Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Vampire leben mitten unter uns. Sie entsprechen vielleicht nicht den bluttrinkenden mythischen Figuren, die wir aus Büchern und Filmen gewöhnt sind. Aber dennoch saugen sie uns die Lebensenergie aus. Im Idealfall profitieren alle beteiligten Personen von zwischenmenschlichen Beziehungen, manchmal jedoch nutzt eine der Parteien die andere aus und entzieht ihr Energie. In diesem Fall ist ein Energievampir am Werk! Energievampire entziehen ihren Opfern die Lebensenergie und nutzen sie für sich selbst. Weil sie sich meist hinter der Fassade falscher Zuneigung und gespieltem Wohlwollen verstecken, sind sie schwer zu erkennen und noch schwerer unschädlich zu machen. Die Opfer erkennen ihre Situation als Opfer oft gar nicht, und selbst wenn, können sie sich in der Regel nicht selbst aus den Fängen ihres Vampirs befreien, weshalb sie auf die Hilfe Außenstehender angewiesen sind. "In diesem Buch lernst du, sowohl Vampire als auch Opfer in deinem Umfeld zu identifizieren, die Vampire unschädlich zu machen und den Opfern zu helfen."
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 158
Veröffentlichungsjahr: 2020
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Chouatat Dantse Rostand
Moderner Vampirismus
Energieraub von Mensch zu Mensch
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Moderner VAMPIRISMUS – ENERGIERAUB von Mensch zu Mensch
1. Einführung
2. Der Vampir: Was ist das?
3. Das Opfer
4. Die Wissenden oder die Priester/innen und die Vampire
5. Wie erkennt man einen Vampir und wer sind seine Opfer? – Wie der Vampir sein Opfer zubereitet
6. Wie löst man das Opfer aus den Fängen des Vampirs? Kann man einem Vampir helfen?
7. Die Werkzeuge des Vampirs
8. Werkzeuge des Vampirjägers
9. Wer kann Vampirjäger werden?
10. Familie, Staat & Humanismus: Die wichtigsten Produzenten und Förderer von Vampirismus
11. Wie erkennt man einen Vampir?
12. Leben als Ex-Opfer
Impressum neobooks
Besuche uns im Internet:
www.indayi.de
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
1. Auflage Juni 2019
© indayi edition, Darmstadt
Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.
Umschlag, Satz und Gesamtleitung Lektorat: Birgit PretzschLektorat: Lisa Melchior und Sarah Heller
Printed in Germany
ISBN-13: 978-3-947003-47-1
Chouatat Dantse Rostand
Moderner
VAMPIRISMUS
ENERGIERAUB
von Mensch zu Mensch
in Familie
Freundschaft
Beruf
Gesellschaft
unbemerkt
heimlich
toxisch
WERDE VAMPIRJÄGER!
Lerne, diese Vampire zu zerstören und Opfer aus ihren Fängen zu befreien!
Über den Autor
Chouatat Dantse Rostand ist in Kamerun geboren und lebt seit mehr als 20 Jahren in Europa. Fern seiner Heimat, die er aber ab und zu besucht, musste er unbedingt die Welt in der er lebt verstehen und sich gleichzeitig mit seiner Herkunft auseinandersetzen.
Als Vater und engagierter Bürger ist es ihm sehr wichtig, seinen Beitrag zu leisten – auch in Form eines Buches. Deswegen ist er mit Herz und Seele Autor.
Er hat großes Interesse an neuen Denkansätzen oder Erfindungen, die den Menschen Lösungen bieten, denn er glaubt an das Genie des Menschen! Seine Begeisterung für den Erfindungsgeist des Menschen begrenzt sich nicht nur auf die neuesten Entdeckungen, sondern auch auf die Errungenschaften der Vergangenheit. So ist er ein Liebhaber alter Kulturen und Geschichten.
Sein umfangreiches Wissen stammt aus der Lektüre vieler Bücher, aus Erzählungen, aus besonderen Initiationen in die Geheimnisse Afrikas und aus seinem christlichen Glauben und seiner Spiritualität. Seine Überzeugung, dass die Welt immer besser wird, bestimmt seinen unerschütterlichen Optimismus.
