Orchideen pflegen - Frank Röllke - E-Book

Orchideen pflegen E-Book

Frank Röllke

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Beschreibung

Exotische Pflanzenpracht für Zuhause Orchideen sind die Königinnen der Zimmerpflanzen. Mit ihren üppigen Blüten in unzähligen Farben und Formen heben sie sich von allen anderen Blütenpflanzen ab. Dieser Ratgeber sorgt für dauerhaften Erfolg und üppige Blütenpracht bei der Orchideenkultur im eigenen Zuhause. Orchideen-Experte Frank Röllke vermittelt kompetent und umfassend alles, was Sie schon immer über Orchideen wissen wollten, sei es die Geschichte und Herkunft oder der richtige Standort in Haus und Garten. Der Praxisteil mit zahlreichen anschaulichen Anleitungen garantiert die erfolgreiche Orchideenpflege - vom Pflanzen bis zum Vermehren. Im wunderschön bebilderten Porträtteil finden Sie nicht nur die gängigen Arten und Hybriden, sondern auch einen umfassenden Überblick über neuere Züchtungen, die jedes Orchideen-Herz höher schlagen lassen. Anschaulicher geht´s nicht: Praxis-Videos und nützliche Tipps machen diesen Ratgeber zu einem Rundum-sorglos-Paket für Orchideenliebhaber. - Orchideen-Pflege ganz einfach: mit anschaulichen Schritt-für -Schritt-Anleitungen und Videos - Die schönsten Arten und Hybriden im Porträt

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Seitenzahl: 204

Veröffentlichungsjahr: 2025

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IMPRESSUM

eBook: © 2025 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Grillparzerstraße 12, 81675 München

GU ist eine eingetragene Marke der GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie Verbreitung nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Die automatisierte Analyse des Werkes, um daraus Informationen insbesondere über Muster, Trends und Korrelationen gemäß § 44b UrhG (»Text und Data Mining«) zu gewinnen, ist untersagt.

www.gu.de/kontakt | [email protected]

ISBN 978-3-8338-9690-3

1. Auflage 2025

GuU 8-9690 02_2025_01

DIE BÜCHERMENSCHEN HINTER DEM PROJEKT

Projektleitung: Angelika Holdau, Elke Sieferer, Julia Herko

Lektorat: Barbara Kiesewetter

Bildredaktion: Dr. Folko Kullmann, Petra Ender

Covergestaltung: ki 36 Editorial Design, Bettina Stickel, Petra Schmidt

eBook-Herstellung: Liliana Hahn

BILDNACHWEIS

Coverabbildung: Getty Images/july7th

Alle Fotos im Innenteil stammen von Guido Sachse mit Ausnahme von: Alamy; Arco/Meul; Flora Press, /Arnaud Descat, /DEKOkiss, /flora production, /Julia Korte; GAP Photos/Dave Zubraski, /Howard Rice, /John Glover, /Visions; Gartenbildagentur Friedrich Strauss, /Strauss, Friedrich; Getty Images; Imago/Michael Warren Avalon; KeRo Design, Kevin Röllke; Kristijan Matic; Shutterstock; Stocksy

Syndication: Bildagentur Image Professionals GmbH, Tumblingerstr. 32, 80337 München, www.imageprofessionals.com

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Wichtige Hinweise

Bewahren Sie Dünge- und Pflanzenschutzmittel für Kinder und Haustiere unerreichbar auf.Suchen Sie bei Verletzungen umgehend einen Arzt auf. Eventuell ist eine Impfung gegen Tetanus erforderlich.

Hinweis

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1

Planung

Hoch über der Erde in Baumkronen oder an schroffen Felswänden: Die natürlichen Lebensräume verschiedener Orchideenarten könnten nicht unterschiedlicher sein.

Die Welt der Orchideen

Sie halten sich mit ihren Wurzeln in den Kronen der Urwaldbäume fest, gedeihen im Schatten des Dschungels, entfalten ihre Blüten an nebligen Berghängen oder auf trockenen Hochebenen: Orchideen sind auf dem ganzen Globus zu Hause. Ihre Vielfalt sucht in der Welt der Pflanzen ihresgleichen.

