Paracord-Basic - J. D. Lenzen - E-Book

Paracord-Basic E-Book

J. D. Lenzen

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Beschreibung

Paracords (kurz für Parachute cords) sind dünne und leichte Seile aus Nylon, die ursprünglich im Zweiten Weltkrieg für Fallschirmleinen eingesetzt wurden. Heute werden sie längst nicht mehr nur vom Militär verwendet: das Knüpfen von Armbändern, Gürteln oder Schlüsselanhängern aus Paracords erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit, wobei die verschiedensten Knoten angewandt werden. J. d. Lenzen ist ein Experte im Bereich Knoten und Knüpfen mit Paracords – er hat unter anderem das Fusionsknüpfen erfunden. In seinem Buch führt er den Leser durch 35 verschiedene Paracordfusionsknoten, die noch nie in einem Buch präsentiert wurden. Über 800 Fotos und leicht verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen machen dieses Buch zum idealen Begleiter sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene. ++ Ausgangssperre, Homeoffice, keine sozialen Kontakte? So furchtbar die aktuelle Corona-Krise ist, sie kann auch wahnsinnig langweilig sein. Dieses Buch ist eine prima Beschäftigung, bringt die Farben der Welt in deine eigenen vier Wände und hilft dir in Zeiten der Isolation deine Kreativität auszuleben. Bleib gesund! ++

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2018

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J. D. Lenzen

PARACORD BASICS

Schleifen, Schlaufen, Knoten und Stränge

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://dnb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen

[email protected]

13. Auflage 2024

© 2014 by mvg Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Türkenstraße 89

80799 München

Tel.: 089 651285-0

© der Originalausgabe by J. D. Lenzen, 2012.

Original English-language edition published by 4th Level Indie. All rights reserved.

Die englische Originalausgabe erschien 2012 bei 4th Level Indie unter dem Titel

Paracord Fusion Ties – Volume 1.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Wir behalten uns die Nutzung unserer Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor.

Übersetzung: Wiebke Krabbe

Redaktion und Satz: Karin Leonhart, bookwise GmbH, München

Umschlaggestaltung: Maria Wittek, München

Umschlagabbildung: © J. D. Lenzen

Fotos Innenteil: J. D. Lenzen

eBook: ePUBoo.com

ISBN Print 978-3-86882-180-2

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96121-281-1

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.mvg-verlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de

Inhalt

Dank

Vorwort

Einleitung

Paracord

Über dieses Buch

Knotenlatein

Kapitel 1

Diamanten und Kugeln

Zweisträngiger Diamantknoten

Diamantknoten in Reihe

Zweifarbige Affenfaust

Paracord-Kugeln

Kleiner Kugelknoten

Kapitel 2

Salomons Weisheiten

Elastischer Salomon Bar

Zweifarbiger Salomon Bar

Gesteppter Salomon Bar

Gekreuzter Salomon Bar

Doppelter Salomon Bar

Kapitel 3

Fest verschnürt

Ährenzopf

Zweifarbiger Ährenzopf

Gesteppter Ährenzopf

Falscher Schweinsrücken

Doppelt gesteppter Ährenzopf

Kapitel 4

Wasserfälle

Endloser Wasserfall

Geteilter endloser Wasserfall

Ketten-Wasserfall

Kettenpanzer-Wasserfall

Wasserfall mit Ziegelmuster

Kapitel 5

Laufknoten-Spielereien

Wattwurm-Platting

Dharmachakra-Knoten

T-Virus-Platting

Rückgrat-Strang

Aufzieh-Platting

Kapitel 6

Flache Stränge

Spindelfaser-Strang

Flammenstrang

Zwei-Seiten-Strang

Gepunkteter Flammenstrang

KBK-Strang

Kapitel 7

Rücken an Rücken

Rücken-an-Rücken-Strang

Doppelhelix

Leitersprossen

Federstrang

Haifischkiefer-Strang

Dank

Für ihre Unterstützung und/oder Ideen während des Schreibens dieses Buches danke ich Clifford W. Ashley, meinen Eltern Jim und Barbara, den Abonnenten meines YouTube-Kanals Tying It All Together sowie allen Mitgliedern der weltweiten Knoten-Community. Ohne sie, vor allem die treuen Unterstützer meiner Onlinevideos, hätte dieses Buch nicht entstehen können.