Weitere Bücher werden diesem folgen, weil er sich in der Pflicht sieht, einen nachhaltigen Beitrag für die Gesellschaft, in der er lebt und für die Menschheit allgemein, zu leisten.
Über das Buch
Edward Cullen und die Vielzahl an anderen Vampiren, die Bücher, Serien und Filme zuhauf bevölkern, mögen nichts weiter als Fantasiegestalten sein, dennoch leben zahlreiche Vampire versteckt in unserer Gesellschaft und richten großen Schaden an.
Zwischenmenschliche Beziehungen sind durch verschiedenste Machtstrukturen geprägt, welche das Verhältnis zwischen den einzelnen Parteien prägt. Freundschaften, Eltern-Kind-Beziehungen und sogar Arbeitsbeziehungen können sehr positiv sein und alle Beteiligten bereichern. Sie können jedoch auch sehr negativ sein, wenn zum Beispiel eine Person eine andere als Energiequelle missbraucht und ihr so großen Schaden zufügt. Energievampire entziehen ihren Opfern ihre Lebensenergie und nutzen diese für sich selbst. Weil sie sich meist hinter einer Fassade falscher Zuneigung und gespieltem Wohlwollen verstecken, sind sie schwer zu erkennen und noch schwerer unschädlich zu machen. Die Opfer erkennen ihre Situation als Opfer oft gar nicht, und selbst wenn, können sie sich in der Regel nicht selbst aus den Fängen ihres Vampirs befreien. Darum ist es sehr wichtig, Vampire erkennen und unschädlich machen zu können um Opfern erfolgreich helfen zu können.
Die Welt braucht Vampirjäger
Dieser Ratgeber deckt die erschreckenden Vorgehensweisen und Verschleierungsmethoden von Energievampiren in Familie, Freundeskreis und Staat auf und gibt dir eine detaillierte Anleitung, wie du am besten vorgehst, um Vampire zu besiegen und Opfer zu befreien. Besonders wichtig ist hierbei, die Stimme deiner Intuition wahrnehmen zu können und auch dem Opfer seine Intuition zurückzugeben, denn nur mit Zugang zu unserer Intuition können wir eigenständige Wesen werden. Als Vampirjäger läufst du Gefahr, selbst zum Vampir oder zum Opfer zu werden, da Vampire Meister der Täuschung sind und einen unzulänglich vorbereiteten und manipulierbaren Vampirjäger in ihr System zu integrieren versuchen werden, um ihn unschädlich zu machen. Damit dir dies nicht passiert, solltest du dich der Arbeit der Opferbefreiung nur mit reichlich Hilfe anderer Menschen und extensivem Wissen über Vampire und vampirische Systeme annehmen. Das nötige Wissen, sowie eine step-by-step Anleitung, eingeteilt in vier Phasen, ist in diesem Buch zusammengefasst und ermöglicht dir so, vampirische Systeme zu erkennen und gezielt zu zerstören.
Lerne, Vampire zu zerstören und Opfer aus ihren Fängen zu befreien!
Die moderne, aufgeklärte Welt neigt dazu, aktiv nur das zu erkennen, was mit dem bloßen Auge sichtbar ist. Alles muss man sehen können, um es zu verstehen und wahrnehmen zu können. Alles muss gefühlt, getastet und geschmeckt werden, bevor seine Existenz bestätigt wird.
In den Fällen, in denen jedoch mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbare Wesen existieren, wie zum Beispiel Bakterien und andere chemische Substanzen, sollen Mikroskope und Reagenzgläser die eindeutige Bestätigung liefern.
Es ist sehr gut so vorzugehen, es ist sehr gut sich den Geräten zu bedienen, um Gegenstände wahrzunehmen, die mit dem bloßen Auge oder anderen Sinnen nicht wahrnehmbar sind. In diesem Sinne sollte auch die Wissenschaft weiterwachsen, aber je mehr wir Menschen nur unsere Sinne nutzen wollen, um die Welt um uns zu verstehen, verpassen wir gerade deswegen das Wichtigste: Das Wesentliche findet in der unsichtbaren Welt statt! Dafür aber muss die Intuition als gleichwertiger Bestandteil der Sinne angesehen werden. Aber was ist das „Sinnesorgan“ der Intuition? Ganz einfach: unser ganzer Organismus!
