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Es war einmal vor langer, sehr langer Zeit, da lebte ein so wunderschönes Mädchen im Zauberwelt, das auf den Namen Ludmilla hörte. Jeder im Dorf und im Zauberwald kannte sie und sie war bei den Leuten dafür bekannt, dass sie stets ein breites Grinsen im Gesicht hatte und das sie jedem half, der Hilfe benötigte. Doch so viel Frohsinn und Schönheit zog auch Neider an, allen voran Ludmillas Mutter, die gefürchtete Kräuterhexe Moira Grace, tat sich schwer mit dem Gedanken, eine solch hübsche Tochter zu haben, wo es ihr doch in der Seele brannte, wann immer sie einen Blick in den Spiegel warf. Ja, Moira Grace war eine Hexe, wie sie im Buche stand. Sie hatte kein schönes Antlitz, auf dem der Blick eines Bewohners des Dorfers gern länger verweilen würde als nötig, da Moira Grace auch hinterhergesagt wurde, dass sie die Leute mit ihrem bösen Blick verzauberte. Und so kam, was kommen musste, dass Moira Grace eines schönen Tages einen Zauber aussprach, als sie über ihre Tochter in Wut geriet. Und da jeder Zauber, den eine Hexe ausspricht, zu einem selbst zurückkommt – so will es schließlich das magische Gesetz – veränderte sich auch das Aussehen der alten Hexe sehr zu ihrem Nachteil ... Was als Theaterstück für Mittelaltermärkte geplant war und derzeit realisiert wird, kommt jetzt auch als E-Book samt Drehbuch des Theaterstücks auf den Markt. Das 84-seitige Buch erzählt die Geschichte von Ludmilla und dem Zauberdrachen Spellbound und wie Ludmilla am Ende der Geschichte dennoch gut lachen hat, obwohl sie von ihrer Mutter verzaubert worden war.
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Seitenzahl: 81
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Impressum
Ludmilla, die verzauberte Tochter
Wie das Ei(ne) zum anderen führte
Der erste von drei Wünschen
Der zweite von drei Wünschen
Der letzte von drei Wünschen
DAS DREHBUCH
Marvin Faraday
Emily Tabitha Frost
Ludmilla & Spellbound
Das schaurig schöne
Leben im Zauberwald
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Copyright © 2023 WickedWorld.de
Publishing Rights © 2023 Marvin Faraday & Emily Tabitha Frost
Als Paperback, E-Book und Hörbuch erhältlich.
Paperback & E-Book Erstellung: www.AutorenServices.de
Verantwortlich für das Cover: © Pascal Wagenknecht
Alle Rechte vorbehalten.
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Hinter der Stadtmauer 9/11
34346 Hann. Münden
GERMANY
Es war einmal vor langer, sehr langer Zeit, da lebte ein so wunderschönes Mädchen im Zauberwald, das auf den Namen Ludmilla hörte. Jeder im Dorf und im Zauberwald kannte sie und sie war bei den Leuten dafür bekannt, dass sie stets ein breites Grinsen im Gesicht hatte und das sie jedem half, der Hilfe benötigte. Doch so viel Frohsinn und Schönheit zog auch Neider an, allen voran Ludmillas Mutter, die gefürchtete Kräuterhexe Moira Grace, tat sich schwer mit dem Gedanken, eine solch hübsche Tochter zu haben, wo es ihr doch in der Seele brannte, wann immer sie einen Blick in den Spiegel warf.
Ja, Moira Grace war eine Hexe, wie sie im Buche stand. Sie hatte kein schönes Antlitz, auf dem der Blick eines Bewohners des Dorfes gern länger verweilen würde als nötig, da Moira Grace auch hinterhergesagt wurde, dass sie die Leute mit ihrem bösen Blick verzauberte. Und so kam, was kommen musste, dass Moira Grace eines schönen Tages einen Zauber aussprach, als sie über ihre Tochter in Wut geriet. Und da jeder Zauber, den eine Hexe ausspricht, zu einem selbst zurückkommt – so will es schließlich das magische Gesetz – veränderte sich auch das Aussehen der alten Hexe sehr zu ihrem Nachteil.