Orchideen gehören heute zu den bekanntesten Zimmerpflanzen, und viele von ihnen sind für jedermann erschwinglich. Ihrer Faszination hat das keinen Abbruch getan – im Gegenteil: Wie vor 400 Jahren, als europäische Pflanzenliebhaber die ersten Orchideen aus den Tropen in ihren Häusern pflegten, ziehen sie Menschen in ihren Bann. Orchideen bestechen mit vielfältigen Blütenformen, leuchtenden Farben, ausgefallenen Farbkombinationen oder mannigfaltigen Zeichnungen auf ihren Blüten. Manche Orchideen werden nur wenige Zentimeter groß, andere haben 10 m lange Triebe. Einige bilden Blütentrauben aus unzähligen winzigen Blüten, bei anderen stehen Blüten mit 25 cm Durchmesser zwischen üppigen, grünen Blättern.

Orchideen für zu Hause

Die ersten tropischen Orchideen in Europa überlebten meist nicht lang: Weil niemand genau über ihre Ansprüche Bescheid wusste, pflegte man sie zu trocken, zu nass, zu kalt oder zu warm. Erst nach und nach brachten Botaniker von ihren Reisen Erkenntnisse über die Bedürfnisse der vielen Orchideenarten mit. Dank der von Natur aus unterschiedlichen Ansprüche der verschiedenen Arten finden sich für Standorte von hell bis schattig und warm bis kühl geeignete Orchideen. Züchter und Gärtner, die sich auf die Kultur und Zucht der Exoten spezialisierten, konnten schließlich im 20. Jh. dank neuer Züchtungs- und Vermehrungsmethoden eine breite Palette von Arten und Hybriden bieten. Diese sind perfekt an ein Leben in unseren Wohnräumen oder Wintergärten angepasst. So kann jeder Orchideenfreund für seine Räume passende Orchideen finden.

Die Auswahl an Orchideen wird ständig größer: Fast täglich entstehen neue Züchtungen, und in den Tropenwäldern verbergen sich auch heute noch unbekannte Schönheiten: Im Jahre 2024 wurde eine Orchidee mit einem 30 cm langen Sporn entdeckt: Solenangis impraedicta.

Die Königinnen der Zimmerpflanzen

Mit der Schönheit der Orchideen kann es kaum eine andere Pflanzenfamilie aufnehmen. Seit ihrer Ankunft in Europa haben sie die Herzen der Pflanzenliebhaber erobert, und heute gibt es viele pflegeleichte Sorten.

Orchideen faszinieren Menschen seit langer Zeit: Schon vor ca. 3000 Jahren wurde in chinesischen Schriften eine Orchidee der Art Spiranthes sinensis erwähnt, die damals als Heilpflanze verwendet wurde. Aus der Zeit der chinesischen Sung-Dynastie im 12. und 13. Jh. existieren Bücher, die sich ausgiebig mit der Kultur von Orchideen beschäftigen. In diesen Werken sind bereits 37 verschiedene Orchideenarten beschrieben.

Auch als Nutzpflanzen waren Orchideen seit alters begehrt. In Mittel- und Südamerika verwendeten die Indios Orchideen bei religiösen Zeremonien als Blumenopfer, und die Azteken würzten mit der Vanille ihren Trinkkakao. In Indonesien stellte man aus Fasern in den Knollen von Dendrobium-Orchideen Schnüre her, und die Inhaltstoffe einer Laelia-Art dienten in Mittelamerika einst als Grundsubstanz für Klebstoff.

Zur Blüte dürfen Orchideen (jede in ihrem Topf) in einer Schale im Zimmer stehen. Danach kommen sie wieder ans Fenster.

Orchideen erobern Europa

In Griechenland erwähnte der Philosoph Theophrastus (370– 285 v. Chr.) erstmals eine Orchidee unter dem Namen »Orchis«. Er beschrieb mit diesem Wort die paarweisen, verdickten Wurzeln, die den Hoden (griechisch: orchis) eines Knaben ähnlich sehen sollten. Aus diesem Begriff entstand später der deutsche und wissenschaftliche Name für diese Pflanzenfamilie: Orchideen bzw. Orchidaceae.