Aber die unsichtbare Welt ist auch nicht unbedingt nicht wahrnehmbar: Was Mikroskope und weitere Geräte leisten, wird für die unsichtbare Welt durch Beobachtung von Vorgängen, Abläufen und Rhythmen ersetzt. Kein Mikroskop dieser Welt kann uns die mathematische Größe PI zeigen. Erst durch Feststellung der Beziehung zwischen Umkreis und Durchmesser erkennen wir, dass es etwas mit dem Wert 3,14 gibt und wir nennen es Pi, und diese Zahl erlaubt uns, die Fläche eines Kreises zu berechnen.
So verhält es sich auch, wenn es darum geht, geistige und gefühlsmäßige Tatsachen festzustellen:
Vampire beispielsweise erkennt man durch Beobachtung, durch die Regelmäßigkeit und durch die gleiche Form und das gleiche Motiv ihrer Handlungen: Die Menschheit hat sich schon sehr lange mit dieser spezifischen Menschenart beschäftigt und die Erkenntnisse über sie in Mythen, Märchen, Geschichten, Romanen und Filmen verdichtet. Die modernen Formen solcher Erkenntnisse erkaufen wir uns heute in Form von sehr teuren psychologischen Beratungen und nicht endenden Ratgebern.
Bevor wir in direkten Kontakt mit dieser Welt treten und sogar noch bevor wir in die Schule gehen, müssen wir in der Lage sein, diese Muster zu kennen, die uns helfen Vampire zu erkennen. Auch sollten wir unsere Kinder darin unterrichten, wie sie sich vor solchen Menschen oder Systemen schützen oder von ihnen befreien können, um nicht selbst zum Vampir zu werden!
Also, was genau ist ein Vampir? Oder besser, wer ist der Vampir, wie denkt er, wie handelt er?
Ich verwende zwar nur die maskuline Form des Wortes, dennoch möchte ich hier betonen, dass auch Frauen sehr wohl in dieser Menschenart vertreten sind. Ein Vampir kann eine Frau, ein Mann, eine Gruppe von Menschen, eine Ideologie, oder ein politisches oder gesellschaftliches System sein; sehr oft handelt es sich auch um eine Familie, in der entweder die Eltern die Hauptrolle haben, oder aber oft die Kinder, besonders die, die nicht erwachsen werden wollen. Die erfolgreichsten Vampire verstecken sich hinter dem Deckmantel der Intimität, des Privatlebens, kurz in der Komfortzone, in der sich der Mensch aufgrund seines Bedürfnisses nach Geborgenheit zurückzieht. Die ersten Vampire im Leben eines Opfers sind oft in der Familie zu finden, in der es dann auch gelernt hat, seine Opferrolle anzunehmen. Dies wird er später allen Vampiren, sei es in Beziehungen, in Freundschaften oder im Beruf, signalisieren.
Vampire kennen wir aus den Filmen über Graf Dracula oder aus den Berichten über Fledermäuse, die Blut saugen. Diese Urbilder, die den Vampir als Fledermaus darstellen, haben ihre Berechtigung, wenn man die Handlungsweise der Fledermäuse betrachtet und wenn man weiß, dass dieses Tier das einzige Säugetier ist, das sich vom Blut anderer Säugetiere ernährt.
Bei der Fledermaus kann man eine sehr wichtige Vorgehensweise des Vampires beobachten: Sie spritzt zuerst ein Narkotikum, um ihre Beute zu betäuben - ich weise hier auf die Analogie mit der Verwöhnung hin - und saugt dann deren Lebenssaft unbemerkt aus. Gewalt als Mittel des Vampirismus ist aufgrund seiner Offensichtlichkeit und Direktheit nicht gut geeignet, außer wenn sein Ziel Einschüchterung oder Störung des Denkens durch Ermüdung und Schmerz ist.
Der Schaden ist doppelt: Verlust der Lebenskraft, Konzentrationsverlust, Lustlosigkeit und Verwirrung einerseits und Vergiftung durch Narkose sowie Abhängigkeit andererseits.
Graf Dracula ist ein Vampir, da er sich vom Blut seiner Opfer ernährt.
