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Als die Taxifahrerin Meysem eines Abends den reservierten Fahrgast Ian Cappenberg aufnimmt, ahnt sie nicht, wie sehr dieser wortkarge Geschäftsmann ihr Leben verändern wird. Nach der Fahrt verliert sie überraschend ihren Job. Ausgerechnet nach dieser einen Begegnung. Ob aus Mitleid oder Berechnung: Cappenberg bietet ihr seine Hilfe an. Und obwohl Meysem misstrauisch ist, kann sie das Angebot kaum ablehnen. Nicht in ihrer finanziellen Lage. Doch was zunächst wie ein Rettungsanker erscheint, entpuppt sich bald als Beginn eines gefährlichen Spiels, aus dem es kein Entkommen gibt. Ein weiterer fesselnder Teil der Red Scapular Saga: düster, elegant und tief verstrickt im Netz des uralten Vampir-Mythos in Kölns High Society.
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Seitenzahl: 240
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Kurzer Hinweis zum Ausdruck: Die Charaktere sind fiktiv aus dem Leben gegriffen. Daher verwende ich eine deutliche Ausdrucksweise sowie Umgangssprache. Darüber hinaus ziehe ich Vergleiche zu Film und Fernsehen und nenne auch Markennamen, ohne dafür bewusst Werbung machen zu wollen.
Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass man sich durch Gewaltszenen getriggert fühlen kann.
1 DAY SHIFT
2 BILLS, BILLS, BILLS
3 NIGHTCALL
4 MR. VAIN
5 REMORSE
6 LOST
7 BROKE GIRL
8 SAM'S ADVICE
9 SUDDEN CHANGES
10 JOB INTERVIEW
11 SURPRISE
12 FORETASTE
13 BACK IN BUSINESS
14 CASTLE DINNER
15 THE MAW
16 WAITING FOR ...
17 MYSTERY
18 LOCUS ANONYMOUS
19 CURIOSITY
20 STRANGE NEWS
21 COZY DINING
22 SEDUCTIVE VIEW
23 CATFORD
24 LOVEBOMB
25 THE CHASE
26 CARGO CITY
27 ENLIGHTENMENT
DIE PROTAGONISTEN
1DAY SHIFT
Der Regen tröpfelte gemächlich auf die Frontscheibe ihres
Autos nieder, der Scheibenwischer bewegte sich in langsamster Einstellung hin und her. Starren Blickes aus dem Fenster ließ sich Meysem keinesfalls davon irritieren. Allmählich brach der Abend an, obwohl es den ganzen Tag über so grau und trist gewesen war.
Was für ein Montag?, dachte sie bei sich und schloss für einen Moment müde ihre Augen. Eigentlich war das einer dieser Tage, wo man sich am liebsten ins Bett verkroch und Musik hörte oder bei einem leckeren Tee ein gutes Buch las. Doch Meysem musste arbeiten. In ihrem Fall bedeutete das Taxifahren.
Plötzlich hupte ein anderer Autofahrer hinter ihr und sie schreckte auf. Längst war die Ampel auf grün umgesprungen. Sofort fuhr sie an und musste wenige Meter weiter doch wieder stehenbleiben. Hat sich ja gelohnt, so zu stressen, schoss es ihr in den Sinn. Nun stand sie allerdings mit ihrem Taxi inmitten der Kreuzung. Hoffentlich kam sie noch rechtzeitig hier weg, wenn die andere Seite grün bekam. Ansonsten würde ihre Limousine den Weg versperren.
Im Radio trällerte Bruno Mars seinen Song Treasure fröhlich dahin, schaffte es aber leider nicht Meysem damit aufzuheitern. Sie strich sich eine lockige Strähne ihres dunkelbraunen Haares aus dem Gesichtsfeld.
Es ging weiter. Wenigstens schaffte sie es von der Kreuzung herunter und somit aus der Gefahrenzone hinaus, der Frustgrund für andere AutofaherInnen zu sein. Aber nun stand sie wieder wartend an der übernächsten roten Ampel. Es tröpfelte heiter weiter. Der Feierabendverkehr. In ein paar Minuten hätte sie eigentlich Dienstschluss. Sie rechnete damit, locker zehn Minuten später in der Halle der Taxizentrale einzutreffen. Dann müsste sie sich wohl wieder von ihrem Chef anhören, dass er die Überstunden nicht bezahle. Bla, bla, bla, dachte sie entnervt.
Nun folgten die Nachrichten im Radio. Es war 17:00 Uhr. Was für ein Montag? Obwohl sie nicht viele Fahrgäste auf ihrer Rückbank hatte oder eben vielleicht genau deswegen, waren ihre Erlebnisse mit dreien von ihnen irgendwie prägend im Gedächtnis geblieben.
