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Rainer Rupp war "Topas" und die Spitzenquelle der DDR im NATO-Hauptquartier. Rainer Rupp verhinderte 1983 nachweislich den Atomkrieg, als während der provokativen NATO-Übung Able Archer die sowjetischen Nuklearwaffen bereits scharf gemacht wurden und uns nur noch wenige Minuten von der Vernichtung trennten. "Topas" informierte Berlin, und die DDR wiederum die sowjetische Führung, dass kein Angriff der NATO bevorstünde. Die Autoren berichten, wie das militärstrategische Gleichgewicht den Frieden sicherte.
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Seitenzahl: 365
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Impressum
ISBN eBook 978-3-360-51002-0
ISBN Print 978-3-360-01828-1
© 2011 edition ost im Verlag Das Neue Berlin, BerlinUmschlaggestaltung: Buchgut, Berlinunter Verwendung eines Motivs von picture-alliance/dpa
Das Neue Berlin Verlagsgesellschaft mbHNeue Grünstr. 18, 10179 Berlin
Die Bücher der edition ost und des Verlags Das Neue Berlinerscheinen in der Eulenspiegel Verlagsgruppe
www.edition-ost
Rainer Rupp, Karl Rehbaumund Klaus Eichner
Die DDR-Aufklärungin NATO und Bundeswehr
Das Buch
Militärspionage kann Kriege verhindern oder beeinflussen. Für die Militärspionage der HV A trifft beides im Kalten Krieg zu, wie hier zu lesen ist. Die damit befassten Abteilungen der Aufklärung leisteten einen wesentlichen Beitrag, dass zwischen NATO und Warschauer Pakt annähernd ein militärisch-strategisches Gleichgewicht erreicht und zum bestimmenden Moment im Kräfteverhältnis zwischen beiden Machtblöcken wurde. Die HV A besaß hochqualifizierte und gut positionierte Quellen in NATO und Bundeswehr. Seit den 60er Jahren wurde die politische und militärische Führung der DDR und des Warschauer Vertrages aktuell und umfassend informiert. Die Autoren, eine Spitzenquelle und zwei verantwortliche Mitarbeiter der HV A, schildern die Aufklärungstätigkeit der dafür zuständigen Abteilungen aus eigenem Erleben und verdeutlichen Umfang der Aufgaben, Intensität und Qualität der operativen Handlungen, die eine exakte Beurteilung der Potenzen des Gegners erlaubten. Dabei beschränken sich die Autoren nur auf das Wesentliche.
Die Autoren
Rainer Rupp, Jahrgang 1945, Diplomvolkswirt, 1968 bis 1990 IM der HV A, Abt. XII. Von 1977 bis 1989/90 Quelle der HV A im NATO-Generalsekretariat in Brüssel. Dort im Wirtschafts-Direktorat der Politischen Abteilung tätig. 1993 Inhaftierung, zu 12 Jahren Haft verurteilt und bis 2000 im Strafvollzug. Seit dieser Zeit als Journalist beschäftigt.
Karl Rehbaum, Jahrgang 1937, von 1955 bis 1990 Mitarbeiter des MfS, letzter Dienstgrad Oberst. Bis 1965 in der Abwehr (Schutz der Volkswirtschaft), danach in der HV A, spezialisiert auf NATO und EG. Zuletzt Leiter der Abt. XII. Im Prozess gegen Rupp u. a. wegen Landesverrats zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Klaus Eichner, Jahrgang 1939, von 1957 bis 1990 Mitarbeiter des MfS, letzter Dienstgrad Oberst. Von 1957 bis 1968 in der Spionageabwehr, danach in der Aufklärung des MfS; leitender Analytiker auf dem Gebiet der US-Geheimdienste; zuletzt Leiter des Bereiches IX/C (Auswertung/Analyse der Abteilung IX der HV A – Gegenspionage).
Mit dem hier vorliegenden Band 6 der Geschichte der HV A setzen ehemalige hauptamtliche Mitarbeiter und Kundschafter die Reihe der fundierten Darstellungen über spezielle Arbeitsrichtungen der Aufklärung der DDR fort.