Und …

… ganz besonders danke ich meiner Frau und Muse Kristen Kakos. Dass du mein Leben teilst, schenkt mir Freude, Geborgenheit und den Freiraum, um kreativ zu sein. Dafür bin ich dir ewig dankbar.

Vorwort

Ich stamme aus einer Soldatenfamilie und war als Kind bei den Pfadfindern. Knoten sind mir also nicht fremd. Aber erst viel später entdeckte ich im Sonderangebots-regal eines Buchladens ein Knotenbuch. Ich blätterte darin und blieb an der Anleitung für den Kronen-Platting (Crown Sinnet) hängen. Bis dahin hatte ich nur gelegentlich kunstvolle Knoten gesehen, und meist waren sie um kleine Gegenstände geknüpft, etwa Taschenmesser oder Taschenlampen (die mich seit jeher faszinieren). Ich wurde neugierig und sah mich in anderen Buchläden und im Internet nach weiteren Zierknoten und Anleitungen um. Nach einer Weile bekam ich Lust, mich mit anderen Fans von dekorativen und nützlichen Knoten auszutauschen, und gründete im April 2005 den Blog Stormdrane.

Die Suche nach neuen und innovativen Knüpfideen hört nie auf. Je mehr man über das Knoten, Flechten und Weben weiß, desto mehr gibt es zu entdecken und zu lernen. Bei meinen Recherchen stieß ich auf die Arbeit von J. D. Lenzen und vor allem auf seinen You-Tube-Kanal Tying It All Together (TIAT).

J. D.s Videoanleitungen sind äußerst anschaulich und sehr gut zu verstehen. Schnur ist für ihn ein vielseitiges Medium. Er greift auf Elemente einfacher Grundknoten zurück und fügt sie in neuen Kombinationen zusammen. Diese Technik wurde als »fusion knotting« bekannt.

J. D. ermutigt seine Zuschauer, das Gelernte zur Umsetzung der eigenen Ideen abzuwandeln. »Ausprobieren, entdecken, erfinden«, lautet sein Motto.

Dieses Buch wendet sich an Knotenneulinge und ebenso auch an Geübte, die sich mit dem Knüpfen funktioneller Knoten bereits gut auskennen. Jeder kann ein Stück Schnur zur Hand nehmen und J. D.s Knoten nachmachen.

Er beginnt mit bekannten historischen Knoten, etwa dem Diamantknoten, dem Flach-Platting und der Affenfaust, und kombiniert sie mit Laufknoten, Steken und überkreuzten Enden. Dank seines Talents fürs Fotografieren und Schreiben kann er den Lesern klare, anschauliche und gut verständliche Anleitungen an die Hand geben. Und weil er mit Schnüren in leuchtenden Kontrastfarben arbeitet, können seine Leser den Arbeitsablauf bei jeder Schnur vom ersten Schritt bis zum Endergebnis gut verfolgen.

Ich habe viele von J. D.s Knoten und Kombinationen ausprobiert. Besonders gerne mag ich die Knoten für Armbänder. Aber letztlich habe ich nur an der Oberfläche gekratzt und freue mich darauf, immer weiter zu knoten und neue Möglichkeiten zu entdecken, um seine Techniken anzuwenden. Die Ideen kommen ganz von selbst – das motiviert zum Lernen und Ausprobieren.

David Hopper (Stormdrane)

stormdrane.blogspot.com

April 2012

Einleitung

Clifford W. Ashley ist der Autor des berühmten Ashley Book of Knots (ABOK), des eindrucksvollen Wälzers, der gemeinhin als »Knotenbibel« gilt. Ashley hat aber auch eine Vielzahl von Knoten erfunden. Er nutzte sein enormes Wissen, um bekannte Elemente neu zusammenzufügen, durch raffinierte Details zu erweitern und zu variieren und so innovative Stopper, Steke und Zierknoten aller Art zu entwickeln. Merkwürdig ist aber, was dieses Buch auslöste. Seit seiner Erstveröffentlichung im Sommer 1944 hat es ein geradezu dogmatisches Festhalten an historischen Knoten bewirkt, obwohl sich Ashley selbst ausdrücklich für die Entwicklung neuer und innovativer Knoten aussprach.

