Lustlinien Coburg–Lichtenfels - Michael Dineiger - E-Book

Lustlinien Coburg–Lichtenfels E-Book

Michael Dineiger

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Beschreibung

Lustlinien Coburg–Lichtenfels Ein erotisches Abenteuer zwischen Leidenschaft, Gefahr und Liebe Zwei Krankenschwestern aus Coburg und Lichtenfels begegnen sich zufällig auf einem Seminar – und entdecken sofort, dass sie dieselben geheimen Sehnsüchte teilen. Was als prickelnde Anziehung beginnt, wächst sich zu einem Strudel aus hemmungsloser Lust, riskanten Affären und gefährlichen Abenteuern aus. Sie verführen Ärzte, Pfleger und sogar Prominente, geben sich der Leidenschaft an öffentlichen Orten hin und geraten dabei immer tiefer in ein Spiel aus Macht, Lust und Gefahr. Zwischen Klinikalltag, heißen Nächten in Berlin, rauschhaften Exzessen in Prag und gefährlichen Begegnungen in Wien verschwimmen Grenzen von Körper, Herz und Moral. Doch je intensiver ihre Leidenschaft brennt, desto klarer wird: Diese Lust hat ihren Preis. Denn irgendwann stellt sich die alles entscheidende Frage – führt unstillbare Begierde zur Freiheit … oder in den Abgrund? Heiß, hemmungslos, voller Leidenschaft und doch mit einer berührenden Liebesgeschichte: Lustlinien Coburg–Lichtenfels ist ein epischer Erotikroman in 250 Kapiteln, der keine Tabus kennt und dich von der ersten Seite an fesseln wird. Perfekt für alle, die prickelnde Sinnlichkeit, erotische Spannung und große Gefühle lieben.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 151

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Michael Dineiger

Lustlinien Coburg–Lichtenfels

Ein erotisches Abenteuer zwischen Leidenschaft, Gefahr und Liebe

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

📜 Vorwort

Band 1

Band 2

Band 3

Band 4

Schlusswort

Impressum neobooks

Vorwort

Dieses Buch entführt dich in die geheimen Gänge zweier Kliniken – hinter die Kulissen der Sana-Kliniken Coburg und Lichtenfels. Dort, wo täglich Leben gerettet werden, erwacht eine ganz andere Energie – ungezähmte Lust, heimliches Verlangen, gefährliche Affären.

Zwei Krankenschwestern, scheinbar gewöhnlich, werden durch ein zufälliges Seminar in ein erotisches Abenteuer gezogen, das keine Regeln kennt. Was als prickelnder Flirt beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Sog aus Leidenschaft, Hingabe und grenzenloser Lust. Es ist eine Geschichte über Sehnsüchte, körperliche Ekstase und die Frage, was Liebe inmitten sexueller Obsession eigentlich bedeutet.

Dies ist kein Roman für prüde Seelen. Die Szenen sind detailliert, sinnlich und manchmal schockierend offen. Es geht um Tabubrüche, um Öffentlichkeit, Macht und Verführung – aber auch um Freundschaft, Verlust und die Suche nach echtem Gefühl.

Tritt ein in eine Welt, in der die Lust regiert und jeder Kittel fällt.