Zuerst war da diese ältere, weißhaarige Dame aus Nippes, die direkt von ihr dachte, sie spreche kein Deutsch. Nachdem dieses Missverständnis von Meysem aus der Welt geschafft wurde, indem sie mit ihrem Nachnamen Meising bewies, dass sie Deutsche war, fand zwischen ihnen so etwas, wie eine Unterhaltung statt.
»Wie alt sind Sie eigentlich?«, fragte die betagte Frau darauf neugierig und sah sie milde lächelnd über ihre Lesebrille an.
»Ich bin 29 Jahre alt« erwiderte Meysem, ohne zu ahnen, was folgte und konzentrierte sich auf den Verkehr am Ring.
»Ach Kindchen«, lachte sie erhaben auf. »In deinem Alter war ich schon zehn Jahre verheiratet und hatte drei Kinder. Nicht nur, dass ich dadurch keine Zeit hatte, arbeiten zu gehen, mein Mann verdiente so gut, dass ich das auch erst gar nicht musste. Sagen Sie«, beugte sie sich halb vor, »haben Sie etwa keinen Mann?«
Meysem zuckte innerlich zusammen. Was ging die fremde Frau das an?, dachte sie und blickte über den Rückspiegel zu ihr hinüber. »Ich studiere noch. An Familie denke ich momentan nicht«, antwortete sie trocken und bewahrte dabei Fassung.
»Aber Sie sind doch so hübsch. Da liegen Ihnen die Männer doch sicherlich zahlreich zu Füßen. Warum also so umständlich?«, gluckste Granny.
Ja, sicher. Diese ganzen selbstverliebten, unselbstständigen und unauthentischen Talahons, die nicht einmal in der Lage sind eine Waschmaschine anzustellen?, schoss es ihr zynisch durch den Sinn. Da Mey aber kein Fass aufmachen wollte, hielt sie sich mit jeglicher Aussage auch hierbei zurück.
»Ist einfach noch nichts für mich«, entgegnete sie daher kurzum.
Die Granny blickte nun stumpf aus dem Fenster und äußerte dann Dinge wie, früher habe es so etwas nicht gegeben und überhaupt mussten und durften junge Frauen keine Taxis fahren. Das sei einfach nicht richtig. Zudem wirkte die alte Frau sehr unruhig, was sich irgendwie ungewollt auf Meysem übertrug. How unpleaseant.
Nach der Oma dann stieg ein schätzungsweise gleichaltriger, viel weltoffenerer Mann ein, der Meysem zu ihrem Mut und Engagement lobte, es gut fand, dass die heutigen Frauen so selbstständig seien, sich für Familie Zeit ließen und ihre Arbeit anerkannte. Er strahlte eine solche Gelassenheit aus und hatte eine sehr angenehme Stimme, sodass das Gefühl der Unruhe bei ihr schnell wieder verflog.
Beide gaben ihr hinterher ein recht gutes Trinkgeld. Von der Omi wahrschienlich mehr aus Mitleid, als aus Wertschätzung, vermutete sie. Doch das war nicht wichtig. Für Mey zählte, dass sie an Geld kam.
Zuletzt aber war ihr besonders dieses junge, blonde Mädchen im Gedächtnis geblieben. Es erzählte von ihren Nachbarn und begann das Gespräch gleich mit einer seltsamen Frage.
»Hast du Nachts schon einmal eine riesige Fledermaus gesehen?«
Meysem dachte zuerst, sie spreche von einem Film oder einer Zeichentrickserie, doch allmählich kam sie darauf, dass es das Mädchen durchaus ernst mit ihrer Frage gemeint hatte.
»Ich konnte letztens nicht schlafen und schaute mir deshalb etwas den Sternenhimmel an. Da habe ich sie gesehen. Sie landete bei meinen Nachbarn irgendwo im Garten, glaube ich.«
»Wie alt bist du eigentlich?«, hörte sich Meysem sagen und erschrak, als sie erkannte, wie sie dabei genau wie das Ömchen von zuvor klang. Shame on me!, dachte sie folglich.
»Ich bin schon neun«, sagte das Mädchen stolz.
»Eine blühende Fantasie hast du«, wollte Meysem freundlich anerkennen. Doch das Mädchen lynchte sie prompt mit einem Blick, der Blitz und Donner verhieß.
»Ich hab mir das nicht ausgedacht«, schien es erbost darüber und schmollte. »Meine Mama hat das auch gesagt. Aber ich habe sie wirklich gesehen.«
Meysem biss sich auf die Unterlippe. Langsam wurde das Mädchen wieder ruhiger und nach einer Weile setzte sie ihre Erzählung fort. »Meine Nachbarn sind irgendwie komisch«, sagte es daraufhin. »Tagsüber sieht man die gar nicht oder nur sehr selten. Abends brennt dann immer Licht im Haus. Aber die haben dann meist ihre komischen Jalousinen unten.«
»Wahrscheinlich arbeiten sie in der Nachtschicht im Krankenhaus«, suchte Mey nach einer logischen Erklärung dafür. Lag doch auf der Hand. Aber das Mädchen schüttelte vehement mit dem Kopf.