Ein Beispiel für diese eingeschränkte Sichtweise ist der Medienrummel, der 1978 Dr. Edward Hunters »Erfindung« des Hunter’s Bend begleitete. Der Knoten, mit dem der Doktor seinen gerissenen Schnürsenkel repariert hatte, schaffte es bis auf die Titelseite der Londoner Times. Warum auch nicht? Es werden ja nicht jeden Tag neue Knoten erdacht – meinte man. Wenig später stellte sich heraus, dass der Knoten bereits 35 Jahre früher von Phil D. Smith erfunden worden war.

Mit Aufkommen des Internets hatten dann Knotenfans aus aller Welt die Möglichkeit, sich zu einer großen Community zusammenzufinden. Diese Gemeinde interessiert sich nicht nur für historische Knoten, sondern eben auch für neue Erfindungen.

Um diese Zeit entwickelte ich in aller Stille eine Knüpftechnik, die später allgemein als Fusionsknüpfen (fusion knotting) bekannt wurde – die Gestaltung innovativer Knoten durch das Kombinieren mit Elementen anderer Knoten oder Knüpftechniken. Das war 1995. Damals wohnte ich in Loma Mar (Kalifornien) und arbeitete als Naturkundler an einer Outdoor-Schule mit dem Namen »Exploring New Horizons«.

Loma Mar ist ein sehr kleiner Ort. Als ich dort lebte, hatte ich weder Internetzugang noch einen Fernseher, und selbst der Radioempfang war nicht zuverlässig. Also verbrachte ich die Abende und Wochenenden damit, historische Knoten zu analysieren, sie in ihre Bestandteile zu zerlegen und diese neu zusammenzufügen. Da ich während dieser Zeit nur wenige soziale Kontakte hatte, notierte ich meine Entdeckungen in einem Notizbuch und behielt sie ansonsten größtenteils für mich.

Ein Jahr später begann ich ein Studium und war mit ganz anderen Anforderungen beschäftigt, sodass ich nur wenig knotete. Nach dem Studienabschluss im Jahr 1999 hatte ich mehr Zeit und begann wieder zu knoten.

Die dreijährige Unterbrechung hatte mir gutgetan. Als mein Leben in ruhigeren Bahnen verlief, sprudelten neue Ideen und Techniken in einer Weise, wie ich es vorher nie erlebt hatte. Es genügte mir nicht mehr, meine Erfindungen ins Notizbuch zu zeichnen. Ich begann, anderen die Methoden zu erklären. Dadurch habe ich gelernt, was die Menschen sehen, fühlen und hören müssen, um zu verstehen. In dieser Zeit entstanden großartige Kontakte, aber der Kreis war mir noch zu klein. Ich wollte meine Fusionsknüpftechnik der ganzen Welt zeigen, mehr ganz unterschiedliche Menschen kennenlernen und gegen die Vorstellung antreten, dass die Knüpferei definierte und womöglich enge Grenzen hat. Um dieses Ziel zu erreichen, war meine Anwesenheit in einem Raum alleine nicht genug. Dazu bedurfte es anderer Mittel.

Ich kam meinem Ziel näher, als mir meine damalige Freundin (jetzt meine Frau) Kristen Anfang 2007 eine Digitalkamera zum Geburtstag schenkte. Es war eine Power-Shot SD800 IS mit Videofunktion. Diese Videos boten mir die Möglichkeit, mit der gesamten weltweiten Knoten-Community in Kontakt zu treten und selbst einen Beitrag zu leisten, also gründete ich den YouTube-Videokanal Tying It All Together (TIAT).

Am 7. September 2008 ging mein erstes TIAT-Anleitungsvideo für einen historischen Knoten online: »How to Make a Military Bugle Cord«. Weil mein Erklärstil und -tempo gut ankamen, produzierte ich fast drei Jahre lang wöchentlich ein weiteres Anleitungsvideo.

