Perry Rhodan Neo 54: Kurtisane des Imperiums - Alexander Huiskes - E-Book + Hörbuch

Perry Rhodan Neo 54: Kurtisane des Imperiums E-Book und Hörbuch

Alexander Huiskes

4,0

Beschreibung

Mai 2037: Mit einigen Gefährten hat es Perry Rhodan mittlerweile geschafft, sich dem Zentrum des großen Arkon-Imperiums zu nähern. Dieses Sternenreich, mit dem die Menschheit seit einem Jahr im Kontakt steht, umfasst Tausende von Planeten. Viele von ihnen liegen im Kugelsternhaufen Thantur-Lok, der Zigtausende von Lichtjahren von der Milchstraße entfernt ist. Am Rand des sternenlosen Abgrundes sammeln sich die Raumschiffe, um dann im Tross die gigantische Entfernung zu überwinden. Ihre Besatzungen "springen" dabei in zahlreichen Etappen durch den Hyperraum, immer wieder von Pausen unterbrochen. Während dieser Pausen kommt es zu Intrigen und gefahrvollen Begegnungen. Verschiedene Machtgruppen ringen im Arkon-Imperium um Einfluss, die Menschen erahnen bislang nur einen Teil dieser teilweise mörderischen Konflikte. Eine Kurtisane scheint dabei eine ganz besondere Rolle zu spielen ...

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Seitenzahl: 241

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Zeit:6 Std. 21 min

Sprecher:Axel Gottschick




Band 54

Kurtisane des Imperiums

von Alexander Huiskes

Mai 2037: Mit einigen Gefährten hat es Perry Rhodan mittlerweile geschafft, sich dem Zentrum des großen Arkon-Imperiums zu nähern. Dieses Sternenreich, mit dem die Menschheit seit einem Jahr im Kontakt steht, umfasst Tausende von Planeten. Viele von ihnen liegen im Kugelsternhaufen Thantur-Lok, der Zigtausende von Lichtjahren von der Milchstraße entfernt ist.

Am Rand des sternenlosen Abgrundes sammeln sich die Raumschiffe, um dann im Tross die gigantische Entfernung zu überwinden. Ihre Besatzungen »springen« dabei in zahlreichen Etappen durch den Hyperraum, immer wieder von Pausen unterbrochen.

1.

Der Tross des Regenten

Im Korridor, unweit von Hamtar-13

»Mehr gibt es nicht von da Teffron zu berichten? Dass er eine Vorliebe für ein opulentes Ambiente hat? Kindchen, in 20 Tagen werden wir zurück in Thantur-Lok sein, und bis dahin möchte ich gern etwas mehr erfahren.« Ihin da Achran wirkte ganz und gar nicht erfreut, Theta erkannte es an der Art, wie die Rudergängerin das lange weiße Haar zurückstrich.

Die Holoverbindung war erstklassig und mehrfach gesichert. Niemand würde sie abhören können, niemand erfahren, dass es einen Kontakt gab zwischen der neuen Gespielin der Hand des Regenten und der Rudergängerin.

Theta saß in einem einfachen weißen Kleidchen – schulterfrei, beinfrei, armfrei – vor ihrer Poudreuse. Im aufgeklappten Spiegel des Toilettentisches sah ihr nicht das eigene Gesicht entgegen, sondern das Brustbild der Frau, mit der sie sprach. Ihin da Achran war einst eine Kurtisane wie Theta gewesen und hatte als Gebieterin über den Tross des Regenten längst eine starke Machtposition erreicht.

Ihin da Achran plusterte sich geradezu auf. Ihr ganzes Gehabe, die Mimik, die Sprechpausen – sie wollte einschüchtern, so viel war klar. Und sie hatte alle Mittel dazu in der Hand.

Natürlich. Sie war Thetas Herrin, egal, ob sie formal der Hand des Regenten zugeteilt war oder nicht.

Theta war eine Kurtisane, und das bedeutete leider nicht viel mehr, als ein Gegenstand oder ein Instrument der Politik zu sein. Daher nahm sie alle Eigenschaften an, die der Kunde von ihr erwartete. Zumindest so lange, wie es notwendig war. Aber wenigstens war sie Teil des Spiels, sie musste nicht draußen bleiben wie das einfache Volk. Sie hatte sich bisher immer etwas auf ihre Position eingebildet, hatte nur Lob bekommen und wichtige Kunden zufriedengestellt. Und nun ...

Theta saß wie betäubt vor der Holoverbindung zur VAREK'ARK. Mit einer so harschen Reaktion hatte sie nicht gerechnet. Es war, als berühre dieser da Teffron eine Saite in der alten Rudergängerin, die sie zum Klingen brachte wie nichts anderes.

Ehemalige Liebende ... Wo gedeihen Hass und Verachtung besser als auf einem zerbrochenen Fundament?, dachte sie. Sie würde sich niemals verlieben, denn Liebe konnte zur Schwäche werden.