»Die haben nicht mal einen Pool in ihrem großen Garten und mein Papa meinte letztens, dass die bisher noch nie gegrillt haben.«
Meysem zuckte mit den Achseln. »Vielleicht sind sie Vegetarier oder Veganer.«
»Ich bin Vegetarierin und Gemüse kann man auch auf den Grill werfen«, klang es besserwisserisch. »Aber die sind auf keinen Fall welche. Weißt du? Meine Freundin und ich sind letztens über ihren Hof gefahren, da entdeckten wir ganz viele von diesen fiesen Schmeißfliegen an ihrer Mülltonne. Als ich den Deckel anhob hat es soo ekelhaft gestunken, wir hätten fast gekotzt«, lachte sie hämisch auf, als habe sie soeben etwas gesagt, dass sie sonst nicht aussprechen durfte. »So hat es mal gerochen, nachdem wir eine Grillparty hatten und der gelbe Sack voll mit den Fleischverpackungen war und seit einer Woche in unserer Garage dahin gammelte. Deshalb bin ich mir sicher, dass die Fleisch essen.«
Tja, dachte Mey. Was soll mir das jetzt sagen?
»Nein, ich habe wirklich eine riesige Fledermaus gesehen«, wiederholte ihr junger Fahrgast abermals und wirkte plötzlich entschlossen. »Janine und ich werden dem nachgehen. Denn wir sind nämlich Detektive wie bei den drei Ausrufezeichen«, schien sie ihrem gegenüber zu schwören.
»Stark!«, sagte Mey und sah sie mit großen Augen über den Spiegel begeistert an. »Das wollte ich mit meinen Freunden früher auch immer sein.«
»Du kennst die drei Ausrufezeichen?, schien das Mädchen verwundert darüber und verzog das hübsche Gesicht zu einer schrägen Grimasse, als sei das doch weit hergeholt.
»Doch klar. Die gab es auch in meiner Kindheit schon«, erläuterte Mey kurz und lächelte erheitert.
»Aber du bist doch alt«, klang es von hinten verwundert.
Da entglitt Mey doch glatt das Gesicht. Ja, herzallerliebst waren ihre Fahrgäste des Tages gewesen.
Endlich erreichte sie die Einfahrt der Taxizentrale. Der Regen hatte mittlerweile aufgehört. Dann würde sie wenigstens nicht nass werden, wenn sie gleich zu Fuß nach Hause ging. Kurz anhalten. Mit einem Schulterblick den Geh- und Radweg checken und nichts wie hinein. Es war zwölf Minuten nach fünf als sie ihre 2005er Mercedes E-Klasse, die sie sich mit einem Kollegen teilte, in der Halle parkte und ausstieg. Sogleich hörte sie, wie sich von hinten die Bürotüre ihres Chefs mit dem typischen Knarzen öffnete.
»Meysem!«, klang er entnervt. »Du bist zu spät. Überstunden bezahle ich nicht. Jetzt sieh zu, dass du nach Hause kommst.«
Innerlich seufzte Mey und winkte ihm lapidar zu. »Hab ich's nicht gesagt?«, sagte sie mehr zu sich selbst, nachdem sie ums Heck herumgangen war und in den Umkleideraum verschwand, um ihre Sachen aus dem Spind zu holen.
»Und höre auf mich nachzuäffen!«, rief der beleibte Marrokaner ihr nach, bevor er ihre Stempelkarte aus dem Registerfach nahm und das korrekte Arbeitszeitende darauf händisch eintrug.
Meysem war es gleich. Denn endlich hatte sie Feierabend.
2BILLS, BILLS, BILLS
Zehn Minuten Fahrweg später traf Meysem dann mit ihrem Drahtesel an ihrer Wohnung ein, stellte das Fahrrad im Keller ab und begab sich in den ersten Stock hinauf. Gleich beim Eintreten spürte sie, dass irgendetwas nicht stimmte. So ein Bauchgefühl eben. Die Türe hatte sie noch nicht ganz hinter sich geschlossen, da eilte ihre Mitbewohnerin Julia aus der Küche um die Ecke und nahm sie direkt mit ernster Miene in Empfang. Möglicherweise lag es auch an ihrem streng nach hinten gebundenen Zopf ihres blonden Haares, dass sie so autoritär auf sie wirkte. Damit machte sie den gleichen Eindruck, wie ihre Mutter. Als stünde sie mit verschränkten Armen vor Meysem, um sie wie damals öfter in Schulzeiten wegen einer blöden Sache zu tadeln. Deshalb musste Mey wohl unterbewusst ein Gesicht aufgesetzt haben, welches bereit zur Konfrontation und Gegenwehr war.
