Mut frei zu sein - Ron DeSantis - E-Book

Mut frei zu sein E-Book

Ron DeSantis

0,0
18,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Er nahm den Kampf mit Disney und Dr. Fauci auf. Seine politischen Erfolge im "Sunshine State" sollen nun als Blaupause für die gesamte USA dienen. Mit dem Slogan "Make America Florida" möchte Trump-Herausforderer Ron DeSantis nächster US-Präsident werden. Ob beim Baseball, an der Universität, im Irak-Einsatz oder in der Politik – überall lernte der Republikaner die gleiche Lektion: Er wollte nicht Teil der linken Elite sein. Sein Herz schlug immer für die Menschen in Florida. Dort hat er eine Schlacht nach der anderen geschlagen - und gewonnen. Dabei hat er nicht nur die Einheitsfront aus politischer Opposition und feindseliger Medien besiegt, sondern 2022 auch einen historischen Wahlsieg eingefahren. In "Vom Mut, frei zu sein" zeigt DeSantis, was die Voraussetzungen dafür waren und wie ihn die Erfolgswelle bis ins Weiße Haus tragen soll.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 395

Veröffentlichungsjahr: 2024

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Distanzierungserklärung:

Mit dem Urteil vom 12.05.1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite gegebenenfalls mit zu verantworten hat. Dies kann, so das Landgericht, nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Wir haben in diesem E-Book Links zu anderen Seiten im World Wide Web gelegt. Für alle diese Links gilt: Wir erklären ausdrücklich, dass wir keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten haben. Deshalb distanzieren wir uns hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten in diesem E-Book und machen uns diese Inhalte nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle in diesem E-Book angezeigten Links und für alle Inhalte der Seiten, zu denen Links führen.

Titel der amerikanischen Originalausgabe: »THE COURAGE TO BE FREE. Florida’s Blueprint for America’s Revival«.

© 2023 by Ron DeSantis, erschienen bei Broadside Books / HarperCollins Publishers, New York.

© 2024 LMV, ein Imprint der Langen Müller Verlag GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten

Umschlaggestaltung: Sibylle Schug

Umschlagfoto: Laureen Socarras

Satz und E-Book Konvertierung: VerlagsService Dietmar Schmitz, Erding

ISBN 978-3-7844-8484-6

www.langenmueller.de

Für Madison, Mason und Mamie

Denkt daran, immer auf eure Mutter zu hören.

Inhalt

Vorwort

von Susanne Heger

Einführung

Das Florida-Modell

Kapitel 1

Grundlagen

Kapitel 2

»Für Gott, für das Land und für Yale«

Kapitel 3

Ehre, Mut und Engagement

Kapitel 4

Außenseiter

Kapitel 5

Abgeordneter

Kapitel 6

Hut im Ring

Kapitel 7

Energie in der Exekutive

Kapitel 8

Einhundert Tage

Kapitel 9

Die beste Verteidigung ist ein guter Angriff

Kapitel 10

Laboratorien der Demokratie

Kapitel 11

Die COVID-19-Pandemie

Kapitel 12

Das magische Königreich der woken Großunternehmen

Kapitel 13

Die Prätorianergarde der liberalen Elite

Kapitel 14

Macht in einer postkonstitutionellen Ordnung

Schluss

Amerika zu Florida machen

Epilog

Dank

Vorwort

Ende Oktober 2018 traf ich Ron DeSantis das erste Mal. Damals noch ein relativ unbekannter Kongressabgeordneter, wollte er Gouverneur von Florida werden und machte Wahlkampf. Gemeinsam mit 20 000 Menschen war ich in die Hertz Arena nach Estero gekommen, um ihn und den damaligen Präsidenten Donald Trump zu sehen. Die Halle bebte. Fast eine Stunde hatte Trump die Menge bereits aufgeheizt, als Ron und Casey DeSantis auf die Bühne kamen. Rein optisch ein Generationenwechsel. Auf der einen Seite Trump, der Einpeitscher, Bauchmensch und Meister der Manipulation, optisch bereits leicht derangiert. Auf der anderen Seite ein junges Paar wie aus dem Bilderbuch. Casey, eine ehemalige Emmy-prämierte Nachrichtenmoderatorin im zartblauen Kleid; Ron, ehemaliger Leistungssportler und Marineoffizier mit akkurat sitzender Frisur und Anzug. Nicht nur die optischen Unterschiede blieben mir im Gedächtnis, auch DeSantis Vorstellung. Er sei kein Showmensch, sondern ein Mann der Tat. Ein Arbeitstier mit Disziplin, das auf Fakten statt Emotionen setze. Er würde klar kommunizieren. Florida könne ihm vertrauen und sich auf ihn verlassen. Augenzwinkernd fügte er hinzu, dass er der einzige Kandidat sei, gegen den nicht wegen Korruption ermittelt würde.

Heute, fünf Jahre später, weiß ich, was er damals meinte. Für Florida und seine Bewohner war es ein Glücksfall, dass DeSantis im November 2018 zum 46. Gouverneur des Staates gewählt wurde und im Januar 2019 sein Amt antrat. Bereits ein Jahr später kämpfte die Welt mit einer Pandemie, und selbst die erfahrensten Staatenlenker verloren sich in einem Dschungel aus Unsicherheiten, Lockdowns, Inzidenzien und immer neuen Beschränkungen. Florida dagegen, unter der Regie des Newcomers DeSantis, wirkte immun gegen die Angst. Zwar wurden auch hier im April 2020 Schulen, Geschäfte und öffentliche Gebäude vorübergehend geschlossen, im Gegensatz zu anderen Staaten ging es in Florida aber von Anfang an um die Rückkehr zur Normalität.

Parallel zur Schließung veröffentlichte DeSantis einen 3-Phasen-Plan zur Wiederöffnung. Floridas Bürger wussten genau, welche Voraussetzungen erfüllt werden mussten, um wieder normal leben zu können. Seine Strategie war schon damals »Say what you do, do what you say.« Hysterische Überreaktionen, die die Politik vieler seiner Kollegen prägten, waren ihm fremd. Nüchtern, angstfrei und analytisch studierte er die Zahlen und entschied nach Fakten. So trat bereits Anfang Mai 2020, nur einen Monat nach der Schließung, Phase 1 der Öffnung in Kraft, die Restaurants, Geschäfte und Schulen wurden ab Juli 2020, in Phase 2, geöffnet. Im September des ersten Pandemiejahres, als Phase 3 und somit nahezu Normalität herrschte, erklärte er bereits, es sei ein Fehler gewesen, Schulen überhaupt zu schließen.

DeSantis wurde für diese einzigartige Strategie hart und oftmals unter der Gürtellinie kritisiert. Ein Satz ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Florida sei das Schafott der USA. Die Kritik prallte an ihm ab, seine Zahlen sprachen eine andere Sprache. Er hatte den Mut, Freiheit und Selbstverantwortung auch während der Pandemie zuzulassen. Ich habe die Corona-Zeit abwechselnd in Deutschland und in Florida erlebt und fühlte mich unter seiner Regierung durchgehend besser aufgehoben als im dauerreglementierten Deutschland, in dem niemand mehr wusste, welche Regel gerade aktuell war.

Maskenpflicht herrschte in Florida nicht. Auch nicht an Schulen. Eltern durften entscheiden, nicht der Staat. Dafür konnte man sich bereits Mitte 2020 im Drive-through auf das Virus testen lassen. Jeder blieb im Auto, so konnte sich niemand in der Schlange anstecken. Ab Januar 2021 wurde geimpft, ganz pragmatisch im lokalen Supermarkt neben der Käsetheke. Als ich Nachbarn später erzählte, dass in Deutschland zunächst riesige Impfzentren gebaut würden, fragten sie nur: Warum?

