Plattform 2 531 121 952 - Jürg Nüesch - E-Book

Plattform 2 531 121 952 E-Book

Jürg Nüesch

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Beschreibung

Jeder Mensch steht bildlich gesprochen auf einer anderen Plattform. In diesem Buch versuche ich, aus meiner Sicht, die Welt, unser Leben und unsere Mitmenschen ein bisschen besser verstehen zu lernen.

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Seitenzahl: 126

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Plattform des Menschen

Das Problem mit dem Dualismus

Wissen und Annahmen

Die Zeit

Die Gottesfrage

Religionen

Krankheit und Medizin

Reinkarnation und Karma

Wie lebe ich mein Leben

Positives Denken

Liebe und Ehe

Geist über Materie

Die Traumwelt

Erfahrungen und Erlebnisse

Freiheit und freie Entscheidung

Das Alter

Gesellschaftsstrukturen

Wirtschaft und Fortschritt

Stress und Arbeitszeit

Die Schule

Klima und Umwelt

Bescheidenheit lernen

Schlusswort

Vorwort

Da der Homo Sapiens ein denkendes Wesen ist, stellt er sich unweigerlich Fragen über das „Woher und Wozu, das Wie und Warum sowie das Wohin“ des Lebens und des Universums allgemein. Doch das oft stressige Alltagsleben drängt solche Fragen meist etwas in den Hintergrund. Trotzdem können sie nicht ganz verdrängt werden und steigen von Zeit zu Zeit an die Oberfläche und harren auf eine Antwort.

In diesem Zusammenhang möchte ich - als einer unter etwa sieben Milliarden Menschen auf der Erde - versuchen, aus meiner und soweit möglich natürlich auch aus wissenschaftlicher Sicht, diesen Fragen etwas Raum und Tiefe zu geben.

Wie wohl jeder Mensch, kann auch ich leider keine unfehlbaren Antworten geben. Auch ich sehe die Wahrheit aus meinem Sichtbereich. Trotzdem hoffe ich dem einen oder andern vielleicht einige Denkanstösse vermitteln zu können.

Ich werde in diesem Buch sehr viele Lebensbereiche anschneiden (möglichst kurz), obwohl ich natürlich auf den wenigsten dieser Gebiete ein Spezialist bin. Trotzdem glaube ich, dass auch Laien die groben Strukturen manchmal gleich gut oder gar besser erfassen können als sogenannte Spezialisten, welche das „Ganze“ hie und da aus den Augen verloren haben.

Schauen wir uns dazu ein Beispiel an. Verschiedene Forscher arbeiten am Thema Baum. Fachleute im Bereich Pflanzenernährung werden den besten Dünger für den Baum suchen. Andere Forscher werden die Zellstruktur und die DNA entschlüsseln. Spezialisten werden die Statik eines Baumes berechnen. Wieder andere werden die Nutzungsmöglichkeiten des Holzes analysieren. Eine weitere Fachgruppe wird versuchen, neue Früchte heranzuzüchten usw.

Alle kommen in ihren Teilbereichen erfolgreich weiter. Allerdings wird keine Gruppe in ihrem Gebiet dabei die Antwort finden auf die Frage: Was ist ein Baum und welche Existenzberechtigung hat dieser? Sie sind in ihren Bereichen zwar sehr erfolgreich, doch zeigen ihre Erfolge immer nur einen Teilaspekt des „Baumes“ auf. Erst aus der Gesamtheit aller Ergebnisse der Fachbereiche kann ein Bild des ganzen Baumes entstehen.

Wo es vor dreihundert Jahren einer Person noch möglich war, in vielen Fachgebieten in Bezug auf Wissen vorne dabei zu sein, ist dies heute nicht mehr möglich, da die Menge des Wissens in den einzelnen Bereichen enorm zugenommen hat. Trotzdem wage ich mich in diesem Buch (Büchlein) auch an Themen heran, wo mein Wissen eben eingeschränkt ist.

