beine und 'fesseln' es. Der Jäger kann es dann leicht erlegen.
Ähnlich wurden leicht gebogene Wurfhölzer (Abb. 2.2) benutzt, teilweise über einen Meter lang und bis zu zwei Kilogramm schwer. Auch sie wurden schnell rotierend dicht über dem Boden geradeaus geworfen, um einem Tier in der Herde die Beine zu zerbrechen, um es dann erlegen zu können.
Damit die Wurfhölzer möglichst weit fliegen, sollen sie, ähnlich wie ein Frisbee, gerade so viel Auftrieb erzeugen, dass sie sich dicht über dem Boden halten und nicht herunterfallen. Zurückkommen sollen sie jedenfalls nicht.
Abb. 2.2: Verschiedene Wurf-Hölzer
Man nennt diese Wurfhölzer auch 'Kylie' oder 'nicht rückkehrenden Bumerang'. Das hat freilich bis heute zu dem Irrtum geführt, dass der 'rückkehrende Bumerang', wie wir ihn heute kennen, einmal eine Jagd-Waffe war. Das war er niemals. Trotzdem mag 'unser' Bumerang einmal aus dem Wurfholz entstanden sein. Verringert man nämlich dessen Größe und Gewicht, verringert den Winkel zwischen den Flügeln, macht es also 'spitzer' und vergrößert den Auftrieb durch eine stärkere Profilierung, so bekommt es plötzlich die Rückkehr-Eigenschaft. Dieser 'rückkehrende Bumerang' war aber immer das, was er noch heute ist, ein Spiel- und Sport-Gerät.
Auch diese Bumerangs waren niemals auf Australien beschränkt, man findet sie aus ähnlichen Zeiten rund um die Erde. Die Biologen nennen das 'Konvergente Evolution'. Unter ähnlichen Bedingungen entwickeln sich ähnliche Lebens-Formen, ähnliche Anforderungen führen zu ähnlichen Problem-Lösungen und Geräten.
Dieses Foto zeigt eine kleine Auswahl heutiger, rückkehrender Bumerangs.
Abb. 2.3: Verschiedene Bumerangs
Bumerangs lassen sich unter verschiedenen Gesichtspunkten klassifizieren, dazu einige Beispiele.
Nach der Flug-Weite und damit dem Einsatz-Ort (Zimmer, Hallen, Außen-Bereich).
Nach der Anzahl der Flügel (2, 3, 4 und mehr Flügel).
Nach der Form (Kreuz, Ring, Kuriosität wie Kaktus, Winkel zwischen den Flügeln).
Nach der Funktion und damit dem Einsatz-Gebiet (Spiel, Sport, Wettkampf).
Nach dem Material (Holz, Kunststoff, Karton, Sonder-Materialien).
Die Flug-Weite
Die meisten Holz- und Kunststoff-Bumerangs, die es im Handel gibt, fliegen 20 - 40 Meter weit, einige deutlich weiter. Mit dem nötigen Sicherheitsabstand brauchen Sie also freie Flächen von mindestens 50 mal 50 Metern, besser mehr. So etwas ist nicht immer leicht zu finden.
Daher sind Leicht- und insbesondere Zimmer-Bumerangs eine gute Alternative, gerade auch für Kinder, Anfänger und alle, die sich als Kinder fühlen und Spaß haben wollen.
Unter 'Zimmer-Bumerang' verstehe ich einen Bumerang, der nicht weiter als 4 Meter fliegt, unter 'Leicht-Bumerang' einen, der nicht weiter als 10 Meter fliegt.
Die Flug-Weite hängt neben dem Gewicht auch von der Form des Bumerangs und von der Anzahl und Profilierung der Flügel ab. Interessanterweise ist sie aber unabhängig davon, wie groß der Bumerang ist und wie kräftig Sie ihn abwerfen (Kapitel 4).
Die Anzahl der Flügel
Ein Bumerang kann zwei oder auch mehr Flügel bzw. Arme (beide Begriffe werden in der Literatur synonym gebraucht, ich benutze hier stets 'Flügel') haben. Drei oder vier Flügel sind häufig, es können aber auch einmal fünf, sechs oder sogar mehr sein.
Mehr-flüglige Bumerangs sind leichter zu werfen als die Standard-Form mit zwei Flügeln. Sie kehren exakter zurück, haben einen regelmäßigeren Flug und verhalten sich toleranter gegenüber leichten Abwurf-Fehlern (Kapitel 6, 7). Zudem haben sie meistens eine kleinere Flug-Weite.
Leicht- und Zimmer-Bumerangs haben aus verschiedenen Gründen (Kapitel 3) fast immer mehr als 2 Flügel.
