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Wir haben einen neuen Papst! Leo XIV. heißt mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost und stammt aus Boston – er ist somit der erste US-amerikanische Papst in der Geschichte des Heiligen Stuhls. Was bislang jedoch die wenigsten über ihn gehört haben dürften, ist zum Beispiel, dass der neue Bischof von Rom gerne gemeinsam mit seinem Bruder das Online-Buchstabenspiel Wordle spielt, dass er als kleiner Junge das Bügelbrett seiner Mutter verwendete, um die Messe zu inszenieren, oder dass er auf WhatsApp mit einer älteren Dame aus Nordrhein-Westfalen schreibt. Dieses Kleinod lädt herzlich dazu ein, den Hoffnungsträger auf dem Stuhl Petri in vielen charmanten Anekdoten näher kennenzulernen.
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Seitenzahl: 68
Veröffentlichungsjahr: 2025
Felicia Englmann
Leo XIV.
Kleine Anekdoten aus dem Leben des Papstes
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Originalausgabe
1. Auflage 2025
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Redaktion: Peter Peschke
Umschlaggestaltung: Sonja Stiefel
Umschlagabbildung: picture alliance / NurPhoto | Massimo Valicchia
Satz: Christiane Schuster | www.kapazunder.de
eBook: ePUBoo.com
ISBN Print 978-3-7423-2969-1
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-7453-2703-8
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Am 8. Mai 2025 wird zum ersten Mal in der Geschichte des Heiligen Stuhls ein US-Amerikaner ins Amt des Papstes gewählt: Robert »Bob« Francis Prevost, das neue Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, gibt sich den Namen Leo XIV. und begrüßt die Welt an diesem Donnerstagabend in italienischer Sprache mit den Worten: »Der Friede sei mit euch allen!«
Robert erblickt am 14. September 1955 in Chicago das Licht der Welt und wächst mit zwei älteren Brüdern, Louis Martín und John Joseph, in einem Vorort der Industriestadt auf. Sein Vater Louis Marius arbeitet zunächst als Lehrer, später als Schulleiter und Schulrat, die Mutter Mildred ist Bibliothekarin.
Der Lebensweg des jüngsten Sohnes führt schon früh in eine geistliche Laufbahn. Nach der Grundschule besucht Robert ein Internat des Augustinerordens in Holland, Michigan, wo er 1973 seinen Schulabschluss macht, um anschließend zunächst Mathematik und Philosophie an der Villanova University der Augustiner in Pennsylvania zu studieren. 1977 tritt er als Novize in den Augustinerorden ein und legt am 2. September 1978 sein erstes Gelübde, die Profess, ab. Im Rahmen seiner geistlichen Ausbildung während des Noviziats studiert er katholische Theologie und Kirchenrecht. 1981 legt er sein ewiges Ordensgelübde ab. 1982 schließt Bruder Robert sein Theologiestudium in Chicago mit dem Master ab und wird am 19. Juni 1982 in Rom zum Priester geweiht. Dort beginnt er an der Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin ein Promotionsstudium in Kirchenrecht. 1987 wird er für seine Arbeit über die Rolle des Priors im Augustinerorden promoviert. Noch während der Promotionsphase geht er von 1985 bis 1986 als Missionar nach Peru, ein Land, das ihn damals schon fasziniert und dem er sich auch heute noch verbunden fühlt.
Es folgen Verwendungen in verschiedenen Ordensfunktionen in den USA und immer wieder im Norden Perus. Von 2001 bis 2013 ist Robert Prevost Generalprior des Augustinerordens, die Brüder wählen ihn zweimal in Folge zum »Chef« des internationalen Ordens. Er besucht in dieser Zeit fast alle Augustinerklöster und augustinischen Niederlassungen der Welt.
Papst Franziskus ernennt Pater Robert Prevost am 3. November 2014 zum Apostolischen Administrator des Bistums Chiclayo in Peru, die Weihe zum Titularbischof folgt am 12. Dezember desselben Jahres. 2015 wird Robert Prevost Bischof von Chiclayo. Papst Franziskus holt ihn 2019 in die römische Kongregation für den Klerus, ein Jahr später dann in die Kongregation der Bischöfe und führt ihn so in den engeren Zirkel der römischen Kurie ein.