Die tropischen Orchideen entdeckten die Europäer im 16. Jh. in Mittel- und Südamerika. Sie waren vor allem von der unglaublichen Vielfalt der Blüten begeistert. Es entstand ein regelrechter »Orchideen-Kult«. Als im Jahr 1821 erstmals eine Cattleya in England zur Blüte kam (>), galt dies als Sensation. Orchideen wurden nun zu Tausenden nach Europa geschickt. Viele gingen bereits auf dem langen Seeweg von Amerika und Asien nach Europa ein. Außerdem war wenig über die Ansprüche der exotischen Gewächse bekannt, weil viele Sammler falsche Angaben über die Herkunft der Pflanzen machten, um ihren Konkurrenten die Naturstandorte nicht zu verraten. Die meisten Orchideen gingen deshalb in Europa rasch ein. Doch als 1840 von Dr. Ward, einem englischen Arzt und Pflanzenliebhaber, der »Wardian Case« entwickelt wurde – ein geschlossener, großer Glasbehälter, in dessen feucht-warmer Atmosphäre tropische Pflanzen monatelang ohne Pflege überleben konnten –, erfuhr der Orchideenhandel einen ungeahnten Aufschwung.

Bis Orchideen zu Zierpflanzen für jedermann wurden, dauerte es aber noch lange. Erst zu Beginn des 20. Jh. glückte die Nachzucht aus Samen, und erst seit Entwicklung der Meristemvermehrung (>) in den 1960er-Jahren, bei der man unzählige identische Nachkommen aus einer Orchidee gewinnt, avancierten die Exoten zu preiswerten Zimmerpflanzen, die in Gartencentern und Supermärkten erhältlich sind.

Riesen und Zwerge: Degarmoara Flying High mit 15 cm großen Blüten, Epidendrum centropetalum mit 2 cm kleinen.

Die vielfältige Familie der Orchideen

Die Familie der Orchideen (Or-chidaceae) ist die stammesgeschichtlich jüngste und artenreichste Familie der Blütenpflanzen. Man schätzt, dass es etwa 25 000 verschiedene Orchideenarten gibt. Weil sie sich sehr leicht miteinander kreuzen lassen, kommen dazu noch über 200 000 durch Züchtung entstandene Hybriden (>/>). Möglich ist dies nur, weil Orchideen – im Gegensatz zu anderen Familien der Blütenpflanzen – genetisch noch nicht besonders differenziert sind. Ihre Erbanlagen sind sich noch so ähnlich, dass sie sich fast ohne Einschränkungen kombinieren lassen.

Nach ihrer Lebensweise teilt man Orchideen in zwei Gruppen ein:

Erdorchideen oder terrestrische Orchideen wachsen ausschließlich in der Erde. Dazu zählen heimische Orchideen wie Cypripedium, Dactylorhiza und Epipactis sowie tropische Arten wie Cymbidium und Paphiopedilum.Die meisten tropischen und subtropischen Orchideen sind Epiphyten. Sie wachsen auf Bäumen und bilden Luftwurzeln, mit denen sie wie mit den Blättern Fotosynthese betreiben und Wasser aus der Luft aufnehmen. Dazu zählen z. B. Cattleya, Odontoglossum und Phalaenopsis, aber auch auf Steinen lebende Orchideen, die sogenannten Lithophyten. Zu ihnen gehören einige Laelia-Arten.

Praxisinfo

DIESE ORCHIDEEN GRÜNEN UND BLÜHEN

Viele der heute angebotenen Orchideen sind pflegeleicht und unkompliziert zu halten:

Burrageara Nelly Isler und Brassia Rising StarLaelia purpurata und Cattleya forbesii Dendrobium kingianum und Dendrobium griffithianumLaeliocattleya Golddigger und ShirayukihimePaphiopedilum King Arthur und Santa CruzPhalaenopsis amboinensis var. simanis (duftend) und Elegant Magic

Die Heimat der Orchideen

Die als Zimmerpflanzen kultivierten Orchideen stammen meist aus subtropischen und tropischen Regionen. Wer ihre Bedürfnisse kennt, findet im Haus leicht den passenden Standort für die Schönheiten.