Die Form
Unabhängig von der Anzahl der Flügel können Bumerangs die verschiedensten Formen annehmen. Für den Rückkehr-Flug ist es nur wichtig, dass die Flügel einen Auftrieb erzeugen und der Bumerang im Flug rotiert und damit zu einem Kreisel wird.
Bei Mehr-Flüglern ist die Vielfalt besonders groß. Oft sind sie als Kreuz ausgebildet oder als Ring mit Flügeln daran. Man findet aber auch Kuriositäten mit den Formen eines Kaktus, einer Libelle, einer Katze, eines Regenschirmes, und vieles, vieles mehr. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Fast jede Form aus dem Alltag kann zu einem Bumerang gemacht werden.
Bei den Zwei-Flüglern finden sind aber auch durchaus viele kuriose Formen wie beispielsweise eine Möwe, eine Fledermaus oder ein Kleiderbügel.
Darüber hinaus gibt es auch bei den 'normalen', zweiflügligen Bumerangs unzählige Variations-Möglichkeiten, z.B. durch Veränderung des Winkels zwischen den Flügeln oder der Größe der Rundung am sogenannten 'Ellenbogen', wo die beiden Flügel aneinander treffen (V-Form oder U-Form, auch 'Hook' genannt).
Die Funktion
Für jeden Werfer und jede Anwendung gibt es den speziellen Bumerang. Der Anfänger oder ein Kind braucht einen leicht zu werfenden, eher leichten Mehr-Flügler.
Der Sportler wird im Wettkampf für jede Disziplin (Kapitel 10.1) einen anderen Bumerang einsetzen. Ein Weitwurf-Modell sieht völlig anders aus als ein Langzeit-Flieger, der wiederum anders als ein Bumerang für einen möglichst schnellen Flug (Fast Catch).
Das Material
Das klassische Material für einen Bumerang ist das Holz, insbesondere das Sperrholz. Gebräuchlich sind weiterhin Kunststoffe, Karton und viele Sonder-Materialien wie beispielsweise Hartpapier (Pertinax) oder sogar Aluminium (Kapitel 6.2).
Auch hier entscheidet häufig der Anwendungs-Fall über das richtige Material, das entscheidend für das Gewicht des Bumerangs ist. Aber auch Festigkeit, Biegsamkeit, Bearbeitbarkeit oder einfach der Preis können wichtige Kriterien sein.
Schließlich sollten wir auch die Schönheit eines Bumerangs bedenken, der vielleicht nur an der Wand hängen und ab und zu in die Hand genommen werden soll. Ich sage hier nur einmal die Stichworte 'Laminat' oder 'Natur-Holz' ('Natural Elbow', 'Eckhard Mawick').
3 [2] Wilhelm Bretfeld, Das Bumerang-Buch, Franckh'sche Verlagshandlung W. Keller & Co., Stuttgart 1985.
Die sogenannten 'richtigen', schweren Bumerangs (ab 30 g) brauchen einen großen, freien Platz, um sicher geworfen zu werden. Die meisten Holz- und Kunststoff-Bumerangs, die es im Handel gibt, fliegen 20 - 40 Meter weit, einige deutlich weiter. Mit dem nötigen Sicherheitsabstand brauchen Sie also freie Flächen von mindestens 50 mal 50 Metern, besser mehr. So etwas ist nicht immer leicht zu finden.
Daher sind Leicht- und insbesondere Zimmer-Bumerangs eine gute Alternative, gerade auch für Kinder, Anfänger und alle, die sich als Kinder fühlen und Spaß haben wollen.
Unter 'Zimmer-Bumerang' verstehe ich einen Bumerang, der nicht weiter als 4 Meter fliegt, unter 'Leicht-Bumerang' einen, der nicht weiter als 10 Meter fliegt.
Abb. 3.1: Typische Mehr-Flügler
Ein Leicht- oder Zimmer-Bumerang sieht nur selten so aus, wie sich die meisten Menschen einen Bumerang vorstellen. Er sieht eher aus wie ein Propeller mit 3 oder 4 Flügeln (Abb. 3.1) oder hat eine völlig andere Form wie beispielsweise der Kaktusoder der Libellen-Bumerang (Kuriositäten).
Mehr-flüglige, symmetrische Bumerangs sind leichter zu werfen als die Standard-Form mit 2 Flügeln. Sie kehren exakter zurück, haben einen regelmäßigeren Flug und verhalten sich toleranter gegenüber leichten Abwurf-Fehlern. Zudem führen mehr Flügel auch zu einem größeren Gesamt-Auftrieb und damit zu einer kleineren Flug-Weite.