Die Luft im schmalen, länglichen Flur knisterte jetzt förmlich, aber Julia schüchterte das keineswegs ein. Wie ein Feldwebel wies sie mit ausgestrecktem Zeigefinger auf einen Stapel Briefe, die auf der Schuhkommode warteten, während Mey begann aus ihren Sneakern zu schlüpfen und ihre Bomberjacke an die Garderobe aufzuhängen.
»Dein Vater war hier und brachte all diese Briefe für dich«, sagte Jules mit einem Ton, der noch mehr Unheil versprach. »Wahrscheinlich Rechnungen«, klang sie dabei dezent polemisch.
»Und wenn, dann ist das meine Sache.« Mey griff nach dem Stapel und blätterte kurz durch. Ja, es waren ganz klar Rechnungen und sogar Mahnungen dabei. Fuck.
Zudem ahnte Meysem bereits, dass natürlich auch die Miete plus Nebenkosten längst fällig war und Jules das als Nächstes anmerken würde. Sie machte sich nichts vor. Ihr war durchaus bewusst, dass sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten war und hatte längst schon Schritte dazu eingeleitet. Dringend musste sie aus der Misere heraus. Die Zinsen fraßen ihr praktisch die Haare vom Kopf. Seit Monaten hing sie nun schon hinterher, sodass ihr keine Zeit mehr blieb, ihr Studium weiterzuverfolgen. Sie machte bereits mehr Fahrten, übernahm Sonderschichten, um die Kosten tilgen zu können. Doch das Pech schien sie aktuell irgendwie zu verfolgen.
Neben der Monatsmiete samt Nebenkosten folgten Anfang des Monats auch noch Semestergebühren, GEZ anteilig, das Fitnessstudio mit einer zusätzlichen Trainerpauschale, die ganzen Streamingdienste, die sie durch die viele Arbeit gar nicht mehr nutzen konnte (doch bis die Kündigungen wirksam wurden, dauerte es eben).
Hinzu kamen ein neuer Fahrradreifen samt Schlauch, plus ein neuer Sattel, den man ihr geklaut hatte, weshalb sie ihn ersetzen musste, dann noch ein Schaden am Taxi, den sie verursacht hatte und den ihr Chef dann vom Gehalt anteilig abzog, dieser Penner. War das eigentlich Rechtens?, brütete sie gedanklich und besah die sechs Umschläge nacheinander genauer.
Dabei war ein Brief von Zalando, ihrer Bank (der dicke nach höchstwahrscheinlich die letzten Kontoauszüge), eine Versicherung und zwei Inkassounternehmen.
Ihre Mitbewohnerin blieb provokativ mit offener Hand vor ihr stehen und sah sie erwartungsvoll an. »Mieteee?«, klang sie gereizt. »Und das Haushaltsgeld«, betonte sie nachträglich. »Ich kann das nicht immer vorstrecken, Mey«, klagte Jules leidvoll. »Ich studiere schließlich auch noch und habe ebenso meine Fixkosten.«
»Jaaa«, klang Meysem beschämt und suchte schnell nach einer Ausrede.
Natürlich studierte Jules auch noch, schoss es ihr durch den Kopf. Aber sie erhielt eben auch finanzielle Unterstützungsspritzen von ihrem Vater. Das behielt sie aber jetzt besser für sich, um nicht einen riesen Streit vom Zaun zu brechen. Zunächst wollte Mey auf ihren Kontoauszug schauen, bevor sie eine Aussage dazu machen konnte. Klar hätte sie das auch schnell mit ihrem Handy checken können, doch ihr Online-Banking hatte sie bisher immer noch nicht eingerichtet. »Ich gehe nachher zum Automaten und ziehe das Geld. Versprochen«, gelobte sie und wandte sich gedankenverloren ihrer offenen Zimmertüre zu.
»Mensch, Mey. Du bist jetzt 29 Jahre alt. Übernimm endlich mal Verantwortung und suche dir einen richtigen Job. Wir machen uns Sorgen, dass du bald den Boden unter den Füßen verlierst.«
»Hast du dich jetzt auch noch mit meinem Eltern gegen mich verschworen?«, brauste Mey auf, verschwand im Zimmer und gab der Türe mit der Ferse einen Schwung, worauf sie zuflog. Stille.
Matt ließ sich Mey in dem Sitzpuff fallen. Jetzt, wo sie alleine war, atmete sie erst einmal tief durch und öffnete im Anschluss den ersten Brief von einem Inkassounternehmen. »Was wollen die von mir?«, sagte sie leise zu sich selbst, entfaltete den Brief und überflog ihn. »Verflucht nochmal!«, stieß sie gereizt und hilfslos aus. »Die Blitze hab ich doch längst bezahlt«, sagte sie verzweifelt und sank nach hinten. Das Papier löste sich aus ihren lockeren Fingern und fiel zu Boden.