Orchideen sind weltweit verbreitet. Sie kommen von den Tropen und Subtropen bis in die gemäßigten Gebiete vor. Einige Arten gedeihen sogar nördlich des Polarkreises, wie einige Knabenkräuter. Orchideen besiedeln alle Höhenstufen von der Küste bis zum Hochgebirge. Man unterscheidet die Herkunftsgebiete der Orchideen nach vier Regionen.

Heimische Orchideen wie das Knabenkraut (Dactylorhiza) sind winterhart.

Hier sind Orchideen zu Hause

Tropen: Gebiete mit tropischem Klima findet man oberhalb und unterhalb des Äquators an den Küsten und in den tief gelegenen Regionen Südamerikas, Asiens und Afrikas. Hier herrschen das ganze Jahr über relativ gleichmäßig hohe Temperaturen. Selbst im kältesten Monat sinkt die Durchschnittstemperatur selten unter 18 °C. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind höher als die Schwankungen im Jahreslauf.

In den Tropen sind die Niederschlagsmengen sehr hoch. Da die extrem steil stehende Sonne zur Mittagszeit eine starke Verdunstungskraft hat, besitzen die Orchideen dieser Klimazone einen Verdunstungsschutz z. B. in Form ledriger Blätter. Orchideen brauchen jedoch frische Luft und vertragen die stehende Luft in den tropischen Wäldern schlecht. Deshalb wachsen sie meist epiphytisch in Baumkronen, an Waldrändern, auf Lichtungen, an Flussufern sowie an Berghängen. Aus dieser Klimazone stammen z. B. die Orchideen Ascocentrum, Phalaenopsis und Vanda. Sie alle werden warm kultiviert (>) und gedeihen gut in Wohnräumen.

Orchideen finden sich auch in den sogenannten Nebelwäldern. Diese gedeihen an den Flanken der südamerikanischen Anden, in den Berggebieten Südostasiens sowie in den Vorbergen des Himalajas. An diesen Hängen steigen ständig feuchte, warme Luftmassen auf, kühlen sich ab und kondensieren zu Nebel oder Regen. Selbst wenn die Pflanzen in der Mittagszeit Feuchtigkeit verlieren, wird der Verlust abends und nachts durch die hohe Luftfeuchte ausgeglichen. Zwischen Tag und Nacht herrscht ein deutlicher Temperaturunterschied, und auch im Jahreslauf gibt es Temperaturschwankungen. Von dort stammen ca. 60 % aller Orchideenarten. Es sind vor allem Arten, die dank der hohen Luftfeuchte meist epiphytisch leben, wie Coelogyne, einige Laelia-Arten und Sophronitis. Im Haus kultiviert man sie temperiert bis warm (>/>).Steppen der Hochlagen: Im Landesinneren von Mittel- und Südamerika, Afrika sowie in Südostasien gibt es kleine steppenartige Gebiete, meist in Höhen von 1500–3000 m, sowie Tafelberge, die die umgebenden tropischen Gebiete überragen. Hier wechseln sich trockene, heiße Tage mit kühlen Nächten ab. Temperaturstürze von 35 °C auf wenige Grade über 0 °C sind nicht selten. In dieser Region wachsen meist terrestrische Orchideen, nur an Standorten mit höherer Luftfeuchtigkeit kommen auch epiphytische Arten vor. Orchideen aus dieser Klimazone sind z. B. Cymbidium, einige Dendrobium-Arten und Oncidium. Sie werden temperiert bis kühl kultiviert (>).Gemäßigte Zone: In dieser Klimazone Eurasiens und Nordamerikas gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Sommer und Winter. Hier sind fast nur terrestrische Orchideen beheimatet wie Cypripedium, Dactylorhiza, Ophrys, Orchis oder Serapias. Diese Orchideen vertragen alle kühle Temperaturen und können nur im Freien kultiviert werden.