Band 1

Erste Begegnung – wenn Blicke zu Fesseln werden
Das Seminarraumlicht flackerte schwach, als Anna ihre Tasche auf den Tisch legte. Sie war nervös – nicht wegen des Seminars über Pflege-Qualitätsmanagement, sondern wegen der Gerüchte, die sie über die Kolleginnen aus Lichtenfels gehört hatte. Besonders eine: Lea. Leidenschaftlich, dominant, offen – eine Frau, die keine Tabus kannte. Anna konnte sich ein Kichern nicht verkneifen, als sie sich an eine Erzählung über eine durchvögelte Bereitschaftsnacht erinnerte.
Und dann kam Lea tatsächlich in den Raum – schwarze, eng geschnittene Stoffhose, eine weiße Bluse, leicht geöffnet. Ihre kastanienbraunen Haare fielen wie absichtlich unordentlich über ihre Schulter. Ihre Augen – bernsteinfarben und wach – musterten Anna mit unverhohlenem Interesse.
Nach einer formellen Begrüßung saßen sie nebeneinander. Schon bald flogen erste zweideutige Andeutungen über gemeinsame Nachtschichten. Die Chemie zwischen ihnen war elektrisierend. In der Mittagspause, beim Rauchen hinter dem Gebäude, standen sie plötzlich so nah, dass sich ihre Schultern berührten. Als Lea sanft über Annas Handrücken fuhr, durchzuckte sie ein schmutziger Gedanke. Sie wollten spielen. Und zwar bald.
Noch am selben Abend trafen sie sich im Hotelzimmer, das ihnen das Klinikum gestellt hatte. Der erste Kuss kam schnell, fordernd – eine Mischung aus Lust und Dominanz. Lea ließ sich rücklings aufs Bett fallen und zog Anna zu sich. Die Kleidung fiel wie selbstverständlich, ihre Körper verschmolzen im Dämmerlicht. Finger erkundeten, Zungen tanzten, und jede Grenze wurde sofort eingerissen.
Lea war wild. Ihre Stimme fordernd, ihre Hände bestimmend. Sie führte Anna zu einem Orgasmus, der ihr die Luft raubte. Doch auch Anna lernte schnell, wie sie Lea nehmen konnte – mit Zähnen, mit Druck, mit Spielzeugen aus der Tasche, die Lea wie ein Schatzkästchen geöffnet hatte.
Nach einer Nacht voller Lust und verschwitzter Laken gingen sie am nächsten Tag ins Klinikum Coburg – zur geplanten Seminarführung. Beide im Kittel, beide frisch geduscht, doch unter der Oberfläche brannte es weiter. Während der Visite begegneten sie Dr. Winter – groß, mit kantigem Kiefer, markanter Brille und einem Blick, der Bände sprach. Er schien sie sofort durchschaut zu haben.
In einer unbeobachteten Sekunde flüsterte Anna: „Wie wär’s mit einem Kaffee… oder etwas Heißerem?“ Dr. Winter hob nur eine Augenbraue und ging weiter – aber sein Schritt wurde langsamer. Sie hatten ihn.
Zwei Tage später, spätabends in der leeren Röntgenabteilung, war er derjenige, der ihnen entgegenkam. Der Raum war dunkel, nur das Leuchten des Monitors erhellte seine Silhouette. Anna küsste ihn zuerst, während Lea sich langsam auf die Knie begab. Die Situation eskalierte in einer leidenschaftlichen Dreiernummer zwischen medizinischem Gerät und steriler Umgebung. Ihre Hände tasteten, ihre Münder saugten, die Geräusche ihres Spiels hallten von den Wänden wider.
Ab da war nichts mehr sicher. Der Stationsaufenthaltsraum? Erlebt. Der Keller neben der Wäscherei? Durchgenommen. Die Reinigungskraft? Involviert. Der neue Laborpraktikant? Willig und überrascht. Nichts schien sie zu bremsen.
Doch es war nicht nur Sex. Es war ein Lebensgefühl – ein Fieber, das sie durchdrang. Gemeinsam wurden sie mutiger, verspielter, brutaler in ihrer Lust. Im Parkhaus auf der Rückbank eines Arztwagens. In der Umkleide vor dem Nachtdienst. Auf dem Rasen hinter der Klinik, während der Sonnenaufgang alles in Gold tauchte.
Dann kam die Einladung zur Fachbereichsfeier der Promispendenaktion – mit lokalen Politikern, einem bekannten Schlagersänger und sogar einem TV-Arzt aus einer Vorabendserie. Und natürlich kamen sie nicht nur zum Smalltalk...