Rückblickend müssen sogar seine Kritiker DeSantis Recht geben. Die Todesfälle in Florida unterschieden sich nicht signifikant von denen anderer Staaten, waren sogar unterdurchschnittlich – beachtet man die überdurchschnittlich alte Bevölkerung und die hohe Besucherquote. Ab Winter 2020 wurde der südlichste Bundesstaat nämlich förmlich überrollt von Touristen. Man erkannte sie sofort. Nicht nur an der fehlenden Sonnenbräune, sondern vor allem an den Masken und dem ängstlichen Blick. Es war wie in der Geschirrspülmittelwerbung: Während der Rest der Welt noch geschlossen war, wurde in Florida schon gefeiert. Die Snow-Birds, wie die Wintertouristen hier genannt werden, legten die Masken meist nach wenigen Tagen ab und genossen die bereits vergessene Freiheit und Normalität.

Florida wurde zum Pilgerort für Menschen aus ganz Amerika. Viele kamen, um zu bleiben. Donald Trump hatte schon Ende 2019 seinen Hauptwohnsitz von New York nach Florida verlegt, später kamen pikanterweise auch die Schwiegereltern des Gouverneurs von Kalifornien. Dessen Politik war von besonders starken Covid-Restriktionen geprägt. Während der Pandemie zogen jeden Tag 1000 Amerikaner aus einem der nördlichen, restriktiven Bundesstaaten nach Florida. Das ist eine Stadt von der Größe New Orleans, um die der südlichste amerikanische Bundesstaat jährlich wuchs.

Ein Blick auf die amerikanische Seele hilft, um dieses Massenphänomen zu begreifen. Der Amerikaner will den Staat nicht als Lebenslenker wissen. Er möchte, dass der Staat sich für Sicherheit, Infrastruktur und die Durchsetzung von Recht und Ordnung einsetzt. Den Rest regelt er lieber selbst. Genau dieses uramerikanische Prinzip holte DeSantis wieder aus der Versenkung und machte Florida damit zum Erfolgsmodel.

Florida lebt vom Tourismus, Immobilien, Grüner Energie, Finanzdienstleistungen, Militär und Technik. Unter DeSantis Regierung machte Floridas Bruttosozialprodukt einen gewaltigen Sprung von 500 Milliarden Dollar und überschritt im vergangenen Jahr erstmals die magische Grenze von 1 Billion. Auf globaler Ebene steht der Staat mittlerweile auf Platz 16 der größten Volkswirtschaften der Welt. Das zieht Menschen und Investoren an. Wohnungen und Häuser sind heute mehr als doppelt so viel wert wie vor der Amtsübernahme DeSantis. Die Baubranche platzt aus allen Nähten und neue Siedlungen schießen wie Pilze aus dem Boden.

Ron DeSantis ist der erfolgreichste und beliebteste Gouverneur, den Florida jemals hatte. Auch, oder vielleicht gerade weil er den Mut hat, umstrittene Entscheidungen zu fällen. Nicht nur beim Thema Covid. Er weigerte sich, dem Genderwahn zu huldigen und erklärte Florida zur »No Woke Zone«. 2022 erklärte er kurzerhand die zweitplatzierte Emma Weyant in einem Schwimmwettbewerb zur Siegerin. Die Erstplatzierte war nämlich eine Transfrau, also als Mann geboren. Er sah darin einen ungerechten Wettbewerbsvorteil. Von linken Aktivisten und der Translobby lautstark kritisiert, wird seine Sicht heute vom Schwimm-Weltverband FINA geteilt, welcher Transfrauen von Schwimmwettbewerben weitgehend ausschloss.

DeSantis verbot LGBTQ-Unterricht für Vorschule und Erstklässler, stärkt und unterstützt die Polizei und verweigert sich der Neuinterpretation der amerikanischen Geschichte durch Black-Live-Matters- und Kolonial-Aktivisten. Gleichzeitig macht er grüne Politik. Die Auswirkungen kann ich sehen, wenn ich durch die Everglades fahre oder auf einem der vielen Kanäle paddele. Das Wasser wird sauberer, die Umwelt regeneriert.

Ein Rechtsaußen, wahlweise die Kopie oder Marionette von Trump sagen seine Kritiker. »Make America Florida« die anderen, die sich wünschen, dass er Amerika genauso wirtschaftlich vorwärtsbringt und aus dem woken Wahnsinn heraus führt, wie er es mit Florida gemacht hat. Gegen linke Indoktrination ist DeSantis immun. Er sagt von sich selbst, dass er einer der ganz wenigen Menschen sei, die sowohl in Harvard als auch in Yale studiert haben, und konservativer aus diesen linken Kaderschmieden herauskam, als er hineinging. Ihn als Marionette Trumps zu bezeichnen hat schon fast humoresken Wert. DeSantis mag politisch mit Trump oftmals auf einer Linie liegen, menschlich ist er ganz anders.

Im Oktober 2021 gab DeSantis bekannt, dass seine Frau Brustkrebs hatte. »Casey is a true fighter, she will never, never, never give up«, beschrieb der Gouveneur seine Frau. Seit März 2022 ist die First Lady krebsfrei. Was für ein Powercouple die beiden sind zeigte sich, als Casey DeSantis in dieser Zeit zu einer Kämpferin nicht nur gegen den eigenen Krebs, sondern auch für die Unterstützung anderer wurde. Direkt nach ihrer eigenen Therapie reiste sie durch den Staat und besuchte Krankenhäuser und Patienten, um auf die Bedeutung der Früherkennung hinzuweisen. Die eigene Erfahrung mit der Krankheit seiner Frau bewog DeSantis, ein Gesetz durchzukämpfen, das jedem Einwohner Floridas das Recht auf Besuch im Krankenhaus gab. Auch während einer Pandemie.

Im Herbst 2022 zerstörte der Hurrikan »Ian« weite Teile der Golfküste Südwest-Floridas. Eine Naturkatastrophe, gegen die kein Politiker sein Land schützen kann. DeSantis bewies einmal mehr, dass er ein Mann der Tat ist. Bereits im Vorfeld wurden die Bewohner der gefährdeten Gebiete umfassend gewarnt und evakuiert, Arbeiter zur Hilfe aus der ganzen USA geordert. Als das Ausmaß der Jahrhundertkatastrophe dann klar wurde, krempelte er die Ärmel hoch wie einst Helmut Schmidt nach dem Hochwasser in Hamburg.

Unter DeSantis Leitung wurde umgehend mit Aufräumarbeiten und Wiederaufbau der Region begonnen. Seine Meisterleistung: Die komplett zerstörte Straße auf die Halbinsel Sanibel wurde inklusive einer neuen Brücke in nur drei Wochen wiederaufgebaut. Asphaltiert! Während ihr Mann noch vor Ort zupackte, sammelte First Lady Casey fast 50 Millionen Dollar private Spenden ein. Gemeinsam mit Amazon organisierte sie Spielzeug und Bedarfsartikel für Kinder, DeSantis bat Elon Musk um Spacelink-Stationen und stellte auf die Art Internet für die Hilfskräfte zur Verfügung. So funktioniert Führung.

In den USA schoss »The Courage to Be Free« umgehend nach Erscheinen auf Platz 1 der Bestsellerlisten von Amazon bis zur New York Times. Wenige Monate zuvor, bei den Wahlen im November 2022, war DeSantis gerade mit überwältigendem Vorsprung im Amt bestätigt worden. Darüber hinaus hatte er dafür gesorgt, dass Florida kein Swing State mehr ist, sondern als rot, also republikanisch, gilt. Amerika interessierte sich brennend für das Erfolgsrezept des 46. Gouverneurs von Florida, der kurz darauf seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 ankündigte. Ronald Dion »Ron« DeSantis ist bereit für den nächsten Schritt. Vielen, nicht nur in Florida, gilt er als Hoffnungsträger für ein neues Amerika. Dem Land wäre ein Präsident mit seinen Qualitäten zu wünschen!