Ich werde versuchen, anhand von neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen (Resultaten) und eigenen Gedanken das Bild des ganzen „Baumes“ etwas zu durchleuchten. Den Rest überlasse ich gerne den Spezialisten.

Plattform des Menschen

Menschen streben danach, überall die Wahrheiten zu finden, sei dies in der Natur, der Technik oder im menschlichen Leben mit all seinen Facetten. Aber wie können wir Menschen die eine Wahrheit finden, die alles erklärt und wie sieht diese aus?

Es ist kaum möglich, dazu heute eine schlüssige Antwort darauf zu geben und es steht in den Sternen geschrieben, ob dies überhaupt jemals möglich sein wird.

Das Grundkonzept in der Wissenschaft kann man durchaus so formulieren: „Die Wahrheit von heute ist der Irrtum von Morgen.“ So ändern sich die Meinungen der Menschen laufend und diese gehen sogar zur selben Zeit weit auseinander.

Wenn es auf die obige Frage eine bewiesene, klare Antwort geben würde, gäbe es nicht so viele verschiedene Weltansichten und wir bräuchten auch nur eine Religion (oder gar keine?).

In unserer dreidimensionalen Welt gibt es aber wohl mehr als eine Wahrheit, ja vielleicht sogar für jeden Menschen eine andere. Trotzdem versuchen wir, unsere Mitmenschen aus unserer eigenen Wahrheitsansicht heraus zu be(ver)urteilen und zu bekehren. Aber wie kommt dies dazu?

Jeder Mensch steht auf einer anderen „Plattform“. Das heisst, dass jeder Mensch seit seiner Geburt nebst seinen angeborenen Fähigkeiten und Anlagen auch noch durch seine Umwelt anders geprägt wurde. Dabei spielen das Aussehen, der Intellekt und der Wohnort (armes oder reiches Land) einer Person eine wichtige Rolle. Das Resultat (Zusammenfassung) all dieser prägenden und angeborenen Einflüsse ergeben für mich diese individuelle „Plattform“ eines Menschen.

Wenn der Chef eines grossen Konzerns in einem Armenviertel in Nigeria geboren und in Armut aufgewachsen wäre und dort keine gute Schule hätte besuchen können, stände wohl mit allergrösster Wahrscheinlichkeit heute eine andere Person an der Konzernspitze.

Auch die Menge der Energie, welche einem Menschen täglich zur Verfügung steht, ist bei jedem Menschen verschieden. Die viel bescholtene Faulheit ist wohl meist weniger eine Folge des „Nichtwollens“ als vielmehr das Problem von niedrigen Energiereserven.

Auch die Belastbarkeit ist nicht bei allen Menschen gleich. Ich würde diese mit einem Abfalleimer vergleichen. Bei einigen ist dieses „Gefäss“ sehr gross, vielleicht sogar ein Container, und kann eine riesige Menge Schutt (Kritik, Probleme, zu leistende Arbeit, Stress, Erlebnisse, Emotionen etc.) aufnehmen. Bei andern ist dieses Gefäss sehr schnell voll und der Abfall quillt über.

Hübsche Menschen erhalten meiner Meinung nach von Kindheit an mehr Zuneigung und Wertschätzung als weniger Bevorzugte und dies prägt wiederum deren Entwicklung, was ich während meiner „Lehrerlaufbahn“ vielfach feststellen konnte.

Auch das nahe Umfeld eines Menschen prägt die „Plattform“. Jemand, der in einer kriminellen Umgebung aufwächst, wird eine andere Sicht zu den Dingen des Lebens erhalten als jemand, der „wohlbehütet“ aufwachsen konnte.

Somit wird alles relativ. Das heisst, Dinge, Ereignisse und Erfahrungen werden immer nur aus der Sicht des entsprechenden Beobachters angeschaut und gewertet – eben von der eigenen „Plattform“ aus!

Keiner kann für sich in Anspruch nehmen, seine „Plattform“ als die Bessere oder Richtige zu bezeichnen, da keiner von sich behaupten kann, die ganze Wahrheit gefunden zu haben (falls schon, wäre ich dankbar für eine Rückmeldung!). Deshalb gibt es nicht hohe und tiefe, gute oder schlechte „Plattformen“.