Ich brauche Geld, schwirrte ihr der Gedanke immer wieder durch den Kopf. All diese Rechnungen. Ich weiß weder vor, noch zurück.
Was würde ihr nur aus der aktuellen Notsituation helfen? Ein anderer Job, der mehr Kröten einbrachte? Sollte sie sich einen oder gleich drei Sugar-Daddys suchen, die ihr für ihre Gesellschaft und Zeit die nötigen Groschen beibutterten? Eine Komilitonin hatte davon erzählt, wie einfach das über bestimmte Apps ging. Auf gar keinen Fall würde sie sich jedoch prostituieren. Oder vielleicht kaufte jemand Fotos ihrer Füße?
Ihr entfuhr ein langer Seufzer.
Sollte ich vielleicht mein Studium an den Nagel hängen? Sie hob ihren Kopf an und blickte starr zur Türe hin, als stünde womöglich auf dem weißen Blatt die Antwort geschrieben. Doch da zeichnete sich nichts ab.
»Alles nacheinander«, sagte sie schließlich schwer ausatmend, rutschte in eine aufrechtere Position und zog ihr Handy aus der Jeans hervor.
Jules hatte ja Recht und ihr war das auch alles ziemlich unangenehm. Es war wirklich an der Zeit Online-Banking einzurichten. Deshalb suchte sie im App-Store nach einer App des Unternehmens für Geldangelegenheiten ihres Vertrauens, fand sie schließlich und installierte sie direkt. Doch irgendwo war auch noch ein Brief mit Kontoauszügen gewesen, fiel ihr daraufhin wieder ein und griff nach den am Boden liegenden Umschlägen.
In diesem Moment begann ihr Handy unentwegt zu vibrieren. Als sie in Großbuchstaben TAXIBABO auf dem Display las, nahm sie direkt ab.
»Abend Chef«, begrüßte Mey ihn müde.
An der anderen Leitung hörte sie ein brünftiges Raunen. »Meysem«, sagte die Stimme des Taxiunternehmers müde. »Du glaubst es nicht, aber der René hat sich eben krank gemeldet. So ein Futtloch. Hat den ganzen Tag Zeit dazu, aber nein, er lässt mich voll auffahren.« Er ließ ein tiefes Seufzen hören. »Kannst du jetzt trotzdem noch eine extra Schicht übernehmen? Bitte.«
Meysem überlegte kurz. Sie wollte sich schließlich nicht für stets verfügbar geben und seufzte ähnlich abgeschlagen. »Yassin, ich bin echt k.o.«, gab sie jaunerlich vor, wobei das aber auch zutraf.
»Komm schon, Kleine«, drängte sie ihr Chef milde.
Ein weiteres Mal blieb Mey aus taktischen Gründen einfach still. Das Angebot kam ihr gerade so was von gelegen. Das Geld und den Nachtzuschlag konnte Meysem bei all den Rechnungen wahrlich gebrauchen. Dennoch wartete sie noch eine geschlagene Sekunde. Als studentische Aushilfskraft hatte sie nahezu ihre 15 Stunden die Woche ausgereizt und was sie jetzt brauchte war Bargeld, damit sie wenigstens einen Anteil der Miete oder ihren Beitrag zum Haushaltsgeld leisten konnte.
Endlich meldete sich Yassin, diesmal aber noch mit einem Lockangebot. »Da dein Stundenkontigent recht voll ist, bekommst du es ausnahmsweise bar auf die Kralle. Ich hol dir auch einen leckeren Cappuccino und ein Franzbrötchen vom Kiosk umme Ecke. Dat magst du doch beides so gern, nich wahr?«
Gedanklich hatte sie bereits zugesagt und war praktisch schon auf dem Sprung. »Ok, Chef. Bis gleich«, sagte Meysem und legte umgehend auf. Im WG-Flur schlüpfte sie wieder in ihre noch warmen Turnschuhe, griff nach dem Schlüssel und ihrer olivgrünen Bloussonjacke. Gerade als sie die Haustüre öffnete, rief sie Julia vom Wohnzimmer aus. Doch Meysem war schon im Treppenhaus, als sie noch hörte ...
»Denk an das Geld!«, rief Jules ihr nach, bevor die Tür hinter ihr zufiel. Das musste warten, sagte sich Mey, während sie die Stufen hinunterhastete und unterdessen in ihre Jacke schlüpfte.
Sie brauchte dringend das Franzbrötchen und das Koffein. Ansonsten würde sie beim Autofahren einschlafen, so erschöpft fühlte sie sich.