Susanne Heger, Naples,

im Dezember 2023

Der Mut gilt zu Recht als die wichtigste aller Tugenden, denn von ihm hängen alle anderen ab.

Winston Churchill

Einführung

Das Florida-Modell

Die meisten Amerikaner wissen instinktiv, dass etwas schiefgelaufen ist mit unserem Land in der letzten Generation.

In Zeiten des Aufruhrs wünschen sich die Menschen Führungspersönlichkeiten, die bereit sind, die Wahrheit zu sagen, für das Richtige einzutreten und den nötigen Mut zur Führung zu zeigen.

Dies gilt insbesondere für das Amt des Gouverneurs.

Die Gesetzgeber spielen in unserem System eine wichtige Rolle, aber sie müssen nicht wirklich führen – ihre Wahl spiegelt zwar ihre Philosophie wider, aber die Verantwortung liegt nicht bei ihnen. Ein Gouverneur muss ein starkes Gespür für die richtige Richtung haben, aber dieses Gespür muss mit der Fähigkeit und Bereitschaft verbunden sein, mit Überzeugung zu führen. Ein Gouverneur, der in der Sache recht hat, dem aber der Mut zur Führung fehlt, wird ein ungeeigneter Regierungschef sein.

Florida hat sich während meiner Amtszeit als Gouverneur auch deshalb hervorgetan, weil wir bereit waren, mutige Positionen zu beziehen, selbst wenn es nicht einfach war: Wir haben gegen parteiische Medien und etablierte Bürokraten gekämpft, indem wir Florida während der Corona-Pandemie nicht abriegelten, wir haben gegen Disney gekämpft, um kleine Kinder in Florida zu schützen, und wir haben uns gegen mächtige Interessen gestellt, um die natürlichen Ressourcen des Staates zu schützen.

Die Menschen werden eine Führungspersönlichkeit unterstützen, die Zivilcourage zeigt und entschlossen für die Wahrheit eintritt, weil dies bei gewählten Amtsträgern selten der Fall ist. Wenn ein Gouverneur den Menschen zeigt, dass er bereit ist, unter schwierigen Umständen für sie zu kämpfen, dann werden die Menschen ihm den Rücken stärken und noch mehr.

Nach ein paar Jahren meiner Gouverneurstätigkeit war das Wichtigste, was die Leute sagten, wenn sie auf mich zukamen, einfach »Danke«. Einige waren dankbar dafür, dass Florida während der Corona-Pandemie offenblieb, andere waren dankbar dafür, dass ihre Kinder die Schule weiterhin besuchen konnten, wieder andere dankten mir für alles, vom Schutz von Arbeitsplätzen bis zur Verteidigung der staatlichen und lokalen Strafverfolgung.

Nicht nur die Floridianer waren dankbar; Menschen im ganzen Land und auf der ganzen Welt betrachteten Florida als eine Bastion der Freiheit in einer verrückt gewordenen Welt, und einige schickten Kurzmitteilungen an mein Büro, um mir dafür zu danken, dass ich den Weg der freien Welt eingeschlagen hatte.

Auf dem Höhepunkt der drakonischen Abriegelungen in Australien schrieb ein Mann aus Sydney an mein Büro: »Es gibt hier im Moment nicht viel Hoffnung, und viele von uns haben Angst vor dem, was unsere Regierenden für uns auf Lager haben. Ich hoffe, dass Sie und Ihr großartiger Bundesstaat Florida uns in dieser dunklen Zeit Hoffnung geben. Danke, dass Sie sich für uns einsetzen.«

Zu Beginn des Jahres 2021 wurde eine kleine Industrie von Waren und Kleidung mit dem Motto »Make America Florida« gegründet. Auf diese Weise brachten viele Floridianer ihren Stolz auf unseren Staat zum Ausdruck, während andere den »Sunshine State« als Vorbild für andere Bundesstaaten und sogar für die ganze Nation anpriesen.

Die Menschen haben eindeutig auf unsere Führung in Florida reagiert. Wir sehen dies in der historischen Zuwanderung, die der Staat erlebt hat, seit ich Gouverneur bin.

So bemerkenswert die landesweit führende Nettozuwanderung Floridas in den letzten Jahren auch war, umso bedeutungsvoller ist vielleicht die politische Zusammensetzung dieser Zuwanderung. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in jedem einzelnen der neunundvierzig anderen Bundesstaaten mehr Republikaner nach Florida gezogen als Demokraten.

Als ich 2018 gewählt wurde, gab es im Bundesstaat Florida fast 300 000 mehr registrierte Demokraten als Republikaner. Bevor ich Gouverneur wurde, hat es in Florida nie mehr registrierte Republikaner als Demokraten gegeben. Im Oktober 2022 gab es in Florida über 300 000 registrierte Republikaner mehr als Demokraten – eine Verschiebung der Registrierung zugunsten der Republikaner, die in der modernen Geschichte der Politik beispiellos ist.

Wir wurden Zeuge eines großen amerikanischen Exodus – Amerikaner flohen aus Staaten, die von linken Regierungen beherrscht wurden, und Florida galt als das gelobte Land.

Das ist keine allgemeine Bestätigung der Republikanischen Partei, geschweige denn des republikanischen Establishments. Es gibt Leute, die sich von den Regierenden in Washington, D.C., weitgehend nicht repräsentiert fühlen und nach Florida gezogen sind, weil wir mit einer Agenda angetreten sind, die die Werte von Menschen wie ihnen vertritt. Ich denke sogar, dass die Einwanderung nach Florida durch Menschen bestimmt ist, die eine Politik wollen, die sowohl die amerikanische Tradition als auch den gesunden Menschenverstand widerspiegelt. Dies gilt umso mehr, als sich die Demokratische Partei in etwas verwandelt hat, das man nur noch als wach rüttelnde Müllhalde bezeichnen kann.

Florida hat ein Konzept für die Regierungsführung entwickelt, das zu greifbaren Ergebnissen geführt hat und gleichzeitig den etablierten Eliten, die unsere Nation in den Ruin getrieben haben, eine Rüge erteilt. Florida ist der Beweis dafür, dass wir, das Volk, diesen Eliten nicht machtlos gegenüberstehen.

Wer genau sind diese Eliten? In einem Essay im American Spectator aus dem Jahr 2010 stellte Angelo Codevilla die Quelle der politischen Spaltung und des politischen Versagens Amerikas als die ideologische, inkompetente und eigennützige »herrschende Klasse« heraus, die in den letzten fünfzig Jahren die Macht über die amerikanische Gesellschaft gefestigt hat.

Diese Eliten kontrollieren die Bundesbürokratie, die Lobby-Geschäfte an der K Street in Washington, das Großkapital, die Medien, die Big-Tech-Unternehmen und die Universitäten. Ihre Mitglieder sind Produkte des ideologischen amerikanischen Hochschulsystems und werden folglich durch eine Reihe von Ideen und »bemerkenswert einheitlichen Leitlinien sowie Gewohnheiten« vereint. Diese ideologische Einheitlichkeit geht über geografische, ethnische und religiöse Unterschiede hinaus; die Ideologie ist de facto die Religion der Eliten.

Diese Eliten sind »Fortschrittler«, die glauben, dass unser Land von einem exklusiven Kader von »Experten« geleitet werden sollte, die ihre Autorität durch einen nicht rechenschaftspflichtigen, überdimensionalen Verwaltungsstaat ausüben sollten. Sie neigen dazu, den Durchschnittsamerikaner zu verachten, glauben an die Notwendigkeit einer umfassenden sozialen Umgestaltung der amerikanischen Gesellschaft und halten sich für berechtigt, Macht über andere auszuüben.