„Plattformen“ sind nicht besser oder schlechter, sondern einfach anders!!!

Das heisst, wie schon oben dran erwähnt, eine Wertung erfolgt immer nur aus der (eigenen) Sichtweise des jeweiligen Betrachters. So sind auch ein Arzt, ein Manager und ein Spitzensportler nicht bessere Menschen und es gehörten ihnen eigentlich auch nicht mehr Ruhm und Ehre als dem „normalen“ Erdenbürger. Trotzdem bereiten zum Beispiel Sportler mit ihren Siegen manchen Leuten viele Glücksmomente, was sicher positiv zu werten ist. Überheblichkeit und falscher Stolz sind aber fehl am Platz, sei dies im Berufsleben, im Sport oder in der Gesundheit.

Selbstverständlich darf sich jeder am Erreichten freuen. Aber es darf in keiner Weise darum gehen, besser dazustehen als andere. Für gute Grundfähigkeiten sowie eine gute Gesundheit kann der Mensch nur wenig selbst dazu beitragen. Es wurde ihm einfach geschenkt. Mit etwas Fleiss, positiver Lebenseinstellung und Einsatz (Training) kann er dieses „Geschenk“ dann noch etwas vergolden.

Wäre zum Beispiel jeder mit den gleichen Erbanlagen wie Roger Federer geboren worden, könnten sehr viele das Gleiche wie er erreichen. Auch kranke Menschen wären mit anderen Erbanlagen vor mancher Krankheit verschont geblieben.

Ich selbst empfinde eine grosse Bewunderung für Menschen, die ein körperliches Handicap zu tragen haben, sei dies eine schwere Krankheit oder ein Aussehen, das nicht der „Norm“ entspricht und dabei trotzdem Zufriedenheit ausstrahlen. Von ihnen können wir viel lernen! Diese Menschen leisten viel mehr als Erdenbürger, denen alles (schönes Aussehen, Intelligenz, reiche Eltern etc.) in den Schoss gelegt wurde.

Jeder Mensch ist einfach auf dem Weg. Dabei spielt der momentane Aufenthaltsort eine untergeordnete Rolle, obwohl ein grosser Teil der Gesellschaft dies anders sieht. Hier haben das Ansehen, Macht und der Erfolg immer noch eine sehr grosse Bedeutung im Leben.

Manchmal werden wir durch gewisse Umstände wie Krankheiten, Unfälle oder andere einschneidende Erlebnisse auch auf eine neue „Plattform“ gezwungen. Da solche Ereignisse sehr schnell und unerwartet erfolgen können, sind diese oft mit Leid oder Angst verbunden und es braucht Zeit, bis die neu erhaltene Umgebung wieder akzeptiert und integriert ist.

Manche Menschen werden auch durch Mitmenschen auf eine andere „Plattform“ gedrängt, sei dies durch Erziehung, erlebte Verachtung oder Lob. In unserem Leben bleibt kaum viel Spielraum zum willentlichen Verändern der eigenen „Plattform“.

Durch die vielen entstandenen verschiedenen „Plattformen“ werden richtig oder falsch ebenfalls relative Bewertungen. Ich vergleiche das gerne mit diesem angenommenen Bild: Wenn acht Menschen um eine Tasse Kaffee herum sitzen, sieht jeder einen andern Teil der Tasse. So ist es auch im Leben.

Jeder sieht die Tasse (die Wahrheit) aus seiner Perspektive („Plattform“) und glaubt natürlich das Richtige zu sehen. Dabei sieht jeder nur einen Teil der Tasse (der Wahrheit).

Er kann aber nie alles sehen. Den Boden der Tasse kann sogar keiner sehen. Und diese Erkenntnisse erschweren dem Menschen seinen Lebensweg. So stellt sich ihm jeden Tag viele Male die Frage, welche Meinung soll er unterstützen und welchen Weg soll er gehen, da seine Meinung ja nur von ihm aus die richtige ist. Und sogar aus „nur seiner Perspektive“ betrachtet fällt ihm dies manchmal nicht leicht.

