5,49 €
Nachdem er sich bei einem Unfall im Zirkus das Bein gebrochen hat, kehrt ein Akrobat zur Genesung nach Hause zurück … und entdeckt, dass es vielleicht einen Grund gibt, dort zu bleiben. Nach dem College flüchtete Montgomery Worshack – kurz Monty – vor dem Leben, das seine Eltern für ihn geplant hatten, und wurde ein herausragender Zirkusartist. Durch harte Arbeit wurde er zum Star und genießt jede Sekunde davon. Als sein Trapez beim Training für einen neuen Trick versagt, wird sein Leben völlig auf den Kopf gestellt. Während er mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus liegt, tauchen seine Eltern auf und versuchen, die Kontrolle zu übernehmen. Glücklicherweise treffen auch Montys Freunde ein. Einer von ihnen, Morgan Pruitt, ist Arzt, und so retten sie ihn vor seinen aufdringlichen Eltern und nehmen ihn mit nach Hause. Monty weiß, dass er Monate der Heilung und Therapie vor sich hat, bevor er auch nur daran denken kann, für eine neue Stelle im Zirkus zu trainieren. Um die Langeweile zu vertreiben, nimmt er Morgans Einladung zur Hochzeit des Sohnes seines Freundes, Jake Lewis, an. Dort weckt der attraktive Polizist Brian O’Reilly Montys Interesse. Brian findet Monty so heiß, dass er dem verletzten Mann einfach auf die bestmögliche Weise zu Entspannung verhelfen muss. Danach nimmt er dessen Anrufe nicht an. Brian hat sich schon einmal die Finger verbrannt und keine Lust, sich mit einem weiteren Mann einzulassen, der ihn bestimmt für ein besseres Leben verlassen wird. Doch als Brian erfährt, dass Montys Vater Drohungen ausspricht, kann er sich nicht mehr raushalten. Kann Brian sein eigenes Herz schützen und gleichzeitig für Montys Sicherheit sorgen? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 42.000 Wörter
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2026
Nachdem er sich bei einem Unfall im Zirkus das Bein gebrochen hat, kehrt ein Akrobat zur Genesung nach Hause zurück … und entdeckt, dass es vielleicht einen Grund gibt, dort zu bleiben.
Nach dem College flüchtete Montgomery Worshack – kurz Monty – vor dem Leben, das seine Eltern für ihn geplant hatten, und wurde ein herausragender Zirkusartist. Durch harte Arbeit wurde er zum Star und genießt jede Sekunde davon. Als sein Trapez beim Training für einen neuen Trick versagt, wird sein Leben völlig auf den Kopf gestellt. Während er mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus liegt, tauchen seine Eltern auf und versuchen, die Kontrolle zu übernehmen.
Glücklicherweise treffen auch Montys Freunde ein. Einer von ihnen, Morgan Pruitt, ist Arzt, und so retten sie ihn vor seinen aufdringlichen Eltern und nehmen ihn mit nach Hause. Monty weiß, dass er Monate der Heilung und Therapie vor sich hat, bevor er auch nur daran denken kann, für eine neue Stelle im Zirkus zu trainieren. Um die Langeweile zu vertreiben, nimmt er Morgans Einladung zur Hochzeit des Sohnes seines Freundes, Jake Lewis, an. Dort weckt der attraktive Polizist Brian O’Reilly Montys Interesse.
Brian findet Monty so heiß, dass er dem verletzten Mann einfach auf die bestmögliche Weise zu Entspannung verhelfen muss. Danach nimmt er dessen Anrufe nicht an. Brian hat sich schon einmal die Finger verbrannt und keine Lust, sich mit einem weiteren Mann einzulassen, der ihn bestimmt für ein besseres Leben verlassen wird. Doch als Brian erfährt, dass Montys Vater Drohungen ausspricht, kann er sich nicht mehr raushalten.
Kann Brian sein eigenes Herz schützen und gleichzeitig für Montys Sicherheit sorgen?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 42.000 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Mit beiden Händen gepackt
Carry Me: Halte mich 13
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Two-Handed Clutch“:
Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2026
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:
Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.
Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.
Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
Bitte beachten:
Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Langsam und stetig gewinnt man vielleicht nicht das Rennen, aber es bringt einen zur Ziellinie.
~ Ich
Monty Worshack konnte nicht sagen, was ihn zuerst geweckt hatte – das unaufhörliche Piepen der Maschinen oder der Schmerz, der durch seinen Körper strahlte.
Was zur Hölle ist passiert?
Noch während dieser Gedanke durch seinen schmerzenden Kopf ging, erinnerte sich Monty an … alles. Angst durchfuhr ihn, als er sich an das Geräusch des reißenden Trapezseils erinnerte. Der Luftzug in seinem Gesicht hatte ihm den Atem geraubt, und das nicht auf die Art, wie er es genoss. Monty hatte geschrien, als er den Boden des Übungszelts auf sich zurasen sah, und sein Verstand war wie leergefegt, als er die heruntergefallene linke Ecke des Sicherheitsnetzes entdeckte.
Monty öffnete die Augenlider und keuchte leise, während er an die Decke starrte. Wie erwartet war sie steril weiß. Trotzdem war dieser Anblick besser als die Erinnerung, die hinter seinen Augenlidern ablief.
Monty verlangsamte seine Atmung und versuchte, diese Gedanken zu verdrängen. Stattdessen zählte er die Farbkleckse in seinem Blickfeld. Er konzentrierte sich auf jedes wohldosierte Ausatmen und stellte sich vor, wie er mit jedem Luftstoß den Schmerz ausatmete und so die Wogen der Qual, die seinen Körper durchfuhren, zurückdrängte.
„Hallo, Mister Worshack“, begrüßte ihn eine weibliche Stimme und kündigte die Ankunft einer Krankenschwester an. Das lächelnde Gesicht einer Blondine erschien in Montys Blickfeld. „Wir freuen uns sehr, Sie wach zu sehen.“
Wir? Wer ist wir?
Monty sah nur sie.
Die Frau leuchtete Monty mit einer Lampe in die Augen und sagte zu ihm: „Ich bin Schwester Matilda, und ich nehme an, Sie haben ein paar Fragen.“ Sie steckte die Lampe weg und tätschelte sein Handgelenk. „Ich werde Doktor Lorrenz sagen, dass Sie wach sind. Ich bin sicher, Ihre Familie wird sich auch darüber freuen.“
Familie?
Moment mal. Was?
Monty wollte sie fragen und öffnete den Mund. Seine Stimme klang krächzend, als er murmelte: „Warten Sie.“ Glücklicherweise genügte das, um die Aufmerksamkeit der Krankenschwester zu erregen, und sie drehte sich wieder zu ihm um. „W-Wasser“, brachte Monty hervor.
„Nur ein bisschen“, sagte Schwester Matilda und ging zu einem Beistelltisch. „Wir wollen ja nicht, dass Ihr Magen Probleme macht.“
Was auch immer.
Monty öffnete den Mund, als sie ihm einen Strohhalm anbot. Er trank zwei Schlucke, bevor er bemerkte, wie sie ihn wegzog. Monty schaffte noch einen halben Schluck, bevor sie ihm den Strohhalm aus dem Mund nehmen konnte, und ließ das Wasser ein paar Sekunden lang über seine Zunge gleiten.
Als Schwester Matilda ihm leicht auf die Schulter klopfte und sagte: „Bin gleich wieder da“, schluckte Monty das Wasser.
„Welche Familie?“, brachte Monty heraus.
Schwester Matilda hielt inne und lächelte ihn noch einmal an. „Ihre Eltern natürlich.“
Oh, Scheiße.
Montys Gehirn stockte bei dieser Nachricht. Mit seinen Eltern zu tun zu haben hatte noch nie etwas Gutes bedeutet. Monty hatte sie seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen. Stattdessen nutzte er einen Anwalt, um mit ihnen zu kommunizieren.
