Masslos - Phlo Ston - E-Book

Masslos E-Book

Phlo Ston

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Beschreibung

Masslos Wenn die Menschheit weiterhin masslos die vorhandenen Ressourcen verbraucht, das Klima sich verändert und die Bevölkerung weiter wächst, wird es dem blauen Planeten immer schlechter gehen. Mit diesem Buch soll aufgezeigt werden, in welchen Abhängigkeiten wir als Menschen stehen und wie sich diese auswirken können. Es soll auch aufgezeigt werden, dass wir Möglichkeiten haben, mit den globalen Veränderungen umzugehen, wenn es gelingt, einiges besser zu machen als in der Vergangenheit. Mit dem Buch "Masslos" soll auch das Bewusstsein gefördert werden, die Dinge einmal aus einer anderen Sichtweise zu sehen und zum Nachdenken anregen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 119

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Phlo Ston

Masslos

Ein Buch zum Nachdenken

© 2019 Phlo Ston

Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

Coverdesign: Webtimal GmbH, CH-4053 Basel

ISBN

Paperback:

978-3-7497-9450-8

e-Book:

978-3-7497-9451-5

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhalt

Vorwort

Masslos

Masslos schön

Massloses Wachstum

Masslos unwissend

Masslos “dummes“ Volk Masslos lügen

Massloses Misstrauen

Masslose Bevormundung

Masslose Polarisierung

Massloses Desinteresse

Masslose Ungeduld

Massloser Reichtum

Masslose Armut

Masslos billig

Massloser Missbrauch

Masslose Schulden

Masslose Verschwendung

Masslose Regulierung

Masslose Zerstörung

Masslose Unsicherheit

Masslose Proteste

Masslose Rücksichtslosigkeit

Massloser Hass

Masslose Brutalität

Masslose Einmischung

Masslose Korruption

Masslose Verschmutzung

Massloses Artensterben

Masslos unscheinbar

Masslose Vernetzung Massloser Verzicht

Masslose Veränderungen

Massloses Dilemma

Massvolle Zukunft

Vorwort

Ab und zu sitze ich mit Kollegen zum Mittagessen in einem Restaurant. Es geht nie lange, da kommen Themen wie Klimawandel, Energiestrategie oder Flüchtlinge zur Sprache. Es ist dann interessant, welche Meinungen vertreten sind. Je nach Polarisierung wird die Diskussion mehr oder weniger heftig.

Meistens haben diejenigen, denen es finanziell gut geht, eine eher konservative Meinung und vertreten die Ansicht, dass diese Probleme sicher bald verschwinden. Warum sich aufregen? ist dann der Tenor dieser Leute.

Es gibt auch nachdenklichere Kollegen, die die Veränderungen durchaus kritisch werten und meinen, da müsse man etwas dagegen tun. Wenn ich dann frage: „Was ist nach eurer Meinung zu tun?“ folgt meist zuerst ein Schweigen und dann das typische „Man sollte“. Auf die Frage „Wer ist man?“ werden Politiker, Manager und andere Grössen genannt, aber dass „man“ auch bei sich anfangen könnte, kommt den wenigsten in den Sinn. Ich gebe zu, dass ich auch keine umfassende Lösung habe, aber das Wissen über Zusammenhänge und Masslosigkeiten könnte das Bewusstsein schärfen und letztlich zu den nötigen Verhaltensänderungen führen. Denn diese sind unbedingt nötig, um eine Wende herbeizuführen.

So habe ich mich entschlossen unter dem Thema ‘Masslos‘ die verschiedensten Aspekte, Kontraste und Zusammenhänge etwas umfassender aufzuzeigen. Dies in der Hoffnung, dass viele, vor allem auch jüngere Menschen, verstehen, dass es immer Chancen gibt, die allerdings nicht mit Ideologien und extremen Einstellungen herbei geführt werden können. Es braucht Vernunft und Vertrauen, Kreativität und Innovationen und viel Geduld.