Funkenflug zwischen Schichtbeginn und Morgengrauen
Die Nacht über Coburg hing schwer über der Stadt, als die Lichter der Klinik in Fenstern flimmerten wie heimliche Morsezeichen. Anna und Lea standen im Innenhof neben der Lieferzufahrt, die Kittel längst durch Mäntel ersetzt, der Atem sichtbar in der kühlen Luft. Geräusche drangen aus dem Gebäude: ferne Monitore, gedämpfte Schritte, das leise Rumpeln eines Wagens. In diesem Zwischenreich aus Dienst und Dämmerung berührten sich ihre Hände, als wäre das der selbstverständlichste Ort der Welt. Lea erzählte von der Spenden-Gala, die am Wochenende anstand: ein kleiner Rausch für die Stadt – lokale Größen, ein bekannter TV-Gesundheitsexperte, Fotografen, funkelnde Augen. „Wir fallen nicht auf,“ flüsterte sie, „wir ziehen an.“ In Annas Blick lag diese vertraute Mischung aus Neugier und Vorsicht. Ein Windstoß trug den Duft von Desinfektionsmittel vorbei. Sie rückten zusammen, Nähe als Versprechen, während irgendwo eine Tür ins Schloss fiel und für einen Moment alles still war. Dann nur noch Herzschlag, miteinander synchron, bevor sie den Hof verließen – jede mit einer Liste an Aufgaben und einer geheimen To-Do: Bis zum Wochenende das Knistern so weit hochfahren, dass die Luft davon schimmert.
Der Festsaal im alten Parkhotel war am Samstagabend ein Aquarium aus Licht. Es roch nach Parfum, Champagner und diesem schwer zu benennenden Gemisch aus Erwartung und Eitelkeit. Anna und Lea kamen getrennt, trafen sich im Spiegelbild einer goldgerahmten Tür und taten so, als sähen sie sich zum ersten Mal. Ein feines Spiel: Blickkontakte, die hängenblieben, Gespräche, die zufällig genau dort endeten, wo der TV-Arzt lachte, der Chefarzt lässig die Fliege zurechtrückte, eine Lokalpolitikerin die Hände ein wenig zu lange schüttelte. Lea war diejenige, die Fäden zog: mit einem Witz, einem Geheimnis, das sie halb verriet, einem Lächeln, das mehr versprach als es preisgab. Anna setzte Kontraste: leise, warm, zugewandt – eine Vertraulichkeit, die Menschen entwaffnete. Als der DJ später in eine langsamere Tonart wechselte, stand Dr. Winter plötzlich neben ihnen. „Ihr zwei seid schwer zu übersehen“, sagte er. Es war kein Vorwurf. Eher eine Feststellung, wie man das Wetter kommentiert, wenn man längst durchnässt ist. Ein Foto, ein kurzer Moment im Treppenhaus, weiche Teppiche, gedämpfte Worte – dann eine Tür, die sich hinter dreien schloss. Was dahinter geschah, blieb im Schatten; nur so viel: Als sie wieder hinaustraten, waren die Haarsträhnen verrutscht, die Wangen warm, und in Annas Lächeln lag diese neue, verwirrende Tiefe, die man Liebe nennen könnte, wenn man mutig genug wäre.
Am Sonntagmorgen fuhr ein Regionalzug von Coburg nach Lichtenfels, das Tal schimmerte im milchigen Licht. Lea lehnte den Kopf ans Fenster und sah die Felder vorbeiziehen, die Brücken, die stillen Dörfer. „Wir sind zu weit gegangen“, sagte sie schließlich, mehr zu ihrem Spiegelbild als zu Anna. „Oder nicht weit genug“, antwortete Anna, und es klang nicht trotzig, eher nach einer Erkenntnis, die gerade erst greifbar wurde. In Lichtenfels war die Klinik kleiner, aber die Flure schienen länger. Ihre Schritte hallten, als sie den Nachtdienst übernahmen; im Pausenraum stand eine Topfpflanze, die schon bessere Zeiten gesehen hatte. Irgendwann nach Mitternacht saßen sie auf der Treppe zum Hinterhof, Tee dampfte in Pappbechern. Ein Krankenpfleger mit müden Augen kam vorbei, nickte und blieb, als Leas Frage zwischen ihnen hängen blieb: „Was machst du, wenn du etwas willst, das du nicht definieren kannst?“ Er lächelte langsam, als hätte er auf genau diese Frage gewartet. Später, als die Treppe leer war und die Nachtschicht wieder in ihren Rhythmus fand, lag in der Luft ein Nachklang von etwas, das sich anfühlte wie ein neuer Anfang: nicht laut, nicht dramatisch, eher wie das erste Summen eines Lieds, das man sofort erkennt, obwohl man es nie gelernt hat.