Ihin da Achran war eine kluge Frau, aber selbst kluge Frauen hatten eine schwache Stelle. Besonders kluge Frauen. Es kam nun darauf an, die entsprechende Stelle zum richtigen Zeitpunkt zu reizen. Und diese Stelle lag nun offen vor Theta zutage. Sie würde sie vermerken.

»Er liest Statistiken?« Ihin da Achrans Stimme weckte in Theta das Gefühl, als liefe sie auf einer dünnen Schicht erkalteter Lava, unter der weiteres Magma nachdrängte.

Jetzt bloß nicht stehen bleiben. Einfach weitergehen, als wäre nichts, dachte Theta. Laut sagte sie: »Ich bitte um Vergebung. Aber du hast schließlich gewusst, um was für eine Art Mann es sich bei ihm handelt.«

Stille.

Thetas Nerven brannten. War sie zu weit gegangen? Würde die Meisterin dies als Vorwurf verstehen? Zerbrach die Lava unter ihren Füßen?

Nein. Noch nicht.

Die Rudergängerin lachte. Es war ein völlig humorloses Lachen, aber es signalisierte Entwarnung. Für den Moment.

»Da hast du natürlich recht. Trotzdem: Halte Augen und Ohren offen, manchmal erfährt man sogar vom dümmsten Mann etwas Nützliches. Und ich bin sicher, dass der alte Narr keineswegs der allerdümmste ist.«

»Ja.«

»Und sonst hast du ... keine Neuigkeiten für mich?«

Theta zuckte nicht zusammen. Ihin da Achran wusste nichts, sie konnte nichts wissen. Sie neigte allerdings dazu, Vermutungen anzustellen und sie in Worte zu packen. Bei vielen kam sie damit weiter.

»Ja. Keine weiteren Neuigkeiten.«

Ihin da Achran sah sie aufmerksam an, und Theta musste mit Gewalt dagegen ankämpfen, sich klein und unbedeutend zu fühlen. Es war schwierig. Der Blick der Rudergängerin glitt wie ein Skalpell über sie hinweg, als filetiere sie Thetas Gedanken. Aber das war natürlich Unsinn.

»Du wirst mich auf dem Laufenden halten!«, befahl die Rudergängerin.

»Selbstverständlich.«

»Gut«, sagte Ihin da Achran, und dann sah sich Theta wieder ihrem eigenen Spiegelbild gegenüber, als wäre nichts gewesen. Die Poudreuse stand da wie immer.

In diesem Moment spürte Theta, dass etwas anders war.

Langsam drehte sie sich um.

Sergh da Teffron hatte seiner Kurtisane eine Kabinenflucht an Bord des 800 Meter durchmessenden Kugelraumschiffes ESSK'KEMARK zugewiesen, die direkt an seine grenzte, und in so großer Pracht eingerichtet, wie es seiner Ansicht nach jeder Frau gefiele. Mit leichter Hand hatte er alles Notwendige veranlasst. Er war auf seine eigene Art entzückend naiv, was die Beziehungsebene anging. Das krasse Gegenteil zu seinem sonstigen Gebaren und seiner verschachtelten Strategie.

Theta stand noch nicht lange in den Diensten der Hand des Regenten, aber sie wusste bereits, dass dieser Mann gefährlich und verschlagen war. Er mochte in seiner bisherigen Karriere Fehlschläge erlitten haben, doch das änderte nichts an seiner Gefährlichkeit. Wenn Ihin da Achran ihn unterschätzte, beging sie einen womöglich tödlichen Fehler. Das würde sie nicht hören wollen, so gut kannte Theta ihre Meisterin, also schwieg sie darüber. Sie war nicht entsendet worden, um eigene Strategien zu entwickeln, sondern um die der Rudergängerin umzusetzen.

Sie hielt sich gerade in ihrem Boudoir auf, ihrem Refugium, dem letzten der drei Räume, ehe da Teffrons Reich begann. Im Raum davor schlief oder aß sie, wenn sie nicht bei da Teffron weilte, im vorderen lebte sie und empfing Gäste – zumindest war das so geplant. Sie war noch nicht lange genug bei da Teffron, um all diese Absichten umgesetzt zu haben.

Das Boudoir wirkte chaotisch, es passte gar nicht zu der ansonsten so klaren, ordentlichen Struktur, die Theta mochte. Ein dicker, hochfloriger Teppich in unterschiedlichen abstrakten Mustern und vielen Farben bedeckte den größten Teil des Bodens. Ein kreisrundes Holofenster, das pseudobelebte Szenen von allen Welten des Imperiums zeigen konnte, aber von ihr auf Arkon selbst eingestellt war, dominierte die linke Wand direkt neben der Tür. Vor dem Fenster stand eine rotgolden bespannte Chaiselongue auf sechs vergoldeten Kristallfalkenklauen. An der Stirnseite saß sie im Moment auf einem dreibeinigen Hocker an ihrer Poudreuse. Rechts von ihr hingen Kleidungsstücke aller Art auf Bügeln, die mittels eines raffinierten Drahtsystems in mehreren Etagen übereinander übersichtlich gestaffelt und leicht erreichbar waren. Und überall lag etwas herum: ein Mannequin als Körperdouble für neue Kreationen, ein breitkrempiger Hut, Kerzenhalter, Flakons, Kästchen mit Pralinés, eine Boa, Blütenblätter ...