Aus dem oben Gesagten liesse sich nun die Schlussfolgerung ziehen, dass man eigentlich keine Meinung haben und für nichts kämpfen sollte, da man ja damit nur die eigene Wahrheit verteidigt. Doch ich glaube, dass wir in unserer dreidimensionalen Welt nicht anders können als immer wieder eine Entscheidung (aus zwei oder mehreren Möglichkeiten auswählen) zu fällen. Das beginnt schon bei kleinen Dingen: Wo setze ich meinen Fuss auf, was will ich essen, was ist gesund für mich etc. Dazu kommen dann auch die weitreichenderen Entscheidungen wie Berufswahl oder Wohnsitz, was sich wieder auf den Bekanntenkreis (oder Lebenspartner) und vieles mehr auswirkt und das Leben total anders entwickeln lässt, als wenn wir eine andere Wahl getroffen hätten (siehe dazu aber auch das Kapitel Freiheit und freie Entscheidung).

Doch jedes Mal, wenn ich eine Entscheidung für etwas treffe, fälle ich auch eine Entscheidung gegen etwas. Das heisst, dass ich nur eine Seite von vielen Möglichkeiten lebe.

Trotzdem müssen wir wohl Stellung nehmen. Allerdings sollte man sich bei jeder Entscheidung bewusst sein, dass man damit nicht das Wahrheitsmonopol für sich beanspruchen darf. Das heisst aber auch, dass man andere Menschen für ihre Ansichten nicht verurteilen sollte!

Auch sogenannte Kriminelle hatten wohl kaum die Absicht, so zu werden. Auch sie wurden durch Erbanlagen und menschliche Erfahrungen auf diese Plattform „gezwungen“. Natürlich heisst dies nicht, dass wir ihre Taten akzeptieren müssen, da sie ja oft ins Leben anderer Menschen eingedrungen sind und andern weh getan haben. Und hier hört meiner Meinung nach die Freiheit des Menschen auf. Aber wir sollten trotzdem versuchen, Kriminelle zu verstehen, auch wenn dies schwerfällt. Oft müsste nämlich gleichzeitig auch deren Umwelt verurteilt werden, die sicher auch zu dieser Entwicklung beigetragen hat.

Durch die vielen menschlichen „Plattformen“ ist es einleuchtend, dass es unendlich viele Strömungen gibt, die glauben die Wahrheit gefunden zu haben. Jede Gemeinschaft (z.B. Kirche) „sammelt“ dabei Leute um sich, die etwa auf einer ähnlichen Ebene stehen. Doch diese Interessengemeinschaften kommen und gehen. Einige Mitglieder verlassen diese wieder, da ihre „Plattform“ sich durch Erfahrungen und neue Erkenntnisse verändert hat, andere treten wieder ein.

So gibt es keine unfehlbare Regierung, Gesellschaftsordnung oder Kirche.

Jeder lernt nur die eigene Wahrheit kennen und handelt danach. Diese negative Situation trägt aber durchaus auch einen positiven Kern in sich. Der Mensch bleibt durch diese Suche nach der Wahrheit und den Entscheidungszwang beweglich und lernt neue Aspekte des Lebens kennen, sofern er nicht resigniert aufgibt.

Unter die oben beschriebenen Wahrheitserkenntnisse fällt natürlich auch dieses Buch.

Es wird wie alles nur Teilwahrheiten (oder Irrtümer) aus meiner Sichtweise beinhalten. Trotzdem kann man ja nicht ohne Entscheidungen (für oder gegen, gut oder böse?) leben. So werde ich in diesem Buch auch Stellung nehmen.