Der Park an der Itz war am nächsten Abend fast menschenleer. Die Laternen zeichneten ovale Inseln aus Licht auf die Wege, und irgendwo lachte jemand zu laut, bevor die Stille zurückkroch. Anna und Lea schlenderten an der Ufermauer entlang, Schultern an Schultern. Als sie stehen blieben, war es kein „dürfen wir?“ mehr, eher ein „wir sind schon mittendrin“. Küsse, die nach Pfefferminztee und kalter Luft schmeckten. Hände, die Sicherheit fanden. An einer Bank blieb ein Schal liegen, irgendein vergessener Fetzen des Tages, der sich in ihre Geschichte schmuggelte. Ein Auto rollte in der Ferne vorbei; sie traten tiefer in den Schatten. Der Mut, den man hat, wenn man sich für unverwundbar hält, machte sie leichtsinnig – ein Lachen zu laut, ein Blick zu lang. Als Schritte näherkamen, hielten sie den Atem an, und genau in dieser Pause zwischen zwei Herzschlägen wurde Anna bewusst, dass es nicht nur um Kicks ging. Dass da etwas wuchs, leise und beharrlich, gerichtet auf jemanden, der am Rand ihres Blickfelds stand: Dr. Winter, dessen Worte nachhallten, dessen Nähe elektrische Spuren hinterließ. Diese Erkenntnis leuchtete auf, wie eine Taschenlampe, die über eine Karte fährt. Und Lea sah es Anna an.
Der Crash kam nicht mit Türenknallen, sondern mit Sätzen, die zu scharf gewetzt waren. Dienstwechsel, zu wenig Schlaf, zu viele unausgesprochene Dinge. „Du veränderst dich, wenn er da ist“, sagte Lea. „Und du, wenn die Welt uns Beifall klatscht“, entgegnete Anna. Worte wie kleine, präzise Schnitte. Irgendwann standen sie einander gegenüber im leeren Lagerraum der Station, zwischen Wäschekörben und Kartons. Schweigen, in dem alles hörbar wurde: die Ventilation, das Blut in den Ohren, die Furcht, etwas Kostbares zu verlieren. „Ich will nicht teilen, was ich noch nicht verstanden habe“, sagte Anna schließlich. Lea nickte langsam, und in diesem Nicken lag eine Erschöpfung, die mit Stolz nichts zu tun hatte. „Dann nimm dir Raum“, sagte sie, „aber lass mich bitte nicht ganz draußen.“ Später, auf dem Flur, begegnete Anna dem Krankenpfleger wieder – offene Haltung, ein Blick, der nicht drängte. Sie gingen ein Stück zusammen, redeten über Musik, über die Müdigkeit der Stadt kurz vor Morgengrauen. Als sie sich trennten, blieb etwas Helles zurück, das keine Reue kannte. Und Lea? Sie stand am Fenster der Teeküche, sah zu, wie die Lichter der Stadt flackerten, und ahnte, dass Geschichten manchmal zwei Herzen brauchen, um heil zu werden – selbst wenn sie sich zwischendurch verlieren.
Schattenlinien zwischen Nähe und Verrat
Die nächsten Tage in der Klinik verliefen scheinbar ruhig, doch unter der Oberfläche vibrierte alles wie eine gestraffte Saite. Anna arbeitete in der Frühschicht, pflegte Patienten, wechselte Verbände, hörte die leisen Geständnisse alter Menschen, die nur noch mit einer Krankenschwester reden wollten. Doch jedes Mal, wenn sie sich vorbeugte, wenn sie spürte, wie die Nähe eines Körpers auf ihre eigene reagierte, huschte der Gedanke an Dr. Winter durch ihren Kopf. Ein warmer Schauer, unpassend, gefährlich – aber unwiderstehlich.
Lea hingegen suchte Ablenkung. Sie war diejenige, die die Station in Schwung brachte, die die Kolleg:innen zum Lachen brachte. Aber sie lachte übertrieben laut, redete schneller als sonst, und wenn ihre Hand länger an einem Arm ruhte, dann nicht aus medizinischer Notwendigkeit, sondern aus Trotz. Es war ein Spiel auf Zeit. Und beide wussten, dass sie irgendwann darüber stolpern würden.