Theta verstand nicht, wie jemand so etwas sinnvoll oder nötig oder gar hübsch finden konnte, aber da es nun einmal vorhanden war und gewünscht wurde, hatte sie sich rasch damit arrangiert. Zumal ihr die Poudreuse Gelegenheit gegeben hatte, sie mit technischer Ausrüstung aufzustocken.

Theta ließ den Blick wie beiläufig schweifen und zwinkerte mehrmals mit dem linken Auge. Klick, klick, klick ... nahm sie Bild für Bild auf und ließ einen Bildvergleich laufen. In der Zwischenzeit trug sie in aller Ruhe ein wenig Puder auf – linke Dose, Puderquaste zweimal drehen –, um ihrem blassen Gesicht etwas bläuliche Schatten an den Jochbeinen zu verleihen. In aller Ruhe prüfte sie ihre Zähne und zog den Lippenstift – moosgrün – etwas stärker nach, als es derzeit Mode war. Dann erst war sie zufrieden.

Sie sah nun deutlicher, was sie nur geahnt hatte. Jemand war im Raum. Jemand, der sich zwar geschickt bewegte, der aber dennoch die sorgfältigen Arrangements verändert hatte. Die Holoinformationen logen nicht, und wieder einmal dankte sie ihrer kleinen technischen Trickkiste. Schade, dass ihr Zugriff darauf so ... begrenzt war.

»Sie können sich sichtbar machen«, sagte sie gelangweilt, den Blick direkt in die Ecke neben sich gerichtet, wo ein Strauß Blumen auf dem Boden lag und ein paar verräterische Millimeter zu weit vom Teppich gerutscht war.

Sie konnte erkennen, wie der Fremde sich ihr genähert hatte. Was sie nicht wusste: Wie lange war das bereits her? Sie hatte nicht daran gedacht, zwischenzeitlich Aufnahmen zu machen und vergleichen zu lassen.

Du darfst dich niemals zu sicher fühlen, dachte sie verärgert. Anfängerfehler!

Zunächst reagierte niemand, also nahm sie einen Zerstäuber von der Poudreuse und warf ihn in die Richtung, in der sie den Unbekannten vermutete. Als das Parfumfläschchen mitten in der Luft verschwand, wusste sie, dass sie recht hatte. Und der Unbekannte, dass er entdeckt worden war.

Nachdem er den Deflektor ausgeschaltet hatte, konnte Theta ihren ungebetenen Gast in Augenschein nehmen: Kaleen – so hatte er sich vorgestellt, aber sie war sicher, dass es nicht sein richtiger Name war – hatte breite Schultern, schmale Hüften und machte insgesamt einen durchtrainierten Eindruck. Es gab zahlreiche Tricks, um einen anderen Körper vorzugaukeln als den, den man trug und zugrunde gerichtet hatte, aber dieser Mann schien echt zu sein.

Kaleen war jugendlich genug, um als erfreuliche Option zu gelten, mit stark ausgeprägtem Kinn und einem traurigen Lächeln. Dieses Lächeln ließ ihn vertraut wirken. Vertraut und ... attraktiv. Sofern man auf der Suche war.

Abzüge vergab Theta für den Blick des Mannes: Kaleen schien konzentriert auf etwas zu starren, was sich in seinem Kopf befand. Dort war – wahrscheinlich wie bei den meisten Männern – lediglich eine recht überschaubare Anzahl an bewusstseinsrelevanten Strukturen abgelegt, auf die sie nach einem erratischen System zugriffen.

Theta gab sich entspannt und erfreut, als empfinge sie erfreulichen Besuch. Es war ein Risiko, erst recht, seit sie wusste, wer – oder besser: was – er war.

Er war ein Celista, ein Geheimagent des Imperiums.

Die meisten Arkoniden glaubten, dass Celistas – die Angehörigen des Geheimdienstes Celista – gefährliche, intelligente, grausame Spezialisten für den aktiven Einsatz waren. Von diesem Ruf profitierte der Celista, und daher pflegte er ihn.

Was für eine lächerliche, klischeebehaftete Vorstellung!

Selbstverständlich erfüllten viele Celistas dieses Klischee oder übertrafen es sogar, aber sie bildeten eine Minderheit – jenen Kern, um den Holodramen gesponnen wurden. Die meisten jedoch ... Nun, es gab viele Gründe, dem Geheimdienst beizutreten. Ein paar der häufigsten lauteten: sozialer Aufstieg, machtpolitische Positionierung – und nicht der oder die Erstgeborene eines Hauses zu sein.