Das Arbeitsgebiet Militäraufklärung war eines der entscheidenden Kampffelder unseres politischen und geheimdienstlichen Ringens um die Erhaltung und Sicherung des Friedens und bestimmte von Anfang an wesentliche Elemente des Einsatzes der »Kundschafter an der unsichtbaren Front«. Die für alle Bereiche der Aufklärung der DDR übergreifende Maxime, alles zu tun, um einen »heißen Krieg« – konventionell oder atomar – zu verhindern, bestimmte vorrangig die Einsatzrichtung aller Quellen und Kräfte der Militäraufklärung der HV A.
Gleichzeitig gab es wohl kein Aufgabengebiet, wo das enge Zusammenwirken und die gegenseitige Ergänzung der Aufklärungs- und Abwehrlinien des MfS und des Bereiches Aufklärung der Nationalen Volksarmee der DDR so effektiv zum Tragen kamen.
Der wirkungsvolle Beitrag der Militäraufklärung der DDR zum militärpolitischen Lagebild des Oberkommandos des Warschauer Vertrages war nur durch diese enge Zusammenarbeit möglich. An dieser grundsätzlichen Feststellung ändern auch gelegentliche Widersprüche und Differenzen zwischen diesen beiden Arbeitslinien, meist hervorgerufen durch Bestrebungen der Leitung des MfS zur Dominierung der Militäraufklärung der NVA, absolut nichts.
Der vorliegende Band konzentriert seine Darstellungen vorrangig auf die militärische Aufklärung durch die Hauptverwaltung A. Über den Bereich Aufklärung der Nationalen Volksarmee der DDR liegen bereits aussagekräftige Dokumentationen vor.
Die Militäraufklärung der Hauptverwaltung Aufklärung war eine bedeutende Säule im Gesamtkonzept der Aufklärungsaktivitäten. Sie stand in der Tradition des Militärapparates der KPD und seines Kampfes gegen Militarisierung und Aufrüstung in der Weimarer Republik. Sie bekannte sich zum antifaschistischen Widerstand und zu den deutschen Kundschaftern der sowjetischen Aufklärung im Kampf gegen Nazidiktatur und Krieg. Eine der zentralen Lehren aus der deutschen Geschichte war die Forderung aller demokratischen Kräfte: Niemals wieder darf von deutschem Boden Krieg ausgehen! Das war die Maxime der Militärpolitik der DDR und Grundlage der Motivation ihrer Aufklärer der ersten Stunde und aller nachfolgenden Generationen.
Die Mitarbeiter und Kundschafter der DDR bezogen ihre Überzeugung aus dem Wissen über die frühen Aktivitäten zur Remilitarisierung der BRD mit Hilfe von Generälen der faschistischen Wehrmacht, aus den vielfältigen Hinweise über revanchistische Zielstellungen (Adenauer: Befreiung der Ostgebiete) und aus den Bestrebungen zur frühzeitigen Einbindung der Westzonen/BRD in die westliche Allianz bis zur Eingliederung der BRD in die NATO.
Die Aufklärung militärpolitischer und strategischer Elemente des potentiellen Gegners war von Anfang an Bestandteil der Tätigkeit des Aufklärungsdienstes der DDR.
Im 1951 gebildeten Außenpolitischen Nachrichtendienst (APN) der DDR waren Strukturen und Aufgabenstellungen bereits auf die militärische Aufklärung orientiert.
Das setzte sich in den verschiedenen Etappen der Qualifizierung der Arbeitsrichtungen und Strukturen der HV A fort. Neben den traditionell ausschließlich oder vorwiegend mit der Militäraufklärung befassten Abteilungen IV (Aufklärung Bundeswehr), XI (Aufklärung USA) und XII (Aufklärung NATO und EG) erbrachten andere Abteilungen unverzichtbare Informationsleistungen auf diesem Gebiet.
Aus dem Regierungsapparat und den Parteien der BRD (Abteilungen I und II) lieferten Quellen der HV A über längere Zeiträume substantielle Beiträge zur Militär- und Sicherheitspolitik der BRD, die Abteilung Gegenspionage (Abteilung IX) erbrachte mit gut platzierten Quellen wertvolle Ergänzungen zur Militärpolitik der NATO und der Bundesrepublik, Informationen über Kräfte und Mittel der militärischen Aufklärungsdienste der NATO-Staaten und zum Stand der Erkenntnisse der NATO über das Militärpotential des Warschauer Vertrages. Grundsätze und Aktivitäten der psychologischen Kriegsführung der NATO wurden von Quellen der Abteilung X bewertet.