Bevor Monty verlangen konnte, dass sie weggeschickt wurden, war Schwester Matilda verschwunden.
Scheiße.
Monty atmete tief aus und richtete seinen Blick wieder an die Decke. Seine Gedanken begannen abzuschweifen, und ihm wurde klar, dass er ziemlich starke Schmerzmittel bekommen haben musste. Monty blinzelte schnell und versuchte, sich zu konzentrieren. Wenn seine Eltern das Zimmer betreten durften, wusste er, dass er seine ganze Aufmerksamkeit brauchen würde, egal ob er Schmerzen hatte oder nicht.
Monty drehte langsam den Kopf und blickte nach links und rechts. Er musste zweimal über den Rand des Bettes blicken, bis er den Rufknopf entdeckte. Er bewegte seine rechte Hand, und eine neue Welle von Schmerz durchfuhr ihn.
In diesem Moment bemerkte Monty den Gips an seinem rechten Handgelenk. Leise knurrend starrte er auf das störende Ding, das seinen Arm vom Ellenbogen bis zur Handfläche bedeckte. Monty unterdrückte ein frustriertes Knurren und fragte sich, warum zum Teufel die Fernbedienung mit der Ruftaste auf derselben Seite seines Bettes lag wie sein verletztes Handgelenk.
Monty atmete tief durch und hob den Arm. Er spürte, wie ihm der Schweiß an den Schläfen und der Stirn ausbrach, als er nach dem Gerät griff. Als er mit dem Zeigefinger den Knopf drückte und ein stechender Schmerz durch seinen Arm schoss, klingelte der Pulsmesser neben seinem Bett und erfüllte die Luft mit immer mehr Pieptönen.
Verdammte nervige Maschine.
Monty hörte rennende Schritte. Ob es nun die Antwort auf den Rufknopf oder das unaufhörliche Piepen war, wusste er nicht. Es war ihm egal. Ihn interessierte nur, dass ein Mann in Krankenhauskleidung ins Zimmer gerannt kam. Schwester Matilda war direkt hinter ihm.
„Beruhigen Sie sich, Mister Worshack“, mahnte der Mann und blieb neben dem Bett stehen. Er warf einen Blick auf das Gerät und starrte dann Monty an. „Atmen Sie ein paar Mal tief durch. Ich kann Ihnen noch keine weiteren Schmerzmittel geben. Es dauert noch eine Stunde, also versuchen wir doch, uns ein wenig zu entspannen.“ In seinen dunklen Augen lag Besorgnis. „Da Sie gerade erst aufgewacht sind, möchte ich Sie wirklich nicht sedieren müssen.“
Monty tat, was der Mann befahl, und bekam seinen Puls mühelos wieder unter Kontrolle. Die Kontrolle seines Pulses – und seiner Nerven – war für ihn zu einer Lebenseinstellung geworden. Seit Monty mit sieben Jahren mit dem Turnen angefangen hatte, hatte er gelernt, seine Atmung zu regulieren.
„Das ist gut, Mister Worshack „, ermutigte der Mann. „Sehr gut.“ Er lächelte Monty an. „Oh, ich bin übrigens Doktor Lorrenz.“ Der Doktor lachte, und ein schiefes Lächeln umspielte seine Lippen. „Lassen Sie uns nun durchgehen, was passiert ist. Wollen wir?“ Bevor Monty antworten konnte, fügte Doktor Lorrenz hinzu: „Ich habe Ihre Betreuung und die nächsten Schritte bereits mit Ihren Eltern besprochen, und sie haben mir versichert, dass Sie jede Menge Hilfe bekommen werden. Versuchen Sie also, nicht in Panik zu geraten, wenn Sie hören, was ich Ihnen sage, okay, Mister Worshack?“
Monty blickte Doktor Lorrenz finster an und fand endlich seine Sprache wieder. „Meine Eltern sind nicht mein Notfallkontakt. Warum haben Sie sie angerufen?“
„Ich weiß nicht mehr, wer sie gerufen hat und warum“, sagte Doktor Lorrenz langsam. Er legte eine Hand auf Montys Schulter und hob die andere beschwichtigend. „Das geschah, während ich mit Ihnen im OP war.“
Monty gefiel diese Antwort überhaupt nicht. „Wir haben uns entfremdet“, gab er mit einer Grimasse zu. „Bitte erzählen Sie ihnen nichts mehr über meinen Zustand und lassen Sie sie nicht in mein Zimmer.“
Doktor Lorrenz wirkte überrascht, nickte aber einmal. „Natürlich, Mister Worshack.“ Der Arzt sah die Krankenschwester an. „Vermerken Sie das in seiner Akte und kontaktieren Sie vorsichtshalber den Sicherheitsdienst.“
Schwester Matilda nickte mit großen Augen und kritzelte etwas auf die Krankenakte, die sie in der Hand hielt. Dann streckte sie den Kopf aus dem Zimmer und rief jemanden.