Mit dem Buch „Masslos“ soll in einzelnen Kapiteln, die nicht zwingend im Zusammenhang stehen, aufgezeigt werden, mit welcher Sorglosigkeit die Menschheit in den Tag lebt, zwar über Lösungen redet, doch wenig unternimmt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Leute auf die Strasse gehen und gegen oder für etwas protestieren.

Doch leider bewegt sich wenig, auch wenn es immer wieder Tote gibt, die dann als Märtyrer verehrt, aber meistens schnell wieder vergessen werden.

Obwohl ich ein Optimist bin, mache ich mir Gedanken, nein, Sorgen, um die Zukunft dieser Erde. Deshalb will ich in diesem Buch aufzeigen, wohin die Masslosigkeit hinführen kann oder wird.

Ich gebe zu, dass ich bis heute wie eine Made im Speck gelebt habe, hatte ich doch das Glück, in einem wohlhabenden Land und in einer friedlichen Zeit auf die Welt gekommen zu sein. Unserer Generation in unserer Region ging es immer besser. Wir hatten alles, was das Herz begehrt. Ich gebe auch zu, dass ich kein Freund der grünen Politik war, doch im Endeffekt muss ich den Leuten recht geben, die auf Probleme, die auf uns zukommen, frühzeitig hingewiesen haben. Leider aber fehlen immer noch griffige, umfassende Lösungen, die uns vor dem kommenden Schlamassel bewahren.

„Es ist nie zu früh und selten zu spät“: Dieses Sprichwort könnte bald eine tragische Wendung bekommen, indem es heissen könnte: „Es ist selten zu früh, aber oft zu spät“, da die Masslosigkeit in vollen Zügen und auf allen Ebenen grassiert.

Phlo Ston

Masslos

Es ist erschreckend, wie die Menschen heute mit Ressourcen umgehen, wie sich Staaten verschulden und wie Wenige viel Geld verdienen und besitzen. Geldgier und Macht scheinen die Treiber der heutigen Zeit zu sein. – Oder war das früher nicht auch schon so? – Man kann bis in die Antike und vermutlich noch weiter zurückgehen, Macht und das Beherrschen anderer spielte immer eine Rolle. Mit Macht war für die Herrschenden auch Wohlstand, Reichtum und Sex verbunden, Annehmlichkeiten, die mit allen Mitteln verteidigt werden mussten. Die heutige Situation ist zwar noch ähnlich, aber viel komplexer und deshalb auch gefährlicher für die Menschheit. Denn heute kann eine gravierende Fehlbeurteilung oder ein globales Fehlverhalten ins Chaos und zum Untergang der Wohlstandsgesellschaft und unserer Zivilisation führen.

Revolutionen kommen und gehen, der eine Mächtige löst den anderen ab. Aber ändert sich etwas grundlegend? Der Umstürzler schwört, die Korruption zu bekämpfen, Demokratie und faire Wahlen zu garantieren, vor allem aber soll es dem Volk besser gehen. Es ist praktisch immer dasselbe Muster. Kaum an der Macht, beginnt das Spiel von Neuem.

Es ist beklemmend, wie die „Spielchen“ funktionieren. Aber dass die Welt dabei zu Grunde geht, scheint niemanden zu kümmern. Dabei sitzen wir letztlich alle im selben Boot und, wenn es einmal zu einer globalen Katastrophe kommt, sind auch die Mächtigen davon betroffen. Sie werden vermutlich dank ihren „ergaunerten“ Mitteln etwas länger ausharren können, doch Luft und Wasser braucht jeder Mensch und jedes Lebewesen zum Überleben.

Leider haben sich viele Menschen mit der Masslosigkeit abgefunden, da man ja eh nichts dagegen unternehmen könne, sie einzudämmen. Dies mag im Einzelnen sogar wahr sein und keine unmittelbare Gefahr bedeuten. Doch was ist, wenn ein paar Ereignisse kumulieren?