Im Sektor Wissenschaft und Technik der HV A war über Jahre hinweg etwa ein Drittel der Potenzen auf die Aufklärung rüstungspolitisch und militärtechnisch bedeutsamer Entwicklungen konzentriert. Das ergab jährlich ein Volumen von rund 3.000 Informationen.
Wertvolle, in einigen Fällen unverzichtbare Beiträge kamen von Quellen der Abteilungen XV in den Bezirksverwaltungen, insbesondere aus den Bezirken Karl-Marx-Stadt, Halle und Leipzig.
Unter Militäraufklärung versteht man das Sammeln und die Auswertung aller Angaben über Pläne, Absichten, militärisches Potential, materielle Ressourcen, Rüstungsvorhaben usw. des Gegners.
Militäraufklärung gibt es, seit es Armeen und Kriege gibt, also bereits im Altertum, zur Zeit der Perserkriege, und entwickelte sich mit der Kriegskunst, welche bekanntlich vom Charakter der jeweiligen Gesellschaftsformation bestimmt wird.
Die Vielgestaltigkeit der Militäraufklärung lässt Umfang und die Bedeutung derselben für den jeweiligen Staat bzw. die Staaten-Gruppierung erkennen. Sie unterscheidet sich ganz allgemein in strategische, operative und taktische Aufklärung, die Aufklärung der Waffengattungen, die funkelektronische und die Satellitenaufklärung. Aufklärungsergebnisse von besonderer Bedeutung werden hauptsächlich durch Quellen in wichtigen Positionen bzw. durch funkelektronische Aktivitäten erzielt. Wir kennen auch die Praxis der agenturischen Beobachtung von militärischen Objekten, Manövergebieten, Marschrouten und anderen Transportwegen.
Erwähnen muss man die im Kalten Krieg intensiv erfolgten provokatorischen Aufklärungsaktivitäten der Militärverbindungsmissionen (MVM) der alliierten Streitkräfte in Deutschland. Das waren meist waghalsige und oft ergebnislose Unternehmungen der legalen Spionage. Wie es überhaupt ein Fehlschluss ist zu meinen, aus legalen Positionen heraus – etwa durch den Militärattaché-Apparat oder andere legal abgedeckte Residenturen – wertvolle Informationen militärischen und strategischen Inhalts erarbeiten zu können.
Insofern war die Orientierung der Leitung der HV A auf eine strategische Militäraufklärung aus illegalen Positionen heraus von Anfang an die richtige Wahl. Mehr oder weniger waren wir zu dieser Methode auch durch die Durchsetzung der Hallstein-Doktrin veranlasst. Ich betone:
1. Die zentrale Aufgabenstellung lautete, jegliche politischen und militärischen Überraschungen auszuschließen, die Pläne und Absichten des Gegners auf dem Gebiete der Militärpolitik, der Streitkräfte- und Rüstungsentwicklung, die strategischen Konzeptionen, die Nuklearpolitik, die Fähigkeit zu überraschenden Handlungen usw. zu erkunden.
2. Kriegsverhinderung durch größtmögliche Transparenz hatte oberste Priorität in der Militäraufklärung der HV A. Damit leistete sie einen unzweifelhaft wichtigen Beitrag zur Gewährleistung des etwa ab der zweiten Hälfte der 60er Jahre bestehenden annähernden militärstrategischen Gleichgewichts zwischen NATO und Warschauer Vertrag.
Die Militäraufklärung konzentrierte sich auf folgende Schwerpunkte:
• Pläne und Absichten des Gegners auf militärpolitischem und militärischem Gebiet, vor allem die Streitkräfte- und Rüstungsentwicklung, zu ermitteln;
• Bereitstellung eines aktuellen militärischen Lagebildes, der militärischen Einsatzplanung des Gegners, um alle Möglichkeiten eines Überraschungsangriffs auszuschließen;
• Erkenntnisse über die Kräfte und Mittel und deren Leistungsparameter;
• Perspektiven der militärpolitischen, militärischen und rüstungstechnischen Entwicklung, Tendenzen und Gefahren wissenschaftlich-technischer Durchbrüche von militärischer Relevanz, zu erkunden;
• den Kenntnisstand des Gegners über die eigenen Absichten, Potentiale und möglichen Entwicklungen festzustellen.