„Und nennen Sie mich Monty.“ Monty verzog die Lippen und brummelte: „Mister Worshack ist mein Vater.“
„Wie Sie wünschen, Mister, äh, Monty.“ Doktor Lorrenz korrigierte sich rasch. Dann lächelte er Monty wieder an, und sein Gesichtsausdruck war ermutigend. „Lassen Sie uns Ihre Verletzungen durchgehen.“
Monty hörte in den nächsten Minuten zu, wie Doktor Lorrenz ihm schilderte, was mit ihm passiert war. In all seinen Jahren als Turner und Zirkusartist hatte er sich noch nie etwas gebrochen. Viele hatten ihm gesagt, wie viel Glück er hatte.
Ich schätze, mein Glück war aufgebraucht.
Monty erfuhr, dass er Mikrorisse in den Sehnen seines rechten Handgelenks hatte, weshalb er einen Gipsverband trug. Die Genesungszeit betrug nur wenige Wochen, bevor er das Handgelenk wieder leicht belasten konnte. Der Arzt betonte, nur leichte Belastungen zu verrichten.
Leider war Montys linkes Bein eine ganz andere Sache. Der Bruch seines Schienbeins war sauber und problemlos behandelt worden. Sein Wadenbein hingegen wies mehrere Brüche auf, die der Arzt mit einer Metallplatte und Schrauben gerichtet hatte. Monty lagen Monate der Heilung und Therapie bevor.
Gott, das ist beschissen. Wenigstens bin ich am Leben.
Monty wusste, es hätte viel schlimmer kommen können. Er wusste nicht, wie sich die Ecke des Sicherheitsnetzes gelöst hatte, sodass die Stelle, an der er gelandet war, nur einen halben Meter über dem Boden war. Bei seinem Schwung hätte er leicht sterben können, wenn er kopfüber gelandet wäre.
Stattdessen wird es einfach ein wenig dauern, bis ich wieder laufen kann, aber ich werde es schaffen. Außerdem brauche ich meine Beine nicht, um in etwa einem Monat, nachdem mein Handgelenk verheilt ist, das Schaukeln zu üben.
„Ich weiß, es kann überwältigend erscheinen, Monty.“ Der Arzt klopfte ihm auf die Schulter, vielleicht um ihn zu beruhigen oder um seine Aufmerksamkeit zu erregen. „Aber denken Sie daran, dass Sie großes Glück hatten.“
Monty wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Arzt zu und schaffte es, ihm ein kleines Lächeln zu schenken. „Ich weiß, dass ich Glück hatte“, sagte er leise. „Ich werde wieder gesund.“
Doktor Lorrenz erwiderte sein Lächeln und nickte erneut. Dann verschwand sein Gesichtsausdruck und wurde durch ein besorgtes Stirnrunzeln ersetzt. „Sie werden jedoch Hilfe brauchen. Wenn nicht Ihre Eltern, haben Sie –“
„Wieso kann ich meinen Sohn nicht sehen?“, ertönte eine hohe, wütende Frauenstimme. Monty kannte die Stimme seiner Mutter, Veronica Worshack, nur zu gut. „Mir wurde gesagt, er sei aufgewacht. Ich verlange, dass Sie zur Seite treten und –“
„Es tut mir leid, Ma’am“, erwiderte eine tiefe Stimme. „Aber wenn ein Patient darum bittet, jemandem den Zutritt zum Zimmer zu verwehren, sind wir verpflichtet, seinen Wunsch durchzusetzen. Ob Sohn oder nicht, Sie und Ihr Mann dürfen nicht hinein.“
„Wovon zum Teufel reden Sie?“, brüllte ein anderer Mann. „Montgomery ist unser Sohn. Sie können uns nicht von unserem Sohn fernhalten. Er steht unter dem Einfluss von Medikamenten und weiß nicht, wovon er redet.“
Und das ist mein Vater – Cornelian Worshack – ein Mann, der glaubt, sein Wort sei Gesetz.