Dazu drei Beispiele:

Das erste Beispiel betrifft das Wachstum. Allem voran wächst die Weltbevölkerung, die mit bald 8 Milliarden Menschen und dem dazugehörigen Ressourcenverbrauch mit grosser Wahrscheinlichkeit auch eine der Ursachen für viele Folgeprobleme ist, wie Unterernährung, Krankheiten, Armut, Bildungsnotstand, Arbeitslosigkeit und Völkerwanderung. Aber auch das ständige Wachsen der Wirtschaft ist schuld an vielen Problemen: Wenn ein Unternehmen oder eine Volkswirtschaft nicht wächst, schlagen Ökonomen und Analysten Alarm und die Börsen- oder Devisenkurse kommen ins Wanken. Warum in der Ökonomie immer alles wachsen muss, um erfolgreich zu sein, ist meist schleierhaft. Zwar wird die Menge an Geld dadurch immer grösser, aber die Lebensqualität nicht unbedingt besser. Das schlimmste Kapitel zum Thema „Wachstum“ ist die Gewinnmaximierung und die dadurch entstehenden Diskrepanzen. Die einen werden immer reicher, aber andere deswegen umso ärmer. Wachsen, wachsen um jeden Preis, kostet

Milliarden, die letztlich die Volkswirtschaften zu bezahlen haben.

Das zweite Beispiel betrifft den Klimawandel. Die Ziele von Paris lesen sich gut, doch seit die Völkergemeinschaft die Absichtserklärungen unterschrieben hat, wird jedes Jahr festgestellt, dass man die Ziele noch nicht erreicht habe, aber weiter hart daran arbeite. Es gibt ein paar wenige Staaten, die es mit dem Klimawandel ernst meinen, doch die meisten, dominiert von der Industrie und Landwirtschaft, erfinden immer neue Ausreden oder sie behaupten, dass das veränderte Klima nur eine vorübergehende Laune der Natur sei.

Sicher kann jeder Einzelne einen Beitrag leisten und weniger Energie verbrauchen und weniger CO2 produzieren. Auch wenn die Idee einer „2000 Watt-Gesellschaft“ funktionieren würde, wäre nach Aussagen von Experten die Reduktion des Gesamtausstosses aller Haushalte an CO2 lediglich geschätzte 6%.

Doch die Hauptverursacher sind der Verkehr und die Mobilität, der globale Tourismus, die

Energieerzeuger, die immer noch fossile Brennstoffe verbrennen, die Landwirtschaft und Viehzucht, die Industrie und Brandrodungen von Urwäldern. Diese zusammen stossen Milliarden von Tonne CO2 aus, beglichen werden die Sünden mit dem Kauf von Klimazertifikaten von ärmeren, meist korrupten Staaten. Bemerkenswert ist, dass, obwohl die Klimaziele definiert sind, der CO2-Ausstoss immer noch ansteigt.

Was hinzukommt, ist das durch den Klimawandel verursachte Schmelzen des Permafrosts in den Bergen und den Polregionen und die damit verbundene Freisetzung einer nicht berechenbaren riesigen Menge an gebundenem CO2 und Methan. In den Weltmeeren schlummert ebenfalls eine Zeitbombe in Form von Methanknollen, die durch die Erwärmung freigesetzt werden können.

Durch das Wachsen der Weltbevölkerung braucht es mehr proteinhaltige Nahrungsmittel und somit mehr Nutztiere. Doch das „liebe Vieh“ produziert ebenfalls eine grosse Menge an Methan, was wiederum dem Klima abträglich ist.

Das dritte Beispiel von Masslosigkeit sind die Staatsschulden. Sie führen einerseits zu tiefen Zinsen, anderseits zu immensen Geldmengen, da immer neue Noten gedruckt werden müssen. Auch wenn ein Volk noch so hart arbeitet und Entbehrungen auf sich nimmt, wie etwa Griechenland, Portugal oder Argentinien, wird es Jahrzehnte dauern, die Verschuldung zu verringern, insbesondere da diese stetig wächst. Denn die Herausforderungen werden nicht kleiner, im Gegenteil. Der Klimawandel wird uns Kosten verursachen, die die Menschheit gar nicht mehr erwirtschaften kann. Auch die Armut, die Gesundheit und die Bildung werden unbezahlbar, da es immer mehr Menschen gibt. Das Gleiche gilt auch für den Umweltschutz und die Erhaltung der Meere und Landschaften. Und die Kosten für den Wiederaufbau von Ländern, die durch Kriege und Konflikte zerstört worden sind, kommen hinzu.