Auch die im allgemeinen dünnen Flügel mit einer Material-Stärke von meistens unter einem Millimeter machen es sinnvoll, die Bumerangs symmetrisch und damit zwingend mehr-flüglig zu bauen. Das erhöht die Stabilität. Ein zwei-flügliger Bumerang mit derart dünnen Flügeln wäre von vornherein nicht formstabil genug und zu 'wabbelig'. Eine Ausnahme ist das Modell 'Andromeda' (Kapitel 13.13), beim dem ein schmaler Steg zwischen den Flügeln diesem Problem entgegenwirkt.
Nach meiner Erfahrung ist für einen Vier-Flügler eher Karton, für einen Drei-Flügler eher Kunststoff geeignet. Für Kuriositäten hat sich ungeschäumtes Polystyrol in den Material-Stärken von 0,5 bis 1,0 mm bewährt.
Die Flügel sind meistens flach, anders als bei den schwereren Holz-Bumerangs. Um trotzdem einen Auftrieb zu erzeugen, so wie bei einem Flugzeug, müssen sie entsprechend gebogen werden.
Durch dieses Verbiegen kann die Flug-Weite nicht nur der Zimmer-Größe angepasst werden, sondern durch Hoch- oder Herunterbiegen auch der Zimmer-Höhe. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Manipulations-Möglichkeiten (Kapitel 8), die das Flugverhalten verändern und sehr schnell und einfach durchgeführt werden können. Auch das ist ein Vorteil von Zimmer-Bumerangs. Dieses Anpassen ist bei großen 'richtigen' Holz-Bumerangs kaum möglich, denn sie sind, wie sie gebaut worden sind.
Leicht- und Zimmer-Bumerangs sind leicht zu werfen, wiegen nur einige Gramm und können somit keinen Schaden anrichten. Wegen ihres kleinen Flugkreises ab einem Meter brauchen sie nicht viel Platz, es reicht das Kinder-Zimmer. Tun sie nicht, was sie sollen, muss man schlimmstenfalls unter dem Tisch oder hinter dem Schrank suchen, aber nicht auf Bäume klettern, im Gras wühlen oder einen Hundertmeter-Lauf hinlegen. Sie können jederzeit und überall geworfen werden, es stören weder Wind noch Regen. Einen Leicht-Bumerang zu bauen, dauert keine zwei Minuten, Material und Werkzeug finden sich in jedem Haushalt. Richtig gebaut, richtig geworfen, richtiges Zurückkommen. Versuchen Sie es einfach einmal! In diesem Buch finden Sie die Anleitungen und Regeln, die Sie beachten sollten (Kapitel 6, 7).
Auch zum Erlernen des Werfens von 'richtigen', großen Bumerangs sind die Zimmer-Varianten hervorragend geeignet. Die Wurf-Technik ist bei allen Bumerangs gleich, ob für das Zimmer oder für den Außen-Bereich, ob groß oder klein. Der Werfer braucht bei Zimmer-Bumerangs nur wenig Kraft und kann sich vollständig auf die richtige Wurf-Technik konzentrieren.
Nicht zu unterschätzen ist der Aufmerksamkeits-Effekt, wenn Sie einen Zimmer-Bumerang werfen, wo auch immer. Auf dem Amt wird man sich noch nach Jahren an Sie erinnern, ebenso im Restaurant, wenn Sie den Bumerang um den Kellner herumgeworfen haben und der dann vor Schreck das Tablett hat fallen lassen. Es geht natürlich auch harmloser, z.B. mit einem Zimmer-Bumerang-Turnier während eines Krankenhaus-Aufenthaltes oder auf einem Sommerfest. In jedem Falle ist es immer ein Riesen-Spaß!
Wer gerade krank ist, im Bett liegt oder gar an einen Rollstuhl gefesselt ist, für den kann ein Zimmer-Bumerang eine gute Abwechslung bieten.
Aufgrund des geringen Gewichtes sind diese Bumerangs sehr windempfindlich. Trotzdem können sie bei Windstille oder im Falle von Leicht-Bumerangs bei sehr schwachem Wind auch im Außen-Bereich benutzt werden.
Das Bauen von Bumerangs wird den Heimwerker erfreuen und der Künstler kann das Fluggerät nach Belieben bemalen und verzieren. Selbst bei der Form des Bumerangs sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Drei Flügel, vier Flügel, Bumerangs in Form einer Libelle, eines Kaktus oder eines Männchens sind genauso möglich wie Bumerangs aus Verbund-Materialien wie einem Bierdeckel mit angeklebten Flügeln.
Hier einige Einsatzgebiete von Leicht- und Zimmer-Bumerangs.
Einfach der Spaß am Bauen und Werfen.
Erlernen der richtigen Wurf-Technik auch für 'richtige' Bumerangs.
Ein interessanter Werbe-Artikel.