In diesem Zusammenhang noch etwas Interessantes zu den „Plattformen“ aus materieller Sicht. Hier finden wir nämlich etwas ganz Ähnliches. Wenn ein Kind A einen Ball einem andern Kind B aus zum Beispiel vier Metern Abstand zurollt, wirst du als Zuschauer daneben natürlich feststellen, dass der Ball vier Meter zurückgelegt hat. Machen die Kinder dies nun in einem fahrenden Bus (Ball und Fahrtrichtung gleich), wird der Ball für die Kinder weiterhin vier Meter zurücklegen. Für einen Beobachter auf einer „Plattform“ ausserhalb des Buses wird der Ball aber mehr als vier Meter zurücklegen, da der Bus ja mit seiner Geschwindigkeit noch Länge dazugibt.

Nehmen wir nun die Drehgeschwindigkeit der Erde dazu. Nun steht der Beobachter auf einer „Plattform“ ausserhalb der Erde und betrachtet diesen Vorgang von dieser „Plattform“ aus, so wird die Distanz, die der Ball zurücklegt, noch grösser. Wenn wir nun gar die „Plattform“ ausserhalb des Universums einnehmen würden, wird das expandierende Weltall mit seiner Geschwindigkeit nochmals die Distanz des zurückgelegten Balles verlängern. So kommt jeder der Beobachter (andere Plattform) dieser spielenden Kinder zu anderen Ergebnissen. Und wir müssen dabei feststellen, dass alle Recht haben mit ihrer Einschätzung der Distanz und es eben nur auf die „Plattform“, beziehungsweise den „Standpunkt(ort)“ ankommt.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Drehung der Erde um die eigene Achse. Für die einen Menschen geht die Sonne auf, während bei anderen Menschen diese gleichzeitig untergeht. Auch bei diesem Beispiel ist es wiederum nur eine Frage des Standortes, von wo aus man das Geschehen beobachtet.

Nun betrachten wir einen Aspekt unserer dualistischen Welt - die Polarität. Diese zeigt sich eigentlich sozusagen in allem: „Kalt und warm, lang und kurz, nass und trocken, hell und dunkel, gross und klein, dick und dünn, gut und schlecht (böse), gescheit und dumm, traurig und froh.“ Diese Beispiele könnten beliebig erweitert werden und wir kennen sie unter dem Begriff Gegensätze.

Es scheint im ersten Moment, dass Gegensätze keinen direkten Bezug zueinander haben und etwas vollkommen anderes, eben Gegensätzliches darzustellen.

Wenn man aber versucht, ein Gegensatzpaar auf einer imaginären Geraden (Linie) anzuordnen, stellt man schnell fest, dass Gegensätze eigentlich das Gleiche (den gleichen Begriff) darstellen, aber einfach auf einem anderen Punkt (Ort) auf der Linie liegen. Eine Wertung kann nur erfolgen, wenn man ausserhalb dieser Linie die beiden angenommenen Gegensatzpunkte vergleicht. Dabei gibt es zwischen den beiden angenommenen Gegensatzpunkten unendlich viele Zwischenpunkte, die einen lückenlosen Übergang dazwischen markieren.

Nehmen wir einmal das Gegensatzpaar hart und weich. Zwischen diesen Polen gibt es unendlich viele Punkte mit weniger hart, noch weniger hart etc., bis wir beim weichen Gegensatzpunkt angelangt sind. Es gibt keine Stelle, ab der wir klar sagen können, ab hier beginnt nun weich, ausser wir legen dies einfach einmal willkürlich fest.

Spinnen wir diesen Gedanken etwas weiter. Nehmen wir den Ausgangspunkt hart. Nun gehen wir der Linie nach oben Richtung noch viel härter und setzen dort wiederum einen Bezugspunkt. Für einen aussenstehenden Betrachter, der auf einer „Plattform“ in der Mitte dieses Bereiches steht, wird nun der ehemals erkannte Gegensatzpunkt hart im direkten Vergleich zum noch viel härteren neuen Punkt nun zu „weich“. Das heisst: Gegensätze sind relativ und abhängig vom Standort und der Beobachtungsfähigkeit (welchen Teil auf der imaginären Linie er imstande ist zu sehen) des Betrachters. Der Mensch sieht ja mit seinen Sinnen nur Teilbereiche. Wir können gewisse Farben zum Beispiel nicht sehen und nicht alle Töne hören.