„Vampirisch“ ist folglich alles, was (sich vom Blut anderer Lebewesen ernährt) aus Menschen Blut saugt. Blut ist der Träger unserer Lebenskraft. Das heißt auf Menschen übertragen folglich: „Vampirisch“ ist alles oder jeder, der die Lebenskraft seiner Mitmenschen anzapft, sei es bewusst oder unbewusst. Ein „Vampir“ aber ist derjenige, der zusätzlich Tarnung und Täuschung hinzufügt, indem er sein Opfer vorher betäubt und die Spuren akribisch verwischt, so dass die Ursache des Kraftverlustes nicht unmittelbar erkennbar ist: Das ist von den beiden Übeln das Schlimmere! Besonders weil das Narkotikum unbewusst und wie eine abhängig machende Droge auf das Opfer wirkt.
Dabei ist auch hier wichtig anzumerken, dass der Vampir, der bewusst handelt, seinem Opfer länger Blut abzapft, denn er weiß wann sein Durst gestillt ist oder wann sein Opfer kein Blut bzw. keine Kraft mehr hat. Dann kann der Vampir seinem Opfer sozusagen wieder Zeit zur Bildung neuen Blutes geben, er züchtet sich im wahrsten Sinne des Wortes sein Opfer und kontrolliert dessen Energieniveau akribisch. So einen Vampir behält man ein Leben lang. Solche Vampire bieten einem sogar einen Handel an, so dass der Blutgeber seine Lebensenergie dem Vampir vielleicht aus Abhängigkeit zur Verfügung stellt.
Die Abhängigkeit in der Beziehung zwischen Vampir und Opfer wird fälschlicherweise oft als Symbiose bezeichnet. In einer Symbiose besteht ein einvernehmlicher und offener Tausch, ein klar definierbares und wahrnehmbares Geben und Nehmen, von dem alle beteiligten Parteien profitieren. Im Vampirismus ist dem nicht so: Der Vampir ist nicht an einem Tausch oder an Kommunikation und Einvernehmen interessiert. Dies wäre für seine Zwecke sogar ein Hindernis, denn es hinterlässt Spuren und Beweise. Auch wenn der Vampir sein Opfer vielleicht verwöhnt, tut er dies nur, um dessen Widerstand zu vermindern und es effizienter ausnutzen zu können. Er gibt nicht das, was das Opfer braucht, sondern das, was das Opfer unfähig und dauerhaft abhängig macht und dabei lässt der Vampir es so aussehen, als wäre es ein Tausch. Er erzwingt damit die Loyalität des Opfers, dessen Umfeld er durch Überbehütung oder Überversorgung austauscht. Der Vampir mag es nicht, Geschenke oder Dankbarkeit von seinem Opfer zu bekommen, weil er eben nicht auf Symbiose aus ist.
Die Beziehung vom Vampir zum Opfer ist eher ein Schein-Parasitismus, wobei hier der Parasit das Opfer ist und nicht der Vampir. Er muss auch ein Parasit bleiben, aber nicht in den Bedürfnissen, die für ihn lebenswichtig sind, sondern um Blut und Energie zu bilden, die der Vampir braucht, um zu überleben. Dieser Parasitismus ist oberflächlich, er ist das, was alle sehen: Unterschwellig handelt es sich eigentlich um eine Art Menschenhaltung, so wie man beispielweise auch Tiere für Fleisch oder Milch hält. Also handelt es sich weder um eine Symbiose noch um Parasitismus, sondern um Haltung: Menschenhaltung!
Ein Kind ist von Natur aus abhängig mit Aussicht auf Selbstständigkeit und Mitwirkung in der Familie und der Gesellschaft. Es kann noch nicht für sich selbst sorgen und ist somit auf Andere angewiesen, zumindest biologisch und psychologisch. Aber Kinder können vampirisch ihre Eltern aussaugen und ihren Lehrern gesundheitlich schaden. Kinder sind dennoch keine Vampire, sie sind vielleicht eher Parasiten, wenn sie nicht gewünscht waren und ihren unvorbereiteten Eltern das Leben schwer machen. In der Pubertät aber können sie tatsächlich zu Vampiren werden, besonders wenn sie nicht auf den Weg des Erwachsenwerdens geführt werden.