Viele tropische Orchideen wachsen epiphytisch und sind an ein Leben unter dem Blätterdach der Urwaldriesen gewöhnt. Sie brauchen feucht-warme Luft, vertragen aber keine direkte Sonne.

Orchideen schützen

Heute sind viele Orchideenarten – vor allem in den Tropen – durch die Zerstörung ihrer Lebensräume sowie durch die unkontrollierte Entnahme von Pflanzen gefährdet. Einige Arten sind bereits ausgestorben. Das gilt natürlich auch für viele andere Pflanzen und auch für Tiere. Um diesen Raubbau zu verhindern, wurde 1973 in Washington von zahlreichen Ländern ein Artenschutzabkommen namens »Convention on international trade of endangered species«, kurz CITES, unterzeichnet. Danach dürfen vom Aussterben bedrohte Arten nicht gehandelt werden.

Eine Ausnahme machen nachgezüchtete Wildformen. Die Naturschutzbehörde bestätigt dies auf einem CITES-Papier. Zusammen mit der Ein- und Ausfuhrgenehmigung dürfen diese Arten dann legal in die EU eingeführt werden. Weil heute alle Orchideen unter Artenschutz stehen, sind auch für Hybriden CITES-Papiere nötig.

Die typischen Merkmale der Orchideen

Orchideen bestechen durch Vielfalt: Ihre Blüten erinnern an Spinnen, gleichen Stiefmütterchen oder einem Pantoffel. Trotzdem kann man sie am Bauplan ihrer Blüten, an den Blättern und am Wuchs leicht erkennen.

Orchideen sind eine abwechslungsreiche Pflanzenfamilie. Sogar die Pflanzen einer Art können sehr variabel sein. Der Grundbauplan ist aber gleich: Die Blüten bestehen aus sechs Blütenblättern, und die Nerven ihrer Blätter verlaufen parallel, weil sie einkeimblättrige Pflanzen sind. Ihre Keimlinge entwickeln zunächst nur ein Blatt.

Blütenaufbau: Sepalen (1), Petalen (2), Lippe (2a), Fahne (1a), Säule mit Pollenkappe (3).

Faszinierende Orchideenblüten

Orchideenblüten sind zweiseitig symmetrisch, d. h. die Blüte wird durch eine senkrechte Spiegelachse in zwei gleiche Hälften geteilt.

Jede Orchideenblüte besteht aus zwei Blütenblätterkreisen mit jeweils drei Blättern. Die äußeren Blütenblätter bezeichnet man als Sepalen, die inneren als Petalen. Bei den Sepalen ist das mittlere Blatt zur Fahne (dorsales Sepalum) ausgebildet. Im inneren Kreis ist aus dem mittleren Petalum die Lippe (laterales Petalum) geformt. Sie kann trichter- oder röhrenförmig oder auch flach sein und ist meist anders gefärbt als die übrige Blüte. Bei den Frauenschuh-Orchideen ist sie zu einem Schuh geformt, bei anderen läuft sie in einen nach hinten gerichteten Sporn aus oder trägt kleine Warzen.Orchideenblüten zeichnen sich durch ein Merkmal aus, das es nur in dieser Pflanzenfamilie gibt: Die weiblichen und männlichen Fortpflanzungsorgane – Stempel und Staubblätter – sind zu einer Säule verwachsen. Sie ragt aus der Mitte der Blüte und ist oft durch einen Farbtupfer geschmückt.Die männlichen Staubblätter sind zu festen, gestielten Pollinien verwachsen. Sie sitzen an der Spitze der Säule unter der Pollenkappe und werden bei der Bestäubung durch Insekten als Ganzes auf die nächste Blüte übertragen. Übrigens: Wegen ihrer Größe lösen die Pollinien – anders als die Pollen anderer Blüten – bei Menschen keinen Heuschnupfen aus.Direkt unter den Pollinien sitzt die weibliche Narbe. Sie ist von den Pollinien abgeschirmt, sodass eine Selbstbestäubung nur äußerst selten vorkommt.Fast alle Orchideenblüten sind zweigeschlechtig. Es gibt aber Ausnahmen. Catasetum z. B. besitzt zwei unterschiedliche Blütenformen. Jede dieser Formen hat eine Säule, auf der jeweils nur Pollinien oder die Narbe ausgebildet sind.Den unteren Teil des Stempels nennt man Fruchtknoten. Er ist bei Orchideen unterständig, d. h. er sitzt zwischen Blütenstiel und Blüte. Nach der Bestäubung entwickelt er sich zu einer mit Millionen Samen gefüllten Kapsel. Die Samen keimen nur mithilfe eines speziellen Wurzelpilzes.Bei den meisten Orchideen dreht sich der Blütenstiel vor dem Öffnen der Blüte um 180°, sodass die Lippe nach unten zeigt. Diesen Vorgang nennt man Resupination.Die Form der Lippe und ihrer Bestandteile (Sporne, Seitenlappen u. a.) sind zusammen mit der Säule und Pollinienzahl wichtige Kriterien, um ähnliche Arten voneinander zu unterscheiden.