Seitdem sie den Fluch über Ludmilla ausgesprochen hatte, fortan nicht mehr das schönste Mädchen im Dorf zu sein, wuchs ihr eine gar grässlich anzusehende Warze auf der Nase und ihre einst pechschwarzen Haare ergrauten ihr über Nacht. Doch das war nichts im Vergleich zu dem Wandel, den Ludmilla vollzog. Mit der knolligen Kartoffelnase, die statt ihrer kleinen Stupsnase jetzt ihr Gesicht zierte, könnte Ludmilla ja noch leben, doch das viel größere Übel waren ihre Ohren, die einfach nicht aufhören wollten zu wachsen. Ganze drei Tage und drei Nächte wuchsen sie zu stattlichen Feenohren heran, bis sie sich nicht mehr traute, in den Spiegel zu sehen, da sie glaubte, dass die Ohren ihr eines schönen Tages über die Schultern hinaus wachsen würden.
Seither war Ludmilla nicht mehr als das schönste Mädchen im Dorf bekannt. Ganz im Gegenteil. Die Leute amüsierten sich auf ihre Kosten und rissen derbe Witze, dass sie wohl von den magischen Geschöpfen im Zauberwald abstammen würde … Und doch wollten ihr keine Flügel wachsen, um eine vollwertige Fee zu werden, denn dann hätte sie sich nicht länger dem Hohn und Spott aussetzen müssen, keine perfekte Fee zu sein. Aber um diese Geschichte geht es hier nur am Rande, denn Ludmilla schien das Glück nach wie vor hold zu sein, als sie mal wieder allein in den Zauberwald lief, um ihrer Großmutter einen Korb mit Essen zu bringen, die seit Tagen das Bett hüten musste …
Nun war es schon einige Zeit her, dass Ludmilla dem törichten Troll Balthazar begegnet war. Und was war das nicht für ein spannendes und aufregendes Abenteuer gewesen, einem waschechten Troll zu begegnen. Doch Ludmillas Leben hatte sich seit dieser Begegnung stark verändert. Zwar lebte sie noch immer bei ihrer Mutter, der gefürchteten Kräuterhexe Moira Grace, in dem riesigen, verschrobenen Hexenhaus am Rande des kleinen Dorfes nahe des Zauberwaldes, doch zeigen wollte sie sich jetzt nur noch im Zwielicht, wenn die Sonne schon über dem Horizont verschwunden war.
Moira Grace scherrte sich nicht um diese Marotten, da sie davon wusste, dass ihre Tochter ein seltsames Eigenleben zu führen begonnen hatte, nachdem der Zauber sie derart entstellt hatte. Allerdings glaubte Moira Grace, dass es wohl bald um ihre Tochter Ludmilla geschehen sei, da sie nur noch selten unter die Leute ging, um nicht verspottet oder gar bespuckt zu werden.
Und nie im Traum käme es Moira Grace in den Sinn, an dem Zauber etwas zu ändern oder ihn gar in etwas Gutes zu verwandeln, oder warum das so war, warum Ludmilla seit der folgenschweren Begegnung mit dem Troll Balthazar nun andere Dinge zum Fressen bevorzugte. Früher hatte Ludmilla oft im Haushalt geholfen oder einen Kuchen gebacken, um ihn voller Stolz ihrer Mutter zu präsentieren, aber davon ließ sie nun gänzlich ab, was wohl daran lag, dass sie Kuchen nicht mehr zum Fressen gern hatte. Stattdessen saugte Ludmilla nun lieber den Nektar von Blumen, da eine Fee andere Dinge bevorzugte, um sich zu ernähren. Und ihr Heißhunger war oft so unersättlich, dass sie erst kurz vor Morgengrauen wieder zurück in ihr kleines Refugium kam, dass sie sich auf dem Speicher des großen Hexenhauses geschaffen hatte. Hier oben würde sie niemand stören. Hier oben würde sie niemand suchen. Und hier oben wäre sie sicher, bis die Sonne untergegangen war, da sie längst die Nacht zum Tage gemacht hatte, um den Leuten nicht über den Weg zu laufen und ihre gehässigen Witze über ihre Ohren zu hören.
Früher liebte sie es, im Garten herumzutollen oder auf Entdeckungstour zu gehen, doch die Begegnung mit dem Troll Balthazar vor ein paar Wochen hatte ihr Leben aus den Angeln gehoben. Nichts war mehr wie zuvor. Sie hatte sich auf etwas eingelassen, von dem es kein Zurück mehr gab – dass wusste sie.