Man muss sich schon fragen: Wer kann dies alles bezahlen? Und wohin führt uns diese Masslosigkeit und Inkompetenz für die Lösung globaler Probleme? Ins Chaos und in den Untergang?

Die drei Beispiele hängen eng zusammen. Denn das Projekt „Klimawandel“ und der damit verbundene Umstrukturierungsprozess der Wirtschaft und der Gesellschaft wird sehr viel Geld kosten, Geld, das aber durch die riesige Verschuldung gar nicht vorhanden ist. Durch das Bevölkerungswachstum entstehen Bedürfnisse für Infrastruktur, Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser und für vieles mehr. Aber: „Woher sollen die Ressourcen kommen?“

Masslos schön

Es gibt Augenblicke, da möchte man in der Natur versinken, so schön ist sie. Ob in den Bergen, im Wald oder am Meer, überall gibt es wunderbare Flecken Erde. Es gibt auch Orte mit einmaligen Bauten, vor denen man staunend steht. Die Postkartenidyllen werden aber immer weniger, da vieles durch Bauten, Strassen, Monokulturen, Rodungen, Müll und Massentourismus verschandelt wird.

Das Dorf Grau-du-Roi an der Mündung der Rhone ins Mittelmeer ist so ein erschreckendes Beispiel. Es war einmal ein idyllisches Fischerdorf in einer Bucht mit sauberen Stränden. Dann entstand „La Grande-Motte“ mit Jachthafen, Sportanlagen, Freizeitcentren, Seeaquarium und Hunderten von kleineren Häusern und riesigen Appartementbauten. Heute bietet die Bucht einen grässlichen Anblick. Sie ist verbaut, soweit das Auge reicht.

Ein anderes Beispiel: Venedig. Eine Stadt, die einmalig auf dieser Welt ist. Doch einmal mitten drin, wird die Besichtigung der Kanäle und alten

Paläste zu einem Spiessrutenlauf zwischen Tausenden von Touristen. Riesige Kreuzfahrtschiffe legen an der Pier an und spucken Schaulustige aus, die sich auf dem Markusplatz versammeln und den schönen Anblick verschandeln. Grosse Menschenmengen verursachen Abfall und Schäden, die teilweise irreparable Spuren hinterlassen. Das Denkmal „Venedig“ wird verbraucht. Die Stadtverwaltung muss zu drastischen Massnahmen greifen und verlangt „Eintrittsgeld“. Ob dies die gewünschte Abhilfe schafft, ist fraglich.

So wie es Venedig ergeht, geht es auch anderen Weltsehenswürdigkeiten, zum Beispiel dem Louvre in Paris, dem Taj Mahal in Indien, den Pyramiden in Ägypten oder Machu Picchu in Peru. Alle Orte werden wegen ihrer Schönheit und Einzigartigkeit von Menschenmassen aus aller Welt überschwemmt.

Auch einzigartige Landschaften sind betroffen, insbesondere wenn man sie mit dem Auto oder mit einer Bergbahn erreichen kann. Sei es in den Alpen, Nationalparks, wie der Grand Canyon in den USA oder die Savannen in Afrika, alles wird in Massen bereist und leidet unter den Bewunderern.

Das krasseste Beispiel ist der Mount Everest in Nepal. Die Alpinisten stehen unter der Bergspitze Schlange um später sagen zu können: „Ich war da oben“. Nepal lässt sich diesen Irrsinn mit 5‘000 US-Dollar bezahlen, Mehrere aber bezahlen wesentlich mehr, nämlich mit dem Leben.