Leider schien Kaleen einer von denen zu sein, die für den guten Ruf des Geheimdienstes verantwortlich waren.

»Wie kann ich Ihnen helfen?«, fragte sie mit so viel Arroganz, wie sie aufbieten konnte.

Er lehnte sich auf der Chaiselongue zurück, unter seinem blauen Jackett bewegten sich die Muskeln. Ja, eindeutig, er war ein athletischer und gut aussehender Mann.

»Ich denke ...«, begann er und schwieg dann einen Moment, als müsste er sich erst überlegen, was er dachte. »Ich denke, dass Sie in der Klemme sitzen. Ihr Gespräch mit der Rudergängerin war sehr aufschlussreich. Sie sollten ein Distortionsfeld benutzen.«

»Verzerrer benutzen doch nur Leute, die etwas zu verbergen haben, nicht wahr?« Sie überlegte fieberhaft. Den Mann zu töten war keine Option. Es würde ihre Lage nur verschlimmern, denn sie hatte keine Möglichkeit, die Leiche verschwinden zu lassen. An den handlichen kleinen Nadler, den sie in der rechten unteren Schublade der Poudreuse verborgen hatte, würde sie wahrscheinlich ohnehin nicht herankommen.

Außerdem war nicht viel geschehen. Sie hatte mit der Rudergängerin gesprochen, ja. Aber sie hatte keinerlei Informationen weitergegeben, man konnte ihr also keinen Geheimnisverrat vorwerfen. Im Gegenteil: Sie konnte es so drehen, dass sie als Doppelagentin eingesetzt würde und ...

»Was genau wollen Sie diesem Gespräch entnommen haben, das Sie vorgeben, gehört zu haben?«, fragte sie mit einer Freundlichkeit, die sie nicht empfand.

Kaleen reckte sich, setzte sich in Positur. Er geriet nicht aus der Ruhe. Ein Profi. Irgendwie machte ihn das attraktiver, als sie sich bisher eingestanden hatte.

»Sie stehen in konspirativem Kontakt zur Rudergängerin und arbeiten gegen die Hand des Regenten«, sagte Kaleen sachlich.

»Halten wir zunächst fest: Ein solches Gespräch hat nie stattgefunden. Zudem gestatten Sie einem dummen Ding wie mir eine Frage zum Verständnis Ihrer Hypothesen: Wie könnten die Rudergängerin und die Hand, deren Einflusssphären derart unterschiedlich sind, gegeneinander konspirieren, wenn beide zugleich treu dem Regenten dienen?«

»Es liegt nicht an mir, das zu beurteilen. Es ist allerdings meine Pflicht, der Hand des Regenten von dem Gespräch Meldung zu machen und ihm die Aufzeichnung vorzuspielen.«

Ihr Lächeln wurde breiter. »Nur zu.«

Er würde keine brauchbare Aufnahme vorweisen können. Die Poudreuse war nicht nur gegen alle bekannten Arten des Abhörens gesichert, sondern auch mit einem höchst effektiven Videozerhacker ausgestattet, der alle Bild- und Tonverbindungen mit einer Art Aufnahmeschutz versah. In den Aufzeichnungen würde nur die Konkubine Sergh da Teffrons zu sehen und zu hören sein, die vor dem Spiegel saß und ihr Spiegelbild bewunderte.

Er begriff sofort; auch der Celista benutzte solche Geräte, alles andere wäre fahrlässig gewesen. Sie rechnete ihm hoch an, dass er sogar dadurch nicht aus der Ruhe zu bringen war.

»Sie glauben, Wort stünde gegen Wort?«, fragte er. »Und Sie glauben, die Hand des Regenten würde Ihnen mehr Glauben schenken, nur weil Sie zufällig für ... äh ... für ihn die Beine ... spreizen?«

Sie begriff die Chance, die sich ihr bot. »Der höchst ehrenwerte Sergh da Teffron wird Ihnen kein Wort glauben«, sagte sie. »Wozu wollen Sie für nichts Ihre Karriere riskieren?«

»Es ist meine Pflicht ...«, begann er und brach ab. Das Tremolo in seiner Stimme verriet ihn. Er mochte sie. Und er war unsicher geworden.

»Wenn Sie einen Laufsport betrieben«, sagte sie, plötzlich das Thema wechselnd, »wo müsste ich Sie dann einstufen? Sprint oder Langstrecke?«

Er sah sie mit diesem irritierenden Blick an, schien geradezu zu schwitzen. »Sprint«, sagte er dann zögernd.