Die frische Luft vor der Türe gab ihr einen zusätzlichen Kick. Mit schnellen Schritten und beiden Händen in den Jackentaschen überwand sie zu Fuß die Strecke bis zur Taxizentrale, da ihr Fahrrad keine Lampen hatte und es bereits dunkler wurde.
Obwohl der Regen nachgelassen hatte und der Wind abgeflaut war, war es draußen dennoch ungemütlich und trüb. Auf der Straße herrschte reger Verkehr. Mitunter deshalb schlug Meysem den Pfad aus Schotter durch einen naheliegenden Park ein. Hinzu war es auch eine Abkürzung, die man als Frau bei der Witterung allerdings nicht alleine durchqueren sollte. Sie tat es trotzdem und sagte sich, es wäre ja noch nicht ganz dunkel.
Keine Menschenseele war weit und breit zu sehen, während sie den gewundenen Weg mit eingezogenem Kopf entlang eilte. Nach einer Weile beschlich sie das ungute Gefühl, als würde sie beobachtet. Verstohlen sah sie sich um, konnte aber niemanden sehen.
Bis es auf einmal im Baum über ihr, beinahe auf ihrer Höhe raschelte. Meysem wurde langsamer. Beim Schlendern blickte sie nun unentwegt in die düsteren und blättrigen Äste hinauf, in der Hoffnung zu entdecken, was da lauerte.
Plötzlich tauchte etwas mit schlagenden Flügeln aus der Schwärze hervor auf. Ruckartig ging Mey durch eine Vorbeugung in Deckung und hätte beinahe aufgeschrien. Sofort dachte sie an die riesige Fledermaus, von der ihr das Mädchen aus ihrem Taxi am Mittag erzählt hatte. Aber je länger sie dem geflügelten Tier nachsah, desto klarer wurde ihr, dass es sich dabei nur um eine einfache, schwarze Krähe handelte.
Langsam richtete sie sich wieder gänzlich auf und atmete erleichtert aus. Ihre Fantasie hatte ihre einen Streich gespielt.
Dennoch war es ziemlich creepy. Tapfer setzte sie ihren Weg fort. Schließlich wollte sie nicht zu spät kommen und einen warmen Cappuccino genießen, bevor ihre Nachtschicht begann.
Letztlich trat sie wieder auf den Bürgersteig und erkannte von weitem schon, wie ihr beleibter Chef mit einem Becher und einer kleinen Papiertüte in der anderen Hand zur selben Zeit auf sie zuging. Gemeinsam bogen sie wenige Meter weiter in den Hof der Taxizentrale ein.
»Ich freu mich«, schnaufte Yassin. »Danke, dass du gekommen bist.« Er reichte ihr den Cappuccino und das Franzbrötchen. »Lass es dir schmecken. Aber fahr gleich los.«
»Mach ich«, versprach Meysem und griff beherzt zu.
3NIGHTCALL
Kurz nachdem sie in ihr Taxi gestiegen war, hatte Meysem von ihren Chef die weitere Anweisung erhalten, zum Flughafen Köln/Bonn zu fahren. Zuvor sollte sie jedoch im Bayenthal noch zwei Personen abholen und zu ihrem Zielort bringen. Von ihrem Standpunkt aus wäre das eine etwa 15-minütige Fahrt durch die Stadt. Genug Zeit, um den Kaffee zu trinken und dabei das süße Brötchen zu genießen.
Generell fand sie persönlich die Nachtschicht als angenehmer und sie mochte diese Late Night Drives durch die City mit all ihren schimmernden Lichtern, weniger Verkehrsdichte und zudem bessere Musik im Radio besonders.
Gerade lief sogar einer ihrer Lieblingssongs, den sie aus dem Film Drive, mit Ryan Gosling, kannte. Kavinsky mit Nightcall. Der passte gerade perfekt zur Stimmung.
Während die Lichter rauschend an ihr vorbeizogen, sang Mey synchron mit der verzerrten Stimme im Lied:
I′m giving you a night call to tell you how I feel
(We'll go all, all, all night long)
I want to drive you through the night, down the hills
(We′ll go all, all, all night long)
I'm gonna tell you something you don't want to hear
(We′ll go all, all, all night long)
I′m gonna show you where it's dark, but have no fear
(We′ll go all, all, all night long)
There's something inside you
It′s hard to explain
They're talking about you, boy
But you′re still the same ...
Grelles rotes Licht blendete auf. Im letzten Moment sah sie das zum Stehen kommende Auto vor ihr und trat mit ganzer Kraft ebenfalls aufs Bremspedal. Die Räder blockierten, die Reifen quietschten leicht.
»Puuuh!«, stieß Meysem heilfroh aus. Das war nochmal gut gegangen und hätte ihr gerade noch gefehlt. Ihr Cappuccino war jedoch aus dem Becher geschwappt und hatte nun eine riesen Sauerei hinterlassen.