Seit 2008 habe ich über 200 Anleitungsvideos produziert, eine Abonnentengemeinde von über 60 000 Personen (bei Erscheinen dieses Buches) aufgebaut, FusionKnots.com gegründet, das Fusion Knots Forum eingerichtet (ein Internetforum für den Informationsaustausch über Fusionsknoten) und mein erstes Buch mit Anleitungen veröffentlicht: Decorative Fusion Knots: A Step-by-Step Illustrated Guide to New and Unusual Ornamental Knots (2011).

In Decorative Fusion Knots (DFK) kam ein Knüpfmaterial zur Sprache, das ich seit Jahren kannte, aber nur selten benutzt hatte. Dieses Material war Paracord – und es ist der Grund dafür, dass Sie jetzt dieses Buch in Händen halten.

In meinem Hauptberuf habe ich häufiger auf Militärstützpunkten zu tun, wo mir Paracord auf Schritt und Tritt begegnet. Die leichte Nylonschnur mit Seele und geflochtenem Mantel wurde ursprünglich im Zweiten Weltkrieg für die Fangleinen von Fallschirmen verwendet. Heute liegen die Rollen auf den Stützpunkten in Werkstätten, Wartungseinrichtungen und überall sonst, wo man eine stabile leichte Schnur braucht.

Die vielseitige, praktische Schnur gefiel mir schon lange. Ich stellte fest, dass es sogar eine Gruppe von Knotenknüpfern gab, die ausschließlich Paracord verwendete. Auf den Stützpunkten gab es die Schnur allerdings nur in den Farben Blattgrün, Schlammbraun und Schwarz. So vermutete ich, sie sei nur in diesen Farben erhältlich, die allerdings für meine TIAT-Videos nicht genug Kontrast boten. Bald darauf entdeckte ich, dass Paracord in vielen Farben angeboten wird, also kaufte ich einige Rollen und knotete los.

Meine Experimente mit Paracord führten zu großartigen Ergebnissen, das beweist allein die Anzahl der neuen Knoten, die ich bei der Verwendung dieser Schnur entwickelte. Angesichts der Vielzahl von Paracord-Knoten, die ich im Lauf der Jahre geknüpft habe (sowohl privat als auch für den TIAT-Videokanal), fand ich es an der Zeit, sie auch in gedruckter Form zu veröffentlichen. Das Buch, das Sie gerade in den Händen halten, ist Band 1 meines Vorhabens.

Probieren Sie die Paracord-Knoten in diesem Buch aus, spielen und experimentieren Sie mit Ihnen. Betrachten Sie die Anleitungen und Techniken als Sprungbrett für neue Möglichkeiten und eigene Ideen. Ich möchte unterstreichen, was Ashley in seinem Standardwerk gezeigt hat: Das Thema Knoten kennt keine Grenzen. Das Einzige, das Sie und den Rest der Welt daran hindern kann, neue Knoten zu erfinden und zu lernen, ist fehlende kreative Fantasie. Glauben Sie nur nicht, dass das, was Sie sehen, das einzig Mögliche ist. Die Zukunft ist grenzenlos, und sie beginnt jetzt.

J. D. von Tying It All Together

Paracord

Hintergrund

Paracord ist eine leichte Nylonschnur mit einer mehrsträngigen Seele und einer geflochtenen Ummantelung. Die Seele gibt der Schnur ihre außergewöhnliche Zugfestigkeit, und der äußere Mantel schützt die Seele vor Schäden durch Reibung. Der Name Paracord setzt sich aus parachute (Fallschirm) und cord (Schnur) zusammen. Ursprünglich wurde die Schnur für Fallschirm-Fangleinen verwendet, aber weil sie so vielseitig ist, benutzten die Fallschirmspringer sie bald auch am Boden für die verschiedensten Zwecke.

Wie viele andere Materialien und Technologien, die ursprünglich für das Militär entwickelt wurden, hat sich Paracord inzwischen auch in Zivilkreisen durchgesetzt. Ehemalige Soldaten, die sie während ihrer aktiven Dienstzeit schätzen gelernt hatten, trugen ihren Teil dazu bei, dass Paracord auch außerhalb des Militärs verbreitet wurde. Zu den regelmäßigen Kunden gehören seitdem Sammler von Schusswaffen und Messern, Jäger, Outdoor-Sportler, Heimwerker und eine wachsende Zahl von kreativen Bastlern.