»Der Sprinter möchte gern möglichst schnell gewinnen.« Sie flatterte kurz mit einem Augenlid, Aufnahme, Aufnahme, Aufnahme. »Ich persönlich trainiere immer für den Dauerlauf. Man teilt seine Kräfte ein ... wissen Sie?«

Er blinzelte irritiert. Kaleen ahnte ganz bestimmt die metaphorische Ebene ihrer Worte, aber er konnte sie noch nicht genau zuordnen. Theta spürte, dass sie Oberwasser gewann.

»Möchtest du etwas trinken?« Sie griff nach einer Karaffe mit Wasser, in dem rote Eiswürfel schwammen, gefrorenes Nurabeerenkonzentrat und schenkte zwei doppelwandige Kristallgläser voll.

»Ich wüsste nicht, dass wir uns so vertraulich ansprechen«, sagte Kaleen steif. »Genau genommen dürfte ich nicht mit Ihnen sprechen, sondern müsste Sie sofort melden. Meine Anordnungen ...«

Sie reichte ihm eines der Gläser und nippte daran. »Vorzüglich. Du magst Nurabeeren, oder? Jeder mag sie. Aber um auf deine Anordnungen zurückzukommen: Ich fürchte, mittlerweile ist es sowieso zu spät. Wieso hast du überhaupt mit mir gesprochen, wenn du mich für eine ... Wie hast du gesagt? Verdächtige? Konspiratorin? ... für eine solche Person hältst?«

Er starrte auf das Glas in seiner Hand. Es zitterte leicht. Mit einem Seufzen stellte er es ab. »Ich kann es dir nicht erklären.«

Sie rückte ein Stück näher, aber nicht so nah, dass sie ihn hätte berühren können. »Du möchtest mit mir schlafen. Im Gegenzug verzichtest du darauf, deine Beobachtungen weiterzugeben, da sie ohnehin nichts als Tagträume sind, etwas in dieser Art, habe ich recht?«

Kaleen schwieg einen Moment, wirkte aber nicht ertappt. »Wer sind Sie, Theta?«, fragte er dann. »Ich kenne Ihre Akte, aber ich möchte mehr über Sie wissen. Es sind zu viele Lücken darin, wissen Sie? Sie scheinen ein aufregendes Leben geführt zu haben, ehe Sie unter Ihin da Achrans Fittichen Ruhe fanden.«

Sie lächelte und hoffte, er würde ihr nicht anmerken, dass sie sich nach Kräften mühen musste. »Wie das Leben eben so spielt. Wer nicht in den Palästen Arkons aufwächst, sondern sich durchkämpfen muss, hat solche Lücken. Es gibt Tausende wie mich. Glaub mir, süßer, vorschriftengläubiger Kaleen: Leute wie wir würden alles geben, um so zu sein wie du und deinesgleichen: Gewinner.«

Er schluckte schwer. Hatte er erwartet, hier ins Spiel der Kelche verwickelt zu werden? Begriff er überhaupt, dass sie es gerade mit ihm spielte? Natürlich musste er es verstehen; garantiert stammte er aus einem der Großen Kelche, wie die Adelshäuser Arkons genannt wurden, sonst wäre er nicht im Celista gelandet.

Das Spiel der Kelche um Macht und Einfluss im Imperium war so alt, dass niemand es hinterfragte, und seine Regeln so kompliziert, dass man ein Leben damit zubringen konnte, sie zu lernen, und dann doch an einer Feinheit scheiterte. Viele spielten, viele verloren. Ein Haus, das keinen Angehörigen im Geheimdienst hatte, würde alles tun, um diesen Umstand zu ändern. Es verhielt sich analog der Raumflotte, des Hofstaats und der Verwaltung, den drei anderen Standbeinen der politischen Macht im Spiel der Kelche. Es war ein dummes Spiel, aber es erforderte Raffinesse, und die Preise waren verlockend ...

Aber einem Mädchen aus dem Volk war es verschlossen. Einem Mädchen, das kein Haus hinter sich wusste.

»Sie erwarten nicht ernsthaft, dass mir erotische Dienstleistungen es wert sind, meine Karriere aufs Spiel zu setzen?«

»Und du weißt, dass ich da Teffron exklusiv zur Verfügung gestellt wurde«, sagte Theta sanft. »Vom Regenten persönlich.« Die Lüge ging ihr glatt von der Hand, und sie spürte, wie sein Körper als Reaktion auf diese Aussage bebte. Verbote machten Angebote nur attraktiver, das hatte sie früh gelernt. Und Kaleen war, was immer er sonst sein mochte, bloß ein Mann. »Wie, glaubst du, wird er reagieren, wenn er erfährt, dass ich mich auch einem anderen bereitgestellt habe, und sei es nur für diese eine Nacht?« Sie glitt neben ihm auf die Chaiselongue, ihre Hand streifte suchend über den männlichen Körper.

»Dann ... darf er eben nichts davon erfahren«, flüsterte er und zog sie in seine Arme.