»Fuck! So eine Scheiße«, fluchte Mey und hielt direkt Ausschau nach einer Stelle, wo sie heranfahren konnte, um alles von der mit Milch vermengten Flüssigkeit zu säubern. Ansonsten würde es bald im Innern des Wagens eklig stinken und das galt es in jedem Fall zu vermeiden. Ihr Kollege René, mit dem sie sich das Taxi teilte, würde sie lynchen, wenn er das roch oder andernweitig herausfand.
Im Kofferraum befand sich eine Küchenrolle sowie Glasreiniger. Nun musste sich Mey aber wirklich sputen, denn sie durfte bei der Kundschaft nicht zu spät eintreffen.
Sie trank den letzten, kalten Rest aus dem Becher und entsorgte den Abfall im Mülleimer an der Bushaltestelle, wo sie angehalten hatte.
Wenige Minuten später setzte sie ihre Fahrt südwärts über den Leystapel und der Bayenstraße am Rhein entlang fort.
Das Missgeschick hatte sie fünf Minuten gekostet, berechnete sie, als sie schließlich im Bayenthal vor dem Haus der Kunden anhielt.
Nach ein paar geschlagenen Sekunden kam ein Pärchen aus dem Haus auf sie zu. Der Mann stieg hinten links ein und die Frau hinten auf der rechten Seite. Die beiden waren entweder Kollegen oder schon eine lange Zeit zusammen, glaubte Meysem aus ihrem Verhalten lesen zu können. Denn ansonsten hätte ihr der Mann doch sicherlich die Türe aufgemacht.
»Zum Steakhaus Toro Negro im Severinsviertel«, gab die Frau an und Meysem meldete es über den Funk.
Eine kurze Fahrt von sieben Minuten.
»Hier riecht es aber frisch«, bemerkte die Frau anschließend.
Ihr Ehemann sog wie ein Stier Luft ein und bekundete stumpf: »Ich riech nichts.«
»Können Sie das Restaurant empfehlen?«, versuchte Mey es mit etwas Smalltalk.
»Das können wir noch nicht sagen«, erläuterte die Frau. »Mein Mann und ich wollten es heute mal ausprobieren.«
»Gibt es einen besonderen Anlass«, fragte Meysem weiter und lächelte sie über den Rückspiegel an, was sie wahrscheinlich nicht sehen konnte.
»Ja, wir haben unseren siebten Jahrestag«, gestand die Frau offen und lächelte ebenfalls heiter.
»Ein schöner Anlass. Glückwunsch.«
»Danke.«
Ihr Mann enthielt sich jeglichem Kommentars und blickte nur die ganze Zeit aus dem Fenster.
»Ist das auch die schnellste Strecke?«, sagte er dann teilnahmslos.
»Ja«, bestätigte Meysem. »Es gibt noch zwei alternative Routen. Die eine dauert eine Minute länger, die andere verspricht viele Kurven. Ich dachte mir, Sie mögen es sicherlich bequemer. Die Zeit ist gleich.«
»Gut«, grunste er zufrieden und blieb still.
Am Restaurant angekommen, stieg die Frau direkt aus und ihre Mann bezahlte Mey für die Fahrt.
»Einen schönen Abend wünsche ich Ihnen«, verabscheidete sie sich bei ihm, doch nach einem mageren Trinkgeld verließ er zudem das Taxi wortlos.
Resigniert gab sie über den Funk durch, dass sie die Kunden abgeliefert habe und als Nächstes die Leerfahrt zum Flughafen antrat.
»Ist gut«, bestätigte die alte Gerda an der anderen Leitung. Sie war seit Jahren für den Funk zuständig.
In etwa 15 Minuten dürfte Meysem von ihrem Standpunkt aus dort ankommen. Die Severinsbrücke war nicht weit entfernt und von ihr aus brauchte sie praktisch nur der B55 folgen und anschließend auf die A559 wechseln.
Auf dem Weg dorthin lief weiterhin Radio. Da sie nun eine Leerfahrt machte, hatte sie die Lautstärke erhöht. Gerade lief Apache 207 mit Roller. Langsam begann sie mit dem hypnotisch-flotten Beat mitzuwippen. Den Refrain konnte sie bereits mitsingen. Die Lichter des Abends zogen an ihr vorüber, als sie auf der Brücke auf etwa 70 km/h beschleunigte. Halte dich an die Geschwindigkeitsbegrenzung, mahnte sie sich im Stillen. Auf keinen Fall wollte sie geblitzt werden. Eine weitere Rechnung konnte sie absolut nicht gebrauchen. Außerdem drängte sie niemand. Aber nun krochen wieder ihre Sorgen über ihre Schulden aus den Nischen ihres Gedächtnisses hervor.