Charakteristische Elemente der militärischen Aufklärung in der HV A waren
• Planung und Realisierung langfristig und perspektivisch angelegter Wege und Elemente der Informationsbeschaffung;
• Nutzung und qualifizierte Führung einer ausreichenden Zahl gut positionierter und qualifizierter Quellen in Hauptobjekten des Gegners mit Zugängen zu den besonders geschützten Geheimbereichen dieser Objekte;
• die Informationsschwerpunkte wurden vorwiegend durch authentische dokumentarische Materialien abgedeckt.
Damit war die Militäraufklärung in der Lage, über Jahrzehnte die Informationsinteressen der politischen und militärischen Führungen der DDR und des Warschauer Vertrages mit gesicherten Erkenntnissen zu bedienen.
Der Band 6 der Geschichte der HV A wurde aus der Sicht der »Beschaffer« von Informationen und nicht der Auswertung der erarbeiteten Erkenntnisse geschrieben. Dabei standen nur wenige Archivalien zur Verfügung. Einmal, weil die HV A richtigerweise wichtige Unterlagen vernichtete, und zum anderen, weil die BStU uns jeden Zugang zu den dort vorhandenen Akten unverändert verweigert. Demzufolge sind die Darlegungen hauptsächlich aus dem Gedächtnis zu Papier gebracht bzw. durch Erinnerungen ehemaliger Mitarbeiter und andere Beteiligter entstanden.
Die Autoren bedanken sich für die aktive Unterstützung der Erarbeitung einzelner Themen bei Oberstleutnant a. D. Helfried Weiß und Oberstleutnant a. D. Alfred Paul.
Im Bereich Aufklärung der Nationalen Volksarmee hatten wir sehr erfolgreich agierende Waffenbrüder, die zumindest zum Teil die gleichen gegnerischen Objekte bearbeiteten. Ein Partnerdienst, mit dem aus heutiger Sicht besser hätte kooperiert werden können. Die Quellenpositionen und Informationsergebnisse des Bereichs Aufklärung der NVA verdienen uneingeschränkten Respekt. Da, wo es angezeigt ist, wird in den folgenden Ausführungen darauf eingegangen.
Gemeinsam mit der Militäraufklärung der NVA haben die zuständigen Abteilungen der HV A ihren Auftrag ab der zweiten Hälfte der 60er Jahre in hoher Qualität realisiert. Mit zum Teil sehr umfangreichen Dokumenten aus höchsten politischen und militärischen Stellen der NATO und der Bundeswehr konnten die Staatsführung und der Nationale Verteidigungsrat der DDR sowie der Generalstab der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages aktuell über deren Planungen und Absichten informiert werden. Nahezu alle Bereiche der Militärpolitik, Streitkräfteentwicklung, Rüstungsvorhaben etc. des Gegners waren für die Militäraufklärung der HV A kein Geheimnis. Auch die Erkenntnisse der NATO über Militärpolitik, Streitkräfte und deren Ausrüstung sowie strategische Konzepte des Warschauer Paktes waren uns im Detail bekannt. Der HV A war es zu jedem Zeitpunkt möglich, die Absichten und Planungen des potenziellen Gegners auf den Gebieten Militär- und Sicherheitspolitik, im Bereich der Abrüstung und Rüstungskontrolle, in militärischen und rüstungstechnischen Bereichen zu dokumentieren.
Aus der Analyse der wirtschaftlichen und wissenschaftlichtechnischen Entwicklungen waren gesicherte Aussagen zu den materiellen und personellen Ressourcen der Mitgliedsländer der NATO möglich.
Die Entwicklung der strategischen und taktischen Einsatzgrundsätze der Mitgliedsländer der NATO konnte sowohl durch Grundsatzdokumente als auch durch eine intensive Aufklärung und analytische Bewertung des Übungs- und Manövergeschehens, der Streitkräfteentwicklungen substantiell belegt werden.