Ein Donnerstagabend brachte den Wendepunkt. In der Cafeteria war es fast leer, nur die letzten Tabletts klirrten leise. Anna und Dr. Winter standen an der Kaffeemaschine, zufällig oder nicht. „Sie wirken müde,“ sagte er. Ein harmloser Satz, aber sein Tonfall war etwas anderes – weich, aufmerksam, fast intim. Anna lächelte unsicher, dann zu offen. Ein Moment, der viel zu lange dauerte, bevor sie den Becher nahm. Als Lea den Raum betrat, sah sie sofort, was zwischen den beiden hing. Keine Umarmung, kein Kuss, nur eine winzige Geste: Annas Finger, die fast Dr. Winters Hand streiften. Aber es reichte.
Später, als die Schichten wechselten, kam es zum Wortgefecht auf dem Parkplatz. Unter Natriumlicht, das alles blass erscheinen ließ, warfen sie sich Vorwürfe zu: Verrat, Unaufrichtigkeit, Heimlichkeit. Die Luft war kalt, die Stimmen zu laut. Ein Pfleger drehte sich um, als er vorbeiging, und sie hielten abrupt inne. Für einen Herzschlag lang standen sie schweigend da, beide verletzt, beide trotzig. Dann ging jede in eine andere Richtung. Keine Tränen, nur ein Bruch, der sich anfühlte wie ein offener Riss.
Lea suchte Zuflucht in der Nacht. Sie fand sich im Aufenthaltsraum wieder, wo Jonas – der junge Krankenpfleger mit den ruhigen Augen – gerade Akten sortierte. Er sah auf, bemerkte ihre angespannte Haltung, sagte nichts, sondern schob ihr stumm einen Stuhl hin. Sie setzte sich, atmete tief durch. Erst Minuten später flüsterte sie: „Hast du je das Gefühl gehabt, dass dir jemand den Boden unter den Füßen wegzieht?“ Jonas nickte. Er sprach nicht viel, aber wenn, dann war es ehrlich. „Manchmal ist das der einzige Weg, neue Wurzeln zu schlagen.“ Ein Satz, schlicht und tief zugleich.
Sie lächelte schwach, und als er ihr eine Tasse Tee reichte, berührten sich ihre Finger. Anders als bei Anna war es keine Explosion, kein elektrisches Aufflammen. Es war ein ruhiger Strom, warm und verlässlich. Sie blieben lange sitzen, redeten über Schichten, Träume, Musik. Als die Uhr zwei schlug, wusste Lea: Hier war kein Spiel. Hier konnte sie landen, wenn sie sich traute.
Währenddessen rang Anna mit sich selbst. Sie begegnete Dr. Winter erneut im Aufzug – beide allein, das Summen der Mechanik wie ein Herzschlag. „Ich habe Sie verletzt“, sagte sie plötzlich. Er sah sie an, überrascht, und schüttelte dann langsam den Kopf. „Nein. Sie haben mir nur gezeigt, dass wir alle verletzlich sind.“ Sie standen dicht nebeneinander, die Kabine zu klein für all die unausgesprochenen Dinge. Und doch geschah nichts. Kein Kuss, kein Griff, nur ein unausgesprochener Vertrag: zwischen Sehnsucht und Zurückhaltung.
Als die Türen sich öffneten, trat Anna hinaus, atmete tief, und spürte die Last auf ihren Schultern. Sie wusste, dass sie Lea zurückholen musste. Aber sie wusste auch, dass ihre Gefühle für Dr. Winter nicht einfach verschwinden würden. Ein Dilemma, das wie ein unsichtbarer Schatten mit ihr lief.
Die Versöhnung kam nicht sofort, sondern tastend, unsicher. Anna fand Lea zwei Tage später auf der Treppe zur Dachterrasse, eine Zigarette zwischen den Fingern, die Asche im Wind. „Ich kann nicht ohne dich“, begann Anna, die Stimme rau. Lea blies den Rauch aus, sah sie lange an. „Aber kannst du mit mir – wenn es dich zu ihm zieht?“ Schweigen. Dann setzte Anna sich neben sie, so nah, dass ihre Schultern sich berührten. „Vielleicht liebe ich ihn“, sagte sie ehrlich. „Aber dich verliere ich nicht.“