Orchideen wachsen entweder monopodial (einsprossig, links) oder sympodial (mehrsprossig, rechts).

Ein- und mehrsprossig

Es gibt bei Orchideen zwei verschiedene Wuchsformen. Vor allem beim Umtopfen und Teilen ist es sehr wichtig, diese Wuchsformen unterscheiden zu können, weil man bei beiden unterschiedlich vorgehen muss (>/> und >/>).

Monopodiale Orchideen wachsen einsprossig, d. h. sie besitzen nur einen Trieb oder Spross, der an der Spitze weiterwächst. Seitensprosse bilden sie nur selten aus. Die bekanntesten Vertreter dieser Wuchsform sind Angraecum, Phalaenopsis und Vanda. Der Wuchs kann gestaucht sein – wie bei Phalaenopsis – oder verlängert bzw. kletternd – wie bei Vanda. Unter guten Bedingungen entstehen im oberen Sprossteil mehr neue Blätter als alte am unteren Sprossteil absterben.Sympodiale Orchideen sind mehrsprossig. Bei dieser Wuchsform bilden sich jedes Jahr an der Seite des kriechenden oder kletternden Wurzelstocks ein oder mehrere neue Triebe. Die alten Triebe bleiben meist über Jahre erhalten, sodass kräftige, buschige Pflanzen entstehen. Die Sprosse sind oft zu kugeligen oder ovalen Speicherorganen (Pseudobulben) verdickt, in denen Wasser und Nährstoffe für Trockenzeiten lagern. Alte Bulben tragen oft keine Blätter mehr, man nennt sie Rückbulben. Pflanzen mit Pseudobulben brauchen meist eine Ruhephase, um blühen zu können. Zu ihnen gehören Cattleya- und Dendrobium-Arten.

Vielfältige Blätter

Von der Größe und Festigkeit der Orchideenblätter kann man Rückschlüsse auf die Luftfeuchte und Lichtintensität am Naturstandort und auf die Bedürfnisse bei der Kultur im Haus ziehen. Orchideen an schattigen Standorten mit hoher Luftfeuchtigkeit haben eher feine, dünne Blätter, weil sie keinen Verdunstungsschutz brauchen. Orchideen heißer, trockener Standorte besitzen ledrige, dicke Blätter, die sich z. B. mit einer wachsartigen Schicht vor dem Austrocknen schützen. Große Blätter zeigen, dass die Pflanze auch an Standorten mit wenig Licht gedeiht, da große Blätter geringe Lichtmengen optimal ausnutzen.

Meist sind die Blätter am Spross wechselständig, manchmal auch spiralig angeordnet.