Einmal eine Feengestalt, wenn auch noch nicht komplett verwandelt, musste sie nun das Tageslicht scheuen und ein Leben in ewigem Zwielicht fristen – in der schützenden Dunkelheit der Nacht. Doch dieses Leben fing gerade erst an, ihr zu gefallen. Oft besuchte sie Peter, ein ebenfalls verwunschenes Kind aus dem Dorf, der in den Nächten am Brunnen stand, um auf sein Glück zu setzen, dass er sich mithilfe einer Münze in einen richtigen Jungen zurückverwandeln würde, doch jetzt hatte er schon so viele Münzen in den Brunnen geworfen und doch wollte sich der Zauber nicht einstellen, dass er zurück zu seiner Familie gehen konnte. Und manchmal begegnete sie dort auch wieder dem alten Papa Troll, mit dem sie an Halloween die Friedhöfe besucht hatte – bevor es um sie geschehen war, und sie zu einer Feengestalt wurde – einem Geschöpf der Nacht. Inzwischen war das meiste Laub von den Bäumen gefallen und der Winter stand vor der Tür. Die Nächte waren nun länger und die Tage kürzer. Doch die Eiseskälte konnte Ludmilla nichts mehr anhaben.
„Geschöpfe der Nacht spüren keinen Schmerz“, hatte ihr Balthazar damals mit auf den Weg gegeben; und obschon sie sich ein Leben mit ihm vorzustellen vermochte – in trauter Zweisamkeit mit ihm im Zauberwald zu leben – war es nie dazu gekommen, dass sie und er ein Paar wurden. Dafür war die List viel zu groß gewesen, mit der er versucht hatte, sie für ein Leben im Zauberwald zu gewinnen. Reingelegt hatte er sie, nichts weiter! Falsche Versprechungen hatte er ihr gemacht. Und jetzt hatte sie das Nachsehen, das sie weder im Dorf noch im Zauberwald willkommen war, da sie weder Mensch noch echte Fee war.
In ihrem kleinen Refugium auf dem Speicher des Hauses hatte sie sich ein regelrechtes Nest gebaut, da sie in der Hoffnung war, doch noch einmal Kinder zu bekommen. Doch der Kinderwunsch blieb ihr auch in diesem Jahr verwehrt. Und Ludmilla haderte mit sich, ob es überhaupt klug war, Kinder in eine Welt zu setzen, die niemals das Sonnenlicht sehen dürften, ohne Gefahr zu laufen, von ihr verbrannt zu werden. Denn wenn sie Kinder bekäme, wären auch sie Kinder der Nacht; wären auch sie magische Geschöpfe. Daran bestand nicht der geringste Zweifel! Und Ludmilla wünschte sich Gesellschaft, da sich die Wege ihrer Mutter und ihrer eigenen nur noch selten kreuzten.
Auch Mäuse, die sie jetzt ab und an fraß, ließen sich in dieser kalten Jahreszeit kaum mehr fangen, und so musste Ludmilla mit dem vorlieb nehmen, was sie auf ihren Streifzügen durch die Nacht fand. Obwohl es gegen jede Regel des Zauberwaldes verstieß, sich von etwas anderem als Blütennektar zu ernähren, hatte Ludmilla ihre Leidenschaft, Vogeleier zu plündern, um sie auszusaugen, nicht ablegen können. Zwar waren die meisten Vögel schon gen Süden unterwegs, doch einige heimische Vögel waren noch im Garten. Wenn sie schon keine Maus zu fassen bekam, wollte sie stattdessen einen Vogel fangen oder ein Ei finden, das von der letzten Brut übrig geblieben war.
Hinter dem großen Haus der alten Hexe Moira Grace stand eine mächtige Eiche, auf die sie schon oft hinaufgeklettert war. Als sie noch jünger gewesen war, hatte sie nicht einmal nach unten klettern können, und Moira Grace hatte erst die Feuerwehr rufen müssen, um sie zu retten. Doch inzwischen war Ludmilla eine ausgezeichnete Kletterin. Sie liebte die mächtige Eiche in ihrem Garten, und dort nisteten im Frühjahr Hunderte Amseln, Drosseln, Finke und Starre. Und jetzt? Würde sie vielleicht auf ein verlassenes Nest stoßen, in dem noch ein Ei lag?
Ein Versuch war es allemal wert.
Ludmilla kletterte den Baum hinauf.