Typen

Bei der amerikanischen Armee kommen sechs Paracord-Typen zum Einsatz (Typ I, IA, II, IIA, III und IV). Bei den Schnüren, die zum kreativen Knüpfen angeboten werden und die sich auch für die Knoten in diesem Buch eignen, handelt es sich normalerweise um die Typen II und III. Paracord Typ II wird auch als Paracord 450 bezeichnet, weil seine Mindestzuglast 450 amerikanische Pound (204 kg) beträgt. Seine Seele besteht meist aus vier zweifädigen Strängen. Typ III oder Paracord 550 (Mindestzuglast 550 Pound oder 249 kg) hat normalerweise eine Seele aus sieben zweifädigen Strängen.

Für die Knoten in diesem Buch habe ich Paracord 450 verwendet. Diese Schnur eignet sich wegen ihrer Geschmeidigkeit gut für komplexere Knoten, und sie wird in vielen Farben angeboten. Ebenso eignen sich für die hier vorgestellten Knoten aber auch Paracord 550 und Schnüre aus anderen Materialien wie Hanf, Satin, Stoff oder Leder, und selbst Draht könnten Sie ausprobieren.

Bezugsquellen

In Fachgeschäften für Camping- und Outdoor-Bedarf und bei Schiffsausrüstern bekommt man Paracord und vergleichbare Produkte seit jeher, allerdings nur in einer begrenzten Auswahl von Farben. Seit das kreative Knüpffieber um sich greift, bieten immer mehr Bastelgeschäfte die Schnüre in vielen schönen Farben an. Selbstverständlich kann man sie auch in Onlineshops bestellen.

Hier finden Sie eine Auswahl von Onlinehändlern, die ein großes Angebot an Schnüren haben:

armynavystoreinc.com

onestopknifeshop.com

swiss-paracord.ch

asmc.de

outdoormesser.de

tacticaltrim.de

ausgeruestet.com

paracord.com

takknife.com

campingsurvival.com

paracord.no

thebushcraftstore.co.uk

holsterbau.de

paracordplanet.com

toolshop.de

kreativ-depot.de

rwrope.com

ubraidit.com

Hinweis: Das Internet ist ein dynamisches Medium. Es ist nicht auszuschließen, dass Adressen nach Drucklegung dieses Buches geändert oder gelöscht wurden oder werden.

Die Nennung von Anbietern dient lediglich der Information und stellt keine Empfehlung des Autors oder Verlags dar.

Über dieses Buch

Die Anleitungen

Das Ziel dieses Buches ist, alle nötigen Informationen für einen Knoten in knapper, anschaulicher Form zu präsentieren und auf Überflüssiges weitgehend zu verzichten. Darum werden Arbeitsschritte wie das Schneiden und Abbrennen, die bei allen Knoten auszuführen sind, einmal ausführlich erklärt (siehe nächste Seite) und in den einzelnen Anleitungen jeweils nur knapp benannt (z. B. »Die Enden sorgfältig abschneiden und abbrennen.«). Wird ein bestimmter Knoten, etwa der zweisträngige oder der viersträngige Diamantknoten, mehrfach verwendet, findet sich in der Anleitung ein Verweis auf die Seite, auf der das Knüpfen dieses Knotens erklärt wird. Näheres zu diesen wichtigen Knoten erfahren Sie im nächsten Absatz.

Wichtige Knoten

Die folgenden vier Knoten sind Bestandteil mehrerer Kombinationen, die in diesem Buch gezeigt werden:

Zweisträngiger Diamantknoten

(

Seite 28

)

Viersträngiger Diamantknoten

(

Seite 31

)

Dreiecksabschluss

(

Seite 86

)

Stopperknoten

(

Seite 138

)

Der zweisträngige Diamantknoten und der Stopperknoten werden für Verschlüsse von Armbändern verwendet. Der viersträngige Diamantknoten und der Dreiecksabschluss dienen dazu, einen Knoten oder eine Kombination zu fixieren. Sie bilden einen sauberen Abschluss für ein geknüpftes Werkstück und können auch als Übergang vor einem Verschlussknoten (z. B. zweisträngigem Diamantknoten) eingesetzt werden.