Er lag auf der Chaiselongue, das Hemd zerrissen, die restliche Kleidung achtlos fortgeworfen, und sie lehnte neben ihm, halb auf dem Boden sitzend, und lutschte zärtlich an seiner Hand.

Sie war wie betäubt von seiner Männlichkeit, seiner Virilität, die um so vieles erfüllender war als die bodenständige Technik da Teffrons. Sie konnte ihn noch immer in sich spüren wie einen Nachhall aus einer fernen Vergangenheit, aber stark und präsent. Hinzu kam das intensive Gefühl einer erfolgten Transition, das sie diesmal vollkommen überrascht hatte. Es war ... unglaublich gewesen.

Er streichelte gedankenverloren, träge und erschöpft ihr Haar. »Dein Gebieter wird in etwa einer Stunde zurückkommen«, sagte er. »Spätestens dann müssen wir uns getrennt haben, Theta.«

Sie behielt das Lächeln bei, das sie sich antrainiert hatte, ohne dass es sie Mühe kostete. Er hatte es sich verdient. Nun waren sie verbunden. Er würde sie nicht verraten und sie ihn nicht.

Das Holofenster zeigte einen lodernden Sonnenuntergang über der pernassischen Ebene von Arkon, der Kristallwelt. Wollrückentrinker zogen über einen Hügelkamm, ein Bulle legte den Kopf in den Nacken und röhrte.

»Ich liebe Sonnenuntergänge«, sagte Theta und streichelte den Celista, mit dem sie bis vor wenigen Minuten noch aus reiner Berechnung geschlafen hatte, dort, wo er sich bereits wieder regte. »Aber Sonnenaufgänge sind mir lieber. Kleine Sterngeburten.«

Kaleen lachte leise und ließ es zu. »Mir auch, kleine Sterngeburt. Mir auch.« Sanft zog er sie wieder zu sich herauf. Sie setzte sich auf ihn, presste ihre festen Schenkel um ihn, zog ihn in sich hinein.

»Wirst du immer zu Wachdiensten beim hohen Personal verurteilt?«, fragte sie aus einer Laune heraus, um die behaglich vertraute Bewegung nicht zu vertraut werden zu lassen. Sie könnte sich an diesen Mann gewöhnen.

»Nein ... nicht ... immer«, sagte er. »Und es ist ... keine ... Verurteilung.« Er griff nach ihren Hüften, streichelte sie, küsste ihre Brüste, und für die nächsten Minuten war an ein Gespräch nicht mehr zu denken.

Als sie fertig waren und glitzernde Perlen aus Schweiß als Schmuck trugen, griff er das Thema wieder auf. Er hörte ihr also zu. Theta kuschelte sich an ihn.

»Ich war schon des Öfteren mit der Hand des Regenten im Einsatz«, sagte er und knabberte zärtlich an ihrem Ohr. »Zuletzt waren wir auf Palor.«

Palor. Nie gehört. Theta blinzelte träge mit dem rechten Auge. Aufnahme ...

Kaleen stand auf, erzählte ein wenig, klaubte seine Kleidung auf. Sie gab ihm ein Hemd, das in etwa passte und das Sergh sicher nicht vermissen würde. Die Fetzen des alten warf sie in den Konverter.

Noch zwanzig Minuten, bis Serghs Konferenz mit dem Regenten endete. Sie betrachtete Kaleen nachdenklich. Wieso kam er ihr nur so vertraut vor?

»Niemand braucht hiervon zu erfahren«, sagte er, nahm sie in den Arm und küsste sie leicht auf die Stirn. »So wenig wie von deiner Verbindung zur Rudergängerin. Aber sei nächstes Mal einfach etwas vorsichtiger, wenn du mit ihr sprichst, in Ordnung? Ich bin nicht der einzige Celista, der die Räume prüft. Es täte mir sehr leid um dich, Rishi.«

Theta wurde steif. »Mein Name ist Theta. Wer ist diese Rishi?«

Kaleens Blick wurde plötzlich weich, und er wirkte nicht mehr, als blicke er nur in sein Inneres. Im Gegenteil: Nun sah er sie an, und in diesem Blick erkannte sie ihn. »Du bist Rishi. Rishi da Arongal. Wir kennen uns.«

»Du verwechselst mich«, widersprach sie und fühlte namenlose Trauer durch ihr Herz fluten. Sein wirklicher Name – der, den seine Eltern ihm gegeben hatten, ehe sie ihren zweitgeborenen Sohn anwiesen, dem Celista beizutreten – lautete Morenal da Bostich. Die Bostichs waren ein kleiner Kelch des Imperiums, sogar noch kleiner als die Arongal. Aber dann war das uralte Haus Arongal gestürzt, alle waren gestorben. Ein Fehler nur im Spiel der Kelche, und alles war zu Ende. Alle waren am Ende. Auch die kleine Rishi.