Sie sind zwar Eliten, aber in diesem Zusammenhang bedeutet das Wort »Elite« nicht, dass jemand über eine ungeheure Begabung, großen Reichtum oder beachtliche Leistungen verfügt. Stattdessen meint es jemanden, der die Ideologie und die Ansichten der herrschenden Klasse teilt, was man durch »Tugendhaftigkeitssignale« (d. h. das Sprechen der »In«-Sprache) und dadurch zeigen kann, dass man die Amerikaner als Untertanen betrachtet, über die man herrschen muss, und nicht als Bürger, die man vertreten muss.

Zu diesen »Eliten« gehören nicht einige Personen, die es bis in die höchsten Ränge der Gesellschaft geschafft haben. Eine wichtige Person in unserer Regierung wie der Richter am Obersten Gerichtshof der USA, Clarence Thomas, Absolvent der Yale Law School, gehört nicht zu dieser Gruppe, weil er die Ideologie, den Geschmack und die Einstellungen der Gruppe ablehnt. Einige, die großen Reichtum erlangen, sei es ein Ölunternehmer aus Texas oder ein Autohändler aus Florida, gehören auch zu den »Außenseitern«, weil sie sich nicht der vorherrschenden Weltanschauung und den philosophischen Präferenzen der herrschenden Klasse anschließen.

Der große Thomas Sowell hat all dies schon vor mehr als fünfundzwanzig Jahren erkannt. In seinem bemerkenswerten Buch The Vision of the Anointed: Self-Congratulation as a Basis for Social Policy (Die Vision der Gesalbten – Selbstbeweihräucherung als Basis der Sozialpolitik) erklärt Sowell, wie eine politische Perspektive zu einem quasi-religiösen »besonderen Gnadenstand wird für diejenigen, die glauben«, in dem diejenigen, die von der Vision abweichen, »nicht nur falsch, sondern sündig« sind. Das entscheidende Merkmal der Vision liegt in ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Beweise. Wenn eine bevorzugte Politik ihre erklärten Ziele nicht erreicht, können neue Kriterien formuliert werden, um das anfängliche Scheitern zu rationalisieren – und, wie Sowell hervorhebt, garantiert diese »Isolierung von Beweisen praktisch einen nie endenden Vorrat an Politiken und Praktiken, die fatalerweise von der Realität unabhängig sind«. Den Gesalbten geht es um Erzählungen, nicht um Fakten oder Ergebnisse.

Der Grund, warum diese Klasse die Quelle großer Spaltungen in der amerikanischen Gesellschaft ist, liegt darin, dass sie die Menschen, über die sie sich berechtigt fühlt zu herrschen, grundsätzlich nicht repräsentiert. Ihre natürliche Heimat ist die Demokratische Partei, aber sie repräsentiert nicht einmal alle demokratischen Wähler. Während die Werte der herrschenden Klasse von den meisten Wählern abgelehnt werden, werden diese Wähler in unserem politischen System in der Regel nicht angemessen vertreten. Wie Codevilla erklärte, sind die etablierten Republikaner die »Juniorpartner« der herrschenden Klasse; sie wollen von den Gesellschaftsmedien akzeptiert werden und sind keine Herausforderung für die grundlegende Vision der Gesalbten.

Diese Dynamik hat zu einer sogenannten Einheitspartei geführt, in der die meisten Wähler der Republikaner, viele Wähler der Demokraten und eine große Zahl unabhängiger Wähler durch die Regelungen von Washington, D.C., nicht repräsentiert werden. Da die Ideologie der herrschenden Klasse so viele führende Institutionen in unserer Gesellschaft erobert hat, hat sie de facto ein »Regime« geschaffen, in dem Regierungsbürokratien, alte Medienkanäle, große Technologieunternehmen und viele Unternehmen in Amerika zusammenarbeiten, um die Vision der Elite einer unwilligen Öffentlichkeit in den Hals zu stopfen.

Vor diesem Hintergrund sollten die Debatten über »Populismus« analysiert werden. Ein populistischer Aufstand, der auf die Errichtung einer kommunistischen Diktatur abzielt, wie es in Kuba geschah, ist nicht wünschenswert. Ein populistischer Impuls, dem Versagen einer nicht repräsentativen herrschenden Klasse eine repräsentativere und erfolgreichere Regierung entgegenzusetzen, stellt eine logische Reaktion der Menschen dar, die die Hauptlast ihres Versagens tragen.

Die Vereinigten Staaten sind zunehmend zum Gefangenen einer arroganten, veralteten und gescheiterten herrschenden Klasse geworden. Im Laufe der Jahre haben diese Eliten die Kommunistische Partei Chinas gestärkt, indem sie China den Status des »meistbegünstigten Landes« im Handel einräumten (zum Nachteil der industriellen Basis Amerikas). Sie unterstützten militärisches Abenteurertum in der ganzen Welt ohne klare Ziele oder Aussicht auf einen Sieg; sie frönten dem Social Engineering in Bezug auf Wohneigentum, das den Grundstein für eine große Finanzkrise und die vom Steuerzahler finanzierte Rettung der Wall-Street-Banken legte; sie bewaffneten sogar den nationalen Sicherheitsapparat, indem sie die Verschwörungstheorie über russische geheime Absprachen ins Leben riefen, und trafen harte »Maßnahmen« als Reaktion auf das Coronavirus, die die individuelle Freiheit einschränkten und Gemeinden im ganzen Land verwüsteten, ohne dass dies zu einem entsprechenden Nutzen bei der Bekämpfung des Virus führte.

Diese Eliten sind nicht instinktiv patriotisch, sondern betrachten sich als »Weltbürger«. Das bedeutet, dass sie eine Politik befürworten, die die Bedeutung der nationalen Souveränität ignoriert und offene Grenzen und eine »globale« Wirtschaft bevorzugt. Sie halten diejenigen, die sich über den absichtlichen Ausfall der Grenzkontrollen an der Grenze zwischen den USA und Mexiko aufregen, der die Einfuhr großer Mengen an Fentanyl in die USA zur Folge hatte und die Zahl der Todesfälle durch Überdosierung stark ansteigen ließ, für »rassistisch«, weil sie die Souveränität der USA verteidigen und die Rechtsstaatlichkeit aufrechterhalten wollen. Sie sind begeistert von Konzepten wie dem »Great Reset« des elitären Weltwirtschaftsforums, das eine Zukunft vorhersagt, in der man »nichts besitzen und glücklich sein wird«, die USA nicht mehr die führende Supermacht sein werden, die Menschen viel weniger Fleisch essen werden, um die Umwelt zu retten, und die Energiepreise deutlich steigen werden.

Die Eliten verlassen sich nicht darauf, Wahlen zu gewinnen, um genügend politische Macht zu erlangen, um die gewünschte Politik umzusetzen; sie verlassen sich auf einen riesigen Verwaltungsstaat, mit dem sie ihre bevorzugte Politik unabhängig vom Ausgang der Wahlen umsetzen können. In dem festen Glauben, dass die Gesellschaft am besten von »Experten« regiert wird, die in Regierungsbehörden arbeiten, die nicht rechenschaftspflichtig sind, treiben sie sehr große Veränderungen in der amerikanischen Gesellschaft voran in Bereichen, die von der Energie bis hin zur Bildung reichen, und zwar durch bürokratischen Erlass, nicht etwa durch die Zustimmung der Bevölkerung.

Meiner Meinung nach ist der Hauptgrund für die politische Spaltung in den Vereinigten Staaten diese verknöcherte herrschende Klasse, die den Großteil der Öffentlichkeit in Versuchung führt, ihre Macht durch einen riesigen Verwaltungsapparat ausübt und trotz der unzähligen Misserfolge, die sie hinterlassen hat, ein Gefühl des Anspruchs aufrechterhält. Diese Eliten haben große Teile der Amerikaner entfremdet, die zunehmend Zuflucht davor suchen, von der gescheiterten und zerstörerischen Politik erdrückt zu werden.