Es gibt glücklicherweise noch ungezählte schöne Flecken auf dieser Erde, die zum Glück nicht einfach zu erreichen sind. Wenn solche Gegenden aber zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt und so weltweit bekannt werden, erfahren sie das gleiche Schicksal.

„Warum denn in die Ferne schweifen, denn das Schöne liegt so nah!“ Dies wird vermutlich immer öfter der Fall sein, wenn man den Klimawandel ernst nimmt. Und zum Glück gibt es Fernsehen, wo man sich bequem zu Hause die schöne Welt ansehen kann.

Doch wenn die Vorhersagen zutreffen, wird es nicht mehr lange sehr schön sein auf dieser Erde.

Es soll Probleme geben, wie versinkende Landschaften, Hochwasser, Feuersbrünste, Erdrutsche, Hunger und Elend.

Massloses Wachstum

Das Hauptproblem auf dieser Erde ist der Mensch! Solange er in kleinen Gruppen und in Dörfern lebte, befand er sich im Einklang mit der Natur und seinem Umfeld. Doch bald entstanden Städte, die immer grösser wurden. Holz, Ziegel, Zement, Eisen und Glas wurden in riesigen Mengen verbaut. Gigantische Baumaschinen wurden entwickelt, um die Gebäude möglichst schnell hochzuziehen. Infrastrukturen und Einkaufszentren entstanden, um die vielen Menschen zu versorgen.

Seit der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung unaufhaltsam und trotz zweier Weltkriege im 20. Jahrhundert mit Millionen von Toten stieg die Anzahl Menschen stetig (exponentiell). Seit 1972 verbrauchen die Menschen mehr natürliche Ressourcen als vorhanden sind. Wir leben seither auf Pump.

Die Chinesen versuchten, das Wachstum der Bevölkerung durch eine Ein-Kind-Strategie in den Griff zu bekommen. Dadurch hat die Anzahl Chinesen kurzfristig abgenommen, aber es entstanden andere Probleme, wie verminderte Sozialkompetenz, Überalterung der Gesellschaft und ein Männerüberschuss wegen Abtreibungen weiblicher Föten. 2016 wurde diese Restriktion aufgehoben und ein Zwei-Kind-Leitbild in Kraft gesetzt.

In Indien, Südamerika oder Afrika gehen Frauen aufs Land oder in Slums, um Frauen aufzuklären, wie sie verhüten können, damit weniger Kinder zur Welt kommen. Um den Kindersegen zu begrenzen, werden auch Zwangssterilisationen von Frauen – meist ohne deren Wissen – durchgeführt. Doch all diese Massnahmen scheitern oft an Traditionen und Unwissenheit, aber auch am Geld, um Verhütungsmittel zu kaufen.

Das Bevölkerungswachstum kann man hauptsächlich in den Städten verfolgen. Es sind in den letzten 50 Jahren, vorwiegend in Asien, Afrika sowie in Süd- und Mittelamerika, riesige Millionenstädte entstanden. Diese Moloche produzieren Abgase, Abwässer und Abfälle, die nicht mehr bewältigt werden können. In vielen Städten ist es ein Kampf gegen Windmühlen, da immer mehr Menschen auf der Suche nach Arbeit in die Zentren strömen.

Auch die Medizin hat ihren Anteil an der Vermehrung der Menschen, da die Kindersterblichkeit massiv reduziert wurde und Epidemien meist mit Erfolg bekämpft werden können. Generell werden wir auch immer älter, was ebenfalls mit der medizinischen Versorgung und der Ernährung zusammenhängt.

„Medizin und Pharma sei Dank, dass es uns heute so gut geht“, ist ein oft gehörter Spruch unserer Zeit. Doch das Wohlergehen hat auch seinen Preis, denn die Gesundheitskosten steigen in den Industrieländern allmählich ins Unermessliche. Wer aber kann das noch bezahlen?

Wenn es immer mehr Menschen gibt, steigt auch der Verbrauch an Ressourcen und der damit verbundene Konsum. Dies wiederum kurbelt die Wirtschaft an, die immer mehr, günstiger und schneller produzieren muss.