Ein physikalisches Lehrmittel für alle Arten von Schulen.
Ein beliebter Artikel für Workshops, z.B. auf Volksfesten.
Zu einigen dieser Punkte möchte ich etwas mehr sagen.
Ein interessanter Werbe-Artikel
Ein Bumerang mit profilierten Flügeln ist als Werbe-Artikel kaum verwendbar, da die Massen-Produktion teuer ist und das Bedrucken ein Problem darstellt. Das habe ich mit meinem ersten Werbe-Bumerang (Abb. 3.2) am eigenen Leib erfahren, an den 100 Bumerangs habe ich zwei Wochen lang gearbeitet. Bei den Zimmer-Bumerangs mit ihren flachen Flügeln ist das aber völlig anders. Große Auflagen sind im preisgünstigen Bandstahl-Schnitt-Verfahren leicht zu produzieren und im Falle von Karton im Offset-Druck-Verfahren ebenso preisgünstig zu bedrucken. Das Bedrucken von Kunststoff wie Polystyrol ist leider etwas aufwendiger, es bieten sich der klassische Siebdruck und der inzwischen auch für Kleinstauflagen halbwegs kostengünstige Digital-Direkt-Druck an. Trotzdem machen Werbe-Bumerangs schon wegen der Stanz-Vorlauf-Kosten von mehreren hundert Euro erst ab Stückzahlen ab mindestens 5.000 einen Sinn. Eine Alternative ist es, auf die Stanzung zu verzichten und den Bumerang zum Selbst-Ausschneiden anzubieten, wie ich das im Falle des Postkarten-Bumerangs (Kapitel 13.12) getan habe.
Anders ist es bei 'privaten' Werbe-Bumerangs in Kleinst-Auflagen, die individuell per Hand beschriftet und bemalt werden können. Sie sind bei Anlässen wie Firmenoder Familien-Feiern, bei Sommerfesten oder auf Jahrmärkten ein Werbe-Artikel, der auffällt und lange in Erinnerung bleibt. Dazu tragen auch die vielen Wortspiele bei, die man mit dem Begriff 'Bumerang' machen kann, beispielsweise 'Wir kommen auf Sie zurück'.
Ein physikalisches Lehrmittel
Ich habe Bumerangs schon sehr oft im Physik-Unterricht und in Vorlesungen eingesetzt, sie sind immer auf anfängliche Verwunderung und anschließend auf großes Interesse gestoßen. Alles zum Thema 'Statik und Kinetik starrer Körper' (Drehmoment, Trägheitsmoment, Drehimpuls, Kreisel-Physik, etc.) lässt sich mit ihnen spielerisch und damit nachhaltig demonstrieren.
Aufgrund des dynamischen Auftriebs ihrer Flügel lassen sich zum Bereich 'Mechanik der Flüssigkeiten und Gase' (Aerodynamik, Flugphysik, etc.) viele Parallelen finden.
Ein beliebter Artikel für Workshops
Bumerang-Workshops bei Kinder- oder Sommer-Festen sind immer etwas Besonderes, an das sich alle Beteiligten gerne zurückerinnern. Für viele ist es der erste Kontakt mit Bumerangs, der zu Verwunderung und Begeisterung führt. Das Bemalen stellt oft eine besondere Herausforderung dar, die gerne angenommen wird. Vorführungen und kleinere Turniere bringen den Menschen den Bumerang näher, erste Erfolge beim Werfen haben den Wunsch zur Folge, sich intensiver mit diesem Spiel- und Sportgerät zu beschäftigen.
Entsprechende Exposees zur Durchführung von Workshops finden sich auf meiner Website 'www.leicht-bumerangs.de' und können zur freien Nutzung heruntergeladen werden.
Hier die Geschichte, wie ich zum Bumerang-Sport gekommen bin. Zwar hatte ich schon als Kind zusammen mit meinem Großvater Bumerangs geworfen und mich mit wenig Erfolg auch an Zimmer-Bumerangs versucht. Das war in Berlin-Pankow, also in Ost-Berlin, obwohl ich eigentlich in West-Berlin gewohnt hatte. Dieser Umstand wird 30 Jahre später noch einmal sehr wichtig werden (Kapitel 10). Ich war auf der Suche nach einem witzigen Werbegeschenk für die Kunden meiner kleinen Elektronik-Firma.
Abb. 3.2: Werbe-Bumerang
Das meiste, was man so an Unnützem als Werbegeschenk bekommt, ist ja eher etwas zum Wegwerfen. Na gut, dachte ich mir, also gab es dann von mir zu Weihnachten 1987 einen Bumerang mit der Aufschrift 'Ein Werbegeschenk zum Wegwerfen, doch Vorsicht, es kommt zurück...' (Abb. 3.2