„Es tut mir sehr leid, Sir“, sagte der andere Mann erneut mit tiefer, fester Stimme. „Solange wir nichts anderes vom Patienten selbst hören, kann ich Sie nicht hineinlassen.“
„Gehen Sie mir aus dem Weg“, forderte Cornelian erneut. „Sonst hört das Krankenhaus noch von meinem Anwalt.“
Jep. Das ist auch normal.
„Gott, er ist so ein Arsch“, murmelte Monty. Als er sah, wie Doktor Lorrenz die Augenbrauen hochzog, während Schwester Matilda kichernd die Hand vor den Mund hielt, wurde ihm klar, dass er das laut gesagt hatte. Okay. Vielleicht bin ich ein bisschen beeinträchtigt von den Medikamten. Es stimmt trotzdem. Achselzuckend murmelte Monty: „Tut mir leid. Es stimmt. Wenn er seinen Willen nicht bekommt, droht er.“
„Nun, Anwalt hin oder her, unsere Richtlinien sind eindeutig“, erklärte Doktor Lorrenz stirnrunzelnd. Nachdem er gehört hatte, wie Cornelian und Veronica immer noch drohend und empört klangen, während ihre Stimmen immer leiser wurden, bis sie schließlich verschwunden waren, räusperte sich Doktor Lorrenz und sagte zu Monty: „Damit wären wir wieder bei Ihnen, und dass Sie noch eine Weile Hilfe brauchen. Wollen Sie –“
„Monty!“, rief eine andere weibliche Stimme und kündigte damit die Ankunft mehrerer Leute an, die in sein Zimmer stürmten. „Was zum Teufel ist passiert?“
Monty war erleichtert, als drei Frauen an sein Bett eilten. Ein blonder Mann gesellte sich bald dazu, während ein zweiter etwas zurückblieb. Der dunkelhaarige, bärtige Mann ließ seinen Blick durch dem Raum schweifen und nahm alles in sich auf, als suchte er das Zimmer nach Gefahren ab.
„Hallo, Leute“, murmelte Monty und lächelte erleichtert. Er blickte zwischen den drei Frauen – Donna, Naomi und Jenna – hin und her, die er schon seit der Zeit vor dem College kannte. Dann sah Monty den blonden Mann – Morgan – an, den er im zweiten Jahr dort durch das Trio kennengelernt hatte. „Ich bin so verdammt froh, euch alle zu sehen.“
„Sobald sie mich angerufen haben, habe ich die Truppe zusammengetrommelt“, erklärte Donna. Sie war seine Notfallkontaktperson, seit er nach seinem College-Abschluss weggelaufen war, um sich dem Zirkus anzuschließen.
„Danke, dass ihr alle gekommen seid.“ Monty seufzte tief und konnte sich nun endlich entspannen, da seine Freunde da waren. „Ich weiß es zu schätzen, dass ihr alles stehen und liegen gelassen habt und für mich durchs halbe Land geflogen seid.“
Seine Freunde wohnten noch immer im Südwesten Oregons, in der mittelgroßen Stadt, in der sie aufgewachsen waren. Monty besaß dort zwar noch ein Haus – das ihm sein Großvater zum großen Ärger seiner Eltern vererbt hatte –, aber er besuchte sie nicht oft. Sein Leben auf Tournee mit dem Zirkus ließ ihm kaum Zeit für Besuche. Derzeit befand sich der Zirkus etwas nördlich von Birmingham, Alabama.