Es gibt viele Charakteristika vampirischer Beziehungen: Alles, was meine Kraft raubt, mir meine Ruhe nimmt, mir ständig Schuldgefühle macht, mir nicht erlaubt zu denken, zu hinterfragen oder zu vergleichen. Alles, was mir ständig ein Gefühl der Unsicherheit, des Zweifels, der Unselbständigkeit, der Freudlosigkeit und der Perspektivlosigkeit gibt, dazu zählen sowohl unnötige Geschenke und Unterforderung, schwere oder unlösbare Aufgaben, unvorbereitet in eine Sache geschickt zu werden, aber auch alles, was Einsamkeit verursacht, Kälte, Hektik, Unruhe, Ausbeutung. Auch dazu zählen unklare Aussagen und wage Anleitungen, Ignorieren von wichtigen persönlichen Anliegen, ja sogar unbedingte „Freiheit“ nach dem Motto: „Mache was dir gefällt“, ohne Anleitung und ohne Aufklärung über Konsequenzen, die Taten mit sich bringen. Alles, was einen Menschen auf Dauer zur Passivität führt, macht ihn zum Opfer.
Wie Vampire vorgehen, um ihre Opfer zu züchten, wird in einem späteren Kapitel erklärt.
Der Vampir also muss als erwachsene Person angesehen werden, die aufgrund ihres Alters in der Lage sein sollte, ihren eigenen Lebensdurst auf klar in der Gesellschaft oder Metaphysik (Spiritualität, Glaube, Religion) definierte Weise zu stillen, aber diese Person weigert sich dies zu tun und bedient sich lieber einer grausamen Technik, um trotzdem die Vorzüge genießen zu können.
Das heißt: Der Vampir bedient sich menschlich anerkannter Quellen der Befriedigung, ohne die offenkundige Gegenleistung erbringen zu wollen, wie zum Beispiel sich Freunde zu machen und diese Freundschaften zu erhalten, was eine spirituelle Disziplin der Unterwerfung ist. Das erfordert auch gewisse Opfer, aber es trägt auch seine Früchte: Man ist nicht einsam, man erfährt Hilfe, wenn man sie braucht und hilft auch seinen Freunden, wenn diese in Not sind.
Der Vampir aber kann keine Opfer bringen, er möchte, dass Andere sich ihm opfern, dass Andere ihm ihre Lebenskraft geben. Der Vampir möchte sich bedienen, ohne selbst das passende Gegenstück geben zu müssen: Asozialität ist ein Wesenszug des Vampirs. Ein vampirisches System zeichnet sich durch Mangel an sozialen Fähigkeiten, Förderung von Egoismus, Vereinsamung des Menschen und Stärkung der unmittelbaren Grundbedürfnisse aus.
Aber da der Mensch nun mal gewisse Bedürfnisse hat und, solange er lebt, diese auch befriedigen muss, wird der Vampir, der immer noch ein Mensch ist, obwohl er mit der Unsterblichkeit der Götter ausgestattet ist und die menschliche Sinnlichkeit verloren hat, sich andere Wege suchen um seinen Lebensdurst zu stillen. Und wie bei einer Fledermaus kann das nur in der Nacht passieren, in der Dunkelheit, auf indirekten Wegen und schlimmer meist durch einen Vektor, der dann am Hals in der Nacht (unbewusst durch Verwöhnung oder Ablenkung) unter Betäubung, das heißt ohne das Wissen des Opfers und ohne Zeugen, Blut saugt.
Es soll nicht jeder Energieaustausch per se als Vampirismus angesehen werden, auch ist ein Parasit nicht unbedingt ein Vampir insofern, dass er sich als solcher klar zu erkennen gibt und seine Abhängigkeit nicht verbirgt, seine Bedürfnisse klarstellt und den Geber nicht täuscht und sich vielleicht sogar bei diesem bedankt. Vampirismus ist ein subtiler, mit bloßem Auge und Verstand nicht erkennbarer Energieraub.