Hinweis: Alle Diamantknoten können im Uhrzeigersinn oder entgegen dem Uhrzeigersinn geknüpft werden. Um dies zu illustrieren, wird in diesem Buch der zweisträngige Diamantknoten im Uhrzeigersinn gezeigt, die Anleitung für den viersträngigen Diamantknoten zeigt das Knüpfen entgegen dem Uhrzeigersinn.

Wie viel Schnur?

Ich werde oft gefragt, wie viel Schnur für ein Werkstück in einer bestimmten Länge benötigt wird (z. B. »Wie viel Schnur brauche ich für einen 76 cm langen Flammenstrang-Gürtel?«). Solche Fragen sind nicht leicht zu beantworten, weil mehrere Faktoren eine Rolle spielen.

A) Je nach Hersteller können Dehnbarkeit und Stärke der Schnur variieren.

B) Manche Menschen knüpfen sehr fest, andere eher locker.

C) Für die verschiedenen Abschnitte (Anfang, Mittelteil und Ende) eines Werkstücks wird eventuell unterschiedlich viel Schnur benötigt.

Wenn ich einen Schätzwert nenne und sich jemand darauf verlässt, kann es dennoch sein, dass die zugeschnittene Schnur nicht für die gewünschte Länge ausreicht. Das ist frustrierend, und außerdem bin ich dann der Übeltäter, der die Falschinformation geliefert hat. Darum versuche ich meist, keine konkreten Maße zu nennen, sondern empfehle, dass jeder seinen individuellen Bedarf selbst ermitteln sollte.

Es ist gar nicht so schwierig, den Schnurbedarf für ein Werkstück einer bestimmten Länge zu berechnen. Normalerweise genügt es, etwa 2,5 cm des geplanten Knotenmusters zu knüpfen, dann wieder zu öffnen und nachzumessen, wie viel Schnur benötigt wurde. Die Berechnung des Gesamtbedarfs ist dann ein einfacher Dreisatz (wenn z. B. für 2,5 cm Ihres Wunschmusters 60 cm Schnur nötig sind, brauchen Sie für eine Knüpfarbeit von 7,5 cm Länge 180 cm Schnur).

Abschneiden und Abbrennen

Paracord besteht aus Nylon, einem thermoplastischen Kunststoff. Wenn er erhitzt wird, schmilzt er. Dadurch werden die Enden verschweißt und können nicht ausfransen. Das erhitzte Nylon ist formbar. Damit sich ein Paracord-Werkstück nicht auflöst, werden die Schnurenden etwas verdickt. Sofern nicht mit größerer Kraft daran gezogen wird, genügt diese Formveränderung zur Fixierung.

Im Folgenden werden das Abschneiden und Abbrennen der Enden gezeigt. Diese Methode ist bei allen Werkstücken in diesem Buch zur Anwendung gekommen.

Schnurenden abschneiden und abbrennen

Zuerst folgende Utensilien bereitlegen: eine

Friseurschere

und einen kleinen

Gasbrenner

.

Die überstehenden, nicht gewünschten Schnurenden mit der Schere sorgfältig abschneiden.

Wenn diese Enden abgeschnitten sind …

… den Gasbrenner anzünden. Nicht mit den Händen an die Brennerdüse fassen!

Das erste abgeschnittene Schnurende nur kurz (höchstens 1–2 Sekunden) erhitzen.

Das zweite Ende ebenso erhitzen. Solange die verschweißten Fasern noch formbar …

… aber nicht mehr heiß sind, die Enden mit dem Daumen flach-breit pressen.

Fertig: Die Enden der Paracord-Schnur sind nun sauber verschweißt.

WARNUNG: Kinder sollten Scheren und Gasbrenner nur unter der Aufsicht Erwachsener benutzen. Wenn du dies liest und unsicher bist, ob du dich von der Warnung angesprochen fühlen sollst – fühle dich angesprochen. Zeige die Anleitung einem Elternteil oder Lehrer und bitte um Hilfe.

Knotenlatein

Die folgenden Definitionen und Abbildungen geben einen Überblick über die Fachbegriffe und Arbeitsschritte, die in diesem Buch verwendet werden.