Naomi schnitt eine sehr unladylike Grimasse. Die Rothaarige hatte schon immer eine feurige Persönlichkeit gehabt. „Natürlich sind wir gekommen.“ Sie stützte ihre Hände auf die Bettkante und beugte sich zu ihm. „Wenn du nicht ans Bett gefesselt wärst, würde ich dir eine auf den Kopf hauen.“
Monty zuckte zusammen. „Danke, dass du das nicht getan hast.“ So sehr er ihre Lebhaftigkeit auch schätzte, er hatte schon früher Schläge von ihr bekommen. Sie taten weh.
„Wie lange dauert es, bis er reisen kann, Doktor?“, fragte Morgan. Er legte seine Hand auf Montys gesunde Wade und drückte sie. „Ryan hat einen großen Van gemietet, und wir fahren dich nach Hause.“
„Wir müssen bis zum 8. wieder in der Stadt sein, sonst reißt Carl mir den Kopf ab“, erklärte der dunkelhaarige, bärtige Mann mit einem Grinsen auf den Lippen. „Ich bin übrigens Ryan Straton.“ Er deutete mit dem Daumen auf Morgan. „Der da ist mein Partner.“
Monty hatte das schon vermutet. Vor ein paar Jahren war Morgan in Schwierigkeiten geraten. Der Detective hatte ihm geholfen, und die beiden hatten eine heiße Affäre begonnen, aus der mehr geworden war. Jetzt waren sie ein festes Paar, und als Morgan Ryan anlächelte, konnte Monty die Liebe in ihren Augen sehen, als sie sich ansschauten.
„Tut mir leid, Held“, sagte Morgan. „Ich hätte euch einander vorstellen sollen.“
„Schon gut, Baby.“ Ryan legte besitzergreifend seinen Arm um Morgans Taille. „Du hast andere Dinge im Kopf.“
Morgan zuckte zusammen, als er seine Aufmerksamkeit wieder Monty zuwandte. „Und wir wollen unbedingt wissen, was zum Teufel mit dir passiert ist.“
Morgan und Donna waren beide Ärzte, und Monty bemerkte, wie sie ihn musterten, als hätten sie einen Röntgenblick und könnten allein durch Hinsehen seine Verletzungen erkennen.
Monty seufzte und lächelte ausdruckslos. „Ich schätze, es war einfach an der Zeit, mich zu verletzen.“ Als er sah, wie Jenna ihre dunklen Hände auf ihre jeansbekleideten Hüften stützte, fügte er schnell hinzu: „Und ich bin gerade erst aufgewacht. Ich hatte noch nicht einmal Zeit, mit meinem Boss zu sprechen.“
Arland Washburn war der Zirkusdirektor und ein harter, aber fairer Mann. Morgan musste herausfinden, ob er nach seiner Genesung noch einen Platz dort haben würde.
„Wir haben Mister Washburn angerufen und ihm gesagt, dass Sie aufgewacht sind“, unterbrach Schwester Matilda. „Er sagte, ich soll Ihnen ausrichten, dass er heute Abend vorbeikommt.“
Wenn Monty überhaupt wüsste, wie spät es war – oder welcher Tag –, würde ihm das vielleicht etwas bedeuten.
„Äh, okay.“ Monty spürte, wie die Neugier ihn quälte, und er konzentrierte sich auf Ryan. „Was passiert am Achten?“
„Der Sohn meines besten Freundes heiratet“, erzählte Ryan ihm. Glucksend fügte er hinzu: „Wenn ich Jakes Hochzeit verpasse, bringt Carl mich um.“ Seine dunklen Augen funkelten, als er hinzufügte: „Und da er ein Kollege ist, weiß er bestimmt, wie er meine Leiche entsorgen muss, damit sie niemand findet.“
Monty kicherte leise, hörte aber schnell wieder auf. Selbst das tat weh. Ihm wurde schwindelig, als die Müdigkeit ihn mit sich zog.