✭✭✭

Floridas Vorgehen hat sich als wirksames Gegenmodell zu Amerikas gescheiterter herrschender Klasse bewährt. In Florida befähigt die Politik den Einzelnen, das Beste aus seinem Leben zu machen, unter anderem durch die Begrenzung der Macht und des Einflusses großer, mit der Politik verbundener Institutionen, die im Einklang mit der linken Ideologie arbeiten. In einer Welt, die zunehmend verrückter wird, ist Florida ein Brückenkopf der Vernunft, die jene angezogen hat, die im Inneren an die amerikanischen Werte glauben.

Die Reaktion auf das Coronavirus ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, dass jeder Bürger seinen eigenen gesunden Menschenverstand einsetzt. Florida widersetzte sich den »Experten« und schlug einen Kurs ein, der darauf abzielte, das Funktionieren der Gesellschaft und die allgemeine Gesundheit der Bürger aufrechtzuerhalten, während machthungrige Eliten versuchten, das Coronavirus zu nutzen, um eine repressive biomedizinische Sicherheit auf den amerikanischen Staat durchzusetzen, aber Florida hat solchen Plänen widerstanden.

Wir haben auch den intellektuellen Bankrott und die dreiste Parteilichkeit der Eliten des öffentlichen Gesundheitswesens – wie im Fall von Dr. Anthony Fauci – erkannt. Die Leistung dieser sogenannten Experten – sie lagen falsch, was die Notwendigkeit von Abriegelungen, die Wirksamkeit von Stoffmasken, Schulschließungen, die Existenz natürlicher Immunität und die Genauigkeit epidemiologischer »Modelle« anbelangt – war so entsetzlich, dass kein vernünftiger Mensch jemals wieder »den Experten vertrauen« sollte. Während die »Gesalbten« es vorziehen, die Selbstverwaltung an die vornehme Klasse abzugeben, spiegelt das Modell von Florida die Mahnung von Präsident Dwight Eisenhower wider, dass die öffentliche Politik nicht von einer wissenschaftlich-technischen Elite vereinnahmt werden darf.

In Florida haben wir nicht tatenlos zugesehen, wie fortschrittliche Eliten unsere Gesellschaft mit Füßen getreten haben. Wir haben zurückgeschlagen – und zwar bei den wichtigsten Themen.

Wir haben uns in der Bildungsfrage gewehrt, die eine Generation lang von den Fortschrittlern beherrscht wurde. Als die Corona-Pandemie eine Menge grundlegender Fehler in den Schulsystemen im ganzen Land aufdeckte, wurden die Eltern aktiver in Bezug auf die Vorgänge an den Schulen ihrer Kinder. Daraus entwickelte sich eine landesweite Bewegung zur Verteidigung des Rechts der Eltern, eine entscheidende Rolle bei der Erziehung ihrer Kinder zu spielen. Schulen sind dazu da, der Gemeinschaft zu dienen und bei der Erziehung der Kinder zu helfen, und nicht dazu, die Rechte der Eltern zu beschneiden und der Bürokratie die Werte aufzuzwingen, die sie für richtig hält.

Unser Mantra in Florida war Bildung, nicht Indoktrination. Florida war einer der ersten Bundesstaaten, der eine »Parents’ Bill of Rights« (Gesetz über die Rechte der Eltern) – eines Gesetzes, das die Rolle der Eltern in der Bildung gesetzlich festschreibt – sowie eine Gesetzgebung zur Transparenz der Lehrpläne erlassen hat, die den Eltern das Recht garantiert, das in den Schulen ihrer Kinder verwendeten Unterrichtsmaterial einzusehen. Die Tatsache, dass eine solche Maßnahme überhaupt notwendig ist, zeigt, wie weit sich das moderne Schulsystem vom Kernauftrag der Bildung entfernt hat.

Florida ist landesweit führend bei der Wahlfreiheit der Eltern in Bezug auf Schulen von der ersten bis zur zwölften Klasse. Unsere Schulwahlprogramme – sowohl private Stipendien als auch öffentliche Charter-Schulen – haben jährlich mehr als 500 000 Schülern geholfen und dazu beigetragen, mehr Wahlmöglichkeiten innerhalb der Schulbezirke zu schaffen, sodass mehr als 1,3 Millionen Schüler in Florida nicht die öffentliche Schule besuchen, für die sie »eingeteilt« sind.

Florida hat auch modellartig die Bedrohung erkannt, die entsteht, wenn die »woke«-Ideologie in den Führungsetagen der Gesellschaft um sich greift. Die Wall-Street-Banken können Finanzdienstleistungen für Branchen verweigern, die mit der Vision der »Gesalbten« kollidieren, beispielsweise für Hersteller von Schusswaffen oder für Unternehmen, die Dienstleistungen für die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze erbringen, weil sie den zweiten Verfassungszusatz ablehnen und offene Grenzen befürworten. Diese Absprachen stellen für die herrschende Klasse eine Möglichkeit dar, über die Wirtschaft das zu erreichen, was sie an den Wahlurnen niemals erreichen könnte. Die Bewegung für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental Social Governance, ESG) ist der logische Höhepunkt dieses Impulses, da sie versucht, der Gesellschaft die Ideologie der herrschenden Klasse durch börsennotierte Unternehmen und Vermögensverwaltung aufzuzwingen. Indem wir es mit dem Woke Kapital aufgenommen haben, haben wir in Florida die Gefahren der öffentlichen Macht erkannt, die von privaten Einrichtungen ausgeübt wird, die den Wählern gegenüber nicht rechenschaftspflichtig sind.

Die Rolle, die Big-Tech-Unternehmen in unserer Gesellschaft spielen, bedroht inzwischen unsere Selbstverwaltung. Es ist eine Sache, wenn ein Unternehmen groß und profitabel wird, indem es seinen Kunden gute Produkte und Dienstleistungen anbietet. Es ist aber etwas ganz anderes, ein Quasi-Monopol zu sein, dessen Plattformen den größten Teil der politischen Äußerungen des Landes beherbergen, und dann diese Macht zu nutzen, um das bevorzugte Narrativ der herrschenden Klasse durchzusetzen, wenn Big-Tech-Firmen mit der Bundesregierung zusammenarbeiten, um »Fehlinformationen« zu überwachen und zum de facto Zensurarm des Regimes zu werden, reicht nicht aus, um einige zu überzeugen.

Eine weitere Bedrohung für das Verfassungssystem ist die Abkehr der Elite von der Rechtsstaatlichkeit. Durch die Unterstützung offener Grenzen unter Verletzung des Bundesrechts stellt die herrschende Klasse ihre eigene Vision über die Souveränität der Nation auf. Die Hauptlast dieser Politik trifft natürlich die »benachteiligte« Arbeiterklasse, die mitansehen muss, wie Fentanyl und andere Drogen ihre Gemeinden verwüsten, und die sich mit gefährlichen Kriminellen herumschlagen muss, die absichtlich wieder freigelassen werden – während die »Gesalbten« sicher in ihren komfortablen Umgebungen ruhen und die katastrophalen Folgen ihrer Politik nicht erleben müssen.

Florida hat diese gesetzlose Vision der »Gesalbten« abgelehnt. Ich habe Maßnahmen wie das Verbot von »Sanctuary Cities« zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung unterzeichnet – und erhielt infolgedessen starke Unterstützung von Latinos aus der Arbeiterklasse. Florida hat auch wichtige Reformen zur Unterstützung der Polizei und zur Erhöhung der öffentlichen Sicherheit durchgeführt, einschließlich des Verbots der Aushöhlung der Mittel für die Strafverfolgungsbehörden und der Verhängung von Strafen gegen diejenigen, die sich an der Gewalt des Mobs beteiligen.