»Ich habe dich erkannt, an deinen Zehen und an der kleinen Narbe am Fußgelenk von dem Narifrosch, als du zwei Jahre alt warst.«

»Ich bin sicher, du verwechselst mich ...«

»Ich habe mir damals Sorgen gemacht, als deine Familie so plötzlich verschwunden ist! Erinnere dich, wir haben zusammen gespielt, unten, in den Flussblumen! Wir haben geangelt! Rishi, erinnere dich!« Er wirkte plötzlich aufgeregt, packte sie fester, und sie spürte sein Leben, sein starkes, kräftiges Leben. »Und nun bist du ... das hier? Was ist bloß geschehen?«

Das Leben. Das ist geschehen, Kaleen, wollte sie sagen, aber sie schwieg. Der Celista Kaleen war nur die Maske.

Es war eine leichte Entscheidung.

Sie musste wählen: die Kurtisane Theta oder die Letzte des Hauses Arongal. Und sie musste für ihn wählen.

Es war so einfach. Sie war Theta.

2.

Der Angriff

In der Nähe des Ufgar-Systems

Ertore, an Bord der HESKRHUR:

Ertore war eine Maahk, eine von vielen Millionen, die sich gegen die Arkoniden wehrten und von diesen respektlos als »Methanatmer« oder »Methans« bezeichnet wurden. Dieser Krieg, der nie enden würde, war für die Maahk-Offizierin genau das: eine Abwehr.

Im Augenblick kommandierte sie die HESKRHUR, einen Erkundungsraumer der großen Raumflotte. Das Kommando über eine der großen Walzen zu übernehmen, hatte Ertore nie gereizt. Die Kundschafter entsprachen ihren Vorlieben und Fähigkeiten perfekt.

Ertore atmete tief ein. Sie versuchte, sich auf das einsame Arkonidenschiff zu konzentrieren, das so unverhofft in ihrer Ortung aufgetaucht war.

Das war eine Chance ...

Etwas anderes als den Krieg hatte sie nie gekannt, seit sie kampftauglich geworden war. Nur selten warf sie Blicke auf alternative Leben, die sie gern gelebt hätte: Ertore, die Brutmutter, die über dreimal drei wundervollen, blassblauen, hellvioletten, zartgelben Gelegefeldern durch die Luft glitt und mit anderen Maahks darüber wachte, was aus ihren Eiern wurde. Neun Eier ... neun Soldaten. Kinder, die ihre Mutter nie kennenlernen würden, weil der Krieg es so forderte.

Oder Ertore, die Wissenschaftlerin, die in den Forschungsballons von Laafandri nach Möglichkeiten suchte, die Stickstoffer aufzuhalten, die in ihrem Hass nicht davor zurückschreckten, ganze Planeten zu vernichten.

Oder Ertore, die ...

Nein, es war sinnlos.

Sie war eine Kriegerin, und kein anderes Leben ließ sich vorstellen, nicht mehr als ansatzweise. Alle anderen Vorstellungen waren Vergärungsprozesse des Lebens, gestorbene Sehnsüchte nach etwas, das sie nicht erfassen konnte, weil sie es nur vom Hörensagen kannte.

Was macht der Krieg aus uns?, dachte sie. Wir funktionieren, weil wir sonst untergehen. Wie muss es gewesen sein, ehe der Krieg ausbrach? Wie haben unsere Altvorderen gelebt?

Sie lauschte dem an- und abschwellenden Gesang des »Kyrwales Tritte«, der sie so tief packte wie nichts anderes.

Die HESKRHUR war in Schussweite auf die beiden Raumschiffe, die so leichtsinnig waren, sich fernab jeder Flottenbasis und jedes Schiffskonvois aufzuhalten.

»Kyrwales Tritte« war ein Stück aus der mythischen Zeit, ehe die Maahks auf die Arkoniden getroffen waren, ehe der Hass, die Wut und der endlose Durst nach Rache das Volk der Maahks vergifteten, als atmete es Sauerstoff.

Nun bezahlten die Arkoniden dafür: Wie ein Raubvogel stürzte sich die HESKRHUR auf die arkonidische Einheit, die so dumm gewesen war, allein und unaufmerksam durch den Weltraum zu reisen. Ertore hatte schon viel erlebt, aber das war mehr als ungewöhnlich.

Sie übernahm die Kontrolle über die Waffenstation, schlug mit den langen Tentakelarmen den Takt zu dem epochalen Musikwerk und ließ die HESKRHUR dazu tanzen: Sonnenheiße Waffenstrahlen trommelten auf den Rumpf des feindlichen Schiffes und vernichteten es, ohne dass es sich hätte wehren können.

So jedenfalls hätte es sein sollen.

Aber die sichere Beute wehrte sich. Und nicht nur sie: Das zweite Schiff – sekundär in ihren Überlegungen, es war kein Kriegsschiff der Arkoniden – war den Messinstrumenten zufolge schwer beschädigt. Trotzdem machte es einen Satz, raste davon und schoss sogar auf die HESKRHUR.