Ab seiner Ernennung zum Erzbischof am 30. Januar 2023 wirkt Robert Prevost im Vatikan und wird im September desselben Jahres als Kardinaldiakon ins Kardinalskollegium aufgenommen. Am 6. Februar 2025 – weniger als zwei Monate vor seiner Wahl zum Papst – wird er Kardinalbischof des Bistums Albano. Kardinal Prevost ist während seiner vatikanischen Laufbahn in mehreren kirchlichen Behörden, sogenannten Dikasterien, tätig. Seit 2023 leitet er das Dikasterium für die Bischöfe und ist Präsident der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika. Bei seiner Wahl zum Papst am 8. Mai 2025 ist er 69 Jahre alt. Er ist nicht nur der erste Papst aus der sogenannten Babyboomer-Generation, also der geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge, sondern auch der erste Augustiner auf dem Heiligen Stuhl und – wie eingangs erwähnt – der erste Papst, der in den USA geboren wurde.
Robert Prevost, der jüngste von drei Brüdern, wächst in einer katholischen Familie im Chicagoer Vorort Dolton auf. Die Familie geht jeden Sonntag um 9:15 Uhr zum Gottesdienst. Kinder spielen oft nach, was sie erleben. Ein Spiel des Knirpses Robert ist seinen Brüdern John und Louis besonders in Erinnerung geblieben: Mit Mutters Bügelbrett, das als Altar dient, und runden Waffelkeksen als Hostien spielt er die Messe nach. Auch faltet er beim Beten nicht die Hände, sondern hält sie immer wie ein Pfarrer mit den Handflächen zum Himmel. Die Brüder ziehen Robert damit gerne ein wenig auf. Eine Nachbarin soll dem Kleinen auf den Kopf zu gesagt haben: »Du wirst bestimmt mal Papst!« Ansonsten sind die Lieblingsspiele des Jungen aber recht gewöhnlich: Fangen, Risiko und Monopoly.
Mildred Prevost, die Mutter dreier Söhne, ist alles andere als ein Hausmütterchen. Sie heiratet den um acht Jahre jüngeren Lehrer Louis Prevost erst mit Mitte 30 und bringt die drei Söhne innerhalb weniger Jahre zur Welt. In den Jahren vor der Familiengründung hat Mildred Agnes Martinez einen Master in Bibliothekswissenschaften an der DePaul-Universität erworben, wo sie unter anderem ein Seminar mit dem Titel »Die katholische Frau im Berufsleben« belegt. Schon früh ist sie außerdem ein engagiertes Mitglied ihrer Kirchengemeinde. Ihr mittlerer Sohn John sagt später einmal über seine Mutter: »Womöglich wollte sie Lehrerin werden, hat sich dann aber doch für die Familie entschieden.« Trotz ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter lässt sie es sich nicht nehmen, weiterhin als Bibliothekarin zu arbeiten. Papst Leo XIV. hat mit seinen Vorgängern Franziskus, Benedikt XVI. und Johannes Paul II. gemein, dass ihre Mütter arbeiten gingen und ihren Kindern den Wert von Bildung und Eigenständigkeit vorlebten.
Die Prevost-Brüder Louis Martín, John Joseph und Robert Francis essen, wie die meisten US-amerikanischen Jungs, in ihrer Kindheit den einen oder anderen Hotdog. Bruder Louis erinnert sich, dass »Klein Robert« seinen Hotdog am liebsten in der typisch Chicagoer Zubereitung mochte: in einem weichen Mohnbrötchen, mit Zwiebeln und einem Gurkenrelish oder einer Essiggurke, mit Senf oder noch weiteren Toppings wie Tomaten. »Einmal quer durch den Garten« nennen Amerikaner diese Hotdog-Zubereitung. Als Robert zum Papst gewählt wird, gratuliert der Hotdog-Imbiss »J.J. Sausage Maxwell Street« aus dem Viertel, in dem die Prevost-Brüder aufgewachsen sind, mit einem Plakat vor der Ladentür, das das Konterfei des neuen Kirchenoberhauptes zeigt.
Mutter Mildred spielt in ihrer Freizeit gern Theater und ist auch als gute Sängerin bekannt. Besonders gelobt wird ihre Darbietung von »Ave Maria«; ein schwer zu singendes Konzertlied von Franz Schubert. »Das Stück war ihr Markenzeichen«, so Mildreds Ältester, Louis, »das konnte sie aus voller Kehle raushauen.« Die Söhne singen ebenfalls im Kirchenchor. Auch nach seiner Wahl zum Papst zeigt sich R