Es war keine Lösung, kein Happy End – noch nicht. Aber es war ein Anfang. Lea drückte die Zigarette aus, legte den Kopf gegen Annas Schulter. „Dann finde ich meinen Weg. Und du deinen.“ Unter ihnen flackerte Coburgs Lichtermeer, Autos zogen wie glühende Linien durch die Nacht. Zwei Frauen, die sich nicht mehr definieren mussten durch Lust oder Besitz, sondern durch ein Band, das tiefer war. Ein Band, das auch Brüche aushielt.
Neue Wege zwischen Herzschlag und Heilung
Lea bemerkte, wie sich ihr Alltag verschob. Jonas war nicht aufdringlich – er drängte sich nicht in ihr Leben, er war einfach da. Er brachte morgens Croissants mit, wenn die Nachtschicht besonders anstrengend gewesen war. Er hörte zu, wenn sie sich über Stationspolitik aufregte, ohne Ratschläge, nur mit ehrlicher Aufmerksamkeit. Einmal, in der Pause, zeigte er ihr Bilder von seiner kleinen Wohnung: Pflanzen am Fenster, Schallplatten im Regal, eine Gitarre an der Wand. „Spielst du?“ fragte sie. Er nickte. Am nächsten Abend lud er sie ein. Seine Musik war leise, rau, nicht perfekt – aber sie füllte den Raum mit einer Wärme, die Lea seit Wochen vermisst hatte. Sie saß auf seinem Sofa, hörte, wie die Saiten vibrierten, und spürte, wie sich etwas in ihr lockerte. Keine Maske, keine Pose. Nur ein stilles „Willkommen“.
Anna dagegen spürte, dass sie sich in einem Labyrinth befand. Dr. Winter zog sie an – nicht mit Gesten, sondern mit dieser Aura, die er hatte: klug, kontrolliert, und doch brüchig in Momenten. Sie ertappte sich dabei, ihn zu suchen – beim Übergabeprotokoll, im OP-Vorraum, im Aufzug. Doch jedes Mal, wenn ihre Blicke sich trafen, sah sie auch Lea vor sich: wie sie lachte, wie sie sie berührte, wie sie ihr Vertraute war, lange bevor Dr. Winter in ihr Leben getreten war.
Eines Abends, als sie allein durch den Klinikpark ging, fühlte sie die Spannung körperlich: ein Ziehen zwischen zwei Welten. Sie blieb am Teich stehen, sah die Spiegelung der Lichter auf dem Wasser. „Was, wenn ich beides verliere?“ fragte sie in die Stille. Der Wind trug keine Antwort. Aber ihr Herz schlug, hart und schnell, als wolle es ihr sagen: Du musst dich entscheiden – und bald.
Jonas und Lea wurden zum Team. Auf Station funktionierten sie wortlos zusammen: er reichte ihr Instrumente, bevor sie darum bat; sie verstand seinen Blick, wenn er um Hilfe bat. Nach Feierabend gingen sie manchmal in die kleine Bar am Marktplatz von Lichtenfels. Dort roch es nach Holz und Bier, der Wirt kannte jeden beim Namen. Sie saßen in einer Ecke, lachten, redeten, schweigten – und irgendwann legte Jonas seine Hand auf ihre. Sie ließ sie liegen. Kein Spiel, keine Inszenierung. Nur dieses warme Gewicht, das sagte: Hier bist du sicher.
Lea merkte, dass sie anders wurde. Weniger Hunger nach Kick, mehr Sehnsucht nach Beständigkeit. Wenn Jonas sie ansah, fühlte sie sich nicht als Eroberung, sondern als Mensch. Und genau das machte sie verletzlich – und frei zugleich.
Dr. Winter lud Anna zu einem Fachvortrag nach Bamberg ein. Eine sterile Einladung, offiziell. Doch als sie nach der Veranstaltung nebeneinander im Zug zurück nach Coburg saßen, verwandelte sich das Offizielle in etwas Intimes. Sie redeten über Bücher, über Musik, über den Druck, immer stark sein zu müssen. Anna sah ihn an und erkannte plötzlich, dass er nicht der unerschütterliche Arzt war, den alle bewunderten. Er war müde, zweifelnd, einsam. In dieser Erkenntnis lag ein Schimmer von Zärtlichkeit, der tiefer ging als jede flüchtige Berührung. Als sie in Coburg ankamen, standen sie am Bahnsteig, die Nachtluft kühl und klar. Dr. Winter streckte die Hand aus, als wolle er etwas sagen – dann ließ er sie sinken. „Passen Sie auf sich auf, Anna“, sagte er nur. Und in diesem Satz lag mehr Nähe, als jede Umarmung hätte geben können.