Das schloss die umfassende Aufklärung der nuklearen Einsatzkräfte auf dem Territorium Westeuropas ein.
Andererseits gelang es der Militäraufklärung der DDR zu keinem Zeitpunkt, direkte dokumentarische Informationen zur nuklearen Zielplanung der NATO zu gewinnen. Diesbezügliche Aussagen resultierten fast ausschließlich aus der Analyse des Übungsgeschehens und begleitender Dokumente über die Einsatzgrundsätze der Streitkräfte. Eine ähnliche Lücke bestand in der Aufklärung des Gesamtkonzeptes der NATO (General Defense Plan). Diese Feststellung mindert in keiner Weise die Qualität und die persönlichen Leistungen unserer Quellen.
Dort, wo es angezeigt erscheint, wird selbstverständlich auch zum jetzigen Zeitpunkt die Konspiration gewahrt.
Werner Großmann, Generaloberst a. D.,letzter Leiter der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS,Berlin, im Sommer 2011
»Die Sicherung des Friedens,der Wiederaufbau der deutschen Wirtschaftund die Erhaltung der Einheit Deutschlandserfordern die Vernichtung der Überreste des Hitlerfaschismus unddie Liquidierung des Militarismus und Imperialismus.«
Grundsätze und Ziele der SED,April 19461
Eine der grundlegenden Herausforderungen des am 1. September 1951 gebildeten Außenpolitischen Nachrichtendienstes (APN) der DDR war die Aufklärung und Dokumentierung der massiven Bestrebungen zur Remilitarisierung der Bundesrepublik Deutschland. Deshalb war eines der ersten Aufklärungsziele das »Amt Blank«.
Werner Großmann erinnert sich: »Ich werde beauftragt, ein Referat zur Bearbeitung des Amtes Blank vorzubereiten. Diese Institution in Bonn, benannt nach ihrem Leiter – dem Ex-Wehrmachtoberleutnant und CDU-Bundestagsabgeordneten Theodor Blank –, existiert seit dem 26. Januar 1950. Sie ist die Zentralstelle der Remilitarisierung. Blank ist der Beauftragte von Bundeskanzler Adenauer für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen. Dafür beruft er die ehemaligen Generale der faschistischen Wehrmacht Adolf Heusinger (nachmals Generalinspekteur der Bundeswehr) und Dr. Hans Speidel (später Befehlshaber der NATO-Landstreitkräfte in Mitteleuropa) als seine ersten Berater. […]
Wir reagieren auf das Amt Blank mit Bildung eines neuen Referats. David tritt gegen Goliath an. Unsere kleine Arbeitsgruppe versucht, dem Riesen mit List beizukommen. […] Die Wiederbewaffnung in Westdeutschland und seine Einbindung in den westlichen Militärblock sehen wir als Gefahr für den Frieden. Wir wollen und müssen den Klassenfeind stoppen. Aus dem Kalten Krieg darf kein heißer Krieg werden. Das motiviert uns, den uns übertragenen Auftrag gewissenhaft zu erfüllen. Ich kenne niemanden in meiner Umgebung, der nicht so denkt.«2
Und an anderer Stelle konstatiert Großmann: »Zehn Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands wird die Bundesrepublik Deutschland Mitglied der NATO, der Bundestag billigt ein Gesetz zur Wiederverwendung von Wehrmachtsoffizieren, bis zum 1. Januar 1959 sollen zwölf Divisionen des Heeres und ein Jahr später Marine und Luftwaffe einsatzbereit sein. Mein Referat wird verstärkt, Absolventen des zweiten Lehrgangs der Schule, die sich nunmehr in Gransee bei Berlin befindet, stoßen zu uns.«3
Auch im Bereich der Streikräfte der DDR war das »Amt Blank« als Aufklärungsschwerpunkt festgelegt worden. In der Direktive zur Gründung der Verwaltung für allgemeine Fragen (Militäraufklärung) von 1. September 1952 war die Aufgabe gestellt worden, »in Westdeutschland ein Aufklärungsnetz zu schaffen, das fähig und in der Lage ist, dokumentarische und wahrhafte Informationen zu beschaffen«.
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