Der Vampir ist ein Dieb, der seine Beute erst beklaut, nachdem er bereits alle Spuren verwischt hat. Das heißt, er sichert zuerst jede Spur, bevor er zuschlägt. Er fasst nichts an, sondern schwebt in der Luft: keine Spuren! Wie die Fledermaus, die ebenfalls im Raum keine Spuren hinterlässt, landet er direkt am Hals seiner Beute und fliegt von dort wieder weg, ohne sich länger am Tatort aufzuhalten. Man stellt später nur die Schäden fest, aber wie es dazu kommen konnte, weiß keiner! Und das ist das Gefährlichste am Vampir: Nicht der Lebensraub, sondern das penible Beseitigen aller Spuren. Das Opfer ist sich nicht bewusst, dass es angezapft wird, es spürt lediglich ein Unbehagen, eine Müdigkeit und eine innere Verwirrung und Lustlosigkeit. Hier ist auch eine Parallele zur Fledermaus erkennbar: Er betäubt die Bissstelle, so dass seine Beute erst viel später die Bisse bemerkt oder viel später an den Folgen des Bisses in Form von Krankheiten wie Fieber oder Tollwut erkrankt, ohne eine direkte Beziehung zwischen der Krankheit und dem Biss herstellen zu können. Das Opfer wird getäuscht und abgelenkt, es wird als verdummt, verblödet und erblindet dargestellt. Nicht der Energieraub ist das Schlimmste, den könnte das Opfer verkraften, sondern die psychische Sabotage als Folge der Narkose und Täuschung.
Das Blutsaugen macht das Opfer körperlich krank, aber der Körper ist gewöhnlich sehr zäh und die Medizin hat alle möglichen Medikamente und Therapien parat. Erst die psychische Sabotage führt tatsächlich zum sicheren Tod: Der soziale Tod, die Dissoziation von Verstand und Emotionen, die Lahmlegung der Intuition und die unweigerlich folgende psychosomatische Krankheit! Das Opfer denkt, es lebt, aber es ist schon lange tot. Der Körper läuft herum, aber es ist kein Leben mehr darin. Das Opfer findet keinen Anschluss an die Welt und an sich selbst, so bleibt der Vampir die einzige Verbindung zum Leben und zur Menschheit bzw. zur Gesellschaft.
Das Opfer ist von den anderen Menschen abgesondert und in seiner Wahrnehmung und seiner Gefühlswelt verunsichert. Eine systematische Vergiftung des Verstandes wird inszeniert, meistens mit sehr schlau klingenden Theorien, so dass sich das Opfer sehr geschmeichelt fühlt, in die Kunst des Relativierens eingeweiht zu werden - aber genau daran wird es eingehen: Es kann kein eindeutiges Urteil mehr fällen.
Wir werden später noch die Wirkungsweise, die Denkweise und die Folgen für das Opfer und die Gesellschaft im Detail betrachten. Außerdem werden wir die Motive des Täters oder der Täterin und die Ursachen dieser Neigung genauer analysieren. Aber wir fangen zuerst damit an, das Opfer zu definieren und zu identifizieren, seinen Werdegang zu erläutern. Wie wird man zum Opfer? Und warum wehren viele Opfer sich kaum noch, auch wenn sie verstanden haben, dass sie einem Vampir zum Opfer gefallen sind? Abschließend werden wir analysieren, ob und wie das Opfer sich befreien kann, besser gesagt wie einem Opfer geholfen werden kann, denn so mächtig der Vampirismus auch auf einen wirkt, ist doch die Lösung sehr einfach sobald das System erkannt wurde und ein sachkundiger, erfahrener Mensch zu Hilfe kommt. Was muss der Vampirjäger wissen und wie soll er verfahren? Wir schließen dieses Kapitel mit einem wichtigen Fazit, in dem die Fragen beantwortet werden:
Was ist Vampirismus?
Wer ist der Vampir?
Vampirismus muss als System oder Zustand verstanden werden, in dem Menschen indirekt ihrer Lebenskraft beraubt werden. Man darf es allerdings nicht mit Lebenskraftaustausch oder bewusster Kraftabgabe verwechseln - wie es beispielweise bei Eltern der Fall ist, die sich liebevoll um ihre Kinder kümmern, auch wenn es schwierig ist, oder wie zum Beispiel ein Freiwilliger unentgeltlich seine Zeit und Kraft für Benachteiligte investiert. Raub ist im Vampirismus als gewaltsame oder listige Übertragung von Lebenskraft zu verstehen, wobei heute in der Zeit der Aufklärung und des Materialismus keine Gewalt mehr angewendet wird, sondern nur noch List.
