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Wer die schleswig-holsteinischen Kulturlandschaften mit alten Bauernhäusern, Mühlen und Kirchen sowie ihre Natur mit Förden, Wäldern, hügeligen Moränen und Marschen liebt, der erhält mit diesem Katalog der naturalistischen Bleistiftskizzen, Federzeichnungen und Aquarelle von Theodor Andresen (1894-1949) einen Streifzug durch Nordschleswig, Angeln, Süderdithmarschen und der Wilstermarsch. Im Vergleich zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird zugleich deutlich wieweit sich diese über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaften seitdem durch den Eingriff des Menschen weiter gewandelt haben. Theodor Andresen machte an der Oberrealschule in Flensburg Ostern 1914 sein Abitur. Sein dortiger Zeichenlehrer war mit Jacob Nöbbe (1850-1919) einer der maßgeblichen Vertreter der Ekensunder Künstlerkolonie in Nordschleswig in den 1880er Jahren. Dieser prägte ihn ebenso wie die kurze, nach wenigen Monaten infolge des Ersten Weltkrieges abgebrochene Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Flensburg, die von dem Möbeltischler und Bildschnitzer Heinrich Sauermann (1842-1904) gegründet worden war. In dieser Buchreihe bei tredition sind bereits mehrere Bücher in der Reihe "Schriften aus dem Familienarchiv Andresen" erschienen.
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Seitenzahl: 41
Veröffentlichungsjahr: 2020
Schriften aus dem Familienarchiv Andresen 5Herausgegeben von Dirk Meier
„Ja – Schönheit und Liebe, Kunst und Natur, wer hätte sie – ich wag es zu sagen – in größerer Reine geführt als ich. Alle Freuden der Welt, alle Reichtümer sind nichts gegen dieses Glück: stille Freude zu kosten an den Brüsten des Alls, aufzugehen in diesem Dreigestirn: Dem Guten, Wahren und Schönen.“
Theodor Andresen
Theodor Andresen
Mit dem Skizzenbuch durch Schleswig-Holstein
Herausgegeben von Dirk Meier
© 2020, Dr. habil. Dirk Meier
Herausgeber:
Dirk Meier
Umschlag:
Flensburger Förde, Aquarell von Theodor AndresenArchiv Andresen
Email:
Verlag:
tredition GmbHHalenreie 40-4422359 Hamburg
ISBN:
978-3-347-04257-5 (Paperback)978-3-347-04258-2 (Hardcover)978-3-347-04259-9 (e-Book)
Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar
INHALTSVERZEICHNIS
EINLEITUNG:THEODOR ANDRESEN ALS KÜNSTLER von Dirk Meier
BLEISTIFTSKIZZEN
FEDERZEICHNUNGEN
AQUARELLE
AUTOREN
SCHRIFTEN AUS DEM FAMILIENARCHIV ANDRESEN
EINLEITUNG:THEODOR ANDRESEN ALS KÜNSTLER
von Dirk Meier
Erstmals wird mit diesem Buch als fünftem Band der gleichfalls bei tredition erschienenen Reihe „Schriften aus dem Familienarchiv Andresen“ der künstlerische Nachlass meines Großvaters Theodor Andresen vorgelegt, der am 25. April 1894 in Ulsnis an der Schlei als Sohn des Lehrers und Organisten Franz Andresen und seiner aus Tondern stammenden Frau Anna, geb. Petersen, geboren wurde und am 27. Januar 1949 in Flensburg starb.
Sein Interesse galt der Natur, der Geschichte seiner aus Wees stammenden Familie und der Kunst. Immer wieder war er mit dem Fahrrad in Angeln, Nordschleswig, in Süderdithmarschen sowie der Wilstermarsch mit dem Skizzenbuch unterwegs. Mit Bleistift hielt er die Motive fest, die er später teilweise in Federzeichnungen und Aquarelle umsetzte. Ihn faszinierten die abwechslungsreichen schleswig-holsteinischen Landschaften zwischen den kuppigen Jungmoränengebieten mit ihren Wäldern, den Dörfern und von Knicks umsäumten Feldern entlang der Ostseeküste mit ihren Förden sowie den Marschen an der Nordseeküste und entlang der Elbe.
Die Liebe zur Natur seiner schleswig-holsteinischen Heimat und zur Kunst bestimmten sein Leben. Der Keim dazu lag sicher in der elterlichen Erziehung. Nachdem Theodor Andresen 1910 auf die Oberrealschule nach Flensburg kam, wurde er Mitglied und zeitweise Vorsitzender des „Pan“1, eines Zusammenschlusses von Schülern, die sich mit den Künsten und der Wissenschaft beschäftigten.2 Theodor Andresen legte sich in dieser Zeit Kunstmappen an und tauschte Kunstdrucke auch mit seinen Freunden aus.
Sein Zeichenlehrer Jacob Nöbbe (1850– 1919) gehörte zu den Ekensunder Malern, wo er sich neben Wilhelm Dreesen zu einem der wichtigsten Mitglieder der seit den 1880er Jahren bestehenden Künstlerkolonie an der Flensburger Förde entwickelte. Sein malerisches Interesse ebenso wie das seines Sohnes Erwin Nöbbe (1883–1948) galt der naturalistischen Wiedergabe schleswig-holsteinischer Landschaften.3
Jacob Nöbbe vermerkte ein „sehr gut“ im Zeichnen im Zeugnis der Reife von Theodor Andresen, das dieser am 3. März 1914 erhielt. Er schreibt dazu in seinen Lebenserinnerungen:
„Ja – was nun? Am liebsten wäre ich wie die meisten meiner Kameraden ins Studium eingetreten. Aber hierzu vermochte mein Vater nicht mehr das erforderliche Kapital aufzubringen und ich selbst sah ein, dass es ein schwerer Weg sein musste, wenn ich durch geliehenes Geld oder gar durch Unterstützungen mich dürftig durch eine Zeit hindurchschlagen musste, die lang und mühsam sein würde und an deren Ende womöglich ein Ziel stand, welches vielleicht die aufgewandten Opfer nicht aufwog. Ich hatte im Sinn gehabt, das Studium des Baufaches zu ergreifen.
Überall waren die akademischen Berufe überfüllt – es war die Zeit kurz vor dem großen Kriege: Ostern 1914 – ein weiterer wesentlicher Grund, dass ich von meinem Ansinnen abstand. Es wurde ein Umweg gefunden. Ich glaube es wenigstens, es sollte ein Umweg sein.
Mein um vieles älterer Bruder Nikolaus, welcher soeben sein Studium vollendet, riet, ein praktisch-künstlerisches Fach zu ergreifen, von dem aus ich dann später vielleicht in eine akademische Bildungsanstalt übertreten könne, um meinen Wunsch, mich dem Beruf eines Architekten hinzugeben, in Erfüllung zu bringen.
Da ich eine gewisse Begabung und Neigung zum Zeichnen und Malen hatte, glaubte ich, diese Befähigung wiese mich auf meinen späteren Beruf hin und hatte daher den vorherrschenden Wunsch, einen Beruf zu ergreifen, in welchem ich mein Interesse für diese Kunst zur Anwendung bringen könne.“4
So begann Theodor Andresen eine Ausbildung auf der Kunstgewerbeschule in Flensburg. Diese befand sich unter dem Dach des dortigen Kunstgewerbemuseums. Dessen erster Direktor war der in Flensburg tätige Möbeltischler und Bildschnitzer Heinrich Sauermann (1842–1904), dessen private, an die Stadt verkaufte Sammlung kunstgewerblicher Altertümer den Kern der Museumssammlung bildete.