Definitionen

ABOK: Abkürzung für The Ashley Book of Knots (deutsch: Das Ashley-Buch der Knoten: Über 3800 Knoten. Wie sie aussehen. Wozu sie gebraucht werden. Wie sie gemacht werden, Delius Klasing Verlag, 1999; Sonderausgabe 2006).

Abbrennen: Versengen eines abgeschnittenen Schnurendes, um es zu fixieren und/oder die Fasern zu verschweißen und so das Aufdröseln zu verhindern.

Aufdröseln: Fachausdruck für das Ausfransen eines Seil- oder Schnurendes.

Bar: Leicht gerippte, feste und geschlossene Knüpfarbeit, oft mit Kreuzknoten (z. B. Salomon Bar).

Beine: Hängende oder senkrecht parallel verlaufende Schnüre.

Bogen: Der gekrümmte Teil im Inneren einer Bucht, eines Kreises, einer Schlaufe oder einer umgelegten Schnur.

Bucht: U-förmige Biegung einer Schnur.

Teile einer Schnur

Schlaufen

Teile eines Knotens

Schnurführung

DFK: Abkürzung für das Buch Decorative Fusion Knots (deutsch: Zierknoten kreativ geknüpft: Ein illustrierter Schritt-für-Schritt-Führer zu 60 neuen und ungewöhnlichen Knotenwundern, Leopold Stocker Verlag, September 2014)

Fest dichtholen: Ziehen an den beweglichen Schnüren, bis die gewünschte Festigkeit eines Knotens oder einer Knüpferei erreicht ist.

Festigkeit: Der Punkt, an dem der Knoten durch Ziehen an den Schnüren ein zufriedenstellendes Aussehen hat.

Fusionsknüpferei: Innovative Knüpferei, bei der Elemente verschiedener Knoten oder Knüpftechniken zum Einsatz kommen.

Historischer Knoten: Ein Knoten (oder eine Kombination von Knoten), der vor 1979 entdeckt oder erfunden wurde. (1979 ist das Erscheinungsjahr der von der IGKT überarbeiteten Ausgabe des ABOK.)

Horizontal: Waagerecht oder flach liegend.

IGKT: Abkürzung für die International Guild of Knot Tyers (Internationale Gilde der Knotenknüpfer), eine internationale Institution zur Prüfung und Benennung von Knoten.

Komponente: Entweder Knoten, Element eines Knotens oder Knüpftechnik, die bei einer Fusionsknüpferei zum Einsatz kommen.

Kreis: Schnur, die eine andere Schnur oder einen Körperteil (z. B. einen Finger) einmal vollständig umrundet.

Leicht dichtholen: Schnüre nur so stark festziehen, dass ein Knoten gerade seine Form hält. Dabei sollen Abstände, die zum Design gehören, erhalten bleiben.

Leine: Sammelbegriff für verschiedene dünne Materialien, mit denen geknüpft werden kann (z. B. Paracord, dünnes Tauwerk).

Loses Ende: Das Ende einer Schnur, das beim Knüpfen bewegt wird.

P: Eine Schnur, die in die Form des Buchstabens P (oder seines Spiegelbilds) gelegt ist.

Paracord: Dünne Nylonschnur mit einer mehrsträngigen Seele und einem geflochtenen äußeren Mantel.

Parallel: Schnüre, die in gleichbleibendem Abstand nebeneinander verlaufen.

Platting: Traditionelle Knotentechnik zum Verkürzen eines Seils oder einer Leine, besteht häufig aus mehreren halben Schlägen.

Reißverschluss-Platting: Deutsche Bezeichnung für Zipper Sinnet, erklärt unter www.youtube.com/watch?v=tUBTRs7Avk0.

Schlaufe: Ein Kreis mit einer Überkreuzung oder eine Bucht, die an ihrer Basis zusammengedrückt ist.

Schlaufe gegen den Uhrzeigersinn: Eine Schlaufe, bei der das lose Ende (oder der oben liegende Teil) einen Bogen entgegen dem Uhrzeigersinn beschreibt.

Schlaufe im Uhrzeigersinn: Eine Schlaufe, bei der das lose Ende (oder der oben liegende Teil) einen Bogen im Uhrzeigersinn beschreibt.