Wurzeln mit Hülle

Orchideenwurzeln sind von einer schwammigen, weißlichen Hülle umgeben, dem Velamen. Es kann aus dem Substrat oder der Luft Wasser und Nährstoffe aufnehmen, speichern und sie langsam an die Hauptwurzel abgeben. Dies ist vor allem für Orchideen wichtig, deren Wurzeln nicht im Boden wachsen, sondern die sich mit Luftwurzeln auf Bäumen festhalten. Im feuchten Zustand sind die Wurzeln grün und können Fotosynthese betreiben – ein Grund, weshalb durchsichtige Töpfe in Mode gekommen sind. Phalaenopsis z. B. gedeiht in solchen Töpfen deutlich besser. In der Trockenphase schützt das Velamen die Wurzeln vor dem Austrocknen.

Licht im Namensdschungel

Zungenbrecher wie Brassolaeliocattleya sind keine Schikane der Züchter: Kennt man das System der Nomenklatur, verrät der Name, von welchen Eltern die Pflanze abstammt und welche Eigenschaften sie hat.

Es gibt mehrere Gründe, warum es sinnvoll ist, sich etwas intensiver mit den botanischen Namen der Orchideen zu beschäftigen. Zum einen gibt es für die meisten Orchideen keinen deutschen, sondern nur einen wissenschaftlichen Namen. Deutsche Namen existieren meist nur für einheimische Orchideen. Und deutsche Namen sind meist nicht eindeutig, weil in verschiedenen Regionen für ein und diesselbe Orchidee unterschiedliche Namen verwendet werden. Nur mit dem korrekten botanischen Namen können Sie im Internet sicher nachschauen, welche Ansprüche und Eigenschaften eine bestimmte Orchidee hat.

Epidendrum centropetalum ist der aktuelle Name. Aber auch Oerstedella centradenia ist noch gängig.

Mit System: wissenschaftliche Namen

Der schwedische Naturforscher Carl von Linné hat im 18. Jh. die binominale Nomenklatur eingeführt: Der Name jeder Tier- oder Pflanzenart besteht demnach aus dem großgeschriebenen Gattungs- und dem kleingeschriebenen Artnamen, z. B. Phalaenopsis eques-tris. Phalaenopsis bezeichnet die Gattung, equestris die Art.

Linné ordnete alle tropischen Orchideen, die zu seiner Zeit bekannt waren und auf Bäumen wuchsen, der Gattung Epidendrum (epi: auf; dendron: Baum) zu. Doch je mehr neue Arten beschrieben wurden, umso deutlicher war, dass man einige Arten nicht in die Gattung Epidendrum einordnen konnte, sondern neue Gattungen schaffen musste.

Die neuen Orchideen wurden meist von den Entdeckern oder ihren europäischen Auftraggebern beschrieben. Dabei war es unvermeidbar, dass sie manche Arten mehrfach beschrieben und verschieden benannten. Es erwies sich deshalb als sinnvoll, dem wissenschaftlichen Namen den Beschreiber (Taxonom) zuzuordnen. So steht z. B. hinter Epidendrum cucullatum ein »L.« für Carl von Linné. Robert Brown hat diese Orchidee später in die Gattung Brassavola neu einsortiert. Sie heißt heute Brassavola cucullata (L.) R. Br. Grundsätzlich ist der alte Name nach einer Umgruppierung jedoch nicht ungültig.

Untergattungen und Sektionen

Einige Orchideengattungen sind sehr groß. So zählen z. B. zur Gattung Dendrobium bis zu 1600 Arten, zu Masdevallia 640 Arten. Zur besseren Übersicht hat man sie nach gemeinsamen Merkmalen im Wuchs in Untergattungen oder nach Blütenmerkmalen in Sektionen unterteilt.

Brassavola nodosa (L.) Lindl. wurde zuerst als Epidendrum nodosum L. beschrieben.

Varietäten und Sorten

Manchmal unterscheiden sich zwei Pflanzen einer Art nur in ein oder zwei Eigenschaften. Diese Unterschiede entstehen auf natürlichem Weg. So ist z. B. eine Blüte weiß statt rosa. Hier beschreibt man nicht sofort eine neue Art, sondern man bezeichnet die weiße Pflanze als Varietät der Art. Hinter dem zweiteiligen Namen wird mit der Abkürzung »var.« für Varietät die Eigenschaft in Latein oder Griechisch benannt. Für die Farbe Weiß ist das alba, also var. alba.