Sie nahm es in Kauf. Ehe die Arkoniden den Maahk-Schutzschirm würden knacken können, wären sie schon atomarer Staub. Aber sie musste schnell sein. Die Unterschiede waren nur gering, jedes Zögern konnte den Tod bedeuten.

Sie konzentrierte sich auf das Arkonidenschiff. Auf das andere durfte sie nicht schießen. Er war an Bord.

Aber den Arkonidenraumer konnte sie zerstören, konnte wenigstens ihn dafür bezahlen lassen, was dieses Volk ihrer Spezies angetan hatte, und wieder eine Figur vom Brett des Krieges nehmen. Leben retten, indem sie Leben nahm. Voll finsterer Freude betrachtete sie das Holo, das das Aufblühen einer gewaltigen Explosionsblume zeigte, wo eben noch das Feindschiff gewesen war.

Im gleichen Moment erzitterte die HESKRHUR, und Ertore wusste, dass sie sich getäuscht hatte. Irgendwie war den verfluchten Stickstoffatmern doch ein allerletzter Treffer gelungen. Wie konnte das sein? Wie hatte es das Arkonidenschiff fertiggebracht, der HESKRHUR Schaden zuzufügen? Angriffstempo, -distanz und -stärke waren vollkommen innerhalb der normalen Parameter gewesen, die einen leichten, aber optisch beeindruckenden Sieg hätten garantieren sollen.

Sie spürte ein leichtes Zupfen an ihren Gedanken, als zöge jemand ein Tuch darüber oder davon weg. Sie kannte es, ein vertrauter Vorgang.

Ja, dachte sie. Alles andere war unwichtig. Töten, Bergen.

Ihr Blick fraß sich an der Schadensanzeige fest: Der Treffer hatte Sektor III getroffen, das Segment mit der Medostation.

Sie erhob sich aus dem Kommandantensessel. »Navigator Trambun, Sie übernehmen! Khetamer, Statusbericht!«

Zerft, an Bord der IQUESKEL:

Zerft verstand nicht, was um ihn vorging. Diese Arkoniden waren entschieden zu ... wirlig ... nein: quirlig. Womöglich. Gab es das Wort »quirlig« überhaupt? Er musste Golath fragen ...

Dummer Golath! Zerft verstand nicht, wie man so viel Zeit mit Denken verschwenden konnte wie Golath.

Dummer, dummer Golath! Golath hatte sich für so unendlich schlau gehalten, hatte herumgespielt mit Dingen, von denen er nichts verstand ...

Dummer, dummer, dummer Golath! Und nun lag er da und war das, was sie alle einmal sein würden: tot.

Dummer Zerft! Er selbst hatte Golath zum Tode verurteilt, weil er diesen verdammten Arkoniden hatte retten wollen.

Dummer, dummer Zerft! Wenn er Golath nicht niedergeschlagen und gefesselt hätte, um Crest in die Zentrale zu bringen, könnte Golath noch am Leben sein.

Dummer, dummer, dummer Zerft! Wen sollte er jetzt fragen, ob es das Wort »quirlig« überhaupt gab? Musste er am Ende selbst anfangen nachzudenken?

»Liszog!«, rief er, und er spürte, wie die Trauer des gesamten Universums auf seine Worte reagierte und zu ihm eilte. »Golath ... ist tot!«

Er beschloss, der Trauer kein Ziel zu bieten, und fiel in Ohnmacht.

Che'Den, an Bord der IQUESKEL:

»Liszog! Golath ... ist tot!«

Ich zuckte nur kurz zusammen, als der riesige, massige Körper des Unithers neben mir wie vom Blitz gefällt zu Boden stürzte. Tyr'Fhe ruckte mit dem Strahler in Richtung des anderen Unithers, der soeben Anstalten machte, sich zu erheben. Dann ging sie neben dem Riesenunither – Zerft war sein Name, wenn ich mich nicht täuschte – auf ein Knie und untersuchte ihn auf Lebenszeichen.

»Ohnmächtig«, sagte sie. »Der wird schon wieder.«

Ich musste versuchen, die Kontrolle über die Situation zu erringen. Auf eine Situation wie diese war ich nicht vorbereitet gewesen: Der Hohe Lotse hatte mich beauftragt, das von unithischen Schatzjägern gesteuerte bareonische Schiff IQUESKEL aufzubringen, einen alten Arkoniden namens Lefkin da Findur – angeblich ebenfalls ein Schatzjäger – zu befreien und zum Sonnenleuchtfeuer Hela Ariela zu schaffen.

Da der Lotse seine Befehle im Namen von Anetis gab, einem der Sternengötter, waren wir gewissermaßen in göttlicher Mission unterwegs gewesen. Aber was hatte es uns eingebracht? Meine ANETIS'KHOR war vernichtet, und wir waren weiter von Hela Ariela entfernt als gedacht. Aber wo genau?