Schnur: Ein relativ dünnes, flexibles Material, mit dem geknotet oder geknüpft wird.

Stecken: Einstecken einer Schnur oder Bucht in eine Schlaufe oder unter eine andere Schnur.

Stehende Part: Das Ende einer Schnur, das beim Knüpfen eines Knotens nicht bewegt wird.

TIAT: Abkürzung für den YouTube-Videokanal Tying It All Together.

Umdrehen, drehen: Drehung um den Mittelpunkt, dabei bleibt die Oberseite oben.

Verschnüren: Verbinden zweier gegenüberliegender Enden oder Seiten durch Schnur.

Vertikal: Senkrecht oder aufrecht, im rechten Winkel zum Horizont.

Weben: Eine Schnur über und unter einer anderen Schnur entlangführen.

Wenden: Drehung um die Längs- oder Querachse, sodass anschließend die Unterseite oben liegt.

Werkstück: Die ganz oder teilweise fertige Knüpfarbeit.

Wicklung: Schnur, die eine andere Schnur oder einen Körperteil (z. B. einen Finger) mehrmals umrundet.

– Kapitel 1 –

Diamanten und Kugeln

Zweisträngiger Diamantknoten 2-Strand Diamond Knot

Der zweisträngige Diamantknoten ist letztlich eine Erweiterung des Trossensteks (siehe unten). Er dient als Zierknoten und wird bei vielen Armbändern in diesem Buch auch als Verschluss verwendet.

Schnur: 2 Schnüre à 13 cm

Komponenten: Historischer Knoten

In die linke Schnur entgegen dem Uhrzeigersinn ein

P

legen.

Das untere lose Ende der rechten Schnur hinter dem Bogen des

P

nach oben legen.

Dasselbe Ende nach unten, über die Schnur oberhalb des

P

und unter das Bein des

P

legen.

Eine Bucht ins lose Ende legen und diese über, unter und über die rechts davon liegenden Schnüre weben.

Die Bucht herausziehen. Dies ist der

Trossenstek

.

Das rechte lose Ende nach links zum Haken biegen, über die linke Schnur oberhalb des Trossensteks führen …

… und von hinten durch die Mitte des Trossensteks nach vorn führen.

Das linke lose Ende nach rechts zum Haken biegen, über die rechte Schnur oberhalb des Trossensteks führen …

… und von hinten durch die Mitte des Trossensteks nach vorn führen.

So lange an den Schnurenden ziehen, bis der zweisträngige Diamantknoten fest und symmetrisch ist.

Diamantknoten in Reihe Diamond Waterfall

Hier bilden mehrere viersträngige Diamantknoten eine Reihe. Solch eine Knüpfarbeit hängt an meinem eigenen Schlüsselbund. Ich mag den Knoten, weil er sich angenehm anfühlt, gut in der Hand liegt und sich leicht knüpfen lässt.

Schnur: 2 Schnüre à 1 m (fertige Länge 7,5 cm)

Komponenten: Diamantknoten + Wiederholung + kontrastfarbige Schnüre + Schlüsselring, Ø 2 cm

Beide Schnüre bis zur Mitte durch den Schlüsselring ziehen.

Mit einer Schnur zwei Bögen in entgegengesetzten Richtungen über die andere legen.

Ein Ende der geraden Schnur über den Bogen auf derselben Seite …

… und in die Krümmung des anderen Bogens legen. Dichtholen – dies ist ein

Kronenknoten (Crown Knot)

.

Das andere Ende der geraden Schnur über den Bogen auf derselben Seite …

… und in die Krümmung des Bogens auf der anderen Seite legen.

4-strängiger Diamantknoten (4-Strand Diamond Knot):

Schnurenden in entgegengesetzten Richtungen zu Bögen legen.

Eines der rechtwinklig dazu stehenden Enden über den ersten Bogen und durch die Krümmung des zweiten Bogens weben.

Das andere rechtwinklig stehende Ende über den ersten Bogen und durch die Krümmung des zweiten Bogens führen.

Jetzt mit dem rechten Ende im Uhrzeigersinn einen Haken um den benachbarten Bogen legen …