Als er murmelte: „Sie können diesen Jungs alles über meinen Zustand erzählen, Doc“, konnte er das leichte Lallen in seinen Worten hören.
Nun ja.
„Ruh dich einfach aus, Monty“, ermutigte Donna und fuhr mit den Fingern durch sein kurzes blondes Haar. „Wir kümmern uns um alles.“
„Okay.“
Danach konnte sich Monty an nichts mehr erinnern.
Während Brian O’Reilly den Basketball fing, nutzte er sein äußeres Sichtfeld, um den nächsten Gegner zu erkennen. Er entdeckte Vincent drei Meter rechts von ihm, der sich schnell näherte. Ein weiterer Feuerwehrmann, Trace, war links von Brian. Der kräftige Mann hatte sich gerade umgedreht und kam auf ihn zu.
Brian drehte sich um und dribbelte den Ball über das Spielfeld. Er suchte nach jemandem, dem er zuspielen konnte, während er gleichzeitig versuchte, näher an den Korb zu kommen. Nach weiteren sechs Metern hätte er einen guten Wurf landen können. Vincent hatte ihn eingeholt, bevor das passierte.
Glücklicherweise entdeckte Brian Lance rechts von ihm. Er schnappte sich den Ball und machte einen Schritt nach links, um Vincents Griff auszuweichen. Dann warf er einen schnellen Pass zu seinem Mitspieler.
Lance fing den Ball, drehte sich und warf ihn in die Luft.
Brian sah grinsend zu, wie der Ball durch den Korb sauste.
„Nichts als Netz, Baby!“, krähte Lance, hüpfte und grinste wie ein Teenager. Er sprang zu Brian und hob eine Hand.
Brian gab Lance ein High-Five und grinste ebenfalls. „Guter Wurf, Mann.“
„Danke!“ Lance gab Brian einen Klaps auf den Hintern und sagte: „Super Wurf.“
Dann eilte Lance zu Vincent, der sich gerade bereit machte, den Ball vom Korbbereich zurück auf das Spielfeld zu werfen. Brian folgte ihm schnell und suchte nach einem eigenen Gegner, den er blocken konnte. Er tat sein Bestes, um das Prickeln in seiner linken Pobacke zu ignorieren.
Brian wusste, dass Lance es nicht ernst meinte. Sein Kollege war weder schwul noch bisexuell. Es war einfach nur Kameradschaft.
Das bedeutete, dass Brian das plötzliche Zucken seines Schwanzes ignorieren musste. Wenn Lances unbeabsichtigtes Necken ihm einen Ständer bescherte, würde es verdammt peinlich sein. Da Brian Boxershorts bevorzugte, würde seine plötzliche Erektion schließlich unmöglich unbemerkt bleiben.
Ja. Auf keinen Fall möchte ich mich mit den Sticheleien herumschlagen, die das nach sich ziehen würde.
Außerdem wusste Brian, dass es einfach daran lag, dass er schon viel zu lange keinen Sex mehr gehabt hatte. Er hatte zwar ein paar One-Night-Stands gehabt, seit Zack ihn verlassen hatte, aber meistens war ihm das einfach zu anstrengend. Seine Hand funktionierte einwandfrei und hinterließ kein Gefühl der Leere, wie nach dem Fick mit einem namenlosen, gesichtslosen Fremden.
Glücklicherweise ließen die Gedanken an seinen Ex seine Erektion schnell erschlaffen.
Gut.
Brian hasste es, dass selbst nach über einem Jahr der Gedanke an Zack immer noch eine Reaktion in ihm auslöste. Heutzutage war diese Reaktion natürlich, dass sein Penis schrumpfte. Vor der Trennung von seinem untreuen Ex hätten Gedanken an Zack den gegenteiligen Effekt gehabt.