Unsere Nation braucht eine Einwanderungspolitik, die die Souveränität des Landes anerkennt und durchsetzt, und zwar nicht nur durch eine Mauer an der Südgrenze, sondern auch durch die schnelle Abschiebung derjenigen, die sich illegal im Land aufhalten. Ein irrtümlicher Asylantrag sollte für einen Ausländer kein Ticket sein, sich im Inneren unseres Landes niederzulassen. Das legale Einwanderungssystem sollte auch keine Maßnahmen wie die »Diversitätslotterie« und die Kettenmigration beinhalten. Stattdessen sollte das Einwanderungssystem auf Leistung basieren, Assimilierung und nicht Massenmigration fördern und darauf ausgerichtet sein, die Löhne der amerikanischen Arbeiterklasse zu verbessern.

Die Politik der sanften Kriminalität ist im Laufe der Jahre immer wieder gescheitert, wenn sie umgesetzt wurde. Der Schwerpunkt des Strafrechts sollte auf der Aufrechterhaltung der Ordnung in der Gesellschaft liegen. Unsere Gesellschaft kann nicht funktionieren, wenn skrupellose Staatsanwälte Gesetze, die ihnen nicht gefallen, aufgrund ihrer persönlichen Vorstellung von »sozialer Gerechtigkeit« einfach außer Kraft setzen können, und wenn diejenigen, die grundlegende Aufgaben der Strafverfolgung wahrnehmen, für ihren Dienst verunglimpft werden.

Als wir diese Positionen vertraten, taten wir dies vor dem Hintergrund eines nahezu einseitigen Widerstands der traditionellen Medien. Viele der Probleme, die der Öffentlichkeit untergeschoben wurden, wären vielleicht nicht aufgetreten, wenn wir Medien gehabt hätten, die an der Suche nach der Wahrheit interessiert gewesen wären, anstatt parteiische Narrative zu verbreiten. Falsche Mediennarrative wurden benutzt, um Kinder in vielen linken Enklaven für mehr als ein Jahr von der Schule auszuschließen und um Angriffe gegen die Strafverfolgungsbehörden zu rechtfertigen, weil sie »rassistisch« seien, was dazu führte, dass mehr Menschen Opfer von Kriminellen wurden.

Wenn Menschen sich gegen das Regime auflehnen – sei es gegen den Gouverneur eines Bundesstaates oder ein Elternteil, das auf einer Schulkonferenz spricht –, werden die etablierten Medien unweigerlich dem Regime in die Quere kommen und sie verleumden, wobei sie oft anonyme Quellen benutzen, um ihre Angriffe zu »waschen«. Die Medienkonzerne sind eindeutig kaputt und eine der Hauptquellen für die Spaltung unseres Landes. Wir haben uns diesen Medien nie gebeugt, indem wir sie als Gatekeeper anerkannt haben; stattdessen haben wir uns gegen ihre falschen Narrative gewehrt und den Menschen die Wahrheit gesagt.

✭✭✭

Florida hat seine Bürger ständig gegen große Institutionen verteidigt, die ihnen Schaden zufügen wollten – von Bürokraten des öffentlichen Gesundheitswesens, die versuchten, Kinder von der Schule fernzuhalten, über große Unternehmen, die versuchten, die Rechte der Eltern zu untergraben, bis hin zu Bundesbehörden, die versuchten, Menschen aufgrund von Covid-19-Impfungen aus dem Arbeitsleben zu drängen.

Der Grund dafür, dass so viele Menschen nach Florida gezogen sind, ist der Inbegriff des »freien Bundesstaates«, weil wir eine Politik umgesetzt haben, die erkennt, dass die Bedrohung der Freiheit nicht auf die Handlungen der Regierungen beschränkt ist, sondern auch eine Menge aggressiver, mächtiger Institutionen umfasst, die unserem Land unbedingt eine wunschgemäße Agenda aufzwingen wollen. In dem Maße, in dem die Linke die Kontrolle über diese Institutionen erlangt hat, ist ihre traditionelle Skepsis gegenüber der verfestigten Macht solcher Institutionen geschwunden.

Wir haben gegen die woken Eliten in Florida gekämpft, und wir haben gewonnen, immer und immer wieder. Wenn Sie gegen die Elitemaschinerie vorgehen, wissen Sie, dass Sie mit einer Menge Schleudern und Pfeile konfrontiert werden. Die Fähigkeit, zielgerichtet und mit Überzeugung zu führen, ist das, was eine Agenda, die auf dem Papier schön klingen mag, von einer, die einen Unterschied machen wird, unterscheidet.

In Zeiten wie diesen gibt es keinen Ersatz für Mut.

Kapitel 1

Grundlagen

Der Apostel Matthäus erzählte, dass ein Haus, das auf einem starken, stabilen Felsenfundament gebaut ist, dem peitschenden Regen, den anschwellenden Flüssen und den heulenden Winden standhalten kann (Matthäus 7,24–27). Für einen Gouverneur bedeutet ein solides Fundament, dass er weiß, woran er glaubt, dass er eine klare Vision von dem hat, was er erreichen will, und dass er sich dessen bewusst ist, dass das Erreichen großer Ziele nicht »kostenfrei« zu haben ist. Es ist unerlässlich für die Ausübung von Exekutivfunktionen und die Führung in turbulenten politischen Gewässern.

Als ich im Januar 2019 Gouverneur von Florida wurde, half mir das Fundament, das ich mitbrachte – mein Glaube, meine bürgerlichen Werte und meine Reise von einer Kleinstadt in Florida über die irakische Wüste bis hin zu den Hallen des Kongresses –, standhaft für das Richtige einzutreten. Ich würde nie die Art von lustlosem Regierungschef werden, die allzu oft in den Hauptstädten unserer Bundesstaaten und manchmal sogar im Oval Office sitzt, umgeben von Meinungsforschern und Beratern, und sich sagen lässt, was zu tun ist.

Ich bin ein stolzer Einwohner Floridas. Geboren in Jacksonville, zog meine Familie, als ich vier Jahre alt war, nach Orlando, und als ich in der ersten Klasse war, ließ sie sich in Dunedin nieder (in Pinellas County, einer Halbinsel zwischen dem Golf von Mexiko und der Tampa Bay). Meine Familie zog in Florida herum, weil mein Vater für das Fernsehforschungsinstitut Nielsen arbeitete. Damals musste Nielsen spezielle Geräte an den Fernsehgeräten der ausgewählten Familien anbringen. Meine Mutter war Krankenschwester und kümmerte sich neben der Pflege von Patienten auch um meine jüngere Schwester und mich.

Dunedin hatte etwa dreißigtausend Einwohner, als wir Mitte der 1980er-Jahre zum ersten Mal dorthin zogen. Die Stadt war eine Mischung aus Südstaatlern und Zuwanderern aus dem Mittleren Westen und Nordosten, darunter viele Rentner. Ich hatte den Eindruck, dass mehr meiner Nachbarn ihre Wurzeln in Staaten wie Ohio und Illinois hatten als in New Jersey oder New York. Das entspricht der allgemeinen Faustregel in Florida, dass die Menschen aus dem Mittleren Westen die I-75 nach Süden wählen und sich an der Westküste Floridas niederlassen, während die Menschen aus dem Nordosten der I-95 nach Süden folgen, um an der Südostküste zu landen, wo die Heimspiele unserer damals einzigen Profisportmannschaft, den Tampa Bay Buccaneers, stattfanden. Dort gab es oft mehr Fans, die Gastmannschaften wie die Chicago Bears anfeuerten, als Menschen, die unsere Heimatstadt Bucs besuchten. Obwohl es ein Privileg war, Gouverneur zu sein, als die von Tom Brady angeführten Buccaneers 2021 im Raymond-James-Stadium in Tampa den Super Bowl gewannen, wäre es damals, als ich aufwuchs, etwas weniger unwahrscheinlich gewesen, dass die Bucs die Meisterschaft gewinnen, als dass ich zum Gouverneur gewählt werden würde.