Entstehen durch Züchtung oder Gewebekultur (>/>) neue Varianten, so bezeichnet man sie als Sorten. Ihr Züchter gibt ihnen einen individuellen Namen. Diesen frei gewählten Namen stellt man nach dem Art- bzw. Varietätnamen in einfache hochgestellte Anführungszeichen.

Gattungshybriden

Normalerweise können sich zwei verschiedene Arten nicht kreuzen, noch weniger Pflanzen zweier Gattungen. Orchideen sind eine Ausnahme: Bei ihnen lassen sich nicht nur Arten, sondern auch Gattungen kreuzen (>/> und >/>). Hybriden, die aus zwei Gattungen entstanden sind, bekommen einen aus dem Namen beider Eltern zusammengesetzten neuen Namen. So wird z. B. aus Vanda und Ascocentrum die Hybride Ascocenda. Wird eine dritte Gattung eingekreuzt, erfindet der Erstzüchter dieser Gattung einen Namen, der auf -»ara« endet. Ascocenda mit Neofinetia gekreuzt ergibt Nakamotoara – benannt nach dem japanischen Züchter Nakamoto.

Die meisten Züchter melden ihre Kreuzungen nach London an die Royal Horticultural Society. Diese verwaltet alle Namen in den »Sander’s lists of orchid hybrids«, sodass jede registrierte Kreuzung weltweit denselben Namen trägt. Ist eine Kreuzung noch nicht registriert, steht hinter dem Namen »n. r.« (nicht registriert). Seit 2005 folgt die RHS in ihren neu veröffentlichten Listen konsequent den aktuellsten Namen. Nur wenige Züchter halten sich nicht an die RHS und verwenden eigene Handelsnamen.

DIESE GESELLSCHAFTEN PRÄMIEREN ORCHIDEEN

D.O.G.

Deutsche Orchideen Gesellschaft

RHS

Royal Horticultural Society

S.O.G.

Schweizer Orchideen-Gesellschaft

EOC

European Orchid Conference

YOGA

Japanische Orchideen-Gesellschaft

WOC

World Orchid Conference

Internationale Medaillen in der Reihenfolge ihrer Wertigkeit:

AM

Award of Merrit

FCC

First Class Certificate

HCC

Highly Commendable Certificate

Bewertungsklassen der D.O.G.:

(B)

für botanische Art

(H)

für Hybriden

(K)

für gute Kultur

(A)

Ausstellung

Bei Phalaenopsis dominieren die Blüten.

Die richtige Auswahl

Orchideen haben unterschiedliche Bedürfnisse an Licht, Substrat und Wasser. Wenn man Arten und Hybriden auswählt, denen man an den verschiedenen Standorten im Haus die passenden Bedingungen bieten kann, entpuppen sich die Tropen-Schönheiten als äußerst robuste und langlebige Mitbewohner.

Ob verführerische Sonderangebote aus dem Supermarkt oder ausgefallenere Orchideenarten aus der Spezialgärtnerei – überlegen Sie in jedem Fall vor dem Kauf, wo Ihre neue Orchidee stehen soll. Wählen Sie nur qualitativ gute Orchideen aus und solche Arten, denen Sie ein adäquates Zuhause, d. h. den richtigen Standort bieten können. So vermeiden Sie Misserfolge und sparen Geld. Denn eine wärmebedürftige Phalaenopsis fühlt sich im kühlen Schlafzimmer nie wirklich wohl, und eine Paphiopedilum, die kühle Temperaturen bevorzugt, kann im gut geheizten Wohnzimmer kaum ihre ganze Pracht entfalten.

Pflegeleichte »Anfänger-Orchideen« wie Dendrobium kingianum, Paphiopedilum King Arthur oder Phalaenopsis equestris garantieren Erfolg ohne große Mühe, und wer etwas mehr Erfahrung hat, kann sich an anspruchsvollere Arten wie Angraecum, Rhynchostylis oder Paphiopedilum der Sektion Brachypetalum wagen.

Blattorchideen wie Macodes petola bestechen durch gemustertes Laub.

Was Orchideen wünschen