Brian verdrängte die Gedanken an das Arschloch und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf das, was sie eigentlich fesseln sollte: das Basketballspiel ihres Reviers gegen eine Feuerwehrmannschaft.
Es geschah gerade noch rechtzeitig.
Vincent musste Brians Unaufmerksamkeit bemerkt haben, denn er hatte den Ball gerade zu Trace gespielt, den Brian eigentlich decken sollte. Er rannte nach links, wohin Vincent den Ball geworfen hatte, und lenkte Trace offensichtlich von sich weg. Mit einem Ausfallschritt streckte Brian den Arm aus. Er schaffte es gerade noch, den Ball mit den Fingern zu berühren, aber es reichte. Mit einer schnellen Bewegung seines Handgelenks schob Brian den Ball nach rechts … direkt gegen Carls herankommenden Körper.
Carl wirkte überrascht, doch der Detective erholte sich schnell. Er begann zu dribbeln und rannte über das Spielfeld zurück zum Korb des Gegners.
Brian sah den Rest nicht. Er war zu sehr damit beschäftigt, auf der Seite zu landen, nur um dann mehrere Schritte abzurollen. Als er wieder aufgestanden war, blickte Brian grinsend über das Spielfeld, als er die High Fives seiner Teamkollegen sah und hörte, wie die anderen Carl gratulierten.
Süß!
Ein Blick auf die Anzeigetafel zeigte Brian, dass sie sieben Punkte vorne lagen.
Trotzdem ein kleiner Abstand.
Brian beeilte sich, sich den anderen anzuschließen und wieder ins Spiel einzusteigen.
Brian ließ sich auf die Bank am Spielfeldrand fallen, setzte eine Wasserflasche an den Mund und drückte sie. Die kalte Flüssigkeit floss in seinen Mund und benetzte seine trockene Zunge. Ein Tropfen lief über seine Lippen und tropfte über die erhitzte Haut seines Halses und seiner Brust.
Brian ließ den Druck nach und stoppte den Fluss. Er schloss den Mund, schwenkte die Flüssigkeit im Mund herum und schluckte sie. Dann nahm er schnell noch einen Schluck.
Brian schluckte auch diesen herunter und konzentrierte sich wieder auf das bevorstehende Spiel. Es waren nur noch wenige Minuten im vierten Viertel, und die Jungs in Blau waren den Feuerwehrleuten überlegen. Brian rief aufmunternde Worte, aber er wusste, dass seine Energie nicht mehr ausreichen würde, um noch einmal aufs Feld zu gehen.
Verdammt, seine Beine zitterten, selbst als er auf der Bank saß.
Brian wusste, dass er schon ein paar Minuten früher hätte rausgehen sollen, aber er hatte so viel Spaß gehabt … und er war verdammt ehrgeizig. Er wollte alles in seiner Macht Stehende tun, um seinen Kollegen zu helfen, das Feuerwehrteam zu schlagen. Schließlich hatten sie beim letzten Mal verloren, also wollte er es ihnen dieses Mal unbedingt zeigen.
Grinsend sah Brian zu, wie Lance einen weiteren Korb versenkte. Sein Kollege war verdammt gut. Sein Treffer brachte sein Team eine Minute vor Schluss mit fünfzehn Punkten in Führung.
Wir haben dieses hier sicher.
Brian schaffte es dennoch, aufzustehen, ohne auf die Müdigkeit und das leichte Zucken in der Wadenmuskulatur seines rechten Beins zu achten. Er brüllte aufmunternd und grinste wie ein Verrückter, während er zusah, wie Macon – einer ihrer Tatortfotografen – einen weiteren Korb versenkte. Wenige Sekunden später schnappte sich Chad – ein für einen Computerspezialisten überraschend schlanker, durchtrainierter und beweglicher Typ – den Ball von einem anderen Feuerwehrmann und passte ihn zu Lance. Lance dribbelte ein paar Meter, bevor er ihn an Carl weitergab, der mühelos traf.
Ein paar Sekunden später ertönte das Signal und sie hatten das Spiel gewonnen.