Für ein von Baseball besessenes Kind war Dunedin großartig: Es war das Frühjahrstrainingszentrum der Toronto Blue Jays. Ich konnte den großen Spielern direkt auf der Straße zusehen. Ich lebte in meinem eigenen kleinen Baseballhimmel.

Von dem Zeitpunkt an, als meine Familie Mitte der 1980er-Jahre nach Dunedin umzog, bis zu meinem Highschool-Abschluss verließ ich den Großraum Pinellas nur selten für etwas anderes als Baseball. Wir machten gelegentlich Ausflüge über die Bucht nach Tampa und fuhren bei einigen Gelegenheiten neunzig Meilen zu Freizeitparks in Zentralflorida. Aber mein tägliches Leben – Schule, Baseball, Freunde, Kirche – spielte sich im Umkreis von etwa fünf Meilen um mein Zuhause ab.

Baseball war der Motor für die Erweiterung meines Horizonts. Damals gab es in Little Leagues wie Dunedin National eine reguläre Saison, in der die einzelnen Teams, die jeweils von einem lokalen Unternehmen gesponsert wurden, gegeneinander antraten. Dann wurden die besten Spieler aus den Teams der Liga ausgewählt, und es entstand das All-Star-Team, das darum kämpfte, es bis zu den Little League World Series in Williamsport, Pennsylvania, zu schaffen.

Als ich elf Jahre alt war, wurde ich in die All-Star-Mannschaft von Dunedin National berufen. Wir hatten gute Spieler (von denen einige später von Profiteams verpflichtet wurden), trainierten täglich und nahmen am Bezirksturnier teil, schieden aber nach drei Spielen aus.

Das war enttäuschend, aber ich habe mir zunächst nicht viel dabei gedacht, da ich noch ein weiteres Jahr in der Little League spielen durfte. Außerdem war das Turnier von Williamsport etwas, das man im Fernsehen sah. Für eine Gruppe von Kindern aus Dunedin, Florida, schien das keine realistische Möglichkeit zu sein.

Wie es der Zufall wollte, gewann unsere Schwesterliga, Dunedin American, die auf der anderen Seite der Stadt spielte, die Staatsmeisterschaft in Florida und stand kurz davor, die Southern Regional zu gewinnen (die dreizehn Bundesstaaten umfasste, darunter auch Texas und Georgia) und sich die begehrte Reise nach Williamsport zu verdienen. Ich erinnere mich daran, dass ich das regionale Endspiel im nahe gelegenen Gulfport, Florida, besuchte und Zeuge einer harten Niederlage für Dunedin American wurde, die von einer umstrittenen Entscheidung abhing. Wir alle hatten das Gefühl, dass unser Stadtrivale der Chance beraubt wurde, die Little League World Series zu erreichen.

Die Niederlage von Dunedin American hat uns ein Licht aufgehen lassen. Plötzlich schien es nicht nur möglich zu sein, das Ticket nach Williamsport als Meister der US Southern Region zu lösen, sondern auch erreichbar. Als im folgenden Jahr die All-Stars von Dunedin National ausgewählt wurden, brachten die meisten unserer Teammitglieder Aufkleber mit der Aufschrift »WWT« unter der Hutkrempe. Es stand für »We Want Taiwan«, denn die Teams von Chinesisch Taipeh hatten die Little League World Series eine Generation lang dominiert. Wir hatten ein Ziel: die Reise nach Williamsport zu gewinnen und Taiwan zu besiegen.

Im Jahr 1991 war unser ganzer Sommer der Verwirklichung dieses Traums gewidmet, indem wir praktisch jeden Tag Baseball spielten. Als die Distriktturniere begannen, war es offensichtlich, dass unser Dunedin National All-Star-Team ein Moloch war – wir behaupteten uns bei den Distrikt- und Sectional-Turnieren und gewannen die Florida-State-Meisterschaft.

Wir stürmten in das regionale Turnier und machten Hackfleisch aus Teams aus dem ganzen Süden, um es bis zum Meisterschaftsspiel zu schaffen. In einem beherzten Spiel gegen ein Team aus Louisiana gewannen wir dann den Titel in der Region Süd und lösten damit unser Ticket für Williamsport.

Ich war überrascht, was für eine große Sache das für unsere Gemeinde war. Plötzlich waren wir in den Lokalnachrichten und auf der Titelseite der lokalen Zeitungen zu sehen – nicht mehr nur ein Haufen Kinder, die sich ein weit hergeholtes Motto unter die Hutkrempe geschrieben hatten.

Williamsport ist das Shangri-La für Little Leaguers. Die Spiele finden in einem echten Stadion statt, das dank der terrassenförmig angelegten Hügel jenseits des Zauns mehr als vierzigtausend Zuschauer fassen kann. Das Spielfeld war perfekt gepflegt, und als wir das Stadion zum ersten Mal sahen, war es, als würden wir zum ersten Mal den Fenway Park oder das Wrigley Field betreten. Die Mannschaften wohnten alle in Hütten auf dem Gelände, und für die Mahlzeiten gab es einen Speisesaal. Die Zeit zwischen den Trainingseinheiten und den Spielen vertrieben sich die Spieler mit Tischtennis. Ich erinnere mich, dass einige meiner Mannschaftskameraden und ich einige der taiwanesischen Kinder besiegt haben. War das ein Vorbote dafür, dass wir die taiwanesische Maschinerie um die Meisterschaft schlagen würden, fragte ich mich.

Leider bekamen wir nicht die Gelegenheit, gegen das Team von Chinesisch Taipeh zu spielen. Damals fand das Turnier in Einzelausscheidung statt, und wir verloren mit 5 zu 4 gegen ein Team aus Kalifornien, das einen rechtshändigen Pitcher hatte, dessen Fastball aus einer Entfernung von nur 46 Fuß eine Geschwindigkeit von 81 Meilen pro Stunde erreichte. Das gab uns die gleiche Zeit von der Hand bis zum Schläger, die ein Major-League-Spieler benötigen würde für einen Wurf aus 60 Fuß und 6 Zoll Entfernung bei 108 Meilen pro Stunde.

In all den Jahren, in denen ich Baseball gespielt habe, konnte ich gegen eine Menge Pitcher antreten, die einen Fastball geworfen haben, von denen einige in der ersten Runde gedraftet wurden und/oder in den großen Ligen gespielt haben, und ich kann sagen, dass ich nie mit einem schnelleren, schwereren Ball konfrontiert wurde als bei diesem Spiel in Williamsport. Es war, als würde man versuchen, gegen Nolan Ryan, Bob Feller und Bob Gibson zu schlagen, alles in einem.

Die Niederlage war enttäuschend, aber der Wettbewerb auf dieser Bühne war eine einmalige Erfahrung, die den Spielern und unseren Familien viel bedeutet hat.

Diese Erfahrung hatte weniger mit Baseball als mit dem Leben zu tun. Sie war der Beweis dafür, dass sich harte Arbeit lohnen kann und dass es möglich ist, große Ziele zu erreichen. Ich glaube auch, dass dies einige meiner späteren politischen Einschätzungen beeinflusst hat. Während zum Beispiel meine Abneigung gegenüber der Kommunistischen Partei Chinas und meine Unterstützung für Taiwan meine allgemeine politische Einstellung widerspiegelten, beeinflusste die Bewunderung, die ich dem taiwanesischen Baseball zollte, zweifellos meine Pro-Taipeh-Haltung. Schließlich erinnerte ich mich, wie ich gegen diese Jungs Tischtennis gespielt hatte, und sie waren normale Kinder, die einfach nur Spaß hatten, und keine Maoisten, die eine Kulturrevolution anstrebten.

Als ich älter wurde und selbst Kinder hatte, lernte ich die harte Arbeit und das Engagement meiner Eltern und der Eltern meiner Mannschaftskameraden noch mehr zu schätzen. Es ist sehr anstrengend, Tag für Tag für die Kinder da zu sein, und die Realität sieht so aus, dass es in vielen Gemeinden in unserem Bundesstaat und im ganzen Land Spieler gibt, denen diese Art der elterlichen Unterstützung fehlt, die wir alle für selbstverständlich halten.