In Gedanken versunken, bekam Mey gar nicht mit, wie das Lied endete und prompt vom Jingle der Nachrichten abgelöst wurde. Es war 19.00 Uhr. Die weibliche Stimme der Sprecherin machte nach einer politischen Kundtuung und einer Meldung zur maroden Leverkusener Rheinbrücke gerade die Ankündigung eines sogenannten Sonnensturms zum Ende der Woche, da wurde Meysem hellhörig.
»... seinen Höhepunkt am Freitag erreichen. Für den Menschen besteht dabei keine Gefahr, da die Athmosphäre uns schützt ...«, trällerte die Frau dahin, als wäre es nur nebensächlich und im Anschluss folgte direkt die Wettervorhersage sowie die Stauschau. Vom Wetter bekam Mey mit dumpfen Ohren nichts mit, da sie noch über den Begriff Sonnensturm schwelgte. Allerdings ploppten sie auf, wie wenn der Höhendruck durch ein Gähnen ausgeglichen wurde, sodass sie daraufhin mitbekam, dass keine Verkehrsmeldungen vorlagen und die Straßen weitestgehend frei seien.
»Na, wenigstens komme ich in keinen Stau«, murmelte sie zu sich selbst und spürte, wie sie kurz von ihren Sorgen abgelenkt war. Beschäftigung, der Schlüssel, um nicht über Probleme zu grübeln und sie vorübergehend zu vergessen. Beim Autofahren jedoch schwierig.
Verkrampft versuchte sie, nun ihr Smartphone aus der Hosenstasche zu fischen. Sie wollte jemanden anrufen. Aber wen? Ihre Eltern? Jules? Oder wohl eher Sam und Glory? Aber gleich, wen sie anrufen könnte, man würde sich danach erkundigen, wie es ihr ging und vermutlich auch fragen, wann sie nochmal in der Uni erschien oder was unternehmen wollte. Mitten im Kramen und halb schräg im Fahrersitz hielt sie deshalb resigniert inne und kam zu dem Entschluss, dass das auch wenig Sinn machen würde. Daher ließ Meysem es bleiben und setzte sich wieder gerade hin.
Im nächsten Moment fuhr auf der linken Spur neben ihr ein Polizeiwagen gemächlich vorüber. Der Polizist auf dem Beifahrersitz hatte seine Augen geradeaus gerichtet und schien sich mit seinem Kollegen zu unterhalten.
Uff!, schoss es ihr durch den Kopf. Noch einmal Glück gehabt. Also reiß dich am Riemen, forderte sie sich eindringlich zur Raison und drehte den Lautstärkenknopf auf.
M83 mit Midnight City und sein ganz bestimmter Vibe zog Mey augenblicklich in seinen Bann.
Wenige Minuten später gelangte sie mit ihrem Mercedes-Taxi auf die Kennedystraße, dem Zubringer, und erreichte schließllich das hell erleuchtete Areal des Köln/Bonn Airports. Direkt hielt sie auf den Ankunftsterminal zu und parkte ihren Wagen hinter einem wartenden Kollegen. Kurz meldete sie über den Funk, dass sie angekommen war.
»Hab soeben den Flughafen am Ankunftsterminal erreicht und warte dort. Mey, over«, verkündete sie kurz.
»Ist gut«, gab Gerda zurück.
Nun nutzte Mey die Gunst, einmal auszusteigen, um ihre Beine etwas zu vertreten. Alles war besser, als sitzen zu bleiben, bis der nächste Fahrgast kam. Gerade als sie die Fahrertüre zu warf, vibrierte ihr Smartphone in der Hosentasche. Schnell zog sie es heraus und schaute aufs Display.
Es war Gloria, ihre beste Freundin und Kommilitonin, die beinahe genauso lange wie sie studierte, nur eben schon an ihrer Bachelorarbeit saß.
Mey seufzte leicht. Das war genau das, was sie eigentlich vermeiden wollte. Doch ihr Gewissen meldete sich, als sie kurz darüber nachdachte, einfach nicht abzunehmen. Ihr Daumen glitt von links nach rechts und das Handy wanderte prompt an ihr rechtes Ohr.
»Hi, Glory«, klang sie entnervter, als sie beabsichtigte.
»Na, Mey. Lebst du auch noch?«, begrüßte sie Gloria an der anderen Leitung. »Störe ich dich vielleicht bei etwas?«
»Entschuldige, Glory. Ich habe heute noch eine zusätzliche Schicht übernommen.«
»Ach, deshalb bist du so pissed«, krächzte Glory erheitert.
»Ich bin nicht angepisst«, revidierte Mey sogleich. »Es ist einfach momentan etwas viel.«
»Ja, für mich auch«, klang ihr Studienfreundin plötzlich niedergschlagen.