Baseball hat mich in meinen Jahren nach der Little League durch den ganzen Bundesstaat Florida geführt. Von Key West bis Jacksonville und praktisch überall dazwischen waren meine Florida-Erfahrungen außerhalb von Dunedin weitgehend mit Jugend-Baseballturnieren verbunden.

Damals war ich mir wirklich nicht sicher, welche Möglichkeiten ich nach der Highschool haben würde. Ich wusste, dass ich so lange wie möglich Baseball spielen wollte, aber mir war auch klar, dass ich realistisch einschätzen musste, wie weit ich damit kommen würde. Ich beschloss schon früh in der Highschool, in allen Fächern hart zu arbeiten, nicht nur in der Leichtathletik, um sicherzustellen, dass ich als Sportstudent die bestmögliche Leistung erbringe.

Vielleicht war das der Grund dafür, dass ich, als die College-Baseball-Profis die Highschool-Absolventen kontaktierten, von Schulen wie Yale angeworben wurde. Das lag zum Teil an meinen guten schulischen Leistungen, auf die meine Eltern stolz waren, denn ich war noch nie in meinem Leben in Neuengland gewesen und träumte auch nicht davon, eine berühmte Ivy-League-Schule zu besuchen. Und doch bot sich mir die Gelegenheit, die Sonne Floridas gegen kalte Winter im Norden einzutauschen und in ein, wie ich annahm, spießiges soziales Umfeld voller Absolventen nobler Vorschulen zu wechseln – weit entfernt von dem, was ich von einer öffentlichen Highschool an der Westküste Floridas gewohnt war.

Aber ich mochte den Baseballtrainer von Yale, den ehemaligen Pitcher der St. Louis Cardinals John Stuper, und ich dachte mir, dass ein Abschluss an einer Schule wie Yale mir später mehr Möglichkeiten bieten würde. Ich war ein guter Baseballspieler, aber mir wurde klar, dass ich mich nicht für den Rest meines Lebens auf den Baseball verlassen konnte.

Nach meinem Highschool-Abschluss nahm ich einen Vollzeitjob in einem Elektrizitätswerk in der Stadt an, um das College zu finanzieren. Das Unternehmen hatte Jahre zuvor eine meiner Jugend-Baseballmannschaften gesponsert, und der Inhaber sagte mir, wenn ich jemals einen Job bräuchte, würde er mich einstellen. Während es für angehende Studienanfänger üblich war, den Sommer am Strand zu verbringen und bis mittags auszuschlafen, stand ich in aller Herrgottsfrühe auf, um an fünf Tagen in der Woche kurz nach sechs Uhr mit der Arbeit zu beginnen – als Gehilfe eines Elektrikers. Ich verdiente gerade mal sechs Dollar in der Stunde, aber es war ein tolles Gefühl, einen Lohn für gute Arbeit zu bekommen. Das war der Anfang einer langen Reihe von Jobs, mit denen ich mich durchschlug, während ich versuchte, meinen Abschluss zu absolvieren und etwas aus mir zu machen.

Dieser Job war auch meine erste Begegnung mit dem regulatorischen Leviathan der amerikanischen Bundesregierung. Als ich am ersten Tag zur Arbeit erschien, trug ich die typische Kleidung eines Elektrikers: Jeans, ein langärmeliges Hemd und ein altes Paar Arbeitsschuhe.

Und dann wurde ich prompt nach Hause geschickt.

Warum? Weil nicht klar war, ob die alten, abgenutzten Stiefel tatsächlich von der »OSHA zugelassen« waren. Ich wusste nicht, was OSHA war, aber ich erfuhr bald, dass die »Occupational Safety and Health Administration« eine Bundesbehörde ist, die für die Bekanntgabe von Sicherheitsvorschriften am Arbeitsplatz zuständig ist. Das Ergebnis für mich war, dass ich den Löwenanteil meines ersten Wochengehalts für ein Paar Stiefel ausgeben musste, die unmissverständlich von der OSHA zugelassen waren. Ich bezweifle, dadurch größere Sicherheit erlangt zu haben, aber der Kauf hat mich jedenfalls ein wenig ärmer gemacht.

✭✭✭

Der Tag, an dem ich endlich den Campus von Yale betrat, war ein gewaltiger Kulturschock für mich. Ich trug ein T-Shirt, Jeansshorts und Flip-Flops. Meine übliche Kleidung aus Florida kam in diesem neuen Milieu von Studenten, die größtenteils aus wohlhabenden Gemeinden an der Ost- und Westküste stammten, nicht gut an. Hier war ich, ein Arbeiterkind aus Tampa Bay, das den Sommer damit verbracht hatte, für einen Mindestlohn bei einem Elektrounternehmen zu arbeiten, an einer Universität, an der ein großer Prozentsatz der Studenten aus Millionärsfamilien stammte.

Als angehender Studienanfänger hatte ich wirklich keine Ahnung, worauf ich mich in Bezug auf die Campus-Ideologie oder die politische Kultur einlassen würde. Natürlich haben sich Universitäten im Allgemeinen und Eliteuniversitäten im Besonderen immer mehr zu hyperlinken Institutionen entwickelt, die sich weniger um die Ausbildung von Studenten im klassischen Sinne kümmern, als vielmehr darum, ihnen ihre ideologische Weltanschauung einzutrichtern, mit der ich in Yale bald konfrontiert sein würde. Ich war dort, um gute Leistungen in der Schule und in der Leichtathletik zu erbringen und mir keine Gedanken über die philosophische Ausrichtung von Yale zu machen.

Yale war für mich auch deshalb ein so großer Kulturschock, weil ich nicht nur aus Florida kam, sondern auch in den Arbeitervierteln im Westen Pennsylvanias und im Nordwesten Ohios, wo meine Eltern aufgewachsen waren. In diesen Regionen lebten viele Bürger mit irischen, süd- und osteuropäischen Wurzeln, die streng katholisch waren und vornehmlich in der Stahlproduktion tätig waren, die in den 1970er- und 1980er-Jahren in einer Weise gedrosselt wurde, dass diese einst blühenden Industriezentren jahrzehntelang ins Wanken gerieten, da die Produktion nach China und in andere Niedriglohnländer verlagert wurde.

Mein Vater wuchs in einem Eisenhüttenland auf, in einer Stadt namens Aliquippa, zwanzig Meilen nordöstlich von Pittsburgh. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts kaufte die Jones & Laughlin Steel Corporation Land entlang des Flusses Ohio, um dort das größte Stahlwerk der Welt zu errichten. In der Blütezeit beschäftigte die Firma etwa ein Drittel der rund 28 000 Einwohner der Stadt. Sein Vater (mein Großvater väterlicherseits) arbeitete für J&L und ernährte eine Frau (meine Großmutter, die bis in ihren Neunzigern lebte) und drei Söhne. Wie nicht anders zu erwarten, war dies eine raue, gottesfürchtige Arbeiterstadt – die Menschen dort waren das Salz der Erde.

Während ich in einer Baseball-zentrierten Gemeinde in Florida aufwuchs, war der Westen des US-Bundesstaates Pennsylvanias ein Footballland. Ich wurde 1978 geboren, also am Ende der Steelers-Dynastie, die in den 1970er-Jahren den Rekord von vier Super-Bowl-Siegen aufstellte, und ich habe Babyfotos von mir, die mein Vater in einer Steelers-Uniform zeigen. Im Westen Pennsylvanias hatte der Highschool-Football den Status einer Religion, und die Region hat legendäre Spieler wie Joe Montana, Tony Dorsett (aus Aliquippa), Joe Namath, Dan Marino, Mike Ditka, Johnny Unitas und Jim Kelly hervorgebracht.